Ein Gastbeitrag von Krista Federspiel

 

Jens Behnke, Homöopathie-Lobbyist im Sold der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, hat sich endgültig unter die Verschwörungs-Ideologen eingereiht, die die Wirklichkeit um 180 Grad verdrehen und absurde Fakes erfinden. Als „Fortbildung“ für Homöopathen (und die es noch werden wollen) hat er am 22. Oktober ein Webinar über „die Skeptiker, ihre Angriffe, ihre Ideologie und ihre Geldgeber“ gestaltet und behauptet: Skeptiker seien das „negative Spiegelbild der Esoteriker“, einer „demagogischen Sekte“ gleich. Wer ihre Meinung nicht teile, werde gemobbt – eine klassische Umkehrung der Fakten: Was die Homöopathie-Gläubigen selbst praktizieren, das unterstellen sie ihren Kritikern – nicht zum ersten Mal.

Behnke hat keine Skrupel, andere zu diffamieren; er behauptet, der anerkannte Forscher Edzard Ernst, der die Homöopathie demaskiert hat, hätte „betrogen“. Behnke unterstellt dem weltbekannten Aufdecker James Randi, seine Million-Dollar-Challenge sei eine gezielte Schein-Aktion gewesen. Und den Schwindler Benveniste hätte er nicht entlarvt, sondern „ausgetrickst“. Der Vortragende verunglimpft Jürgen Windeler, den Leiter des unabhängigen Instituts IQWiG, das sich um Qualität und Wirtschaftlichkeit im deutschen Gesundheitswesen kümmert. Das wissenschaftsorientierte Wiki Psiram bezeichnet er als „Denunziationsportal“ der Skeptiker-Bewegung. Er behauptet, die Skeptiker trügen Wissenschaft nur „als Popanz vor sich her“ – doch das gilt bekanntlich genau umgekehrt: So falsch agiert die Homöopathie-Szene, denn Wissenschaft kann sie nicht. Sonst müsste sie die Erkenntnis aller 27 europäischen Akademien der Wissenschaften (der EASAC) anerkennen, die aufgrund der vorliegenden Forschung Homöopathie als nicht wirksamer als Placebo-Medizin einschätzt.

Was kann man von Behnke schon erwarten, der bei dieser Fort-von-Bildung behauptet „Naturgesetze sind Modelle, die wir der Wirklichkeit überstülpen“? Ist dem Mann denn noch nie etwas aus der Hand auf den Boden gefallen? Die Schwerkraft nur ein Modell? Seine Sache ist nicht Erkenntnis, sondern das Gerücht, das er den Skeptikern überstülpt: sie „bedienen die Interessen“ großer Industrien, hätten „Einfluss auf Medien und Politik“ und „viel Geld“. Damit hätten sie sogar die Jungen Grünen bezahlt, um gegen Homöopathie aufzutreten. Welch eine Verschwörung!

Skeptiker waren vom Webinar ausgeschlossen. Trotzdem gelang es manchen, Zeugen der Diffamierungen zu sein – doch sie wurden enttäuscht; wieder waren keine Informationen zu bekommen, wo sie endlich das große Geld abholen könnten. Geld gemacht hat nur Behnke selbst mit seinem Geschwurbel: er hat von den 60 gläubigen Zuhörern je 30 Euro kassiert.

 

 

Kommentare (32)

  1. #1 2xhinschauen
    7. November 2020

    Ich habe Behnke immer für eine Art Gebrauchtwagenhändler gehalten, wie man die aus dem Klischee zu kennen meint: Einer, der aufgrund seiner Vorbildung sehr genau weiß, dass er den Leuten im Interesse des eigenen Einkommens nur @#$%& erzählt, vulgo: lügt. Auch sein früheres Verschwörungsgeraune lässt sich so noch erklären.

    Aber das hier? Radikalisiert er sich? Glaubt allmählich die eigenen Märchen? Bekommt er’s mit der Angst, seinen Ruf für andere potentielle Brötchengeber zu sehr ruiniert zu haben? Oder schreibt ihm gar die Stiftung eine verschärfte Gangart vor? Ist das wirklich noch business as usual für eine vorgeblich wissenschaftlich orientierte Organisation?

    Ich fang an, mir Sorgen um den Burschen zu machen.

  2. #2 Edmund Berndt
    Attersee
    7. November 2020

    Vielen und herzlichen Dank für die exzellente Aufarbeitung. Tatsache ist, dass man gar nicht weiß, wo man bei diesem gigantischen Meinungsmisthaufen anfangen soll? Es ist wie in den griechischen Mythen. Kaum widerlegt man eine dieser professionellen Täuschungsbehauptungen eine kommen zwei weitere nach.

  3. #3 Markus
    7. November 2020

    Oha, da hat aber jemand einen Hass auf diesen Jens Behnke.
    Dieser Gastbeitrag ist leider eine Argumentation ad hominem par excellance wie sie im Lehrbuch steht. Leider sind derartige Argumentationen immer ziemlich armselig und wenig überzeugend.
    Anstatt diese Person Behnke, welche ich ich im Übrigen nicht kenne, (vermutlich zu recht) zu kritisieren, wäre es doch ein Leichtes, sachlich und wissenschaftlich darzulegen, dass das alles Schindluder ist was der da so treibt.
    Dieser Gastbeitrag hier wirkt auf mich wie ein verunglückter Versuch einer Frustrierten Autorin auch mal emotionale Propaganda auszuprobieren.

    Das große Geld macht da ohnehin niemand oder will mir einer ernsthaft sagen, dass 30€ * 60 ein Vermögen ist?

    Es wird immer irgendwelche Spinner und Messiasse geben, die es schaffen irgendein unterbelichtetes Volk um sich zu scharen und es auszunehmen.
    Man wird solche Leute, wenn sie schlau sind, nicht stoppen können, weil sie sich immer an der Grenze zum Legalen bewegen werden.

    Einfach locker bleiben. Ob es sich jetzt um einen Jens Behnke oder Olaf Fanghänel oder wen auch immer handelt ist doch letztlich egal.

    So und ich lese mich jetzt nicht in diesen Jens Behnke ein, sonst hasse ich eventuell wieder einen Menschen mehr als noch heute morgen. Das muss bzgl nun Gedankenhygiene wirklich nicht sein.

    LG Markus

  4. #4 Hoimrdengr
    Aschaffenburg
    7. November 2020

    > Die Schwerkraft nur ein Modell?
    >
    Hier hat Behnke einen Punkt. Es ist ein Modell. Was anderes kann die Physik gar nicht bieten. Nur die Wertung “nur” ist vollkommen falsch. Und sein “Ich mach’ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt” Alternativmodell sowieso.

  5. #5 2xhinschauen
    7. November 2020

    @Hoimrdengr
    Behnkes Argument (“Naturgesetze sind Modelle, die wir der Wirklichkeit überstülpen”) ist erstens schlicht falsch, weil naturwissenschaftliche Theorien (Modelle) sich, zur Not nachträglich, nach der vorgefundenen Wirklichkeit richten und nicht umgekehrt. Zweitens ist es ein “Whataboutism”, denn immer mal mögliche Theoriefehler in anderen Feldern machen die Homöopathie nicht wirksam.

    Im übrigen ist das im Artikel als Beispiel gewählte Phänomen “Schwerkraft” /sehr/ real, und ihre mathematische Beschreibung seit Newton und Einstein so dermaßen gut empirisch bewährt wie kaum eine andere naturwissenschaftliche Theorie.

    Behnke hat hier in der Tat einen Punkt. Allerdings einen Minuspunkt.

  6. #6 2xhinschauen
    7. November 2020

    @Markus
    >> Dieser Gastbeitrag ist leider eine Argumentation ad hominem par excellance wie sie im Lehrbuch steht.
    Dann weißt Du nicht, was “ad hominem” Angriffe tatsächlich sind: Beschuldigungen, Unterstellungen, Beleidigungen, Drohungen etc. Nichts davon in diesem Artikel, nur eine (zugegeben: stellenweise ironisierende) Liste des offensichtlichen Unfugs, den Behnke da von sich gegeben hat. Natürlich hätte man sich auch inhaltlich damit befassen können, aber das wäre leicht mal 100 Seiten lang geworden. Sinngemäß zitiert: Ein Homöopath kann in einer Minute mehr Unsinn von sich geben, als in Wissenschaftler in einem Jahr widerlegen kann.

    Nenn uns doch einfach beispielhaft einen der Punkte aus Behnkes Vortrag, dessen sachliche Befassung Du hier am allermeisten vermisst hast.

    Im übrigen ist /Dein/ Kommentar ein “gutes” Beispiel für die von Frau Federspiel angeführte “klassische Umkehrung der Fakten”: Es ist nicht sie, sondern Behnke, der ohne Not eine Barrage von Verschwörungsgeraune über seinen Jüngern auskippt, ohne sich mit einem einzigen sachlichen Argument der Homöopathiekritiker auseinanderzusetzen.

    Ich meinerseits habe ihm – das ist wohl wirklich ad personam – unterstellt, dass er sehr gut weiß, dass er eigentlich keine tragfähigen Argumente hat, und daher auf die Strategie der Verschwörungstheorie ausweicht.

  7. #7 RPGNo1
    8. November 2020

    @Markus

    Anstatt diese Person Behnke, welche ich ich im Übrigen nicht kenne, (vermutlich zu recht) zu kritisieren, wäre es doch ein Leichtes, sachlich und wissenschaftlich darzulegen, dass das alles Schindluder ist was der da so treibt.

    Ist schon oft genug passiert, z.B. hier, hier oder hier.

    Bitte das nächste Mal ein wenig Hirnschmalz anwenden und recherchieren, bevor unsinnige Aussagen in einem Kommentar verbreitet werden.

  8. #8 Uli Schoppe
    8. November 2020

    @RPGNo1
    Bitte das nächste mal ein bischen freundlicher 😉 Ich weiß wie ich reagiere wenn mir jemand mit “mehr Hirnschmalz” oder so kommt. Ich bin erst mal eingeschnappt und denke “Du A….” 😉 Jetzt kriege ich mich so nach 20min wieder ein und mach den Kopf wieder an, aber das bin eben nur ich. Andere sind anders ^^

  9. #9 Jolly
    8. November 2020

    @2xhinschauen

    Behnkes Argument (“Naturgesetze sind Modelle, die wir der Wirklichkeit überstülpen”) ist erstens schlicht falsch, weil naturwissenschaftliche Theorien (Modelle) sich, zur Not nachträglich, nach der vorgefundenen Wirklichkeit richten und nicht umgekehrt.

    Auch wenn sie sich danach richten, kann man sehr wohl sagen, Naturgesetze seien der Natur übergestülpt. Als Leseempfehlung sei hier Michel Hampes Buch genannt, “Eine kleine Geschichte des Naturgesetzbegriffs”. Wenn ich mich richtig erinnere, unterscheidet er darin zwischen den Begriffen Naturgesetzmäßigkeiten und Naturgesetzen. Erstere lassen sich in der Natur finden, letztere sind menschengemacht.

    Dann weißt Du [@Markus] nicht, was “ad hominem” Angriffe tatsächlich sind

    Mit der Abwandlung von Argumentation zu Angriff und der daran anschließenden Beschreibung offenbarst du selbst, dass es eher du bist, der nicht weiß, was ein Argumentum ad hominem ist.

  10. #10 Jolly
    8. November 2020

    *Michael Hampe heißt der Autor.

  11. #11 Markus
    8. November 2020

    @2xhinschauen: Wir haben dann offenbar ein unterschiedliches Verständnis von einer Argumentation “ad hominem”. Ich verstehe darunter wie es auch bei Wikipedia (nach Red Herring) steht. Ist aber auch unerheblich. Ich kenne weder die genauen Sachverhalte noch die beteiligten Personen und sie interessieren mich auch nicht.
    Ich erkenne aber eine Schmähschrift wenn ich sie sehe.
    Besonders als als komplett außenstehender fällt es halt auf, wie dieser Gastartikel so voller Frust und Hass auf diese Person runtergeschrieben wurde. Einfach nochmal den Gastbeitrag in Ruhe und möglichst emotionslos lesen und feststellen wie sehr über diese Person (vielleicht zurecht) hergezogen wird.

    Man könnte jetzt fragen wieso ich diesen Gastartikel dann überhaupt gelesen habe. Naja die Überschrift versprach etwas, was in dieser Schmähschrift dann doch nicht zu finden ist.

    Unfassbar wie sich hier einige Kommentarschreiber auch über so einen unwichtigen Typen aufregen, noch unfassbarer wie es so ein Text in die Veröffentlichung schafft, ohne durch die Redaktion nochmal eingefangen zu werden.

    LG
    Markus

  12. #12 Uli Schoppe
    9. November 2020

    @Markus
    Jetzt belegst Du aber mal wo hier die Schmähschrift ist. Das man jemandem der Unsinn redet seinen Unsinn vorhält kann es ja wohl nicht sein ^^
    Oder ist das von dir die neueste Methode ausprobiert H Kritiker mit was anderem zu beschäftigen? ^^

  13. #13 Uli Schoppe
    9. November 2020

    @Jolly
    Jetzt liefere den Spacken nicht auch noch Munition XD
    Die verstehen den Unterschied doch eh nicht ^^

  14. #14 Markus
    9. November 2020

    @Uli: Hab ich wieder Unsinn geredet? Soll vorkommen wenn ich nüchtern bin. 🙂

    Aber im Ernst ich lese nichts wirklich nichts neutrales oder gar Gutes über diesen Typen im Text.

    Inhaltlich ist mir vom Text folgendes hängengeblieben:
    “Mimimi, Behnke Lügt, Ignoriert Wissenschaft, Verschwörungstheoretisiert, Faked herum und nimmt Leute aus. Mimimi *heul* *schluchz*
    Zudem ist er skrupellos und diffamiert Andere. Mimimi
    Also mache ich das jetzt auch mal hier mit ihm!”

    Wenn man das nicht als Schmähschrift bezeichnen mag ok, aber Emotionsneutral ist das nicht. *g*
    Wenn man aber ins selbe Horn stößt merkt man es vielleicht nicht direkt.

    Wie gesagt, ich frage mich, wie das in die allgemeine Veröffentlichung gekommen ist. Und wieso das _allen_ Lesern über den RSS-Feed präsentiert wird. Man kann sich ja gerne über so Leute aufregen, muss das aber nicht allen unter die Nase reiben, weils einfach eher niemanden, der nicht betroffen ist, interessiert.

    Wozu muss man wissen, dass irgendwo ein Typ namens Behnke herumläuft und Schlimmes macht?
    Richtig, muss man nicht.
    Egal, ich bin jetzt hier raus, weil ich mich weder an Flamewars oder Kampagnen für oder gegen irgendwen beteiligen möchte.

    Denkt mal darüber nach ob die Lebenszeit nicht vielleicht besser genutzt werden könnte als auf Scienceblogs herumzujammern.
    Ich bin jedenfalls jetzt hier raus und wünsche allen heißblütigen Kommentarschreibern und vor allem der Autorin dieses Gastbeitrags etwas Abkühlung.

  15. #15 Basilios
    Yahari Ore no Seishun Love Come wa Machigatteiru
    9. November 2020

    @Markus

    Egal, ich bin jetzt hier raus

    Danke.

  16. #16 StReiter
    9. November 2020

    Hallo,
    ich persönlich empfinde den Beitrag von Fr.Federspiel ebenfalls als nicht allzu wertvoll, fällt bei mir unter die Rubrik ‘kein verwertbarer Inhalt’ was Schade ist für die Scienceblogs und im Besonderen für den Blog ‘Kritisch Gedacht’ und auf Interessierte keinen guten Eindruck macht.
    Auch die Anmerkungen auf Markus Kommentar sind unterirdisch, etwas mehr Niveau wäre wirklich schön.
    In diesem Sinne

  17. #17 2xhinschauen
    9. November 2020

    @Markus #14
    Die Kurzfassung des Blogartikels in Deinen eigenen Worten listet lauter Dinge, die Behnke tut oder sagt, und nicht, was er (vermeintlich) ist. Das darf man durchaus kritisieren und ist per Definition kein Angriff auf die Person.

    In der kritisierten Veranstaltung überzieht Behnke eine bestimmte Personengruppe mit haltlosen und lächerlichen Vorwürfen. Die Betroffenen, zu denen Frau Federspiel gehört und zu denen ich mich selbst auch zähle, hatten dem Veranstalter ÄKH angeboten, sich der Debatte mit Behnke zu stellen oder ein separates “Webinar” zu halten, in dem sich die bösen Skeptiker selbst und ihr Tun vorstellen, damit das Publikum nicht alleine auf irgendein Sekundärgeraune angewiesen ist. Beides wurde abgelehnt. Sogar die nur passive Teilnahme von “Skeptikern” an Behnkes Webinar war expressis verbis unerwünscht, wenn auch offenbar erfolglos.

    Warum man sich darüber nicht öffentlich lustig machen soll, vermag ich nicht nachzuvollziehen.(*) Ebenfalls nicht, wie man sich sachlich mit diesem Unfug auseinandersetzen können soll (“ich bin aber gar kein Lobbyist!!1!” *fußaufstampf). Aber ich wiederhole mich gern: Nenn uns doch einfach beispielhaft einen der Punkte aus Behnkes Vortrag, dessen sachliche Würdigung Du hier am allermeisten vermisst hast.

    @Alle
    Und wo wir gerade sachlich sind: Ein ausführliche und staubtrockene Befassung mit den üblichen “Argumenten” der Homöopathieprofiteure, -befürworter und -gläubigen, von denen wenig überraschend kein einziges einer kritischen Betrachtung standhält, findet man in der Online-Enzyklopädie des Informationsnetzwerks Homöopathie, z.B. hier:

    https://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Oft_gehörte_Argumente_-_Hinweise_auf_persönliche_Erfahrungen,_Beliebtheit_und_Wohlfühlcharakter

    Dort findet man auch Links auf Artikel zu anderen Themenfeldern, auf denen sich die Besagten gerne irren, also zur Studienlage, zum Placeboeffekt und dazu, was Wissenschaft überhaupt ist. Umfassender geht es nicht.

    (*) btw, das hier ist ein Blog. Da gibt es keine “Redaktion”, die Beiträge annimmt oder verwirft.

  18. #18 Jolly
    9. November 2020

    @Uli Schoppe

    Jetzt liefere den Spacken nicht auch noch Munition XD
    Die verstehen den Unterschied doch eh nicht

    Es wäre schon ein Gewinn, wenn die anderen, die keine Spacken sind oder sein wollen, den Unterschied verstehen würden (zwischen Naturgesetzmäßigkeit und Naturgesetz). Schon im Text der Autorin, “Die Schwerkraft nur ein Modell?”, scheint mir eine solche Differenzierung nicht berücksichtigt.

    Der Erfolg der wissenschaftlichen Methode beruht nicht darauf andere Sichtweisen zu kritisieren, sondern die eigenen Aussagen stets kritisch zu prüfen. Pamphlete mögen auch nötig und gelegentlich angebracht sein, müssen aber auch dem Andersdenkenden nicht in allen Aussagen widersprechen. Da wo einer recht hat, ihm auch recht zu geben, bricht keinen Zacken aus der Krone.

    Wenn sich hier einige gebärden wie Kettenhunde des kritischen Denkens und anfangen, wild rumzubeißen, z.B. in Form von Hirnschmalzkommentaren (#7), dann ist der Sache aus meiner Sicht tatsächlich nicht gedient.

  19. #19 Jolly
    9. November 2020

    @2xhinschauen

    Was kann man von Behnke schon erwarten, der bei dieser Fort-von-Bildung behauptet […]
    (Krista Federspiel)

    Das ist ein klassisches Argumentum ad hominem. “Diese Argumentation weist das Muster auf: „X ist ein schlechter Mensch, deshalb sollte man ihm keinen Glauben schenken“. ” (Wikipedia)

    Es liefert zur in der Überschrift genannten Frage, “Wer finanziert die Skeptiker?”, keinen Beitrag. Es widerlegt keine Behauptung von Behnke, speziell die nicht, die Jungen Grünen würden Geld von der Industrie bekommen, für den Kampf gegen Homöopathie.

    Das [aufgelistete Dinge, die Behnke tut oder sagt] darf man durchaus kritisieren und ist per Definition kein Angriff auf die Person.

    Natürlich darf man das tun, aber dass der Text ein Angriff auf die Person Behnke ist, lässt sich nicht wegdefinieren.

    • #20 Ulrich Berger
      9. November 2020

      Die Überschrift, die übrigens von mir – also von “der Redaktion” 😉 – stammt, und nicht von Krista Federspiel, wiederholt nur dieselbe Frage, mit der Behnke seine zahlenden Zuseher geködert hat. Behnke behauptet auch nicht, dass die Industrie die Jungen Grünen gekauft hat, sondern dass wir Skeptiker die Jungen Grünen gekauft haben. Ohne jegliche Belege natürlich. Das Geseiere von Behnke hat soviel Wahrheitsgehalt wie Trumps Wahlfälschungsvorwürfe. Letztere bekommt man aber wenigstens gratis.

  20. #21 Jolly
    9. November 2020

    @Ulrich Berger

    Behnke behauptet auch nicht, dass die Industrie die Jungen Grünen gekauft hat, sondern dass wir Skeptiker die Jungen Grünen gekauft haben.

    Upps, da hat wieder mal meine Leseschwäche zugeschlagen. Danke für den Hinweis. Meine Aussage hätte also lauten müssen.

    Es [das Argumentum ad hominem] widerlegt keine Behauptung von Behnke, speziell die nicht, die Jungen Grünen würden Geld von den Skeptikern bekommen, für den Kampf gegen Homöopathie.

    • #22 Ulrich Berger
      9. November 2020

      Das ist richtig. Die implizierte Behauptung, wir trügen die Beweislast Behnkes Verschwörungswahn zu widerlegen, ist allerdings ein bisschen lachhaft.

  21. #23 Jolly
    9. November 2020

    @Ulrich Berger

    Die implizierte Behauptung, wir trügen die Beweislast Behnkes Verschwörungswahn zu widerlegen, ist allerdings ein bisschen lachhaft.

    Ja, das ist tatsächlich ein bisschen lachhaft. Könnte man natürlich meinen, habe ich aber nicht impliziert.

    Wenn man meine Äußerung nach dem Vier-Ohren-Prinzip analysiert, sollte das Schwergewicht auf dem Sachaspekt liegen: das Argument widerlegt die im selben Absatz folgende Behauptung nicht. Als Appell könnte man vielleicht noch entnehmen, Dinge bei ihrem Namen zu nennen, z.B. ein Argumentum ad hominem und eine Schmähschrift eben genau so.

    Lachhaft scheint mir auch, dass man über das so Offensichtliche hier erst langwierig diskutieren muss.

    Etwas Anderes ist dann die Frage nach der Legitimität des Gastbeitrages.

    Ich habe den RSS-Feed abonniert (in der leisen Hoffnung auf ein neues Rätsel und) in der Erwartung, genau solche Informationen zu erhalten, wie es in der Blog-Beschreibung ja auch aufgeführt wird,

    Wir informieren über die Szene, kritisieren ihre Auswüchse aus wissenschaftlicher Sicht und berichten über aktuelle Ereignisse und Kontroversen, speziell in Österreich.

    Da sollte man nicht ausschließlich elaborierte Texte mit wissenschaftlicher Akribie zusammengestellt und entsprechend formuliert und belegt erwarten. Die Autorin ist Journalistin, sie berichtet über ein aktuelles Ereignis, warum sollte sie mit ihren Ansichten über die Homöopathie im Allgemeinen und Jens Behnke im Speziellen dabei hinter dem Berg halten?

    Eine Schmähschrift muss ja noch lange kein Schmäh sein.

    • #24 Ulrich Berger
      10. November 2020

      Wenn man meine Äußerung nach dem Vier-Ohren-Prinzip analysiert, sollte das Schwergewicht auf dem Sachaspekt liegen: das Argument widerlegt die im selben Absatz folgende Behauptung nicht.

      Nein, natürlich nicht. Nur ist das eine triviale Feststellung, denn die “folgende Behauptung” ist eine lupenreine Verschwörungstheorie, die ohne jeden Beleg präsentiert wird und insofern auch gar nicht widerlegt werden kann. Wieso also sollte man eine derart triviale Feststellung überhaupt äußern, wenn nicht impliziert werden soll, die Autorin hätte doch besser diese Verschwörungstheorie widerlegen sollen, wie es Markus (#3) offenbar gerne gesehen hätte?

  22. #25 2xhinschauen
    9. November 2020

    Liebe/r Jolly, is’ gut, is’ verstanden. Wenn man als praktizierende/r Skeptiker, Homöopathiekritikerin, Impfbefürworter oder Klimaaktivistin etc. von der jeweiligen Gegenseite mit verbalem Dreck, Beschimpfungen, Korruptionsverdächtigungen, Rechtshändeln und physischen Drohungen gegen die eigene Person und die Familie überzogen wird, oder wie in diesem Fall von einem bezahlten Lobbyisten mit lächerlichen Verschwörungstheorien, und dann mal tatsächlich an einer Antwort interessiert fragt, aus welcher Geisteshaltung so etwas wohl erfolgen könnte, dann ist das nach Deiner Meinung offenbar ein seitenlang im Interesse der intellektuellen Reinheit verurteilenswürdiges ad hominem. Echt jetzt? Und ich dachte schon, die Linkssektiererei der 60er und 70er Jahre sei längst überwunden.

    Mal davon abgesehen, dass mit streng sachlicher Argumentationsweise noch nie irgendjemand von irgendwas überzeugt wurde.

    Wende Deine zweifellos vorhandene rhetorische Schärfe doch bitte nicht in dieser überheblichen Art gegen die eigenen Leute. Oder erkläre Dich, wenn wir nicht die eigenen Leute sind, offen zu Deiner Unterstützung der gesetzlichen Privilegierung der Homöopathie und dass deren Kritiker nach Deiner Meinung das sind, was Behnke ihnen unterstellt.

    Auch wenn es bei dergleichen öffentlichen Debatten wie der hier üblicherweise nicht um den Gegner, sondern meist um das mitlesende, am Sachstand interessierte Publikum geht, sollte man sich als Diffamierter genau überlegen, auf Haltlosigkeiten wie die von Behnke einzugehen und damit den Eindruck zu erwecken, es gäbe dabei tatsächlich eine Kontroverse oder als ob da was dran wäre, was man diskutieren müsste.

  23. #26 Jolly
    10. November 2020

    @2xhinschauen

    Als Diffamierter möchte ich nur noch kurz auf Haltlosigkeiten von dir eingehen.

    Schon in den Kommentaren #5 und #6 bügelst du kritische Bemerkungen von @Hoimrdengr und @Markus nieder, aus meiner Sicht völlig kenntnisfrei. Jetzt unterstellst du mir Sachen, von denen ich explizit das Gegenteil geschrieben habe (Legitimität personenbezogener Argumente). Zu guter Letzt verlangst du Solidarität in allen Angelegenheiten und forderst Gehorsam (“erkläre dich!”). Wenn das mal nicht beim interessierten Publikum den Eindruck hinterlässt, Naturwissenschaft und evidenzbasierte Medizin seien auch nur Veranstaltungen eines eingeschworenen Haufen.

    Gute Nacht.

  24. #27 Jolly
    10. November 2020

    @Ulrich Berger

    Wieso also sollte man eine derart triviale Feststellung überhaupt äußern, wenn nicht impliziert werden soll, die Autorin hätte doch besser diese Verschwörungstheorie widerlegen sollen

    Es scheint nicht für alle Leser hier trivial zu sein, ein Argumentum ad hominem als solches zu erkennen. Damit, so ist zu befürchten, wird auch übersehen, dass dieses Argument nichts zur Sache beiträgt.

    Es hätte, wenn es der Autorin im Wesentlichen um die Nachricht gegangen wäre, doch vollkommen gereicht, zu sagen, Behnke hat Gerüchte und Verschwörungstheorien verbreitet, Behauptungen aufgestellt ohne Belege mitzuliefern.

    Nun nehme ich ihr auch ungeprüft ab, dass man von Behnke nicht viel erwarten darf. Gleichwohl verschiebt sich mit einer solchen Aussage der Nachrichtencharakter des Textes deutlich hin zu einem Pamphlet. Wofür @Uli Schoppe in #12 ja noch Belege gewünscht hatte.

  25. #28 gAST
    10. November 2020

    So ein $&@i$$!

    lese ab und zu im W-Blog ung guck überm Tellerrrand,

    A-Bär

    – um was gehts hier überhaupt und muss man den, oder das Thema, wirklich kennen und wenn nicht, warum doch?

  26. #29 noch'n Flo
    Moderator
    11. November 2020

    A-Bär

    Mi dünkt, da stricht ‘sBrunbärli ummet ‘sHuus…

  27. #30 opaunke
    12. November 2020

    Diese Diskussion ist ein einziges, sehr ernstgemeintes Sich-Ereifern. Betrüblich anzuschaun. Die sollen mal ihre Base chillen, sagt mein Neffe. Wer hätte gedacht, dass der erwünschte erweiterte Dialog mal so aggressiv und fade dastehen, um nicht zu sagen enden würde?

  28. #31 opaunke
    12. November 2020

    Im Übrigen finde ich ich in dem Gastbeitrag von Krista Federspiel zu viel heiße Wut. Auf eine Randerscheinung, die man unmöglich finden kann, die man aber kaum durch einen solchen Beitrag entzaubern dürfte. Was ja, wenn ich das richtig verstehe, die Intention sein wollte.

  29. #32 Hans-Werner Bertelsen
    Bremen
    17. November 2020

    Wen wundert`s?
    Bei der Geldmenge, die im Zuckerkugelsystem allein in Deutschland im Spiel ist, geschieht ein bemerkenswertes Paradoxon:

    Es vergisst ein Herr B. sogar die Manieren, die er noch nie besaß.

    670.000.000.- € für Milchzucker aus Apotheken,
    20.000.000.- € für Zahlungen der Krankenkassen an Jodeldiplomierte,
    250.000.000.- € (geschätzt) für Privatrechnungen, die für einen schönen Umsatz in Privatversicherungen sorgen, lassen das Luftschloß “Alberne Homöopathie” zur Milliarden-Immobilie mutieren.

    Damit verknüpft sind Steuereinnahmen, Arbeitsplätzchen und Wählerstimmen für Parteien, denen ein grünlich-brauner Anstrich die Pöstchen in gemütlichen Parteibüros erhält.

    Das alles gibt man doch nicht kampflos auf!