Wenn man sich die Entwicklung der Windkraft in den letzten Jahrzehnten anschaut, dann fällt auf, dass die Windräder bis vor etwa zehn Jahren immer größer, immer höher und immer leistungsfähiger wurden. Aus 500kW Anlagen wurden 1MW Anlagen, dann kamen 2MW und so weiter.

Zur gleichen Zeit, wurden sie auch immer größer. Nicht nur die Flügel werden länger, auch die Türme werden immer höher. Das hat einmal offensichtliche Gründe. Wenn der Turm kleiner ist, als die Flügel lang sind, dann hat man den Stoff für einen neuen Schildbürgerstreich, aber keine Windkraftanlage. Aber längere Flügel sind wichtig. Denn die Effizienz einer Windturbine ist physikalisch begrenzt.

Die einzige Möglichkeit direkt mehr Leistung zu bekommen, ist an mehr Luft heran zu kommen. Und da geht mit größeren Flügeln. Doppelt so lange Flügel überstreichen die vierfache Fläche und können die vierfache Leistung bringen. Gleichzeitig muss man nur eine Anlage betreuen und am Laufen halten.

Natürlich gäbe es noch eine andere Möglichkeit eine höhere Leistung zu bekommen. Man braucht nur eine höhere Windgeschwindigkeit. So einfach ist das. Die Windenergie kommt bekanntlich aus der Bewegung der Luft heraus. Dabei gibt es zwei Effekte.  Einmal muss klar sein, um so mehr Masse sich durch die Turbine hindurch bewegt, um so höher ist die Leistung. Wenn der Wind 10% schneller weht, bewegt sich 10% mehr Luft durch die Turbine und man hätte dadurch 10% mehr Leistung. Aber Luft die sich mit einer bestimmte Geschwindigkeit bewegt, hat auch kinetische Energie. Bei der geht aber die Geschwindigkeit mit dem Quadrat ein. Wenn sich 1kg Luft 10% schneller bewegt, dann kommt pro Sekunde nicht nur 10% mehr Luft durch die Turbine, jedes Kilogramm hat auch noch 21% mehr kinetische Energie. Die Windgeschwindigkeit geht also mit der dritten Potenz ein.

Warum ich das so detailliert schreibe? Weil ich mich damit schon einmal böse in die Nesseln gesetzt habe. Ich hatte vergessen, dass die Luft nicht nur schneller unterwegs ist, sondern auch mehr davon.

Ok. Schön und gut, Schlaumeier. Wie kommt man jetzt an schnelleren Wind heran? Der tut doch sowieso nur das, was das Wetter will! Sicher. Aber jeder der schon einmal auf einem Turm oder einem hohen Gebäude stand hat festgestellt, dass dort der Wind stärker ist.

Das ist kein Zufall. Denn wenn der Wind über die Erdoberfläche hinweg bläst, wird er durch den Luftwiderstand der Oberfläche abgebremst. Um so weiter man sich vom Erdboden entfernt, um so schneller wird der Wind. Grob abschätzen kann man das mit der 1/7 Regel. Die Windgeschwindigkeit steigt mit der Höhe über dem Erdboden hoch 1/7. Für die Berechnung der Leistung müssen wir natürlich die dritte Potenz davon benutzen, womit aus der 1/7 Regel eine 3/7 Regel wird.

Baut man eine Windturbine also nicht 100m hoch, sondern 125m hoch, dann steigt die Leistung immerhin um 10%. (1,25 hoch 3/7 = 1,1) Statt 2MW bekommt man mit der gleichen Anlage 2,2 MW. Und wenn man schon dabei ist, kann man auch noch die Flügel etwas größer machen. Die höhere Windgeschwindigkeit hat auch zur Folge, dass die Windräder seltener still stehen, denn sie brauchen eine gewisse Mindestgeschwindigkeit um überhaupt anlaufen zu können. Gerade an Land bleiben die Windturbinen in der Größe weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Dabei sind größere Windräder nicht nur leistungsfähiger, sondern auch billiger.

Nichts davon wird passieren

Vorerst ist es zu spät. Die Rücksichtslosigkeit der Einführung der Windkraft, ohne Mitbestimmung und Teilhabe der lokalen Bevölkerung, bei gleichzeitiger Überhöhung der Windkraft und Unterdrückung von Kritik in den Medien, hat die politische Situation verhärtet. Die Einführungen von Höchstgrenzen war politisch unumgänglich und man wird sie vorerst auch nicht rückgängig machen können.

Die bisherigen Versuche die Situation zu lösen, waren eher lächerlich. Von “Bürgerwindparks” wurde behauptet, sie stellten eine Form der Bürgerbeteiligung dar. Das stimmt nicht. Es sind Großbürgerwindparks. Denn die Höhe der Beteiligung der Bürger an dem Windpark richtet sich ausschließlich danach, wieviel Geld man investieren kann. Wer kein Geld hat, kann nicht profitieren. Wenn ein Windpark in Sachsen-Anhalt gebaut wird, dann hat die Bevölkerung nichts davon, denn die hat kaum Geld um selbst zu investieren.

Dazu kommt noch, dass man den Netzbetreibern per Gesetz die Kosten für den Anschluss der Windparks an die Stromnetze überlassen hat. Gerade in sozial und wirtschaftlich schwachen Gegenden in Ostdeutschland stellt das ein großes Problem dar. Viele Windkraftanlagen verursachen hohe Kosten für die Netzbetreiber, die ihre Kosten auf wenige Kunden umlegen müssen. Die höchsten Stromkosten findet man in Deutschland heute deswegen in den Gebieten mit den niedrigsten Löhnen und der schwächsten Wirtschaft.

Kein Wunder also, dass sich die Bevölkerung quer stellt, während vorwiegend grüne Lobbyisten und Interessenverbände für neue Windparks werben. Ohne Einsicht in Fehler, Selbstkritik und schnelle Gegenmaßnahmen zur Aufhebung der gröbsten Missstände, wird der Widerstand gegen Windkraft noch weiter wachsen. Es gäbe Möglichkeiten diese Dynamik umzukehren. Windkraftbetreiber müssten selbst für den Anschluss ihrer Anlagen ans Stromnetz aufkommen und ein Anteil der Einnahmen müsste allen Bewohnern der Gegend zu gute kommen.

Aber auf konstruktive Selbstkritik von Vertretern der erneuerbaren Energien warte ich bald seit Jahrzehnten vergebens und die nötigen Maßnahmen widersprechen auch den Profitinteressen der grünen Lobbyisten. Mit einer Lösung des Problems ist also nicht zu rechnen.

Kommentare (34)

  1. #1 gedankenknick
    9. Juli 2015

    Vorerst ist es zu spät. Die Rücksichtslosigkeit der Einführung der Windkraft, ohne Mitbestimmung und Teilhabe der lokalen Bevölkerung, bei gleichzeitiger Überhöhung der Windkraft und Unterdrückung von Kritik in den Medien, hat die politische Situation verhärtet.

    Eines der Hauptprobleme der ganzes Situation – und eine sehr gute Zusammenfassung der Gesamtsituation in nur einem Satz. Ich empfehle jedem, der das nicht glauben mag, mal an den Windparks bei Nauen und Wustermark nicht nur vorbeizufahren, sondern mal ein paar Stunden auf so einem Feld zu verweilen – möglichst 1x morgens oder abends (Schlagschatten) und 1x im dunkeln (Kollisionswarnlichter). Da flackert bzw. blinkt die gesamte Gegend. Von Problemen wie der Infraschallbelastung in Windrichtung spreche ich nicht mal. Zumal, wie richtig beschrieben, die erneuerbaren Energien widersinniger Weise den Strom für den (kleinen) Endkunden zunehmend teurer machen, und ihm so schlecht schmackhaft zu machen sind. Denn schließlich bezahle ich für etwas, was meine Lebensqualität stark einschränkt (wenn ich jetzt von den Anwohnern solcher Anlagen ausgehe) zusätzliches Geld, ohne einen (absehbaren) Nutzen davon zu haben.

    Irgendwie scheint sowohl der einzelne Mensch als auch die Gesellschaft dazu zu neigen, alles immer übertreiben zu müssen. Warum? Wohl, weil man es kann. Nur das durch diese Übertreibung selbst die besten Ideen und Produkte regelmäßig zu negativen (Teil)Ergebnissen verkehrt werden. In dieser Hinsicht scheint das Gross der menschlichen Gesellschaft scheinbar mit einer Lernschwäche versehen.

    • #2 wasgeht
      9. Juli 2015

      Schlagschatten und Lärmbelästigung habe ich bei Windkraftanlagen noch nie in irgendeiner Weise belästigend wahrgenommen. Und Schädigungen durch Infraschall sind, mit Verlaub, Blödsinn.

  2. #3 jochen
    9. Juli 2015

    Naja, da der Turm einer der mit teursten Komponenten bei einer Windkraftanlange ist (Stahl ist schon sehr teuer) ist eine höhere Windkraftanlage nicht billiger.

    Richtig ist, dass eine höhere Windkraftanlage mehr Volllaststunden im Jahr hat, also mehr Strom produziert und sich so die Anschaffungskosten auf mehr kWh verteilen. Auch hier gibt es aber Grenzen. Der Zugewinn an Windgeschwindigkeit nimmt mit größer werdender Höhe ab, siehe z.b. hier:
    https://wind-data.ch/tools/profile.php?h=10&v=12&z0=1

    Da ein größere Turm aber viel mehr Stahl braucht, gibt es für Windkraftanlangen eine optimale Turmhöhe. Und wenn ich mir die Anlagen hier an der Nordseeküste anschaue, haben einige die bestimmt schon erreicht.

    Und wenn ich mir die Verteilung der Netzbetreiber in Deutschland anschaue:
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/17/Regelzonen_deutscher_%C3%9Cbertragungsnetzbetreiber_neu.png

    Dann hat jeder ein Gebiet das groß genug ist, um genügend Leuten die Kosten für den Anschluss der Windkraftanlagen aufzudrücken, so dass die Hauptlast nicht von einigen wenigen armen Gebieten in Ostdeutschland getragen werden müssen

    • #4 wasgeht
      9. Juli 2015

      Ich sprach ja auch im ganzen Artikel von Windkraftanlagen auf dem Land. Da ist noch viel Platz nach oben.

  3. #5 jochen
    9. Juli 2015

    @gedankenknick
    Dir ist schon klar, dass eine keine Probleme mit Infraschall von Windkraftanlagen gab, bis ein Buch darüber geschrieben wurde:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Infraschall#Windkraftanlagen

    Der Infraschall ist ein typischer Nacebo-Effekt. Wenn ich glaube, dass mich etwas krank macht, macht mich das auch krank. Was ist also besser, Windkraftanlagen wegen einer eingebildeten Krankheit schlecht machen und verbieten oder die Leute darüber aufklären?

  4. #6 jochen
    9. Juli 2015

    @wasgeht
    Was du schreibst, ist in meinem Link oben mit den “Rauhigkeitsklassen und -längen” dargelegt.
    https://wind-data.ch/tools/profile.php
    Klar, in Dich besiedelten Gebieten kann höher gegangen werden als bei uns an der Küste. Ich selber halte aber nichts davon, auf Teufel kaum raus überall Windkraftanalage aufzubauen. Die sollen dar gebaut werden, wo entsprechend viel Wind weht. Z.b. an den Küsten und Offshore. Von daher sehe ich so eine Höhenbeschränkung nicht als so dringliches Problem an.

    • #7 wasgeht
      9. Juli 2015

      An manchen Stellen würde es schon lohnen, 3-4 Windräder durch ein Großes zu ersetzen, das dann dank besserer Windverhältnisse auch mal eben doppelt so viel Strom liefert.

      Es wäre größer, aber die Landschaft sähe nicht mehr so vollgestellt aus.

  5. #8 jochen
    9. Juli 2015

    @wasgeht
    Repowering macht Sinn und wird gemacht. Für die Energieausbeute macht eine größere bestimmt mehr Sinn. Aber ob eine große Anlage ästhetischer ist, als vier kleine ist sehr im Auge des Betrachters. Während die große Anlage die Landschaft weniger dicht bebaut erscheinen lässt, können die vier kleinen vielleicht weniger stören, weil die aus einem nahegelegendem Dorf nicht Sichtbar sind. Sowas kann nur eine Einzelfallentscheidung sein.

  6. #9 windbläst
    9. Juli 2015

    Was die Größe/Höhe der WKA betrifft gibt es allerdings eine (bisherige) Maximalgöße. Die Bauteile des Turms werden in Halbschalen gefertigt und so auch geliefert. Diese kleinste Fertigungseinheit des Turmsockels muss noch unter den deutschen Autobahnbrücken durchpassen. Geschweige denn auf den Berg geschleppt werden. Habe den max. Durchmesser leider nicht im Kopf gerade. Das trifft natürlich nicht für jeden Standort in Deutschland zu.

    Grüße

    • #10 wasgeht
      9. Juli 2015

      Schlimmstenfalls kann man sicherlich auch viertel-, sechstel- und achtel Schalen nehmen. Da geht doch noch was. ;)

  7. #11 Alderamin
    9. Juli 2015

    @Frank

    Hmm, bei der Atomkraft schimpfst Du immer darüber, dass die Leute nicht einsehen, dass sie sicher und sauber ist, während bei der Windenergie auf einmal der Bürgerwille zu beachten sei. Bisschen inkonsequent.

    Ich freu’ mich über die Windräder, hab’ damit schon Besuch aus den USA beeindruckt. Zum Kotzen finde ich hingegen diese Dinger, wohne nur 3 km von einem entfernt. Die verschandeln nicht nur die Landschaft, die senken das Grundwasser ab, nehmen Menschen ihre Heimat und die Kohle verpestet die Luft (die laut Spiegel drei schmutzigsten Kraftwerke Europas habe ich in Sichtweite). Dann lieber Windenergie. Solange die nicht im Naturschutzgebiet, sondern auf freiem Feld stehen mit etwas Abstand zu Ortschaften, who cares? Am liebsten allerdings im Meer, ein paar km jenseits der Küste, wo auch ordentlich Wind bläst.

    • #12 wasgeht
      9. Juli 2015

      Es ist sogar sehr konsequent. Ich schreibe eben nicht über das, über das sowieso schon alle schreiben.

  8. #13 windbläst
    9. Juli 2015

    Oder mobile Fertigungseinheiten. Teile des Turms werden dann tatsächlich vor Ort gebaut. Die Kräne müssen übrigens dann auch bald wie beim Hochhausbau mit dem Turm “hochwachsen”.

  9. #14 JoselB
    9. Juli 2015

    Das besonders “tolle” an den Bürgerbeteiligungen ist auch, dass man mit ihnen um Genemigungen werben kann, ohne sie danach auch umzusetzen. Dass auf diese Art besch*** Kleininvestoren nicht gerade gut auf die Anlagen zu sprechen sind, zumal die teils nur ein paar hundert Meter von ihrem Wohnort entfernt sind, versteht sich dann von selbst.

  10. #15 Hobbes
    9. Juli 2015

    Ich hatte gestern Abend noch ein Gespräch über eine mögliche Insolvenzmasse einer Windkraftfirma. Meine Meinung war das diese doch relativ hoch wäre da die Stellplätze der Windräder einen recht hohen Veräußerungswert an die Konkurrenz haben dürfte.

    Ansonsten habe ich mal in etwa 1000 Meter Entfernung zu einem Windparkt zwei Wochen lang gezeltet. Der Lärm war vergleichbar mit einer ordentlich befahrenen Straße in der Entfernung. Er war nervig aber man gewöhnte sich daran. Zudem war die Lautstärke auch nicht so heftig das sie durch geschlossene Fenster hätte dringen können. Da man im Zelt diese Option aber nicht hat war man die ersten Tage durchaus genervt.

  11. #16 gedankenknick
    9. Juli 2015

    Es wird hier keine Diskussion über Schlagschatten, Infraschall und gar nicht über Handystrahlung geben. Punkt.

    – Mod.

  12. #17 JoselB
    9. Juli 2015

    Der Fall in dem ich von solchen Tricks gehört habe, waren wir weniger als 600 m entfernt und uns hätte das Windrad auch nicht gestörrt, hatten ja selbst relativ laute Musik. Allerdings musste in der nähe ein Anwohner wegen unserer Musik ein Messung der Lärmbelästigung durch das Windrad abbrechen, wodurch wir auf das Thema zu sprechen kamen. In dem Fall waren die ersten Häuser etwa 700m vom Windrad auf halber Höhe an dem Hang und das Windrad selbst an dem fast windstillen Tag deutlich zu hören.

  13. #18 Alderamin
    9. Juli 2015

    Was mich interessieren würde: Es gab mal ein paar Windräder mit zwei Rotorblättern, aber drei haben sich durchgesetzt, das scheint irgendwie optimal zu sein.

    Warum eigentlich? Man nutzt doch eigentlich nur eine vergleichsweise winzigen Teil der überstrichenen Fläche. Müsste nicht eigentlich jedes zusätzliche Rotorblatt ein bisschen Kraft beitragen? Wieso kommt man mit so schmalen, langen Rotorblättern aus? Eine Schiffsschraube sieht da ganz anders aus und Flugzeugpropeller gibt’s mit 2, 3, 4 oder noch mehr Blättern.

    Könnte mir vorstellen, dass die Mechanik zunehmend kompliziert wird, weil man die Blätter je nach Wind ja variabel anstellen können will, was man bei Flugzeugpropellern nicht tut. Und dass irgendwie die geringe Dichte der Luft eine Rolle spielt, im Vergleich zur Schiffschraube.

  14. #19 rolak
    9. Juli 2015

    variabel anstellen

    Wenn die Reduzierung in dem Punkt der Mechanik derart wesentlich ist, Alderamin, dann hätte sich sicherlich der EinblattPropeller durchgesetzt, insbesondere bei den relativ kleinen Drehzahlen. Zumal mir aus alten Zeiten noch durch die Birne geistert, daß die Effizienz eines Propellers mit der Blattzahl abnimmt (ohne Gewähr).

    oder noch mehr

    Das sind auch ‘nur’ zwei gegenläufige Vierer, doch mehr geht durchaus.

    • #20 wasgeht
      9. Juli 2015

      Ich glaube der Grund war, dass der Wind vor dem Turm gestaut wird. Wenn das Rotorblatt vor dem Turm entlang zieht, wirkt dort keine Kraft. Wenn man jetzt einen 2-Blatt Rotor hat, wirkt auf der anderen Seite aber gerade die maximal mögliche Kraft. Das führt zu heftigen Lastwechseln und mit der Zeit zur Ermüdung. Mit 3 Blättern wird das scheinbar alles etwas besser.

  15. #21 LasurCyan
    9. Juli 2015

    Was die Windausnutzung in grösseren Höhen angeht, gibt es ja noch andere LösungsAnsätze, wie ich gerade erfahren habe:

    https://www.sueddeutsche.de/wissen/energietechnik-das-fliegende-kraftwerk-1.2555820

    Schon irgendwie naheliegend finde ich die Idee ja, hab aber keine Ahnung, ob sich das rechnet.

    • #22 wasgeht
      9. Juli 2015

      Ich finde die Vorstellung etwas verstörend, dass so ein Ding auch mal eben abstürzen kann. Und dann ist da noch die Kostenfrage.

  16. #23 wereatheist
    Gentryfizierungsbrennpunkt Friedrichshain
    9. Juli 2015

    Wenn ein Windpark in Sachsen-Anhalt gebaut wird, dann hat die Bevölkerung nichts davon, denn die hat kaum Geld um selbst zu investieren.

    Es ist im Kapitalismus nichts Ungewöhnliches, dass die Anwohner eines Investitionsobjekts nichts davon haben (außer Belästigungen). Besonders, wenn sie arm sind.
    Das ist aber sowas von orthogonal zu der Frage, ob bzw. welche Windturbinen sinnvoll sind.
    Ich hätt kein Problem, in Markee zu wohnen. Das Kaff ist mitten in dem von @gedankenknick in #1 erwähnten Gebiet.
    Nur müsste mir da Jemand ein Haus schenken, oder vererben, denn ich gehöre auch zu den Leuten mit Kapitalmangel ;)

  17. #24 wereatheist
    9. Juli 2015

    Zu #18, #19:
    Nach kurzem Studium von Wiki University glaube ich zu wissen, dass Einblatt-Windturbinen einfach zu laut wären.
    Interessenten gucken unter “Einflügler”

  18. #25 Alderamin
    9. Juli 2015

    Zweiflügler verstanden. Und warum keine Vierflügler? Oder Fünf? Wie gesagt, jedes Blatt müsste doch ein bisschen Kraft beitragen. Ich verstehe halt nicht, wieso so viel Luft ungenutzt durchgelassen wird.

    • #26 wasgeht
      9. Juli 2015

      Um so weniger Flügel, um so einfacher die Herstellung. Am liebsten hätte man ja nur zwei, drei sind einfach der beste Kompromiss.

  19. #27 windbläst
    9. Juli 2015

    Wenn der Zweiflügler senkrecht steht wirkt oben auf das Rotorblatt (mehr Wind) ein viel stärkerer Druck als beim unteren der sogar im Windschatten oder vor dem Turm steht. Um diese mechanische Belastung zu reduzieren/auszugleichen werden mehrere Rotorblätter eingesetzt. Dadurch ist ein gleichmäßigerer Druck auf die Komponenten (Lager,Turm) gegeben. Der Dreiflügler gleicht das gut aus. Der Fünfflügler auch, allerdings dreht sich das Windrad schneller je weniger Rotorblätter es hat. Schneller bedeutet auch lauter und schwingungsanfälliger. Also sind 3 Rotorblätter der beste Kompromiss.

  20. #28 windbläst
    9. Juli 2015

    edit: achja und je mehr Rotoren desto mehr Masse muss ja rumgewuchtet werden. Deshalb keine 5 Flügler usw. Beim 4-Flügler treten ja wieder die beiden Extremstellungen auf.

  21. #29 ulfi
    10. Juli 2015

    ich meine mich aber zu erinnern, dass, je mehr fluegel man hat, desto leiser ist die Anlage. Deswegen haben pc luefter ja eine (hohe) primzahl an blaettern. Das sind scheinbar die leisesten.

  22. #30 jochen
    10. Juli 2015

    Drei Blätter sind eine Kosten-Nutzungs Abschätzung. Im Grund gilt, dass man mehr Energie erzeugen kann, je mehr Blätter eine Windkraft-Anlage hat. Aber der Zugewinn an Energieerzeugung ist für den Sprung von drei Blätter auf vier Blätter nicht groß genug, um die Kosten des vierten Blattes zu decken.

    Warum nicht zwei Blätter?
    1. Die Steigerung von zwei auf drei Blätter lohnt sich.
    2. Wenn das eine Blatt nach oben zeigt, zeigt das andere nach unten. Wie hier erwähnt wurde entsteht vor einem Turm ein Windstau, der Wind kann nicht durch den Turm hindurch, sondern muss an diesem vorbei. Das untere Blatt kriegt kaum Belastung ab. Während das dann nach oben zeigende Blatt den maximalen Wind abkriegt. Wie es hier im Artikel heißt, steigt die Windgeschwindigkeit mit der Höhe. Es gibt also ein großen Biegemoment auf den Turmkopf.
    3. Ich weiß nicht genau wie es bei zwei-Blatt Rotoren ist, aber ein Blatt Rotoren haben den noch entscheidenden Nachteil, dass diese nicht selber anlaufen können. Wenn eine Windkraftanalge still steht, muss ein Motor die erstmal zum drehen bringen.

    @Alderamin
    Die Blätter sind lang und schmal, weil die Windkraft-Anlagen den Aerodynamischen Auftrieb nutzen um sich zu drehen. Alte Windmühlen waren reine Widerstandsläufer. Und da gilt, je größer die Fläche, desto größer der Widerstand. Nur ist das keine optimale Art die Windenergie zu Nutzung. Der Aerodynamische Auftrieb ist da um einiges besser.
    Es lässt sich berechnen, wieviel Energie Maximal aus dem Wind gezogen werden kann. Grob gesagt, entnehme ich alle Energie aus dem Wind, dann ist die Windgeschwindigkeit hinter der Anlage 0 und es kann kein Wind mehr durch die Anlagen wehen. Ist die Windgeschwindigkeit hinter der Anlage so schnell wie vor der Anlage, so wurde keiner Windenergie umgewandelt. Das Optimum liegt bei 60 %. Und moderne Anlagen sind dem schon sehr nahe.

  23. #31 Alderamin
    10. Juli 2015

    @jochen

    Vielen Dank, damit ist alles klar.

  24. #32 Draalo
    10. Juli 2015

    @Alderamin: Verstellbare Luftschrauben kenne ich noch aus meiner Flugmodellbauzeit – und die liegt schon 20 Jahre zurück

    https://de.wikipedia.org/wiki/Verstellpropeller

    Bei einer Cessna nutzt man diese um immer ein optimales Drehzahl/Drehmomentverhältniss zu haben, im Modellflug wird (wurde) dies genutzt um den Motor mit hoher Drehzahl laufen zu lassen um dann sehr schnell auf hohen Schub umschalten zu können. Das verstellen der Luftschraube geht 100x schneller als z.B. von 1000 U/min auf 16000 U(min zu kommen. (16000 U/min sind ein realistischer Wert für 2takter Verbrenner, habe selbst noch einen)

  25. #33 DasKleineTeilchen
    11. Juli 2015

    was ist eigentlich mit
    senkrechtachsern? tut sich da was in der entwicklung? neu ist das konzept ja nun auch nicht.

  26. #34 Peter Paulitsch
    Wien
    17. Juli 2015

    Kleine Anmerkung:
    Der Rotordurchmesser ist wegen der notwendigen Umlaufgeschwindigkeit auch physikalisch begrenzt, da die Spitzen der Flügel nicht in die Nähe der Schallgeschwindigkeit kommen dürfen. Dies würde (wie bei Flugzeugen) zu starken Belastungen führen und die Anlage zerstören.