Kommentare (8)

  1. #1 Ingo
    März 25, 2009

    Ich empfinde es in zunehmendem Maße als ärgerlich, wenn sich Leute besonders klug und intelligent vorkommen, wenn sie nur glauben, es besser zu wissen als die Kreationisten.

    – Ja, und? Was wissen sie denn dann? So gut wie GAR nichts wissen sie mehr.

    Verliert die Frage nach dem Warum dieser Welt und so vieler Dinge in ihr ihre Unergründlichkeit und Rätselhaftigkeit, wenn man KEIN Kreationist ist? Wenn man davon ausgeht, daß alles in der Welt “mit rechten Dingen zugeht”? Nein, mitnichten. Dann weiß ich noch ÜBERHAUPT nichts wirklich besser als andere. Aber viele Nichtkreationisten tun so, als wüßten sie so besonders viel mehr.

    Vielleicht sollten sie doch wieder so ein bischen mehr von der Bescheidenheit eines Sokrates lernen.

    (Naja, hatte ja niemanden hier den Spaß verderben wollen ….)

  2. #2 Sim
    März 26, 2009

    Yeah Dan Dennett ist wirklich ne coole Sau ^^

    Die Gedanken die er hier schildert kommen auch in seinem Buch “Breaking the Spell” vor. Die Tatsache dass an den Dingen nichts intrinsisch süßes, grünes, schönes, sonstwas ist, sondern das alles Etiketten im Gehirn sind. Das muss man sich einfach mal auf der Zunge vorstellen. Jede Empfindung die wir über unsere Umwelt haben wird privat in unseren Köpfen erzeugt. Faszinierend.

  3. #3 Emanuel Heitlinger
    März 26, 2009

    Verliert die Frage nach dem Warum dieser Welt und so vieler Dinge in ihr ihre Unergründlichkeit und Rätselhaftigkeit, wenn man KEIN Kreationist ist?

    Für mich würde umgekehrt die Frage nach der Unergründlichkeit und Rätselhaftigkeit ihren Sinn Verlieren wenn ich Kreationist wäre. Dann ist doch alles geklärt…

  4. #4 Alexander Knoll
    März 27, 2009

    @Ingo:

    Aber viele Nichtkreationisten tun so, als wüßten sie so besonders viel mehr.

    Ich würde nicht unbedingt sagen besonders viel mehr, aber ja, ein paar Sachen mehr schon. Dass die Erde mehr als 6000 Jahre alt ist, beispielsweise. Oder dass der Grand Canyon nicht durch eine große Flut vor kurzem entstanden ist. Oder auch, dass die Erklärung für die vielen Lebewesen um uns herum durch einen evolutionären Mechanismus sehr viel besser erklärt wird als durch einen alten Mann mit langem Bart, der mit dem Finger schnipst.
    Naturwissenschaft entzieht sich nun mal postmodernen Erklärungen, in denen auch konträre Sichtweisen gleich viel wert sind. Hier sprechen Daten, und die sprechen nun mal gegen Kreationisten.

  5. #5 ingo
    März 27, 2009

    ich bin ja in allem eurer meinung – aber so tun, als haette man selber die evolution erfunden oder darwin, nur weil man mit ein p aar murmelkugeln am meer des unwissens spielt …

  6. #6 Emanuel Heitlinger
    März 27, 2009

    Sehr poetisch. Wahrscheinlich ist auch fast jeder der Wissenschaft betreibt von dem Meer an Dingen die noch auf ihre Entdeckung warten fasziniert. Unwissen ist einfach Wissen, das noch darauf wartet entdeckt zu werden. Wissenschaft ist einfach die Methode dies zu tun, selbst wenn man nur diese Methode hat und das Meer damit nicht unbedingt kleiner wird, kann das euphorisch machen.

    Und dass Darwin der erste war der sich dafür aussprach diese Methode auf “alles was lebt” anzuwenden, macht ihn nicht zum “Erfinder” der Evolution, aber zum “Erfinder” der Biologie als Wissenschaft.

  7. #7 Ingo Bading
    März 29, 2009

    Bitte, der Poet war nicht ich, der Poet war Issac Newton:

    “Ich weiß nicht, wie ich der Welt erscheinen mag; aber mir selbst komme ich nur wie ein Junge vor, der am Strand spielt und sich damit vergnügt, ein noch glatteres Kieselsteinchen oder eine noch schönere Muschel als gewöhnlich zu finden, während das große Meer der Wahrheit gänzlich unerforscht vor mir liegt.”

    http://de.wikiquote.org/wiki/Isaac_Newton

    (Komisch eigentlich und bemerkenswert vielleicht, daß man eine solche Bescheidenheit derzeit meint, bei Evolutionsforschern viel weniger zu bemerken als bei Physikern, besonders Astrophysikern.)

    Ist irgendwie schön, wenn Wissenschaftler auch Poeten sein KÖNNEN. Wenn das Erforschte poetisch ist – und das ist es ja definitiv – muß auch der Forscher poetisch sein KÖNNEN, wenn er auf Augenhöhe zu seinem Forschungsgegenstand kommen will. (Und das kann man erkenntnistheoretisch sogar: sehr, sehr ernst meinen.)

    Jedenfalls kann man DANN wirklich nur noch eines werden: bescheiden.

  8. #8 Christian A.
    März 29, 2009

    @Ingo: Bei Dennet, Dawkins und Co muß man sich immer vor Augen halten, dass sie vor allem für den amerikanischen Markt schreiben bzw. in den USA aktiv sind. Wenn ich Freund Scienceblogs.com, dann haben die drüben ein großes Problem mit Kreationisten, und Dennet (und Dawkins, und Eugenie Scott vom NCSE usw) versuchen es tatsächlich mit Aufklärung.

    >> “Verliert die Frage nach dem Warum dieser Welt und so vieler Dinge in ihr ihre Unergründlichkeit und Rätselhaftigkeit, wenn man KEIN Kreationist ist? ”

    Wenn du mich fragst, glaub ich nicht. Ich kanns aber nicht beurteilen, weil ich nie Kreationist war

    >> “Dann weiß ich noch ÜBERHAUPT nichts wirklich besser als andere. Aber viele Nichtkreationisten tun so, als wüßten sie so besonders viel mehr.”

    Ich bin der Meinung, dass ein Kreationist ein Problem hat die Welt schlüssig zu interpretieren. Die Evolutionstheorie ist eingebettet in das Gebäude der Wissenschaften. Sie inspiriert viele andere Wissenschaften (z.B. Physik, Mathematik zu genetischen evolutionären Algorithmen), und wird selber von vielen anderen Wissenschaften gespeist. Das Gebäude ist kohärent und gleichzeitig hochflexibel (und mein Bild hängt schief … ).
    Ein Kreationist muß sich die Tiere und ihre Arten damit erklären, dass Gott einen guten Bauplan unter leichten Abwandlungen mehrfach angewendet hat (z.B. den Plan “Säugetiere”). Gleichzeitig gibt es viele Schwächen in diesem Bauplan bzw. in den Arten (unserern Blinddarm z.B.). Ich halte daher Kreationismus für eine dissonante Weltsicht, da sie zu mehr Konflikten mit der Wirklich führt als wenn man z.B. von der Evloutionstheorie überzeugt ist. Im Alltag der meisten Menschen dürften diese Konflikte allerdings keine große Rolle spielen.

    >> “Ist irgendwie schön, wenn Wissenschaftler auch Poeten sein KÖNNEN. Wenn das Erforschte poetisch ist – und das ist es ja definitiv – muß auch der Forscher poetisch sein KÖNNEN, wenn er auf Augenhöhe zu seinem Forschungsgegenstand kommen will. (Und das kann man erkenntnistheoretisch sogar: sehr, sehr ernst meinen.)
    Jedenfalls kann man DANN wirklich nur noch eines werden: bescheiden.”

    Was?