Ein offener Brief von Erich Eder

Eure Magnifizenzen, sehr geehrter Herr Univ.-Prof. Dr. Waldhäusl, sehr geehrter Herr Univ.-Prof. Dr. Swetly!

Am Wochenende brachte ich meinen Kater wegen plötzlich aufgetretener obstruktiver Uropathie in die Notfallambulanz der VetMed. Er bekam einen Katheter sowie die für solche Erkrankungen üblichen schmerzstillenden und krampflösenden Medikamente bzw. Infusionen.

Am Montag rief mich der diensthabende Arzt an, um mir von der Besserung der Symptome zu berichten – gleichzeitig aber, um mir für meinen Kater eine homöopathische Behandlung anzubieten. Ich glaubte zunächst, mich verhört zu haben.

– An einer Universitätsklinik erwarte ich die Behandlung nach dem “state of the art” und nicht nach einem seit 200 Jahren unveränderten, lediglich medizinhistorisch interessanten, unwissenschaftlich-magischen Konzept. Auf meine Nachfrage, wie er auf die Idee komme, mir so einen Unsinn anzubieten, stimmte der Arzt meiner Einschätzung im Prinzip zu, meinte aber, er und seine KollegInnen seien „angehalten”, den Tierbesitzern diese Behandlung anzubieten.

Angehalten?

Von wem? Und wozu? Um die Kosten (insgesamt 776,-) noch zu erhöhen? Für eine Scheinbehandlung ohne Wirkung? An einer Universitätsklinik?

Sehr geehrter Herr Vizerektor Waldhäusl, sehr geehrter Herr Vizerektor Swetly, als promovierter Mediziner bzw. Biochemiker haben Sie (und Ihre universitären KollegInnen als Veterinärmediziner) einen Eid darauf geleistet, sich in Ihrem Fachgebiet fortzubilden und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu halten. Daher müssen Ihnen die Publikationen

J. Maddox et al. (1988): ‘High-dilution’ experiments a delusion. Nature 334: 287-291.

Ph. Wernet et al. (2004): The Structure of the First Coordination Shell in Liquid Water. Science 304: 5673.

L. Hektoen (2005): Review of the current involvement of homeopathy in veterinary practice and research. Vet. Rec. 157: 224-229.

A. Shang et al. (2005): Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. Lancet 366: 726-32.

M. L. Cowan et al. (2005): Ultrafast memory loss and energy redistribution in the hydrogen bond network of liquid H2O. Nature 434, 199-202.

M. Baum & E. Ernst (2009): Should we maintain an open mind about homeopathy? Am. J. Med. 122: 973-974.

bekannt sein. Aus diesen geht nicht nur hervor, dass Homöopathie wirkungslos ist, sondern auch klar, warum dies so ist: Sie widerspricht physikalischen Grundgegebenheiten. Die WHO hat im Vorjahr die Gesundheitsminister aller Länder vor Homöopathie gewarnt und an sie appelliert, die Förderung der Homöopathie bei lebensbedrohlichen Krankheiten zu bekämpfen. In den USA ist Homöopathie von der FDA nicht als veterinärmedizinische Behandlung zugelassen. An Ihrer Universität (!) wird sie angeboten. Was kommt als nächstes? Wünschelruten, Pendel, Heilsteine? Tier-Astrologie an der VetMed?

Ich ersuche Sie, medizinisch-wissenschaftlich (und nicht wirtschaftlich oder anhand von Meinungsumfragen) zu begründen, warum an Ihrer Universität eine dem Stand der Wissenschaft nicht entsprechende und nachweislich nicht über den Placeboeffekt hinaus wirkende pseudomedizinische Methode praktiziert wird und weise Sie darauf hin, dass ich diesen offenen Brief und Ihre Antwort auf scienceblogs.de veröffentlichen werde.

Dem Kater geht es inzwischen übrigens wieder gut – ohne Homöopathie. Wäre ich so naiv gewesen und hätte der homöopathischen Behandlung zugestimmt, so gehörte ich heute wohl zu jenen zahlreichen Befürwortern, die sagen: “Es hat sogar bei meinem Haustier geholfen, und da gibt es ja keinen Placeboeffekt…!”

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Erich Eder

Lehrbeauftragter an der Univ. Wien (Fakultät für Lebenswissenschaften)

Vizepräsident der Gesellschaft für Kritisches Denken (GWUP Wien)

CC zur Information: Univ.-Prof. Dr. Ivo Schmerold, Institut für Pharmakologie d. VetMed.

Kommentare (94)

  1. #1 David
    29. Januar 2010

    Auf die Antwort (wenn sie denn kommt) bin ich sehr gespannt.

    Auf jeden Fall ein sehr gelungener Brief und ich habe endlich mal wieder drei Publikationen zu lesen, die ich noch nicht kenne.

  2. #2 KarlchenC30
    29. Januar 2010

    “Auf meine Nachfrage, wie er auf die Idee komme, mir so einen Unsinn anzubieten, stimmte der Arzt meiner Einschätzung im Prinzip zu, meinte aber, er und seine KollegInnen seien „angehalten”, den Tierbesitzern diese Behandlung anzubieten.”

    Tja da gibts in Deutschland z.B. eine “Wirtschaftsakademie für Medizinberufe” die Seminare anbietet wie man z.B. “Heel-kuren” an den Tierhalter vertickert. Das wird dann auch richtig im Rollenspiel geübt. Auf der Website dieser “Akademie” kann man dann auch nachlesen was mit Mitarbeitern geschehen sollte, die nicht Willens sind ein solches “Zusatzgeschäft” mitzutragen: Von diesen Mitarbeitern sollte man sich trennen. Kann gut sein dass der Tierarzt nur Angst hatte seinen Job zu verlieren wenn die Quacksalberumsätze nicht den Erwartungen entsprechen.
    Für eine Uniklinik wäre ein solches Verhalten natürlich noch erbärmlicher als es eh schon ist. Es ist ein Skandal dass Assistenzärzte so in ihrere Therapiewahl beeinflusst werden. Im Humanbereich dürfte das nicht anders sein.

  3. #3 wolfgang
    29. Januar 2010

    also ich hätte den Kater noch mit Granderwasser gefüttert 😉

    Gibts das schon zur Infusion?

  4. #4 sil
    29. Januar 2010

    Das Wort, welches mir bei dieser Geschichte einfällt, ist Unverschämtheit.

  5. #5 excanwahn
    29. Januar 2010

    Ich habe vor einigen Tagen einen Disput mit Herrn Professor Dr. Ralf Müller von der Kleintierklink an der LMU München geführt. Thema war eine Studie zur Behandlung von atopischer Dermatitis bei Hunden durch die “Eigenbluttherapie”.
    Ich war über die Selbstverständlichkeit, mit der in der Veterinärmedizin die obskuren und obsoleten Methoden der Humanmedizin dem wehrlosen Viech zugemutet werden, doch ein wenig entsetzt.
    Die Reaktion Herrn Dr. Müllers kommentiere ich nicht. Auf die Reaktion der Wiener Institutsleitung bin ich aber gespannt.

    http://excanwahn.wordpress.com/2010/01/03/eigenbluttherapie-hau-wech-die-kohle-nr-1/

  6. #6 Stefan W.
    29. Januar 2010

    @excanwahn: Zugemutet? Ich kenne die Therapieform nicht, aber wenn sie eine Tortur ist, dann müßte man doch den angebl. Arzt wg. Tierquälerei verklagen können. 🙂

  7. #7 fatmike182
    29. Januar 2010

    gute Sache – kann mir nicht vorstellen, dass darauf nicht geantwortet & gerechtfertigt wird. Tippe auf eine feige Rückzugstaktik…

  8. #8 Madmax
    29. Januar 2010

    Es ist schon irgendwie frustran, welche Kleingeister unterwegs sind. Homöopathie ist ein heisses Eisen, von mir aus. Aber was ist die Schulmedizion anderes als ein wissenschaftlicher, von der Pharmaindustrie gut bezahlter Probierladen, der sich Studien und Meinungen seit jeher kauft und gekauft hat. Homöopathie wird z. B. in vielen indischen Spitälern erfolgreich eingesetzt. Tierversuche müssen oft eine Aussage darüber geben, ob ein Medikament beim Menschen zugelassen wird oder nicht, lachhaft. Es gibt Antibiotika die bringen die eine Tiergattung um und die andere wird geheit. Sinnlose Polemisiererei hilft niemanden, seriöse Recherche wäre auch bei diesem Artikel zur Veterinärhomöopathie notwendig. Homöopathische Arzneien sind sehr billig, daher werden sie auch in Indien und Mexiko eingesetzt. Höchstwahrscheinlich waren die 776 € Behandlungskosten am Wochenende zu hoch und deshalb dieser Frust. Ich finde es genial, wenn in großen Schweinebetrieben hunderte Tiere homöopathisch von einer Grippe geheilt werden und es bei 500 Tieren keinen Todesfall gegeben hat. Besser und rüchstandsfreier ist die klassische Schulmedizin auch nicht und auch nicht billiger, zumal Nutztiere keinen Krankenschein haben.

  9. #9 Erich Eder
    29. Januar 2010

    Der Beleg würde mich interessieren, dass 500 Schweine homöopathisch von einer Grippe geheilt wurden. Darf ich fragen, wo das publiziert wurde? Wie wurde der kausale Nachweis geführt? Gab es eine unbehandelte Kontrollgruppe?

  10. #10 schlappohr
    29. Januar 2010

    In einem Prospekt einer kleinen Klinik in Bayern las ich kürzlich, dass auf Wunsch – und gegen Aufpreis – auch homöopathische Behandlungen angeboten werden, allerdings nur ergänzend. Ich hatte Gelegenheit, eine der leitenden Ärztinen darauf anzusprechen. Ihre Antwort war sinngemäß wie folgt:
    “Ich halte Homöopathie für völligen Unsinn. Wir machen das seit zwei Jahren und können bei den Patienten, die eine homöopathische Behandlung bekommen, keine schnellere Genesung feststellen als bei den anderen. Das sagen wir den Patienten auch. Aber die Leute fragen nach Homöopathie, sie wollen sie haben, und deswegen bieten wir sie an. Und für uns ist es ein netter Zuverdienst.”

    Ich bin gespannt, ob die Magifizenzen auch so ehrlich sind.

  11. #11 excanwahn
    29. Januar 2010

    Zitat Madmax: Ich finde es genial, wenn in großen Schweinebetrieben hunderte Tiere homöopathisch von einer Grippe geheilt werden…

    Ich finde es vor allen Dingen genial, wie der Schweine-Homöopath mit jeder einzelnen Sau die tiefgehende Anamnese der akuten geistartigen Störung der Lebenskraft
    – natürlich mit Abklärung der Modalitäten – durchgeführt hat, und dann für jede Sau ein individuelles Mittel mittels Repetitorium ermittelt.
    Und das Ganze sogar noch billiger als der Tierarzt.

  12. #12 Madmax
    29. Januar 2010

    Ging ja noch schneller als erwartet …
    Die Tiere wurden und werden von einem Tierarzt (Praxis mit mehreren Tierärzten)behandelt, der vorwiegend homöopathisch arbeitet und der von dem lebt, was er tut. Es gibt eigene Regeln für die Herdenanamnese, die auch in der Literatur dokumentiert sind (Sie werden ja wissen, wo); wenn man will, kann man das erlernen, sagt er. Der Kostendruck in der Schweinemast ist derart extrem, dass hier keine (existenzgefährdenden) Spielchen zu Lasten des Landwirtes probiert werden und der Betrieb arbeitet schon länger mit diesem Tierarzt zusammen. In der Nutztiermedizin funktionert es also doch irgendwie, wie es ausschaut, und auch wenn sich die Tiere nur einbilden, dass sie gesunden, stört es offensichtlich auch niemanden. 😉

  13. #13 fatmike182
    29. Januar 2010

    @ Madmax
    Bis auf den Satz Homöopathische Arzneien sind sehr billig, daher werden sie auch in Indien und Mexiko eingesetzt. haben, lese ich in deinem Beitrag nichts, was vermutlich durch Quellen untermauert werden kann. Stattdessen finden sich viele Hören-sagen-Mythen wieder, die man von “ich hab mal gehört, in einem Spital in Asien…”-Märchen kennt.
    So, nun zum einzigen Satz, der Wahrheitsgehalt hat: reiche Inder setzen dennoch nicht auf Ayuveda sondern auf westliche Medizin.

  14. #14 fatmike182
    29. Januar 2010

    @ Madmax
    Bitte mehr Details, zB wie der Arzt die Grippe feststellt und innerhalb welches Zeitraumes die wundersame Heilung auftritt. Was sagt die Kommission/Behörde zu seinen Versuchen?

  15. #15 Schmogel
    29. Januar 2010

    “Tierversuche müssen oft eine Aussage darüber geben, ob ein Medikament beim Menschen zugelassen wird oder nicht, lachhaft.”

    Werden homöopathische Mittel eigentlich auch vorher an Tieren getestet? Dass muss denen doch verdächtig erscheinen, wenn nie Nebenwirkungen auftreten 😀

  16. #16 Dr. Glukose
    29. Januar 2010

    Aber was ist die Schulmedizin anderes als ein wissenschaftlicher, von der Pharmaindustrie gut bezahlter Probierladen, der sich Studien und Meinungen seit jeher kauft und gekauft hat.

    Überall gibt es schwarze Schafe, aber die größten schwarzen Schafe sind ohne Zweifel in der Homöopathie zu finden. Ich meine, lesen sie sich doch bitte mal die “wissenschaftlichen Publikationen” zur Homöopathie hier durch…danach fällt ihnen garnichts mehr ein!!! Schulmedizin hin oder her: Sie wirkt, Homöopathie tut es nicht.

    P.S.: Was ist die Homöopathie anderes als ein unwissenschaftlicher, von Möchtegern-Wissenschaftlern gut bezahlter Probierladen, der sich Studien und Meinungen seit jeher kauft und gekauft hat?

  17. #17 excanwahn
    29. Januar 2010

    @Madmax

    Zum Thema veterinärmedizinische bzw. bäuerliche Stall-Wahrnehmung erlaube ich mir, noch einen zweiten Artikel zu verlinken:

    http://excanwahn.wordpress.com/2010/01/17/biologisch-dynamische-blauzungen-blodheit/

    Schön ist der Schlußsatz.

  18. #18 Madmax
    29. Januar 2010

    Da ist offensichtlich sehr wenig Basiswissen vorhanden. Einerseits ist die Anwendung der Homöopathie in der Nutztierpraxis klar geregelt, auch wer sie anwenden darf, andererseits sollte auch das Wissen über die Nutztierproduktion upgedatet werden. Erst nachdem das alles erfolgt ist, macht es Sinn, weiter zu diskutieren. So ist es ganz einfach Laaschatzerei, wie der Lungauer zu sagen pflegt.

  19. #19 Dr. Glukose
    29. Januar 2010

    Für das Basiswissen, was laut Madmax vorhanden sein soll, empfehle ich

    Der vorliegende Beitrag sollte einen Einblick geben in die Theorie der Homöopathie und deren praktische Einsatzmöglichkeiten bzw. Grenzen bei der Behandlung von Nutztieren. Auch wenn zweifellos festgestellt werden kann, dass der Stellenwert der Homöopathie nicht nur bei Heimtieren, sondern auch im landwirtschaftlichen Bereich stetig zunimmt, dürfen die Lücken in dem Wissen über diese Heilmethode nicht verdrängt werden.

    Das ganze PDF-File gibt es hier.

    Wer es möchte, kann sich noch die sinnlosen Publikationen hier anschauen

  20. #20 Dr. E. Berndt
    29. Januar 2010

    Die nächsten 20 – 50 Kommentare werden wohl draufgehen, um die großen und kleinenVerschwörungstheorien auszusondern!

  21. #21 excanwahn
    29. Januar 2010

    Prof. Dr. Kerstin Müller von der Veterinärmedizin an der FU Berlin hat im letzten Jahr einen Vortrag über die systemische Betrachtungsweisen (sprich: ganzheitliches Stall-Management) gehalten, und dabei wesentliche Faktoren der Tiergesundheit angesprochen. Dabei ging es zwar nicht um Homöopathie, sondern darum, wie mit geschicktem Management die Kosten für veterinärmedizinische Betreuung der Herden reduziert werden kann.

    Wenn ich in der Studie der Carsten-Stiftung lese:

    Die Anwendung homöopathischer Medikamente zwingt zur Verbesserung des Managements und zur verbesserten Tierbeobachtung, da sich mit Hilfe dieser Medikamente Managementfehler nicht kaschieren lassen (Schütte 2003).

    kann ich mir die restliche Lektüre sparen.

  22. #22 Madmax
    29. Januar 2010

    Contergan + Co lassen grüßen. Ah ja, auch die Nachkriegsmütter gaben Michersatz anstelle von Muttermilch, weil der Ersatz ja besser war ….
    Schade, dass solche Diskussionen nicht bringen.
    Trotzdem ein schönes Wochenende, die Kanzlei ist hiermit geschlossen.
    G!

  23. #24 MattMonkey
    29. Januar 2010

    Ich habe leider keine Erfahrung im Bewerten von medizinischen Studien, aber sagt diese “klinische Studie” der Carstens Stiftung in der Diskussion nicht aus, dass das geprüfte Homöopathische Mittel keine statistisch signifikante Wirkung ggü. dem Placebo hat?
    http://www.carstens-stiftung.de/wissen/hom/pdf/klin_teut_amb.pdf

  24. #25 Dr. E. Berndt
    29. Januar 2010

    Homöopathie wirkt wie Granderwasser und Beten! Beide werden durch tausende Anekdoten und Anwender belegt.
    Homöopathie läßt sich grundsätzlich nur mit Stammtischargumenten nachweisen!Standardkalauer der Homöopathie ist . “Wer heilt, hat recht”
    Homöopathen kritisieren grundsätzlich keine anderen Methoden der alternativen, komplementären und ganzhheitlichen Heilerei, da jedes wissenschaftliche Argument sich auch gegen ihre Lehre richtet.
    Homöopathen sind begnadete Rosinenpicker. Sie finden immer irgend welche Studien oder Teilergebnisse von Studien, mit denen sie Wirkung “beweisen”. Immer werden Ausreden gemacht. Aber 200 Jahre Gerede sollten genug sein.

  25. #26 Dr. E. Berndt
    29. Januar 2010

    @Madmax
    Ach ja, und zum Stammtisch gehört auch das Aufwärmen schulmedizischer Untaten!
    Was wollen Sie damit beweisen? Homöopathie wirkt, weil Contergan ein Fehler war. Etwas eigenartig die Logik. Das kennen wir. Noch rasch eine Duftmarke absetzen und sich dann vertschüssen!
    Immerhin hat die konventionelle wissenschaftliche Medizin, so furchtbar auch Contergan war, viel aus diesem bedauerlichen Zwischenfall gelernt. Unser Wissen wurde nachhaltig vebessert. Welchen Erkenntnisgewinn hat Homöopathie in den letzten 200 Jahren erbracht?
    Sie sollten einen wenigstens nennen!

  26. #27 Dr. Glukose
    29. Januar 2010

    @MattMonkey: Genau das tut sie! Mir würder aber der Satz

    Problematisch zu beurteilen ist die niedrige Anzahl der Prüfer in der Placebogruppe. Hier hatten wir uns an den innerhomöopathischen Empfeh-lungen orientiert, nur wenige Placebo-Prüfer als Kontrolle zu verwenden. Dies hat zu einer verminderten Power und wahrscheinlich zu verzerrten statistischen Ergebnissen geführt. Dies schränkt leider auch die Aussage-kraft des Ergebnisses ein.

    und

    Die Forschung zu homöopa-thischen Prüfungen sollte im Bereich der qualitativen Analyse intensiviert werden.

    zu denken geben.

    Wieso führt man eine Studie also nicht gleich richtig durch? Und der Satz “Es sollte mehr geforscht werden” ist DER Standard-Satz in jeder “wissenschaftlichen” Veröffentlichung von Homöopathen. Am besten, man liefert keine Ergebnisse und sagt stattdessen, man solle mehr forschen. Hurra!

  27. #28 wolfgang
    29. Januar 2010

    Homöopathie im Saustall- cool. Und wenns mal wirklich Influenza ist wird gekeult- eine Methode die Humanmedizinern versagt ist. Aber Homöopathie kann auch beim Menschen so etwas ähnliches wie Keulung bewirken.

  28. #29 Sabine
    29. Januar 2010

    @Erich Eder:
    Danke für den Brief an die VetMed und vor allem gute Besserung für den Kater!

  29. #30 klauszwingenberger
    29. Januar 2010

    Contergan + Co lassen grüßen.

    Moooment mal, gerade auf diesen Fall dürfen sich Homöopathen nicht berufen.

    Das Problem bei Thalidomid – Handelsname Contergan – bestand darin, dass es zwar den Tierversuch bestanden hatte, bei der Markteinführung aber niemand wusste, wie und warum genau es eigentlich wirkt. Es fehlte eine hieb- und stichfeste Theorie über den Wirkmechanismus. Deshalb war nicht klar, dass Contergan, ohne genetische Schäden zu verursachen, einfach bestimmte Wachstumsprozesse bei der menschlichen embryonalen Entwicklung stört.

    Genau daran, nämlich an einer nachvollziehbaren Erklärung der Wirkung, krankt die Homöopathie grundsätzlich, und daran wird sich nach Lage der Dinge auch nichts mehr ändern. Bei der Unmenge von homöopathischen Präparaten, die auf dem Markt sind, kann ein solcher Blindflug eigentlich nur deshalb ohne unmittelbare fatale Folgen bleiben, weil deren Wirkung generell gleich null ist.

  30. #31 S.S.T.
    29. Januar 2010

    Madmax ist sowieso über alle Berge, nachdem er an allen möglichen Bäumen sein Beinchen gehohen hat und alle Urteile und Vorurteile über Homöopsychopathen in glänzender Weise bestätigt hat. Wenn er wenigstens nicht an Legesthanie leiden würde, hätte er bestimmt gesehen, dass alle seine Pseudoargumente hier und nebenan schon hundertmal widerlegt worden sind.

  31. #32 Erich Eder
    29. Januar 2010

    Gerade Contergan war ja der Grund für die radikale gesetzliche Vorschreibung bzw. Verschärfung KLINISCHER STUDIEN zur Untersuchung von Wirkungen und Nebenwirkungen: was man heute GCP nennt, also “good clinical practice” – placebokontrollierte Doppelblindstudien und all die Dinge, die im Alternativmedizinbereich noch immer nicht gang und gebe sind….! Denn die Wissenschaft lernt im Gegensatz zur Esoterik aus ihren Fehlern…

    Wie sagt Tom Minchin so schön: “Do you know what they call “Alternative Medicine’ that has been proved to work? —- ‘Medicine’……!”

    siehe http://www.youtube.com/watch?v=UB_htqDCP-s&feature=player_embedded

  32. #33 S.S.T.
    29. Januar 2010

    @klauszwingenberger

    Soweit ich weiß, wurde Contergan vorschriftsgemäß (damals) im Tierversuch getestet, eben auch bei schwangeren Kanninchen. Allerdings wurde bei diesen das, in diesem spez. Fall entscheidende, Zeitfenster, bei denen es teratogen wirkt, nicht erfasst.

    Falls das nicht zutreffen sollte, bitte ich um Korrektur.

  33. #34 klauszwingenberger
    29. Januar 2010

    @S.S.T.

    Im Prinzip richtig. Die ersten Versuchsreihen wurden, wie damals Standard, mit Mäusen durchgeführt. Die sedierende Wirkung soll wohl nicht berauschend gewesen sein und sich kaum von einem Placebo unterschieden haben (sic!). Bei einer bestimmten Kaninchenrasse wurden zufällig und viel später, als das Desaster bereits eingetreten war, ebenfalls Missbildungen festgestellt.

    Jetzt, wo der genaue Wirkmechanismus bekannt ist, gibt es übrigens – streng überwachte – therapeutische Anwendungen von Thalidomid. Die populärste Anwendung sind schwere Leprafälle.

  34. #35 Badrobot
    29. Januar 2010

    Die oben zitierte “Studie” liest sich wieder einmal ganz esotypisch: Wir können keinen signifikanten Unterschied zur Placebogruppe feststellen, werten aber das, was wir gefunden haben trotzdem als Bestätigung für das Arzneimittelprofil. Also scheints doch zu wirken. Bingo.

    Und schon wieder eine positive Studie.

  35. #36 Ulrich Berger
    30. Januar 2010

    Die oben zitierte Teut et al. Studie ist eine typisch schwachsinnige Studie. Es traten 11 Probanden in der Verumgruppe und 4 in der Placebogruppe an. Die Studie ist also von vornherein massiv underpowered. Ein Psychologe, der so ein Studiendesign beim FWF einreicht, wird mit dem nassen Fetzen davongejagt. Aber die Homöopathen schicken sie zum Abdruck an eine alternative “Fachzeitschrift”. Armselig.

  36. #37 Roland K.
    30. Januar 2010

    In der Studie steht: “Problematisch zu beurteilen ist die niedrige Anzahl der Prüfer in der Placebogruppe. Hier hatten wir uns an den innerhomöopathischen Empfeh-lungen orientiert, nur wenige Placebo-Prüfer als Kontrolle zu verwenden.”

    Häääää? Sicherheitshalber nur eine (zu) kleine Placebo-Gruppe verwenden, damit man keine klare Aussage treffen kann??? Was für einen Sinn soll eine sehr kleine Placebo-Gruppe machen? Hier wurden ja durch Verabreichung von “nur” Placebo keine Menschenleben riskiert. Keiner hatte eine ernst zu nehmende Erkrankung die es zu behandeln galt.

    Klingt nach einer schlechten Ausrede.

    Außerdem ist es immer wieder erstaunlich, wie man aus einem negativen Ergebnis (“Die statistische Analyse zeigte keine signifikanten Gruppenunterschiede.”) doch noch was positives herbei diskutiert.

  37. #38 JV
    30. Januar 2010

    Wieso Ausrede? Typisch homöopathisch: Je kleiner die Stichprobe, desto größer die Power! ;-)))

  38. #39 Adromir
    30. Januar 2010

    Homöopathen kritisieren grundsätzlich keine anderen Methoden der alternativen, komplementären und ganzhheitlichen Heilerei, da jedes wissenschaftliche Argument sich auch gegen ihre Lehre richtet.

    Ich hab schon ein paar Streitgespräche zwischen klassischen und Komplexhomöopathen gelesen. Da ging es sprachlich zünftiger zu als in der klassischen Skeptier vs. Homöopath Debatte.

  39. #40 Thomas J
    30. Januar 2010

    @Adromir

    Wo kann man sowas lesen? Das nähmt mich ja mal Wunder…

  40. #41 Rabe
    30. Januar 2010

    Dr.Boli hat auch etwas zur Homöopathie, kommt, lacht doch mal.
    http://drboli.wordpress.com/
    Und die Anzeigen nicht vergessen.

  41. #42 Aragorn
    30. Januar 2010

    Nachdem die “Homöopathen ohne Grenzen” mit ihrer Initiative in der dritten Welt nicht so erfolgreich waren, kommt der nächste Kalauer. Wenn man nicht so viele Menschen wie gewünscht, vom Vorteil einer homöopathischen Behandlung überzeugen kann, dann machen wir halt mit der Überzeugungsarbeit im Stall weiter. Vielleicht ergeben homöopathische Kuh- und Schafstudien bessere Ergebnisse, wenn man die Antworten des Patienten: Muuhhhhh und Määhh, entsprechend interpretiert 🙂

  42. #44 Dr. E. Berndt
    31. Januar 2010

    @Adromir
    Viel besondere Diskussion war da nicht drinnen. Ich habe mal herausgelesen, daß versucht wird, das “Homöopathische Denken” gegen das Eindringen “schulmedizinischen Denkens” zu schützen.
    Eine Frage wäre gewesen warum z. B. Bestandteil X in der Potenzierung Dy und nicht in Dz in der Komplexmixtur enthalten ist. Darüber ist nicht diskutiert worden. Einzig Godesberg, dessen Beiträge ich im Standard genieße, versuchte darzulegen, daß Echinacea D1 Phytotherapie ist. Dies wurde ihm mit dem Hinweis bestritten, daß doch, gemessen nach der eingenommen Portion Komplexmittel, zu wenig Echinacinpressaft für eine phytotherapeutische Wirkung eingenommen wird.
    Außerdem wurde festgestellt, daß “Die andere Medizin” der Stiftung Warentest zurückgezogen werden mußte. Das ist mir neu. Amazon liefert sofort!
    Ansonsten ereiferte hom sich über die Bublath-Sendung.

  43. #45 Adromir
    31. Januar 2010

    Vielleicht hab ich auch den falschen Thread rausgesucht. Beim ersten überfliegen schien es der richtige gewesen zu sein, kann mich aber auch irren, da es schon etwas her ist. Vielleicht hatte ich die debattte auch generell falsch in Erinnerung, auch möglich.

  44. #46 excanwahn
    31. Januar 2010

    Hallo Dr. Berndt,

    der bei “transgallaxy” archivierte Diskurs im ZDF-Forum zur Bublath-Sendung war ein echter Knaller. Nicht so sehr wegen der Frage, ob D1 von Echinacea ein Homöopathikum ist. Das kann ja schon wegen der Nichtanwendbarkeit des Simile-Prinzips ausgeschlossen werden.

    Der wirkliche Gag bestand wirklich in der vollendeten Verwirrung der Beliebigkeitshomöopathinen, die gerade begonnen hatten, sich die Scheiße gülden zu reden, bis Ulrich Boot als “genuiner Homöopath” das Forum aufmischte.

    Die Folge: Homöopathen am Rande des Nervenzusammenbruchs

    ” Einmal versucht man homöopathisch zu argumentieren und man/ Frau wird in diesem Forum zerlegt in allen Richtungen; man kann Literatur und Studien angeben woviel man mag. Stendig ist man den Anfeindungen der NurSchulmediziner in diesem Forum ausgesetzt. Die Argumentationsweise wird von den Schulmedizenern als “schwammig” kritisiert. Wenn man dann mal versucht, diesen mit schulmedizinischer Denke zu argumentieren, um z.B. die Wirkung von niederpotenten Homöopathika auf Phytos zu reduzieren ad absurdum zu führen, wird man dafür auch wieder geohrfeigt. ”

  45. #47 rolak
    31. Januar 2010

    Falls ihr =»das meint, halte ich Adronirs Bezeichnung ‘zünftig’ für angemessen.

  46. #48 Roland Giersig
    31. Januar 2010

    Unter dem Begriff “Homöopathie” werden eigentlich drei Effekte zusammengefasst. Das erste sind, im Bereich der Urtinkturen und nur schwach verdünnten Tinkturen, normale Heilpflanzen, Naturheilkunde. Im Bereich der hoch-potenzierten Tinkturen kommt für mich der Placebo-Effekt ins Spiel. Und nur im Bereich der realistischen Verdünnungen findet sich das eigentliche homöopathische Prinzip wieder, nämlich, dass jene Substanzen, die in hoher Dosierung ein bestimmtes Krankheitsbild auslösen, in niedrigerer Dosierung gegen Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen erfolgreich eingesetzt werden können.

    Daher kommt es bei einer homöopathischen Behandlung immer darauf an, mit welchem Wirkstoff in welcher Konzentration behandelt werden soll. Generell Ablehnen ist genauso falsch wie gedankenlose Zustimmung.

    Wobei der Placebo-Effekt nach neuen Studien noch weitaus stärker ist, als man bisher vermutet hat. Medikamente wirken zB dann besonders gut, wenn sie teuer sind oder invasiv verabreicht werden. Und Placebos wirken auf Grund des Rosenthal-Effekts auch bei Tieren.

  47. #49 georg
    1. Februar 2010

    @verrückter max

    Es gibt eigene Regeln für die Herdenanamnese

    Diese Regeln sind vermutlich die Begründung, dass man in Apotheken Glaubulis auch einfach so kaufen darf.
    mfg georg

  48. #50 excanwahn
    1. Februar 2010

    ” Daher kommt es bei einer homöopathischen Behandlung immer darauf an, mit welchem Wirkstoff in welcher Konzentration behandelt werden soll. Generell Ablehnen ist genauso falsch wie gedankenlose Zustimmung.”

    Bitte, Herr Giersig, ein Beispiel, wirklich nur eins, bei dem die Theorie der Homöopathie durchgängig stimmt, und die Ergebnisse reproduzierbar sind.

    So etwa: D0 von Echinacea löst bei Gesunden die Syptome eine Rhinosinusitis aus,
    D1 von Echinacea heilt diese bei Erkrankten.

    Sonst gilt wie üblich: SÜLZE

  49. #51 georg
    1. Februar 2010

    @excanwahn
    So etwa: D0 von Alkohol löst bei Gesunden die Symptome einer Trunkenheit aus,
    D100 von Alkohol heilt diese bei Betrunkenen.

    Es gilt wie üblich: SÜLZE
    mfg georg

  50. #52 Dr. E. Berndt
    1. Februar 2010

    @Roland Giersing!
    Gratuliere, Sie haben so eben eine neue Honöopathie erfunden. Sie brauchen aber vor den den anderen Homöopathen oder anderen CAM-Heilern keine Angst haben. Wenn es der täglichen Diskussion nützt, es geeignet ist, damit aufkeimende Skepsis einzulullen, dann wird man ihnen diese Argumentaion stehlen.

    Niemand wird ihre Interpretation massiv in Frage stellen. Einzig konventionelle auf nurturwissenschaftlichen Kausalitäten pochende Wissenschafter, Mediziner etc. werden trotzdem Kritik üben.

    Diese “Aufsplitterung” erklärt nicht mehr als bisher – nämlich nichts!

  51. #53 Roland Giersig
    1. Februar 2010

    Homöopathisches Arsen wird beispielsweise gegen Arsen-Vergiftungen eingesetzt:

    http://www.apotheken-umschau.de/Vergiftungen/Kaum-zu-glauben-Homoeopathie-hilft-A050805ANOND013098.html

    Bitte mich nicht in dieselbe Kategorie wie jene stecken, die mit “feuchten Händen” und “Nachtschweiss” anfangen. Für mich besteht die Wahrheit hinter der Homöopathie im Prinzip der Impfung: eine unkritische kleine Menge einer gefährlichen Substanz regt den Körper dazu an, gegen die große gefährliche Menge Abwehrkräfte zu bilden. Ein interessantes Prinzip, das es wert ist weiter erforscht zu werden.

    Ich bin übrigens ein absoluter Gegner der esoterischen Erklärungen, warum Hochpotenzen wirken, bei denen rein rechnerisch kein einziges Atom oder Molekül des Wirkstoffes drinnen sein kann. Denn dann sind im Gegenzug Milliarden Atome aller anderen homöopathisch wirksamen Substanzen drinnen. Das soll mir mal ein Homöopath wegdiskutieren…

  52. #54 Ulrich Berger
    1. Februar 2010

    @ Roland Giersig:

    Prinzipiell haben Sie ja Recht, nur der Arsen-Artikel ist ein denkbar schlechtes Beispiel dafür. Die Studie stammt von 2003, seit 7 Jahren fehlt eine unabhängige Replikation. Und 5 Mäuse pro Gruppe ist ein bisschen arg wenig.

  53. #55 radicchio
    1. Februar 2010

    Für mich besteht die Wahrheit hinter der Homöopathie im Prinzip der Impfung: eine unkritische kleine Menge einer gefährlichen Substanz regt den Körper dazu an, gegen die große gefährliche Menge Abwehrkräfte zu bilden.

    hier ist ja alles falsch:
    1. ist eine impfung nicht wirksam auf grund einer kleinen menge
    2. ist das prinzip einer vorbeugenden immunisierung in der HP nicht vorgesehen

  54. #56 Dr. E. Berndt
    1. Februar 2010

    @Roland Giersig
    Der Artikel aus der Apotheken Rundschau ist echt potenzierter Schwachsinn!
    Vergessen Sie den Humbug!
    Mit Impfung hat, wie radiccio völlig zu recht bemerkt, das ganze rein gar nichts zu tun.
    Wissen Sie, ihre Argumentation ist der Versuch, irgendwie mit irgendwelchen schön klingenden Bemerkungen ( Argumentation wäre zu hoch gegriffen) eine Harmonie zwischen naturwissenschaftlicher Kausalität und den scheinbaren Wirkungen der Homöopathie herbeizureden. Homöopathie wirkt nur scheinbar. Sie wirkt, wenn, dann nur aus Gründen, die eigentlich nichts mit der Homöopathie zu tun haben.

    Derer gibt es viele: Sie reichen von unzureichender Beobachtung, falscher Diagnose, kurzzeitiger Besserung, Zufall, zeitlicher Zusammenhang, Placeboeffekte, psychologische Ausnahmesituation, geschürten Ängsten vor konventioneller Medizin, Angst vpr Kortison usw. bis hin zu Ammenmärchen. Und vor allem unheilbare Erkrankungen mit schubartigen Verlauf und immer wieder auftretenden Phasen der Beschwerdefreiheit sind eine Domäne der Homöopathie. Und dann gibt es noch das “homöopathische” Disease mongering. Alltägliche Unpäßlichkeiten, die eigentlich nicht medizisch zu behandeln sind, werden einem disponierten Publikum als behandlungswürdige Gefahr und Krankheit so lange eingeredet, bis endlich die Homöopathie davon wieder befreit!

    Jetzt neu am Markt: Mutters Puste biologsch komprimiert (handverdichtet) in der Dose zum Mitnehmen. So und nicht anders funkioniert die Homöopathie!

  55. #57 Roland Giersig
    2. Februar 2010

    Natürlich, der Placebo-Effekt ist ein wesentlicher Faktor, warum Homöopathie wirkt. Übrigens auch bei herkömmlichen Medikamenten, nach einer neuen Studie zeigen viele neu zugelassene Medikamente keine wesentlich bessere Wirkung als die Placebos.

    Warum Homöopathie positive Erfolge zeigt: weil sie zur Diagnose viel Zeit auf die Erforschung der Befindlichkeiten des Patienten investiert. Homöopathie ist zu einem guten Teil eine Gesprächstherapie.

    Dennoch, für mich ist die Frage noch nicht hinreichend erforscht, ob das Prinzip, das ich erläutert habe, nicht doch funktioniert. Ja, es gibt viele Studien, die homöopathischen Globuli nicht mehr Wirkung zuweisen als den parallel verabreichten Placebos. Aber ich habe noch keine Studie gefunden, die sich genau auf die Erforschung dieses “Impf”-Prinzips konzentriert hätte.

    Ich hab jetzt ein Beispiel: Pulsatilla D6. Es ist ein starkes Toxin, das stark verdünnt den Kreislauf ankurbelt. Wie funktioniert das?

  56. #58 Adromir
    2. Februar 2010

    Bevor wir uns darüber unterhalten, wie Pulsatilla D6 den Kreislauf ankurbelt, sollten sie erstmal zweifelsfrei darlegen können, daß es den beeinflusst. Und zwar besser als eine Placebogabe.

    Ansonsten ist das genau so überflüssig als darüber zu diskutieren, warum man durch Gravitation D10 fliegen kann..

    Und nein, nein, nein Homöopathie hat rein gar nichts mit irgendwelchen Impfprinzipien zu tun. Wer davon redet offenbart hauptsächlich nur sein eigenes Unwissen im Bezug auf medizinisches Wissen.

    ich sag es mal ganz böse: Homöopathie und Konsorten ist was für Leute, die sich nicht eingestehen wollen, daß sie von Medizin keine Ahnung haben aber trotzdem sich furchtbar schlau in diesem Bereich vorkommen wollen.

  57. #59 S.S.T.
    2. Februar 2010

    @ Roland Giersig

    Für mich besteht die Wahrheit hinter der Homöopathie im Prinzip der Impfung: eine unkritische kleine Menge einer gefährlichen Substanz regt den Körper dazu an, gegen die große gefährliche Menge Abwehrkräfte zu bilden. Ein interessantes Prinzip, das es wert ist weiter erforscht zu werden.

    Das ist natürlich Unfug, weil auf molekularer/atomarer Ebene praktisch alle Stoffe ubiquitär sind, das heißt, wir nehmen eh permanent Stoffe wie Arsen, excrementum caninum (TM) etc. in kleinsten Mengen auf, ob wir wollen oder nicht.

    Man kann auch ausrechnen, wie viele Moleküle von Cäsars letztem Atemzug wir bei jedem Einatmen aufnehmen.

  58. #60 excanwahn
    2. Februar 2010

    Zitat Roland Giersig: “Für mich besteht die Wahrheit hinter der Homöopathie im Prinzip der Impfung…”

    Zitat Deutscher Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ): “Es gibt keine „homöopathischen Impfungen“. Kein homöopathisches Mittel ist in der Lage, eine nachweisbare Immunisierung hervorzurufen. Vor dem Ersatz einer notwendigen Impfung durch die Einnahme homöopathischer Medikamente wird gewarnt.”

    Zitat Roland Giersig: “…eine unkritische kleine Menge einer gefährlichen Substanz regt den Körper dazu an, gegen die große gefährliche Menge Abwehrkräfte zu bilden.”

    Ja klar, Herr Giersig, deshalb traktieren Homöopathen auch schon mal schwere Infektionen mit Nosoden aus infiziertem Material, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
    Wie verquast muss Denken eigentlich sein, wenn man – angesichts eines mit pathogenen Keimen überschwemmten Organismus – eine Heilwirkung von eben diesem Keim in homöopathischer Dosierung erwartet ?

  59. #61 wolfgang
    2. Februar 2010

    Roland Giersig schreibt

    Bitte mich nicht in dieselbe Kategorie wie jene stecken, die mit “feuchten Händen” und “Nachtschweiss” anfangen. Für mich besteht die Wahrheit hinter der Homöopathie im Prinzip der Impfung: eine unkritische kleine Menge einer gefährlichen Substanz regt den Körper dazu an, gegen die große gefährliche Menge Abwehrkräfte zu bilden. Ein interessantes Prinzip, das es wert ist weiter erforscht zu werden.

    na ja eine niedrig Potenz von Arsen könnte durchaus arsentypische Wirkungen haben, weil da ja noch was drinnen ist- die Hitterichs u.a. habens im Mittelalter gemacht- nur Abwehrkräfte (=humorale und zelluläre Immunität) wurden da keine gebildet – wurde die Dosis gesteigert, war die Vergiftung da.

    Und mit homöopathischem obligat radioaktivem Plutonium geht das schon gar nicht.

    Und bei Impfungen wird normalerweise im Tierversuch ermittelt, welche Dosis verträglich ist und welche Dosis vermutlich beim Menschen wirksam ist. Dann wird eine Dosisfindungsstudie auch beim Menschen gemacht, und die Dosis muss nur hoch genug sein um schützende Antikörper und zelluläre Immunität zu induzieren.

    Ist alles ein wenig komplexer als in der HP , dafür funktioniert das Impfen aber auch.

    Bei Lebendimpfungen ists wieder anders, da muss sich der abgeschwächte Erreger vermehren, bis genug da ist, um vom Immunsystem erkannt zu werden.

    Könnte natürlich bei der HP auch so ähnlich sein, es wird ja nicht geprüft ob der Eiterspender mit dem die Nosode hergestellt wird, HIV-pos war oder nicht. Evtl war er ja gerade deswegen eitrig.

  60. #62 Helmut E.
    2. Februar 2010

    Natürlich, der Placebo-Effekt ist ein wesentlicher Faktor, warum Homöopathie wirkt. Übrigens auch bei herkömmlichen Medikamenten, nach einer neuen Studie zeigen viele neu zugelassene Medikamente keine wesentlich bessere Wirkung als die Placebos.

    Das ist vermutlich sogar richtig. Durch Umstände wie schlechtes Studiendesign, publication bias oder schlichtem Zufall (statistisch gesehen zeigen rund 5% aller Medikamentenstudien fälschlicherweise einen positiven Effekt) kommen bestimmt auch wirkungslose Präparate auf den Markt.

    Aber im Unterschied zur Homöopathie werden diese Medikamente keine 200 Jahre alt sondern verschwinden nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche. Das ist die Stärke der Medizin gegenüber der Alternativmedizin: Sie lernt und entwickelt sich weiter.

  61. #63 R. Grothmann
    3. Februar 2010

    Manchmal ist mir egal, ob HP wissenschaftlich haltbar ist oder nicht. Meines Wissens ist sie es nicht.

    Die Frage muss jedoch erlaubt sein, ob Mediziner ihre kostbare Zeit für Fortbildungen mit so etwas verplempern dürfen. Die Medizin ist eigentlich ein ziemlich schweres Geschäft, kann sie doch die meisten weit verbreiteten Alltagskrankheiten nicht heilen, höchstens lindern. Da ist jedes Stündchen an seriöser Fortbildung wertvoll. Es gibt doch so viel zu lernen, und es kommt täglich neues dazu: Schmerztherapie, Depressionen, Allergien, Geriatrie.

    Liebe Ärzte, wenn euch wirklich das Pharma-Verschreiben so aufstößt, dann dürft ihr euch auch nicht diesen HP-Firmen ausliefern. Macht es euch nicht zu leicht! Lernt statt dessen, mit euren Patienten zu reden, sie ernst zu nehmen, und die wirkliche Ursache der Beschwerden herauszufinden.

    Ach Gott, was Rede ich! Die wahrhaft Gläubigen lesen so einen Blog sowieso nicht.

    PS: Homöopathie hilft. Man muss das Mittel nur so lange nehmen, bis die Beschwerden vorbei sind.

  62. #64 Roland Giersig
    3. Februar 2010

    Lustig, wie sich alle auf mich stürzen, weil sie glauben, endlich eines ihrer Feindbilder vor sich zu haben… 🙂

    Was in den Diskussionen hier schön zu sehen ist, ist das psychologische Problem, um einen Halo herumzusehen. Man sieht die Widersprüche in der Homöopathie, und die beeinflussen einen so stark, die überstrahlen alles, sodass man nicht mehr kritisch an Teile herangehen kann, die keinen Widerspruch beinhalten. Und natürlich interpretiert man dann auch noch Dinge in Aussagen hinein, die dort nicht stehen.

    Wie gesagt, ich selbst lehne 90% des Zirkus mit und rund um Homöopathie ab. Dennoch gibt es da eine Wahrheit hinter dem Zirkus, die meiner Meinung nach erforschenswert ist.

    Die Wirkung von Pulsatilla D6 kann man am eigenen Leib spüren, genauso wie das herzklopfen nach einer starken Tasse Kaffee.

    Sich mit radioaktivem Plutonium “impfen” zu wollen ist natürlich keine gute Idee. Und der Vorschlag als solcher polemisch. Als Anmerkung muss aber gesagt werden, dass Radioaktivität in geringen Dosen sehr wohl gesundheitsfördernde Wirkung hat.

    Lustig auch, wie immer auf der Wortwahl herumgeritten wird. Obwohl ich den Impfbegriff nur als Analog verstanden haben will, um das dahinter liegende Prinzip zu verdeutlichen (große Dosis: schädlich, kleine Dosis: gesund), wird auf den Widersprüchen herumgeritten, die sich ergeben, wenn man das “Impfen” wörtlich nimmt.

    Genauso lustig ist es, wenn man die Argumente, die man selbst vorgebracht hat, warum Hochpotenzen nicht wirken können, in anderer Form zurück bekommt, warum ein anderes Prinzip (das mit dem ursprünglichen Argument nichts zu tun hat) nicht funktionieren kann.

    Solange wir geistig flexibel bleiben, zahlt es sich aus, weiter nachzudenken und Neues zu lernen. Auf ein Neues!

  63. #65 Adromir
    3. Februar 2010

    Wie gesagt, ich selbst lehne 90% des Zirkus mit und rund um Homöopathie ab. Dennoch gibt es da eine Wahrheit hinter dem Zirkus, die meiner Meinung nach erforschenswert ist.

    Stimmt, den Placeboeffekt. Der Nachweislich deutlich mehr zu bieten hatt als “der Patient bildet sich den Effekt ein”. Da gibt es noch so einiges, was wir nicht verstehen und wo wir noch vieles lernen können, auch um unseren Umgang mit dem Patienten und Therapien zu verbessern. Das ist aber kein Argument Pro Homöopathie!

    Lustig auch, wie immer auf der Wortwahl herumgeritten wird. Obwohl ich den Impfbegriff nur als Analog verstanden haben will, um das dahinter liegende Prinzip zu verdeutlichen (große Dosis: schädlich, kleine Dosis: gesund), wird auf den Widersprüchen herumgeritten, die sich ergeben, wenn man das “Impfen” wörtlich nimmt.

    Für sie mag diese Analogie vielleicht einleuchtend klingen, sie ist aber falsch. In einer Diskussion kommt man nicht weiter, wenn man willkürlich irgendwelche Begrifflichkeiten im eigenen Verständnis umdeutet. Das Prinzip des Impfen hat rein gar nichts mit der Homöopathie zu tun, da beiden völlig unterschiedliche Model von Krankheitsentstehung, Heilung und Prävention zugrunde liegen.
    Alleine eine niedrige Dosis rechtfertigt nicht den Vergleich mit der Homöopathie!

    Solange wir geistig flexibel bleiben, zahlt es sich aus, weiter nachzudenken und Neues zu lernen. Auf ein Neues!

    Und es gehört zur geistigen Flexibilität an einem 200 Jahre altem System festzuhalten, das in dieser Zeit

    1. keinen objektiven Wirksamkeitsnachweis bringen konnte
    2. kein plausibles Model der Wirksamkeit entwickeln konnte
    3. die bestehenden Widersprüche, sowohl innerhalb der eigenen Lehre als auch zu sämtlichen Naturwissenschaften, auszuräumen
    4. Sich nicht weiter entwickelt hat, da die Anhänger die theoretischen Grundlagen niemals in Frage gestellt haben und oder kritisch überprüft

    Das hat rein gar nichts mit “Flexibilität” zu tun, das ist stumpfer Dogmatismus, Wunschdenken und Realitätsverweigerung.

  64. #66 aetiology
    3. Februar 2010

    Nur so zu dem vorher geäußertem Unsinn, dass geringe Dosen ionisierender Strahlung gesundheitsförderende Effekte hätten:
    http://www.ehjournal.net/content/6/1/1

  65. #67 Roland Giersig
    3. Februar 2010

    Ich habe keine Argumente pro Homöopathie abgegeben. Ich bin kein seelenloser Anhänger dieses Glaubens, der Mischungen derselben Substanz aus D6, D12 und D30 schluckt, weil sie dann besonders gut wirken. Aber ich habe am eigenen Leib erfahren, dass Pulsatilla hilft, den Kreislauf in Schwung zu bringen.

    Eine Analogie kann nicht falsch sein, da sie ja eben nicht das Original ist oder sein will, sie kann nur unzutreffend sein. Ja, es ist geistig anspruchsvoll, einmal so zu tun, als ob ein Begriff plötzlich etwas anderes bedeutet. Aber es kann einen auch sehrviel weiter bringen.

    Nur weil eine Heilmethode keine Theorie vorweisen kann, heisst das noch nicht, dass sie falsch ist. Beispiel: traditionelle chinesische Medizin. Aber es heisst auch nicht, dass sie richtig ist. Zweiwertige Logik hat einfach ihre Grenzen.

    Zu dem geäusserten Unsinn, dass geringe Dosen ionisierender Strahlung gesundheitsfördernde Effekte haben:

    http://www.21stcenturysciencetech.com/articles/nuclear.html
    http://www.sciencedaily.com/releases/2002/08/020823063221.htm

  66. #68 Dr. E. Berndt
    3. Februar 2010

    @Roland Giersig
    Es ist leider immer wieder die gleiche unergiebige bzw. unerquickliche Situation der Beweiserei, die hier in extenso zu beobachten ist.

    Niemand bestreitet, daß es ihnen nach (!!!) einer bestimmten Behandlung besser ging. Aus diesem “nach” schließen Sie zwingend ein weil (!!!!). Sie schließen deshalb zwingend auf ein weil, weil ihnen dazu nichts besseres einfällt, als daß es die Kugerl- (die Pulsatilla Kugerl oder Tropfen) sein müssen (!!!!!!).

    Das ist immer so, daß persönlich Betroffene einfach nicht wahrhaben wollen, daß es auch Besserungen und Wirkungen gibt, die eben passieren. Die Logisierung, das Einordnen ihrer Besserung in ein logisches Konzept ist ein natürlicher und uns Menschen zum Überleben vorgegebener Wahrnehmungmechanismus oder besser gesagt eine Eigenheit des Wahrnehmens. Psychologen können ihnen das besser erklären. Daß dies nicht so ist und diese Logisierung nach dem vorhandenen und vorherrscheden Erklärungen des Zeitgeists erfolgt, ist doch nachzuvolllziehen, denn aus heiterem Himmel kommt ja nicht die geradezu fixe Vorstellung, daß z.B. Homöopathie wirkt. Diese Vorstellung wird sozusagen aus allen Ecken und Enden pausenlos breitgetreten – Ausnahme : vereinzelte kritische Foren. oder nicht. Zu anderen Zeiten und unter anderen Umständen haben andere Erklärungen den Ruf der Gewissheit und der Richtigkeit besessen – es war schlicht etwas anderes wie z. B. Wallfahren oder die Stärkung des Chi logisch.

    Selbstverständlich hat die Überprüfung der Wirksamkeit nichts mit der Erklärung einer Wirkung zu tun und selbstverständlich dürfen auch nicht erklärbare und nicht genügend erklärte Mittel und Methoden angewendet und überprüft werden, und das wurde auch schon seit 200 Jahren mit der Homöopathie gemacht. Ergebnis: Je genauer und je umfangreicher, desto schlechter sind die Ergebnisse für die Homöopathie.
    So bleibt immer noch übrig den Stellenwert ihrer persönlichen Erfahrung zu erklären oder auch festzulegen oder abzuschätzen.
    Und hier zeigt es sich, daß ihre Erfahrung in jeder z.B. Arzneiprüfung oder Prüfung einer Therapiemethode auftritt. Ein bestimmter Anteil von Personen wird immer, aber eben objektiv gesehen nur vermeintlich, einen Effekt wie auch immer tatsächlich erleben und auch einen Nutzen haben.
    Nur läßt sich dieser Effekt nicht auf eine spezifische Methode oder ein bestimmtes Mittel zurückführen. Es zeigt sich eben, daß es beliebig ist und immer eine bestimmte Anzahl von Besserungen etc. in einem bestimmten Ausmaß bei Wirkprüfungen auftreten. Das heißt: Es gibt immer irgend einen Giersig, dem es hilft, nur weiß niemand, wer bei der nächsten Prüfung dieser Giersig ist.
    Dieser alle Prüfungen und selbstverständlich auch in Praxis alle Medikamentationen begleitende Effekt nannt man den Placeboeffekt.
    Erst dann, als man diesen Effekt bei Prüfungen entsprechend berücksichtigte konnte man besser als bisher die Wirkung von Arzneistoffen bestimmen und auch herausfinden, ob überhaupt Wirkung gegeben ist. Dazu gibt es ein umfangreiches und entsprechend ausgeklügeltes Procedere.
    UNd wenn Sie an einer solchen Prüfung teilnehmen können sie einen Effekt spürenm den man auch nachmessen kann, und es tritt beliebig und für sie nicht vorhersehbar und beeinflußbar auf, obe sie zu denen gehören die eben nur ein Placebo verabreicht bekommen haben und trotzdem das ganze Spektrum von Wirkung und Nebenwirkung nachweislich erfahren haben.

  67. #69 Christian Weihs
    3. Februar 2010

    @Roland Giersig “Lustig, wie sich alle auf mich stürzen, weil sie glauben, endlich eines ihrer Feindbilder vor sich zu haben… 🙂

    Ich bringe mal einen Vergleich (evtl. nicht ganz zutreffend): Hier kommen pausenlos Leute an, welche postulieren, die Erde sei flach; und dann kommt wer, der etwas ähnlich klingendes sagt, aber nicht ganz das gleiche. Dann kanns schon passieren, dass man eher vorsichtig ist oder gleich auf stur schaltet. Meiner bescheidenen Meinung nach völlig verständlich 🙂
    Aber nicht verzagen, es geht weiter.

  68. #70 wolfgang
    4. Februar 2010
  69. #71 Dr. E. Berndt
    4. Februar 2010

    @Giersig

    Nur weil eine Heilmethode keine Theorie vorweisen kann, heißt das noch nicht, daß sie falsch ist. Beispiel: traditionelle chinesische Medizin. Aber es heißt auch nicht, daß sie richtig ist. Zweiwertige Logik hat einfach ihre Grenzen.

    Chinesische Medizin hat ihre Theorien, aber diese Theorien sind wie das Chi, die Meridiane oder die Signaturenlehre, die sämtlich denkbare Ausstülpungen von Säugern zu Potenzmitteln erklärt, einfach Unsinn und in sich nicht schlüssig. Also schlichtweg Humbug. Sie entbehren jeder naturwissenschaftlich denkbaren Kausalität und stehen in krassem Widerspruch zu bisherigen Erkenntnissen.
    Und bis dato ist es so, daß solche Lehren, für die diese Attribute zutreffend sind, auch weit davon entfernt sind, auch nur andeutungsweise den Nachweis einer gesicherten Wirkung zu erbringen.
    So weit so klar?

  70. #72 Jörg W.
    4. Februar 2010

    aktuell:

    schon gesehen?
    http://derstandard.at/1263706727077/Forschungsgelder-fuer-die-Komplementaermedizin

    (passt nur teilweise hier her, aber ich sitz in der Arbeit und muss das schnell loswerden)

  71. #73 Jörg W.
    4. Februar 2010

    aktuell:

    schon gesehen?
    http://derstandard.at/1263706727077/Forschungsgelder-fuer-die-Komplementaermedizin

    (passt nur teilweise hier her, aber ich sitz in der Arbeit und muss das schnell loswerden)

  72. #74 Jörg W.
    4. Februar 2010

    aktuell:

    schon gesehen?
    http://derstandard.at/1263706727077/Forschungsgelder-fuer-die-Komplementaermedizin

    (passt nur teilweise hier her, aber ich sitz in der Arbeit und muss das schnell loswerden)

  73. #75 wolfgang
    4. Februar 2010

    TCM wird sowieso Teilgebiete aufgeben müssen, spätenstens dann wenn die Nashörner ausgestorben sind, aus deren Hörnern man Potenzmittel macht und auch dann bereits, wenn Viagra billiger ist.
    Viagra kann man übrigens zu 100% gefälscht übers www beziehen, wird auch oft funktionieren, weil Placebo Effekt- aber was ist da wirklich drinnen?
    Und hoffentlich unmittelbar jetzt wenn immer noch aristolochiahältige Tees vertrieben werden, die den Nieren derer die solche Tees trinken in wenigen Jahren ein Nierenkarzinom beschert.

    Wer das Risiko liebt greift zu TCM

  74. #76 Adromir
    5. Februar 2010

    Es ist mir nicht verständlich. Auf der einen Seite amüsieren sich Menschen auf eine fast schon blasierte Art und Weise über ein naiv- magisches Bild, daß das Horn eines Nashorns auf die Erektile Funktion eines männlichen Gliedes Einfluss haben soll, auf der anderen Seite wird nicht verstanden, daß ihr wöchentliches Ritual von Akupunktur etc. in dem gleichen Wust an medizinischem Unwissen entstanden ist..

  75. #77 wolfgang
    5. Februar 2010

    Es ist mir nicht verständlich. Auf der einen Seite amüsieren sich Menschen auf eine fast schon blasierte Art und Weise über ein naiv- magisches Bild, daß das Horn eines Nashorns auf die Erektile Funktion eines männlichen Gliedes Einfluss haben soll, auf der anderen Seite wird nicht verstanden, daß ihr wöchentliches Ritual von Akupunktur etc. in dem gleichen Wust an medizinischem Unwissen entstanden ist..

    Nein amüsieren tu ich mich da wirklich nicht- ich finde es nur erschreckend, dass mitten in Europa Menschen noch an solchen Unfug glauben, von wirkungslosen medizinischen Methoden begeistert sind- und ich ärgere mich wirklich, dass den Leuten auch noch eine Menge Geld dafür aus der Tasche gezogen wird- Geld was anderswo fehlt.
    Warum ist der Hang zur Irrationalität so groß? Sinds 2000 Jahre Kirche? Sinds XY Jahre Astrologie? Gehts uns einfach nur zu gut?

  76. #78 Jörg W.
    5. Februar 2010

    Zur Ehrenrettung der Vetmed:
    http://www.vu-wien.ac.at/de/infoservice/aktuelles/news/detail/artikel/2010/02/04/hokuspokus/

    Bin noch nicht ganz durch, klingt aber nach einem guten Vortrag

  77. #79 Jörg W.
    5. Februar 2010

    Zur Ehrenrettung der Vetmed:
    http://www.vu-wien.ac.at/de/infoservice/aktuelles/news/detail/artikel/2010/02/04/hokuspokus/

    Bin noch nicht ganz durch, klingt aber nach einem guten Vortrag

  78. #80 Jörg W.
    5. Februar 2010

    Zur Ehrenrettung der Vetmed:
    http://www.vu-wien.ac.at/de/infoservice/aktuelles/news/detail/artikel/2010/02/04/hokuspokus/

    Bin noch nicht ganz durch, klingt aber nach einem guten Vortrag

  79. #81 Dr. E. Berndt
    5. Februar 2010

    Ich habe den Hokuspokus Vet Med Link geöffnet und den PDF-Artikel aufgemacht, gelesen und gleich auf meinen Computer heruntergeladen.
    Echter Genuß zum Lesen! Hoch fundiert!
    Aber ledier erachten die Zeitungschefredakteure derartige Arbeit beosners Kritk an Homöopathie als nicht seriös. Diese Qualität wird als zu gering bewertet um veröffentlicht zu werden!

  80. #82 sil
    5. Februar 2010

    Dann lest mal die “originale” ABDA-Pressemitteilung über die Homöopathie:

    http://blog.esowatch.com/?p=693


    „Homöopathika sind ein obsoletes Relikt aus vorwissenschaftlicher Zeit. Obwohl es Scheinmedikamente sind, sollten sich Patienten vor ihrer Anwendung beim Apotheker informieren. Er kann beurteilen, wann ein Arztbesuch nötig ist und zu wirksamen Alternativen raten“, so Karin Graf, Vorstandsmitglied der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

    :-)))

  81. #84 Dr.med.vet. Markus Kasper
    18. Februar 2010

    Sehr geehrter Herr Eder,

    Ihre Vorgangsweise, nur ablehnende “wissenschaftliche” Arbeiten dem werten blog-Publikum zur Verfügung zu stellen, ist für eine Wissenschaftler doch ein wenig zu duchsichtig. Wenigstens ein oder zwei Pro-Homöopathie hätten Sie doch zur Verfügung stellen können. Die gibst nämlich in reichlicher Zahl. Aber wie scheint reihen Sie sich leider in die Reihe der oberflächlichen Kritiker ein, bei denen es eigentlich fast nicht Wert ist zu antworten. “Fast” deshalb, weil Sie in einer heiklen Phase der Diskussion vermeintlich die wissenschaftlichen Erkenntnisse hochhalten.

    Die Schulmedizin als Wissenschaft hinzustellen kommt einer krassen Fehleinschätzung gleich – sie ist ein Unsummen verschlingender Moloch, der tagtäglich zu tausenden Feldversuche an Menschen durchführt und das in einer menschenverachtenden Manier – sie möchten doch einmal die Güte haben die internationale Krebsforschung näher zu betrachten.

    Wir arbeiten seit Jahren mit großem Erfolg mit Homöopathie an unserer Klinik und sind froh unsere Patienten nebenwirkungsarm bis nebenwirkungslos behandeln zu können. Wir sind oft Anlaufstelle von Tieren die bis zur Oberkante mit Präparaten zugeschüttet sind und jeglich Reaktionslage verloren haben.

    Aber was sagt einem Schreibtischtäter wie Ihnen die Praxis…
    Sie gehen verantwortungslos vor, weil Sie ja persönlich nicht involviert sind und können nun die von Ihnen angerichtete Geschichte von außen lächelnd betrachten.

    Für Nachhilfe in Sachen objektiver Betrachtung, Einblick in tägliche Praxis stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    MfG

    Dr. Markus Kasper

  82. #85 Dr. E. Berndt
    18. Februar 2010

    Der Brief von Dr. Kasper paßt haarscharf auf das Kapitel “Kann man die Homöopathie beweisen? Ja mit Stammtischargumenten schon! mit in meinem “Der Pillendreh”

    Kann man die Wirksamkeit der Homöopathie beweisen?

    Ja, mit Stammtischargumenten schon!

    Im Jahre 2005 wurde in „Lancet“ eine Metastudie der Autoren A.Shang, K. Huwiler-Müntener, L. Nartey, P. Jüni, S. Dörig, J.A.Sterne, D. Pewsner und M. Egger des „Department of Social and Preventive Medicine“ der Universität Bern in der Schweiz unter dem Titel: „Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy.“ veröffentlicht. Diese Arbeit sorgte weit über die Schweiz hinaus für Aufregung.

    „Lancet“ ist nicht irgendeine Medizinpostille, sondern das führende Journal in der Medizin. In dieser Arbeit wurde nichts weniger aufgezeigt, als daß Homöopathie mehr oder weniger nicht wirkt bzw. die Wirkung auf Placeboeffekte zurückzuführen ist. Diese Sensationsmeldung vom „Ende der Homöopathie“ schlug sich auch in den Österreichischen Medien nieder. Die Überschrift im Profil Nr. 37/05 lautete: “Medizin – das Ende der Homöopathie – alle seriösen Studien beweisen Wirkungslosigkeit”.

    Das forderte das Referat für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) zu einer öffentlichen Stellungnahme heraus:

    Österreichische Ärztekammer: Homöopathie kein Placebo
    Untertitel: Viele internationale Studien ergeben positive Wirkungsweise

    Wien (OTS) – bezieht zum Artikel im Profil 37/05 heute in einer Aussendung folgendermaßen Stellung.

    “Die Interpretation der Autoren des Artikels, dass eine neue, in der Zeitschrift ‘Lancet’ veröffentlichte Studie zur Wirksamkeit der Homöopathie das Ende dieser komplementärmedizinischen Methode bedeutet und als “Placebotherapie” (ab)-qualifiziert wird, wird von Seiten der Referats für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer nicht geteilt. Ob eine ärztlich-therapeutische Methode wirksam und daher sinnvoll ist oder nicht, entscheidet sich in der täglichen Anwendung am Patienten. Homöopathie wird seit 200 Jahren von Tausenden von Ärzten auf der ganzen Welt erfolgreich praktiziert. (1)

    Metaanalysen, wie jene des im ‘Profil’ zitierten klinischen Epidemiologen Prof. Dr. Matthias Egger, sind ein Instrument der theoretischen Wissenschaft und als solche höchst interessant. Für die ärztliche Arbeit sind sie jedoch kaum relevant. Wie jedermann weiß, kosten solche Studien viel Zeit und Geld. Wir erlauben wir uns die Frage: Wer hat diese Studie in Auftrag gegeben und bezahlt? (2)

    Bei genauem Durcharbeiten der Studiendaten ergeben sich leider sehr viele Hinweise auf willkürliche Datenauswahl, offenbar um ein bestimmtes gegen die Homöopathie gerichtetes Ergebnis zu erreichen. Aus den Jahren 1997 bis 2004 gibt es Studien, die mit ähnlichem Datenmaterial zu positiven Ergebnissen für die Wirksamkeit der Homöopathie kommen. (3)

    Auch stammen die Aussagen gegen die Homöopathie ausschließlich von Theoretikern: dem Schweizer Epidemiologen Prof. Dr. Matthias Egger und dem Pharmakologen Prof. Dr. Michael Freissmuth. Keiner von beiden behandelt täglich lebende und fühlende Patienten, und doch
    glauben sie zu wissen, was wirken darf und was nicht. (4)

    Die moderne Medizin braucht Forschung, die praxisrelevant ist und auf das Wohl der Patienten ausgerichtet ist. Theoriebildung ist auch in der Medizin notwendig, sie darf aber nicht die Anwendung erfahrungsgemäß hilfreicher Methoden blockieren, weil eine Methode derzeit nicht schlüssig erklärbar ist. (5)

    ‘Des Arztes erste und einzige Aufgabe ist es kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt’, sagte schon Dr. Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie. Daher hat sich auch die Österreichische Ärztekammer gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag zur Weiterbildung der Ärzte 1995 entschieden, ein ÖÄK-Diplomfortbildung “Homöopathie” zu verleihen und damit eine Qualitätssicherung der entsprechenden Ausbildung zu etablieren. Dieses Diplom beinhaltet 350 Fortbildungsstunden und ist damit eine der umfangreichsten und zeitintensivsten Diplom Fortbildungen für Ärzte. (6)

    In Österreich gibt es derzeit 531 Ärztinnen und Ärzte, die eine qualifizierte Homöopathie-Ausbildung haben und in ihrer Praxis konventionelle Medizin (Schulmedizin) und Homöopathie praktizieren. Die Homöopathie wird damit in Österreich von erfahrenen Schulmedizinern durchgeführt, die zuerst eine Diagnose erstelle müssen und dann entscheiden, welche Therapieform notwendig, erfolgversprechend und nebenwirkungsarm ist. Die Patienten können daher dem Wissen und Können der österreichischen Ärzteschaft vertrauen, auch was die Anwendung von Homöopathie betrifft. Zumal auch die Weltgesundheitsorganisation in einem noch nicht veröffentlichten Bericht zu sehr positiven Ergebnissen kommt, was die Wirksamkeit von Homöopathie angeht. Außerdem existieren mittlerweile an allen österreichischen Medizin- Universitäten auch Lehraufträge für Homöopathie.” (7)

    Rückfragehinweis:

    Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
    Tel.: (++43-1) 513 18 33

    Dr. P. Klaus Connert
    Referent für Komplementärmedizin der ÖÄK
    Universitätslektor für Komplementärmedizin an der Universität Innsbruck
    0664/34 17 373

    Zu Beginn einer Analyse dieser Aussendung sollte man sich vor Augen halten, was eine Kammer in Österreich ist. Es ist eine Interessenvertretung einer Berufsgruppe. Jede Berufskammer vertritt nur die Interessen ihrer Mitglieder. Die Handelskammer vertritt nicht die Interessen der Käufer, und die Ärztekammer nicht Patienteninteressen, sondern ärztliche Anliegen. Primäre Aufgabe der Ärztekammer ist, die Interessen ihrer Ärzte zu vertreten. Das Referat für Komplementärmedizin vertritt zusätzlich die Interessen der Komplementärmediziner, aber wie bei jeder Interessensvertretung, und so auch hier, gibt es in den Medien keine Eigeninteressen.

    Das Referat für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer sah völlig richtig in den Ergebnissen der veröffentlichten Studie den Vorwurf, daß seine Mitglieder mit einer unwirksamen Methode arbeiten. Diese Kritik an der Homöopathie mußte daher zurückgewiesen werden. Objektiv kann eine solche Stellungnahme nicht sein, denn eine Stellungnahme einer Interessensgemeinschaft kann das nicht sein. Da es aber keinen Patientenschutz gibt, gab es zu der Arbeit aus Bern nur Stellungnahmen betroffener Berufsgruppen und aus den medizinischen Wissenschaften. Logisch, daß die Homöopathen dagegen wetterten. Aussagen diesbezüglich seitens der Sanitätsbehörden sind mir nicht bekannt geworden.

    Daß die Vertreter der Homöopathie nach 200 Jahren ihre Ansicht über Homöopathie plötzlich ändern würden, war nicht anzunehmen. Aber 200 Jahre sollten doch ausreichen, um endlich profunde und allgemein verständliche Daten und Fakten für die hochgelobte Homöopathie veröffentlichen zu können. Aber davon war weder in Österreich noch sonstwo etwas zu bemerken.

    Seit 200 Jahren ringt die Homöopathie um volle Anerkennung. Wie begegnete man der weltweit veröffentlichten ungünstigen Datenlage? Wie sieht die Öffentlichkeitsarbeit von Homöopathievertreten aus, wenn plötzlich in den Medien, die meistens die alternative und komplementäre Medizin hätscheln, wirklich kritische Beiträge auftauchen? Es zeigte sich, daß im 200-jährigen Behauptungskampf gegen die Schulmedizin vor allem eines gelernt wurde, der Umgang mit ungünstigen Datenlagen ohne sachliche Gegenargumente.

    Der Stammtisch Homöopathie ließ grüßen. Zuerst wird einmal die richtige „Stimmung“ erzeugt. Etablierte und bewährte wissenschaftliche Methoden und die Qualifikationen der beteiligten Wissenschaftler wurden untergriffig angezweifelt. Weil die Kritiker „Mediziner“ waren, konnte man nicht einfach „Mundhalten“ verordnen, sondern es wurde die Karte „Theorie gegen Praxis“ ausgespielt. Eine sehr bewährte Taktik. Diese Masche steckt auch in der Berufsbezeichnung Heilpraktiker drinnen. Die Patienten befinden sich instinktiv mit dem Praktiker auf gleicher Augenhöhe. Was ein Praktiker sagt, versteht man besser und kann man ihm eher vertrauen als einem unverständlichen Arzt.

    Konkret wurden der Wert und die Zulässigkeit von Metaanalysen in Abrede gestellt. Schlicht und einfach wurde erklärt, daß theoretische Wissenschaft nur für theoretische Wissenschaftler interessant sei. Elegant wurde dem Laien suggeriert, daß Metaanalysen eine weltfremde Spinnerei ohne praktische Bedeutung sind. Gerade Metaanalysen gründen in der Praxis. Eine Metaanalyse überprüft die Stichhaltigkeit möglichst vieler Ergebnisse mehrerer Studien.

    Wir erfuhren nicht, warum gerade Metaanalysen, die unverzichtbare und zweifelsfrei bewährte Instrumente der Forschung sind, hier nicht gelten sollten. Zu lesen war nur, daß dieses Instrument der Wahrheitsfindung für die Homöopathie zu theoretisch ist. Kurz gesagt: Homöopathie ist so praktisch, daß theoretische Ergebnisse kaum von Belang sind. Seit nahezu 200 Jahren weigern sich die Anhänger der Homöopathie eine Erweiterung ihrer Lehre zuzulassen. Man stelle sich vor, die Astronomen hätten seinerzeit Fernrohr und Radioteleskop zurückgewiesen. Was wüßten wir heute? Nichts, außer astrologischem Unfug!

    Ad 1) Der Einstieg in die erste Runde beginnt mit: Homöopathie ist Sache der Homöopathen. Und außerdem, es wurde immer so gemacht, und so muß es auch bleiben.

    Die Aussagen der Studie, werden zurückgewiesen. Mit „(ab)-qualifizieren“ werden den Autoren haltlose Ergebnisse unterstellt. Daten sammeln, Forschen und Ergebnisse erarbeiten darf jeder, aber egal wie qualifiziert jemand ist, wenn es um Medizin geht, sind Schlußfolgerungen nur mehr Interpretation, und die stehen nur homöopathischen Ärzten zu, die Patienten behandeln.

    Ad 2) Die Verschwörungstheoretiker lassen grüßen! Studien über die Homöopathie sind bezahlte Auftragsarbeiten der Homöopathiegegner und obendrein theoretisch. Gekonnt werden negative Assoziationen geweckt, um unliebsame Ergebnisse in ein unglaubwürdiges Licht zu rücken. Die Frage, wer das bezahlt bzw. in Auftrag gegeben hat, ist ein Meisterstück für: „Wie starte ich eine Verschwörungslegende?“

    Das wissenschaftliche Instrument der Metaanalyse wird subtil als wissenschaftliche „Spinnerei“ abgetan, der keine praktische Bedeutung zukommt. Metastudien sind modernste Forschung, um zu überprüfen, ob objektiv Wirkung gegeben ist oder nicht. Man kann heute nicht mehr auf Instrumente dieser Art verzichten. Die Autoren sind keine gedungenen Finsterlinge irgendeiner allmächtigen Anti-Homöopathielobby.

    Ad 3) Wenn Forschung in Sachen Homöopathie, dann gelten für die Beurteilung die eisernen homöopathischen Richtigkeitsregeln:

    1. Hahnemann hat immer recht.
    2. Gültig sind nur die Studien, die Homöopathie positiv sind.
    3. Wenn Studien Homöopathie negativ sind, dann müssen diese manipuliert worden sein.

    Es ist schon ein starkes Stück, den Studienautoren vorzuwerfen, sie hätten die Datenauswahl manipuliert. Für die Auswahl gibt es begründete Regeln. Interessant ist, daß mit steigender Studienqualität (Anzahl der Teilnehmer, Länge der Studien, Qualität der Verblindung usw.) die Ergebnisse für die Homöopathie immer schlechter ausfallen.

    Mit der Wirksamkeit der Homöopathie und vieler anderer alternativer und komplementärer Mittel ist es wie mit dem sprichwörtlichen Glücksvogerl. Es flattert immer irgendwo herum. Es läßt sich mit den Prüfnetzen der medizinischen Wissenschaften nicht fangen. Es ist sehr scheu, und ist just immer dort, wo keine Prüfungsnetze ausgespannt wurden. Nur mit dem homöopathischen Feldstecher der Marke „Kasuistik“ läßt es sich beobachten.

    Ad 4) Praxis ist gut, Theorie ist schlecht! Hier ist er wieder, der Uraltkalauer aller Anbieter heilpraktischer Mittel und Methoden. Böse, finstere, menschfeindliche Theoretiker flicken den menschenfreundlichen, wohlmeinenden, praktischen Gutmenschen ans Zeug. So ein dahergelaufener Epidemiologe oder gar ein Pharmakologe, also Spitzköpfe verschrobener Theorien, haben doch keine Ahnung von der Praxis. Sie verstehen nichts von der Wirklichkeit. Nur wer behandelt hat das Recht, über Krankheiten, Therapien und Medikamente zu entscheiden.

    Ad 5) Ein dreifach Hoch der Praxis! Es wird zu viel theoretisch geforscht. Das bringt nichts! Wenn überhaupt Forschung, dann muß diese praktisch sein. Erfahrungsgemäß hilfreich hat sich in der Geschichte auch der Aderlaß erwiesen und das Umhängen von elektronischen Glücksamuletten. Noch hilfreicher als ein Homöopath kann nur noch ein Madonnenverkäufer in Medjugorje sein.

    Es geht der Prüfung auf Wirksamkeit nur darum, ob eine Medizin nachweislich wirkt. Der postulierte Wirkungsmechanismus tut nichts zur Sache. Diese Praxisrelevanz ist dem Referat für Komplementärmedizin offenbar zu relevant für die Praxis. Die Geschichte der Medizin lehrt, daß eine breite Anwendung durch Ärzte und der Wunsch von Patienten nach bestimmten Methoden kein ausreichender Beweis eine Wirksamkeit, so wie es die Medizin heute bestimmen kann und muß, sind. Um das herauszufinden, bedarf es als Hilfsmittel der Wissenschaften.

    Ad 6). Die erste und einzige Aufgabe des Arztes ist, kranke Menschen gesund zu machen. Bravo! Diesen Grundsatz hinterließ Hahnemann seinen Jüngern. Handeln andere Ärzte nach anderen Grundsätzen? Gibt es vielleicht zwei Klassen von Ärzten? Gibt es verschiedene Versionen des ärztlichen Berufsethos? Warum betonen gerade Homöopathen das Berufsethos?

    Der gesetzliche Weiterbildungsauftrag ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt steht, denn es steht buchstäblich in den Sternen was als Bildung gelten darf und was nicht. Das Erlernen von Wahrsagerei ist auch keine Bildung. Grundsätzlich herrscht in der Homöopathie Binnenkonsens. Dieser wird noch die Freiheiten des Arztberufes abgestützt. Der Inhalt dieser Weiterbildungen wird ausschließlich homöopathieintern festgelegt. Die besondere Qualität eines Binnenkonsens besteht darin, daß die Homöopathen für sich selbst bestimmen was gut zu wissen ist und was nicht, und niemand hat das Recht darüber eine Frage zu stellen.

    Ad 7) Nicht veröffentlichte Berichte stehen qualitativ Verschwörungstheorien um nichts nach. Das ist ja fast schon esoterisches Geheimwissen. Natürlich ist es besser, wenn man Arzt und ausgebildeter Homöopath ist. Wie sonst soll man zwischen Krankheiten entscheiden, die homöopathisch und nicht homöopathisch behandelbar sind? Um es schärfer zu formulieren, wie soll man entscheiden, ob ein Patient homöopathisch zu behandeln ist, wo doch die Homöopathie keine Krankheiten kennt, oder ob doch Krankheiten vorliegen, die den Einsatz von Medizin erfordern? Bildung kann, darf und muß hinterfragt werden können. Homöopathie entzieht sich jeder kritischen Hinterfragung und auch kontrollierten praktischen Tests.

    Wenn auch hier nicht zitiert, so sei an das gerne ultimativ verwendete Argument „Wer heilt hat recht“ erinnert. Wenn schon so viele Zeilen verwendet worden sind, um Studienautoren und Metastudien quasi pauschal in Frage zu stellen, so wäre es mehr als angebracht gewesen, wenigstens ein paar konkrete Beispiele für die hier so behauptete Willkürlichkeit der Datenauswahl darzulegen.

    Die Grundsätze der Homöopathie und vieler andere alternativer und komplementärer Methoden sind mit dem naturwissenschaftlichen Weltbild unvereinbar, und der Naturwissenschaftler und Physiker Prof. Dr. Martin Lambeck bringt diesen Disput in seinem Buch „Irrt die Physik?“ auf den Punkt.

    Aber um diese Frage geht es in der zitierten Metastudie nicht. Es geht nur um die Frage, ob die beobachtete Wirksamkeit der Homöopathie zugeordnet werden kann, oder nicht. Diesbezüglichen Ergebnissen mit primitiven Stammtischargumenten zu begegnen, ist mehr als bedenklich. Es ist unwissenschaftlich und letztendlich unethisch. Dieses Defizit wird durch Ausposaunen einer besonderen hochstehenden moralischen Integrität nicht geringer. Die Wirksamkeit der Homöopathie läßt sich immer noch am besten mit Stammtischmanieren belegen.

  83. #86 Ulrich Berger
    18. Februar 2010

    @ Markus Kasper:

    Sie sollten auch die Reaktion der VetMed lesen. Außerdem: Sie bieten an Ihrer Tierklinik doch auch (“erfolgreich”, wie ich vermute) Bachblüten, Bioresonanz und Tierkinesiologie an. Und da wollen Sie auf einem Wissenschaftsblog wirklich ernst genommen werden? Warum nicht Geistheilung per Telefon? Eine Marktlücke vielleicht!

  84. #87 Dr. E. Berndt
    19. Februar 2010

    Sehr geehrter Herr Dr. Kasper!

    Grundsätzlich nehme ich an, daß wir beide in ein und derselben „physikalischen“ Welt leben, und wir beide für alle Naturwissenschaften dieselben Gesetzmäßigkeiten, ihren hierarchischen und widerspruchsfreien Aufbau für zutreffend und als gegeben erachten. Wir sollten übereinstimmen, daß wissenschaftlich Naturforschen bedeutet, kraft der gefundenen (natur)wissenschaftlichen Grundgesetze die Natur erklären zu können, verstehen zu können und sicher eintreffende Vorhersagen machen zu können. Außerhalb dieses Systems zu arbeiten, oder naturwissenschaftliche Erkenntnisse nur nach Belieben gelten zu lassen, ist nicht möglich und unwissenschaftlich.

    So ist das Eintreffen von Ereignissen eben absolut unwahrscheinlich, sprich unmöglich, die der herrschenden 4 Kräfte-Lehre total widersprechen, die das Fundament unserer Naturwissenschaft bilden. Mit diesem Grundwissen kann jeder kleine Ingenieur, die Funktionstüchtigkeit einer Maschine vorweg feststellen. Er braucht nicht weiter im Detail nachprüfen, ob eine Maschine nicht doch funktioniert, wenn dieser in Summe weniger Energie zugeführt wird, als sie abgibt. Das ist eben der Witz der Wissenschaft.

    Ich gehe davon aus, daß diese wissenschaftlichen Grundsätze auch für die veterinärmedizinische Wissenschaft gelten. Die zu erforschenden Zusammenhänge sind in der Biologie, sie verzeihen bitte, wenn ich mich so banal ausdrücke, komplex und verstrickt, aber deswegen sind die o.a. naturwissenschaftlichen Grundlagen nicht außer Kraft gesetzt.

    Ich betrachte es daher als eine Verschwendung von Hirnschmalz, Zeit und Geld, wenn allen ernstes “Lehren” beforscht werden, deren grundlegende Erklärungen jeder Beschreibung und jeder gültigen Wissenschaft spotten. Und ich glaube nicht, daß ich sehr weit fehlgehe, wenn ich behaupte, daß in den diversen Veranstaltungen über Homöopathie nie über die aus wissenschaftlicher Sicht inneren Widersprüche der Homöopathie noch über die äußeren Widersprüche zu den übrigen Naturwissenschaften oder ihren Erkenntnissen in der Biologie etc. ernsthaft gesprochen oder diskutiert wurde. Wenn ja, dann freue ich mich sehr, aber meine langjährige Erfahrung läßt mich immer wieder beobachten, daß hier sozusagen zwei völlig von einander getrennte medizinische Parallelwelten aufgebaut werden, die dann, das gehört offenbar zum Erlernen der Homöopathie dazu, in ein und derselben Person in einer irgendwie schizophrenen Art koexistent sind.

    Unabhängig von jeder Erklärung einer allfälligen Wirkungsweise gibt es jede Menge Preisgeld für den schlichten Nachweis, daß Homöopathie an sich wirkt. Wenn Sie das können, dann haben sie in jeder Hinsicht ausgesorgt, aber nach der derzeitigen Sachlage ist Gewinnen im Lottospiel wahrscheinlicher.

    Gerade in Sachen Homöopathie sind seit 200 Jahren alle diesbezüglichen Versuche kläglich bis spektakulär gescheitert, und die diversen Erklärungsversuche mit aus z.B. Physik oder Informatik entlehnten und verfälschten Begriffen sind genau so wenig beeindruckend wie das Gerede von Chi und ähnlichem, das als Lebenskraft altbekannt ist. Konzepte, die ihren ontologischen Status mit den Einhörnern teilen, sind nur mit unzulässigen Versuchsanordnungen wieder zu beleben. Aber ein Geschäft ist es schon; und es gibt auch Tierärzte, die nicht Tiere sondern auch Menschen verhomöobadern.

  85. #88 S.S.T.
    19. Februar 2010

    @Dr. E. Berndt
    Sehr, sehr lang, aber dafür sehr, sehr gut. Bravo! Die Webseite von @Kasper habe ich nat. auch besucht und verließ sie recht schnell mit einem Kopfschüttel-Tik. Dass dort so ungefähr gegen alle Prinzipen von Hahneman verstoßen wird, fällt schon beim Querlesen auf. Warum haben eigentlich die HP-Anhänger immer nur Nullpeilung von HP? Warum hat sich die wirklich kostengünstige HP nach Körbler noch nicht flächendeckend durchgesetzt?

    @Herr Kasper
    Was halten Sie pers. von der Neuen HP nach Körbler? Bitte mit Begründung.

    (Diese Antwort bekomme ich garantiert am St. Nimmerleinstag, aber leider nicht früher.)

  86. #89 blabla blabla
    16. Oktober 2011

    Ich diskutiere mit niemandem darüber.
    Probiert es einfach aus.
    Nur 2 Sachen: es ist nicht egal, wo man die Mittel einkauft. (leider)
    Blockieren, durch Nichtdranglauben kann man alles. Sogar Lokalanästhetika.

  87. #90 blabla blabla
    16. Oktober 2011

    Ich diskutiere mit niemandem darüber.
    Probiert es einfach aus.
    Nur 2 Sachen: es ist nicht egal, wo man die Mittel einkauft. (leider)
    Blockieren, durch Nichtdranglauben kann man alles. Sogar Lokalanästhetika.

  88. #91 blabla blabla
    16. Oktober 2011

    Ich diskutiere mit niemandem darüber.
    Probiert es einfach aus.
    Nur 2 Sachen: es ist nicht egal, wo man die Mittel einkauft. (leider)
    Blockieren, durch Nichtdranglauben kann man alles. Sogar Lokalanästhetika.

  89. #92 blabla blabla
    16. Oktober 2011

    Ich diskutiere mit niemandem darüber.
    Probiert es einfach aus.
    Nur 2 Sachen: es ist nicht egal, wo man die Mittel einkauft. (leider)
    Blockieren, durch Nichtdranglauben kann man alles. Sogar Lokalanästhetika.

  90. #93 Ulrich Berger
    17. Oktober 2011

    @ blabla blabla:
    blablabla

  91. #94 Pete
    17. Oktober 2011

    Ich lach mich schlapp 😀

    @ blabla blabla:

    Blockieren, durch Nichtdranglauben kann man alles. Sogar Lokalanästhetika.

    Schon mal ausprobiert, oder doch nur blablabla?
    Ich wette mit ihnen um 1000€ (eigentlich jeden Betrag, den sie bereit wären zu setzen), dass sie das nicht können.

    Sie sind wirkliche zum Totlachen 😀