Das Video am Freitag zeigt einen interessanten Bericht aus Louisiana, wo ein Deich am Ouchita River an mehreren Stellen durchstochen werden soll, um ein natürliches Überflutungsgebiet zurückzugeben. Das ist nicht nur für Vegetation und Tierwelt gut, sondern es wird auch dafür sorgen, dass die Spitzen von Hochwassern gemildert werden.

Der Eingriff des Menschen in Flussläufe ist eines der Beispiele, wo man es zu gut meinte und jetzt wieder versucht, sich wieder mehr an die Zustände vor dem Menschen anzunähern, Flussbegradigungen aufzuheben und die Eindämmung des Flusses kontrolliert aufzugeben. Das ist kein Problem vom Mississippi oder seinen Nebenflüssen, auch in Europa geht man das Problem an und weist Überflutungsflächen aus, z.B. an Rhein oder Elbe.

Da die NY Times keine einbettbaren Videos anbietet (Zeitungen…), schenkt ihnen den Klick und seht das Video hier.

Mehr zu diesem Thema könnt ihr auch aus diesem Eintrag bei Cr!key Creek entnehmen. Ein Beispiel für einen solchen kontrollierten (durch bauliche Maßnahmen abgegrenzten) Hochwasser-Rückhalteraum in Deutschland ist beispielsweise der Polder Sheinschanzinsel. Im Vergleich dazu ist die Überflutungsfläche im Video natürlich und dadurch auch deutlich größer – und naturnäher, da sie durch die “normalen” Hochwasser auch bereits nasse Füße bekommt.

Kommentare (1)

  1. #1 Wolfgang Flamme
    06/26/2009

    Habe dazu noch ein paar Infos gefunden:

    http://www.nytimes.com/2009/06/20/science/earth/20levee.html?_r=1&hpw
    http://www.nytimes.com/imagepages/2009/06/20/science/earth/20leveemap_ready.html

    Die Fläche liegt also dem bereits bestehenden Naturschutzgebiet gegenüber, das ca. 170 km2 groß ist und lt. Wikipedia regelmäßig zu ~80% überflutet wird – die gut 60 km2 neue Fläche kommen da also nochmal hinzu.

    So die reinste Naturbelassenheit ist’s aber dann doch nicht. Zum einen ist der Fluß oberhalb schonmal durch Reservoire reguliert, zum anderen wird auch im Naturreservat eingegriffen, wie bei Wikipedia nachzulesen ist:

    Selective thinning and water level manipulation is conducted within the bottomland hardwoods for the benefit of migratory birds, resident wildlife and the overall health of the forest. (…) These wetland units are managed for the benefit of waterfowl, shorebirds and other wildlife. Water levels are manipulated to produce high quality natural foods such as wild millets, grasses and sedges. Cooperative farming occurs on a rotational basis in portions of the refuge to provide food for wintering waterfowl.

    The upland mixed pine hardwood forest on the western portion of the refuge is managed for the endangered red-cockaded woodpecker through thinning and prescribed fire. Installing artificial cavity inserts and woodpecker banding and occasional transplanting are also important management tools. Other management practices include wood duck nest box project, fish stocking, and removal of exotic, invasive plants and animals.

    en.wikipedia.org/wiki/Upper_Ouachita_National_Wildlife_Refuge