Es war ein heißer Augusttag des Jahres 1896 in Prag, als sich die Eheleute Otto und Martha Radnitz über die Geburt ihrer ersten Tochter freuen durften. Daß das Mädchen, das sie auf den Namen Gerty Theresa tauften, einmal eine brillante Medizinerin werden sollte, ahnten sie freilich nicht. An der Lebensgeschichte der Gerty Theresa Cori, wie…
Kinder als Risiko für die Hochschulkarriere?: Vereinbarkeit von Hochschulkarriere und Elternschaft II
Wissenschaftliche Karrieren sind leider fast immer durch ein Höchstmaß an Unsicherheit und Diskontinuität geprägt. Befristete Projektverträge, häufige Wohnortwechsel und andere Unwägbarkeiten erschweren jungen Wissenschaftlern die Entscheidung, ob der Familien- und Kinderwunsch realisiert werden soll. Dr. Inken Lind hat sich intensiv mit der Lebensplanung und Biographieverläufen von Wissenschaftlern auseinandergesetzt. Im ersten Teil ihres Gastbeitrags hat sie…
Erkundungen in vermintem Gelände: Vereinbarkeit von Hochschulkarriere und Elternschaft I
Es gibt wohl keine Diskussion über den geringen Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen, in der nicht früher oder später das Gespräch auf die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Kinderwunsch kommt. Und natürlich sind die oftmals familienfeindlichen Randbedingungen ein Faktor, der es Frauen noch schwerer macht, sich in der Wissenschaft durchzusetzen. Dr. Inken Lind, die seit vielen…
Die Soziologin Christine Kestel hat aktiv am Aufbau eines “Netzwerks für Soziologinnen” mitgewirkt. Dabei hat sie gelernt, dass der Schatten des Feminismus länger ist, als man denkt. Die Frage “Warum tun wir das? Sind wir benachteiligt?” begleitete die Arbeit an “Sociae” – aber auch wenn die Einsicht, dass Frauen benachteiligt sind, manchmal schmerzhaft ist, so…
Auf den ersten Blick lassen die Eckdaten Marthe Vogts Biographie auf eine sehr nüchterne Wissenschaftsbiographie schließen: Die Eltern beide Wissenschaftler, die jüngere Schwester ebenfalls, nie verheiratet, keine Affären, dafür eine lange Liste an Publikationen und Ehrungen. Liebstes Hobby: Gartenarbeit. Erst beim zweiten, genaueren Blick fallen die Details auf. Zum Beispiel, dass Marthe Louise Vogt haargenau…
Christine Färber hat gemeinsam mit Ulrike Spangenberg untersucht, wie Professuren besetzt werden. Die Ergebnisse ihrer Studie, präsentiert sie in einem mehrteiligen Essay. Gestern illustrierte sie, wie Fragen nach Familie und Privatleben das Bewerbungsverfahren beeinflussen. Heute gibt sie abschließende Empfehlungen, wie das Rennen um die Professuren fairer und transparenter gestaltet werden kann. Gezielte Ansprache von Bewerberinnen…
Wissenschaftliche Spitzenpositionen werden immer noch von Männern dominiert. Bei den Professuren haben wir – trotz Fortschritten in den letzten Jahren – derzeit einen Frauenanteil von gerade einmal 15%. Welche sozialisatorischen und biographischen Faktoren sind dafür verantwortlich, dass weibliche Karrieren so häufig ins Stocken geraten? Hildegard Macha und Quirin Bauer vom GenderZentrumAugsburg (GZA) haben Antworten auf…
Fragen nach Privatleben und Familie: Berufungsverfahren an deutschen Hochschulen III
Christine Färber hat gemeinsam mit Ulrike Spangenberg untersucht, wie Professuren besetzt werden. Die Ergebnisse ihrer Studie, präsentiert sie in einem mehrteiligen Essay. Gestern konnte man lesen, welche “Regeln” der Besetzungsverfahren zu Benachteiligungen von Frauen führen. Heute skizziert Christine Färber die diskriminierenden Aspekte der Faktoren Geschlecht, Familie und Privatleben. Das Privatleben ist berufungsrelevant – und wissenschaftspolitisch…
Ruth Moufang: Kränkungen, Leidenschaft und Beharrlichkeit. Die erste deutsche Mathematikprofessorin
Als Ruth Moufang 1925 ihr Studium an der Universität Frankfurt begann, so war das für diese Zeit keineswegs außergewöhnlich. Rund 20 Prozent aller Mathematikstudierenden waren weiblich. Doch im weiteren Verlauf ihrer Karriere musste Ruth Moufang erfahren, dass für Frauen in der Wissenschaft doch andere Regeln gelten. Und obwohl sie später eine bemerkenswerte Karriere machte und…
Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit: Berufungsverfahren an deutschen Hochschulen II
Christine Färber ist Expertin für Gleichstellungsfragen im Hochschulsystem. Und sie hat zusammen mit Ulrike Spangenberg untersucht, wie Professuren besetzt werden. Die Ergebnisse ihrer Studie, präsentiert sie in einem mehrteiligen Essay. Im 1. Teil konnte man lesen, wie die Intransparenz der Verfahren die meisten Frauen benachteiligt. Heute schreibt sie, welche Maßnahmen für mehr Chancengleichheit sorgen könnten.…



