Masernepidemie durch Anthroposophie

In Österreich kommt es aktuell zu einer Masernepidemie. In den letzten drei Wochen wurden alleine im Raum Salzburg 178 aktuelle Fälle gemeldet (zum Vergleich: In ganz Deutschland im Jahr 2007: 567)

Verwunderlich, da die Impfrate bei über 90% liegt, in Österreich.
In ganz Österreich? Nein, eine kleine Gemeinschaft unbeugsamer Impfgegner leistet ungebrochen Widerstand. Es handelt sich um die Anthroposophen, die impfen “nur in Ausnahmefällen” akzeptieren, und um die der Ideologie Rudolf Steiners nahe stehenden Waldorfschulen. In einer solchen Schule ist die Epidemie Mitte März ausgebrochen.

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Masernimpfschutz weltweit 2007. Quelle: Wikipedia

Masern ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Im schlimmsten Fall kommt es zu Lungen- oder Hirnhautentzündungen, bis hin zum Tod der Patienten (1 von 500). Die Inkubationszeit beträgt 10 Tage bis zwei Wochen. Es gibt keine spezifische Therapie, allerdings eben einen wirksamen Impfschutz.

Inzwischen sind auch einige Fälle in Bayern aufgetreten. Das liegt wahrscheinlich nicht nur an der räumlichen Nähe zu Österreich, sonder auch daran, dass der Impfschutz in Bayern im Bundesvergleich mit Abstand der schlechteste ist.

Die Schweiz empfiehlt bereits Fussballfans, die zur Euro 2008 anreisen möchten, sich um ausreichenden Impfschutz zu kümmern.

Noch mal zu den Anthroposophen: Steiner, deren Oberindianer, erhob für seine Anthroposophie den Anspruch der Wissenschaftlichkeit, da seine Forschungen in der übersinnlichen Welt in methodischer Weise durchgeführt würden. Er meinte auch, er könne im kosmischen Gedächtnis aus der Vergangenheit und der Zukunft lesen. Weiter hat er das Kommen des “Christus im Ätherischen” prophezeit, aber seine Wahrheiten stünden natürlich nicht im Widerspruch zur empirischen Wissenschaft.

Das ist harte Kost. Wir brauchen so gesehen überhaupt keine Intelligent Design und Kreationismusdebatte hier, wir haben ja schon die Anthroposophen. Und deren Ideologie steht hinter immerhin schon über 200 staatlich anerkannten Schulen in Deutschland.

Glaubt was ihr wollt, aber impft wenigstens eure Kinder!

Zu Masern auch hier ein Eintrag von Peter Artman im Medlog und zur aktuellen Epidemie hier ein Eintrag von Martin Rundkvist auf Scienceblogs.com. Wie von Monika in den Kommentaren erwähnt, hier ein ausführlicher Artikel über Masern im Assistenzarzt-Blog
Ein guter Artikel (mit 80! Kommentaren) auf einem guten Blog mit Bezug zum Thema

flattr this!

Kommentare

  1. #1 Monika
    7. April 2008

    Im Assistenzarztblog gibt es noch einen ausführlichen Beitrag, d.h. professionelle, ärztliche Aufklärung über die möglichen Folgen einer Masernerkrankung:
    Masern – Ein paar Fakten
    Wer sich diese Hintergründe zu Gemüte führt, kann eine solche Impfmüdigkeit – wie oben beschrieben – nicht fassen.

  2. #2 HpR
    8. April 2008

    1. Pressemitteilung der Rudolf-Steiner-Schule Salzburg:

    PRESSEMITTEILUNG vom 2.4.08

    Die Rudolf-Steiner-Schule Salzburg wurde mitten
    in den Osterferien von der Ausbreitung der Masern überrascht. Obwohl
    sich einige der verantwortlichen Personen im Ausland auf Urlaub
    befanden, wurden unverzüglich die notwendigen Maßnahmen ergriffen.

    Gute Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden

    Seit dem Bekanntwerden der ersten Erkrankungen haben Vertreter der
    Schulleitung der Rudolf-Steiner-Schule Salzburg beinahe täglich
    Kontakt mit den zuständigen Behörden der Stadt Salzburg gehalten und
    mit diesen in allen Fragen kooperativ und konstruktiv
    zusammengearbeitet. Alle Bescheide der Stadt wurden in penibelster
    Form eingehalten. Die getroffenen Maßnahmen entsprachen diesen
    Bescheiden und wurden bis ins Detail mit den Behördenvertretern
    abgestimmt.

    Empfehlung für die Masernimpfung

    Beim Ausbruch der Masernepidemie während der Osterferien
    unterstützte das Kollegium der Rudolf-Steiner-Schule Salzburg das Amt
    für öffentliche Ordnung bei der Aussendung einer Elterninformation an
    alle Eltern der Rudolf-Steiner-Schule und des Waldorfkindergartens.
    In dieser amtlichen Elterninformation wurden alle nicht geimpften
    Personen dringlich dazu aufgefordert, sich mit einem ausreichenden
    Impfschutz zu versehen, um der Masernepidemie Einhalt zu gebieten.

    Damit hat die Schule im Interesse des Gemeinwohls daran
    mitgewirkt, dass diese Impfempfehlung an die Eltern weitergegeben
    wurde. Wir unterstützen diesen Aufruf der Behörde auch weiterhin
    ausdrücklich.

    Verantwortung der Eltern

    Es wurde von Seiten der Schule niemals von der Masernimpfung
    abgeraten – auch nicht von unserem schulärztlichen Berater Dr. Stefan
    Görnitz.

    In Österreich gibt es keinen gesetzlichen Impfzwang. Für die
    Impfung der Kinder sind die Eltern verantwortlich, und wie die
    Behörden kann auch die Schule hier keinen Zwang ausüben.

    Wir ersuchen daher um eine differenziertere Berichterstattung über
    die Masernerkrankungen in Salzburg. Die Auffassung,
    Waldorfschuleltern ließen aus einheitlich vertretener Überzeugung
    ihre Kinder nicht impfen, ist unzutreffend. Auch an Waldorfschulen
    gibt es viele Eltern, die gegen Kinderkrankheiten impfen lassen,
    genauso, wie es an anderen Schulen ungeimpfte Kinder gibt.

    “Auf die anderen achten”

    Wir schließen uns dem Appell von Frau Landeshauptfrau Mag. Gabi
    Burgstaller an: “In so einer Situation, wo das in eine Epidemie
    ausartet, gilt es wirklich, auf die anderen zu achten.” Es entspricht
    dem Ethos unserer Schule, im Bewusstsein zu haben, dass wir mit
    unseren individuellen Entscheidungen in dieser Welt nicht alleine
    sind und wir daher auf das Gemeinwohl achten. Wir appellieren auch an
    die Eltern unserer SchülerInnen, dies bei ihren Entscheidungen zu
    berücksichtigen.

    Rückfragehinweis:
    Rudolf-Steiner-Schule Salzburg
    Mag. Rainald Grugger, Sprecher der Schulleitung
    Tel.: 0662-664040
    mailto:gf@waldorf-salzburg.info
    http://www.waldorf-salzburg.info

  3. #3 HpR
    8. April 2008

    2. Pressemitteilung:

    RUDOLF-STEINER-SCHULE SALZBURG WIEDER GEÖFFNET!

    Die Rudolf-Steiner-Schule Salzburg hat seit dem Ausbruch der Masernwelle in jeder Hinsicht mit den
    Behörden kooperiert und in den letzten Tagen alle neuen Auflagen in kürzester Zeit erfüllt. Damit
    kann am Montag, 7. April 2008, der Unterricht wieder beginnen.

    Voraussetzung für den Schulbesuch
    - ist die Vorlage eines Impfnachweises oder eines serologischen Attests (mit Nachweis von Masern-
    Antikörpern) beziehungsweise eine jetzt durchgemachte Masernerkrankung. Die meisten Unterlagen
    der SchülerInnen und MitarbeiterInnen liegen bereits vor und wurden vom Gesundheitsamt überprüft.
    Am Montag werden alle SchülerInnen am Eingang mit den erstellten Listen kontrolliert. Wer die
    Auflagen noch nicht erfüllt, bleibt weiterhin vom Unterricht ausgeschlossen.

    Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft: Es gab keine „Masern-Partys“
    Die Gerüchte über sogenannte „Masernpartys“, die in den letzten Tagen in den Medien auftauchten,
    entbehren jeder sachlichen Grundlage. Johann Tonis vom Landeskriminalamt und Staatsanwalt
    Marcus Neher haben keinerlei Hinweise auf derartige Partys gefunden.

    Vorerhebungen des Landeskriminalamtes
    In Anbetracht der tendenziösen Berichterstattung, welche zum Schaden der Rudolf-Steiner-Schule
    durch fast alle Medien ging, begrüßen wir die im Auftrag der Staatsanwaltschaft eingeleiteten
    Ermittlungen des Landeskriminalamtes. Wir gehen davon aus, dass diese Ermittlungen die völlige
    Haltlosigkeit der erhobenen Anschuldigungen erweisen werden.
    Die ersten Meldungen von Masernerkrankungen gingen bei den Behörden bereits ein, bevor die
    Schulleitung der Rudolf-Steiner-Schule etwas wusste. Die Schule wurde während der Osterferien
    durch die Behörden mobilisiert und hat sich von da an strikt an alle behördlichen Anordnungen
    gehalten. Bei Unklarheiten wurde die Behörde um Beratung gebeten.
    Der Schularzt Dr. Stefan Görnitz hat sich niemals gegen das Impfen ausgesprochen oder Eltern vom
    Impfen abgeraten. Er kann daher nicht für die individuellen Entscheidungen der Eltern verantwortlich
    gemacht werden.

    Wo ist der Ausgangspunkt der Salzburger Masernwelle?
    Es ist bis heute nicht erwiesen, dass die Masernwelle ihren Ausgangspunkt an der Rudolf-Steiner-
    Schule hatte. Uns liegt die schriftliche Aussage eines Vaters vor, dessen drei Kinder im Alter von 17,
    18 und 21 Jahren an Masern erkrankt sind und stationär im Landeskrankenhaus behandelt wurden. Der
    siebzehnjährige Sohn ist laut der im Gesundheitsamt aufliegenden Krankmeldung am selben Tag
    erkrankt wie die ersten Waldorfschüler. Diese Familie hat keine Verbindung zur Waldorfschule, es
    gab auch keinerlei Kontakt zum in der Waldorfschule verkehrenden Personenkreis.

    Journalistisches Berufsethos
    Durch die Berichterstattung der letzten Zeit ist in der Öffentlichkeit ein verzerrtes Bild der Rudolf-
    Steiner-Schule Salzburg entstanden. Wir ersuchen daher die Medien, in Hinkunft gründlich und fair zu
    recherchieren, Achtung vor der Wahrheit und die Wahrung der Menschenwürde im Bewusstsein zu
    haben und auf Pauschalverdächtigungen zu verzichten.

    Einladung an die Journalisten
    Machen Sie sich ein Bild von der Lebensrealität der Rudolf-Steiner-Schule Salzburg. Hier sind
    individuelles Denken und selbstverantwortliches Handeln im Bewusstsein des sozialen und
    ökologischen Zusammenhanges zentrale Werte. Sie finden ihren Ausdruck in unserem Engagement als
    UNESCO-Schule, Klimabündnis- und Ökolog-Schule, die sich auf dem Weg zur Zertifizierung als
    Umweltzeichen-Schule befindet.

    Mag. Rainald F. Grugger, Sprecher der Schulleitung
    0662-664040-17, 0664-3117696, gf@waldorf-salzburg.info

  4. #4 HpR
    8. April 2008

    Statement des European Council for Steiner Waldorf Education zum Thema Impfen, welches 2001 herausgegeben wurde und auf der Homepage des European Councils steht http://www.ecswe.org/html/str_policies.htm:

    Policies

    European Council for Steiner Waldorf Education

    Statement on Vaccination

    It has come to our attention that uncorroborated statements have appeared purporting opposition to childhood immunisation as being the official or tacit policy of Steiner Waldorf School Associations and the institutions they represent.

    The European Council for Steiner Waldorf Education is an associative body of representatives of national Steiner Waldorf School organisations, both within and beyond the European Union.

    We wish to state unequivocally that opposition to immunisation per se – or resistance to national strategies for childhood immunisation in general – forms no part of our specific educational objectives.

    We believe that a matter such as whether or not to inoculate a child against communicable disease should be a matter for parental choice. Consequently, we believe that families provide the proper context for such decisions to be made on the basis of medical, social and ethical considerations, and upon the perceived balance of risks.

    Insofar as schools have any role to play in these matters, we believe it is in making available a range of balanced information both from the appropriate national agencies and from qualified health professionals with expertise in the field.

    Schools themselves are not – nor should they attempt to become – determiners of health or medical decisions.

    This statement was agreed by members of the ECSWE, meeting in Copenhagen, 21 January 2001.

  5. #5 HpR
    8. April 2008

    …Also bitte nicht jeden Käse glauben, den Sie ergoogeln. Ein “SCIENCEblog” (!) sollte sorgfältig recherchieren und keine haltlosen Gerüchte weitererzählen.

    Danke, schöne Grüße

    Hanspeter Rosenlechner
    Rudolf-Steiner-Schule Salzburg

  6. #6 Tobias
    8. April 2008

    Sehr geehrter Herr Rosenlechner,

    vielen Dank für Ihre ausführlichen Kommentare. Sie haben recht, Pressemeldungen verkünden nicht immer die Wahrheit. Als Blogger bin ich aber nun mal für viele Einträge darauf angewiesen. Meine Quellen habe ich durch Links in dem Beitrag kenntlich gemacht.

    Unabhängig von Pressenmeldungen steht meines Wissens nach die Anthroposophie Impfungen, und vor Allem Vorsorgeimpfungen, kritischer Gegenüber als der Durchschnitt der Gesellschaft. In wie weit das in Ihrer Schule zutrifft, kann ich tatsächlich nicht aus erster Hand beurteilen, und wie aus den von Ihnen geposteten Pressemitteilungen hervorgeht, wurden die Masernfälle nach deren Ausbruch bei Ihnen auch professionell gemanagt.

    Sie können mein Urteil zur unterdurchschnittlichen Impfrate an Waldorfschulen gerne widerlegen. Vielleicht könnten Sie hierzu einfach noch einen Kommentar schreiben, in dem Sie die Impfraten der Schülern Ihrer Schule bei Vorsorgeimpfungen vor den Osterferien offenlegen. Vielleicht gibt es auch Zahlen dazu von allen Waldorfschulen.

    Ich würde mich freuen, weiter von Ihnen zu hören.
    Tobias Maier

  7. #7 Marie
    8. April 2008

    Ob Waldorfschüler unterdurchschnittlich gegen Masern schutzgeimpft wurden/werden, kann ich nicht einschätzen. Man weiß insbesondere aus Großbritannien jedoch, dass Impfungen selbst von Ärzten islamischen Glaubens strikt abgelehnt werden, da bei der Herstellung von Impfstoff möglicherweise schweinische Hilfsstoffe sowie Alkohol verwendet wurden. Beides ist für Muslime haram.

  8. #8 Ulrich Berger
    9. April 2008

    @ Hanspeter Rosenlechner

    Sie meinen also, es sei ein “haltloses Gerücht”, dass Antroposophen ihre Kinder kaum impfen lassen? Es freut mich, dass laut den von Ihnen hier eingestellten Beiträgen die Impfverweigerung nicht zur offiziellen Politik der Steiner-Ahänger zählt. Leider ist die Realität eine andere. Die Medien berichten, dass kaum jedes fünfte Kind an Ihrer Schule gegen Masern geimpft war. Von böswilligen Journalisten frei erfunden? Dann empfehle ich einen Blick in die Fachliteratur. Dort finden sich folgende Zahlen etwa zur MMR-Durchimpfungsrate an schwedischen Schulen:

    “normale” Schulen: 93%, Steiner-Schulen: 18%

    (Alm JS, Swartz J, Lilja G, Scheynius A, Pershagen G., 1999. Atopy in children of families with an anthroposophic lifestyle. Lancet 353 (9163):1485-1488)

    Soviel zum “ergoogelten Käse”.

    Mit freundlichen Grüßen, Ulrich Berger

  9. #9 bcpmoon
    9. April 2008

    Es ist doch Augenwischerei, wenn die Rudolf-Steiner-Schule in Salzburg behauptet, Eltern nicht vom Impfen abgeraten zu haben, schliesslich sei die Schule nicht wirklich dafür verantwortlich. Erstens müssen sie das sowieso behaupten, schon um sich vor Regress zu schützen, zweitens ist das nicht explizit nötig, schliesslich ist das ja ein Einstiegskriterium. Der KKK musste seinen Anwärtern auch nicht den Rassismus erklären, das verstand sich von selbst (Ich hoffe, das Beispiel ist nicht zu plakativ).
    Was mich an der Sache fuchst, ist dass dieses Wohlstandsphänomen Impfmüdigkeit nur vor dem Hintergrund einer doch recht passablen Durchimpfung der Bevölkerung funktioniert. Hier agiert eine Gruppe als lupenreine egoistische Trittbrettfahrer.

  10. #10 Monika
    9. April 2008

    @ Ulrich Berger
    Schade, dass hier tatsächlich irgendwelche Vorurteile mit dubiosen Zahlenangaben durcheinander geworfen werden. Zunächst ist die Frage der Impfungen tatsächlich eine länderspezifische Angelegenheit. So kann man Schweden nicht mit Österreich vergleichen und umgekehrt.
    @bcpmoon
    Sie verstecken sich anonym hinter einem Blog mit dem Label “Wissenschaft” und äußern derart waghalsige Zweifel, kommen gleich mit Rassismus….das hat nichts mehr mit Wissenschaft zu tun…hört sich eher wie das Geschwätz am abendlichen Stammtisch an…..

    Um nicht in irgendwelche ideologischen Auseinandersetzungen zu landen:
    Mein Kommentar bezieht sich nur auf die Frage, auf welcher Ebene in den Kommentaren “Wissenschaft” betreiben wurde.

  11. #11 Tobias
    9. April 2008

    Ich finde, die Zahlen von Ulrich Berger sprechen eine klare Sprache, und sie sind aus einem renomierten Magazin. Es wäre schön, die tatsächlichen Vergleichszahlen für die Salzburger Schule zu bekommen. Vielleicht fasst sich ja Hanspeter Rosenlechner ein Herz.
    Mich würde noch interessieren, in wie weit die lokale Häufung von nicht geimpften Menschen epidemologisch als Multiplikator wirkt.
    Also: Wie würde man mathematisch eine Epidemie bei gegebener Ansteckungswahrscheinlichkeit beschreiben, wenn man von 10% nicht geimpften Individuen in einer Population ausgeht. Einmal sind die 10% lokal gleichmäßig auf die Gesamtbevölkerung verteilt, und einmal ist die Verteilung auf eine gewisse Anzahl von “Interaktionshotspots” beschänkt.

  12. #12 Monika
    10. April 2008

    Heute gibt es gleich zwei Nachrichten in der Neuen Westfälischen (Tageszeitung von Bielefeld) zum Thema “Masern”:

    1.Zitat: “Die Schweiz und Österreich, Gastgeber der Fußball EM sind für Nichtgeimpfte Masern-Hochrisikoländer. Erwachsene erkranken schwerer und erleiden häufiger Komplikationen. Erst die Imfpung von mehr als 85 Prozent der Bevölkerung bietet Schutz. (ard)” Zitat Ende

    2.Header: “NRW-Sparkurs schwächt Kampf gegen Masern: Geld reicht nicht , um alle Impfausweise zu kontrollieren und Ärzte zu bezahlen.”
    Inhalt: Eltern kümmern sich schlicht nicht um die Impfung und die Initivativen der NRW-Landesregierung, Impfungen in Schulen vorzunehmen, schlug fehl, weil schlicht nicht ausreichend Geld zur Verfügung gestellt wurde…..

    wohl wieder eine Frage der Zuständigkeiten – zumindest in unserem Gesundheitssystem: geht man zum Arzt, zahlt es die Krankenkasse – kommt ein Arzt in die Schule, zahlt es die Krankenkasse nicht……

  13. #13 Ulrich Berger
    10. April 2008

    @ Monika:
    Keine Ahnung, warum Sie die Zahlenangaben in einer der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften weltweit als “dubios” bezeichnen. Vielleicht weil sie Ihrem Wunschdenken widersprechen?
    Schweden kann man nicht mit Österreich vergleichen? Meinen Sie, dass nur die schwedischen Antroposophen Ipfverweigerer sind? Ein wenig stärkere Argumente wären für diese unplausible Hypothese schon angebracht…

  14. #14 joachim
    13. April 2008

    Masern-Epidemie = Waldorf-Epidemie

    In Tirol gibt es drei neue Masern-Verdachtsfälle, siehe http://tirol.orf.at/stories/270413/

    Bei drei Verdachtsfällen gibt es wohl keinen Grund zur Panik … es sei denn, es handelte sich um Waldorfschüler: Dann stünde die nächste Epidemie schon vor der Tür!

    Anthroposophen (= Waldorf) sind strikte Impfgegner. Die Masern-Epidemie in Salzburg war eine Krankheit der Anthroposophie, machte aber leider nicht an der Schultüre halt. Inzwischen ist auch die Waldorfschule in Gütersloh, Deutschland, Nordrhein-Westfalen – Distanz ca. 800 km – infiziert … leider wird über den Zusammenhang nur selten in den Medien berichtet.

    Eine sehr gute Quelle sind die “Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie”, siehe:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/04/gemeingefhrlich-statt-gemeinntzig.html

  15. #15 MountainKing
    13. April 2008

    Impfen ist durchaus eine länderspezifische Angelegenheit, man kann daraus nämlich recht deutlich sehen, dass in Gebieten mit höherer Durchimpfungsrate keine derartigen Ausbrüche zu verzeichnen sind (siehe ehemalige DDR oder die USA). Wenn man sich mit der Impfgegnerszene beschäftigt, sieht man schon nach sehr kurzer Zeit, dass die absolute Masse mit alternativmedizinischen Konzepten gegen die Impfungen argumentiert und vor allem der Homöopathie und der anthroposophischen Medizin anhängt. Das hat mit Vorurteilen überhaupt nichts zu tun und es behauptet ja auch niemand, dass Waldorf-Schulen offiziell von Impfungen abraten, das haben sie aus den oben erwähnten Gründen auch gar nicht nötig. In den Stellungnahmen der Schule fehlt bezeichnenderweise ein Hinweis auf die in diesem Kontext ja entscheidende Frage der Durchimpfungsrate unter den Schülern, die laut PROFIL ca. 20% betrug:

    http://www.news.at/profil/index.html?/articles/0814/560/202255.shtml

    Es genügt im Prinzip doch schon zu wissen, dass von einer Erkrankung vor allem Ungeimpfte betroffen sind (siehe auch den Coburger Fall und andere) um eins und eins zusammenzählen. Solange “individuelles Handeln” auf der Basis von esoterischem Unfug geschieht, ist es nicht grundsätzlich ein positiver Wert, nämlich dann nicht mehr, wenn andere dadurch geschädigt werden (können).

  16. #16 Andreas Lichte
    15. April 2008

    Die Salzburger Masern-Epidemie wurde wahrscheinlich durch eine Basler Waldorfschule ausgelöst.

    Das schreibt Thomas Mündle in seinem Artikel “Impfen – bloß eine Glaubensfrage?”

    http://www.furche.at/system/showthread.php?t=374

    Zitat: “Am Montag hat der Unterricht an jener Rudolf Steiner Schule wieder begonnen, die mit der Masern-„Epidemie“ in die Schlagzeilen geraten war. Direktor Reinald Grugger kann sich dennoch nicht so recht freuen. Denn: Der Ursprung des Ausbruchs soll – so vermuten derzeit die Behörden – eine Musikkapelle sein, die just vor Ostern an der Schule einen Auftritt hatte. Eine Kapelle von einer anderen Steiner Schule. Aus Basel. Wo es seit letztem Jahr auch zahlreiche Masernfälle gibt. Und wo sich mit dem Goetheanum eine geistige Hochburg der Anthroposophen befindet.”

    Thomas Mündle sagte mir am Telefon, die Information stamme vom Direktor der Salzburger Waldorfschule.

    Inzwischen ist ja auch die Waldorfschule in Gütersloh betroffen.

    Zusammengefasst kann man sagen:

    Die Masern springen von Waldorfschule zu Waldorfschule.

    Die anthroposophischen Impfgegner führen die offizielle Gesundheitspolitik (WHO) ad absurdum. Dadurch entstehen auch enorme Kosten für die Gemeinschaft: Quarantäne, Impfaktionen, Schulschliessungen, Krankheitskosten …

    Ist die Anthroposophie als Verursacher dafür nicht schadenersatzpflichtig zu machen?

  17. #17 Horst
    18. April 2008

    Waldorfeltern sind Impfgegner? Das ist totaler Blödsinn. Wer seine Kinder an eine Waldorfschule schickt, investiert dafür eine Menge Zeit und Aufmerksamkeit. Vielleicht gehört auch dazu, sich genauer Gedanken zu machen ob eine Impfung sinnvoll ist oder nicht. Was gefragt ist, sind also keine Vorurteile sondern Argumente.

    Übrigens: In einem Punkt unterscheiden sich Waldorf-Kinder tatsächlich vom Rest der Bevölkerung. Allergien sind wesentlich seltener. Aber auch hier ist völlig unklar, woran das liegt. Zu behaupten das läge an weniger Durchimpfungsrate ist genauso unseriös wie der obige Artikel. Aber evtl. wären die Krankenkassen bereit das dadurch gesparte Geld an die Schulen zu spenden, wie Herr Lichte vorschlägt… 8-)

  18. #18 Andreas Lichte
    19. April 2008

    @Horst: Können Sie das bitte lassen, mich falsch zu zitieren?!

    Mal klar, dass Sie Waldorf-irgendwas sind – im besten Falle “nur” Vater, sonst mal wieder irgendein getarntes Anthro-Sekten-Mitglied … siehe die Diskussion zum Artikel der Zeit “Was uns nicht umbringt, macht uns stark”

    http://kommentare.zeit.de/commentsection/url/2008/16/Salzburg-Masern

  19. #19 Joachim
    19. April 2008

    Der Salzburger Masernausbruch wurde laut “Eurosurveillance” von einem Schüler einer Schweizer Rudolf-Steiner Schule ausgelöst, siehe:

    http://www.eurosurveillance.org/edition/v13n16/080417_4.asp

    “Eurosurveillance” resümiert zur Anthroposophie:

    “(…)

    Preliminary results of the outbreak investigation indicate the possible source case – a student from an anthroposophic school in Switzerland who visited the anthroposophic school in Salzburg city with colleagues. That student became ill with measles during their stay in Salzburg on 7 March, a week prior to the primary outbreak case in the anthroposophic school in Salzburg (13 March). Since November 2006, Switzerland is experiencing the largest measles outbreak registered in the country since notification for this disease in 1999 [1].

    Conclusions

    Recently, ultra-orthodox Jewish communities and travelling communities have been implicated in outbreak of measles [2,3]. The outbreak described here indicates that the anthroposophic community also is an at-risk group of measles spread, because many parents in this group choose not to vaccinate their children with the MMR vaccine [4]. Anthroposophy, based on the writings of the mystic and social philosopher Rudolf Steiner (1861-1925), combines human development with an investigation of the divine spark found in all of nature. The movement has marked education (Waldorf/Steiner schools) and medicine. Anthroposophical doctors emphasise nature-based therapies that support the body’s innate healing wisdom. Antibiotics, fever-reducing agents, and vaccinations are used at one’s own discretion only [5].”

    Meine persönliche Schlußfolgerung:

    Ultra-orthodoxe Anthroposophen sabotieren die öffentliche Gesundheitspolitik, gefährden damit aber auch das Leben der “Ungläubigen”.

    Am Bio-Terrorismus beteiligt auch alle “normalen” Waldorfeltern und die Schulbehörden, die die Waldorfschulen finanziell unterstützen.

    Dieser und anderer Waldorf-Terror wird von den “Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie” aufgedeckt, siehe:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/04/gemeingefhrlich-statt-gemeinntzig.html

  20. #20 hpR
    26. April 2008

    Hallo zusammen,
    nachdem ich das elende Thema eine Weile für mich ad acta gelegt hatte, hab ich mich eben über diesen regen Austausch bzgl. meines Beitrags gewundert.

    1.) Es mag sein, dass Anthroposophen vermehrt impfkritisch sind.
    2.) Es ist inzwischen durch die vielen Ansteckungen erwiesen, dass die Durchimpfungsrate bei uns geringer ist als üblich.

    DENNOCH besteht zwischen diesen beiden Dingen kein echter Kausalzusammenhang. Denn die Anthroposophen sind in der Elternschaft eine kleine Minderheit; ich schätze unvorsichtig, es sind nicht mal 5%. Diese Minderheit kann also nicht für die niedrige Durchimpfungsrate verantwortlich sein. Selbst wenn es 10, 20, 30% *wären* – und diese zu 100% Impfgegner *wären* -, würden die Zahlen bei weitem noch nicht mit den Erkrankungen korrelieren.

    Meiner Einschätzung nach werden an allen Schulen, wo Reihenimpfungen durchgeführt werden, all die Kinder all derjenigen Eltern erfasst, die a) zu bequem, b) zu gleichgültig, c) zu gestresst oder sonst was sind, um ihre Kinder privat impfen zu lassen. DIE fallen uns durch den Rost, und da sehe ich das Problem.

    Die Eltern, die bei uns ihre Kinder nicht impfen haben lassen, sind zu einem geringen Teil explizite Impfgegner – ob aus anthroposophischen Gründen oder sonstigen; wir haben die Impfgegner ja nicht exklusiv gepachtet. Wir haben vmtl. nicht mehr von ihnen als anderswo, wo sie auch in der Minderheit sind. Zum Großteil sind es m.E. Eltern, die einfach kein Augenmerk auf eine Impfung gelegt haben. Hätten sie von der Schule wie sonst üblich eine Zustimmungserklärung für eine schulische Reihenimpfung bekommen, dann hätten sie diese m.E. größtenteils unterschrieben. Dass wir das als Schule nicht initiiert haben, kann man uns zum Vorwurf machen – dass wir uns um Impfungen schlicht nicht gekümmert haben weil wir andere Sorgen hatten. *Hatten.* :-) Ich kann Ihnen allen deshalb versichern, dass die Schule niemals irgendeine Anti-Impf-Parole ausgegeben oder die Eltern sonst irgendwie beeinflusst hat. Ehrenwort.

    Und egal, wie manche hier zur Anthroposophie stehen und was Sie über diese an Negativem gelesen haben, zu Recht oder zu Unrecht: In diesem konkreten Fall kann sie nicht für die Masernwelle bei uns verantwortlich gemacht werden.

  21. #21 Joachim
    26. April 2008

    Wer ist denn der Benutzer hpR?

    Ein weiterer Waldorf-Lobbyist, der Tatsachen aus der Welt zu schaffen versucht?

    So wie der Bund der Freien Waldorfschulen mit seiner neuesten Erklärung, Waldorfeltern handelten selbstverständlich alle ganz individuell … Nein, mit der Schule habe die Impfverweigerung natürlich nichts zu tun, siehe:

    http://www.waldorfschule.info/index.19.0.1.html

    Waldorfeltern handeln SO INDIVIDUELL, dass Tausende von ihnen in einer gemeinsamen Aktion ein online-voting der Wirtschaftswoche manipulieren … auf Befehl von ganz oben: auf Befehl des Vorstandes des Bundes der Freien Waldorfschulen. Hier der Artikel:

    Wirtschaftwoche, “wiwo.de-Leser verdächtig einig”, siehe:

    http://www.wiwo.de/technik/wiwo-de-leser-verdaechtig-einig-274113/

    Die Original-Befehls-mail des Bundes der Freien Waldorfschulen an die freiesten Individualisten der Welt bei den “Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie”, siehe:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/04/strt-die-signale.html

  22. #22 Tobias
    27. April 2008

    Hallo hpR,
    schönen Dank für Ihre Rückmeldung. Sie haben das Problem sehr anschaulich dargelegt: Kinder, die aus welchen Gründen auch immer nicht geimpft wurden, werden durch die Reihenimpfungen an staatlichen Schulen erfasst. So kommt eine Durchimpfungsrate von über 90% zu Stande.

    Warum Sie es jahrelang nicht geschafft haben, das an Ihrer Schule durchzuführen, ist die Frage, die mich jetzt noch beschäftigt. Mir fallen nur zwei Möglichkeiten ein:
    Entweder Ihre Schule ist über Jahre so schlecht gemanagt, dass es nicht möglich war, einen Impftermin zu organisieren (und es müssen Jahre gewesen sein, sonst wäre ja nur eine Klasse betroffen), oder es ist tatsächlich die Politik Ihrer Waldorfschule, nicht aktiv zum Impfschutz Ihrer Schüler und somit Teilen der Bevölkerung beizutragen.

    Da ich erstes doch ausschließen möchte, bleibt die Frage, was die Hintergründe für eine Verweigerung von Reihenimpfungen an Ihrer Schule sind. Sie widersprechen mir wahrscheinlich nicht, wenn ich behaupte, dies entspringe der anthroposophisch geprägten Philosophie der Waldorfschulen.
    In einer Stellungnahme des Bundes der freien Waldorfschulen (bereits von Joachim im Vorherigen Kommentar verlinkt: http://www.waldorfschule.info/index.19.0.1.html) steht wörtlich:

    Er [der Bund der freien Waldorfschulen] gibt weder selbst noch durch seine Mitgliedseinrichtungen diesbezügliche [bezüglich der Impfungen] Empfehlungen an Eltern.

    Ich finde das Ihren eigenen Schülern und der Gesellschaft gegenüber verantwortungslos.

  23. #23 Joachim
    27. April 2008

    Hanspeter Rosenlechner, “hpR”, ist Waldorflobbyist:

    http://www.waldorf-salzburg.info/rss/chronik.htm

    SCHULJAHR 1995/96: Zu Beginn des Schuljahres trat Mag. THERESIA BITZNER als Obfrau des Schulvereins zurück, HANSPETER ROSENLECHNER übernahm als bisheriger Obmannstellvertreter interimistisch den Vorsitz im Verwaltungsrat [der Waldorfschule Salzburg].

    http://www.forschungsinstitut.ch/fileadmin/nws/text-downloads/menschenkunde.pdf

    “Menschenkunde – Aktualisiertes Kapitel aus dem Buch “Goetheanistische Naturwissenschaft – eine Bibliographie”.”

    “Bibliographie Menschenkunde:

    Rosenlechner, Hanspeter: Gehirn und Geist. Neurologische Forschungsresultate

    als Hintergrund des Unterrichts.

    Erziehungskunst 61. Jg., Nr. 7/8, 1997, S. 777-786

    Naturwissenschaftliche Beweise für den Geist gibt es nicht. Aber sein Eingreifen in die Gehirnvorgänge ist mindestens denkbarer geworden durch die Forschungen des kürzlich verstorbenen Nobelpreisträger John C. Eccles, wovon berichtet wird.”

    Erläuterungen:

    – Die “Erziehungskunst” ist die anthroposophische Hauspostille der Waldorfschulen.

    – Die esoterische “Menschenkunde” geht auf Rudolf Steiner zurück. Sein Standardwerk, an allen Waldorfseminaren gelesen, heißt: “Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik”

    Was Waldorflehrer an den Waldorfseminaren “lernen”, z.B. die “Menschenkunde”, können Sie hier eindrucksvoll nachlesen:

    “Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand”, siehe:

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

  24. #24 Ulrich Berger
    28. April 2008

    @ Joachim:

    Ihre detektivische Arbeit in Ehren, aber das Outing von HpR als “Waldorflobbyist” hat eher geringen Neuigkeitswert, nachdem HpR seine obigen Postings mit “Hanspeter Rosenlechner, Rudolf-Steiner-Schule Salzburg” unterschrieben hat.

  25. #25 joachim
    28. April 2008

    @ Ulrich Berger:

    mich interessierte, WIE involviert “hpR” ist: Ist er “nur” ein verblendeter Vater, oder gehört er “dazu”, zur Anthroposophen-Sekte.

    … und ist doch auch nicht schlecht, wenn jeder mal nachlesen kann, was sich hinter der ach so “humanistischen”, “individualistischen” Anthroposophie so alles verbirgt. Noch mal mein Lesetip, auch für Sie:

    “Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand”, siehe:

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

  26. #26 Tobias
    28. April 2008

    Spiel mit dem Feuer
    Marcus Hammerschmitt 27.04.2008
    Die militanten Impfgegner und die Folgen ihrer Aktivitäten

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27746/1.html

  27. #27 Joachim
    9. Mai 2008

    http://www.nw-news.de/nw/news/owl_/_nrw/?cnt=2358430

    “OWL: Gesundheitsämter der Region wegen Masern in Alarmbereitschaft

    Nach Paderborn und Gütersloh nun Bielefelder Schule betroffen / Kinder aus anthroposophisch orientierten Familien besonders betroffen

    Bielefeld/Paderborn (fin). Auch die jüngste Masernerkrankung einer 17-Jährigen aus Hövelhof im Kreis Paderborn ist dem Umfeld anthroposophisch orientierter Familien zuzuordnen. Die Jugendliche besucht in Bielefeld die Förderschule Sonnenhellweg in freier Trägerschaft. “Es ist nicht auszuschließen, dass hier ein Zusammenhang besteht”, sagt Peter Schmid vom Gesundheitsamt der Stadt. In den vergangenen Wochen waren Masern bei Waldorf-Schülern in Paderborn, Gütersloh und Bielefeld festgestellt worden.

    Für die Gesundheitsämter in Bielefeld und Paderborn steht die Verhütung weiterer Infektionen im Vordergrund. Dabei ist der Bruder der Hövelhoferin – der 20-Jährige studiert an der Bielefelder Universität – keine Gefahr mehr. Er hat aufgrund einer Knieoperation die Uni seit dem 23. April nicht mehr besucht. Unklar bleibt die Infektionsquelle für die beiden Hövelhofer. “Sie können sich eigentlich nicht gegenseitig angesteckt haben”, glaubt Schmid, “weil sie innerhalb von zwei Tagen erkrankt sind.”

    Die Inkubationszeit beträgt 10 bis 14 Tage. Die Mediziner können daher nicht ausschließen, dass eine größere Maserninfektion zirkuliert. Die eigentliche Kinderkrankheit Masern wird wieder ernster genommen, seitdem vor zwei Jahren bei einem Ausbruch in Deutschland sogar ein Todesfall zu beklagen war.

    Impfungen gegen Masern werden in anthroposophischen Kreisen prozentual weniger angenommen als im Durchschnitt. So waren in der Freien Waldorfschule in Friedrichsdorf (Gütersloh) im vergangenen Monat zwölf Kinder an Masern erkrankt. Da viele Schüler wegen fehlenden Impfausweises dem Unterricht fernbleiben mussten, konnte der Schulbetrieb lange Zeit nur eingeschränkt laufen. Kinder- und Jugendärzte appellieren immer wieder an Eltern, Impflücken bei ihren Kindern zu schließen.”

  28. #28 joachim
    13. Mai 2008

    Hallo Tobias,

    Lügendetektor einschalten und sich die Waldorfschule Düsseldorf anschauen, WDR-Beitrag vom 8.6.2007 zum dortigen Masern-Ausbruch:

    (nach der Vorgeschichte dürfte klar sein, wer hier unverfroren in die Kamera lügt)

  29. #29 joachim
    21. Mai 2008

    http://www.20min.ch/news/stgallen/story/24339612

    20.05.08

    «Die Masernfälle nehmen bei uns dramatisch zu»

    von Annette Hirschberg

    Drei bis vier neue Masernfälle registriert der St. Galler Kantonsarzt derzeit pro Tag. Eine Ostschweizerin ist vermutlich bleibend geschädigt.

    Die Masernepidemie, die sich im Sommer 2007 in den Kantonen Luzern und Basel rasant ausbreitete, hat die Ostschweiz erreicht. Drei bis vier neue Fälle täglich registriert der Kanton. «Die Masernfälle nehmen bei uns dramatisch zu», sagt Pietro Vernazza, Leiter des Fachbereichs Infektiologie am Kantonsspital St. Gallen. Er und seine Mitarbeiter werden derzeit mit Fragen von Ostschweizer Ärzten zu Masern überhäuft. Bereits verzeichnet der Kanton St. Gallen einen schweren Fall von Hirnentzündung. «So wie es aussieht, wird die junge Frau bleibende Schädigungen davontragen», sagt Vernazza, der sich erschüttert zeigt über diesen Fall.

    Dies ist die achte Hirnentzündung in der Schweiz seit Epidemieausbruch im November 2006. Insgesamt wurden 2733 Masernfälle registriert (Stand BAG gestern). «Damit erleidet einer von 300 und nicht wie bisher angenommen einer von 1000 Erkrankten eine Hirnentzündung», sagt Vernazza besorgt. Er rät darum der gesamten Bevölkerung, ihren Impfstand zu überprüfen und sich nachzuimpfen (siehe Box). Das Spitalpersonal hat damit bereits begonnen. Auch die Stadtpolizei hat ihre Beamten im Kantonsspital zur Durchimpfung angemeldet. «Wegen der Euro 08 empfehlen wir unseren Polizisten eine freiwillige Masernimpfung», sagt Mediensprecherin Petra Ludewig.

  30. #30 Joachim
    30. Juni 2008

    Hallo Tobias,

    kleine Aktualisierung:

    http://diepresse.com/home/sport/fussball/euro2008/394879/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

    “Euro-Gesundheit: Masern statt Alkoholmissbrauch

    30.06.2008

    Masern-Ausbrüche haben Konsequenzen

    (…)

    Ab Mitte März hatten in Österreich Masern-Ausbrüche für Aufsehen gesorgt. Die Situation konnte aber offenbar unter Kontrolle gebracht haben. Hrabcik: “Wir hatten seit Mitte März in Österreich insgesamt 399 Fälle. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir die Impflücken bei den Erwachsenen schließen können.” Im Durchschnitt werden in Österreich jährlich 30 bis 70 Masern-Fälle gemeldet.

    Gerade die Masern-Ausbrüche, der erste erfolgte in Salzburg im Umkreis einer alternativen Schule, stellt sich offenbar als Lehrstück für die Gesundheitsvorsorge dar. Der Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit: “Es stellt sich heraus, dass anthroposophische Schulen offenbar zunehmend ein Infektionsrisiko in Österreich darstellen. Eine Jugendgruppe aus einer solchen Schule in Oberösterreich wollte gar mit einem Erkrankten und einem Verdachtsfall nach Ungarn auf ein Ferienlager fahren. Sie sind dann dageblieben, weil die ungarischen Behörden sofort eine Quarantäne verhängt hätten.” In Ungarn besteht Masern-Impfpflicht, und kein Land der Welt will, dass hoch infektiöse Krankheiten eingeschleppt werden.

    Hrabcik denkt bereits an Konsequenzen: “Ich werde auch an das Unterrichtsministerium herantreten. Es ist die Frage, wie in solchen Schulen die schulärztliche Versorgung funktioniert.” Dies müsse geklärt werden.”

  31. #31 wolfgang
    20. Januar 2009

    noch ein nachträglicher Kommentar.

    2007 gabs in Gesamtamerika (903 Mio Einwohner) 165 Masernfälle. In Österreich 2008 443 Masernfälle, knapp die Hälfte aus der Steiner Schule in Salzburg.

    Vermeidbar durch impfen.

    In einem Artikel über Masernfälle in Europa Lancet Inf Dis von Januar

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19131097?ordinalpos=2&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum

    wird geschrieben, dass natürlich auch Masern in unterentwickelte Länder exportiert wird (dort gibts dann eine Menge tote Kinder) und dass das vereinbarte Ziel Masern aus der WHO region Europa zu eliminieren möglicherweise scheitern wird.

    Der Schularzt der Salzburgischen Steinerschule war gar nicht zur Ausübung des ärztlichen Berufs in Ö berechtigt, da nicht in die Ärzteliste eingetragen.

    Was sagt denn die Fachliteratur dazu?

    Es gibt verschiedene Formen der Kindesmisshandlung eine davon ist körperliche Vernachlässigung

    da gibts es wieder verschiedne Formen eine davon Keine medizinische Vorsorge, keine oder unzureichenden Impfungen

    jeweils aus Misstrauen gegenüber dem Medizinsystem
    oder aus religiöser oder kultureller Einstellung

    http://www.kindesmisshandlung.de/mediapool/32/328527/data/VN-KJA-2005.pdf

    anders gesagt: Ungeimpfte Steiner Schüler sind vernachlässigte Kinder eine Form der Kindesmisshandlung. Der nicht berufsberechtigte Salzburger Steinerschularzt hat selbst 4 ungeimpfte Kinder.

  32. #32 Tobias
    2. Februar 2009

    Anthros sind Risikogruppe bei Masern:

    Impfmüdigkeit löste Masernepidemie aus
    [...]Die Fraktion der Verweigerer hat Georg Vogt vom Gesundheitsamt Duisburg in drei Gruppen eingeteilt, wie der SPIEGEL 2006 berichtete: die “einfachen Impfmuffel”, die “ideologisch verhärteten Anthroposophen” und die “oberkritischen Gebildeten”.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,604918,00.html

  33. #33 Andreas Lichte
    12. Februar 2009

    Hallo Tobias,

    mal wieder … Rudolf-Steiner-Schule hat Masern:

    http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Masernepidemie-in-Waadtlaender-Schulhaus-40-Teenager-krank/story/20947380

    Masernepidemie in Waadtländer Schulhaus: 40 Teenager krank

    Der Ausbruch der Massernepidemie in der Schweiz hat eine Waadtländer Schule besonders hart getroffen.

    In der Rudolf-Steiner-Schule in Crissier bei Lausanne sind seit letzter Woche rund 40 Schüler erkrankt, wie es am Mittwoch auf Anfrage beim BAG hiess. Rund 250 Schüler der 340 Schüler wurden nach Hause geschickt.
    Die 250 Schüler und Schülerinnen in Crissier, die meisten im Alter von zwölf bis 15 Jahren, wurden demnach sicherheitshalber für drei Wochen von der Schule ausgeschlossen. Der Ausbruch in der Schule war zunächst nicht entdeckt worden, weil ein Arzt einen Krankheitsfall nicht vorschriftsgemäss gemeldet hatte, wie Jean-Luc Richard vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) sagte.

    Nach der Entdeckung besuchte ein Kantonsarzt die Schule. Von den rund 40 dort erkrankten Schülern mussten zwei Personen ins Spital gebracht werden, die eine mit Verdacht auf eine Lugenentzündung, die andere mit dem Verdacht auf eine Gehirnentzündung. Letzterer Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, wie Richard sagte. Die Epidemie hat sich mittlerweile auch auf andere Waadtländer Schulen ausgebreitet.

    Masernepidemie neu aufgeflammt

    Die Masernepidemie, die seit November 2006 in der Schweiz grassiert, ist vor Kurzem neu aufgeflammt. Laut dem BAG wurden seit Anfang 2009 bereits 64 neue Fälle gemeldet. Diese Zahl übersteigt bereits den Wert eines ganzen Jahres ohne Epidemie. Seit November 2006 wurden in der Schweiz mehr als 3.400 Masern-Fälle registriert, allein 2.200 davon traten im vergangenen Jahr auf. Insgesamt sei die Epidemie bisher in der Deutschschweiz viel gravierender gewesen, da dort weniger gegen Masern geimpft werde als in der Romandie, wie Richard sagte. Dies zeigten etwa die Zahlen zur Durchimpfung von zweijährigen Kindern in der Bevölkerung: Während in Romandie und Tessin 92 Prozent der Zweijährigen gegen Masern geimpft sind, sind es in der Deutschschweiz nur 84,5 Prozent. Laut BAG ist die Impfung der einzige Weg, sich vor Masern zu schützen.

    Typische Symptome sind Fieber, Hals- und Bauchschmerzen, rote Augen, Husten und eine laufende Nase, gefolgt von einem Hautausschlag. Die Krankheit kann tödlich enden, wenn sich Komplikationen wie eine Lungen- oder eine Gehirnentzündung entwickeln. Am vergangenen 29. Januar starb in Genf ein zwölfjähriges Mädchen aus Frankreich an Masern. Ihr Fall steht aber laut Richard nicht in Zusammenhang mit der Epidemie in der Schweiz.

  34. #34 Andreas Lichte
    12. Februar 2009

    Hallo Tobias,

    hast du eine Erklärung dafür, dass die Anthroposophen weiter “Risikogruppe bei Masern” sein können, die Gesundheitspolitik der WHO untergraben dürfen?

    Wieso ergreifen die Gesundheitsbehörden hier keine Massnahmen?

    Ich meine, es ist doch etwas ZU offensichtlich, was da passiert, es hätte doch gar nicht der neuesten Meldung aus der Schweiz bedurft, um zu wissen, dass Anthroposophen systematisch Impfungen verhindern.

    Aber nehmen wir doch mal die letzte Meldung, Zitat:

    “Rund 250 Schüler der 340 Schüler wurden nach Hause geschickt.”

    heisst doch nichts anderes als: Die hatten alle keinen ausreichenden Impfschutz, vorsichtig formuliert: konnten ihn zumindest nicht nachweisen.

  35. #35 Tobias
    12. Februar 2009

    Hi Andreas,
    zwingen kann man sie nun mal nicht, sich impfen zu lassen. Ich finde, die staatliche Anerkennung und Förderung der Waldorfschulen sollte überdacht werden, wenn nicht bald ein klares Bekenntnis von Seiten der Anthroposophen pro-Impfschutz kommt.

  36. #36 Ronny
    12. Februar 2009

    Gibt es eigentlich Impfungen die staatlich vorgeschrieben werden ?
    Wie war das bei Pocken und Polio ?

  37. #37 Andreas Lichte
    12. Februar 2009

    Hallo Tobias,

    ein klares Bekenntnis von Seiten der Anthroposophen pro-Impfschutz kann nicht kommen, weil das dem anthroposophischen GLAUBEN widerspräche:

    Es geht ums Karma, etc., – also RELIGION – nicht um wissenschaftliche Argumente, was du natürlich weisst (ich schreib hier für andere Leser).

    Der Bund der Freien Waldorfschulen weist jede Verantwortung in Sachen Impfen von sich, alles liegt in der Eigenverantwortung der Eltern, siehe:

    http://www.presseportal.de/pm/21105/341153/bund_der_freien_waldorfschulen

    “Es obliegt ausschließlich der Verantwortung der Eltern, ob und wogegen sie ihr Kind impfen lassen. Ihre Entscheidung ist zu achten, die Eltern dürfen dabei nicht unter Druck gesetzt oder deswegen diskriminiert werden.”

    Die Antwort auf deine Forderung “Einstellung der staatlichen Förderung der Waldorfschulen”:

    “Der Bund der Freien Waldorfschulen ist befremdet, dass Waldorfschulen als Zentren epidemischer Kinderkrankheiten diskriminiert werden sollen.”

    Abenteuerlich nicht wahr, wenn man die Praxis vor Augen hat?

    Abenteuerlich, dass es kein politisches Handeln gibt, obwohl das Problem SO offensichtlich ist?

  38. #38 Andreas Lichte
    12. Februar 2009

    a.p.p. Anthroposophie ist RELIGION (s.o.):

    http://www.info3.de/wordpressnews/?p=161

    “Christus-Streit im „Goetheanum“

    Mit einer handfesten Kontroverse um das neue Buch von Vorstandsmitglied Sergej Prokofieff wartet die aktuelle Ausgabe der anthroposophischen Wochenschrift „Das Goetheanum“ auf (online nicht verfügbar).

    In dem Buch des aus Russland stammenden Vorstandsmitglieds der Anthroposophischen Gesellschaft, das gleich zwei Rezensionen erfährt, wird unter anderem der Stellenwert von Stigmatisierungen für das Verständnis des Christentums diskutiert – ein Problem, das konkret seit dem Fall der Berliner Anthroposophin Judith von Halle in der Anthroposophische Gesellschaft für Turbulenzen sorgt und zu Lagerbildungen führt. Deswegen dürfte es kaum zufällig sein, dass Prokofieff in seinem Buch mit dem Thema „Das Mysterium der Auferstehung im Lichte der Anthroposophie“ neben anderem „auf die Gefahren“ aufmerksam machen will, die im Zusammenhang mit Stigmatisierungsphänomenen „aus einem Verkennen von Rudolf Steiners Werk erwachsen“ – so jedenfalls umschreibt Heinz Zimmermann in seiner insgesamt wohlwollenden Kritik des Buches die unverhohlene Gegner-Warnung Prokofieffs. Offenbar in Übereinstimmung mit Prokofieff zeigt sich der Rezensent überzeugt, dass „die dinghaften sinnlichen Schilderungen des Christuslebens an der Zeitenwende einem leibgebundenen Bewusstsein entstammen und dem anthroposophischen Weg … völlig widersprechen.“

    Im Gegensatz zu Zimmermann, der selbst langjähriges Vorstandsmitglied in Dornach war, spricht Rezensent Dietrich Rapp in seinem kontrapunktischen Beitrag offen von einem „unehrlichen Buch“, dessen Autor sich von historischen stigmatisierten Persönlichkeiten wie Katharina Emmerich abgrenze, in Wirklichkeit aber Judith von Halle meine. „Die vorgeschobene Kritik zieht in keiner Weise“, so Rapp, bis vor kurzem noch als Chefredakteur der Goetheanum-Wochenschrift tätig. Er kritisiert außerdem Prokofieff wegen seines „exclusiven Anspruchs des ‚wahren’ Christus-Verständnisses“ und sieht in ihm den Vertreter eines „östlichen Christentums“ mit „gnostisch-platonisierender Tendenz“ urteilen.

    Offene Kritik an einem Vorstandsmitglied ist in der Goetheanum-Wochenschrift, die offiziell vom Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft herausgegeben wird, selten. Auch in Dornach wird indessen der Fall der seit 2004 als stigmatisiert und hellsichtig geltenden Judith von Halle kontrovers diskutiert. Vorträge von ihr im großen Goetheanum-Saal waren Berichten zufolge stark besucht. Trotz interner Differenzen findet von Halle jedoch innerhalb des Vorstands insgesamt keine Unterstützung. Dem Vernehmen nach wird für sie von einem Anhängerkreis derzeit eine eigene Wirkensstätte in der Nähe des Goetheanums geschaffen.”

  39. #39 Tobias
    12. Februar 2009

    @Ronny
    So weit ich weiß, gibt es in Deutschland tatsächlich keine Impfpflicht. Es gibt Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, die von Ärzten umgesetzt werden. Deutschland gleicht also einem Paradies für Impfgegner. In vielen anderen Ländern sind einzelne Impfungen vorgeschrieben.

    @Andreas
    Gibt es eigentlich verlässliche Statistiken zu Masernfällen mit Bezug zu den Walldorfschulen/ Kindergärten?

  40. #40 Andreas Lichte
    12. Februar 2009

    @ Tobias

    Statistiken hat das RKI – Robert Koch Institut -, Masern sind ja meldepflichtig.

    Ob da auch separat nach “Religion” – sprich Waldorf – ausgewiesen wird, weiss ich nicht. Natürlich wird aber der Ort des Auftretens festgehalten.

    Darauf wies mich auch Dr. Christoph König, Landessanitätsdirektor von Salzburg hin. Er hat seine Daten auch an das RKI geschickt. Er wollte eigentlich politisch handeln, war stinksauer auf die von der Waldorfschule verursachte Masernepidemie, auf den völlig unverantwortlichen anthroposophischen Schularzt.

  41. #41 Andreas Lichte
    16. Februar 2009

    @ Tobias und Ronny

    http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Ziel–Masern-ausrotten-25633117

    “Obligatorisches Impfen soll Masern ausrotten

    Herber Schlag gegen alternative Impfgegner: Der Vorstand der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz greift jetzt zur ultima ratio und will wegen der besorgniserregenden Lage bei der Verbreitung von Masern ein Impfobligatorium prüfen.

    In Übereinstimmung mit den Zielsetzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) strebt die GDK das Ziel an, die Masern auszurotten, wie sie am Montag mitteilte.
    Sie ist deshalb bereit, sich zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) dafür einzusetzen, dass innerhalb nützlicher Frist alle «angemessenen und nötigen Mittel im Hinblick auf eine entsprechende Zielerreichung eingesetzt werden.»

    Eine Voraussetzung dafür sei eine ausreichend hohe Durchimpfrate von 95 Prozent der Bevölkerung. Um diese zu erreichen, seien zusätzliche Anstrengungen erforderlich.

    «Falls sich erweisen sollte, dass mit allen anderen praktikablen Massnahmen dieses Ziel nicht erreichbar ist, müsste aus Sicht des Vorstandes der GDK auch die Einführung eines Masern- Impfobligatoriums in der Schweiz ernsthaft geprüft und ins Auge gefasst werden», schreibt die GDK weiter.

    Quelle: SDA/ATS”

  42. #42 Gluecypher
    16. Februar 2009

    Tja, die Aussies haben’s vorgemacht.
    http://www.abc.net.au/science/articles/2009/02/11/2487452.htm
    Und die Fälle, die noch auftreten sind eingeschleppt. Gibt’s dort unten eigentlich die Steiner-Sekte mit Ihren Institutionen?

  43. #43 Andreas Lichte
    16. Februar 2009

    @ Gluecypher

    Waldorfschulen gibt es weltweit … die Anthroposophie ist eine Religion, die missioniert (auch wenn es scheinbar keiner merken will)

  44. #44 Andreas Lichte
    16. Februar 2009

    Baselbiet = Goetheanum in Dornach, Zentrale der Anthroposophie

    http://bazonline.ch/basel/land/Mehr-Faelle-von-Keuchhusten-im-Baselbiet/story/30317026

    “Mehr Fälle von Keuchhusten im Baselbiet

    Von Denise Battaglia.

    Nicht nur Masern, auch der Keuchhusten tritt im Baselbiet wieder vermehrt auf. Beide Krankheiten sind hochansteckend – und sie könnten ausgerottet werden. Aber nur, wenn alle Eltern ihre Kinder impfen.

    Es ist eine Sisyphus-Arbeit: Jahr für Jahr fordert der Baselbieter Kantonsarzt Dominik Schorr die Eltern auf, ihre Kinder gegen die Krankheiten zu impfen, die vor allem früher immer wieder tödlich endeten. «Würden alle Eltern ihre Kinder impfen», so Schorr, «könnte man diese Krankheiten ausrotten.» Doch im Baselbiet hören längst nicht alle auf ihn. Nach einem halbjährigen Unterbruch sind in Känerkinden und Kilchberg wieder eine erwachsene Frau und ein Kind an Masern erkrankt. Zuvor gab es in Olten Masernerkrankungen.

    Schorr befürchtet, dass dies der Anfang einer neuen Epidemie in der Nordwestschweiz sein könnte. Im letzten Jahr geriet das Baselbiet wegen seiner vielen Masernfälle schon einmal schweizweit in die Schlagzeilen: Der «Blick» zum Beispiel berichtete ausführlich über ein erkranktes Kind aus der Orchestergruppe der Muttenzer Rudolf-Steiner-Schule, das Menschen aus halb Europa angesteckt haben soll, als die Gruppe in Salzburg auftrat.

    Doch nicht nur die beiden Masernfälle im Oberbaselbiet machen dem Kantonsarzt Sorgen. Derzeit tritt in der Region auch Keuchhusten wieder auf. In Rodersdorf erkrankte ein Kind und in Laufen wurden fünf weitere Kinder mit Verdacht auf Keuchhusten krankgemeldet – eine sehr aussergewöhnliche Häufung, die auch nicht ungefährlich ist. Bei Keuchhusten müssen Erkrankte manchmal so heftig husten, dass sie in Atemnot geraten und blau anlaufen – darum wird die Krankheit im Volksmund auch «Blauer Husten» oder «Stickhusten» genannt. Vor allem Säuglinge können daran sogar sterben. Darum hat Dominik Schorr wenig Verständnis für jene Eltern, die ihre Kinder aus Prinzip nicht impfen.

    Schulverbot

    Denn der Entscheid gegen die Impfung habe nicht nur für die eigenen Kinder Folgen, sondern auch für andere, betont er. «Mit der Impfung übernimmt man eine soziale Verantwortung.» Er verstehe nicht, dass manche diese Infektionskrankheiten nicht ganz ernst nehmen. «Die Kindersterblichkeit konnte in den letzten 100 Jahren nur so stark gesenkt werden, weil man die Kinder gegen Masern, Keuchhusten oder Diphterie inzwischen impfen kann.»

    Kinder mit Keuchhusten werden wie jene, die an Masern erkranken, vom Kindergarten oder der Schule ausgeschlossen. Im Unterschied zu Masern dauert das Schulverbot für Kinder mit Keuchhusten nicht nur zwei, sondern mindestens drei Wochen. Der Grund ist, dass Keuchhusten länger ansteckend ist. Die Dauer des Schulausschlusses werde aber noch zu Diskussionen führen, vermutet Schorr: «Denn die meisten Eltern können sich vermutlich nicht so lange rund um die Uhr um die Kinder kümmern.» Ihnen bleibt ein schwacher Trost: Anders als bei Masern werden die Geschwister der Erkrankten bei Keuchhusten nicht vom Unterricht ausgeschlossen, da diese Krankheit erst nach dem Ausbruch übertragen wird.

    info-box:

    «Stickhusten»: Keuchhusten führt zu starken Hustenanfällen, die teilweise erst nach mehreren Wochen aufhören.

    Bei Säuglingen kann es Atemstillstände geben
    Der Keuchhusten ist eine durch Bakterien ausgelöste hoch ansteckende Infektionskrankeit, die bis zu drei Monaten dauern kann. Sie beginnt mit erkältungsartigem Husten, der immer heftiger wird. Die Krankheit löst schliesslich regelrechte Hustenattacken aus, die zu Atemnot führen kann. Vor allem Säuglinge reagieren manchmal mit Atemstillstand, an dem sie sterben können. Die meisten Eltern lassen ihre Kinder zwei Monate nach der Geburt zum ersten Mal mit einer kombinierten Impfung gegen Starrkrampf, Diphterie, Kinderlähmung und Keuchhusten immunisieren. Bis zu Schuleintritt muss die Impfung gegen Keuchhusten vier Mal wiederholt werden. Doch auch die Impfung schützt nicht ganz. Wird ein geimpftes Kind mit Keuchhusten angesteckt, kann es ebenfalls erkranken, allerdings ist der Husten dann nicht ganz so stark und dauert nur rund zwei Wochen und nicht drei Monate.”

  45. #45 Andreas Lichte
    20. Februar 2009

    Wie stand Rudolf Steiner eigentlich zur Pocken-Impfung?

    Pocken sind ja ausgerottet – wären sie das auch, wenn es keine Impf-Pflicht gegeben hätte?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pocken

    “Ab 1967 wurde die Pockenimpfung auf Beschluss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit Pflicht. Es wurde mit großangelegten Impfaktionen ein weltweiter Feldzug zur Ausrottung der Pocken gestartet. (…) Am 8. Mai 1980 wurde von der WHO festgestellt, dass die Pocken ausgerottet sind.”

    Hätten Anthroposophen bei einer Freiwilligkeit auch hier Impfungen verhindert?

    Der einzige prinzipielle Unterschied zwischen Pocken und Masern ist meines Erachtens die Letalität:

    “Die geschätzte Letalität der unbehandelten Pocken liegt bei etwa 30 Prozent.”

    Die wenigen Hinweise Steiners, die ich gefunden habe, lassen aber erwarten, dass Anthroposophen eigentlich auch gegen eine Pockenimpfung sein müssten – aus der Inhaltsangabe von Steiners Vortrag am 25.5.1910, in “Die Offenbarungen des Karma”, GA 120:

    “Gesundheit-Krankheit

    Die heutigen materialistischen Hygienemaßnahmen als karmische Spiegelung von rituellen Vorschriften und Reinigungen in der ägyptischen Epoche. Sie sind heute berechtigt, obwohl den betreffenden Menschen dadurch die Möglichkeit genommen wird, karmische Verfehlungen auszugleichen. Deshalb entsteht gleichzeitig die Verpflichtung, auf die Seele so zu wirken, dass die luziferischen Verfehlungen, die die Krankheit bedingen, ausgeglichen werden z. B. durch eine entsprechende spirituelle Erziehung. Als Beispiel wird die Pockenkrankheit angeführt, die durch Lieblosigkeit im vorigen Leben verursacht wird. Durch die Pockenimpfung wird höchstens die halbe Arbeit geleistet, was sich dann in einer späteren Inkarnation auswirken muss.”

    Quelle: http://www.rudolf-steiner-handbuch.de/images/Handbuch_nur_Text.pdf

    Im selben Vortrag sagt Steiner allerdings auch:

    “Impfung wird keinem Menschen schaden, welcher nach der Impfung im späteren Leben eine spirituelle Erziehung erhält.”

    Und wer keine “Spirituelle Erziehung” erhält?

    Vermutlich sagt Steiner dies aber nur, weil die Pocken-Impfung 1910 bereits eingeführt war und er sich mit der Forderung nach deren Abschaffung sehr unbeliebt gemacht hätte – bei ca. 30% Letalität …

    Über die “paar Toten” bei Masern kann man wegen des verbesserten Karmas wohl hinwegsehen – auch war eine Masern-Impfung 1910 noch gänzlich unbekannt.

  46. #46 Andreas Lichte
    22. Februar 2009

    Nachtrag zum letzten Kommentar (nur der Deutlichkeit halber):

    Rudolf Steiners “Erkenntnisse” zu den Pocken im Vortrag “Die Offenbarungen des Karma” haben rein gar nichts mit Medizin zu tun:

    Steiner oszilliert einmal mehr zwischen Scharlatanerie und Geistesgestörtheit … wie in den anderen “Werken” seiner 360 bändigen Rudolf Steiner Gesamtausgabe.

  47. #47 Tobias
    11. April 2009

    Der Masernspaß geht weiter. Jetzt ist die Uni Lausanne und die ETH in Zürich betroffen, inklusive Aussperrungen für Ungeimpfte.

    Mehr als die Hälfte der aktuellen Masernfälle in der Schweiz geht auf eine Rudolf-Steiner-Schule in Crissier zurück.

    Quelle: http://www.tellmed.ch/tellmed/Presse/ETH_und_Uni_Lausanne_mit_scharfem_Geschuetz_gegen_Masern.php

  48. #48 S.S.T.
    11. April 2009

    @ Tobias

    Es ist wirklich nur noch unglaublich. Wo findet sich der Vorschlaghammer, um wenigstens ein Minimum an Vernuft in hirnlose Hirne ein zu hämmern?

    Aufgrund meines Alters bin ich ziemlich ungeimpft. Aber ich bin auch nicht alt genug, die damit verbundenen Nebenwirkungen der Nichtimpfungen vergessen zu haben. Die angeblichen positiven Wirkungen der Kinderkrankheiten sind jedenfalls an mir spurlos vorbei gegangen, ganz im Gegenteil.

    P.S. Wegen meiner pers. Erfahrungen sehe ich den Vorschlaghammer nicht nur rein bildlich.

  49. #49 Klaus
    12. Mai 2009

    Beda Stadler zur anthroposophischen “Medizin” und rassistischen Gegenanzeigen:

    http://www.nzz.ch/blogs/nzz_votum/nzzvotum_komplementaermedizin/kulturelle_unvertraeglichkeit_der_komplementaer_medizin_1.2527007.html

    “Kulturelle Unverträglichkeit der komplementär Medizin

    Mitgegangen – mitgefangen

    Die geistigen Grundlagen der komplementär Medizin schliessen oft das Zusammengehen mit der wissenschaftlichen Medizin aus. Wenn die Leute wüssten, wes Geistes Kind die Begründer ihrer Wunderdrogen sind, würden sie sich beschämt abwenden.

    Es gibt Sekten, die lehnen Organtransplantationen ab, weil sie an eine Reinkarnation glauben. Der Gedanke, wiedergeboren zu werden, obwohl die Niere aus dem vorgehenden Leben noch in einem anderen Menschen lebt, ist für sie unerträglich. Die Anthroposophen glauben auch an die Wiedergeburt. Dieser Unsinn wird somit in Zukunft an unseren Schweizer Universitäten gelehrt. Rudolf Steiner, der Begründer der anthroposophischen Medizin misstraute den Forschern wie dieses Zitat belegt: „Es hat einen furchtbaren Chok hervorgerufen, als ich genötigt war zu sagen, dass ein ganz berühmter Universitätsprofessor, der einen grossen Ruf hat, dass der nach einem sehr, kurzen Leben zwischen Tod und neuer Geburt ein wiederverkörperter Neger war, ein Forscher.“

    (…)

    Rassismus oder Medizin?

    Sicher ist hingegen, dass wir Forscher uns von Kollegen distanzieren, die Ansichten zum Besten geben, wie die folgende. Also lieber Herr Albonico, was halten sie von ihrem grossen Idol wenn er sagt: „Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion alleine, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise.“ (Rudolf Steiner, GA 32, S. 152 f.) Glauben sie nicht, dass dies der Grund ist, weshalb Alternativmedizin in bestimmten Kulturkreisen nicht vorkommt? Einwenig sieht man dies doch auch im prognostizierten schweizerischen Abstimmungsresultat.

    (…)”

  50. #50 Klaus
    12. Mai 2009

    … und wem bei Beda Stadlers Steiner-Zitaten noch nicht schlecht geworden ist, dem sei dieser Hintergrund-Artikel zur rechten Real-Politik der Sekte Anthroposophie empfohlen:

    “Anthroposophische Geisterwelten”

    http://brightsblog.wordpress.com/2009/05/12/anthroposophische-geisterwelten/

  51. #51 klaus
    12. Mai 2009

    @den anderen Klaus:
    wenigstens die Kläuse sind sich hier einig. Zur Unterscheidung mutiere ich mal zum Klauszwingenberger. OK?

  52. #52 romana
    10. Juli 2009

    Das Schwierige an der Impf- und den Gentechnikdiskussionen ist, dass nicht jeder nach seiner Überzeugung – im Einklang mit dem eigenen Weltbild handeln kann/darf. Denn es besteht die Angst, von dessen Wahl beeinflußt/tangiert zu werden.
    Die Impfbefürworter fürchten die “krankheitsübertragenden” Ungeimpften, die Befürworter ökologischer Agrarkultur fürchten die “Verseuchung” ihres Lebensraumes und ihrer Nahrung durch Gentechnik, Pestiziden, Fungiziden, Kunstdünger, die wiederum den wirtschaftlichen Interessen einiger Menschen förderlich sind.
    Mir ist die Formulierung nicht neutraler gelungen, da ich mich schlecht in die Menschen hineinversetzen kann, die ökologische Prinzipien ablehnen. Für Erklärungen in dieser Richtung bin ich dankbar.
    Also, ist es nicht möglich, dass jeder nach seiner Fasson lebt? Ist nicht jeder auch irgendwie Verantwortlich für seine Angst? Hat man das Recht zu sagen, “Ändere Dich, dass ich nicht mehr mit meiner Angst konfrontiert werde”.
    Bringt es überhaupt etwas. Trotzdem werden Morde, Vergewaltigungen, Folterungen und sonst was begangen. Am ehesten hat Erfolg, seinen Mitmenschen darzulegen, wie es einem in der jeweiligen Situation ergeht, so dass sie Verständnis aufbringen können, ohne sich gleich wehren zu müssen – von wegen, dass sie sich nicht ändern wollen.
    Und selbst Mitgefühl und Verständnis können einige abgestumpfte Menschen nicht aufbringen. Sie haben dies in ihrer eigenen Entwicklung mangels Erfahrung nicht lernen können und sind daher darauf angewiesen, sich auf ihre Bedürfnisbefriedigung zu konzentrieren.
    Auch wenn Menschen sich in die Sorgen und Nöte hineinversetzen können, sind sie trotzdem nach eigenem Wissen und Gewissen für ihr Tun verantwortlich. Und Wissen, Gewissen und Tun fallen in dieser Welt in allen Fazetten aus. Wer will das richten, sprich bewerten?

  53. #53 Andreas Lichte
    26. Januar 2010

    … the never ending story:

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0122/berlin/0036/index.html

    “Masern an der Rudolf-Steiner-Schule

    22.1.2010, Berlin

    Amt schickt auch gesunde Kinder nach Hause

    Thorkit Treichel

    Rund 260 Kinder der Rudolf-Steiner-Schule in Dahlem müssen seit Montag nicht mehr zur Schule gehen. Das ordnete das Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf an, nachdem in der Schule Masern aufgetreten waren. (…)

    Die Impfrate in der Bevölkerung betrage 70 Prozent, in Rudolf-Steiner-Schulen liege sie oftmals unter 50 Prozent. “In diesen Schulen treten häufiger Masernfälle auf, weil die Eltern vehemente Impfgegner sind. Dabei können Masern zum Tod führen.” (…)”

  54. #54 Andreas Lichte
    19. März 2010

    Hallo Tobias,

    hier: http://feuerbringer.com/2010/02/28/steiner-behinderte-kinder-minderwertig/

    habe ich einen Schweizer Ex-Waldorfschüler gefragt: “Kannst du etwas dazu sagen: Anthroposophen sind Impfgegner, an Waldorfschulen brechen immer wieder Masern aus, werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen.”

    Seine Antwort:

    “(…) Ich selbst und die meisten Steinerschüler, welche ich kannte, hatten die Masern. Und auch Mumps und Röteln und andere “Kinderkrankheiten”…

    Meine ehemaligen Ärzte, welche Patienten mit besondern Krankheiten immer nur zu anderen Anthroposophen weiterleiteten, impften nur die “wirklich wichtigen Dinge” (Tetanus, Polio). Als ich mit Anzeichen einer Depression um Hilfe bat, empfahl er mir, Sanddornsäfte zu trinken, damit ich mehr Energie hätte. Das gab mir den Rest und seither bin ich nie mehr bei ihm gewesen.

    Als weiteres lustiges Element ist die Homöopathie zu nennen. Gestandene und Ausgebildete Naturwissenschaftler und Ärzte “lernen”, die wissenschaftlichen Methoden zugunsten Aberglauben und Placebo zu vergessen. Unglaublich.

    Und in meiner Kinderzeit von 3 – 5 Jahren litt ich monatlich an Mandelentzündung und schweren Anginas und Erkältungen. Die Homöopathen erzählten meinen Eltern den grössten Scheiss und erst, als ich kaum mehr leben konnte, gab man mir Antibiotika. Und danach wurden endlich die Mandeln entfernt (seither bin ich mehrheitlich gesund). Doch 3 Jahre leiden und fruchtsäfte und sonstigen Dreck.

    Hehe… und die Kinder der Anhroposophischen Ärzte und Lehrer waren damals (wie heute) die ersten, welche Drogen- und Alkoholexzesse feierten. Und die Eltern und Lehrer schwiegen. (…)”

  55. #55 S.S.T.
    19. März 2010

    @Andreas Lichte

    Ich fände es schön, wenn Sie mich (und sicherlich auch andere Mitleser) weiterhin auf dem Laufenden halten würden.

  56. #56 Andreas Lichte
    27. März 2010

    “Waldorfschule in Essen betroffen, Rechtzeitig Impfen schützt

    26.03.10

    Ein lokaler Masernausbruch an einer Waldorfschule in Essen hat letzte Woche das Gesundheitsamt beschäftigt. Personen, die die Masern bisher nicht durchgemacht hatten oder nicht durch eine Impfung geschützt sind, durften die Schule für 14 Tage nicht besuchen. (…)”

    http://www.kinder.de/Artikel.815.0.html?&cHash=bf5c3ce9c8&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2098

  57. #57 Andreas Lichte
    23. April 2010

    Von: Andreas Lichte
    Datum: 23. April 2010 10:32:55 MESZ
    An: “Siedler, Anette”, Robert Koch Institut
    Betreff: Masern in Mettmann: Waldorfschule

    Sehr geehrte Frau Siedler,

    Vielen Dank für Ihre E-mail und das wirklich interessante Gespräch gestern!

    .

    Gerade bekam ich einen Anruf von Regina Kohnert, stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Mettmann.

    Sie bestätigte mir, dass alle 8 Masernfälle in Waldorfschulen aufgetreten sind. Die Schüler hätten Kontakt zur Waldorfschule in Essen gehabt, wo es auch die Masern gab …

    .

    Artikel zu Masern in Mettmann, ohne Angabe “Waldorfschule”: http://www.rp-online.de/duesseldorf/hilden/nachrichten/Acht-Kinder-an-Masern-erkrankt_aid_842790.html

    Artikel zu Masern in Essen, mit Angabe “Waldorfschule”: http://www.kinder.de/Artikel.815.0.html?&cHash=bf5c3ce9c8&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2098

    .

    Viele Grüße

    Andreas Lichte

  58. #58 Andreas Lichte
    23. Mai 2010

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

    „Drei Gründe für die Waldorfschule

    (…) Warum untergraben Waldorfschulen das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis 2010 in Europa auszurotten? Und warum werden Menschen dem Risiko einer Infektion mit einer schweren Krankheit ausgesetzt?

    (…) Anthroposophen – natürlich auch der anthroposophische Schularzt der Waldorfschulen – folgen Rudolf Steiner. Steiner begründet, warum die Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss, so:

    Ein Mensch hat in seinem letzten Leben zu viel „gegrübelt“, was zu einer „Schwäche der Seele“ führt. Die Masern sind die „physisch-karmische Wirkung“ dieses Fehlverhaltens im letzten Leben. Die Masern macht man durch, „um organische Selbsterziehung zu üben“, „die Krankheit kann in einen geistigen Prozeß zurückverwandelt werden“ …

    Wer meint, dies sei aber eine völlig idiotische Zusammenfassung, der überzeuge sich selbst: Im „Anhang“ gibt es Steiners Karma-Masern-Quacksalberei im Original zu bestaunen (…)

    Anhang:

    Rudolf Steiner begründet, warum Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss:

    „Nehmen wir an, im späteren Leben bekommt eine Persönlichkeit Masern, und wir suchen nach dem karmischen Zusammenhang dieses Falles. Wir finden dabei, daß dieser Masernfall aufgetreten ist als eine karmische Wirkung von solchen Vorgängen in einem vorangegangenen Leben, die wir etwa so beschreiben können: Die betreffende Individualität war in einem vorhergehenden Leben eine solche, die sich nicht gern um die äußere Welt bekümmert hat, sich nicht gerade im grob egoistischen Sinne, aber doch viel mit sich selber beschäftigt hat; eine Persönlichkeit also, die viel nachgeforscht hat, nachgedacht hat, aber nicht an den Tatsachen der äußeren Welt, sondern die im inneren Seelenleben geblieben ist. Sie finden auch heute sehr viele Menschen, welche glauben, daß sie durch In-sich-abgeschlossen-Sein, durch Grübeln und so weiter zur Lösung von Welträtseln kommen können. Bei der Persönlichkeit, die ich meine, handelte es sich darum, daß sie mit dem Leben so fertigzuwerden suchte, daß sie innerlich nachgrübelte, wie man sich in diesem oder jenem Falle verhalten soll. Die Schwäche der Seele, welche sich daraus ergeben hat im Verlaufe des Lebens, führte dazu, daß im Leben zwischen Tod und neuer Geburt Kräfte erzeugt wurden, welche den Organismus in verhältnismäßig später Lebenszeit noch einem Masernanfall aussetzten.

    Jetzt können wir uns fragen: Wir haben auf der einen Seite den Masernanfall, der die physisch-karmische Wirkung ist eines früheren Lebens. Wie ist es denn aber nun mit dem Seelenzustand? Denn das frühere Leben gibt ja als karmische Wirkung auch einen gewissen Seelenzustand. Dieser Seelenzustand stellt sich so dar, daß die betreffende Persönlichkeit in dem Leben, wo sie auch den Masernanfall hatte, immer wieder und wieder Selbsttäuschungen unterworfen war. Da haben Sie also die Selbsttäuschungen anzusehen als die seelisch-karmische Folge dieses früheren Lebens und den Eintritt der Masern als die physischkarmische Folge jenes Lebens.

    Nehmen wir nun an, dieser Persönlichkeit wäre es gelungen, bevor der Masernfall eintrat, etwas zu tun, um sich gründlich zu bessern, das heißt, um eine solche Stärke der Seele sich anzueignen, daß sie nicht mehr ausgesetzt wäre allen möglichen Selbsttäuschungen. Dann würde diese dadurch heranerzogene Seelenstärke dazu geführt haben, daß die Masernerkrankung hätte unterbleiben können, weil das, was im Organismus schon hervorgerufen war bei der Bildung dieser Organisation, seinen Ausgleich gefunden hätte durch die stärkeren Seelenkräfte, welche durch die Selbsterziehung herangezogen worden wären. Ich kann natürlich nicht ein halbes Jahr über diese Sachen reden; aber wenn Sie weit im Leben herumschauen und alle Einzelheiten, welche sich als Erfahrungen darbieten, von diesem hier gegebenen Ausgangspunkt aus betrachten würden, so würden Sie immer finden, daß das äußere Wissen voll bestätigen würde – bis in alle Einzelheiten -, was hier gesagt worden ist. Und was ich jetzt gesagt habe über eine Masernerkrankung, das kann zu Gesichtspunkten führen, die erklären, warum Masern gerade zu den gebräuchlichen Kinderkrankheiten gehören. Denn die Eigenschaften, die genannt worden sind, kommen in sehr vielen Leben vor. Insbesondere in gewissen Zeitperioden haben sie in vielen Leben grassiert. Und wenn dann eine solche Persönlichkeit ins Dasein tritt, wird sie so schnell wie möglich Korrektur üben wollen auf diesem Gebiet und in der Zeit zwischen der Geburt und dem gewöhnlichen Auftreten der Kinderkrankheiten, um organische Selbsterziehung zu üben, die Masern durchmachen; denn von einer seelischen Erziehung kann ja in der Regel in diesem Alter nicht die Rede sein.

    Daraus sehen Sie, daß wir wirklich davon sprechen können, daß die Krankheit in gewisser Beziehung wieder zurückverwandelt werden kann in einen geistigen Prozeß. Und das ist das ungeheuer Bedeutsame, daß wenn dieser Prozeß in die Seele als Lebensmaxime aufgenommen wird, er eine Anschauung erzeugt, die gesundend auf die Seele wirkt. In unserer Zeit braucht man sich nicht besonders zu wundern, daß man so wenig auf die Seelen wirken kann. Und wer die Zeit heute vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus durchschaut, der wird es begreifen, daß so viele Mediziner, so viele Ärzte Materialisten werden (…)“

    Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, FÜNFTER VORTRAG, Hamburg, 20. Mai 1910, S. 102ff

  59. #59 Peter Robles Maceo
    16. Oktober 2010

    Gehen Sie auf die Seite http://www.Alles Schall und Rauch. Dort lesen Sie z.B. unter der Rubrik Gesundheit: Die Schweinegrippe war eine gefälschte Pandemie. Spätestens dann geht Ihnen (vielleicht) ein Licht auf, was es mit der WHO so auf sich hat. Wenn Sie auch konstruktiv etwas für Ihr “Mensch-Sein” tun möchten, empfehle ich : www. Alpenparlament.ch. Vertiefter Journalismus unter:Journal21, 2010 – http://www.journal21.ch.

    -So wie Münchhausen sich selber am Schopf aus der Sch… zog, muss man sich heute selber das Brett vor dem Kopf herunterreissen .

  60. #60 Tobias
    16. Oktober 2010

    Peter Robles Maceo,

    geben Sie “Schweinegrippe” oben in die Suchmaske ein und ersparen Sie uns hier Ihre Verschwörungslinks.

  61. #61 Andreas Lichte
    19. Dezember 2011

    Leseempfehlung:

    “Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

    (…) Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer, dessen „Anthroposophie“ so gut wie keinen Lebensbereich unberührt lässt. Seine Heilslehre, die in Anthroposophenkreisen auch irreführend als „Geisteswissenschaft“ bezeichnet wird, gründet sich praktisch vollständig auf den hellseherischen Eingebungen Steiners. Neben bio-dynamischem Gemüse, Heileurythmie und Waldorfschulen haben wir ihm so auch eine anthroposophische „Medizin“ zu verdanken. (…)

    (…) In der Konsequenz werden auch Impfungen von vielen Anthroposophen abgelehnt, man will den Sprösslingen ja keine wichtige entwicklungsfördernde Krankheit vorenthalten. Waldorfschulen und -Kindergärten sind daher bekannt als Brutstätten für die immer wieder aufflammenden Masernepidemien in Deutschland, die Durchimpfungsraten liegen hier weit unter dem Durchschnitt. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können schwerste Komplikationen – bis hin zum Tode – nach sich ziehen (…)”

    zum Artikel von Martin Ballaschk: http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/