Dass die Diskussion um Elevatorgate ausufert, war ja schon von vornherein klar. Und dass ich die Kommentare schließen muss, weil es in Beleidungsarien ausufert, auch. Aber trotzdem war das Ausmaß an männlich-männlichere Empörung in Tateinheit mit Erklären was andere denn zu denken und zu empfinden haben erschreckend. Vornweg ein kleiner Tipp: Wenn ihr ernst genommen werden wollt in euren Empfindungen, wird kein Weg dran vorbeiführen erstmal zu verstehen was andere schreiben, empfinden, und nicht vorzuschreiben was anderen wichtig zu sein hat.

Siehe z.B. dieser Kommentar von “299792458” aus dem Freigeisterhaus-Forum:

Ich halte die ganze Geschichte auch für reichlich übertrieben. Und die Aufregung dreht sich ja ausschließlich um Dawkins Reaktion. Wobei ich da auch keinen Skandal sehe.

Es ist ja auch kein Skandal. Skandale sind etwas, dass die Boulevard-Presse empfindet um mit dem angeblichen Verstoß gegen oberflächlich moralisch wirkende Thesen Geld zu machen. Skandale können meist nur skandalös sein solange man eben nicht versucht, sich in andere Menschen zu versetzen.

Es wird ohne Ende aufgebauscht und als ich auf scienceblogs was von jeder Mann im Aufzug sei ein “Schrödingers Vergewaltiger” gelesen habe, habe ich spontan den Link zur Seite gelöscht. Das war sozusagen der letzte Tropfen, schon zuviele Artikel dort haben in mir Ekelgefühle hervorgerufen.

Wie ein (!) Artikel auf deutsch der die Ereignisse zusammenfasst zusammen mit Links die erklären warum Menschen sich dort engagieren ein “Aufbauschen ohne Ende” sein kann ist mir völlig fremd. Es ist nur mein kleines doofes Blog, keine Wochenserie in BILD.
Dass viele Artikel hier Ekelgefühle hervorrufen kann ich verstehen. Ich will auch kotzen wenn ich sehe wie Homöopathen in Afrika echte Krankheiten mit Zuckerkugeln behandeln oder wie Astrolügner Menschen ausnehmen die echte Hilfe suchen. Oder wie gefühlt anständige Männer den Frauen mal erklären, dass sie sich mal nicht so haben sollen. Mehr zu “Schrödingers Vergewaltiger” gleich.

Ich bin ein Mann und ich habe nicht vor mich als Vergewaltiger zu fühlen. Weil ich kein Vergewaltiger bin.

Repeat after me: It’s not about you.
Es dreht sich nicht um dich. Es geht um andere Menschen als dich selbst. Solange du das nicht einsiehst, ist wenig zu machen.

Und seien wir ehrlich, auch von Frauen kommen dämmliche Anmachen.

Ach wirklich. Seltsam, wenn jemand die Geschichte anonymisiert, mit “Person A” und “Person B”, wäre mir trotzdem ziemlich klar wer von den beiden Personen männlich und weiblich ist. (Verzeiht mir hier meine Heteronormativität, ich weiß dass ich zu sehr vereinfache).

Oft mit dem impliziten Unterton, dass der Mann notgeil ist und es auf ihren unwiderstehlichen Körper abgesehen hat.

Erstmal, mal wieder: Vergewaltigung ist kein Akt der “Notgeilheit” oder welche albernen Begriffe man auch immer für den Wunsch nach sexuellem Kontakt hat. Vergewaltigung dreht sich um Macht und (sexuelle) Gewalt. Da diejenigen, die diese Themen versuchen anzusprechen das im Allgemeinen verstehen ist dieser Unterton definitiv nicht da.
Und zweitens sind diese Personen auch im Allgemeinen diejenigen, die (wie Rebecca) gegen die Reduktion/Objektifizierung auf den Körper sprechen. Daher werden diese eben NICHT implizieren, dass ihr Körper so unwiderstehlich ist.
Merke: Man kann die Sexualität eines Menschen genießen und schätzen, ohne den kompletten Mensch darauf zu reduzieren. Ich würde es andersherum sehen: Durch die Reduktion auf ein Objekt entgeht mir der Genuss eines kompletten Menschen.

Nur in der Regel warten Frauen, bis der Mann die Initiative ergreift.

In der Tat, das ist eine kulturelle Übereinkunft, die mir nicht gefällt und die sich ändern sollte.
Der Punkt jedoch ist, dass Rebecca ausdrücklich vorher erkenntlich gemacht hat, dass sie im Moment nicht wartet, dass jemand die Initiative ergreift, weil sie müde ist und schlafen gehen möchte.

Nicht Alle sind aber “Frauenversteher” oder Gentlemen.

Zu kapieren, wenn jemand “nein” sagt, muss man kein “Versteher” sein, was immer das ist. “Frauenversteher” ist so ein abwertender apologetischer Term wie “Gutmensch”.

Aber in der Regel kriegen aggressive Männer “es” häufiger, auch ohne körperliche Gewalt. Warum bloß?

Wirklich? Kriegen aggressive Männer “es” häufiger? Wie ist häufiger definiert, als “mehr verschiedene Chicks abzuschleppen”? Ansonsten würde ich doch denken dass eine stabile Langzeitverbindung mehr…aber das zählt im Männerversum wahrscheinlich nur einmal.
Aber das ist auch völlig egal: Es ist kein Wettbewerb. Kriegt das mal klar.

Und es ist auch kein Krieg: Die Männer gegen die Feminazis.

Und jetzt zu “Schrödingers Vergewaltiger”, der ja besonders große Empörungsstürme hervogerufen hat. Niemand will sich als “potentiellen Vergewaltiger” gesehen wissen, Sexismus wird beklagt, Vergleiche zu Terrorismus-Verdacht gezogen als ob sämtliche Hirnzellen in Sommerurlaub seien.

Vorweg erst einmal:
Wie oft muss ich es eigentlich in einem PHYSIKBLOG erklären (Achtung, das war Sarkasmus)?? Schrödingers Katze ist nicht “potentiell tot”. Sie befindet sich in einer Überlagerung zweier Zustände gleichzeitig, nämlich “tot” und “lebendig”. Und erst mit Öffnen der Kiste erfolgt die Messung, nämlich in welchen Zustand die Wellenfunktion der Katze schließlich kollabiert.
Und genau das will das Bild von “Schrödinger Vergewaltiger” sagen: Dass man solange nicht wissen kann, wer ihr seid, nämlich Zustand a: Ihr selbst, nämlich kein Vergewaltiger, oder Zustand b: Euer gewissenloser Zwilling aus einem Paralleluniversum, der seine Gewaltphantasien nicht im Griff hat.
Und der Punkt ist: Nachts um 4 alleine auf der Straße oder alleine im Aufzug möchte niemand die “Messung” durchführen.

Dann: Ich habe den Begriff in “…” gesetzt und den passenden Artikel dazu verlinkt. Wenn ihr es nicht schafft, diesen wirklich guten Artikel durchzulesen und zu verinnerlichen, dann hab ich echt keine Lust euren Kommentar dazu zu lesen. Und ich erlaube mir mal für die meisten Menschen zu sprechen die eure Meinung nicht teilen: Unsere Zeit ist es nicht wert, eure Kommentare zu lesen solange ihr nicht bereit seid Zeit zu investieren, den Begriff zu verstehen.

Daher hier nochmal, der Artikel, lest den!!

—> Schrödinger’s Rapist: or a guy’s guide to approaching strange women without being maced <---

Es geht darin um Signale und um Risikowahrnehmung. Und um Einfühlungsvermögen. Um Zuhören.
Wenn ihr immer noch empört seid, denkt mal durch das hier: Männer, wieviele (lose) männliche Freunde habt ihr? So 100 und nochwas sicher? Dann ist die Chance ganz gut, dass sich ein Vergewaltiger darunter befindet. Jemand, der sexuelle Gewalt gegen eine Frau ausgeübt hat. Die Chance ist höher, wenn ihr US-Amerikaner seid, ok, aber auch in Deutschland ist sie sehr real. Also, wer ist es? Könnt ihr nicht sagen? Eben.

Ihr könnt natürlich auch weiterhin Recht behalten wollen, erklären warum nichts an der Sache dran war und die Scheiße aus allen Weibern prügeln die es nicht kapieren. Nur bleibt mir dann aus meiner Sonne raus, ich mag eure Schatten nicht.


Kommentare (149)

  1. #1 GodsBoss
    07/12/2011

    @Fritz:

    Der Wechsel der Straßenseite kann situationsbedingt angebracht sein, ich weiß auch von ein paar Bekannten/Freundinnen dass die, alleine unterwegs, ihre Schlüssel als Schlagring bereit halten.

    Willst du uns mitteilen, dass Mann aus purem Selbstschutz die Straßenseite wechseln sollte? In dem Fall müsste doch die analoge Folgerung sein, dass die Frauen die Straßenseite wechseln sollten, immerhin haben die Männer Angst vor ihnen.

  2. #2 Stefan
    07/12/2011

    ich glaube Fritz will eher illustrieren, dass Frauen durchaus Angst haben können – auf die man eingehen kann, indem man die Straßenseite wechselt 😉

  3. #3 ilona
    07/12/2011

    Also ich verstehe das dass Schrödigingers Vergewaltiger realistischer sein sollte als Schrödingers Körperverletzer immer noch nicht.. >.>
    Ich meine, ich wohne in einer Gegend in München die als Türken und Ghettoviertel verschriien ist (Hasenbergl), davor wohnte ich in der anderen Migrantenecke (Neuperlach).
    In keiner der beiden Gegenden ist mir bis auf Minderjährigen je eine Frau oder ein Mann begegnet der/die sich wegen der Umgebung und der anderen Bewohnern des Viertels vom Abends weggehen oder ähnlichem hat abhalten lassen.
    WENN ein jemand einen blöd anmacht kann man Antworten. Und ob man jetzt vor ner Clique Mädels die einen provozieren oder einer ähnlichen Clique aus Jungs mehr Angst hat.. als Frau ist erstere gelegentlich sogar gefährlicher, weil man z.b. zu sexy aussieht, sie nicht als superheiß bezeichnen möchte, nicht sexy genug aussieht, zu konservativ angezogen ist..
    Hier ist Schrödingers Vergewaltiger in meiner Wahrnehmung eine geringere Gefahr als Schrödingers Prügler. Wobei ich persönlich niemanden als potenziellen Vergewaltiger/Prügler ansehe. Schließlich müsste ich dann permanent etwas für einen Notruf in der Hand halten würde ein Handwerker da sein. Oder der Paketbote. Oder mein Vater. Oder mein Freund. Genauso könnte ja auch jedes Kind im Freibad Schrödingers Handtaschendieb sein kann. Dennoch lasse ich meine Tasche im Freibad oder am See, weil ich persönlich zwar das Risiko kenne, aber nicht 24/7 so leben kann als wäre ich prädesiteniert Opfer zu werden. Genauso kann ich ja auch nicht ständig von einem Kindergärtner verlangen er müsse sich totalst korrekt mir gegenüber verhalten, schließlich sei er ja Schrödingers Pädophiler..
    Man MUSS einfach in gewissem Maße seinen Mitmenschen vertrauen, ihnen vertrauen dass sie einen nicht ermorden, verletzen, vergewaltigen, ausrauben, entführen.. Man vertraut auch dem Klinikpersonal dass es einen in der Bewusstlosigkeit nicht lächerlich macht, was man meist nichtmal hinterher beweisen könnte. Man vertraut jedem Kindergärtner und jeder Kindergärtnerin dass das Kind nicht missbraucht wird. Man vertraut seinen Mitmenschen dass wenn man bewusstlos zu Boden fällt jemand den Notarzt ruft und einem hilft..

    Und das Problem ist, man kann nicht auf jemanden Rücksicht nehmen der überhaupt nicht den Mitmenschen vertraut. Weil derjenige muss dann seinen Hund in den Lebensmittelladen mitnehmen (dieser könnte ja geklaut oder vergiftet werden), derjenige kann nicht darauf vertrauen dass man wirklich anhält wenn man an der Ampel rot hat, er wartet lieber bis die Straße leer ist.
    Ich vertraue den Autofahrern wenn ich grün an der Ampel habe dass sie weil sie Rot haben halten. Ich vertraue den Technikern dass die Ampel korrekt schaltet. Ich vertraue denen an der Ampel stehenden dass sie nicht plötzlich Gas geben. Und diesen Test ob ich jetzt Schrödingers Wahnsinnigem begegne muss ich hundertmal jeden Tag durchführen, und ich habe dabei keine Angst. Ich habe lieber Angst davor das Bügeleisen zu vergessen, und dadurch meine Bude im Schlaf abzufackeln.

  4. #4 dein_föhn
    07/12/2011

    Soll Mann eigentlich nur die Straßenseite wechseln, wenn eine Frau entgegenkommt, oder auch wenn es ein körperlich offensichtlich unterlegener Mann ist, wenn man sich in einschlägigen Gegenden befindet? Oder ist das ne pure Frauensache, nachts Angst vor Gewalttätern zu haben?

  5. #5 GodsBoss
    07/12/2011

    @Stefan:
    Meine Empfehlung wäre, das Problem dort zu beheben, wo es existiert – nicht in meinen Beinen, sondern im Kopf der jeweiligen Frau.

  6. #6 GodsBoss
    07/12/2011

    @dein_föhn:
    Ist doch klar: Wenn Stephen Hawking nachts auf Regina Halmich trifft und nicht auf die andere Straßenseite wechselt, macht er sich der Unterstützung der „Rape Culture“ schuldig. ;-(

  7. #7 Stefan
    07/12/2011

    @GodsBoss: Im Prinzip hast du meine vollste Zustimmung. Falls man merkt, dass jemand irgendwie Angst hat kann man da meiner Meinung nach aber auch reagieren und sich vorsichtig verhalten – aber das ist in 99% der Fälle nicht der Fall, dementsprechend egal ist mir dann auch, ob ich vielleicht die Straßenseite wechseln sollte oder sonst son Gedöns – mach ich normalerweise nicht. ilona hats gerade sehr gut beschrieben, warum man es auch nicht machen muss, finde ich

  8. #8 roel
    07/12/2011

    @Jörg Rings Ist das mit der Straßenseite wechseln ernst gemeint?

  9. #9 Hagen
    07/12/2011

    Naja ein Vorschlag zur Güte. Ich kann ja nun wirklich nicht von außen entscheiden, ob die Frau da im Dunklen gegenüber Angst hat. Wie wäre es denn, wenn sich ängstliche Frauen auf der Straße etwas bemerkbar machen könnten. So im Sinne einer Pestrassel könnten sie einen Geräuschgenerator bei sich tragen. Wenn ein potentieller Vergewaltiger(Mann) dann dieses Geräusch hört, dann ist der dazu angehalten, die Seite zu wechseln. Alternativ könnten wir ja ein Ausgehverbot für Männer so ab 22:00 fordern.
    Mir fällt hier gerade ziemlich auf, dass so einige Menschen überhaupt keinen großen Bruder mehr brauchen. Den haben sie irgendwie schon eingebaut. Der bestimmt dann sogar schon, welche Straßenseite sie am Abend zu benutzen haben. Diese ganze Diskussion hier ist ziemlich blockiert.
    Ich finde, hier wird gerade tüchtig an der Thematik vorbeigeredet. Wenn ich mich im öffentlichen Raum befinde, dann kann mir was passieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass mir was im öffentlichen Raum passiert ist bei mir als Mann wesentlich höher, als bei einer Frau. Mir gefällt auch nicht immer alles, was da auf der Straße herumläuft. Und ich bin auch schon mal in der Nacht angesprochen worden und habe (von einer Frau) den GV (ohne so ein Kaffegeplänkel) angeboten bekommen. Dann sagt man ja oder man sagt nein. Ein konfliktfreies Zusammenleben gibt es bei uns auf der Welt nicht. Es gibt Gewalt in allen möglichen Formen. Ich bezweifele, ob ein hinundhergehühnere zuwischen den Straßenseiten ein probates Mittel dagegen ist. Wer hat da mal einen anderen (vielleicht etwas rationaleren) Vorschlag?

  10. #10 GodsBoss
    07/12/2011

    @Stefan:
    Natürlich kann man das machen und wer will, soll das doch tun. Aber es sollen nicht diejenigen, die es nicht tun, dafür kritisiert werden. Ich kann es nur wiederholen – das Problem befindet sich im Kopf der Frau.

  11. #11 Stefan
    07/12/2011

    @GodsBoss – wir sind uns gerade sowas von einig, nächstes mal schreibe ich kann gleich als KANN, damit wir das auch sofort merken 😀

  12. #12 GodsBoss
    07/12/2011

    Das „kann“ kann gar nicht groß genug sein, es muss immerhin ein großes, drohendes „soll“ ersetzen.

  13. #13 SethSteiner
    07/12/2011

    Man hätte natürlich auch einfach den Kommentarbereich woanders öffnen können, so wird das aufgemachte Fass noch größer und aus der Mücke immer mehr ein Elefant.

    Rebecca Watsons Fahrstuhlerlebnis war lachhaft und nciht die geringste Erwähnung wert. Jemand hat sie angesprochen und ins Zimmer eingeladen, auf eine äußerst höfliche Art und Weise nach dem Satz – das wars. Schon das Mitteilen so einer Nichtigkeit zeugt von großen Problemen der Frau selbst. Wenn man auf so eine Weise angesprochen wird hat man eine wunderbare Reihe von Möglichkeiten und eine der einfachsten ist “Nein danke, ich bin wirklich müde”. Das wäre das Ende der Geschichte gewesen – normalerweise. Das sie sich unwohl fühlte ist absolut legitim, jeder Mensch hat seine eigene Gefühlswelt aber die kann man auch für sich behalten. Das sage ich vor allem, weil sie ernsthaft meint für andere sprechen zu können. Aber es sind nicht alle Frauen Rebecca Watson, man kann einfach nicht davon ausgehen das jede Frau sich unwohl fühlt und ich denke auch nicht das man das soltle. Gleiches gilt für die Sache mit der Straße. Da wird eine Kultur der Angst geschaffen und unterstützt die sich einfach nicht gehört. “Mi, mi, mi die armen, schwachen Frauen” – bullshit. Die richtige Reaktion wäre es gewesen, wenn man sowas schon ins Internet tragen muss, Frauen Selbstbewusstsein zugeben. Zum Selbstbewusstsein zählt es aber sicher nicht Diskussionen um Schrödingers Vergewaltiger in Gang zusetzen. Nein, das ist kontraproduktiv. Schrödingers Vergewaltiger ist ein sexistischer Witz in alle Richtungen, gegenüber Frauen ebenso wie gegenüber Männern. Frauen wird dadurch beigebracht sie wären schwach, hilflos und nichts anderes als Opfer, während Männer brutal, gefährlich und potentielle Täter sind.
    Wie gesagt, jeder hat seine eigene Gefühlswelt. Ich bspw. hab auch schon ab und zu gedacht “Man wie schön wäre es würde die Gruppe/der Typ die Straßenseite wechseln” aber auf die Idee zukommen sowas ernsthaft zu fordern, ernsthaft ins Internet zugehen und ein Fass darüber aufzumachen und ein “Don’t do that guys” abzulassen braucht schon so einiges.

    Sicher ging es hier um einen Fahrstuhl, das Endergebnis bleibt doch aber gleich. Solche Situationen gibt es überall und zwar für beide Geschlechter. Die Lösung ist es aber sicher nicht sowas zu unterstützen. “Du hast Angst? Oh ja völlig richtig, du armes, hilfloses Ding du”. Wenn Rebecca Watson irgendwie hätte reagieren sollen wäre es selbstbewusst oder aber wenn das nicht möglich ist, im nachhinein zusagen “Keine schlimme Situation, man braucht keine Angst haben, bleibt cool” aber mit einem “Guys don’t do that, it creeps me out.” zu reagieren. Das ist schlicht falsch.

  14. #14 Mister T
    07/12/2011

    Es ist ja so geil, mit Jörg einen Feministen zu erleben, der sogar Alice Schwarzer noch locker in den Schatten stellt. Der Unterhaltungswert seiner sub- (oder auch gar nicht sub)agressiven Ergüsse ist grandios!

  15. #15 brinki2006
    07/12/2011

    Was ist eigentlich mit der Situation, wenn Frau und Mann nachts um 4 die Straße hintereinander in die gleichen Richtung gehen ? Soll ich dann schneller laufen um vorbeizukommen ? Soll ich die Straßenseite vorher wechseln ? Soll mich weit zurückfallen lassen ? Selbst mit bester Absicht ist es nicht leicht eine ideale Lösung zu finden, da meiner Meinung nach in allen Fällen ein eigenartiges Gefühl entsteht.
    Wenn eine tagsüber als belebt erlebte Straße in der Nacht menschenleer ist, kann sich ein unbehagliches Gefühl oder gar Angst einstellen. Dieses Gefühl kann Frauen wie Männer ereilen. Das sogar völlig unabhängig davon wer einem da hinterher läuft oder entgegen kommt. Und das sogar umso mehr, als man seinen Gegenüber ob der Lichtverhältnisse nicht richtig erkennt. Und damit noch weniger Möglichkeit als sonst schon hat dessen Absichten zu erahnen. Auch da mag so manches Unbehagen begründet sein. Natürlich vertraue ich darauf, dass nichts passiert. Aber das Gefühl der Angst/des Unbehagens in so einer Situation ist auch nicht ungewöhnlich.
    Ich kann das nachfühlen und deshalb versuche ich diese Angst zu minimieren, indem ich die Straßenseite wechsel. Und wenn der/die Andere deshalb erleichtert ist, dass dieses unbehagliche Gefühl/die Angst tatsächlich unbegründet ist, dann ist doch alles i.O.. Ich will schließlich nicht, das jemand vor mir Angst hat. Vielleicht aber wechsel ich auch selber die Straßenseite, weil mir da ein Grüppchen entgegenkommt, das in mir selber Unbehagen auslösen. Das darf Frau doch auch gerne tun und wird es wahrscheinlich auch machen um eine evt. Gefährdung auszuloten oder zu vermeiden. Inwieweit irrational das erscheint ist in meinen Augen unerheblich, da wir in solchen Situationen doch sehr archaisch empfinden.
    Von daher ist die Frage, ob ein Mann aus Rücksicht auf eine vermeintlich schwächere Person stets sie Straßenseite wechseln sollte, aus meiner Sicht heraus eine sehr philosophische Frage. Eine allgemeingültige Lösung gibt es aus meiner Sicht nicht. Ich wechsel die Seite, wenn ich das Gefühl habe Unbehagen auszulösen und wenn ich mich selber unbehaglich fühle. Bleibt nur zu hoffen, dass die andere Person nicht aus denselben Motiven heraus zur gleichen Zeit die Seite wechselt.
    Wenn keiner ein Unbehagen fühlt, dann ist es auch ok. Missverständnisse in der Art, dass jemand ein Angst vor jemandem empfindet, der tatsächlich ungefährlich ist, dürften schwer zu vermeiden sein, da Angst meiner nicht wissenschaftlichen Meinung nach instinktiv und nicht rational zu Stande kommt.
    Wenn deshalb jeder sich ein wenig in die Gefühlslage des anderen hineindenkt und entsprechend versucht rücksichtsvoll zu handeln, ist schon viel gewonnen.
    Und das ist es doch was ein zivilisiertes Zusammenleben ausmacht, oder ?

  16. #16 Rambo
    07/12/2011

    Wenn mir Jörg mal nachts begegnen sollte, sollte er in seinem Interesse besser die Straßenseite wechseln…

  17. #17 nuckythompson
    07/12/2011

    Ich hab mir mal die Vorgeschichte angesehen:

    1.
    Rebecca Watson spricht bei der World Atheist Convention über Sexismus in der Atheismus-Bewegung ( http://youtu.be/W014KhaRtik ) und widerspricht dabei Paula Kirby, die sich kurz davor mit diesem Thema befasst hat ( http://youtu.be/2_O33OsA-vM sehenswert!). Für den Sexismus im Atheismus, der für RW ein schwerwiegendes Problem zu sein scheint, kann sie keine wirklichen Beispiele oder Belege liefern. Sie beschwert sich nur darüber, dass sie sehr dumme und sehr derbe Kommentare und Hatemails bekommt (womit man eigentlich rechen muss, wenn man sich zu sensiblen Themen öffentlich äußert). Dass sie nicht von fremden Männern angesprochen werden will, wird (zumindest im Video) nicht erwähnt.
    Richard Dawkins sitzt währenddessen daneben und wirkt gelangweilt bis genervt.

    2.
    um 4 Uhr früh geschieht unsägliches in einem irischen Fahrstuhl.

    3.
    das dürfte jeder schon kennen: http://youtu.be/uKHwduG1Frk

    4.
    Stef McGraw (EINE FRAU!) kritisiert RW (lange vor Dawkins) in ihrem Blog http://is.gd/1ascjQ

    “Since when are respecting women as equals and showing sexual interest mutually exclusive?”

    sie ist übrigens nicht die einzige Feministin/Blogerin die es wagt RW zu kritisiern. http://is.gd/YxuNZR

    5.
    RW Spricht bei einer “Student Leadership Conference” (was immer das sein mag), bezieht sich auf die Vorfälle in Dublin und stellt Stef McGraw (die im Publikum sitzt!) namentlich als Verräterin hin. Im Kampf zwischen männlich und weiblich gibt es nur zwei Seiten. http://is.gd/9ucs7h

    6.
    Dawkins tut Rebecca einen Gefallen und postet bei PZ Myers. http://is.gd/1h2znH

    wie es weiterging ist ja allgemein bekannt.

  18. #18 Thomas R.
    07/12/2011

    “Und das ist es doch was ein zivilisiertes Zusammenleben ausmacht, oder ?”

    Nein. Zivilisiertes Zusammenleben macht aus, dass man bis zu einem gewissen Grad auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht nimmt. Wenn ich diese angeblichen Bedürfnisse nach bestem Wissen und Gewissen als galoppierenden Wahnsinn interpretieren muss, dann erfordert das zivilisierte Zusammenleben, dass ich diesem Wahnsinn dadurch begegne, mich ihm eben nicht zu beugen, sondern weiterhin ein normales, sozialadäquates Verhalten an den Tag zu legen.

    Greifen wir nochmal den Vergleich zu Schrödingers Terroristen auf und konstruieren einen älteren Herrn, der große Angst vor Muslimen hat. Ist es ihm gegenüber eine angemessene Handlungsanweisung, dass alle Araber aus Respekt vor seiner Angst die Straßenseite wechseln sollten?

    Nehmen wir einen anderen älteren Herrn, schwer homophob, dem die Gegenwart von Schwulen Unbehagen bereitet. Man könnte ihn verurteilen oder seine Meinung als nicht faktenbasiert bezeichnen, aber gleiches gilt auch für die These von Schrödingers Vergewaltiger (Und Jörg, ich muss mich da nochmal an dich wenden: Diese These ist wirklich deutlich unter deinem Niveau, Mensch. Denk doch mal nach!)
    Sollten Schwule sich also lieber nicht an der Hand halten, wenn sie auf der Straße an ihm vorbeigehen? Sollten sie lieber die Straßenseite wechseln, wenn er sie schon als schwul identifiziert hat?

    Ich sage: Wenn jemand Angst vor etwas hat, muss man ihn nicht unnötig damit konfrontieren. Wenn diese Angst aber nicht nur unbegründet ist, sondern ihre Ursachen schon an Bosheit grenzen, dann ist es die Aufgabe des Ängstlichen, seine Perspektive der Realität anzupassen. Es gibt so viele Verrückte auf der Welt, die Angst vor so vielen Verrückten Dingen haben, Straßen bräuchten sonst weit mehr als zwei Straßenseiten.

    Und ja: Leute, die behaupten, ein Mann sollte nicht in einen Fahrstuhl steigen, in dem sich nur eine Frau befindet, mit denen stimmt etwas nicht. Entweder durchdenken sie ihre Argumentation nicht, oder es ist für sie völlig abwegig, dass jemand (Mann oder Frau), der große Angst davor hat, zu zweit in einem Fahrstuhl zu landen, vielleicht lieber selbst die Treppe nehmen sollte.

    Oder, um nicht nur in diesem Bild zu bleiben: Wenn ich unbegründete Angst vor etwas habe, ist es an mir, entsprechende Situationen zu vermeiden. Die Welt ist voller unbegründeter Ängste und es kann von niemandem erwartet werden, sich um alle davon zu kümmern. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Wer sich unbegründeten Ängsten beugt, schürt sie damit. Er gibt ihnen eine scheinbare Legitimation und den Betroffenen eine Rechtfertigung, sich nicht mit ihren psychischen Problemen auseinandersetzen zu müssen.

    Die Sache mit dem Fahrstuhl oder der Straßenseite sollte man mal jemandem zu verkaufen versuchen, der sich für die Überwindung sexistischer Rollenbilder einsetzt. Die Frau als das geborene Opfer, der Mann als der edle Ritter, der überall Abstand hält, um die Frau nicht in Hysterie verfallen zu lassen. Frauen, die jeden Mann für derart überlegen und gefährlich halten, dass räumlicher Abstand die einzige Möglichkeit ist, sich zu behaupten.

    Lieber Jörg, du hörst das sicher nicht gern und wirst bestimmt widersprechen, aber ich kann es nicht ändern: Du vertrittst hier die sexistische Position.

  19. #19 Randifan
    07/12/2011

    Würde ein Mann darüber klagen, ein homosexueller Mann hätte ihn um 4 Morgens im Fahrstuhl auf eine Tasse Kaffee in seinem Zimmer eingeladen, nähme ihn keiner ernst. Ich gehe davon aus, alle hielten ihn für homophob.

    Wie würde Frau Watson reagieren, hätte eine offensichtlich lesbische Frau sie um 4 Morgens im Fahrstuhl auf eine Tasse Kaffee in ihr Zimmer eingeladen? Gäbe es dann auch ein Video von ihr, wo sie schildert, dieses Verhalten der Lesbe sei ihr ungenehm?

    Wenn ich eines gelernt habe, dann sind es die Differenzen zwischen atheistischen Feministinnen und männlichen Atheisten, die sind viel größer als zwischen Christen und Atheisten.

  20. #20 Thorsten
    07/12/2011

    Stefan,

    ein Troll bist Du nur, wenn die Frage nicht ernst gemeint war. Hab ich doch geschrieben…

  21. #21 Sim
    07/12/2011

    Zu dem Thema ist eigentlich schon alles doppelt und dreifach gesagt worden durch die vielen guten und klugen Kommentare von z.B. Christian Reinboth, Radicchio, ilona, Stefan, GodsBoss, Hagen, SethSteiner und brinki2006.

    Was bleibt nun noch von dieser Diskussion? Vielleicht eines der größten philosophischen Rätsel der Menschheitsgeschichte: Treffen sich zwei Hermaphroditen Nachts auf der Straße …

    Nee es sollt doch alles klar sein.

    Respekt und Empathie gegenüber Mitmenschen?

    Ja klar, gerne.

    Straßenseite wechseln?

    Wenns der Situation angemessen erscheint!? Es sollte zumindest Niemanden verboten werden die Straßenseite nicht zu wechseln, sei es um Harmlosigkeit zu signalisieren oder zum Selbstschutz. Aber es sollte klar sein, dass man diese Aussage ohne tausend Einschränkungen nicht ohne weiteres verallgemeinern kann so nach dem Motto “Männer geht den Frauen aus dem Weg.”.

    Bleibt nur noch die Frage ob das überhaupt Jemand wirklich gefordert hat, oder obs nur so interpretiert wurde. Weil sonst denke ich, reden wir einfach nur lustig aneinander vorbei.

  22. #22 Radicchio
    07/12/2011

    Meine Empfehlung wäre, das Problem dort zu beheben, wo es existiert – nicht in meinen Beinen, sondern im Kopf der jeweiligen Frau.

    sehr korrekt, GodsBoss.

    schreibt jemand in einem anderen blog zu diesen thema folgendes:

    Diese Ratschläge begleiten Frauen i.d.R. ihr Leben lang: Zieh dich nicht zu freizügig an! Geh nicht alleine weg! Geh nachts nicht allein durch die Straßen! Lass dich nicht mit seltsamen Typen ein! Pass bloß auf! etc. pp. Und wir kennen auch alle die Geschichten, dass wenn irgendetwas passiert, man der Frau auf jeden Fall Vorwürfe machen wird: Warum hast du nicht das und das gemacht? Wieso warst du dort? Warum hast du dich nicht so und so angezogen? (…)
    Schrödinger’s Rapist beschreibt also im Großen und Ganzen die Denke von Frauen, die mit “rape culture” groß geworden sind. (…) Frauen wird von allen Seiten das Stereotyp “Männer sind Schweine” eingeimpft

    http://maedchenmannschaft.net/nicht-nur-fuer-muetter-und-richard-dawkins-unsere-blogschau/#comment-42826

    was mich daran stört ist
    1. dass frauen ihr leben lang solche ratschläge hören, lässt sich nicht bestätigen. auch in den medien sind deratige äußerungen seltenst zu finden.
    2. vermutlich handelt es sich dabei (zumindest in D) für einen strohmann, der durch ständiges wiederholen in der feministischen szene konstruiert und etabliert, aber nicht wahrer wird.
    3. “frauen wird eingeimpft” verweist frauen in die passive opferrolle und behauptet, sie wären nicht in der lage, sich mit ihrer sozialisation kritisch auseinaderzusetzen. notice: es sind hier wieder frauen, in die frauen in die passivität verweisen. (wagt es bloß nicht, diese position in frage zu stellen!)
    4. bleibt die frage ungestellt, wer denn diese ratschläge eigentlich erteilt (falls es sie denn gesellschaftsrelevant geben sollte)? männer? (wohl kaum). also sinds wohl andere frauen. und warum tun die das? warum wenden diese feministinnen sich mal an ihre geschlechtsgenossinen und versuchen, das abzustellen, dass den armen frauen da was “eingeimpft wird”???

    fazit: gemütlichmachen in der opferecke. an den verhältnissesn von “oben und unten” wollen diese leute in wahrheit nichts ändern. sie wollen prinzessinen bleiben, die auf den prinzen warten und das etikett “feminismus” draufbappen.

  23. #23 Thomas R.
    07/12/2011

    Lieber Jörg,

    ich bin leider gerade erst dazu gekommen, zu lesen, wie du die Kommentare im letzten Beitrag geschlossen hast. Und ich möchte fragen: Wird das hier auch wieder passieren?

    Wirst du, wenn das Ergebnis einer lebhaften Diskussion dazu führt, dass du einsehen müsstest, im Unrecht zu sein, wieder mit unflätigen Beleidigungen heftig mit dem Fuß stampfen und die Diskussion beenden?

    Mit diesem Moderationsverhalten machst du dich zu einer Schande für das gesamte Portal. Auch der Blogbetreiber kann manchmal ein Troll sein.

  24. #24 Georg Hoffmann
    07/12/2011

    Das hat was von den Etikettefragen am Hofe Ludwig XIV. Hat sie jetzt mit dem Faecher mit der linken Hand gewedelt und dabei nach unten geschaut oder nicht?

    Eine Bewegung, die sich darueber so lange unterhalten kann, hat mindestens den Saturiertheitsgrad des Hofes von Versailles erreicht, was ja auch durchaus moeglich ist, da der ganze neue Atheismus fast ausschliesslich von staatlich festangestellten Maennern zwischen 30-60 handelt und wenn die nicht mehr saturiert sein duerfen, wer dann?

  25. #25 Dietmar
    07/12/2011

    @Thorsten: “Stefan,

    ein Troll bist Du nur, wenn die Frage nicht ernst gemeint war. Hab ich doch geschrieben…”

    Aha, Beleidigung unter Vorbehalt? Gibt es keine allgemein anerkannte Vorstellung, was Trollverhalten ist? Ich meine, eine rhethorische Frage ist, ja, tut mir leid, Thorsten, wenn Du derselbe Thorsten bist, es wird für Dich vielleicht wieder zu viel sein, eine rhethorische Frage ist ebenfalls ein legitimes Mittel in der Diskussion und kein Trollverhalten.

  26. #26 Thorsten
    07/12/2011

    Dietmar,

    wenn jemand die Situation so verändert, dass die ursprüngliche Thematik ad absurdum geführt wird und diesen Widerspruch als Argument benutzt, das ist das in meinen Augen entweder unsauber gedacht oder getrollt. Wenn ich hier einen Denkfehler habe, würde ich mich freuen, darauf aufmerksam gemacht zu werden. Wenn Dir das nicht zuviel ist.

  27. #27 Dietmar
    07/12/2011

    @Thorsten: Wenn jemand versucht eine Situation ad absurdum zu führen, dann wohl deshalb, weil die ursprüngliche Thematik absurd findet. Darüber kann man ja diskutieren. Man kann ja auch meinen, dass das unsauber gedacht ist. Das kann man ja klären. Aber Trollverhalten ist soetwas nicht.

    Im Übrigen: Dein Ton mir gegenüber scheint mir doch sehr gereitzt; so bist Du schon eingestiegen. Beispielsweise “Wenn Dir das nicht zuviel ist.” Was soll das? Wenn es mir zuviel wäre, würde ich nicht kommentieren.

    Habe ich Dich schon als Troll oder irgendwie sonst beschimpft? Habe ich triumphierend hochgehalten “wäre schön, wenn Du gelöscht würdest, würde ich Dir wünschen, träfe den Richtigen?” Ich finde solch ein Verhalten insbesondere von Jörg nach wie vor induskutabel.

  28. #28 Thorsten
    07/12/2011

    > es wird für Dich vielleicht wieder zu viel sein

    Deine Worte. Ich hab jetzt auch genug, viel Spass noch!

  29. #29 Dietmar
    07/12/2011

    @Thorsten: Okay, das stimmt. Aber Du hast ja selbst gesagt, es sei für Dich zu viel der Stilmittel. Wenn Du mir schon die Vorlage lieferst …

  30. #30 Barton Fink
    07/12/2011

    Peinlicher Eintrag mit 100%igem Biaz!

    Nein den Originaleintrag schließen wir, auch die intelligenten Kommentare mit Gegenargumenten zum Bloginhaber.
    Dafür öffnet er einen neuen mit ja schön einfach anzugreifenden und einseitigen Kommentaren…
    Furchtbar!

  31. #31 Ungläubiger Atheist
    07/12/2011

    Darwin Upheaval im Freigeisterhaus über Jörg Rings Vergewaltigungskultur:

    “Aaaaah, dieser Jörg Rings liest “in Echtzeit” hier im Freigeisterhaus mit oder postet gar unter einem Pseudonym. Hallöchen, wie geht’s denn immer? Winken

    Dieses Wissen möchte ich zum Anlass nehmen, den Appell an Dich zu richten, Dich etwas gründlicher mit dem Problem von “Schrödingers Katze” zu beschäftigen, bevor Du Dich mit hanebüchenen Metaphern wie “Schrödingers Vergewaltiger” der Öffentlichkeit präsentierst. Entgegen Deiner üblichen Darstellung sagt das Bild von “Schrödingers Katze” nämlich nicht, wir wüssten nicht, ob die Katze tot oder lebendig sei. Vielmehr sagt es, dass sich die Katze in einem objektiv unbestimmten Überlagerungszustand zwischen “tot” und “lebendig” befindet, solange nicht Dekohärenz die Beschreibung als makroskopisches System erzwingt. Anders ausgedrückt: Du verwechselst ein ontologisches Problem mit einem erkenntnistheoretischen.

    Und nein, weder habe ich einen fiesen Zwilling, der in einem Paralleluniversum reihenweise Frauen vergewaltigt, noch befindet sich mein Wille in einem unbestimmten Überlagerungszustand zwischen Vergewaltigung nicht Nicht-Vergewaltigung, solange mir keine willenlose Frau in die Hände gerät, die einen “Kollaps” meiner mentalen Wellenfunktion erzwingt. Solche Bilder werden durch Deine Metapher impliziert, aber sie existieren höchstens in Deiner Psyche und in der einiger paranoider Frauen. Wenn ich mir Deine verbale Entgleisung von der rechtsstaatlichen “Vergewaltigungskultur” vergegenwärtige, kommt es mir eher so vor, als habe sich auf Dein Blog Dein virtueller Zwilling aus einem von Alice Schwarzer erschaffenen Paralleluniversum verirrt.

    Muss man einem intelligenten Menschen ernsthaft erklären, was so ein Begriff impliziert? Allenfalls assoziiert man damit Vergewaltigungslager in Sobibor. Aber wer eine höflich formulierte “Anmache” in einem Fahrstuhl – falls es überhaupt so eine war (!) – oder was sonst noch in diesem Rechtsstaat geschieht, mit “Vergewaltigungskultur” vergleicht, zündet sich selbst eine intellekutelle Atombombe unter dem Hintern. In diesem Punkt muss ich Dawkins recht geben: Der Mann im Aufzug hatte sich zwar unmöglich benommen, die Frau (soweit wir wissen) aber zu keiner Zeit sexuell bedrängt oder genötigt. Im Gegenteil, seine Worte waren eher freundlich gewählt. Ist es denn nun von einer Frau zu viel verlangt, dass sie einfach sagt: “Danke für die Offerte, aber nein Danke”? Mit diesen Worten wäre alles vom Tisch gewesen. Aber sich hinterher öffentlich in einem Youtube-Video an die böse Männerwelt zu wenden und an sie zu appellieren: “Hey guys, hört auf mich zu sexualisieren!”, ist völlig daneben.

    Und noch was: Der Mann im Aufzug scheint mangelndes Einfühlungsvermögen zu haben, d’accord. Aber ich finde es traurig, dass angesichts so vieler ungeklärter Fragen einfach ein Urteil über den “Elevator man” gebildet und ihm ein respektloses, unmoralisches oder gar sexistisches Verhalten unterstellt wird, ohne dass man überhaupt etwas Genaues weiß. Schlimmer noch, die Absichten, das man ihm unterstellte, wurden sogar noch generalisiert und mit zum Teil abscheulichen Vokabeln belegt (um nur noch einmal an den unsäglichen Begriff von der “Vergewaltigungskultur” zu erinnern). Ist das nicht eine krasse Form der Vorverurteilung? Um sich ein umfassendes Bild machen zu können, muss man immer beide Seiten anhören. Insofern finde ich es schade, dass der Mann nirgendwo seine Sicht der Dinge schildert. Angesichts des Hexenjagd (die nicht von RW initiiert wurde, das muss man fairerweise dazu sagen) kann ich aber gut verstehen, dass er sich nicht aus der Deckung wagt.

    Soviel für den Augenblick.”

  32. #32 buck
    07/12/2011

    @ilona @JP @ThomasR und noch den einen oder anderen:
    Endlich mal anständige, durchdachte Statements zum Ganzen hier.

    Ich habe drei Freundinnen gefragt, was sie von dieser Diskussion halten. Keine konnte nachvollziehen, wieso eine blöde Anmache im Fahrstuhl eine derartige Welle schlägt. “Haben die keine anderen Probleme?” Ich musste sie nach ihrer Meinung fragen, weil ich für einen Moment an meiner Wahrnehmung der Dinge gezweifelt habe. Bin ich ein chauvinistisches Arschloch, nur weil ich nichts ernsthaft Schlimmes daran sehen konnte, wenn jemand mal die Lage falsch einschätzt?
    Als ich im ersten Artikel Dawkins post gelesen hatte, zweifelte ich daran, ob es wirklich
    er selber war. Wieso reagiert er denn so? Ich habe 3 Bücher von ihm gelesen. Der Mensch weiß normalerweise doch was er schreibt. Es geht doch eigentlich nur um eine (tschuldigung) Belanglosigkeit. Es blieb ja bei dieser blöden Anmache. Jeder Mensch wird mal blöde angemacht. Wenn sich da ein paar Leute drüber aufregen, wieso lässt er sich dann zu einer solchen Aggressiven Aussage verleiten. Ich fand es definitiv unangebracht, so etwas zu schreiben.
    Aber nachdem ich mir diesen ganzen Unsinn hier durchgelesen habe, mit Schrödingers Vergewaltiger, Straßenseite wechseln usw.
    Auf einmal war mir klar, was den guten Dawkins zu seiner Aussage getrieben hat.
    So wie es Serijoscha· 08.07.11 · 11:09 Uhr schon gut formuliert hat.

    Übrigens: Letztes Wochenende rief mich eine Frau an, die ich bislang nur flüchtig kannte. Wir waren in facebook verlinkt und hatten die Telefonnummern ausgetauscht, weil wir uns vielleicht mal verabreden wollten. Sie hat mich dann unglaublicher Weise
    um 4:30 (am) angerufen und gefragt, ob sie nicht auf’n Kaffee vorbeikommen könne, sie sei grad fertig mit arbeiten.
    Wisst ihr was dann passiert ist? Ja, wir haben Kaffee getrunken. Um die Uhrzeit!
    Und uns unterhalten! Eine Stunde lang und dann ist sie…wieder nach Hause gefahren!

  33. #33 Georg Hoffmann
    07/12/2011

    An sich greift der Vorwurf voelliger Irrelevanz dieser Diskussion doch zu kurz. Es ist eine durch und durch linke Diskussion. “Links” natuerlich nicht im Sinne von einer Diskussion um Klassen- oder Systemfragen, sondern im Sinne echt linker Ideen, um das korrekte Verhalten, wie das durchzusetzen ist und wer fuer das Durchsetzen verantwortlich ist. Es geht um die rasche Definition einer Opfergruppe, die verteidigt werden muss, darum wer noch mehr Opfer ist, als die anderen und warum da schon mal bei der hitzigen Disussion um das richtige Leben im falschen der eine oder andere aussortiert werden muss (hier Dawkins). Fluegelkaempfe. So moechte dann der weisse amerikanische Mittelstand dem Rest der Welt vorschreiben, wie man korrekt seine Balzspiele organisiert und warum jede Abweichung vom niedergeschriebenen Verhaltenskodex der University of Massachusetts von Uebel ist.
    Eine Gruppe findet sich (die neuen Atheisten) und muessen nun aus einer kleinen Idee (wir sind die einzigen die normal sind, der Rest leidet an Halluzinationen) eine ganze Moraleenzyklika bauen. Das geht nicht ohne Verluste, gerade wenn man irgendwann mal nicht nur aus der oben beschriebenen Gruppe von 30-60 weissen Akademikern bestehen moechte.
    Das wir eine lange und fuer alle Beteiligten (insbesondere fuer die Zuschauer) heiter-qualvolle Suche, bis dann endlich das Gesamtwerk fertig ist und man entweder in ein atheistische Psychobetreuung gehen, einer atheistische Sonntagsveranstaltung beiwohnen oder eben eine atheistische Partei waehlen kann, je nach dem welcher Impuls der Bewegung am Ende ueberwiegen mag. Schaun mer mal.

  34. @Georg: Nur aus Interesse: Was darf denn ein Atheist deiner Meinung nach tun, ohne sofort des sektiererischen Verhaltens und linker Flügekämpfe bezichtigt zu werden? Folgt man deinen Kommentaren die du jedesmal abgibst, wenn du irgendwo das A-Wort liest, dann wohl nicht viel mehr als stumm in der Zimmerecke sitzen…

  35. #35 Hagen
    07/12/2011

    Also, für mich klingt das alles hier nicht feministisch. Es klingt phobisch. Wenn man Ängste vor Männern hat(oder aber Angst vor seiner eigenen Männlichkeit), dann kann man natürlich versuchen, Männer zu vermeiden oder aber versuchen, sie zu kontrollieren. Dies führt dann aber zu ziemlichen Einschränkungen im Alltagsleben. Es gibt nun aber nicht nur die Angst vor dem (schwarzen?) Mann! Es gibt alle möglichen Ängste. Gegen Katzen, Spinnen, Angst vor Höhen und vor freien Flächen und so weiter. Wenn wir nun Rücksicht auf jede Phobiker nehmen sollen, dann werden wir uns auf dieser Welt nicht mehr wohlfühlen können.
    Kann es sein, dass diese arme Katze irgendwie den Versuch darstellen soll, unspezifische Ängste und Vorurteile in ein wissenschaftliches Modell zu packen? Dann kann ich dazu nur sagen, dass solche Versuche schon ein paar Mal schiefgegangen sind.

  36. #36 Jörg
    07/12/2011

    Wenn wir nun Rücksicht auf jede Phobiker nehmen sollen, dann werden wir uns auf dieser Welt nicht mehr wohlfühlen können.

    WIR? Pluralis Majestatis?

  37. #37 Randifan
    07/12/2011

    Könnte ein Xenophobiker oder Homophobiker künftig verlangen, auf seine Ängst vor Ausländern oder Schwulen Rücksicht zu nehmen? Er könnte den einen oder anderen Grund (Angst vor Gewalt/ Angst von Homosexuellen vergewaltigt zu werden) anführen.
    Jetzt wo manche verlangen, man müsse Rücksicht nehmen, wenn Frauen Angst vor Männern haben, wäre dies nur konsequent oder doch nicht?

    Bitte geh wen anderes betrollen

  38. #38 Ungläubiger Atheist
    07/12/2011

    Ach Florian, Du bist doch nur die populistische Softversion von Jörg.

  39. #39 JV
    07/12/2011

    WIR? Pluralis Majestatis?

    Hmm…..

    Und ich erlaube mir mal für die meisten Menschen zu sprechen die eure Meinung nicht teilen: Unsere Zeit ist es nicht wert, eure Kommentare zu lesen solange ihr nicht bereit seid Zeit zu investieren, den Begriff zu verstehen.

  40. #40 Randifan
    07/12/2011

    Dann viel Spaß noch, bei der Propagierung dieser irrationalen feministischen Propaganda. Mit “Science”, Wissenschaft hat dies nichts mehr zu tun.

  41. #41 hagen
    07/12/2011

    @ Jörg:
    Oh. Da ist mir war rausgerutscht. Meine natürlich: ICH / mich! Es kann natürlich immer Menschen geben, die es toll finden ständig als potentieller Vergewaltiger zu gelten und die aus Rücksicht und auch völlig nüchtern zickzack durch die Stadt rennen. Wers mag!
    Vor ein paar Jahren habe ich in Neukölln mal beobachten können, wie eine Horde Südländer eine Junge Frau bedrohten, weil sie zu unzüchtig angezogen sei. Die waren sicher irgendwie – verletzt in ihrer Psychosexualität. Und haben natürlich völlig recht, wenn sie sich gegen diese Form von sexueller Belästigung wehren. Oder?

  42. #42 Radicchio
    07/12/2011

    hagen, du hast das spiel nicht verstanden. ich erklärs dir:
    die männer, jedenfalls deren mehrzahl, muss potenziell schlecht sein, “schrödingers vergewaltiger” und die frauen müssen potenziell angst haben, “schrödingers opfer”, damit andere männern diese frauen verteidigen kann und beide, “schrödingers feminist_innen” recht haben können, das ist der eigentliche zweck. nur unter diesen laborbedingungen funktioniert moralische gewinnmitnahme. deshalb ist keiner der mitspieler daran interessiert, frauen zu ermächtigen oder gar forderungen an diese hilflosen geschöpfe zu stellen. denn dann würde nicht nur die geschäftsgrundlage flöten gehen, sondern es könnte dazu kommen, dass die ehemaligen “schrödingers opfer” – nunmehr ermächtigt – ihrerseits forderungen an die männer stellen, jenseits von straßenseite wechseln. denn das, die straßenseite zu wechseln, ist ja eine einfache übung, kost’ nix und man kann richtig eindruck mit schinden.

    oder um mal ein zitat zu zitieren:

    Die Tugenden verlieren sich im Eigennutz, wie sich die Ströme im Meer verlieren.
    (Francois de La Rochefoucauld)

  43. #43 Jörg
    07/12/2011

    Es kann natürlich immer Menschen geben, die es toll finden ständig als potentieller Vergewaltiger zu gelten

    Lies den verdammten Artikel.

  44. #44 rka001
    07/12/2011

    Eigentlich gehöre ich ja zu den grössten Claqueren der Atheisten/Skeptiker/Whatever-Fraktion hier auf den Scienceblogs, aber diese Diskussion ist überflüssig, konstruiert und zieht nur deshalb so weite Kreise, weil Dawkins sich öffentlich drüber echauffiert hat.

    Nach Christian Reinboth`s Vergleich mit dem Schrödinger`schen “Türkischen Gewalttäter” hätte man die Diskussion auch schliessen können. Damit ist nämlich genau das bezeichnet worden, wohin dieses Denkschema führt.

    Ich hab tatsächlich auch mal die Strassenseite gewechselt. Da bin ich einem Mädel hintergelaufen, die offensichtlich Angst vor mir (glatze, breitschultrig) hatte. das war ein nicer move von mir, resultierend aus einer individuellen Situation. Die Einforderung eines solchen Verhaltens bzw. die Installation eines Wertessystems, das einer gewisse Populationsgruppe per se eine Gefährlichkeit für andere unterstellt allein auf Grundlage phänotypischer Merkmale, hingegen ist für mich per definitionem sexistisch. Erinnert mich auch an gewisse Verhaltensmuster, die wir so gerne der Religion vorwerfen.

  45. #45 Stefan II
    07/12/2011

    @rka001
    Sehr schön zusammengefasst.

  46. #46 Stefan
    07/12/2011

    Wieso geht es hier eigentlich ständig um Atheismus? Der hat doch nichts mit der Sache zu tun…

    Letztlich gehts hier doch wirklich nur um ne dusselige Tusse, die mit ner dämlichen Anmache nicht klarkommt. Darauf basierend dann halt die Frage, wie man(n) sich verhalten sollte oder ob frau vielleicht einfach nur übertrieben reagiert. Religion/Atheismus hat nichts damit zu tun. Es ist reiner Zufall, dass der Auslöser dieser Diskussion in einer atheistischen Gruppe liegt, das muss doch nicht ständig thematisiert werden?

    (Achja, ich hätte noch im Angebot Schrödinger’s Amokläufer, Schrödinger’s Nekrophilen, Schrödinger’s bei-Rot-über-die-Ampel-Fahrer, Schrödinger’s Menschenfresser, Schrödinger’s )

  47. #47 Stefan II
    07/12/2011

    Schrödinger’s Dogmatiker und Schrödinger’s Sexist nicht vergessen!

  48. #48 Stefan
    07/12/2011

    achja, was ich gerade vergessen habe, zu erklären, wieso Schrödingers Vergewaltiger ein mieser Begriff ist – und wieso Radicchio doch recht hat:

    Schrödingers Katze ist immer eine Katze – egal ob tot oder lebendig (oder beides :D)
    analog dazu ist Schrödingers Vergewaltiger immer ein Vergewaltiger – die Frage ist nur, ob er zuschlägt oder nicht. Wer diesen Begriff verwendet sieht also tatsächlich jeden Mann als potentiellen Vergewaltiger. Die Idee, die dahintersteckt mag noch verständlich sein, auch wenn ich sie für völlig übertrieben halte – aber der Begriff alleine ist derartig abwertend, dass er eine sachliche Diskussion von vorneherein praktisch ausschließt (wie man hier ja sehr schön sieht)

  49. #49 Jörg
    07/12/2011

    Wegen akutem Hirnmangels geschlossen.