Die Antwort darauf ist leicht, Nein! Aber das ist nun mal der einzige Thor, den ich bisher kenne. Da aber übermorgen meine Segelfahrt auf dem Segelschiff Thor Heyerdahl startet, dachte ich, ich versuche mal mehr als nur den Thor kennenzulernen, der andere mit seinem Hammer verhaut. Leider hatte ich nicht genug Zeit für eine ausführliche Recherche  (Aeh Wikipedia…), aber der neue Thor ist auch ziemlich beeindruckend und außerdem erinnerte er mich sehr an Indiana Jones.

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Thor Heyerdahl war ein norwegischer Archäologe, Ethnologe und vieles mehr. Als Kind interessierte sich Heyerdahl stark für Tiere und das Leben unter einfachsten Bedingungen in der Natur. Das führte dazu, dass er 1933 began Geographie und Zoologie in Oslo zu studieren. Im Rahmen seiner Studienreise nach Fatu Hiva, begann er sich aber immer mehr für die Ethnologie, genauer die Herkunft der Insulaner in Polynesien zu interessieren.

 

 

Rund um 1940 gab es zwei gegensätzliche Theorien, die seit langer Zeit zur Diskussion standen. Dazu sollte man allerdings die folgende Karte kennen:

Wie kommen Menschen dahin (Quelle: https://globale-allmende.de/umwelt/pazifische_inseln)???

Zur Diskussion standen:

  1. Polynesien sei über Melanesien besiedelt worden. Die Begründung war, dass es nicht über Mikronesien geschehen sein könne (Ich liebe diese Argumentation…).
  2. Polynesien ist über Mikronesien besiedelt worden, weil die Blutgruppen von Melanesiern und Polynesiern nicht zusammenpassten (Das ist schon ein besseres Argument…).

Thor Heyerdahl fand aber beide Theorien eher mäßig. Aufgrund seiner Kenntnisse über Meeresströmungen, zog er als erster die Theorie in Betracht, dass Polynesien von  Amerika aus besiedelt wurde. Um dies zu beweisen startete er 1947 seine Kon-Tiki Expedition. In Peru bauten er und sein Team ein Floß, aus vor Ort gewinnbaren Baumstämmen, und nur mit Material welches auch den Ureinwohnern zur Verfügung  stand. Auf dieser Expedition führten sie zwar etwas modernes Equipment mit, allerdings nur für Notfälle und zur Dokumentation. Diese Expedition war ein voller Erfolg, denn Thor Heyerdahl konnte zeigen, dass es Indianern Südamerikas technisch möglich war Polynesien zu besiedeln. Die dabei entstandene Dokumentation Kon-Tiki wurde 1952 mit dem Oscar für die beste Dokumentation ausgezeichnet. Etwas was wir in der Nanotechnologie, glaube ich, noch nicht geschafft haben.. Leider konnte ich die Doku auf die Schnelle nicht auftreiben, auch wenn ich sie unbedingt sehen will. Allerdings wiederholte sein Enkel Olav Heyerdahl 2008 die Fahrt und die Doku ist bei Youtube zu sehen. Darüber hinaus  wurde 2012 der Film Kon-Tiki, der bisher teuerste norwegische Film, sehr erfolgreich gedreht, der ebenfalls die Geschichte der Expedition erzählt und definitiv auf meine Liste kommt und ich empfehle euch schaut ihn euch an.

Thor Heyerdahl hat noch viele weitere superspannende Expeditionen unternommen, die ich aber nicht alle vorweggreifen will. Auf jeden Fall finde ich seine Geschichte sehr faszinierend und werde mich noch mehr mit dieser inspirirenden Person auseinandersetzen. Auch bin ich schon etwas traurig, dass meine Forschung fast nur im Labor stattfindet… Diese Geschichte steigert meine Vorfreude jedenfalls gewaltig…

Kommentare (8)

  1. #1 werner67
    31. Juli 2017

    Meinst Du den ?

    • #2 samir
      31. Juli 2017

      Ja nur leider ist da die Doku nicht drinne…

  2. #3 Christian Eckert
    31. Juli 2017

    Bingo! Aber mal im ernst. Lies das Buch. Fesselnder gehts nicht. Gebraucht bei Amazon. Ist meines Erachtens auch eine Wertanlage. (Hab aber keine Ahnung über die Haltbarkeitsdauer des damals verwendeten Papiers.)

  3. #4 anderer Michael
    31. Juli 2017

    Soweit ich weiß, ist seine Hypothese nicht richtig. Das Völkerkundemuseum Berlin hat sich damit in allgemeiner verständlicher Form beschäftigt und die Gegenargumente dargelegt (in den 1970 Jahren war ich dort regelmäßig zu Besuch).
    Davon unbetroffen meine Meinung, dass Thor Heyerdahl und seine Frau faszinierende Forscherpersönlichkeiten sind , deren Bücher ich als Jugendlicher verschlungen habe.

  4. #5 Siskin
    1. August 2017

    @samir & anderer Michael
    2008 ergab anscheinend eine genetische Studie eine engere Verwandtschaft der Polynesier mit den Ureinwohnern Taiwans.
    https://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/1010660/
    Irgendwie schade auch. Denn die Idee Meeresströmungen zur Grundlage von Verbreitungsmustern herzunehmen, ist eigentlich ziemlich cool.

  5. #6 Roland B.
    1. August 2017

    Ist das nur ein Problem meiner Videoplayer (QuickTime und VLC) oder sind die “Kon-Tiki.Documentary”-Videos eine neue Form der Verarschung (wenn ja, darf man ruhig dieses Wort benutzen)? Anderthalb Stunden Standbild, nur um Klicks zu erzeugen?

  6. #7 Christian Eckert
    2. August 2017

    Naja. Widerlegt ist ja mal eine schwache Leistung. Postuliere andere Strömungsverhältnisse, nehme genetische Verwandschaft, untersuche die Flora und Fauna im vermuteten Ausgangshabitat und siehe da. Grundgedanke Heyerdals stütz Zusatzerkenntnisse über Taiwan und Polonesien.

  7. #8 Karl Mistelberger
    2. August 2017

    > #6 Roland B., 1. August 2017
    > Ist das nur ein Problem meiner Videoplayer (QuickTime und VLC) oder sind die “Kon-Tiki.Documentary”-Videos?

    Copyright ist Copyright.

    The Tangaroa Expedition (The Kon-Tiki Expedition) 2012 Documentary
    https://www.youtube.com/watch?v=29waAjmbO2w