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Otto Heinrich Warburg hat 1931 den Nobelpreis für Medizin gewonnen. Er und ein Paper werden in einem aktuellen SPIEGEL-Online Artikel verunglimpft. Hier die Erklärung warum wir atmen und was die Warburg-Hypothese mit der Entstehung von Krebs zu tun hat.

Otto Heinrich Warburg (Bild unten) hat 1931 den Nobelpreis für Medizin bekommen. Er hat die Cytochrom-C-Oxidase entdeckt (Kristallstruktur oben), und sie damals “Atmungsferment” genannt. Um zu verstehen, wie wichtig die Cytochrom-C-Oxidase ist, und was dessen Funktion ist, muss man sich verdeutlichen, was der von mir gestern Abend gegessene Teller Nudeln mit dem von mir ständig eingeatmeten Sauerstoff zu tun hat.

Warum wir atmen

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Nudeln sind Kohlenhydratketten, die durch einige mechanische (kauen) und biochemische Schritte (kohlenhydratspaltende Enzyme in meinem Dünndarm) zu Glucosemolekülen werden. Also schlicht: Zucker. Dieser Zucker wird durch die Darmwand resorbiert und über das Blut zu den Zellen meines Körpers transportiert. Dort wird der Zucker von den Zellen aufgenommen und in vielen Teilschritten letztendlich in den Mitochondrien zu CO2 oxidiert. CO2 ist sozusagen das Abfallprodukt des Zuckerabbaus, und es wird effektiv durch ausatmen aus meinem Körper entsorgt.

Bei der Oxidation von Zucker zu CO2 wird Energie frei (daher werden die Mitochondrien, wo die Abbauschritte passieren, auch die Kraftwerke der Zelle genannt), und die möchten meine Zellen möglichst nicht ungenutzt lassen. Also muss die frei werdende Energie irgendwie konserviert werden. Das geschieht in Form von ATP, das der Energiewährung meines Körpers gleich kommt, und fast universell für verschiedenste zelluläre Prozesse verwendet wird.

Dieses ATP entsteht auf zwei Arten. Zum kleineren Teil direkt beim Abbau des Zuckers, und zum weitaus größeren Teil bei der sogenannten Zellatmung. Hier kommt jetzt die Cytochrom-C-Oxidase ins Spiel. Dieses Enzym, genauer dieser Enzymkomplex, pumpt zum einen Protonen, die bei der Oxidation von Zucker entstehen, über eine Membran, und reduziert zum anderen den Sauerstoff, den ich einatme, zu Wasser. Die gepumpten Protonen werden dann von einem anderen Proteinkomplex (ATP-Synthase) zur, wie der Name schon sagt, weiteren Synthese von ATP verwendet.

Somit wäre der Zusammenhang von Nudeln und Sauerstoff geklärt, und wir haben verstanden, warum wir überhaupt atmen: Um Sauerstoff der Cytochrom-C-Oxidase zu zu führen und um das beim Zuckerabbau entstehende CO2 los zu werden. Und somit wäre vor allem erklärt, für was Otto Heinrich Warburg 1931 den Nobelpreis bekam. Für die Entdeckung des zentralen Enzymkomplexes bei der Zellatmung, der Cytochrom-C-Oxidase.

Und nicht, wie in einem aktuellen Artikel in der SPIEGEL-Online Wissenschaftssektion behauptet, für die Hypothese fehlerhafte Mitochondrien seien für Krebs verantwortlich:

Die Idee war der schwedischen Akademie der Wissenschaften 1931 einen Nobelpreis wert: Otto Heinrich Warburg hatte die Hypothese aufgestellt, dass Tumoren entstehen, weil die Energiegewinnung von Zellen gestört sei.

Die Wahrheit über die Warburg-Hypothese

Man muss dazu folgendes wissen. Warburg hat 1924 postuliert, natürlich im Zusammenhang mit seinem Forschungsgebiet, dass eine Störung der Funktion der Mitochondrien in Krebszellen der Hauptgrund für das Wachstum von Tumoren sei. Von der DNA, deren Struktur erst in den 1950ern aufgeklärt wurde und von Mutationen als Auslöser von Krebs, also dem unkontrollierten Zellwachstum, wusste damals noch niemand etwas.

Warburg sei verziehen. Nicht jedoch dem Autor des aktuellen SPIEGEL-Artikels, für dessen Titel “Krebs Entstehung: Neue Indizien für Warburg-Hypothese” und für diesen einleitende Abschnitt:

Sind Mutationen oder gestörte Zellkraftwerke für Krebs verantwortlich? Nobelpreisträger Otto Warburg hat schon 1930 vermutet, dass die Energieproduktion entscheidend ist. Jetzt haben Biologen neue Indizien dafür gefunden, dass er tatsächlich Recht hatte

Milde ausgedrückt ist das irreführend. Eigentlich ist es Bullshit. Kein Wissenschaftler zweifelt ernsthaft an, dass Krebs durch Mutationen entsteht. Seien sie vererbt oder somatisch. Auch nicht die Autoren der im SPIEGEL-Artikel verlinkten Studie.

Das interessante an der Warburg Hypothese sind die Beobachtungen, auf der sie beruhen: In Tumoren läuft die Zellatmung nicht mehr richtig ab. Die Glucose wird nicht vollständig zu CO2 oxidiert, sondern endet vorzeitig als Milchsäure. Warburgs Idee war, dass dies auf eine gestörte Struktur der Mitochondrien zurückzuführen ist.

Die Autoren des Papers (das übrigens schon im August 2008 veröffentlicht wurde) bestätigen dies (erneut). Sie zeigen, dass in Tumoren in vivo die Zusammensetzung der inneren Mitochondrienmembran gestört ist, was zu einer Störung der Atmungskette und folglich zu den Phänomenen führt, die schon Warburg beobachtet hat.

Sie berichten, dass diese Abnormalitäten der inneren Mitochondrienmembran unter anderem von Mutationen verursacht werden können, die sonst Krebs auslösen:

In addition to inherited mutations, somatic mutations in tumor suppressor/oncogenes or aneuploidy could also produce mitochondrial defects, thus causing CL abnormalities.

CL steht für Cardiolipin, einem Bestandteil der inneren Mitochondrienmembran. Der Bezug zu Warburg dient dabei letztendlich der historischen Ehrenrettung des Biochemikers, und ist sicherlich kein Versuch einen alternativen Mechanismus zur Entstehung von Krebs zu etablieren, wie im SPIEGEL Artikel suggeriert wird.

Der Nobelpreisgewinner von 1931 heißt übrigens Otto Heinrich Warburg. Nicht Otto Warburg, wie in dem SPIEGEL-Online Artikel zwei mal fälschlicherweise behauptet wird. Otto Warburg war ein Botaniker.

Wer steht eigentlich für das Kürzel “hei” in der SPIEGEL-Online Wissenschaftsredaktion?

ResearchBlogging.orgM. A. Kiebish, X. Han, H. Cheng, J. H. Chuang, T. N. Seyfried (2008). Cardiolipin and electron transport chain abnormalities in mouse brain tumor mitochondria: lipidomic evidence supporting the Warburg theory of cancer The Journal of Lipid Research, 49 (12), 2545-2556 DOI: 10.1194/jlr.M800319-JLR200

Kristallstruktur Cytochrom-C-Oxidase und Porträt Otto Heinrich Warburg aus Wikipedia.

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Kommentare

  1. #1 Fischer
    14. Januar 2009

    Der Spiegel-Artikel ist eng an die Pressemitteilung des Instituts angelehnt, aus der auch der Fehler mit dem Nobelpreis stammt. Eigentlich wollte ich über das Paper auch schreiben, aber die Behauptung aus der Pressemitteilung schien mir vom Paper nicht gedeckt zu sein.

    Im Impressum kann man übrigens nachlesen, dass sich hinter hei eine Dr. med. Heike Le Ker verbirgt.

  2. #2 Ulrich
    14. Januar 2009

    Wenn ich mich nicht täusche, dann ist die fehlerhafte Nobelpreis-Info aus dem SpOn-Artikel inzwischen verschwunden.

  3. #3 Tobias
    14. Januar 2009

    Also wieder das gleiche Problem, dass grundsolide Forschungsartikel durch Pressemitteilungen hochgejazzt werden und die Informationen von Journalisten unkritisch übernommen werden.

  4. #4 Tobias
    14. Januar 2009

    @Ulrich: Tatsächlich. Das wurde korrigiert.

  5. #5 Fischer
    14. Januar 2009

    Das erinnert mich an diese vollmundige Behauptung, die dieses Jahr gelegentlich auf der Wissenswerte zu hören war: Journalismus sei auf jeden Fall seriöser als Blogs, “weil da nicht dauernd nachträglich an den Texten rumkorrigiert wird, so dass keiner mehr die Änderungen nachvollziehen kann.”

    Ohne weiteren Kommentar.

  6. #6 Tobias
    14. Januar 2009

    Wahrscheinlich habe ich den Satz oben auch nur erfunden, um ein bisschen besserwisserisch über die Atmung zu referieren. Aber in der Pressemitteilung stehts ja auch noch so drin:

    German scientist Otto H. Warburg’s theory on the origin of cancer earned him the Nobel Prize in 1931, but the biochemical basis for his theory remained elusive.

    Ganz oben gleich. Fragt sich noch wie lange.

    Lieber SPIEGEL Redakteur, dann änder doch bitte noch “Otto Warburg” zu “Otto Heinrich Warburg”.

    Oder wenigstens zu “Otto H. Warburg”

    (Dieser Kommentar wurde zwei mal editiert).

  7. #7 Marcus
    14. Januar 2009

    Ich nehme ja mal an, die PM haben die Wissenschaftler gegengelesen, dann gehört denen aber auch ein bisschen der Hintern versohlt …

  8. #8 Ludmila
    14. Januar 2009

    @Marcus: “die PM haben die Wissenschaftler gegengelesen”

    Dafür hat doch heutzutage keiner Zeit. Das war früher vielleicht so, aber heutzutage würde ich darauf nicht wetten. Ich glaub, Du unterschätzt wie autark Pressestellen sind. Und selbst wenn. Soll das Journalismus sein? Ich übernehme unkritisch alles, was ich als PM kriege? Wird schon stimmen?

  9. #9 Marcus
    14. Januar 2009

    wieso eigentlich schon wieder so ungestüm …

    Ich weiß nicht, wie es an der Uni Köln ist, ich weiß auch nicht wie viele Pressestellen Du kennst. Bei denen, für die ich schreibe, ist das so mit dem Gegenlesen.

    Keine Antworten von mir auf die Fragen, ich bin nicht der Anwalt der Spiegel-Redakteurin.

  10. #10 Marcus
    14. Januar 2009

    … ach so, Du hattest das Wort “auch” übersehen, denen gehört “auch” der Hintern versohlt.

  11. #11 Marcus
    14. Januar 2009

    Anmerkung zum Namen:
    Ich habe gerade mal im Brockhaus Sonderband zu den Nobelpreisen nachgesehen.
    Er ist dort aufgeführt unter Otto Heinrich Warburg, Der zweiseitige Text beginnt aber mit “Otto Warburg war einer der bedeutensten Experimentalbiologen …”, dann folgt im Text nur …Warburg… Und der letzte Absatz beginnt mit: Die “kauzigen” Eigenheiten des älteren Otto Warburg… ”

    Hat mal jemand auf der Nobel-Seite nachgesehen?

  12. #12 Ludmila
    14. Januar 2009

    @Sorry Marcus,

    aber diese “Wir schreiben die PM ab”-Mentalität nervt mich einfach an. Und wenn ich so sehe, was der SpON-Wissenschaftsredakteur bei Stefan Niggemeier zu dem sagte, was SpON aus der “Rauchmeldung” gemacht hat, dann muss ich sagen: Nicht nur, dass die einfach abschreiben. Die merken noch nicht einmal, dass das nicht optimal ist. Das finde ich fast noch schlimmer.

    Fairerweise sollte man sagen, dass es sinnvoller wäre, gute Pressetexte auszuzeichnen, statt sich darauf zu stützen, wie schlecht die Medien sind. Es gibt ja durchaus gute Formate. “Leonardo” z.B. höre ich sehr gerne.

  13. #13 Marcus
    14. Januar 2009

    Auf der Nobel-Seite wird er unter “Otto Warburg” geführt.
    http://search.nobelprize.org/search/nobel/?q=Warburg&i=en&x=0&y=0

  14. #14 Marcus
    14. Januar 2009

    bei der Wikipedia ist das auch interessant.

    Zur Unterscheidung vom Botaniker wird er unter Otto Heinrich geführt. Wie aber ebenfalls vermerkt: Es gibt eine “Otto Warburg Medaille” und eine “Otto Warburg Chemie-Stiftung”

    Verrückt: Bei Wikipedia gibt es einen Link zur Nobel-Seite, zu Otto Heinrich Warburg.
    http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/1931/

    Da soll sich noch einer auskennen …

  15. #15 Tobias
    14. Januar 2009

    @Marcus
    Das ist das gleiche wie bei George Bush.
    George H. W. Bush, George W. Bush – Wer blickt da noch durch ;-)

  16. #16 Marcus
    14. Januar 2009

    @Tobias
    naja, was klar wird: Man kann nicht wirklich von “fälschlicherweise” sprechen. Mit “Heinrich” wäre es besser gewesen.

    Mir hätte das auch passieren können. Ich muss gestehen: ich habe ihn gar nicht gekannt (Journalist eben, ich weiß nix, ich weiß nur wo ich gucken muss ;-)). Wenn in der PM “Otto H. Warburg” steht, hätte ich aus alter Gewohnheit die Initiale rausgehauen, weil die im Deutschen eigentlich nicht verwendet wird. Keine Entschuldigung, eine Erklärung.

  17. #17 Tobias
    14. Januar 2009

    @Marcus
    Trotzdem, wenn jemand in 50 Jahren über die Amtszeit von George Bush schreibt, wird er nicht umhin kommen H. W. oder nur W. dazwischen zu schreiben. Wer das weglässt, hat schlecht recherchiert.
    Nicht weniger falsch ist aber, dass in dem Artikel suggeriert wird, ein alternativer Mechanismus zur Entstehung von Krebs sei jetzt endlich gezeigt worden. Es wäre ein Nobelpreis wert, wenn dem so wäre.

  18. #18 Arnulf
    14. Januar 2009

    Im Spon-Artikel ist die Rede vom “Nobelpreisträger Otto Warburg”. Eine Verwechslung mit dem Botaniker ist damit ausgeschlossen, da dieser kein Nobelpreisträger war; das “Heinrich” ist folglich überflüssig. Genauso wenig bräuchte man bei einer Formulierung wie “der 43. US-Präsident George Bush” das “W.”
    Und wer nicht einmal das Impressum einer Nachrichtenwebsite anklicken kann, sollte sich mit Wertungen wie “schlecht recherchiert” vielleicht besser zurückhalten.

  19. #19 Paco
    15. Januar 2009

    @arnulf:
    in wissenschafftlichen Publikationen sind die Initialen der Zweit- und Drittnamen durchaus von Bedeutung. Der Unterschied wird sehr deutlich, wenn man bei einer Literaturrecherche “Hans Meier” oder “Hans T. Meier” bei Pubmed eingibt. Die Anzahl an gefundenen Publikationen kann dabei erheblich variieren. Insofern kann ich Tobias Standpunkt etwas nachvollziehen.
    In finde diesen Post sehr gelungen. Er erfuellt meines Erachtens genau den Sinn von Wissenschaftskommunikation. Anhand eines aktuellen, fehlerhaften (mittlerweile korrigierten) Artikels werden biologische Zusammenhaenge anschaulich erklaert. Die Frage ob nun Otto Warbung oder Otto H. Warburg ist doch eher zweitrangig.

    Ich wuensche mir weitere Artikel in diesem Stil.

  20. #20 Paco
    15. Januar 2009

    “…ob nun Otto Warbung oder Otto H. Warburg ist doch eher zweitrangig.”
    Hmm das sollte natuerlich Warburg und nicht Warbung heissen. Das macht doch einen etwas groesseren Unterschied…;-)

  21. #21 Dr. Heiner Gerke
    16. Januar 2009

    Bei Spiegel online und den Richtigstellungen geht manches durcheinander. Wichtiges geht unter und Unwichtiges wird zu hoch gehängt.

    1. Seine eigenen Briefe unterzeichnete Otto Warburg mit “Otto Warburg” (vgl. Petra Werner, Otto Warburg und das Problem der Sauerstoffaktivierung, Marburg 1996). In der Biographie von Ron Chernow über die Warburg-Familie kommen beide Ottos vor und werden beide “Otto Warburg” genannt. Wichtiger ist rückwirkend betrachtet nicht der zweite Vorname sondern der Nobelpreis.
    2. Die erste Nobelpreisnominierung erfolgte 1927 für die sog. Warburg-Hypothese “Sauerstoffmangel ist die Hauptursache von Krebs”. Er erhielt ihn damals nicht, weil im Jahr zuvor bereits ein Däne diesen Preis für seine, inzwischen widerlegte, Krebstheorie erhalten hatte (vgl. Warburg-Würdigung zum 125. Geburtstag in “Max-Planck-Forschung” 4/2008). Ihm wurden noch zwei Nobelpreise zugesprochen; den zweiten durfte er wegen eines Hitler-Dekrets nicht annehmen.
    3. In den folgenden Jahrzehnten wurde diese Hypothese immer wieder praktisch aufgegriffen (vgl. R. Weinberg, Krieg der Zellen, München 1998). Ihren sog. Beweis vermeldete “Bild” im Januar 2006: “Sauerstoffbombe stoppt Krebs”. Gemeint war die Veröffentlichung einer Studie um den Potsdamer Wissenschaftler M. Ristow, dem es zusätzlich gelang, menschliche Krebszellen in den Tod zu zwingen, indem er sie zur Verstoffwechselung mit Sauerstoff zwang (Journal of Biological Chemistry, Vol 281/2006).
    4. Jede Zelle kann beides: mit und ohne Sauerstoff verstoffwechseln. Mutation ist dafür nicht notwendig. Vor Milliarden Jahren mutierten Zellen, um mit dem neu auftauchenden Sauerstoff zu verstoffwechseln. Die anderen Zellen wurden bei dieser ersten ökologische Umweltkatastrophe (H. von Ditfurth) vom Sauerstoff „erstickt“. Bis auf jene, die die mutierten vereinnahmten (Mitochondrien) und bis heute in Symbiose fortleben (vgl. R. Dawkins, Der entzauberte Regenbogen, über die Mitochondrien).
    5. Warburg war wissenschaftlicher Berater von Manfred von Ardenne, der mit Sauerstoff gegen Krebs experimentierte. Seine Krebs-Mehrschritt- und Sauerstoff-Mehrschritt-Therapien schätzte er selber als “meine größten Lebensleistungen” ein (Erinnerungen; vgl. auch “Warburgs Hypothese bewiesen” in Die Naturheilkunde 1/2006, nachzulesen u.a. bei http://www.sauerstofkur.com)
    Dr. Heiner Gerke

  22. #22 Tobias
    17. Januar 2009

    Hallo Herr Dr. Heiner Gerke,

    vielen Dank für die Aufklärung über die wahren Gründe für den Nobelpreis (oder die Nobelpreise) für Otto Heinrich Warburg und für die endgültige Klarstellung wie Herr Warburg mit Vornamen hieß.

    Wir habe eine alte Tradition hier im Blog: Wer mit Titel kommentiert, sollte bitte erklären, wo und wann promoviert wurde, und was der Titel der Dissertation war.

    Ich erlaube mir hier, Ihren Link aus obigem Kommentar zu korrigieren:
    http://www.sauerstoffkur.com
    Weiter möchte ich meine Leser auf diese aufschlussreiche Webseite hinweisen:
    http://www.dkfk.de/presse_gerke.html

    Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Leser kurz über die wissenschaftlichen Studien aufklären könnten (Link zum Paper reicht aus), welche die SMK (Sauerstoff-Mehrschritt-Kur) als die Präventivmedizin des dritten Jahrtausends stützen.

    Mich persönlich interessieren vor allem die wissenschaftlichen Nachweise für die Anwendung der SMK bei Krebserkrankungen (ich zitiere Ihre verlinkte Webseite:

    Anwendung findet die SMK insbesondere bei der Behandlung von Durchblutungsstörungen, von Erschöpfungszuständen, von Allergien sowie Krebserkrankungen.

    Mit freundlichen Grüßen

  23. #23 Bernd
    17. Januar 2009

    @ Tobias: Interessante Frage, die Du da an Herrn Gerke gerichtet hast. Habe ich doch unlängst ein paar Tage in Dresden verbracht und u.a. an einer Führung durch den Stadtteil ‘Weißer Hirsch’ teilgenommen (sehr zu empfehlen). Es ging dabei auch am “Ardenne Institut für …” vorbei, wo auch die “Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie” beworben wurde. Ob des (anachronistisch klingenden) Namens belustigt, fragte ich mich, worum es da wohl geht. Nun werde ich es vielleicht bald erfahren und auch, welche empirische Evidenz für die Wirksamkeit existiert.

    BTW: Diese (akademische) Titelhuberei ist so entlarvend/langweilig/nervend. Daher finde ich es begrüßenswert, wenn hier die oben erwähnte “alte Tradition” gepflegt wird.

  24. #24 Dr. Heiner Gerke
    17. Januar 2009

    Hallo Tobias,
    vielen Dank für den Hinweis auf die richtige Schreibweise der homepage. Dort kann in der “Uni-Press aktuell” nachgelesen werden (die alte Tradition im blog war mir nicht bekannt),
    – “wo” (Promotionsausschuß Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität in Bremen) – “und wann” (09.05.2001) “promoviert wurde,
    – und was der Titel der Dissertation war” (Theorie und Praxis der Sauerstoff- Mehrschritt-Therapie nach Prof. Manfred von Ardenne – Beschreibung und Analyse der evolutions- und medizingeschichtlichen sowie sozialhistorischen Rezeption in Deutschland).
    Die Bewertung der SMK als Präventivmedizin des 3. Jahrtausends ergibt sich aus den persönlichen Erfahrungen des Zahnarzts A. Bordewieck, veröffentlicht in einem Interview unter dem Titel “Wir sollten im Dritten Jahrtausend das Auftreten von Krankheiten von vornherein verhindern können” in: Talkenberger, P.P. u.a., Medizin im 3. Jahrtausend, Idstein 1992, S. 149.
    Dies resultiert auch aus den Erlebnissen Tausender von Kur-Gästen in Bad Füssing (“Mekka der Sauerstofftherapien”, über 30 SMK-Anbieter), wo, wie in Dresden, die Theorie-/Praxis-Analyse umgesetzt wurde: Wenn in Tausenden von Fällen die SMK zur Heilung führt, also allein durch die Hochschaltung des Sauerstoff-Status, dann ist ein dauerhaft hoher Sauerstoff-Status folgerichtig Prophylaxe (vgl. Ardenne, M. von, Wo hilft Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie?, Mannheim 1989, S. 116: “7.1. Präventiver Einsatz zur Bekämpfung der Ursache vieler Krankheiten, nicht ihrer Symptome”.

    Stichwort: Wissenschaftliche Nachweise bei Krebs.
    1. Ardenne, M. von, systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie, Stuttgart 1997, u.a. über die Klinik von Hyperthermie und Hyperglykämie kombiniert mit SMK.
    (Otto Warburg kommentierte an von Ardenne die 1. Auflage: “Sie sind in den wenigen Jahren durchaus an die Spitze der Krebsforschung vorgedrungen… Sie können jetzt nur noch e i n e n Fehler machen: dass Sie, entmutigt durch zuviel Widerstand, zu früh aufgeben”.)
    2. Ardenne, M. von, Grundlagen für die Bekämpfung der Krebs-Metastasierung durch Prozesse der Sauerstoff-Mehrschritt-Immunstimulation, Moos am Bodensee 1984.
    3. Ardenne, M. von, Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, Physiologische und technische Grundlagen, Stuttgart 1978, S. 337-35
    4. Ardenne, M. von, Gesundheit durch Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, München 1985, S. 225-244.
    5. Ardenne, M. von, Wo hilft Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie?, Mannheim 1989, S. 196-227.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Heiner Gerke

    “Bernd” hätte vor der Führung in Dresden Uwe Tellkamp „Der Turm“, den neuen Bestseller über den Stadtteil „Weißer Hirsch“ lesen sollen. Dort läßt der Autor den „Turm“-Bewohner Manfred von Ardenne alias Ludwig von Arbogast sagen: „Vielleicht können wir mit Sauerstoff den Krebsgeschwüren zu Leibe gehen. Mitarbeiter meines Instituts forschen an diesem Problem…“ (S. 585).
    SMT ist kein „anachronistisch klingender Name“ sondern – in Abgrenzung zu kurzfristig wirkenden Sauerstofftherapien – ein Begriff aus der Physik. Von Ardenne kam aus der Physik, wo man Experimente mit hintereinander geschalteten Versuchsschritten durchführt: mehrere Schritte!
    Bei der SMT sind das
    1. Bessere Sauerstoffbindung durch Vitalstoffe,
    2. bessere Sauerstoffatmung druch geeignete Sauerstoffgeräte und
    3. bessere Sauerstoffverteilung durch Bewegung.

    Stichwort Titelhuberei
    1. Diese „entlarvend/langweilig/nervend“e Kommentierung stammt meistens von Menschen ohne diesen akademischen Titel und ohne Kenntnis des deutschen Namensrechts:
    2. Ich zeichne meine Kommentare mit meinem Namen, zu dem seit Ausstellung der Promotionsurkunde die Abkürzung des Doktortitels namensrechtlich dazugehört.
    Trotzdem auch dem Blogger-Traditionalisten „Bernd“
    Beste Grüße
    Heiner

  25. #25 Bernd
    17. Januar 2009

    @ Dr. Heiner Gerke schrieb:

    “Stichwort: Wissenschaftliche Nachweise bei Krebs.
    [...]”

    Ich mag mich täuschen (disziplinäre Unterschiede in der Zitationspraxis?), doch hier werden nur Bücher oder Buchkapitel/Sammelbandbeiträge zitiert. Gibt es auch begutachtete Artikel aus Fachzeitschriften (Stichwort peer review)?

    “‘Bernd’ hätte vor der Führung in Dresden Uwe Tellkamp „Der Turm“, den neuen Bestseller über den Stadtteil „Weißer Hirsch“ lesen sollen.”

    Warum wird eigentlich mein Name in Anführungsstriche gesetzt? Nun, es ist tatsächlich mein Name, mit zwei Klicks sind Sie auf meinem Impressum mit meiner richtigen Adresse. Google “Bernd Weiß”, gleich der dritte Treffer.

    Zu “Der Turm”: Habe tatsächlich noch vor, es zu lesen. Wie gesagt, interessanter Statdteil mit einer interessanten Geschichte. Ich vergaß übrigens, v. Ardennes kleine Sternwarte lobend hervorzuheben.

    “1. Diese „entlarvend/langweilig/nervend“e Kommentierung stammt meistens von Menschen ohne diesen akademischen Titel und ohne Kenntnis des deutschen Namensrechts:”

    Ich habe mir nach meinem Kommentar überlegt, dass sich hier vielleicht auch ein Generationen-/Disziplineneffekt abzeichnet. Tatsächlich darf auch ich mich Dr. rer. pol. nennen. In Teilen meiner Generation und meiner Disziplin ist es inzwischen aber eher unüblich, seinen akad. Titel herauszustellen.

    Was das Namensrecht angeht, so verweise ich auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel (hoffe mal, dass dort kein Schmarrn steht). Wenn ich mich irren sollte, schreiben Sie das bitte meiner Ignoranz des deutschen Namensrechtes zu .

  26. #26 Tobias
    18. Januar 2009

    Herr Dr. Heiner Gerke,
    ich muss meinem Vorredner Recht geben. Bei Ihren angegebenen Quellen ist keine einzige wissenschaftliche Arbeit dabei. Wenn es eine einzige klinische Studie gibt, welche die Wirksamkeit der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie zeigt, dann verlinken Sie diese bitte. Das bezieht sich insbesondere auch auf den Zusammenhang mit denen von Ihnen genannten “Vitalstoffen”.
    Auch tausende Kurgäste und die Erfahrungen eines Zahnarztes ersetzen keine Doppelblindstudien mit Plazebokontrollen, und wenn Quacksalberei zur Krebstherapie aufgeblasen wird, dann wird es gefährlich.

  27. #27 Dr. Heiner Gerke
    18. Januar 2009

    Lieber Bernd, lieber Tobias,
    in Beschränkung auf das Wichtigste:
    Die einzelnen Studien (doppelblind und viele weitere! ) finden sich als Quelle/Anmerkungen in den Literaturlisten der erwähnten Bücher, die diese Studien nur zusammenfassen.
    Das ist dennoch eine nur relative Aussagefähigkeit:
    „Contergan-Kinder“ bedanken sich für Doppelblindstudien mit Plazebokontrollen.
    An unerwünschten Nebenwirkungen offiziell zugelassener Medikamente sterben jedes Jahr mehr Menschen in Deutschland als im Straßenverkehr. Bei der SMK ist kein Fall bekannt.

    Stichwort: Zugeführte Vitalstoffen:
    Die SMK-Vitalstoffoptimierung soll dafür sorgen, dass der Einsatz von Sauerstoff gegen Sauerstoffmangel in den Zellen nicht durch Vitalstoffmangel konterkariert wird.
    Die zugeführten Antioxidantien sind eine Teilmenge der Orthomolekularen Therapie (OMT) nach Linus Pauling, wie Warburg zweimaligen Nobelpreisträger. Diese Vitalstoffe verbessern – im Gegensatz zu Aspirin, EPO und Viagra – auf natürliche Weise die Nutzung des Sauerstoffs in der Zelle und beugen oxidativem Stress vor.
    Körpereigene Antioxidantien:
    von Ardenne konnte nachweisen, dass die SMK die körpereigene Superoxiddismutase (SOD) erhöht. Den Rest kann man mit der OMT-Teilmenge sicherstellen.
    Mit besten Grüßen
    Heiner

    P.S.
    Stichwort: „Quacksalberei“ und „Krebstherapie“
    Viele Schulmediziner lehnen Alternativen ab, während sich die meisten Alternativmediziner weniger arrogant als Vertreter einer Ergänzungs- und Komplemetärmedizin verstehen.
    Gegen plazebokontrollierte Doppelblindstudien zu Chemotherapien hatte schon Dr. Abel (s.u.) bedenkenswerte Ausführungen gemacht, die der Spiegel vor vier Jahren bestätigte, wie ich auf Anregung von Bernd in Wkipedia fand („hoffe mal, dass dort kein Schmarrn steht“):

    DER SPIEGEL Heft 41 04.10.2004
    Giftkur ohne Nutzen

    Immer ausgefeiltere und teurere Zellgifte werden schwer kranken Patienten mit Darm-, Brust-, Lungen- oder Prostatatumoren verabreicht. Nun hat ein Epidemiologe die Überlebensraten analysiert. Sein Befund: Allen angeblichen Fortschritten zum Trotz leben die Kranken keinen Tag länger…
    „Was das Überleben bei metastasierten Karzinomen in Darm, Brust, Lunge und Prostata angeht, hat es in den vergangenen 25 Jahren keinen Fortschritt gegeben”,
    sagt der Epidemiologe Dieter Hölzel, 62. Er hat zusammen mit Onkologen die Krankengeschichten Tausender Krebspatienten dokumentiert, die in und rund um München seit 1978 nach dem jeweiligen Stand der Medizin behandelt wurden…
    Seit Jahrzehnten werden immer neue Zellgifte eingesetzt. Oftmals verlangen die Arzneimittelhersteller dafür astronomisch hohe Preise. Im Austausch versprechen sie ein längeres Leben.
    Die neuen Zahlen des Krebsregisters der Universität München indes bestätigen das nicht.
    Die Überlebensraten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten demnach mitnichten verbessert… Heutige Patienten versterben genauso schnell an Krebs wie ihre Leidensgenossen vor 25 Jahren.
    Während die Kurve für Darmkrebs eine geringfügige Besserung zeigt, ist die Überlebensrate für Brustkrebs im Laufe der Jahre sogar gesunken. Wahrscheinlich, meint Hölzel, handele es sich nur um zufällige Schwankungen ohne Aussagekraft; aber selbst noch Schlimmeres hält er nicht für ausgeschlossen: „Ich befürchte, dass die systematische Ausweitung der Chemotherapie gerade bei Brustkrebs für den Rückgang der Überlebensraten verantwortlich sein könnte.”
    Gerhard Schaller, 52, Gynäkologe von der Universität Bochum, konstatiert: „Für das Überleben von Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs hat die Chemotherapie bisher praktisch nichts gebracht – viel Lärm um nichts.”…
    Millionen von Krebskranken unterzogen sich in den vergangenen 50 Jahren einer Chemotherapie. Der erste Patient mit einem Lymphosarkom in fortgeschrittenem Stadium wurde 1942 von US-Ärzten mit Senfgas behandelt. Die Tumormasse schrumpfte auf geradezu wunderliche Weise. Zwar verpuffte der Effekt nach drei Monaten, und der Patient starb – dennoch war die Ära der Chemotherapie gegen Tumorleiden eingeläutet…
    Doch leben (Patienten) dank Chemotherapie überhaupt länger? Die entscheidende Vergleichsstudie wurde nie durchgeführt.
    Wahrscheinlich wird sich die Frage gar nicht mehr beantworten lassen. In klinischen Studien vergleichen die Hersteller stets nur neue mit alten Zellgiften; Kontrollgruppen, die gar nicht behandelt werden, gibt es nicht.
    Um auf dem Markt zugelassen zu werden, reicht es, an einer kleinen Schar handverlesener Testpersonen irgendeinen Vorteil gegenüber einem bereits zugelassenen Zellgift „statistisch signifikant” erscheinen zu lassen…
    Im September 1985 erklärte der inzwischen verstorbene Klaus Thomsen, damals seit zwei Jahrzehnten Direktor der Gynäkologie der Universitätsidinik Hamburg-Eppendorf, auf einem internationalen Kongress in Berlin:
    „Es sollte uns nachdenklich stimmen, wenn eine zunehmende Zahl von Ärztinnen und Ärzten sagt: An mir würde ich eine solche Therapie nicht vornehmen lassen.”…
    Zehn Jahre später war es dann der Epidemiologe Ulrich Abel von der Universität Heidelberg, der den Nutzen der Chemotherapie in Zweifel zog. Ein Jahr lang hatte der Wissenschaftler mehrere tausend Publikationen zur Chemotherapie gesichtet .
    Erschüttert stellte er fest, dass „bei den meisten Organkrebsen keinerlei Belege dafür existieren, dass die Chemotherapie – speziell auch die immer mehr um sich greifende Hochdosistherapie – die Lebenserwartung verlängert oder die Lebensqualität verbessert”.

  28. #28 Tobias
    18. Januar 2009

    @Dr. Heiner Gerke
    Ihre Behauptung, es gäbe klinische Studien, welche überhaupt einen Effekt der SMT zeigen, entbehren jeder Grundlage. Verweisen sie nicht auf Sekundärliteratur, sondern auf die wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

    Die Schulmedizin baut auf evidenzbasierte Therapien. Es gibt keine Evidenz für die Wirksamkeit der SMT, daher ist sie weder eine anerkannte Therapie, noch wird sie von den Krankenkassen erstattet.

  29. #29 Michael
    19. Januar 2009

    Das Zitat (hei) aus SPON ist in der Tat falsch. Aber: Warburg war tatsächlich davon überzeugt eine oder die Ursache von Krebs gefunden zu haben. So falsch das auch aus heutiger Sicht ist, er glaubte daran.

    …..Otto Warburg first proposed that cancer originated from irreversible injury to mitochondrial respiration, but the structural basis for this injury has remained elusive….

    (aus dem Kiebish-Artikel im j lipd res 2008)

  30. #30 sil
    19. Januar 2009

    @Dr. Gerke:

    Und genau an dieser Stelle wird es für die Patienten lebensgefährlich.
    Wenn Quacksalber sich an Krebspatienten vergreifen, gehen wertvolle Zeitfenster für wirksame Therapien verloren. Da wird dann “ganzheitlich” rumgefummelt, bis nichts mehr geht und gestorben wird dann trotzdem im Krankenhaus. Die “pöhse Schulmedizin” ist dann natürlich am Leiden und dem Tod schuld.
    Lesetipp: “The orange man”.

    Wie sich die Heilsversprechen, die Lügen und die Pseudoreferenzen durch Autoritätsargumentation der Scharlatane und Quacksalber doch ähneln.
    Homo sapiens ist eben doch nur der geschichtenrzählende Affe und nicht der denkende Mensch. Argh!

  31. #31 Robert
    19. Januar 2009

    Zu der Sauerstoff Mehrschritt Therapie nach von Ardenne hat sich der gemeinsame Bundesausschuss 2005 nach eingehender Recherche von internationalen Datenbanken und Stellungnahmen der Fachgesellschaften sowie von fünf renommierten Kliniken ganz eindeutig geäussert.

    Zitat von 2005:

    ….. In die Abwägung des Stellenwertes dieser therapeutischen Leistung hat der Ausschuss alle Stellungnahmen und die maßgebliche wissenschaftliche Literatur, wie von den Sachverständigen benannt und durch die systematische Literaturrecherche identifiziert, ausgewertet und miteinbezogen.
    Zur sKMT konnten weder kontrollierte randomisierte Studien noch prospektive Studien mit einer adäquaten Vergleichsgruppe identifiziert werden. Auch fanden sich diesbezüglich keine HTA-Berichte. In den identifizierten deutschen und internationalen Leitlinien zu Behandlungsverfahren menschlicher Tumorleiden wird die sKMT nicht erwähnt.
    In den fünf eingegangenen Stellungnahmen wird die systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie nach von Ardenne nur in der Stellungnahme der Interdisziplinären Arbeitsgruppe (IAH), Universitätsklinikum der Humboldt-Universität zu Berlin, erwähnt: Sie sei keine eigen-ständige Methode, Hyperglykämie und Hyperoxämie seien vielmehr supportive intensivmedizinische Maßnahmen bei Hypermetabolismus….

  32. #32 Tobias
    19. Januar 2009

    @Michael:

    So falsch das auch aus heutiger Sicht ist, er glaubte daran.

    Stimmt! Mich würde interessieren, was Warburg gegen Ende seines Lebens über seine These aus den 20ern/30ern dachte, er ist immerhin erst 1970 gestorben.
    Das Problem ist, die Freunde der SMT glauben offensichtlich immer noch dran.

    @Robert: Danke für die Hintergrundinformationen. Mehr zur Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie auch bei Esowatch: http://esowatch.com/index.php?title=Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie

  33. #33 GeMa
    20. Januar 2009

    @Tobias
    Jedenfalls Danke für den Artikel. Es wird ja nicht nur bei SpOn verwechselt. Der Nobelpreis für Otto H. Warburg wird allerorten _für_ den Laien mit der Warburghypothese verbunden. Damit verkauft sich die Budewig-Diät genauso, wie sonstige obskure Krebsdiäten und allermöglicher alternativer Kram.

  34. #34 Querdenker
    20. Januar 2009

    Papaya-Enzymtherapie statt Sauerstoff-Mehrschichttherapie

    @ Tobias, da du ja Biologe bist und an Proteinen forschst, wollte ich dich auf ein Nahrungsergänzungsmittel aufmerksam machen, welches hauptsächlich aus Enzymen aus der Papaya-Frucht besteht.

    Es heißt „Immun’Age“ und soll sogar gegen AIDS und SARS helfen.

    - Verlängert das Leben um ca. 20 Jahre.
    - Wirkt antioxidativ und immunsstärkend
    - Erhöht die Wirksamkeit der Grippe-Impfung
    - Schmeckt nach Brausepulver
    - Wird von seinem Erfinder Luc Montagnier selber täglich eingenommen

    Einnahmeempfehlung von „Immun’Age“ bei SARS.
    http://www.osatousa.com/ChannelNewsAsia.pdf

    „Was ich jetzt erforsche, ist wichtiger als die gesamte Aids-Entdeckung“
    (Luc Montaigner, ZEIT ONLINE Sept. 2004)
    http://www.zeit.de/2004/38/P-Luc_Montagnier

    Tägliche Einnahmeempfehlung der Herstellerfirma Osato:

    1 Briefchen zum Anti-Ageing-Schutz (damit der Bart nicht grau wird)
    2 Briefchen zum Schutz vor freien Sauerstoffradikalen
    3 Briefchen als natürlichen Immun-Booster

    Hier kannst du die Box mit 60 Briefchen für sensationelle € 96,00 kaufen.

    http://www.immun-age.com/deu/prodotto.asp?id=2

    Berichte mal von deiner Erfahrung damit.

  35. #35 GeMa
    21. Januar 2009

    Eben dachte ich noch, prima Artikel und Kommentare – brauchste dir beim nächsten Budewig-Coy-NEM-Alarm nicht mehr den Mund fusselig reden … und jetzt : Werbung für NEM. :-(

  36. #36 Tobias
    21. Januar 2009

    @Querdenker
    Man muss kein promovierter Biologe sein, um zu wissen, dass mit der Nahrung aufgenommene Proteine (auch von der Papaya) spätestens im Magen durch den sauren Magansaft (pH1-pH3) denaturiert und durch Pepsin in ihre Bestandteile zerlegt werden.

    Was die “Bekämpfung” freier Sauerstoffradikale betrifft: Vielleicht schreib ich dazu demnächst mal einen Artikel. Mindestens bis dahin bitte ich Sie, hier:
    1. Mit Fakten zu argumentieren
    2. Keine dubiosen Mittelchen zu bewerben
    3. Ihre Kommentare passend zum Thema des Blogposts zu gestalten

  37. #37 Adromir
    21. Januar 2009

    Zitat Dr. Heiner Gerke: 4. Jede Zelle kann beides: mit und ohne Sauerstoff verstoffwechseln.

    Frage: Wie sieht das bei Erythrozyten aus?

    Und was mich noch interessiert: Selbst wenn man durch eine erhöhte 02- Gabe den Sauerstoffgehalt des Blutes signifikant ändern könnte, inwiefern soll das Überangebot dann die Krebszellen zur aeroben Glykolyse zwingen?

  38. #38 Tobias
    21. Januar 2009

    @Adromir
    Wenn ich mich an meine Vorlesungen richtig erinner, ist das Blut (bzw. das Hämoglobin im Blut) durch die 20% Luftsauerstoff schon komplett gesättigt. Eine Versorgung mit konzentriertem Sauerstoff macht Sinn bei einigen Intensivmedizinischen Behandlungen, bei denen die Lungenfunktion eingeschränkt ist, und bei Aufenthalten in grossen Höhen, zum Beispiel bei extrem-Bergsteigern.

    Mehr als sättigen kann man das Hämoglobin nicht. Der beobachtete Effekt bei Tumoren hat wohl mit der unzureichenden Bildung von Blutgefässen (Angiogenese) in den häufig schnell wachsenden Tumoren zu tun. Wenn eine ausreichende Durchblutung nicht gewährleistet ist, werden die Zellen nicht mit genug Sauerstoff versorgt. Das führt dann zu dem angesprochenen anaeroben Metabolismus und zur Laktatbildung. Ganz ähnlich sieht das bei Muskelkater aus.

  39. #39 Adromir
    21. Januar 2009

    Hallo Tobias,
    herzlichen Dank für deine Zeit. Wenn ich ehrlich sein darf, diese Dinge sind mir schon bekannt, habe gehofft von Herrn Gerke einen Erklärungsversuch abzuringen ;)
    Ich hoffe, du bist mir nicht böse, daß ich damit sozusagen unnötig deine Zeit in Anspruch genommen habe.

    viele grüße!

  40. #40 Tobias
    21. Januar 2009

    @Adromir
    Gerne. Ich bin mir aber fast sicher, Herr Gerke ist mit meiner Erklärung nicht einverstanden. Vielleicht kommentiert er diese, dann würde ich mich sehr über einen Kommentar von dir freuen.
    Gruß

  41. #41 Adromir
    25. Januar 2009

    Da sich Herr Dr. Gerke anscheinend nicht mehr äußern möchte, noch ein paar Dinge, aus meiner Sicht, als Nachtrag.

    Wenn ich nicht total daneben liege, dürfte ein Blick auf die Vererbungsschemata der genetischen Prädisposition verschiedener Krebsarten, die Mitochondrien als alleinige Auslöser für eine Krebserkrankung ausschließen.

    Da Mitochondrien nur über die weibliche Eizelle weitergegeben werden, müssten die Vererbungsschema ungefähr einem X- chromosomal dominanten Erbgang folgen. Sprich, alle direkten Nachfahren einer erkrankten weiblichen Person wären zwangsläufig krank, Nachfahren zweier gesunder Personen dürften eine Wahrscheinlichkeit von 0 haben, an Krebs zu erkranken.

    Die Erbschemata sprechen bei manchen Krebsarten aber für einen autosomal- rezessiven Erbgang.

    Das Widerspricht nun nicht der Annahme, daß eine gestörte Mitochondrienfunktion ein Mitauslöser einer Krebserkrankung sein könnte, schließt es aber, wie schon bemerkt, als alleinigen Auslöser aus.

    Und wie überall in der Wissenschaft darf man Auslöser und Wirkung nicht miteinander verwechseln.

  42. #42 Dr. Heiner Gerke
    28. Januar 2009

    Hallo Tobias, hallo Bernd,
    einige Beiträge gehen weit über das hinaus, wozu ich mich äußern wollte:
    Warburg-Hypothese und die SMT nach von Ardenne.

    z.B. Robert:
    Obwohl auf die Namensgeschichte der sKMT und SMT hingewiesen und wichtige Bücher dazu aufgelistet wurden, wird die eine mit der anderen verwechselt bzw. werden sie für ein und das gleiche gehalten mit Hinweis auf – fälschlicherweise – den Bundesausschuß.
    Schon von Ardenne hatte alle Irrtümer richtig gestellt. Doch bis heute werden seine Therapien von Universitätspräsidenten bis hin zu Stiftung Warentest-Autoren verwechselt und dann „widerlegt“.
    Wenig hilfreich: der Hinweis auf „esowatch“; wo behauptet wird, SMT hieße auf engl. „cancer multistep therapy“ (noch der kleinste Fehler im dortigen Text); dagegen der richtige (Buch)titel:
    Ardenne, M. von, Oxygen Multistep Therapy, Stuttgart 1990.

    Von Ardenne setzte seine SMT nicht gegen Krebs ein sondern bei Krebsbehandlungen. Die SMT soll konditionieren, Kraft geben und das beste Gesundheitssystem gegen Krebs aktivieren, das wir kennen: das körpereigene Immunsystem (vgl. Lit.-Liste Nr. 3, S. 78ff.).
    Nur mit Sauerstoff gegen Krebs vorzugehen, hätte er nie empfohlen. Gegen Krebs entwickelte er seine sKMT, in der die SMT später als einer der „Mehrschritt(e)“ enthalten war.

    Was Warburg gegen Ende seines Lebens gedacht hat?
    1923 hatte er normale Zellen von der Sauerstoffversorgung getrennt und dadurch Krebszellen erzeugt mit anaerobem Stoffwechsel (Gärung) – Basis der „Warburg-Hypothese“.
    1960 hat er weitere Versuche mit Sauerstoffreduktion durchgeführt. Einige dadurch entstandene Krebszellen gingen zugrunde, als er den normalen Sauerstoffdruck wieder herstellte (vgl. Aaken, E. van, Alternativ-Medizin durch Ausdauer, Düsseldorf 1984, S. 235).
    In einem Vortrag 1966 wiederholte er:
    „Die letzte Ursache des Krebses, auf die die unzähligen entfernten Krebsursachen alle hinauslaufen, ist das Leben ohne Sauerstoff. Während alle normalen Körperzellen obligate Aerobier sind, sind alle Krebszellen fakultative Anaerobier, eine Regel von der es keine Ausnahme gibt“
    (Werner, P., Ein Genie irrt seltener… Otto Heinrich Warburg, Berlin 1991, S. 398;
    in diesem Sinne scheint er „Erythrozyten“, Zellen ohne Kern und Mitochondrien, nicht zu den „normalen“ zu zählen…).
    Mit einem hohen Sauerstoff-Status Sauerstoffmangel bei den Zellen gar nicht entstehen zu lassen, ist das Ziel der SMT, und nicht die Wiederherstellung der „aeroben Glykolyse“ (Warburg über die Stoffwechselwandlung in der Krebszelle: „IRREVERSIBEL“, a.a.O.).

    Erinnerungen an frühere Vorlesungen helfen wenig beim Verständnis der SMT.
    Die Abgabe von mehr Sauerstoff aus dem Blut wird vom Sauerstoffpartialdruck bestimmt und nicht von der -sättigung (vgl. Brockhaus, Mannheim 1989, Bd. 9, S. 426).
    Leider ist das eine beliebte Verwechselung nicht nur bei schulmedizinisch schlecht ausgebildeten Ärzten sondern sogar bei Lexika-Lektoren.
    Diese schrieben 1990: Die SMT sei ein „therapeutisches Verfahren, durch das der Partialdruck des Sauerstoffs im arteriellen Blut … kurmäßig erhöht werden soll“ (Der Gesundheits-Brockhaus, vierte, völlig neu bearbeitete Auflage, Mannheim 1990, S. 653).
    „Gutes kann noch besser werden“ bewertete die FAZ (31.10.1999) die 5. Auflage dieses Werks, in der es – verschlimmbessert – hieß, die SMT sei ein
    „naturheilkundliches Verfahren zur Erhöhung der Sauerstoffsättigung“ (Der Gesundheits-Brockhaus, fünfte, völlig neu bearbeitete Auflage, Mannheim 1999, S. 1087).
    Seit 2000 ist im Nachdruck eine Korrektur erfolgt:
    „…naturheilkundliches Verfahren zur Erhöhung des Sauerstoffpartialdrucks im Blut und Gewebe…“.
    Warum Sauerstoffpartialdruck?
    Hilfreich zur Klärung dieser Frage war 1986 der schulmedizinische Kongreß gegen „paramedizinische Bereiche“ (S. IIX) in Mainz, in dessen Protokollband es heißt:
    „Im Falle des Blutes beschreibt der Sauerstoffpartialdruck den Druck des physikalisch gelösten und chemisch gebundenen Sauerstoffs“ (Zander, R. Hg., u.a., Der Sauerstoff-Status des arteriellen Blutes, München 1988, S. 294, Hervorhebung von “und” im Original).
    Da hat dieser SMT-Skeptiker einmal recht.

    Ausführungen zur Angiogenese sind bezüglich Sauerstoff obsolet, da die Tumorzellen keinen Sauerstoff benötigen.

    Heiner

  43. #43 Tobias
    28. Januar 2009

    Alles falsch, Herr Gerke.

    Der Sauerstoffpartialdruck in der Luft ist absolut ausreichend, um alles Hämoglobin im Blut zu sättigen. Ein mehr an Sauerstoff hat keinerlei Effekt. Sauerstoff wird nicht als freies Gas im Blut transportiert, sonder an Hämoglobin gebunden.

    Hier die Sauerstoffbindungskurve von Hämoglobin. Ab 80 mm Hg ist das Hämoglobin im Blut gesättigt.
    Hier der Sauerstoffpartialdruck in der Luft (Tabelle ganz unten). Der Sauerstoffpartialdruck in der Luft beträgt 160 mm Hg. Mehr Sauerstoff, egal in welchen Schritten, bringt überhaupt gar nichts.
    Die Sauerstoffsättigung im Blut beträgt 95-99%

    Sie verwechseln weiter Ursache und Wirkung. Weil bei schnell wachsenden Tumoren die Angiogenese nicht nach kommt, werden Tumorzellen mit Sauerstoff unterversorgt. Bei einigen Krebsarten wurde direkt gezeigt, dass die Gene, die für die Angiogenese angeschaltet sind, um die Tumorzellen mit Sauerstoff zu versorgen. Weiter wurde gezeigt, dass Angiogenesehemmer zu verlangsamten Tumorwachstum führen. Genau das Gegenteil von dem, was sie behaupten.

    Den Kommentar von Adromir haben Sie offensichtlich auch nicht verstanden.

  44. #44 Torben
    29. Januar 2009

    Ich bin – milde gesagt – etwas irritiert aufgrund der Aussagen von Hr. Gerke

    “Ausführungen zur Angiogenese sind bezüglich Sauerstoff obsolet, da die Tumorzellen keinen Sauerstoff benötigen”

    ich hab selbst mal “gegoogelt” und bin auf diesen interessanten Artikel in JBC gestossen
    http://www.jbc.org/cgi/reprint/M511064200v1
    – darin wird beschrieben wie Tumorzellen durch Stimulation der Zellatmung mittels Frataxin am Wachstum gehemmt werden.

    sehr stark vereinfacht: Die Krebszellen Atmen sich zu tode – Aber mit einer SMT oder irgendwelchen gesteigerten Sauerstoffpartitialdrücken usw. hat dass überhaupt nichts zu tun, da laut dieser Studie die gesteigerte Frataxin Produktion mit einer vermehrten Phosphorilierung des Tumorsuppresoor p38 MAP Kinase einhergeht, was als eine mögliche Ursache der beobachteten Effekte diskutiert wird.

    Ansonsten habe ich den Aussagen von Tobias nichts hinzuzufügen

  45. #45 sk
    28. April 2009

    ist doch reine haarspalterei, O. Warburg hat den Nobelpreis bekommen und den veränderten Stoffwechsel von Krebszellen beschrieben.

  46. #46 Adromir
    28. April 2009

    Das verstehe ich nicht. Soll das heißen, weil er da Recht hatte, kann er zwangsläufig in anderen Dingen nicht mehr unrecht haben?

  47. #47 a maya
    10. August 2009

    Sehr geehrter Tobias Maier,
    ich bin gekommen zu folgende Web in dem ( excuse my German writing) – so wie es aussieht – american and australians über Otto Heinrich Warburg Erfindungen , Kundschaf überzeugen wollen , eine neue natur Substanz d. Sauerstoff in Zellen erhöht. Sie benachrichtigen von alle Bremse die die Pharma Industrie in der Welt stellen so das wir Menschen nicht von diese natur Heilung Möglichkeit Vorlteile haben dürfen.
    Any way, as I could find your web page, I would be very thankful if you could have time to check up all this because I am very interested not only in this thema but also in your opinion as well.
    Danke im voraus,
    A Maya ( Vorname)

    Hi A,

    To view the Full Story regarding the scientifically
    proven formula that the pharmaceutical industry
    doesn’t want you to know, go to the following
    website:

    http://tinyurl.com/am2svn

    Please go there right away since we’re not sure if
    the website will stay in place or be forced to
    close down by federal agencies as a result of
    pharmaceutical industry pressure.

    Wishing you health and well-being,

    Madison Cavanaugh

    Think-Outside-the-Book Publishing Inc.

    311 N. Robertson Boulevard
    Suite 323
    Beverly Hills, CA
    90211
    US

  48. #48 Peter Peschel
    12. Oktober 2009

    Der Sauerstoffpartialdruck mag bei gesunden,tiefatmenden ProbandenAlter?,ausreichen. Die Sättigungskurve hängt doch von den 4 Bindungsstellen im Hämoglubin ab mit der Anfangs höheren Affinität zum O2 und ab 2 abnehmend bis 4.Daher der sigmuide Verlauf der Sät.-Kurve.Weitere Faktoren Wärme,Kälte,CO2 = rechts/links-Verschiebung.Hyperbare O2-Gabe gelöste Anteile .Man könnte sagen um Ardenne zu folgen ein Schaltmechanismus.Desweiteren einen Altersbedingten Abfall der O2 Sättigung ? Kontaktzeiten ,Flußveränderungen Euler-Lieljenstrand Effekt nicht zuvergessen.PulmonaleHypertonie durch Vasokonstriktion bei minderbelüfteten Arealen in der Lunge.Dieses betrifft die Aufnahme von O2 durch Atmung nach dem fikschen Diff.Gesetz. Die Abgabe hat die Besonderheit der Lösungskuve umgekehrte Affinität O2. Abstrahlung ins Gewebe. Viele Faktoren neue alte ,bekannte würde alles besser zusammen geführt wäre das verstehen und helfen einfacher. Unbestritten ist das O2 lebensnotwendig ist

  49. #49 aki
    9. April 2011

    Schon blöd, dass Otto Warburg offensichtlich selbst nicht wußte, wie er hieß, sich immer ohne Heinrich schrieb und nur seinen Rufnamen Otto nutze:
    http://img.zvab.com/member/37249t/23943939.jpg
    http://nuremberg.law.harvard.edu/php/pflip.php?caseid=HLSL_NMT01&docnum=323&numpages=3

  50. #50 Peter Peschel
    30. Juni 2011

    Die Ablehnung der zu Kenntnissnahme des Warburgeffektes durch die Akteure ist nur mit Ignoranz alleine nicht mehr zu erklären. Nur weil wir es nicht verstehen oder kennen, kann es nicht sein !!!

    Zellregeneration-Wundheilungen sind bei hypoxischem Gewebe/Tumoren nicht möglich.

    Supportive O2-Gabe bei Krebs kann HIF-1 und damit Angiogenese-Faktoren senken

    Vieleicht sollte eine neue Sichtweise beachtet werden welche durch supportive erhöhte O2-Gabe erzielt werden könnte.
    Absenkung der Ausschüttung von HIF-1 (Hypoxie induzierte Faktoren) welche auch die Angiogenese beeinflussen.
    Freie Radikale können nur bei ausreichend hohem O2-Partialdruck gebildet werden.
    Tumore haben auf anerobe O2 Nutzung –Vergärung (Warburg-Effekt) umgeschaltet.
    Auszug Pneumologie – Beilage :
    Gezielte Gefäßnormalisierung -ein neuer Therapieansatz
    Tumorblutgefäße sind infolge der exzessiven Ausschüttung angiogeneser Faktoren (HIF) in Struktur und Funktion abnormal, das heißt chaotisch, verschlungen und undicht. Dies hat eine gestörte Perfusion und das Auftreten einer Hypoxie zur Folge. Zudem erleichtern die undichten Gefäße das Einwandern von KarzinomzeIlen und damit die intravasale Metastasierung. Der VEGF-Antikörper Bevacizumab bewirkt jedoch eine “Gefäßnormalisierung”. Die Folge ist ein besserer Blutfluss und ein geringerer interstitieller Druck, was es Chemotherapeutika ermöglicht, besser an den Tumor herangeführt zu werden.
    Das ursprüngliche Konzept der Anti-Angiogenese besteht aber darin, den Tumor “auszuhungern”, indem man seine Blutgefäße maximal zerstört. Aktuelle Forschungsergebnisse machen jetzt deutlich, dass dies möglicherweise gar nicht das Ziel sein darf – denn der maximale Sauerstoffmangel kann zu einer erhöhten Invasivität und zu einer Metastasierungsneigung führen. Therapeutisch vorteilhafter zu sein scheint daher die “richtige” Mischung aus Gefäßnormalisierung und Gefäßrückbildung.
    Zwei neue Therapieansätze: Anti-PIGF-Therapie und PHD2•Blockade
    mit einhergehender Beseitigung des Sauerstoffmangels des Gewebes, Hypoxie Vermeidung , Senkung von HIF-Signalausschüttung .

    Weitere Infos und vollständiger Text siehe Link

    Link gelöscht. Mein Blog ist keine Werbeplattform für obskure Sauerstofftherapien.

  51. #51 Peter Peschel
    30. Juni 2011

    Hier 2 Literaturanhänge welche der Link enthält .
    Obskure Sauerstofftherapien führen wir als – OxyCare GmbH , Bremen -nicht durch , sondern versorgen aufgrund ärztlicher Verordnung ca. 40.000 Patienten bundesweit mit Sauerstoff im Bereich Lunge,Herz und neuerdings Wunde.

    Information für Ärzte
    1:Der Warburg Effekt
    Bereits 1924 konnte Otto Warburg zeigen, daß Tumorzellen einen gestörten Zuckerstoffwechsel haben.
    Sie nehmen 20-30x mehr Glucose auf als gesunde Zellen. Die Krebszellen verstoffwechseln die Glucose
    jedoch auch unter aeroben Bedingungen anaerob und es entstehen große Mengen an Laktat. Diese
    Besonderheit des Stoffwechsels von Tumorzellen spielt heute schon eine große Rolle in der klinischen
    Diagnostik maligner Tumore und ist Grundlage der Positronen-Emissionstomograhie (PET).
    Bis heute konnte jedoch der sog. „Warburg-Effekt“ in seiner biologischen Bedeutung nicht
    zufriedenstellend eingeordnet werden.
    Biochemische Grundlagen
    Man nahm bisher an, daß die Laktatproduktion in den Tumorzellen wie in den gesunden Zellen über den
    Embden-Meyerhof-Weg verläuft. Durch die Entdeckung des Enzyms Transketolase-like 1 (TKTL1) wurde
    jedoch deutlich, daß es speziell in Zellen aggressiver Tumoren einen zweiten Abbauweg der Glucose zu
    Milchsäure gibt. Tumore vergären Glucose zu Milchsäure, während gesunde Zellen Glucose in den
    Mitochondrien vollständig verbrennen.
    Die TKTL1 entzieht dem Embden-Meyerhof-Weg verschiedene Zwischenprodukte und führt sie dem für die
    Tumorzelle viel wichtigeren Pentosphosphatzyklus (PPP) zu. Dieser Stoffwechselweg dient u.a. der
    Bereitstellung von Reduktionsäquivalenten in Form von NADPH und Ribose-5-Phosphat und ist damit für
    die stark gesteigerte RNA und DNA Synthese der rasch proliferierenden Tumorzellen essentiell. Der nichtoxidative
    Teil des PPP wird durch die TKTL1 reguliert.
    TKTL1 in malignen Tumoren
    Nach aktuellen Untersuchungen ist die TKTL1 in einer ganzen Reihe bisher getesteter maligner Tumore
    wie zum Beispiel Melanomen, Glioblastomen, Mammakarzinomen, Dickdarmkarzinomen,
    Harnblasentumoren überexprimiert. Dies deutet darauf hin, dass der TKTL1 eine Schlüsselrolle im
    Glucosestoffwechsel dieser Tumoren zukommt und dass die TKTL1 Überexpression kein Tumortypspezifisches
    Phänomen darstellt, sondern ein wichtiges Charakteristikum aggressiver Tumorzellen ist.
    Dem entsprechend wurde in 3 retrospektiven Studien bei Patienten mit einem Kolonkarzinom, bei Patienten
    mit einem Harnblasenkarzinom und bei Patientinnen mit einem Ovarialkarzinom gezeigt, dass die Anzahl
    der durch Immunhistochemie nachweisbaren TKTL1-positiven Tumorzellen eng mit der Überlebensdauer
    der Patienten korreliert: das heißt je höher die Anzahl der TKTL1 positiven Tumorzellen war desto kürzer
    war die Überlebenszeit der Patienten.
    Therapeutische Konsequenzen
    TKTL1-positive Tumorzellen sind abhängig von einer ausreichenden Glucoseversorgung. Sie können Fette
    und teilweise auch Proteine (andere Energiequellen des Zellstoffwechsels) schlecht oder nicht mehr
    verwerten und stoppen oder reduzieren drastisch das Wachstum, sobald die Glucosezufuhr unterbrochen
    wird.
    Die Stoffwechselsituation dieser aggressiven Tumorzellen kann man therapeutisch nutzen, indem man die
    Glucosezufuhr einschränkt. Dies ist möglich mit Hilfe einer speziellen „ketogenen“ Diät (www.tavarlin.de |
    Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention e.V – FET e.V.).
    Es handelt sich dabei um eine glucose- und kohlenhydratarme, sowie öl- bzw. fett- und proteinreiche
    Ernährung mit deren Hilfe den Tumorzellen der Brennstoff Zucker (Glucose) entzogen wird.
    Basis dieses therapeutischen Ansatzes ist die neben der Verwendung von hochwertigen pflanzlichen Ölen
    und Ölextrakten mit nachgewiesener tumorhemmender Wirkung die Vermeidung von Insulinspritzen nach
    Nahrungsaufnahme, da gezeigt werden konnte, dass der enorme Glucosebedarf aggressiver Tumorzellen
    nur durch eine verstärkte insulinunabhängige Glucoseaufnahme gedeckt werden kann. – Man hungert die
    Tumorzellen sozusagen aus. -
    Diagnostisches Vorgehen
    Mit Hilfe immunhistochemischer Untersuchungen können wir an Gewebeschnitten maligner Tumore die
    Anzahl TKTL1-positiver Tumorzellen bestimmen und somit den Glucosestoffwechsels eines bestimmten
    Tumors charakterisieren. Hierzu übersenden Sie uns in Formalin-fixiertes und in Paraffin eingebettetes
    Tumorgewebe, einen Pathologiebefund mit der Tumordiagnose und dem Datum der Tumorentnahme sowie
    einen unterschriebenen Untersuchungsauftrag. Näheres zum praktischen Vorgehen erfahren Sie im
    „Leitfaden für die Untersuchung von Tumorgewebe auf TKTL1-Expression“.
    Für weitere Fragen zur TKTL1, zum persönlichen TKTL1-Befund und zur TKTL1-Ernährungstherapie steht
    Ihnen Frau Dr. Beate Wegener (Tel.: 09001-666801 oder beratung@tavarlin.de zur Verfügung.
    Literatur
    Warburg O, Posener K, Negelein E: Über den Stoffwechsel der Carcinomzelle. Biochem Z 1924;
    152:309-344
    Gemeinschaftpraxis für Pathologie und Dermatohistologie Frankfurt am… http://www.pathologie-frankfurt.de/s_tktl1_aerzte.htm
    1 von 2 29.03.2010 12:31
    Krockenberger M, Honig A, Rieger L, Coy J, Sütterlin M, Kapp M, Horn E, Dietl J, Kammerer U:
    Transketolase-like 1(TKTL1) expression correlates with subtypes of ovarian cancer and the presence of
    distant metastases.
    Langbein S, Zerilli M, zur Hausen A, Staiger W, Rensch-Boschert K, Lukan N, Popa J, Ternullo MP,
    Steidler A, Weiss C, Grobholz R, Willeke F, Alken P, Stassi G, Schubert P, Coy JF: Expression of
    transketolase TKTL I predicts colon and urothelial cancer patient survival: Warburg effect reinterpreted. Br
    J Cancer 2006; 94:578-585
    Coy JF, Dressler D, Wilde J, Schubert P: Mutations in the Transketolase-like Gene TKTL1: Clinical
    implications for neurodegenerative diseases, diabetes and cancer. Clin Lab 2005; 51:257-273
    Gemeinschaftspraxis für Pathologie
    Ginnheimer Landstraße 86 60487 Frankfurt am Main (Postfach 200254, 60606 Frankfurt) Telefon: 069 951447-0
    Gemeinschaftpraxis für Pathologie und Dermatohistologie Frankfurt am… http://www.pathologie-frankfurt.de/s_tktl1_aerzte.htm
    2 von 2 29.03.2010 12:31

    2. Krebszellen
    © National Cancer Institute
    http://www.scinexx.de
    Das Wisssensmagazin
    Atemnot der Zellen lässt Tumore sprießen
    Grazer Wissenschaftler belegen Warburg-Effekt
    Österreichischen Wissenschaftlern sind wichtige neue Erkenntnisse in der Krebsforschung
    gelungen. Anhand von Bäckerhefe haben sie in der Fachzeitschrift „PLoS ONE“ nachgewiesen, dass
    verminderte Atmungsaktivität in Zellen eine Voraussetzung für die Entstehung von Tumoren sein
    kann und diese auch rasant wachsen lässt.
    „Hefezellen sind mit jenen des Menschen gut vergleichbar, vor allem in Punkto
    Zellwachstum“, erklärt Professor Dr. Frank Madeo vom Institut für Biowissenschaften
    an der Universität Graz, der zusammen mit Dr. Christoph Ruckenstuhl die neue
    Studie geleitet hat. „Krebs ist nichts anderes als ein wild wachsender Zellhaufen, der
    ungewöhnlich viel Energie verbraucht.“
    Reduzierte Zellatmung vermindert Apoptose
    Ruckenstuhl und Madeo konnten nun zeigen, dass die Reduzierung der Zellatmung
    den programmierten, natürlichen Zelltod, die so genannte Apoptose, vermindert und
    Zellen unkontrolliert überleben lässt. „Diese erhöhte Resistenz könnte entscheidend
    zur Tumorbildung und Bösartigkeit (Metastasierung) beitragen“, bestätigt Madeo.
    Gleichzeitig ist den Grazer Forschern mit diesem Modell der Beweis eines Überlebensvorteils von Zellen durch
    den so genannten Warburg-Effekt gelungen. Der Biochemiker Otto Warburg – Nobelpreis für Medizin 1931 -
    beschrieb bereits in den 1920er-Jahren, dass ein maßgeblicher Anteil der Energie in Krebszellen durch einfachen
    Zuckerabbau (Glykolyse) generiert wird, bei gleichzeitiger Verminderung der Atmung. Erhöhte Atmungsaktivität
    hingegen hemmt das Wachstum von Tumoren.
    Bald neue Therapiemöglichkeiten?
    Ob damit auch der Kampf gegen Krebs erleichtert wird und sich damit neue Therapie-Möglichkeiten auftun, sind
    für Madeo – noch – Spekulationen. Der Molekularbiologe verweist jedoch auf Auffälligkeiten: „Interessanterweise
    ist Ausdauersport eine der besten vorbeugenden Maßnahmen gegen Krebs. Dabei wird sowohl die
    Sauerstoffversorgung des Körpers erhöht, als auch Zucker verbraucht – beides, klassisch nach der Warburg-
    Hypothese, Gift für die Krebszelle.“
    (DLO,idw – Universität Graz,03.03.2009)
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    1 von 1 29.03.2010 12:19

  52. #52 emden09
    Kaarst
    4. September 2013

    “hei” steht bei Spiegel-Online sicherlich nicht für irgendjemanden, der für seine Arbeit jemals irgendeinen Preis bekommen wird – außer vielleicht bei so schlechter Recherche unverdient – ein Gehalt.