Ok, der Boulevard-Spaß ist vorbei. Kein Higgs-Fund am Tevatron, nur neue Grenzen.

Gerade läuft die ICHEP in Paris, die wichtigste Konferenz der Teilchenphysik. Und passend dazu hofft man natürlich auf die Bekanntgabe neuer Ergebnisse. Vom Tevatron kommen neue Grenzen für die Masse des Higgs-Bosons, die aus den Daten der beiden Großexperimente CDF und DZero stammen.

Wie PhysicsWorld berichtet, ist der Bereich zwischen 158-175 GeV mit hoher Sicherheit (95% Konfidenz) ausgeschlossen. Es bleiben zwei mögliche Bereiche – und diese unterschieden sich stark darin, wie gut der LHC sie finden kann. Einfacher wäre es im Bereich zwischen 175 und 185 GeV. Denn über 140 GeV Masse gibt es Zerfallskanäle in die Eichbosonen der schwachen Wechselwirkung, das Z und die W-Bosonen. Das würde die Detektion erleichtern und der LHC könnte das Higgs mutmaßlich mit einem Jahr Daten finden.

Schwieriger würde es, wenn die Masse des Higgs zwischen 114 und 158 GeV liegt (niedrigere und höhere Energien als die zwischen 114 und 185 GeV sind für das einzelne Higgs-Teilchen bereits ausgeschlossen). Dort könnte es noch bis zu fünf Jahren dauern, bis das LHC das Higgs findet – oder seine Existenz ausschließen kann.

Geduld…

Kommentare (9)

  1. #1 Maxim
    07/26/2010

    Es bleibt auf jeden Fall spannend 😉

    Kennen Sie diese Arbeit schon?
    http://arxiv.org/abs/1001.0785

    Hört sich irgendwie verdammt interessant an. Ich kann mit meinem Wissen aber noch nicht einschätzen wie gut die Idee ist. Könnten Sie einen Artikel darüber schreiben?

  2. #2 Jörg
    07/27/2010

    Ja, das Verlinde-Paper hatte ich gelesen und versucht zu verstehen. Dann hab ich mal beschlossen abzuwarten, ob das nur ein arXiv-Spuk ist; aber anscheinend wird es doch diskutiert. Vielleicht muss ich nochmal einen Versuch machen das zu verstehen…

  3. #3 antiangst
    07/27/2010

    Das heißt, wenn man es in diesen beiden Bereichen nicht findet, gibt es kein Higgs?

  4. #4 Jörg
    07/27/2010

    Ja. Jedenfalls nicht das, was man im Standard-Modell erwartet.

  5. #5 Inka
    07/27/2010

    @Jörg

    Wenn man es nicht in den Bereichen findet in denen das Higgsteilchen vom Standardmodell (SM) vorhergesagt wird, wäre damit das SM widerlegt?

    Hier noch ne gute Seite zum LHC.
    http://www.lhc-facts.ch

  6. #6 Jörg
    07/28/2010

    Nein, das Standardmodell widerlegt es sicher nicht, dafür funktioniert das zu gut. Höchstens der Mechanismus zur Erzeugung von Masse wäre in Gefahr, aber vielleicht auch nicht unrettbar.

  7. #7 jo diap
    08/02/2010

    Hallo,

    das Higgs-Boson existiert NICHT !!

    Wir haben seit einem Jahr mit unserem Analyse-Tool Futuring –
    s. http://www.futuring.de, dieses Problem untersucht, und konnten
    feststellen, daß das Higgs-Teilchen definitiv nicht existiert.

    Die Wissenschaftler werden sich nach neuen Theorien und
    Erkenntnissen umsehen müsen.

    Wenn man die Zusammenhänge um die Erkenntnis-Theorie,
    die das ermöglicht hat, solche Einsichten und damit diese
    Aussagen zu machen, untersucht, wird man feststellen,
    daß wir einen völlig anderen Forschungsansatz benötigen.

    Weg von dem stochern in den Teilchen, hin zu dem
    ganzheitlichen Überblick.

  8. #8 Wolfgang Graßmann
    09/07/2010

    Ich hoffe es wird nie gefunden.
    Diesem schmutzige Trick, nicht finite Theorien renormierbar zu halten,
    denn zu nichts anderem dient dieser Trick, anstelle die wirklichen Probleme zu lösen (nämlich zu endlichen Renormierungsparametern zu gelangen), darf nicht auch noch ein Erfolg beschieden sein.
    Ich hoffe deshalb, das es den Physikern nicht gelingt, ein Higgs zu machen.
    Das würde ja heissen, alles OK, das unter den Teppich kehren der divergenten Integrale in den geschlossen Loops ist von der Natur so gewollt.

  9. #9 Bullet
    09/10/2010

    Widersprich dir mal schön selbst. Dann muß es niemand anderes tun. *facepalm*