Das Museum der bildenden Kunst Leipzig zeigte zum 150. Geburtstag Lovis Corinths in Zusammenarbeit mit dem Musee d´Orsay und dem Kunstforum für Ostdeutsche Kunst Regensburg eine umfassende Werkschau.


Durch die Kooperation von drei Museen gelang es, eine riesige Anzahl von Corinth-Werken zusammen zutragen. Nahezu 100 Gemälde aus allen Schaffensphasen veranschaulichen an herausragenden Beispielen seinen künstlerischen Werdegang.

Eine Innovation in der Corinth-Ausstellungsgeschichte ist die Kombination von Corinths Werken mit denen der nachgeborenen Künstlergenerationen.

Corinths Arbeiten beeinflussten Georg Baselitz, Rainer Fetting, Gotthard Graubner und Dieter Krieg. Diese Beeinflussungen sind wirklich spannend zu sehen.

Corinth selber bezeichnete seine Malerei als Abenteuer. Er wollte wissen was geht, was ein Motiv sein kann und kam immer wieder zur Gattung des Selbstportraits zurück. Interessant auch, daß er gerne zu seinem eigenene Geburtstag, quasi als Jahresbilanz
ein Selbstportrait malte.

Corinth gilt heute als eine zentrale Figur in der modernen Malerei, weil er sich mit einer erstaunlichen Konsequenz als Maler und Graphiker, den menschlichen Existenzfragen von Eros und Tod, Gewalt und Leidenschaft gewidmet hat.

Schlachthausszenen sind neben seinen Reflexionen über Themen der europäischen Malerei überraschend und innovativ.

Alles wurde zu seinem Thema: die Antike mit ihrer scheinbaren Sinnenfreude; die christliche Leidensgeschichte; das Genrebild; der Landschaftsimpressionismus. Und immer wieder er selber als Selbstportrait.

Unstet war er. Er war in Paris, München und Berlin zu Hause und immer in regem Austausch mit seinen Künstlerkollegen. In den beiden Secessionen der Zeit in München und Berlin war er ebenfalls engagiert.

Wieder haben die Leipziger ein tolle Ausstellung zusammen getragen, die sich hinter dem ersten Ausstellungsort, dem legendären Musée d´Orsay in Paris nicht zu verstecken braucht.

Kommentare (1)

  1. #1 Uwe Schmidt
    Juli 15, 2008

    Hallo,

    hier gibt es eine umfangreiche neue Website zu der Ausstellung zu sehen:

    https://www.lovis-corinth.com