Die Radionachrichten sprechen von einem neuen Lebensmittelskandal, auch der Stern und der Focus auch.

Aber ist es wirklich ein Lebensmittelskandal der Güte Dioxin-haltiger Frühstückseier? Ich denke nicht. Es ist ein Problem der Deklarierung. Es steht Rindfleisch drauf, aber es ist auch Pferd in der Packung. Wohl gemerkt, einer Packung Fertig-Tiefkühllasagne. Neben den Nudeln, der roten Pampe die vermutlich auch ein wenig ToSchlachtteile_des_Pferdesmate mal gesehen hat, neben den Gewürzen, Konservierungsstoffen, Aromen, etc. daneben ist auch Hackfleisch in dieser Packung verarbeitet. Hackfleisch, von dem der Käufer glaubt, es sind Fleisch- Knorpel- und sonstwelche Reste vom Rind. Aber oh nein, da ist auch Pferd bei gewesen.

[Bisher ist noch unklar, ob dieses Pferdefleisch vielleicht nicht in Ordnung war] . Aber es ist Fleisch. WENN es jetzt Schweinefleisch gewesen wäre, das als Lamm verkauft worden wäre, DANN hätte ich durchaus religiöse Aspekte als Grund zur Aufruhr gelten lassen.

Aber wer für einen solch geringen Preis ein Tiefkühlfertiggericht kauft, der weiss eh nicht, was da drin ist. Ob Rind, Pferd oder Strauss oder Krokodilfleisch, wäre mir egal.

Wie oben aber angegeben, möchte ich hier einfach die Bühne zur Diskussion freigeben. WENN es beleidigend werden sollte o.ä. werde ich die entsprechenden Kommentare löschen.

UPDATE 14.02. 13:58 Der Stern meldet hier, dass in England Substanzen im Pferdefleisch gefunden wurden, die da nichts zu suchen haben. Das ändert die Situation. Auch ich möchte keine unter Umständen schädliche Substanzen im Essen haben. Egal, über welches Tier sie dort reingekommen sind.

UPDATE 15.02. 21:10 Inzwischen sind auch bei anderen Discountern in anderen Produkten Pferde gefunden worden

Aber auch langsam die Erkenntnis, dass der Skandal nicht so ganz in Dioxin und Co. reinpasst.

Kommentare (105)

  1. #1 Tee Jay
    Februar 14, 2013

    Solange juristisch der Schutz eines Unternehmens vor dem Verbraucherschutz gestellt wird (z.Bsp. siehe Grossbäckerei im Raum Achen, die erfolgreich gegen NRW-Lebensmittelprangrer auf Unterlassung geklagt hat) solange wird sich nichts ändern. Politiker und Gesetze sollten eigentlich dem Volk dienen. Am Beispeil Lebensmittel und Verbraucherschutz sieht man wie dieses NICHT der Fall ist. Meine ganz persönliche Meinung (und ich denke diese deckt sich mit dem Autor): Wer billig für 99 Cent TK Billig – Lasange – Schnellfraß kauft, hat größere Probleme als Pferdefleisch im Essen….

  2. #2 Holger
    Februar 14, 2013

    faszinierend ist weswegen die Hersteller überhaupt Pferd statt Rind reingetan haben.
    gewöhnlich ist Pferdfleisch (und die Produkte wie Pferdesalami) ja erheblich teurer…. demnach wäre für den Hersteller der Gewinn doch höher gewesen.
    nach den Meldungen soll das Fleisch von rumänischen Mastpferden stammen (hmmm?…) dann wären die Bedenken wegen verbotener Medikamente die bei Sportpferden für das Doping zum Einsatz kommen auch nicht vorhanden. Gefunden wurden solche Mittel bisher IMHO ja nicht.

    alles irgendwie seltsam.

    wie wird eigentlich die Zukunft ausschauen? in 50 Jahren meinetwegen: gibt es da Fleisch (also tierisches Eiweiss mit Fett usw) aus der petrischale um einerseits den Tierschutz zu erreiechen udn andererseits weil es billiger ist und weniger Rohstoffe verbraucht.

  3. #4 rolak
    Februar 14, 2013

    für einen solch geringen Preis

    Hab ich jetzt schon öfter so gehört/gelesen – aber nie eine konkrete Einsortierung. Welche Position P besetzen denn die betroffenen Produkte in einem Preisspektrum von V bis B? Auf die Schnelle fand ich bisher nichts…

    Damit Holgers Vorschlag ‘Sorte XY am laufenden Meter’, die mir ansonsten auch sehr zusagt, in die Gänge kommt, dürfte imho noch einiges an Zeit auf dem Weg hin zu irgendetwas wie Nano-Assemblern vergehen.

    • #5 Chris
      Februar 14, 2013

      Ich werde mal später im Regal nachgucken, wo die ungefähren Preise liegen… Hab ich auch nicht auswendig parat.

  4. #6 Spoing
    Februar 14, 2013

    Hier wurde etwas falsch deklariert. Es kann einfach “nur Pferdefleisch” sein, aber es kann genau so gut hoch belastetes Pferdefleisch sein. Das Problem ist bei weitem nicht zu unterschätzen, denn Pferd kostet nicht weniger als Rind, worin bestand also der Vorteil für diese kriminelle Handlung?
    Immerhin hat sich hier gezeigt, dass die Kontrollen halbwegs funktionieren.
    Das die Medien und die Bevölkerung dann darauf anspringen, weil es sich um die “armen Pferde” handelt glaube ich allerdings auch.
    Tiere dürfen eben nicht nach vernünftigen Kriterien gefuttert werden sondern nur nach rein Emotionalen. (Bei Tiersorten zu denen man eine emotionale Bindung hat, immerhin noch verständlich)
    Gut sieht man das immer wenn es um Jagd geht (Bambis sind ja so niedlich) oder wenn ein Lyfestylevegetarier mal wieder ne Spinne tot schlägt, weil die ja ekelig ist.

    Ich verstehe auch nicht, warum so viele Probleme mit “geschredderten Dreck” haben. Was da rein geschreddert wird ist nicht ungesund und schmecken tut es auch. Auch wenn man das Zeug nicht unbearbeitet essen würde ist es nach dem Schreddern doch lecker!
    Ich würde zum Beispiel nie auf die Idee kommen den Darm von nen Tier zu lutschen, mit ner feinen Wurst auf dem Grill habe ich aber kein Problem.
    Auch Lutsche ich keine Kaffeebohnen oder Kippe Zeug aus dem (lab) Magen zusammen mit (Milch)Drüsensekret in mich hinein. Brot Bier oder Sachen mit Schimmel lasse ich mal ganz bei Seite. Für mich ist das alles eine verquere Romantisierung der Natur, wenn man fertige Produkte auf ihre ursprünglichen Inhalte reduziert anstatt das jetzige Produkt zu bewerten (Nicht falsch verstehen, die Kennzeichnung halte ich für richtig und wichtig, nur der emotionale Umgang mit: “Ihhh da sind Schalentiere drin” nervt mich). Wichtig sind lediglich eine ökologische Herstellung und ein gesundes (oder eher nicht ungesundes) Endprodukt.

  5. #7 HT
    Februar 14, 2013

    Ist der Einwand “Ich habe Pferde so lieb, und möchte deswegen kein Pferdefleisch in der Lasagne!” weniger zu respektieren als religiöse Bedenken gegenüber Schweine- im Lammfleisch?

    • #8 Chris
      Februar 14, 2013

      Es geht mir nicht um die Bewertung persönlicher Vorlieben. Ich verstehe den Hype der Medien derzeit einfach nicht (noch sind keine gesundheitlich kritische Substanzen gefunden worden 13.35).

  6. #9 Spoing
    Februar 14, 2013

    Zum Preis: Also Pferdefleisch geht anscheinend momentan mit Ein bis 2 € Pro Kilo Schlachtfleisch durch den Handel. Allerdings gibt es in Deutschland keinen Absatzmarkt, so dass das Exportpreise sind. Ankauf lebender Pferde für etwa 0,3 bis 0,6€ pro Kilo Schlachtmasse. Der Europäische Markt ist wohl seit Jahren rückläufig. (Habe jetzt 6 Quellen verglichen)
    Rind ist bei etwa 4€. (Amtliche Preisfestlegung aus Bayern)
    Schwein ist bei etwa 1,60€. Hier weiß ich aber über einen befreundeten Bauern, dass die Preise sehr stark schwanken, da es hier einige Großbetriebe gibt die sehr stark Einfluss auf die Preise haben. Das Kartellamt scheint hier auch schon länger zu beobachten.
    Der Hohe Endpreis für Pferdeprodukte in Deutschland scheint also aus dem geringen Umsatz zu kommen. Somit kann mit umdeklarierten Pferdefleisch anscheinend doch Gewinn gemacht werden.

    @Holger:
    Mir kam mal der Gedanke was denn dann später mit den von uns gezüchteten Arten passieren soll. In freier Wildbahn sind die nicht lebensfähig. Wenn die Petrischalenherstellung allerdings günstig genug seien wird kann es ja passieren Viehzucht generell zu verbieten. (Wäre aus meiner Sicht nicht wünschenswert, aber eine entsprechende Stimmung in der Bevölkerung kann sich durchaus einstellen.) Lässt man die Tiere dann Aussterben? Hält man sie nur noch in Zoos vor? Wie steht der Mensch zu Tieren in der Verantwortung denen er selber in die Abhängigkeit gezüchtet hat?

  7. #10 HT
    Februar 14, 2013

    Genau so wie es für einen Moslem nicht gesundheitlich kritisch ist, wenn er Schwein ißt. Er hat dennoch seine Bedenken, und die respektiere ich eben genau so wie persönliche Vorlieben, unabhängig, ob diese mit meinen übereinstimmen oder nicht.

    • #11 Chris
      Februar 14, 2013

      Darum geht es ja gerade nicht. Die Pferde-Liebhaber sind eine vergleichbare kleine Gruppe, verglichen mit Moslems. Also warum die Panik der Medien?

  8. #12 HT
    Februar 14, 2013

    Weil eben nicht das drin ist, was man haben will. Wenn ich ein blaues Auto kaufe und ein grünes bekomme, dann bin ich auch unzufrieden. Es verbraucht nicht mehr Benzin, ich bezahle nicht mehr in der Versicherung, die Qualität ist die gleiche. Dennoch ist es nicht das gewünschte Produkt.

    • #13 Chris
      Februar 14, 2013

      Der Vergleich hinkt. Wenn ich ein blaues Auto kaufe, in der Meinung, dass dort ein Motor aus Bochum drin verbaut ist, aber er ist aus China, dann interessiert das wen?

  9. #14 Spoing
    Februar 14, 2013

    @Chris, es sind aber die persönlichen Vorlieben aus denen die Medien hier den Profit schlagen. Pferde sind mit Emotionen verbunden und Emotionen sind Geld und Stimmen in den Medien und der Politik. Hier geht es einfach darum, dass der Bambi-Effekt beim Pferd relativ hoch ist.

    @HT:
    Ja ich sehe schon einen großen unterschied zu religiösen Gefühlen. Anders sähe es natürlich bei Leuten aus die Pferden eine Seele zu sprechen oder sie aus irgend einem Grund mit dem Menschen gleich gestellt werden (Und die Rinder hingegen nicht). Es also nicht mehr um “niedlich” geht sondern um fundamentale Überzeugungen.

  10. #15 rolak
    Februar 14, 2013

    Schönen Dank für die höchstpersönliche Recherche im Vorraus, Chris, da fehlt mir völlig der Durchblick, weil hier ‘convenience product’ bei Brühwüfel anfängt und eigentlich auch schon wieder aufhört.

    • #16 Chris
      Februar 14, 2013

      Also, die frische Lasagne in der Kühltheke kostet bei netto 3,- € für ein Kilo. 400g Makkaroniauflauf in der Tiefkühlung kosten 1, 60 €

  11. #17 Chris
    Februar 14, 2013

    Update oben. In UK wurden Substanzen im Pferdefleisch gefunden. Das ändert den Skandal und macht es zu einem.

  12. #18 HT
    Februar 14, 2013

    @ Spoing:
    “Es also nicht mehr um “niedlich” geht sondern um fundamentale Überzeugungen.”
    Es sollte irrelevant sein, wie tiefgreifend der Grund ist. Ob mein Gott mir eine Fleischsorte verbietet, ich bestimmte Tiere gern habe oder gerade heute keine Lust auf eine Fleischsorte habe: Wenn ich für Rinderlasagne zahle, dann ist es ein Skandal, wenn ich etwas anderes bekomme.

  13. #19 Spoing
    Februar 14, 2013

    Zum Bambi-Effekt noch eine kleine Anekdote, ich gebe mich auf Uniparties ab und an gerne als Teilnehmer eines anderen Studienganges aus, als ich in Wirklichkeit bin. Unter anderem deshalb weil es extrem witzig ist, wie Vorverurteilend viele Studenten sind. Wenn ich Tiermediziner bin und ich einen Möchtegern-Weltenverbesserer treffe der mich nervt mache ich gerne gerade meine Bachelor-Arbeit über “Menschliche Verantwortung zur Wahrung der Artenvielfalt” Da untersuche ich dann wie Ratten und Tauben in Großstädten bekämpft werden müssen um die heimische Singvogelpopulation nicht zu gefährden. Da ernte ich dann generell Zustimmung, anders sieht es dann aus wenn ich einmal im Jahr zum “Robbenkloppen” nach Kanada fahre. “Dies müsse gemacht werden, da die heimischen Fischbestände geschützt werden müssen” zählt dann auf einmal nicht mehr als Argument. Obwohl das als Fakt nicht angezweifelt wird geht es dann nur noch ad Homin.
    (Versteht mich nicht falsch obwohl die kanadischen Robben nicht mehr gefährdet sind ist diese Art der Jagt eine Sauerei auch sehe ich das Kabeljau-Problem rein in der Überfischung der Meere) Aber durch die Argumentation sehen dann die rumstehenden mal was für geistes Kind manche von den militanten (Mitläufer-) Ökos sind. (Es gibt auch genug vernünftige darunter)

  14. #20 Spoing
    Februar 14, 2013

    @HT: Volle Zustimmung. Die Falschdeklaration ist ein Verbrechen! Ich rege mich auch darüber auf obwohl ich kein Problem mit Pferd habe.
    Die Kritik richtet sich aber daran, dass das nicht der Grund ist warum das als schlimm empfunden wird, sondern das es medial nur gehypt wird da es sich um niedliche Tiere handelt.
    Wäre hier Schwein in Rinderhack aufgetaucht wäre der Skandal genau so groß nur es wäre überall zu lesen “Rind/Schwein na und ist doch egal”
    Bei mir ist es also eher Medien und Gesellschaftskritik. Den Betrug kritisiere ich hier nur nicht, weil es für mich klar ist, dass so etwas zu verurteilen ist.

    Die Belastung macht daraus jetzt allerdings keinen einfachen Betrug mehr sondern vorsätzliche Gefährdung von Menschen und damit richtig mies!

  15. #21 Ulrich Berger
    Februar 14, 2013

    Ganz was anderes: Warum steht dein Kommentarzähler oben
    auf “0”?

  16. #22 Ulrich Berger
    Februar 14, 2013

    Ach, vergiss es! Jetzt funktioniert er plötzlich doch wieder…

  17. #23 Thilo
    http://scienceblogs.de/mathlog/2012/12/12/drausen-auf-jeju/
    Februar 14, 2013

    Auf Jeju waren wir mal versehentlich in das Pferdefleisch-Restaurant gegangen und haben das nach Blick auf die Speisekarte fluchtartig wieder verlassen – allerdings nur wegen der SEHR hohen Preise.

  18. #24 Agnes
    Februar 14, 2013

    Bei uns in Wien gibts nach wie vor an jeder Ecke Pferdeleberkäse. Schmeckt genau wie der andere auch. Nach Leberkäse.
    Der Vorfall ist zwar unschön, weil er aufzeigt, dass es an einer grundlegenden Kontrolle fehlt, was die Herkunft und Zusammensetzung unserer Produkte angeht, aber nur weil wir gewisse Soft-Tabus in Mitteleuropa aufrecht erhalten kein Weltuntergang.
    Ich jedenfalls mach auch weiterhin die Lasagne selber, da weiß ich ganz genau was drin ist, wobei ich dabei den größten Vorteil in der Vermeidung diverser E’s und anderer unappetitlicher Künstlichkeiten sehe.

  19. #25 HT
    Februar 14, 2013

    @Spoing
    “Die Kritik richtet sich aber daran, dass das nicht der Grund ist warum das als schlimm empfunden wird, sondern das es medial nur gehypt wird”

    Diese Kritik am Hype teile ich nicht. Siehe Scienceblogs und andere Seiten und sonstige Medien: Man regte sich nie (zumindest großartig) über Beschneidungen auf, erst als diese Praxis in Deutschland nach einem kurzzeitigen Verbot wieder erlaubt werden sollte, stürzte sich ein Blogger nach dem anderen auf das Thema. Vorher war es den meisten mehr oder weniger egal.

    Beim nächsten Fleisch in anderem Fleisch ist vielleicht wieder Ruhe. Und? JETZT ist das Thema eben auf dem Tisch.

  20. #26 rolak
    Februar 14, 2013

    kostet bei netto

    Hi Chris, ich sehe mich auch nicht mehr in Lasagne wühlen, da gibt es Faulpelz-Freundlicheres.

    Das bezieht sich auf einen verschwundenen Kommentar (fandest Du ja anscheinend nicht im Bodensatz des Spamfilters), den ich – falls dieser hier erscheint – zu einer Kleinserie auswalzen werde um die Schadensquelle einzugrenzen 😉

  21. #27 rolak
    Februar 14, 2013

    ad2: Die Notwendigkeit für einen update war eindeutig abzusehen, safe bet, Chris — denn warum sonst sollte ansonsten höherpreisiges Fleisch unter der Hand vermaggelt werden.

  22. #28 rolak
    Februar 14, 2013

    Ich seh mich schon wg meiner Preisneugier á la Garfield Lasagne sichten…
    Nur daß mir diese Wärmen/Garen-und-fertig-Essen entweder nicht schmecken (Probierfreudigkeit kann mir keiner abschreiben) oder zum Selbermachen bewegend hochpreisig sind. Klar, es gibt vereinzelte Ausnahmen dieser Regel, gewisse ChickenWings zB, doch das ist sehr übersichtlich und wird auch eher selten eingekauft.

  23. #29 wereatheist
    Östlich vom Marstall
    Februar 14, 2013

    Die Pferde-Liebhaber sind eine vergleichbare kleine Gruppe, verglichen mit Moslems.

    Einspruch! In D sind vielleicht 5% der Bevölkerung Muslime.
    Andererseits gibt es praktisch keinen Markt für Pferdefleisch. Das lässt doch darauf schließen, dass der Bevölkerungsanteil mit emotionalen Problemen bzgl. Pferdverzehr recht groß ist.
    Daher auch die Aufregung. Ich hätt ja gerne ne Quelle für Nettes vom Pferd für so 4 .. 5 €/kg. Gibts aber nicht 🙁

  24. #30 nastes
    Februar 14, 2013

    Hallo,
    @Holger (#2)

    faszinierend ist weswegen die Hersteller überhaupt Pferd statt Rind reingetan haben.
    gewöhnlich ist Pferdfleisch (und die Produkte wie Pferdesalami) ja erheblich teurer….

    Ich wollte nur anmerken das Pferdefleisch, dass ich in französischen Supermärkten im Angebot gesehen habe, (Franzosen sind da etwas entspannter was Tierverwertung angeht, wenn auch nicht immer zum Vorteil der Tiere -> französisches Kulturerbe aka zwangsgefüttertes Geflügel) ca 1-2 EUR/kg billiger war als Rindfleisch gleicher Sorte, also im Vergleich RinderfiletPferdefilet.

    Ansonsten finde ich den Zwang für Inhaltsangaben in Lebensmitteln eh zu schwach, aber immer wieder ein gutes Beispiel für Lobbyarbeit.

    Schönen Abend noch,
    nastes

  25. #31 wereatheist
    Veganerhochburg
    Februar 14, 2013

    WENN es jetzt Schweinefleisch gewesen wäre, das als Lamm verkauft worden wäre, DANN hätte ich durchaus religiöse Aspekte als Grund zur [sic!] Aufruhr gelten lassen.

    Pferd ist nicht kosher. Erlaubt sind nur wiederkäuende Paarhufer, die nicht ‘Kamel’ heißen.
    Lasagne ist aber schon wegen des Käses garantiert nicht kosher.
    Keine Ahnung, ob Muslime Pferd essen dürfen. Ich vermute: Ja

  26. #32 roel
    *****
    Februar 14, 2013

    @Christoph Larssen “Es ist ein Problem der Deklarierung” Nein. Es ist mutwillig falsche Etikettierung, um den Verbraucher zu täuschen.

    “WENN es jetzt Schweinefleisch gewesen wäre, das als Lamm verkauft worden wäre, DANN hätte ich durchaus religiöse Aspekte als Grund zur Aufruhr gelten lassen.” Tja, was schreibt wikipedia unter Pferdefleisch: “Die jüdischen Speisegesetze verbieten den Verzehr von Pferdefleisch.” Aber die Juden hätten die Lasagne eh nicht gekauft. Nicht koscher.

    Trotzdem, der Verbraucher muss sich auf die Deklarationen verlassen können. Auch wenn es deem ein oder anderen egal ist, welches Fleisch darin ist, wo ist die Grenze, den ein oder anderen ist es auch egal, welcher Zuckeraustauschstoff in den Lebensmitteln ist und die Argumentation kann genauso aufgebaut werden. Mir ist es nicht egal. Nicht bei Fleisch, Gewürzen, Austauschstoffen, Vitaminen etc.

    Und, das Problem beschränkt sich nicht auf das untere Preissegment.

  27. #33 Jürgen Schönstein
    Februar 14, 2013

    Ich schließemich hier mal @roel an: Der Skandal ist, dass Verbraucher getäuscht wurden. Und dass dies, wie es scheint, kein “Versehen” war. Wenn Pferdefleisch in Gerichten auftaucht, in denen Rindfleisch enthalten sein sollte, dann ist etwas schief gelaufen – und das ist nun mal bei Lebensmitteln immer beunruhigend. Denn es signalisiert, dass was auch immer im Essen drin ist, nicht durch die notwendigen Kontrollen gegangen ist. Dass jemand versucht hat, den Käufern etwas unterzujubeln, das sie unter normalen Umständen nicht hätten kaufen wollen. Und ja, wenn man behauptet, #13 der Motor eines Autos sei in Bochum gefertigt, aber er stammt tatsächlich aus China – dann stört das gewiss sehr viele. Nicht unbedingt, weil er von schlechterer Qualität sein müsste (das wäre erst noch zu beweisen), aber weil dem Käufer etwas anderes versprochen wurde. Und weil damit vielleicht Subventionen/Steuervergünstigungen erschwindelt oder andere Mauscheleien kaschiert wurden …

  28. #34 Wurgl
    Februar 14, 2013

    Es gibt den sogenannten Equidenpass. Damit unterscheidet man Schlachtrösser von “Spaß”pferden, also Reitpferde, Zirkustiere usw. Die zweite Gruppe kann mit allem möglichen Zeugs behandelt werden, die erste Gruppe nur mit solchen mitteln, die eben keine Rückstände hinterlassen. Der Fund solcher Rückstände erklärt natürlich so manches, denn Fleisch von solchen “Spaß”pferden ist ziemlich genau gar nichts wert und durch die wundersame Wandlung zu Rindfleisch wurde aus diesem Nichts plötzlich bare Münze.

  29. […] missbraucht. Aber das ist eine andere Diskussion, und die hat Christoph Larssen nebenan bei ErklärFix […]

  30. #36 Dr Klaus Trophobie
    Februar 15, 2013

    Kurz, habs nämlich eilig.

    Zum einen eine kleiner Fakt aus Frankreich: Dort gibt (gab?) es spezielle Pferdemetzgereien weil es verboten war das in normalen Metzgereien Pferdefleich zu verarbeiten und zu verkaufen…

    Desweiteren beschäftigt mich die Frage: Nach Schweinepest und BSE wird das Fleisch lückenlos kontrolliert und dokumentiert um sicher zu stellen das sowas nicht wieder vorkommet und um die Quelle schnell ausfindig zu machen. Wie kann es dann sein das falsch deklariertes Fleisch verarbeitet werden kann und vor allem: Was beduetet das für die Wirksamkeit der vorhandenen Kontrolle?

  31. #37 Steffmann
    Februar 15, 2013

    I friss ois. Hauptsach, mariniert.

    Wollt auch mal trollig sein 🙂

  32. #39 rolak
    Februar 15, 2013

    (lauter indirekte Zitate)

    fein gemahlene Schweinezehe

    ^^Das schlägt doch in Punkto Exotik die bekannten frittierten Hühnerfüße um Längen…

    bisschen

    Wie oft werde ich denn noch darauf hereinfallen? Erst ‘falsch!’, dann ‘ach nee, sind ja zwei.’.

    Irgendwie passend dazu die psycholgische Seite: Ist etwas dann besser, wenn es dem Kunden besser schmeckt? Ist etwas fair gehandelt, wenn der Kunde das glaubt? (und anderes mehr im Beitrag)

  33. #40 rolak
    Februar 15, 2013

    btw: Ich kaufe ein ‘o’.

  34. #41 roel
    *****
    Februar 15, 2013

    @Chris Aus deinem Link:

    “Keine Vorschrift werde an den Fleisch-Skandalen etwas ändern – das könnten nur die Verbraucher selbst.”

    Das ist der blanke Hohn. Wie soll der Verbraucher ändern, dass mutwillig falsch ausgezeichetes Fleisch in Umlauf gebracht wird. Für Lebensmittel gibt es Gesetze und Richtlinien, wenn die gebrochen oder missachtet werden, dann kann der Verbraucher dies nicht verhindern.

    Weiter aaus deinem Link: “Es beschwert sich doch auch sonst keiner über die unfassbaren Zustände in der Fleischproduktion.” Das ist einfach nur falsch.

    “Die Pferdefleisch-Geschichte reiht sich doch nur ein in die Folge aller mehr oder minder großen Fleischskandale – BSE, Dioxin, Antibiotika” Da hat Holger Beckmann Recht.

    ” – und ist vergleichsweise harmlos.” Das ist schön, dass er das so beurteilen kann. Weiß er schon wieviel Fleich mit Dopingmittel verseucht war?

    Mal ganz im Ernst. Da wird etwas falsch deklariert und nur weil es zuerst in den Billigstlebensmitteln auftaucht meinen einige Leute, wer das isst ist selber Schuld. Man kann ja gute Qualität zum höheren Preis erwerben. Dem ist nur bedingt so. Sobald die gute Qualität von den gleichen Lebensmittelkonzernen kommt wie die günstigere Qualität kannst du getrost davon ausgehen, dass der gleiche Betrug passieren kann und auch passiert.

    Das weitere Problem ist, dass Rindfleisch zwar kontrolliert wird, aber nicht z.B. auf Dopingmittel für Pferde. Spontan zu sagen, das Fleisch ist gut, dient vielleicht zur Beruhigung, ist aber keine belegbare Behauptung. Und du siehst, die ersten Medikamente wurden bereits gefunden.

    Ich ziehe mal einen Vergleich zur Wissenschaft. Warum stören sich viele Wissenschaftler und auch Nichtwissenschaftler an falsch oder gar nicht deklarierten Zitaten in den Doktorarbeiten. Es liest sich doch genauso gut oder sogar besser.

    • #42 Chris
      Februar 15, 2013

      Die eigentliche Debatte teilt sich mE in verschiedene Aspekte auf:
      -Falsch deklarierte Waren. Ist Betrug, irgendwer hat (scheinbar in Frankreich?) günstiges Pferdefleisch ein- und als Rindfleisch teurer wieder verkauft.

      -Giftige Rückstände im Lebensmittel. Bis jetzt bei uns noch nicht nachgewiesen 15.2. 10:19

      -Pferde sind bei uns als Fleischlieferant unüblich.

      -Nur wenige Verbraucher machen sich Gedanken darüber, was überhaupt in ihren Lebensmitteln enthalten ist.

      Die letzten beiden Aspekte (und nur die) sind für mich der Grund, weswegen ich den Hype um das Thema für übertrieben halte.

  35. #43 roel
    *****
    Februar 15, 2013

    @Chris “Nur wenige Verbraucher machen sich Gedanken darüber, was überhaupt in ihren Lebensmitteln enthalten ist. ” Das rechtfertigt natürlich den Betrug auch an denen, die sich Gedanken machen.

    • #44 Chris
      Februar 15, 2013

      @roel
      Wer rechtfertigt denn den Betrug?

  36. #45 roel
    *****
    Februar 15, 2013

    @Chris “Aber ist es wirklich ein Lebensmittelskandal der Güte Dioxin-haltiger Frühstückseier? Ich denke nicht. Es ist ein Problem der Deklarierung.” Das spielt zumindest das Problem herunter und verschiebt es vom Betrug zum Problem der Deklarierung. Was es nicht ist.

    “Aber wer für einen solch geringen Preis ein Tiefkühlfertiggericht kauft, der weiss eh nicht, was da drin ist. Ob Rind, Pferd oder Strauss oder Krokodilfleisch, wäre mir egal.” Und das heißt, dass es dir egal ist was in den günstigen Tiefkühlgerichten enthalten ist. Du schiebst hier das Problem auf den Preis und sprichst nicht von Betrug. Ich weiß, das dies keine Preisangelegenheit ist.

    Der WDR Beitrag argumentiert ähnlich wie du.

    • #46 Chris
      Februar 15, 2013

      @roel
      Nein,ich spiele das Problem nicht herunter. Aber gesundheitsschädliches Dioxin im Essen ist ein Skandal. Falsche Etiketten sind Betrug und strafbar, aber kein Skandal der gleichen Güte.

      WENN ich für 1,60 eine Lasagne kaufen würde, dann würde ICH keine Gedanken verschwenden, was da wohl rein gewandert ist. Das dieses Fleisch nicht die allererste Ware war, sondern Reste, das sollte klar sein. Wie ich in #41 schon schrieb, die letzten beiden Aspekte sind es, die den Hype in meinen Augen nicht rechtfertigen. -> Entsprechend sind die ersten beiden Aspekte natürlich eine Berichterstattung wert, also auch der Betrug.

  37. #47 Ludger
    Februar 15, 2013

    Es handelt sich um eine organisierte Täuschung zum finanziellen Nachteil zumindest der Großabnehmer (Lasagneproduzenten) und damit um organisierte Kriminalität. Es sind aber die Kriminellen nur selten edel. Wenn sie schon Pferd nehmen, um ihren Gewinn zu maximieren, warum sollten sie qualitativ gutes Fleisch nehmen, wo doch der Gewinn mit Gammelfleisch noch höher ist? Es sei denn, es handelte sich um “edle Kriminelle” ganz im Sinne von Jean-Jacques Rousseau. Da es die nicht gibt, sind die Betrachtungen über die Gemütslage des deutschen Pferdefreundes bezüglich Pferdefleisch an der Sache vorbei.

  38. #48 Randifan
    Februar 15, 2013

    Diesse ganze Aufregung könnte mit unserer Kultur zusammenhängen, Pferde gelten als niedliche Haustiere, anders als Schweine, Rinder und Hühner.

  39. #49 roel
    *****
    Februar 15, 2013

    @Chris “WENN ich für 1,60 eine Lasagne kaufen würde, dann würde ICH keine Gedanken verschwenden, was da wohl rein gewandert ist. Das dieses Fleisch nicht die allererste Ware war, sondern Reste, das sollte klar sein.”

    Aber du machst es wieder am Preis fest. Vergess den Preis. Bei höherwertigen Speisen ist der Ertrag durch Betrug ebenfalls höher. Was in der Billiglasagne nicht auffällt, fällt in der teureren auch nicht auf. Um den Betrug durchziehen zu können, werden andere Gesetze ggf. ebenfalls gebrochen z.B. zum Schutz vor Lebensmittelkontrolle eine Unterbrechung der Kühlkette, eine nicht hygienische Ladefläche. Alles möglich und ggf. nötig, da die regulären Kontrollen ausgeschaltet werden müssen.

    Und ja es ist richtig, dass die meisten Verbraucher keinen Gedanken über die genaue Zusammensetzung der Lebensmittel machen. Die meisten Patienten auch nicht über die Zusammensetzung der Arzneimittel. Aber das besagt doch rein gar nichts. Die meisten Verbraucher vertrauen darauf, dass es sich um Produkte guter Qualität handelt. Und das Vertrauen wird schamlos missbraucht.

  40. #50 roel
    *****
    Februar 15, 2013

    @Randifan “Diesse ganze Aufregung könnte mit unserer Kultur zusammenhängen, Pferde gelten als niedliche Haustiere, anders als Schweine, Rinder und Hühner.”

    Diese Aufregung hängt damit zusammen, dass auf kriminelle Weise unkontrollierte Inhaltsstoffe in unsere Lebensmittel gelangen.

  41. #51 roel
    *****
    Februar 15, 2013

    Hier der Weg des Fleisches von der Weide zum Lebensmittelhandel.
    http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article113650508/Pferd-im-Rinderhack-Der-Weg-des-Fleisches.html

    • #52 Chris
      Februar 15, 2013

      Danke für den Link

  42. #53 Randifan
    Februar 15, 2013

    @roel
    “Diese Aufregung hängt damit zusammen, dass auf kriminelle Weise unkontrollierte Inhaltsstoffe in unsere Lebensmittel gelangen.”
    Allerdings soll das Pferdefleisch viel gesünder sein, als all das Rindfleisch auf der normalen, industriellen Zucht. Nur das Fleisch von alten Pferden ist zäh, aber nicht ungesund.
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/2011613/

    Im Grunde bleibt es dem Verbraucher nicht anderes übrig, als den Produzenten zu vertrauen, da der Staat nicht alles kontrollieren kann.

  43. #54 roel
    *****
    Februar 15, 2013

    @Randifan “Allerdings soll das Pferdefleisch viel gesünder sein, als all das Rindfleisch auf der normalen, industriellen Zucht.”
    Der skandal wurde zuerst in GB aufgedeckt. Es hieß schnell, die Ware in Deutschland sei nicht betroffen.

    Dann wurden die 1. Lasagnen in Deutschland gefunden. Es hieß schnell Pferdefleich ist doch viel gesünder und auch teurer.

    Dann wurden die Preise verglichen. Das Pferdefleisch, um den es geht, ist erheblich günstiger.

    Die 1. Frage, die sich stellt, warum ist Pferdefleisch angeblich teurer, dieses aber nicht?

    Weiter gehts. Dann wurden Medikamentenrückstände in GB gefunden. Es hieß schnell, unbedenklich, die werden auch als Rheumamittel beim Menschen eingesetzt und ausserdem sei die Dosis viel zu gering.

    Dann wurde von Ärzten, Apothekern etc. gesagt, dass dieses Mittel sehr wohl gravierende Nebenwirkungen unabhängig von der Dosis haben kann.

    Dann wurde behauptet, die Arzneimittelrückstände beschränken sich auf GB.

    Warum? Die Wege des Fleisches sind nicht lückenlos nachvollzogen und die Untersuchungen in Deutschland haben gerade erst begonnen. To be continued…

    @Chris Bitte.

  44. #55 Randifan
    Februar 15, 2013

    @roel
    Problematischer als die Antibiotik in den Mastmittel für die Tiere scheint das Rheumamittel nicht zu sein, nur wenn Leute durch den Verzehr dieses Pferdefleisch augenblicklich erkranken, wäre dies ein Grund zur Besorgnis. Wer unsere Lebensmittel anschaut, der sollte diese ganze Sache nicht überbewerten, angesichts des vielen Zuckers in unseren Lebensmittel und den ganzen Zusatzstoffen. Eigentlich müste der Staat die Verwendung von Haushaltszucker, Glutamat und Phosphat in Lebensmittel untersagen, wenn es um den Schutz der Gesundheit geht, aber ziemlich unrealistisch.

  45. #56 roel
    *****
    Februar 15, 2013

    Jetzt auch Ravioli, Gulasch und Tortelloni betroffen.

  46. #57 Tobias Maier
    Februar 15, 2013

    Jetzt auch Seepferdchenfleisch in Fischstäbchen gefunden.
    http://www.titanic-magazin.de/uploads/pics/Oooooch_01.jpg

    • #58 Chris
      Februar 15, 2013

      @Tobias Ja, das weitet sich aus, ich hatte es auch schon gesehen…

  47. #59 Statistiker
    Februar 15, 2013

    Das einzige, was mich wundert…… wenn ich ne Lasagne für 1,39 oder Tortellini mit angeblich Schinken für 1,49 € kaufe……. da kann doch gar kein Fleisch drin sein, dass muss doch perfekte vegetarische Kost sein.

    Jedwedes Fleisch würde diese Produkte doch unnötig verteuern….

    Sorry, ich ess diesen Billigfraß und ich weiß, dass es Billigfraß ist. Aber es macht satt und entlastet das Konto. Und ungesünder als Bio-Fraß ist es auch nicht, also immer hinein mit der Billig-Nahrung, mit dem Geld, das ich spare, geh ich 20 Jahre vor dem Bio-Müffel in Rente und hab mehr Spaß………

  48. #60 roel
    *****
    Februar 15, 2013

    @Tobias Maier Es finden sich auch vermehrt Regenwurmabschnitte in Calamarisgerichten wieder. Ursache könnte dieser Beitrag sein: http://scienceblogs.de/weitergen/2013/02/echte-krake-selber-bauen/
    Regenwurmabschnitte als solches sind unbedenklich. Aber sie sollen oftmals mit Kleber kontaminiert sein, der wiederum Krebs erregend sein soll.

  49. #61 Chris
    Februar 15, 2013
  50. #62 Harzer Käse
    Februar 16, 2013

    Ich habe in der letzten Zeit Berichte gesehen, dass in den PIGS-Ländern die freigesetzten Banker und Mittelschichtler die StatusSymbole für Frau und Tochter nicht mehr finanzieren können und deshalb in den Wald jagen oder zum Schlachthof bringen. Das ist sicherlich eine Quelle von billigem Pferdefleisch, genauso wie die Züchter von Spaßpferden, denen der Markt weggebrochen ist.

  51. #63 MartinB
    Februar 16, 2013

    @Chris
    “WENN ich für 1,60 eine Lasagne kaufen würde, dann würde ICH keine Gedanken verschwenden, was da wohl rein gewandert ist. ”
    Klar. Den ganzen Hartz-IV-Empfängern, Asylanten und sonstigen RTL-II-guckern ist sowas doch egal, sind ja selbst schuld, wenn die nen Essen für 1,60 kaufen müssen, die fressen ja eh alles.
    MaW “your privilege is showing…”

    Ein Problem besteht ja auch darin, dass Fertigprodukte oft wesentlich preiswerter sind als selbst gekochte ähnliche Produkte (was für sich genommen kein Skandal ist, weil im Großmaßstab eingekauft und verarbeitet werden kann, das ist dann eben billiger).

    • #64 Chris
      Februar 16, 2013

      Habe gerade keine Zeit zum Suchen, aber das billige Fertigessen mit den billigen Kalorien auf Maisbasis wurde in den USA mal schön illustriert, inkl. der Korrelation zur Adipositas

      Update: So, hier ein ähnlicher Artikel
      http://www.3sat.de/page/?source=/ard/wissenaktuell/164732/index.html

    • #65 Chris
      Februar 16, 2013

      Noch einmal, das alles ist “BISHER” im wesentlichen eine Betrugs-Skandal. In der Ordnung der Fußballwetten etc. WENN wir die Medikamentenrückstände zunächst nicht beachten.
      Darüber rege ich mich auf, dass es auf eine Stufe mit Dioxin etc. im Essen gehypt wird oder am Anfang zumindest wurde.

      Der gerade nachgereichte Text illustriert das andere, grundlegende Problem der günstigen Nahrungsmittel.
      EGAL WER (!) aus welchen Gründen auch immer solch günstigen Fertigfraß kaufen (muss), sollte sich über die vermeintliche Qualität der Inhaltsstoffe bewusst sein. Das ist ein gesellschaftliches Problem. Und die wirtschaftlichen Zustände, die zu solchen Betrügen führen, gehören dazu. Das Pferdefleisch ist jetzt ein Symptom des ganzen.

      Sollten sich die Medikamentenreste in weiteren Proben finden lassen, DANN haben wir in der Tat einen “Skandal”, der über den reinen Betrug hinaus geht. Aber zu Beginn, als ich den Text oben geschrieben habe, war es ein Betrug, eine falsche Deklaration.

  52. #66 Tim
    Edinburgh
    Februar 16, 2013

    Jegliches Gerede über Billig-Lasagne und Co ist vollkommen überflüssig. Wie roel oben schon erwähnt hat kann durch die bisher wohl mangelnden Kontrollen auch Pferdefleisch in höher-preisige Nahrung gelangen.

    Das bei Lasagne nicht Schluss war/ist hätte auch jedem Klar sein sollen,warum soll man billiges Fleisch nur für TK Lasagne verwerten? Jetzt sind in Deutschland wohl Rückstände in Ravioli und Gulasch aufgetaucht, surprise surprise..

    Hier auf der Insel ist der Skandal schon etwas weiter vorangestritten,-bei Lasagne war noch Lange nicht Schluss- und belegt, dass Argumentation nach “wer so einen Scheiss kauft und isst ist selber Schuld” vollkommen daneben sind und eigentlich schon Verhöhnung der Betroffenen.

    Das Pferdefleisch ist mittlerweile als Burger oder Bolognese in Schulen und Krankenhäusern gelandet , genauso in Pups und Hotels der Firma Whitbread (Premier Inn,Beefeater Restaurant etc..) sind all diese Leute wirklich selber Schuld und blöd so etwas zu essen?

    (Zur Info, Ein Burger mit Pommes kostet hier im Beefeater Restaurant Edinburgh 10,49 GBP = 12,20 €)

  53. #67 MartinB
    Februar 16, 2013

    @Chris
    Soll das jetzt eine Antwort auf meine Frage sein?
    Wer für wenig Geld satt werden muss und sich deshalb ungesund ernährt und dadurch irgendwann an Adipositas leidet (weil der Körper bei Kalorienreicher zufuhr entsprechend reagiert) ist auch vollkommen selbst schuld? (Und nein, ich behaupte damit nicht, dass jeder, der arm ist, sich ungesund ernähren muss – aber die Gefahr ist sicher größer als bei jemandem, der im Supermarkt nicht jeden Cent zweimal umdrehen muss.)

  54. #69 MartinB
    Februar 16, 2013

    Ich sehe leider nicht wie das zu deinem Satz passen soll:
    ““WENN ich für 1,60 eine Lasagne kaufen würde, dann würde ICH keine Gedanken verschwenden, was da wohl rein gewandert ist. ”
    Denn dort lesen wir ja gerade, dass es Leute gibt, die keine Wahl haben…

    • #70 Chris
      Februar 16, 2013

      Und ich sehe da keinen Widerspruch. Auch mit geringen Kosten läst sich frisch Kochen. Vielleicht keine echte, frische Lasagne.
      Wenn ich aber billigst Fertigprodukte kaufe, dann muss ich Abstriche tolerieren.

  55. #71 MartinB
    Februar 16, 2013

    Jetzt verstehe ich dich gar nicht mehr. Du verlinkst einen text, dessen Fazit lautet:
    “Die einen leben gesünder (und können sich dies auch leisten), die anderen weniger. Die einen haben die Wahl, die anderen nicht. ”
    und sagst gleichzeitig genau das Gegenteil (dass man nämlich doch die Wahl hat)?

    • #72 Chris
      Februar 16, 2013

      Der verlinkte Text war zugegeben etwas unglücklich, da er die extremen Situationen behandelt, etwa USA. So schlimm ist es bei uns noch nicht, das Kernproblem aber ist gleich.

  56. #73 rolak
    Februar 16, 2013

    Mal nur so zwischendurch, rein aus Interesse: Gibt es irgrndwo eine Datensammlung, aus der “wer (sortiert nach xyz) bekommt bzw kauft was (sortiert nach abc) zur Ernährung”? Bei einer kleinen Suche ging es nicht mal ansatzweise hin zum Gewünschten.

    • #74 Chris
      Februar 16, 2013

      Sortiert nach was, Exportnationen, soziale Schichten und Discounter?

  57. #75 rolak
    Februar 16, 2013

    nach was sortiert?

    Oh, erst mal hur hierzulande und Ernährung, dafür aber sonst (noch) unspezifisch. Bei xyz kann ich mir zB Alter, Familienstand, Haushaltsgröße und Einkommen denken, bei abc zB Markttyp (Wochen-, Discounter, Supermarkt, Großsupermarkt), Convenience-Grad und Preissegment.
    Keine Ahnung, ob so etwas existiert, kann mir aber kaum vorstellen, daß nicht. Ist halt nur die Frage, ob dergleichen offen einsehbar ist; klingt nach typischer Verbraucherbefragung.

     

  58. #76 roel
    *****
    Februar 16, 2013

    @Chris “Und ich sehe da keinen Widerspruch. Auch mit geringen Kosten läst sich frisch Kochen. Vielleicht keine echte, frische Lasagne.
    Wenn ich aber billigst Fertigprodukte kaufe, dann muss ich Abstriche tolerieren.”

    Man muss bei Fertiggerichten immer Abstriche tollerieren. Ob billig oder teuer, Abstriche gibt es immer.

    Bei deinem Beispiel fehlt der Zeitfaktor.

  59. #78 Jürgen Schönstein
    Februar 16, 2013

    @Christoph

    Aber ist es wirklich ein Lebensmittelskandal der Güte Dioxin-haltiger Frühstückseier? Ich denke nicht.

    Und das ist, mit Verlaub, ein Denkfehler. Nein, es ist DER Denkfehler, der dann all dies auf einen scheinbaren Medienhype reduziert. Was ist denn das eigentliche Problem hier? Dass etwas im Essen ist, das nicht drin sein sollte. Und es ist drin, weil das System versagt hat. Und darum ist es sogar exakt das gleiche wie die Sache mit dem Dioxin in Eiern.

    • #79 Chris
      Februar 16, 2013

      @Jürgen
      ABER, das Unerlaubte hatte keine gesundheitlichen Auswirkungen! DAS ist sehr wohl DER Unterschied. Betrug, kriminell, alles ohne Frage. Aber ob ich da Dioxin oder nur einen anderen Säuger drin habe, das macht einen enormen Unterschied.

  60. #80 rolak
    Februar 16, 2013

    NVS II

    Ja genau roel, so in der Art. Mal sehen, inwieweit Ergebnisse direkt nutzbar, Rohdaten extrahierbar sind. Danke derweil!

    macht einen enormen Unterschied

    Klar macht das für den einen Unterschied, der das Fehlerhafte verdrückt hat, Chris, doch imho ist die jeweilige Auswirkung dieses systembedingten Problems eher zufällig.
    Hierzulande denkt zB jeder bei E-Coli an Biosprossen, die von diesen grünen dauerzugedröhnten Hippies übersehen wurden, wenn nicht gar im Ausland, aber bei so nem richtigen kontrollierten System, dann, da kann doch gar nicht… Blöd nur daß das am grundlegenden, kraftfutterbedingten 157er-Problem der zu industriell organisierten Landwirtschaft völlig vorbeigedacht ist.
    Der Anreiz, in der Ecke der Wirtschaft zu betrügen ist ja nicht erst seit gestern bekannt, wußte schon W.Busch (doppelt).

  61. #81 Jürgen Schönstein
    Februar 16, 2013

    @Chris
    Aber dass es keine Gesundheitsrisiken hat (hat es das, wissen wir das schon genau?), ist eigentlich nur ein glücklicher Zufall. Der Skandal besteht darin, dass etwas, das potenziell schädlich sein konnte, unkontrolliert ins Essen gelangt ist – von den anderen Betrugsaspekten mal ganz abgesehen. Und es ist eben KEIN Argument, dass unser Essen sowieso alles Dreck ist: Gerade damit sich das ändert – und ich bin sicher nicht alleine der Auffassung, dass eine Änderung wünschenswert ist – brauchen wir die öffentliche Aufmerksamkeit. Schlimm ist nicht, dass die Medien darüber berichten – schlimm ist allenfalls, dass das Interesse daran zu schnell erlahmt, zu schnell abgewunken wird. Business as usual, halt …

    • #82 Chris
      Februar 17, 2013

      Inzwischen ist die Diskussion überflüssig geworden. In den ersten Tagen war lediglich bekannt, dass es Pferdefleisch war. Und das rechtfertigt mE nicht diesen Hype. Es ist als solches eben nicht potentiell gefährlich, weil es in der EU durchaus günstigere Angebote gibt.
      Dieser jetzt Medikamente-im-Essen-Skandal deckt die Lebensmittelindustrie und ihre Prozesse auf, da stimme ich Dir zu. Erfundenes (?) anderes Beispiel: Grossbäckereien verwenden Roggen im Weizenbrot, ohne es zu deklarieren. Und, wäre der Medienhype dann gerechtfertigt?

  62. #83 roel
    *****
    Februar 17, 2013

    @Chris “In den ersten Tagen war lediglich bekannt, dass es Pferdefleisch war.” Es war ebenfalls bekannt, dass dieses Fleisch unkontrolliert in Umlauf gekommen ist.

    Dein Beispiel Roggen im Weizenbrot. Wenn nur die Deklaration fehlerhaft ist, ist dass ein kleineres Problem. Wenn der Rogge auf dubiose Wege unkontrolliert aus Russland kommt, ist es das gleiche Problem.

    • #84 Chris
      Februar 18, 2013

      Ja doch. AM ANFANG war aber nur das Pferdefleisch. Und das war ein Hype. Wie der Roggen im Weizenbrot. Da war noch kein Medikament, kein Herkunftsland…

  63. #85 Statistiker
    Februar 17, 2013

    Ich muss da MartinB absolut recht geben. Man kaufe um diese Jehreszeit doch mal ein Kilo Paprika, ein Kilo Tomaten etc. und berechne deren Kaloriengehalt im Verhältnis zum Preis.

    Dann merkt man, dass Chris auf einer Insel der Glückseligkeit wohnt, aber keine Ahnung davon hat, wie man sich und seine Familie von 4 bis 5 Euro pro Tag gesund ernährt……..

  64. #87 roel
    *****
    Februar 18, 2013

    @Chris hier ein kleiner Hinweis, wie die meisten Lebensmittelhersteller “ausschliessen”, falsch deklarierte, mangelhafte, schädliche Rohstoffe einzusetzen.

    Aus: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Aus-aller-Welt/Artikel,-Pferdefleisch-Skandal-Deutsche-Lieferanten-im-Visier-_arid,401814_costart,2_regid,1_puid,1_pageid,13.html “Die SGS habe sofort nach Bekanntwerden des Pferdefleischskandals von allen Lieferanten schriftliche Bestätigungen erhalten, dass kein zugeliefertes Produkt Pferdefleisch enthält.” So geht das: Schriftliche Bestätigung reinholen, alles OK.

  65. #88 Pony
    Februar 20, 2013

    Lasagne wiehert mich an.

  66. #89 Merowech
    Februar 20, 2013

    @ Chris
    Deine Buchempfehlung kann ich so nicht ganz teilen. Da wird viel mit Zahlentricks gearbeitet, die leider nur THEORETISCH möglich sind und lediglich Preis-FAKTOREN darstellen, wie es z.b. in der Betriebswirtschaftslehre gerne gemacht wird.

    Leider nicht anwendbar auf einen “Familienbetrieb”

    Es macht keinen Sinn den Preis für 3 Artischocken für ein spezielles Produkt auszurechnen. Klar, klingt im ersten Moment billig, ein Rezept nach den Einzelbestandteilen zu berechnen.

    Ich will dich aber sehen wie du in den Laden gehst und aus einem Einmachglas drei Gurken entnimmst, weil es im Rezept so steht. Also musst du doch das GANZE Glas kaufen, die ganze Packung oder die ganzen 200g. Da die günstigen Preise nur in großen Absatzmengen realisierbar sind.

    Tja, und wer nie etwas wegwirft, der Schmeiße das erste Einmachglas. 😉 Und schon relativieren sich die Preise, da man die Produkte eh REZEPTÜBERGEREIFEND kauft.

    Der nächste Denkfehler: Die oft sehr günstigen Preise sind NIE in EINEM MARKT zu bekommen. Und ich möchte die Mutter sehen, die für einen Hackreistopf vier Supermärkte besucht um über all das günstigste Angebot zu finden !!

    Also, ich wäre mit solchen Büchern SEHR vorsichtig.

    Und was den Pferdeskandal angeht. Ja, es ist schlimm dass etwas drin ist, was nicht darufsteht. Aber mal ehrlich, das finde ich ÜBERALL. Schaut euch doch mal den Vertriebsweg an:

    Weg des Fleisches

    Ich zähle in diesem Fall alleine 8 Stationen in 6 Ländern. So, nun meine Frage an die, die ein Versagen des Systems anprangern. So ohne weiteres geht es einfach nicht. Hier sind zum Beispiel 6 Ländern im Spiel. Mit 6 verschiedenen Gesetzen und Interessen. WAS für ein System erwartet ihr da ? Selbstkontrolle scheidet bei so vielen Stationen aus, da ist die “Fehlerrate” einfach zu hoch. Staatliche Kontrolle (Wer bezahlt das ?)?

    Wir hatten schon genug Fleischskandale. Und ? Das System versagt dabei NICHT. Denn es gibt keins. Es kann kein 100% sicheres System geben das das verhindert.

    Das mit dem aktuellen Pferdefleischskandal muss aufgearbeitet werden, Verantwortliche bestrafen. Keine Frage. DAS WARS. Mehr geht nicht. Kein Grund ein Hype zu machen und kein Grund wieder die ganze Welt in Frage zu stellen. Das nervt mich auch immer. Ich kann prophezeien dass es in zwei Jahren WIEDER einen Skandal gibt. Das ist einfach so. Das ist der Preis der freien Marktwirtschaft. Ihr wollte den Europäischen Wirtschaftsraum regulieren ? Vom weltweiten mal ganz zu schweigen? Hahahahaha viel Spaß.

  67. #90 Tim
    Februar 21, 2013

    @Chris

    Ich kann das hier überhaupt nicht nachvollziehen was sie hier versuchen zu sagen,nämlich nichts anderes, als dass die kleinen Leute nicht meckern sollen wenn auch mal ein bisschen Pferd im Rinderhack ist.

    Das ist aus mehreren Gründen Falsch!(von den moralischen Bedenken mal ganz abgesehen)

    1)Wenn ich Rind kaufe,egal zu welchem Preis, Habe ich das Recht Rind zu bekommen,hat Herr Schönstein gut erklärt
    2)Verlinken sie ja selber einen Text der zu dem Schluss kommt,dass manche Leute gezwungen sind “billiges/ungesundes” Essen zu konsumieren.Haben sie bisher nicht aufgeklärt
    3) Der Hype war auch am Anfang schon berechtigt,nach der Methode den Herr Schönstein in seinem Blog erklärt.Was mich als Mensch interessiert, interessiert andere.Man könnte sich höchstens fragen warum gerade bei diesem “Skandal” jetzt gerade so laut geschrien wird.Das wird wohl tatsächlich am “Pferd” liegen, der Aufschrei wäre bei einem Roggen/Weizen Vergehen nicht so groß,macht den Skandal aber nicht kleiner, außerdem, warum nicht diesen Skandal und das öffentliche Interesse nutzen und daraus etwas gutes machen. Ich finde es gut wenn “gehyped” wird und jedem erklärt wird, dass das Fleisch seiner TK Lasagne über 6 Länder erst zu uns kommt. Jeder soll sehen wie seltsam und unkontrollierbar das System ist in dem wir leben. Jeder sollte darüber nachdenken was uns hier vorgesetzt wird.Jeder sollte erkennen, dass man als Endverbraucher ,entschuldigung, Scheissegal ist!
    Anstatt das hier, auf SB, nicht auch mal darüber nachgedacht wird, was wir ändern sollten an diesem System und bisher noch niemand den Zusammenhang mit Freistetters Posting “Esst mehr Insekten” hergestellt hat überrascht und enttäuscht mich etwas.

    Dasa sie aber, @Chris auch noch der Meinung sind, man könnte für 1,60 € nicht verlangen,dass kein Pferd in einer Lasagne ist, halte ich für erscheckend. (IMHO)

    @Mero
    sehr schön den Schwachsinn dieses Kochbuchs erklärt.Wie esse ich 5 Portionen Obst/Gemüse am Tag und zusätzlich noch etwas “nahrhaftes” verteilt auf 5 Mahlzeiten (die üblichen Gesundheitsempfehlungen).Für ca 2,55€/Kind??

    Allerdings unterschätzen sie die möglichen Regulierungen der Lebensmittel erheblich. Der Skandal ist ja meiner Meinung nach ja auch immernoch darin begründet,dass auch niemand so genau weiß wie lange das schon so geht mit dem Pferdefleisch und das niemand dahintergekommen ist, bzw das früher mal gerprüft hat.War wohl mehr oder weniger nur Zufall(oder ein Insindertipp).

    Die FSA hier im UK wird ab jetzt alle drei Monate ihre DNA Resultate veröffentlichen, aber um das ganze Europäische Netz zu kontrollieren und vielleicht zu revolutioniern würden einfache erste Schritte reichen, wie Verpackungsvorschriften. Die Nährwertampel ist ein erster Schritt, aber es würde alles noch viel weiter gehn.

    Warum sollen Produzenten nicht dazu gezwungen werden zu können aufzudrucken woher ihr Essen kommt?

    “Das Fleisch in ihrer Lasagne wurde von Rumänen nach Frankreich geschickt,ging dort durch 3 Fabriken,kam dann nach England,dann nach Belgien und wurde da zu Hackfleisch verarbeitet und schließlich noch dreimal durch Deutschland geschickt..”
    oder:

    “Vanille Joghurt ,mit Vanillegeschmack der aus Sägespänen und einem Schimmelpilz gewonnen wurde”

    “Nudeln, hergestellt aus Eiern aus Käfighaltung”drunter ein Bild wahlweise von 12903194 Hühnern auf 1m² oder ein dahinsiechendes Huhn.

    Geht alles nicht?Nun, schau nochmal auf der Zigarettenpackung neben dir nach 😉

    Das würde zu einem Umdenken führen, und nur so können wir das ganze System auch ändern. Aber leider ist es wohl wieder nur 5 Tage Aufschrei und danach ist alles vergESSEN..

    • #91 Chris
      Februar 22, 2013

      @Tim
      Noch einmal. Meine Kritik stellte sich am ANFANG, als lediglich die Tatsache Pferd im Rindfleisch-Hack zur Diskussion stand. Zu diesem Zeitpunkt wäre das Problem EXAKT das gleiche wie Roggen im Weizenbrot, was wiederum NIEMANDEN wirklich interessiert hätte. Jürgen hat nebenan natürlich seine Sicht als Journalist, die diese Medienaufruhr anders sieht. ICH sah da zu Beginn aber einen krassen Unterschied zu den Dioxin-Eiern (und selbst die waren ja streng genommen nicht soooo gefährlich).

      zu 2) ging es mir um das generelle, gesellschaftliche Problem der billigen Nahrung, am Extrembeispiel USA.

      zu 3) Bin ich ganz klar Deiner Meinung, solche Chancen sollten zur Sensibilisierung genutzt werden. Aber der Aspekt des Billig-Fraßes und der damit verbundenen Konsequenzen, der tauchte erst ein paar Tage später in den Medien auf.

      zu 4) Ich verlange genau das, was Du in 3) geschrieben hast, die Verbraucher sollten sich bewußt werden, was sie da kaufen. Und für 1,60 sollte jedem klar sein, dass es nur Fleischreste sein können, die zu solchen einem Preis enthalten sein können. Und dass hier dann Pferd drin auftaucht, macht dann keinen großen Unterschied, finde ich (immer unter der Bedingung, dass es sauber ist)

  68. #92 Tim
    Edinburgh
    Februar 21, 2013

    Schuldigung, für gewisse Rechtschreibschwächen 😀

    FSA habe ich auch noch vergessen, ist die “Food Standards Agency”

  69. #93 roel
    *****
    Februar 23, 2013

    @Chris Meine Sicht der Dinge ist auch immer noch: Was nicht deklariert ist, hat nichts im Lebensmittel zu suchen. Das ist gesetzlich auch so geregelt. Wenn Pferdefleisch Bestandteil eines Lebensmittels ist, muss es deklariert sein. Wenn es nicht deklariert ist, hat es dort nichts zu suchen. Und wer auch immer dazu Stellung bezieht, muss sich erstmal Gedanken machen, warum es nicht deklariert ist. Und dass das nicht aus Versehen geschehen ist, war auch von Anfang an klar. Wenn du meinst, dass es keinen Unterschied macht, ist das ganz persönlich dein Empfinden, gesetzlich ist das anders geregelt. Also muss von Anfang an die Frage sein, warum wird etwas den Lebensmitteln untergemischt, aber nicht benannt. Und auf die Frage gibt es nur begrenzte Antworten. Versehen scheidet aus. Welche Antwort sonst richtig ist ist egal, gesetzeskonform ist sie nicht. Und das war klar als feststand, dass nicht nur GB betroffen ist, sondern auch andere Länder. Wenn es sauber wäre, was verhindert eine Deklaration?

    Zusätzlich ist klar, dass nicht nur Billiglebensmittel betroffen sind. Timm hat es bereits erwähnt, in GB ist Beefeater betroffen, das war zur Zeit als ich noch dort wohnte ein Scenetreff und ich denke heute immer noch.

    • #94 Chris
      Februar 24, 2013

      @roel
      Wir reden die ganze Zeit, so scheint mir, aneinander vorbei. Den Betrug und die Deklaration habe ich nie in Frage gestellt.

  70. #95 roel
    *****
    Februar 25, 2013

    @Chris “Wir reden die ganze Zeit, so scheint mir, aneinander vorbei. Den Betrug und die Deklaration habe ich nie in Frage gestellt.”

    Ich fasse das mal so zusammen:
    Pferdefleisch wird als Rindfleisch deklariert.

    Deine Meinung ist: Es ist eine andere Fleischart. Es schmeckt genauso gut. Und bei den billigen Fertiggerichten muss man sich nicht wundern.

    Meine Meinung ist: Das Pferdefleisch kommt aus unbekannten Quellen unkontrolliert in Umlauf. Was deklariert ist muss auch im Essen sein, anderes darf nicht enthalten sein.

    Auch wenn viele mit vielen Begriffen, die auf der Zutatenliste stehen nichts anfangen können und viele Begriffe auch so gewählt sind, dass etwas anderes suggeriert wird, ist es wichtig, das die Deklaration zwingend eingehalten wird. Wird sie das nicht, können die nicht deklarierten Bestandteile nur unkontrolliert einfliessen. Das heißt schädliche, giftige Bestandteile können so in unser Essen gelangen. Ich denke da an Pferde, die z.B. auf Dioxin-verseuchten Weiden grasen, Pferde die mit Medikamenten vollgepumpt sind etc. Muss nicht sein, kann aber – und es kann nicht überprüft werden.

    Bei der zur Zeit geführte Diskussion über Spende dieser Lebensmittel an Bedürftige, gehen die Beführworter auch davon aus (ähnlich wie du), dass es gutes Fleisch ist. Aber, wie beschrieben, das weiß halt niemand.

    @rolak weiß nicht, ob du noch mit liest. Die TK hat eine Ernährungsstudie veröffentlicht: http://www.tk.de/tk/050-publikationen/studien-und-umfragen/studienband-zur-ernaehrungsumfrage/498466

  71. #96 Chris
    Februar 25, 2013

    @roel
    Das sind kleine Detailfragen. Mir ging es darum, einen Unterschied zu setzen zwischen gesundheitsgefährdenden und rein wirtschaftlichen Aspekten.
    Aber ich gebe einfach auf, die falschen BioEier sind auch ein Skandal. Ob Dioxin, falscher Inhalt oder falsches Etikett, alles ein Skandal…

  72. #97 roel
    *****
    Februar 25, 2013

    @Chris Ja klar alles ein Skandal. Du hast bei deinem Beitrag über Dioxin geschrieben: “Mit geht es um eine reale Einschätzung von Risiken und Gefahren.” Darum geht es mir auch. Du gingst davon aus, dass das (beigemengte) Pferdefleisch nicht schädlich ist (bis, dass dann vereinzelt Medikamente nachgewiesen wurden). Ich gehe davon aus, dass das Pferdefleisch mit Medikamenten und Giften belastet sein kann.

    “Das sind kleine Detailfragen”. Nein, das ist kein Detail. Das ist fehlende Kontrolle, die zeigt, wie unsicher das ganze System zur Lebensmittelsicherheit ist.

    “Aber ich gebe einfach auf” Ich will dich hier nicht raus diskutieren, ich möchte meine Bedenken aufzeigen und würde mich schon freuen, wenn du darlegen würdest, warum du das Pferdefleisch erst als bedenkenlos angesehen hast und offenbar kein Problem darin siehst, dass Bestandteile in Lebensmittel gemischt werden, die da nichts drin zu suchen haben. Vielleicht sehe ich das nur zu einseitig. ich würde das auch so locker sehen wie du, wenn ich wüsste, das da an irgendeiner Stelle Rindfleisch und Pferdefleisch angeliefert werden, die gleichen Kontrollen durchlaufen und zufällig falsch verwechselt ins Essen gerieten. Aber dem ist leider nicht so.

  73. #98 roel
    *****
    Februar 25, 2013

    “zufällig falsch verwechselt” sollte zufällig verwechselt heißen.

  74. #99 Chris
    Februar 25, 2013

    @roel
    Dioxin ist schweinegiftig und lagert sich im Fett ab, jede Vermeidung ist daher ratsam, im Essen hat es einfach nichts zu suchen.
    Pferdefleisch ist bei uns nicht sooo üblich, aber durchaus keine wirkliche Seltenheit. Und wenn in einem Schlachtbetrieb jemand die Kisten vertauscht, ist mir das wurscht (der Kalauer musste jetzt sein).
    Wenn jemand gewinnbringend Pferdefleisch aus Preisgründen (Angebot und Nachfrage, hier billig, da hin exportieren) reinpanscht, dann ist das Betrug. Aber nichts, das mich wirklich beunruhigt.
    Wie mehrmals betont, mit den gefundenen Rückständen wird da eine ganz andere Geschichte draus.

  75. #100 roel
    *****
    März 15, 2013

    @Chris es ist einige Zeit seit Beginn des Skandals vergangen. Wie Lebensmittelbetriebe sich versichern, ob die Rohstoffe Pferdefleisch enthalten habe ich bereits kurz angerissen. Meistens mit einer schriftlichen Anfrage beim Lieferanten. Es reicht dann eine schriftliche Bestätigung.

    Gerade habe ich gelesen wie das Vorgehen der Behörden ist.

    In Dresden wurde seit dem Skandal 1 Probe genommen. “Der Entnahme liegt der Aktionsplan „Aufklärung-Transparenz-Information-Regionalität“ des Verbraucherschutzministeriums zugrunde, das für Sachsen eine Untersuchung von acht Proben vorsieht. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Dresden wurde dementsprechend von der Landesdirektion mit der Entnahme einer Probe beauftragt. Welches Ergebnis dabei erzielt wurde, ist derzeit nicht bekannt.”

    und weiter

    “Die Lebensmittelkontrollbehörden des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz haben bundesweit 2258 Proben analysiert und ausgewertet. In bisher 152 Fällen sei Pferde-DNA nachgewiesen worden.”

    Es scheint als wäre der Aktionsplan ziemlich lückenhaft.

  76. #102 Engywuck
    März 18, 2013

    Ob Dioxin wirklich soooo giftig ist, ist nichtmal wirklich sicher. Die bisher überlebten Dosen (auch von den als gefährlicher geltenden Varianten) waren jedenfalls ziemlich hoch und bisher ist meines Wissens die Zahl der Todesfälle an Dioxin auch exakt 0. Chlorakne ist natürlich denoch unschön und inwieweit Teratogenität vorliegt weiss ich nicht.
    Dennoch hat es natürlich in Lebensmitteln nichts verloren, schon weil es meist Anzeichen für sonstige Sauereien ist (so wie Colibakterien selber ja auch nicht wirklich schädlich sind). Allerdings kann eine Dioxinbelastung auch “natürlich” auftreten, beispielsweise bei Waldbränden können größere Mengen entstehen und sind so über prähistorische Waldbrände und Lehmgruben auch schon in Hühnerfutter gelangt. Oder wenn der Bauer die Asche aus seinem mit reinem Bioholz betriebenen Ofen zu nah an der Kuhweide ausbringt. Nicht umsonst waren unter den letzten “Dioxinskandalen” auch einige Biolandwirtschaften.

    • #103 Chris
      März 22, 2013

      @Engywuck
      Lies mal etwa das hier durch, bevor Du einfach

      inwieweit Teratogenität vorliegt weiss ich nicht.

      schreibst. Es ist schlichtweg durch die geringe Datenmenge noch nicht bewiesen worden. Solche Paper zeigen aber, welches Gefahrenpotenzial hier vorliegt.

  77. #104 Hawk
    Juni 4, 2013

    Auch wenn der Thread schon etwas angestaubt ist, muss ich noch etwas dazu sagen:
    Ich stimme roel vollständig zu. Was als Inhaltsstoff (ob bei Lebensmitteln oder sonstwo) deklariert ist muss enthalten sein. Nichts anderes hat etwas darin verloren. Alles andere ist ein Skandal, der gar nicht groß genug aufgezogen werden kann.
    Ob solch ein zusätzlicher Inhaltsstoff gesundheitsschädlich ist oder nicht, kann man nämlich leider nicht pauschal entscheiden. Als Vater einer Tochter mit einer Allergie auf Hühnereiweiß weiß ich, wovon ich spreche.
    Den meisten Menschen mag es egal sein, ob in einem Lebensmittel auch noch nicht deklariertes Hühnerweiweiß drin ist oder nicht. Mir und meiner Tochter ist das keinesfalls egal!
    Ich habe keine Ahnung, ob es Leute gibt, die auf Pferdefleisch mit einem anaphylaktischen Schock reagieren. Sollte es sie jedoch geben, hätte es hier sogar Tote geben können.
    Deshalb noch mal: Jeder, der Inhaltsstoffe (ob in Lasagne oder Shampoo) unvollständig deklariert, macht sich meiner Meinung nach der versuchten Körperverletzung schuldig.

    Gruß Hawk

  78. #105 wedding dresses at nordstrom
    http://www.l-emedia.com/drupal/node/217832
    Juli 13, 2013

    Motivating blog