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Augen auf beim Hifi-Kauf. Wer behauptet, guter Klang sei hauptsächlich von den Lautsprechern und dem Verstärker abhängig, irrt gewaltig. Hier eine Übersicht über Produkte die alle den Klang in den eigenen vier Wänden verbessern. Spürbar.


Ich habe mir letzte Woche einen neuen Hifi-Verstärker gekauft. Mein alter hat nach 16 Jahren langsam den Dienst quittiert (Foto). Einer Marke, deren Produkt 16 Jahre, 10 Umzüge und etliche Parties ohne Murren übersteht, kann man treu bleiben. Auf meinem neuen Verstärker steht der gleiche Name wie auf dem alten.

Das menschliche Ohr kann Schall zwischen 16 Hertz und 20 Kilohertz wahrnehmen, die Qualität des Schalls ist bis in finanzielle Grenzbereiche von der Qualität der Lautsprecher und des Verstärkers abhängig, wobei auch ein toller Verstärker aus schlechten Lautsprechern keine besseren macht.

Hifi ist ein schönes, aber durchaus teures Hobby, und wenn die Preise für die einzelnen Komponenten irgendwann deutlich im vierstelligen Bereich liegen, spricht der audiophile Musikfreund nicht mehr von einer Stereoanlage, sondern von der “Kette” und Hifi wird zu High-End.

Spätestens hier werden neue Adjektive erfunden oder bekannte umgedeutet, um den Klang der Lautsprecher im Gegenwert eines Gebrauchtwagens in Worte zu fassen: Eine sortierte Bühnendarstellung, ein kohährentes Klangbild, eine stabile Abbildung im Raum, vollmundig, transparent, körperlich, tonal ausbalanciert, definiert, konturiert, muskulös und mühelos.


Rundgang im Hifi-Voodoo-Land

Niemand hat etwas gegen Poesie und gute Lautsprecher klingen objektiv besser als schlechte. Der nicht kontrollierte Genzübergang zum Hifi-Voodoo-Land ist aber spätestens in Sichtweite, wenn man für über hundert Euro Gummifüße zur Entkopplung der Lautsprecher kauft. Die Grenze wird locker überschritten, wen bei der Auswahl der Lautsprecherkabel um die teuren Schallwandler mit der fast so teuren Endstufe gebührend zu verbinden mehrere hundert Euro hingelegt werden.

Wenn man dann schon mal im Hifi-Voodoo-Land ist, kann man sich auch mal umschauen. Und was man da zu sehen bekommt – bar jeder physikalischen Logik und jedes technischen Sinns – treibt einem das Wasser in die Augen.

Mit Audio Tuning Supertools reflektiert man den Schall und gibt ihm die verlorene Energie zurück. Ganz anders funktioniert der einfach in die Steckdose eingesteckte Harmonizer. Er besitzt eine Schirmwirkung gegen elektromagnetische Felder. Die zusätzliche Funktion der Wellen-Harmonisierung wird auch als homöopathische Behandlung des Stromes bezeichnet.

Der Original Transformer ist ein Zauberstab aus einer Bronzelegierung mit besonders feiner kristalliner Metallstruktur. Er wird einzeln in Handarbeit getestet. Auf damit abgeriebenen CDs, Kabel, Stecker oder Lautsprecherchassis wird Energie übertragen. Das führt zu einer deutlichen Klangverbesserung. Insbesondere Frauenstimmen von CD profitieren!

Im Hifi-Voodoo-Land gibt es aktive Lautsprecherkabel zu kaufen. Sogar Fachzeitschriften bescheinigen diesen ein sich öffnendes Klangbild. Irgend etwas ist da beim zuständigen Redakteur sicher ganz weit offen, wahrscheinlich die Vakuole.

Die HIFINE-Kugeln hingegen werden entweder auf die elektrischen Geräte und die Kabel direkt gelegt, oder einfach im Raum platziert. Die Holzhalbkugeln harmonisieren die elektromagnetischen Felder. Sie sind mit speziellen Materialien gefüllt und in verschiedenen Größen erhältlich. Es kommen modernste Technologien zum Einsatz und sogar Wissen aus aktueller Physik!

Für nur 420 Euro kann man sich einen Acoustic Revive RR-77 Schumann-Frequenz Generator kaufen. Das Gerät verbessert die Akustik und den Klang. Außerdem reagieren viele Menschen mit gesteigertem Wohlbefinden. Wie das kommt? Hier wird es ausführlich erklärt.

Ausnehmend modisch und in der gleichen Preiskategorie angesiedelt sind die Klarhörer. Klarhörer bestehen aus zwei empirisch entwickelten und durch Haltebänder verbundenen Halbschalen, die mit den Öffnungen nach vorne auf die Ohren aufgesetzt werden.

Gleichermaßen wird die Verbesserung des heimischen Klangbildes durch die Haltung von Katzen diskutiert. Der Thread im Hifi-Forum wartet mit etlichen Beispielbildern auf. Hifi-Voodoo hat dort sogar ein eigenes Unterforum, in dem regelmäßig der Klang von Kabeln erörtert wird und die Unterschiede zwischen Goldohren und Holzohren definiert werden.

Die Debatten dort stehen manchen hier auf ScienceBlogs in nichts nach und viele der hier im Artikel vorgestellten Produkte habe ich erst durch eifrige Lektüre dieses inoffiziellen Bekanntmachungsblattes des Hifi-Voodoo-Landes kennen gelernt.

flattr this!

Kommentare (42)

  1. #1 pogobi
    28. März 2010

    Oh mein Gott. Ich wusste ja schon, dass man im Hi-Fi BEreich teils etwas esoterisch wird aber…so extrem? Ich hab mich mal auf den verlinkten Seiten weiter umgesehen, und sie haben es sogar geschafft, Skalarwellen zu verwursten.

  2. #2 Moritz
    28. März 2010

    Oja, HiFi-Voodoo ist ein tolles Feld wenn man Erheiterung sucht 😉
    Mein persönlicher Favoriten sind dieser Granitblock zur Information von CDs oder auch die aufwändigst produzierte XRCD

  3. #3 Stryke
    28. März 2010

    Gibt es einen audiophilen Placebo-Effekt? Je mehr Geld für sekundären Schnickschnack ausgegeben wird, desto besser scheint es sich anzuhören? Hmm…

    Wobei ich deine Leidenschaft für High-End-Geräte durchaus verstehen kann. Ich habe leider nur das Teufel-Paket für den Pöbel, aber der Klang ist wirklich klasse. Wenn ich mal Geld habe, kommt auch was dickeres ins Haus. Aber nur Boxen und Verstärker, mehr brauche ich nicht.

  4. #4 Tobias
    28. März 2010

    Stryke,

    einen audiophilen Plazeboeffekt gibts sicherlich. Technische Messverfahren und verblindete Hörtests gibt es auch, wer aber an Kabelklang glaubt, lässt sich auf so etwas profanes nicht ein. Musik hören bleibt natürlich auch immer sehr subjektiv.

    Meine Geräte sind auch nicht im High-End Bereich angesiedelt. Ein Verstärker von Rotel und meine Boxen sind Regallautsprecher von Dynaudio.

  5. #5 Rabenalt
    28. März 2010

    Das schönste was ich dazu noch kenne, ist diese Kabel von Denon:
    http://www.denon.de/site/frames_main.php?main=prod&ver=&MID=3&sub=1&action=detail&Pid=307

    Wird wohl nicht mehr vertrieben. Das kann ich mir auch gut vorstellen, den es ist ja auch nur ein Ethernet-Kabel mit hübschen Steckern.

  6. #6 Oli
    28. März 2010

    Naja, im Gegensatz zur Homöopathologie sind in der Regel bei dieser Klientel keine Gesundheitsschädigungen zu erwarten. Und Arme trifft es hier auch nicht. Da kommt bei mir nur Schadenfreude auf, wenn diese Leute wegen mangelnder Bildung auf solche Betrüger hereinfallen. Den Kampf gegen diese Betrüger aufzunehmen, ist sicher genauso erfolgversprechend wie bei den anderen Themen, welche hier auf den SBs große Wellen schlagen. Bei denen müssen ähnliche Schaltkreise unterentwickelt oder kaputtgegangen sein wie bei den Homöosoziopathen, die auch jeden Mist glauben.

  7. #7 Ludmila
    28. März 2010

    Die Randi-Foundation hat sich auch den Wunderkabeln angenommen: http://www.randi.org/jr/121004science.html#11

    Die Reaktion war wie üblich. Die 1 Million blieb jedenfalls drin.

  8. #8 Adromir
    28. März 2010

    Dadurch kann der OT© eine nicht näher beschriebene “Energie” übertragen.

    *rofl*

    So, und jetzt fängt die Uhr an zu ticken, wann der erste hier Aufschlägt um zu erklären, “daß das alles ganz toll wirkt und das das bewiesen ist. Echt jetzt!”

  9. #9 Bad Robot
    29. März 2010

    Die Diskussion mit Kabel-, Netzleisten- und sonstigem HiFi Voodooanhängern ist exakt die gleiche wie mit HP Verfechtern.

    Ich war bei einigen Blindtests dabei, nicht mal der Vertreter des Edelkabelherstellers konnte zwischen Beipackstrippe und Goldkabel unterscheiden. Wie auch.

    Aber wenn man weis welches Kabel dranhängt, ja dann öffnet sich die Bühne zum einmaligen Klangerlebnis. Dito der andere Nonsense.

    Mir konnte noch kein Vertreiber erklären, warum ausgerechnet die letzten zwei Meter von der Steckdose bis zum Verstärker so wichtig sein sollen – außer man glaubt dran.

  10. #10 Tim
    29. März 2010

    Ist doch prima, daß die freiwilligen Strafzahlungen auf Leichtgläubigkeit (u.a. auch Lotto) in der Bevölkerung so gut ankommen.

  11. #11 Karl Mistelberger
    29. März 2010

    Hifi ist immer für eine Geschichte gut: Ein Kollege war als “Oberingenieur” eines Weltkonzerns eher eine Fehlbesetzung, hat erst nebenbei daran gearbeitet und später immerhin einige deutsche Arbeitsplätze geschaffen: http://www.clearaudio.de/deu/karriere.html

  12. #12 Skeptiker ohne Vereinszugehörigkeit
    29. März 2010

    @Tobias Meier & Bad Robot:
    150%ig meine Meinung!!!! Endlich spricht mal jemand aus, was mir schon seit Jahrzehnten (seit ich mir meine erste Anlage erjobbt habe) denke: Dass im hochpreisigen HiFi-Sektor gaaanz viel Voodoo und (trotz angeblicher Blindtests) gaaanz wenig Realismus vorherrscht.

    Da muß man bloß mal in die einschlägigen Fachblätter (Audio, Stereo, Doofio, etc.) reingucken… aber es stimmt schon: Es trifft keine Armen. Schlecht ist’s trotzdem, wenn sich derartiger Physik-Schamanismus in der Bevölkerung verbreitet.

  13. #13 Marek
    29. März 2010

    Hier gibt es ein paar Betrachtungen zu diesem Thema.

  14. #14 Kaukomieli
    29. März 2010

    Zum Denon-Kabel seien die Reviews bei Amazon.com empfohlen:

    http://www.amazon.com/Denon-AKDL1-Dedicated-Link-Cable/dp/B000I1X6PM

    I had the good fortune to try out one of these cables, and I can say that it really is worth every penny. The only bad thing I can say is that it did take me a few tries to get it plugged in the right direction, but that wasn’t too bad. I immediately noticed that my sound quality was much clearer and the bass was much more vibrant. I even broke out my oscilloscope and confirmed that the bits transmitted through this cable have much more clearly-defined edges than any standard ethernet cable; you can really tell how crisp the ones and zeroes are. They also had twice the amplitude; I was truly amazed that Denon was able to cram so much bit amplitude into an ethernet cable.

    I hope that they decide to sell a 6′-long version of this cable that is certified for us with PCs, as I would love to get this sort of clarity on my normal network traffic. Until then, I’ll have to settle for chaining a few of these together.

    um nur mal einen zu zitieren…

  15. #15 Christoph
    29. März 2010

    Die Amazon Kommentare sind ja genial. Made my day!

  16. #16 Ulrich T.
    29. März 2010

    Hi,

    wozu solche Elektronik, wenn es auch ganz anders geht:
    http://www.bpes.de/de/boxentransformer.html
    Ist allerdings auch nicht ganz billig. Ach ja, billig: den energetischen Bildschirmschoner gibbet umsonst:
    http://www.bpes.de/de/kostenlos.html

    Ulrich
    ps: schon interessant, was man alles so “ordnen” kann.

  17. #17 Frank Schmidt
    29. März 2010

    ROFL, aus dem Quelltext dieser energetischen Bildschirmschoner Webseite:


    ACHTUNG an alle Quellcodegucker:

    Ja, hier findet Ihr nur einen Timer. Die Reinigerfunktion ist energetisch, also diese besteht im immateriellen Bereich.
    Für alle “Kopf-Menschen” sicherlich schwer begreifbar. Ging mir auch nicht anderes. Ich beschäftige mich jetzt schon über
    zehn Jahre mit dem Computer und hauptsächlich mit logischem Denken. Auch ich war am Anfang sehr nachdenklich über die
    Energieprodukte und deren Funktion. Aber die zahlreichen Erfahrungen, die daraufhin folgten, haben mich überzeugt, dass
    es mehr gibt als wir mit dem Verstand begreifen kann.

  18. #18 Frank Schmidt
    29. März 2010

    Ganz nebenbei: Im E-Gitarrenbereich gibts auch extrem viel Voodoo, von richtungsgebundenen Kabeln über handgewickelte Tonabnehmer bin hin zur ewigen Diskussion, was denn genau alles bei einer E-Gitarre wie stark den Klang beeinflusst: Geleimter vs. verschraubter Hals, Kopfplattenwinkel, Lack, Tonabnehmer am Schlagbrett befestigt oder direkt im Korpus, einteiliger vs. mehrteiliger Hals, Röhrenverstärker vs. Transisitor vs. Hybridmodelle… Da wirds auch nie langweilig. :-)

  19. #19 miesepeter3
    29. März 2010

    In meiner Jugendzeit, als ich noch Musik selbst gemacht habe, waren die besten Verstärker die, die den Gitarrensound am besten wiedergeben konnten. Das kam laut Hersteller von der qualitativ hochwertiegen Ausführung der einzelnen Komponenten und deren Kombination. Wenn man so ein Ding aufmachte, waren darin stinknormale
    Massenartikel eingebaut. Und was die qualitativ hochwertige Verarbeitung anging, jeder Elektrikerlehrling im 1. Lehrjahr hätte ordentlicher gearbeitet. Das Ganze war mehr oder weniger schlampig “zusammengebraten” und fußte wohl mehr auf guter Public Relations und Einbildung. Ich werde aber jetzt keine Produktnahmen nennen, will mir doch keine Verleumdungklage einhandeln. Die Dinger sind immer noch mit die Teuersten auf dem Markt. Warum sollte sich das in den letzten 30 Jahren auch geändert habe. Ein gutes Geschäft bleibt ein gutes Geschäft (für den Hersteller).

  20. #20 lauf
    29. März 2010

    Bzgl. Gitarren-Voodoo:

    Es gibt zu dem Thema ein exzellentes Buch, das gerade in der Entstehung ist:

    http://homepages.fh-regensburg.de/~elektrogitarre/

  21. #21 Kaukomieli
    29. März 2010

    @Ulrich T.: Bei der http://www.bpes.de Website dürfte es sich um eine Persiflage handeln, dazu ist die Diskrepanz zwischen dem Blumentopfuntersetzer und den 2100€ zu groß, sowie der ganz offene Verweis auf die Esoterik einfach zu deutlich – vom Tonfall in dem der Text geschrieben ist mal ganz abgesehen.

    Lustig ist’s trotzdem…

  22. #22 -gj
    29. März 2010

    Hi,

    @ Kaukomieli
    Nein, BPES ist ein real existierende Unternehmen (keine Firma im Sinne des HGB). Im Impressum findet man einen Namen, der zu http://www.helga-hoffmann.de/ führt.

    Der Ehemann hat mit Luftfilteranlagen (Rückwärtssuche über die Tel. Nr.) zu tun.

    Ulrich

  23. #23 miro
    30. März 2010

    #Gleichermaßen wird die Verbesserung des heimischen Klangbildes durch die Haltung von Katzen diskutiert#

    kann ich bestätigen,
    also, unsere mimi ist pechschwarz, ideal geeignet für fans von black-music, runder sound, toller bass, höhen zum greifen klar….

    ich liebe meine mimi.

  24. #24 Peter
    30. März 2010

    Während der Ausbildung in einem Tonstudio sagte jemand:
    Bis die Musik auf der CD landet, hat das Signal viele tausend Meter durch billigstes Kupferkabel, elektronische Bauteile und Leiterbahnen zurückgelegt. Aber für den echten Hifi-Freak sind die letzten 20 cm vergoldetes Cinch-Kabel entscheidend für den Klang.

    Natürlich haben Kabel einen Einfluss auf den Klang. Aber in der Relation gesehen muss man darüber doch noch mal nachdenken.

  25. #25 roel
    30. März 2010

    @Peter Der echte Hifi Freak hört Schallplatten. CD’s sind ihm ein Grauen. Macht aber nichts, sind nur einige Meter weniger Kupferkabel.

  26. #26 Basilius
    20. Mai 2010

    @roel: Das stimmt allerdings. Und das Hören über komprimierte Dateien wie z.B. MP3 oder ATRAC erfüllt dann gleich den Tatbestand der Höresie! Dabei können wir aber auch hier wieder die wohlbekannte Methode der doppelt verblindeten (Hör-)tests einbringen. Ich trau mich wetten, daß die allermeisten selbsternannten Audiophilen nicht mal diesen Unterschied eindeutig heraushören können. Jedenfalls konnte ich in privat durchgeführten Tests immer wieder lange Gesichter ernten. Zugegeben: Die Durchführung war allerdings wegen Mangel an “Personal” nur einfach verblindet. Was meine “Testpersonen” mir dann auch jedesmal vorwarfen und mich des Schummelns bezichtigten. War aber gar nicht notwendig, die hatten sich durch die Bank selber beschummelt 😉

  27. #27 roel
    20. Mai 2010

    @Basilius Ich habe lange keine LP’s mehr gehört, meine jedoch einen leichten Unterschied in Erinnerung zu haben. Der kann aber auch an den Geräten gelegen haben. Bei MP3 gibt es unterschiedliche Qualitäten, den Unterschied kann man zum Teil deutlich hören. Wenn ein echtes Schlagzeug gespielt wird höre ich die Unterschiede im Scheppern der Bleche (achten Sie mal darauf) sofort. Bei 320kps ist der Sound jeder MP3 für mich in Ordnung. Aber natürlich haben Sie recht, die meisten hören keinen Unterschied.

  28. #28 Basilius
    20. Mai 2010

    @roel: Ja, natürlich. Ich hatte eine vernünftig ausgewählte Kommpressionsrate stillschweigend vorausgesetzt. Wenn man diese nur genug in die Höhe schraubt, so hört man die Unterschiede schon deutlich heraus.

    LPs höre ich gelegentlich immer noch sehr gerne. Diese klingen schon anders, was aber m.E. am stärksten auch vom Zustand der Vinylscheibe abhängt. Letztlich erscheint mir die uralt Diskussion CD vs. LP aber so Sinnvoll wie die Frage, ob jetzt Ketchup oder Majo besser zu Pommes passen. Es ist einfach nicht dasselbe, was hier verglichen wird. Ich mag beides.

    Bei den weiter oben schon erwähnten E-Gitarrenverstärkern hat man wieder die gleiche Glaubensfrage um die “bessere” Technologie. Klassische Röhren vs. (damals) moderne Transistor-Verstärker. Das Ohr ist einfach an die erzeugten Sounds der alten Geräte gewöhnt gewesen, weshalb die Ingenieure mit teilweise aberwitzigem Schaltungsaufwand versucht haben den Transistoren den Klang der Röhren beizubringen. Ich kann mich gut erinnern, daß ich bis in die frühen 90er Jahre einen Röhrenverstärker recht gut von einem Transistor unterscheiden konnte. Jedenfalls, wenn ich selber die E-Gitarre spielte. Das ist eine wichtige Unterscheidung! Als reiner Hörer hatte ich bei Live-Konzerten immer wieder die schockierende Erkenntnis, daß der tolle Sound des vermeintlichen Vintage-Röhrenverstärkers tatsächlich aus einer verpönten, popeligen Transistorkiste kam. Im Laufe der technischen Entwicklung musste ich mir irgendwann eingestehen, daß ich unter echter Verblindung nicht mal mehr als Gitarrist die Unterschiede eindeutig zuordnen konnte. Die aktuelle Technologie erzeugt das gewünschte Klangverhalten über DSPs welche mittels mathematischer Modelle arbeiten (wie auch immer das genau funktionieren mag…). Wurde am Anfang auch von allen Konservativen abgelehnt. Ist aber in der Benutzung viel praktischer/kostengünstiger und setzt sich eben deshalb immer mehr durch. Den Unterschied dürften inzwischen auch hier nur noch die wenigsten Profis, die sich den ganzen Tag mit nichts Anderem beschäftigen, heraushören können.

  29. #29 Jonas
    2. Juli 2010

    Ich habe mir:

    Einen neuen Verstärker gekauft – jetzt klingt alles noch besser!
    Versilberte Stecker an meine Kabel gelötet – jetzt klingt alles besser!
    Neue Lautsprecherkabel gekauft – jetzt klingt alles besser!
    Audiophile Sicherungen in den Hausanschlußkasten geschraubt – jetzt klingt alles noch besser!
    CD-Entmagnetisierer gekauft und die CD’s entmagnetisiert – jetzt klingt alles noch besser!
    Lautsprecher auf Spikes gestellt – jetzt klingt alles noch besser!
    Meinen CD-Player von einem Spezialisten modifizieren und ihn mit audiophilen Bauteilen ausstatten lassen – jetzt klingt alles noch besser!
    Ein Spray gekauft mit dem ich meine CD’s vor dem Abspielen einsprühe – jetzt klingt alles noch besser!
    Einen Raumanimator installiert – jetzt klingt alles noch besser!

    Mir die Ohren gewaschen – JETZT KLINGT ENDLICH ALLES GUT !

    Viele Grüße aus dem Wunderland

    Jonas!

  30. #30 rolak
    1. Januar 2011

    Das neueste von xkcd zum Thema 😉

  31. #31 Robert Kuhlmann
    4. April 2011

    Ein sehr schöner Beitrag und ich stimme zu 100% zu.

    Auf http://www.bluray-disc.de habe ich selbst die Rolle HiFi-Voodoo-Debunkers übernommen:

    http://www.bluray-disc.de/forum/heimkinogeraete-und-hifi-allgemein/64773-die-voodoo-sammlung.html

    http://www.bluray-disc.de/forum/heimkinogeraete-und-hifi-allgemein/64679-der-anti-hifi-voodoo-thread.html

    Es gibt im HiFi-Voodoo-Land tatsächlich immer wieder Neues und Erheiterndes zu entdecken.

  32. #32 meerkatzenscheiße
    10. März 2012

    Kann das denn wahr sein? Wie können Menschen, die angeblich mit ihrem Gehirn denken können Geld für so etwas ausgeben? Ich Entziehe mich ab jetzt der Rasse “Mensch”, da dieses Gesindel mir einfach zu dumm ist! (Aber mal ehrlich, an Gott zu glauben ist nichts anderes!)

  33. #33 meerkatze
    10. März 2012

    Kann das denn wahr sein? Wie können Menschen, die angeblich mit ihrem Gehirn denken können Geld für so etwas ausgeben? Ich Entziehe mich ab jetzt der Rasse “Mensch”, da dieses Gesindel mir einfach zu dumm ist! (Aber mal ehrlich, an Gott zu glauben ist nichts anderes!)

  34. #34 Peter Schmutz
    27. Januar 2013

    Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit Hifi und High End und habe etwas andere Ansichten darüber. Es steht außer Frage, dass es Dinge gibt, die nichts bringen und sich auf dem Markt Scharlatane herumtreiben. Dass aber Kabel etwa eine entscheidende Rolle beim Klang spielen, ist unter High Endern völlig unumstritten, dasselbe gilt fuer die Stromversorgung. Undauch was das Tuning anbelangt gibt es einiges, was sich vielleicht schwer erklären lässt, aber funktioniert. Ansichten wie die geäußerten kommen fast immer von Leuten, die keinerlei Erfahrung damit haben, sondern auf dem Standpunkt stehen “Was man technisch nicht erklären kann, ist Einbildung”. So einfach ist das aber nicht. Es gibt viel mehr Parameter bei der Tonübertragung, als sich das viele vorstellen können. Und bevor man ein Urteil über etwas abgibt, sollte man sich vorher damit beschäftigen, und zwar nicht nur theoretisch.

  35. #35 Tobias Maier
    27. Januar 2013

    Peter Schmutz,
    ich lasse Ihnen gerne Ihren Glauben, und Gläubige zu bekehren macht erfahrungsgemäß keinen Sinn. Dass aber Kabelklang und die Stromversorgung völlig unumstritten sind, ist schlichtweg gelogen.

  36. #36 Berthold Daubner
    http://www.design-heimkino.de
    16. September 2013

    Vodoo ist immer wieder interessant zu beobachten. Leider glauben ca. 90% aller Hifi-Fans an Klangveränderungen durch Verstärker (ich nehme die Einmesssysteme der AVR aus der Betrachtung heraus), Kabel oder ähnliches. Interessant sind immer richtungsgebundene Kabel (klingen in einer Richtung angeschlossen bessser als in der anderen, blöd nur, dass es sich bei Lautsprechersignalen um Wechselstrom handelt…) Noch abstruser wird es dann bei Klangschalen.

  37. #37 Berthold Daubner
    16. September 2013

    Vodoo ist immer wieder interessant zu beobachten. Leider glauben ca. 90% aller Hifi-Fans an Klangveränderungen durch Verstärker (ich nehme die Einmesssysteme der AVR aus der Betrachtung heraus), Kabel oder ähnliches. Interessant sind immer richtungsgebundene Kabel (klingen in einer Richtung angeschlossen bessser als in der anderen, blöd nur, dass es sich bei Lautsprechersignalen um Wechselstrom handelt…) Noch abstruser wird es dann bei Klangschalen.

  38. #38 Stephan
    Fronhausen
    11. November 2014

    Hallo Zusammen,

    aus Langeweile und Interesse habe ich mal eine kontroverse Diskussion zu dem Thema Hifi-Woodoo gesucht und stelle nicht zum ersten Mal fest, dass die Kritiker in ihren Postings so viel – teils auch unsachlichen – Hohn und Spott einbauten, wie es Galileo Galilei erfuhr, als dieser die Erde als Kugel spezifizierte. Sicher gibt es in der Geschichte, ja auch in der Elektronik, eine Menge dieser Beispiele. So behauptete die Bundespost Mitte der 80er Jahre, dass höhere Datenraten als 300 Baud das Telefonnetz überlasten und zerstören könnten. Heute jagt sie 300 mbps durch die Leitung. Thomas Edison beschrieb den Klang der Edison-Walze als absolut naturgetreue Aufzeichnung der menschlichen Stimme.

    Zu meiner Position: Meine Hi-Fi-Geräte bewegen sich pro Komponente im dreistelligen Bereich, gleiches gilt auch für die Kabel. Es gibt eine dedizierte Netzleitung mit Industriekabel mit 2,5 mm², das entsprechend geschirmt ist, gleiches Kabel verwende ich für die Netzleiste und die Zuleitungen der Geräte. Dazu gesellen sich noch Industriestecker mit verschraubten Kontakten und so wuchtig, wie sie die Schuko-Stecker der 60er waren. Die Verkabelung der Geräte erfolgt weitgehend mit Kimber Hero, ebenso die Lautsprecherkabel, wobei hier Hoch- und Tieftöner der Nautilus getrennt angeschlossen sind.

    Ich selbst habe ein aufgrund meiner hochgradigen Sehbehinderung exzellentes Gehör, so dass ich von mir behaupten kann, Dinge gut voneinander abgrenzen zu können. Instrumente spiele ich ebenso, so dass ich weiß, wie ein Schlagzeug oder Klavier zu klingen hat. Für mich ist die Reproduktion von Musik wichtig, so dass ich die Musik so wahrnehmen möchte, wie sie der Tonmeister im Studio wahrnimmt. Studios verwenden für die Massenproduktion sicherlich nicht unbedingt hochwertige Materialien, aber wer sich mal in den einschlägigen Musik-Business umschaut weiß, dass auch in Studios mitunter hochwertige und geschirmte Kabel verlegt sind. Das ist auch wichtig, da hier die Störquellen aufgrund der viel größeren Geräteanzahl, als ich sie in meinem Heimumfeld habe, viel wahrscheinlicher sind. Ich habe eine Produktion auf einem Pop-Sampler, da hat ein Handy in die Produktion reingerasselt, somit gibt es auch Ausnahmen. Aber Pop-Musik und hochwertige Audioproduktionen sind ebenso unterschiedlich, wie der Aldi-Champagner und einem hochwertigen Champagner aus der Champagne. Aber genau wie ein Portrait eines Malerkünstlers muss dieser nicht zwangsläufig aufgrund seiner Referenzen besser schmecken und die Grenze zwischen gut und besser ist Zweifels ohne verschwimmend.

    Aufgrund meiner Erfahrungen bin ich der Ansicht, es gibt weder Falsch noch Richtig, weder Gut noch Böse und abseits der erfundenen Klangeffekte mancher exklusiver Hersteller (das gibt es in allen Bereichen, Parfumindustrie oder spezielle Motoröle in der Autoindustrie) vertraue ich naturbedingt meinen Ohren besser, als einem Messgerät. Denn subjektiv muss ich Musik mit meiner Anlage hören und nicht der Tester in dem geschönten Hi-Fi-Vergleich.

    So habe ich vor 10 Jahren mal einen Blindtest gemacht der ganz anderen Art und zwar mit vollblinden Personen. Mit Menschen, die weder von Hi-Fi, noch von Voodoo in irgendeiner Weise berührt sind. Es ging dabei um die Anschaffung einer Phonosophie Netzleiste zum damaligen Preis von 250 Euro. Den Probanden habe ich weder gesagt, was ich verändere, noch, was ich in drei Durchläufen verändern werde. Gleicher Test erfolgte mit Cinch-Kabeln, ein Oehlbach NF-1 trat gegen ein Kimber PBJ an. Ich machte hintereinander drei Durchläufe, jeweils mit unterschiedlichen Musikstücken und mit der Aussage, dass ich etwas verändere oder eben auch nicht. Dabei zog ich ganz bewusst die Stecker raus, um sie in dieselbe Position der Buchsen wieder reinzustecken. Auch habe ich den Potentialausgleich der Geräte gemssen, (Wechselspannung zwischen Masse und Erde der Steckdose). Ich habe es selbst nicht geglaubt (und ob mir das hier einer glaubt, ist mir herzlich egal), aber in fast allen Fällen, bis auf vielleicht zwei Ausnahmen, war die Trefferquote phänomenal. Die Probandin war selbst Spielerin von Instrumenten und konnte einen Ton exakt und auf Anhieb orten. Dies war für mich ein Beweis, dass es mitunter hörbare Unterschiede geben muss. Da ich den Testaufbau und den Ablauf selbst durchgeführt habe und während des Zeitraums zu keiner Zeit etwas zum Aufbau oder meiner Ansicht nach gesagt habe, konnte ich auch nicht manipulativ einwirken. Vielleicht liegt das an meinem sehr schlecht entstörten Verstärker, oder es liegt an einer sehr präzisen und extrem schnellen Signalverarbeitung. Rotel wirbt mit speziellen Ringkerntransformatoren und extrem schneller Signalverarbeitung. Ich denke, da wird wohl was dran sein.

    Einen weiteren Test habe ich mit komprimierten und High res Musikaufnahmen gemacht. Das darf man allerdings nicht mit gewöhnlicher Popmusik machen, da in Samplern und Synthesizern auch eine gewisse Kompression erfolgt. Ich habe allerdings Aufnahmen, bei denen ich selbst in einem Fiio X3 ohne (ich kann das Display eh nicht lesen) Hinsehen höre, welche Dateien dynamischer klingen und welche nicht. Das bedarf aber auch einen Schallwandler, der eben auch entsprechend präzise klingt. Wer ohnehin nur Bravo Hits und MP3 hört, fährt sogar mit einer einfacheren Ausstattung besser. Zum Einen, weil die Pop-Industrie ohnehin das Ausgangsmaterial so verdichtet, dass man die Artefakte bei komprimierter Musik ohnehin nicht hört, zum Anderen, weil die Präzision gerade bei komprimierter Musik beim Hören ermüdend wirkt. Das heißt, dass das verwaschene Klangbild mitunter sogar für den einen oder anderen angenehmer sein kann, ebenso wie eine schlechtere Kanaltrennschärfe. Nur angenehmes und analytisches Hören sind zwei Unterschiede, ich mag beides, jeweils auf seine Weise. Genauso, wie ich einen Kaffee aus einer Padmaschine trinke und trotz Allem einen handgebrühten Espresso wertschätzen kann.

    Was mich an diesen Diskussionen immer stört, ist die substanzlose Unsachlichkeit. Man unterstellt der Gegenseite Unkenntnis und präsentiert lieber Links, anstatt man die Inhalte doch mit eigenen Worten selbst erklären könnte. Macht man das aus Faulheit nicht, oder weil man selbst die technischen Erläuterungen nicht so wirklich nachvollziehen kann? Ich für meinen Teil habe eine Erfahrung, auch im Studio- und Musikbereich, die manche Diskussionsteilnehmer erst mal selbst sammeln sollten und nicht nur vom Hörensagen, sondern vom eigenhändigen Ausprobieren. Jedoch scheint es, als dass der geneigte Kritiker es vielleicht auch vermeidet, um nicht doch widerwillig etwas zu hören, was es nicht geben kann.

    Aber so sind die Menschen eben und so waren sie schon immer. Auch die Kirchen haben Frauen als Hexen verbrannt und somit ihren Sexualtrieb gestillt, warum sollen sich dann nicht findige Menschen an anderen bereichern, die sich bereichern lassen? Nur Kollektivstrafe gegen ein Hobby ist der falsche Weg. Und Substanz war leider in der Masse oben nicht häufig zu finden, leider.

  39. #39 Chris
    Keller
    30. November 2014

    Moin,

    Hohn und Spott einbauten, wie es Galileo Galilei erfuhr, als dieser die Erde als Kugel spezifizierte.

    Kleiner gings nicht was?
    Weisst du Kurt Gödel sagte, das Mathematiker Maschinen sind die Kaffee in Theoreme verwandeln.

    ebenso die Lautsprecherkabel, wobei hier Hoch- und Tieftöner der Nautilus getrennt angeschlossen sind.

    Und? Die passive Frequenzweiche noch drin?
    Welche B&W eigentlich? Sone Tischhupe?

    Für mich ist die Reproduktion von Musik wichtig,

    Von Raumakustik hast du nie gesprochen.

    Dein Blindtestchen ist eine nette Geschichte vom Musik hören (mit unterschiedlichen Musikstücken) aber als Test leider komplett ungeeignet, er geht halt von Menschen als Maschinen aus.

    Hast du jermals daran gedacht das der Mensch als “Messgerät” sehr schwierig ist?

    Nur für dich, Blindtest hat NICHTS mit der Sehfähigkeit zu tun und wer MP3 immer und überall raushört hat ein erhebliches Problem mit seinem Gehör, liegt in der Natur des Algorithmus.

  40. #40 martin
    München
    23. August 2015

    Hier wird auf diverse Sachen eingegangen und geklärt (ab Seite 12 Verstärker, Kabel usw.).
    Das sollte die meisten Fragen beantworten.

    http://www.nubert.de/downloads/technik_satt.pdf

    Ich bitte die Voodoo-Anhänger bitte Stellung zu dem PDF zu nehmen. Sprich, warum stimmen die Aussagen in der PDF nicht ?

  41. #41 Netzwerkplayer
    12. November 2015

    Hallo!

    Sehr spannender Artikel. Ich beschäftige mich momentan viel mit dem Thema Netzwerkplayer. Da ist das Thema Kabel natürlich auch sehr interessant. Es ist aber nicht alles Voodoo in diesem Bereich.

    Grüße,
    Ulf

  42. #42 Fabian
    19. März 2016

    Hallo,

    Sehr interessanter Artikel. Ich beschäftige mich seid kürzerem mit dem Bereich auto-subwoofer-test.de . bin war noch nicht ganz auf dem Stand, aber sehr interessant zu sehen was wirklich für Klang verantwortlich ist.