Der neue “Skeptiker” ist eben erschienen. Er enthält zwei frei zugängliche Artikel zum Thema – Google aufgepasst – LHC, CERN, Schwarze Löcher und Weltuntergang, und auch ansonsten ist er wie immer lesenswert. (Das sagen übrigens auch andere.) Der dort abgedruckte vierte Teil meiner Serie Alternativwissenschaft in Österreich ist leider nicht online zugänglich. (Sehr wohl aber die Teile 1, 2 und 3.) Da ich ihn Nicht-Skeptiker-Abonnenten nicht vorenthalten will, steht er nun auch hier (Achtung: Überlänge, sechs DIN A4-Seiten). Er behandelt die Vorgänge rund um den sogenannten Gabriel-Chip, der böse Handystrahlen neutralisieren soll, und wie dieser zu seinem ominösen “amtlichen Wirknachweis” kam. (Die meisten Quellen sind bzw. waren im Netz zu finden, doch auf eine nachträgliche Verlinkung habe ich aus Bequemlichkeit verzichtet.)



Dr. Walter Medinger, Gutachter

Von Gießen sind es
immerhin 600 Kilometer bis nach Linz in Oberösterreich. Deshalb war Dr. Walter
Medinger auch dankbar, dass er bei seinem Bekannten zu Abend essen und in
dessen Haus auch übernachten konnte, bevor er die Heimreise antrat. Der Richter
am Gießener Landesgericht hatte dafür wenig Verständnis. Schließlich hatte Dr.
Medinger kurz zuvor vor Gericht ausgesagt, und zwar nicht als Zeuge dieses seines
Bekannten, der dort wegen Betrugs angeklagt war, sondern als unabhängiger Gutachter.
Wortreich hatte er erklärt, nach welchen komplizierten physikalischen Gesetzen
die vom Angeklagten hergestellten und um 300 Euro verkauften „Feldprozessoren” zur
Abwehr von „Handystrahlen” angeblich wirkten. Eine Menge High-Tech steckte laut
Angeklagtem in den Aluminiumplättchen, immerhin involvierte die Fertigung in
seiner Garage angeblich auch ein Gerät, das Gravitationswellen in Schallwellen
umwandelte. Zu einem weiteren Auftritt von Gutachter Medinger kam es nicht
mehr. Er wurde wegen Befangenheit abgelehnt und der Angeklagte, der schon
früher wirkungslose Tropfen an Krebspatienten verkauft hatte, erhielt sechs
Jahre Haft wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 28 Fällen.

Rechtsdrehendes Wasser, rechtsdrehende Wellen und der Gabriel-Chip

Diese unrühmliche
Episode datiert aus dem Jahr 2004. Warum ausgerechnet Walter Medinger ein
positives Gutachten zu einem Scharlatanprodukt gegen „Elektrosmog” verfassen
sollte, ist auf den ersten Blick nicht ganz einsichtig. Immerhin ist Medinger
weder Physiker noch Mediziner, sondern Chemiker. Insider wussten allerdings,
dass er schon zwei Jahre zuvor durch ein ähnliches Gutachten die Aufmerksamkeit
auf sich gezogen hatte. Damals hatte er die Wirkung eines anderen
Aluminiumplättchens gegen heimtückische Strahlen bestätigt. Zur Herstellung
dieser Plättchen waren zwar keine Gravitationswellen erforderlich, laut Patent
aber „rechtsdrehendes Wasser”, was in der Wissenschaft allerdings auch nicht
als explizites Qualitätskriterium gilt. Dafür gab es das Ding aber schon um
wohlfeile 30 Euro.

Die Rede ist hier von
dem als „Gabriel-Chip” bekannt gewordenen Aufkleber fürs Handy. Die Wirkung dieses Chips beruht angeblich
darauf, dass er die „schädlichen”, weil „linksdrehenden” Wellen der
Handystrahlung „auf rechts dreht”, womit sie „natürlichen”, also unschädlichen
Wellen entsprechen.
Erfunden hat ihn der heute 78-jährige Salzburger
Franz Gabriel, der von seinen Anhängern als „Naturforscher” bezeichnet wird. In
Österreich ist dieser Begriff eine Art Sammelbezeichnung für Erfinder, die mit
der Wissenschaft eher auf Kriegsfuß stehen, nach jahrelanger eingehender
Beobachtung der Natur aber eine Eingebung haben, die sie schlagartig erkennen
lässt, was die Welt im Innersten zusammenhält. Diese Erkenntnis wird dann flugs
in bare Münze umgesetzt. Manche dieser „Naturforscher” verkaufen „Freie-Energie”-Maschinen,
andere Wasserbelebungsgeräte und wieder andere eben „programmierte” Aluminiumfolien.

Wie alle modernen
„Handychips” schirmt das Gabriel-Plättchen natürlich keine Strahlung ab und
kann daher auch nichts gegen die thermischen Effekte der elektromagnetischen
Felder ausrichten. Die wären auch relativ einfach messbar und das würde das
Problem nach sich ziehen, dass man die behauptete Wirkung nachprüfen könnte. So
wird also von Herstellerseite angegeben, dass die angeblich besonders
schädlichen „athermischen Effekte” der Mobilfunkstrahlung, die in „linksdrehenden
Wellen” stecken sollen, durch den Aufkleber gewissermaßen „neutralisiert” werden.

Ein altes Ärgernis der Voodoo-Technik-Branche
war es, dass die Wirkung der wirkungslosen Produkte nur durch die sattsam
bekannten, zumeist aus der Alternativmedizin stammenden Quacksalbertests zu
belegen war. Entsprechend lesen sich die von den Firmen angeführten
Wirksamkeitsbelege üblicherweise wie ein Lexikon der Parawissenschaft:
Radiästhetische Tests mittels Pendel, Wünschelrute und Biotensor werden gefolgt
von Untersuchungen via Bioresonanzgerät; kinesiologische Muskeltests stehen neben
Belegen aus der Dunkelfeldmikroskopie und aus diversen Wasserkristallisationsfantasien.
Selbst die tendenziell eher leichtgläubige Kundschaft ist damit kaum noch zu
beeindrucken. Der Markt rief nach Studien, die zumindest den Anschein von
Objektivität, Wissenschaftlichkeit und Glaubwürdigkeit boten. Und dieser Ruf
ereilte Dr. Walter Medinger.

Amtlicher Wirknachweis für Handy-Humbug

Medinger hatte in dieser
Hinsicht einen gewaltigen Vorteil. Er war nämlich nicht einfach irgendwer,
sondern seines Zeichens der Leiter der Abteilung Natur- und Umweltschutz im
Magistrat der Stadt Linz. Darüber hinaus war er auch Mitglied des
österreichischen Umweltrates und des
Umweltausschusses des Österreichischen
Städtebundes
sowie allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter
Sachverständiger für die Bereiche Umweltschutz und Chemie. Was Medinger befand,
das war quasi offizielle Behördenmeinung. Der vielbeworbene „amtliche
Wirknachweis” für den Gabriel-Chip verhalf der Firma Gabriel-Tech zu enormen
Umsätzen.

In
der ZEIT erschien dazu ein Artikel mit dem Titel „Humbug fürs Handy.
Mit obskurer Technik gegen den Elektrosmog versuchen Scharlatane Geld zu machen
.”
In der FAZ hieß es „
Humbug auf hoher Ebene. Purer Unfug: Der Gabriel-Chip als
„Handy-Strahlen-Neutralisator”
“, und auch ein Beitrag
im FGF-Newsletter wurde mehr als deutlich. Schließlich interessierte sich sogar
das Fernsehen für den Chip. Allerdings nicht zur Freude der Hersteller – der
Bericht des ZDF-Magazins WISO trug den Titel „Folie schützt nicht vor
Handystrahlung
“. Prof. Jiri Silny von der RWTH Aachen hatte den
Gabriel-Chip unter die Lupe genommen und keinerlei Effekte feststellen können.

Von der
Feldkohärenz zur Feldgradientendivergenz

Die Innovation von
Walter Medinger war ein neuartiges physikalisches Testverfahren, das auf der
Messung der vertikalen Komponente der magnetischen Flussdichte des
Erdmagnetfeldes beruhte. Medingers Idee war, dass Handys und andere strahlende
Geräte nicht durch ihre Strahlung selbst den Menschen schädigen, sondern
dadurch, dass sie das natürliche Erdmagnetfeld störten. Dabei sei nicht die
Stärke des Magnetfeldes ausschlaggebend, sondern wie abrupt sich dieses
zwischen benachbarten Punkten ändere. Eine funktionierende Schutzvorrichtung
wie der Gabriel-Chip, so Medinger, könne diese starken räumlichen Schwankungen
mildern und somit einen „Magnetfeldausgleich” bewirken. Um diesen
festzustellen, wird mittels Magnetometer auf einer Versuchsfläche von einem
Quadratmeter an elf mal elf Gitterpunkten die vertikale Flussdichte bestimmt,
zuerst ohne Handy, dann mit Handy ohne Chip und schließlich mit Handy plus
Chip. Die Werte werden mittels Software räumlich interpoliert, mit Niveaulinien
versehen und bunt eingefärbt. Das Ganze sieht dann aus wie eine Wetterkarte und
wird von Medinger als „Feldkohärenzmuster” (FKM) bezeichnet.

Die beiden
„Wetterkarten” mit und ohne Handychip werden dann quasi übereinandergelegt, die
Differenz der beiden wird errechnet und das Ergebnis mit dem Hintergrundbild
ohne Handy verglichen. Leider geschieht dieser Vergleich meist rein subjektiv
durch Interpretation der bunten „Wetterkarten”. Da kommt ein Tief, pardon, eine
„Störzone” von Nordwesten, zieht aber nach Intervention mittels Handychip nach
Süden ab. Da werden Bereiche mit mildem Klima („Magnetfeldausgleich”) gelobt,
während in anderen Gewitter („Störzonen”) drohen.

In manchen Messgutachten
wird zur Objektivierung dieser allzu offensichtlich dubiosen Vergleichsmethode
ein „Ausgleichsindex” ermittelt, dessen genaue Definition allerdings nebulos
bleibt. Da ist von diversen „Filtern” die Rede, die die Messdaten passieren
müssen, ohne dass klar ist, was da aus welchen Gründen weggefiltert wird. Eine weitere
Variante, die manchmal eingesetzt wird, ist die folgende: Von den beiden
„Wetterkarten” mit und ohne Schutzchip wird die Schwankungsstärke innerhalb des
Messquadrats festgestellt. Dazu berechnet eine spezielle Software zuerst den
sogenannten Gradienten des Feldes und mittels einer weiteren Formel etwas, was
sich Divergenz nennt. Das Ergebnis heißt dann „Feldgradientendivergenz” (FGD).
Diese FGD ist nun aber wiederum keine Zahl, sondern wie die ursprüngliche
Flussdichte ein Skalarfeld, also eine „Wetterkarte”. Womit wir wieder beim
selben Problem wie oben geschildert landen.

Die Krux an dem
Messverfahren ist tatsächlich eine vierfache: Erstens ist die Feststellung
eines „Magnetfeldausgleichs” anhand des subjektiven Vergleichs bunter Bildchen
keine nachvollziehbare Methode. Zweitens ist völlig unklar, ob etwaige
Messdifferenzen statistisch signifikant sind. Eine statistische Analyse ist
aber unmöglich, da im Normalfall nur Einzelmessungen, noch dazu in stets
derselben Reihenfolge, durchgeführt werden. Drittens beruht die Berechnung der
FGD auf einem Feld, das durch numerische Interpolation aus einzelnen
Messpunkten gewonnen wurde. Da es aber unzählige verschiedene
Interpolationsverfahren gibt, sind sämtliche daraus gewonnenen Daten zu einem
Gutteil Artefakte der eingesetzten Software und damit insgesamt unbrauchbar. Das
merkt man den bunten Bildern auch an. Die „Höhenlinien” der FGD-Bilder zeigen
typischerweise eine Menge von „Berggipfeln” und „Talsenken” an, die alle hübsch
aufgereiht ausgerechnet an den Messpunkten liegen. Das vierte Problem ist auch
nicht zu unterschätzen: Selbst wenn ein „Magnetfeldausgleich” tatsächlich stattgefunden
hätte, so fehlt jedweder seriöse Beleg dafür, dass dieser irgendeine Auswirkung
auf das Wohlbefinden oder die Gesundheit von Menschen hat. Wohlgemerkt: Wir
sprechen hier über „Ausgleiche” eines statischen Magnetfeldes in der
Größenordnung der Messtoleranz eines guten Magnetometers.

Berücksichtigt man dann
noch, dass die gesundheitliche Relevanz von etwaigen athermischen Effekten von
Mobilfunkstrahlung nach derzeitigem Wissensstand ohnehin noch Spekulation ist,
so ist es nicht weiter verwunderlich, dass Experten für elektromagnetische Felder
die Vorgänge rund um den Gabriel-Chip etwa so beurteilen: Ein unbrauchbares
Messverfahren attestiert einem Aufkleber zum Schutz vor einer imaginären Gefahr
eine nicht vorhandene Wirkung.

Ein Sachverständiger für Handychips

Den Technikern im Linzer
Umweltamt war die Sache suspekt und die negative Presse konnte das Magistrat
schon gar nicht brauchen. Nach seinem rasanten Aufstieg in den Vorstand eines Vereins namens Gabriel-Forschungsgesellschaft
wurde Medinger schließlich bis auf weiteres karenziert – mit Rückkehrrecht. Er
ging nach Graz und gründete dort gemeinsam mit Wolfgang Homann als
kaufmännischem Leiter eine Firma mit dem hochtrabenden Namen „International
Institute for Research on Electromagnetic Compatibility
” (IIREC). Hauptgeschäftsfeld
des IIREC: Gutachten für alle erdenklichen Anhänger, Aufkleber, Folien,
Kästchen etc. zum Schutz vor Strahlen und zur „Entstörung” der Umgebung.
Zweites Standbein: die IIREC-Akademie mit ihrem Angebot an Schulungen von
„Messpartnern” im einzigartigen IIREC-Messverfahren mit bunten Bildchen. IIREC-Seminare
über athermische Effekte und was diese angeblich am Menschen anrichten wurden
flugs von der Ärztekammer als Fortbildung approbiert. Gleichzeitig warfen
Medinger und Homann auch ein Buch auf den Markt, das mit dem peinlichen Titel
„Rechtsherum tanzt die Natur” den eingebildeten „rechtsdrehenden Wellen” des
Gabriel-Chips zur Anerkennung verhelfen sollte. Mit Erfolg – kurze Zeit später erhielt
das IIREC von der österreichischen Wirtschaftskammer die Anerkennung als
„Technisches Büro für Elektromagnetischen Schutz und Umwelt”.

Wenige Wochen nach dem erfolglosen
Auftritt Medingers vor dem Gießener Landesgericht reagierte der Hauptverband de
r Gerichtssachverständigen
Österreichs. Medingers Kompetenzen als Sachverständiger wurden allerdings nicht
etwa beschnitten, sondern im Gegenteil sogar ausgeweitet.
In
einem atemberaubenden Willkürakt wurde er zum ersten gerichtlichen Sachverständigen
Österreichs für die „Untersuchung und Beurteilung biologisch wirksamer
Störungen in elektromagnetischen Feldern und Medien sowie zur Wirkung von
Schutzmitteln
” bestellt – also sozusagen zum Sachverständigen für
Erdstrahlen und Handychips.

Ein „amtlicher
Wirknachweis” klingt schon recht gut, doch ein „wissenschaftlicher Wirknachweis”
wäre noch besser. So oder so ähnlich dachte wohl die Firma Gabriel-Tech, als sie
stolz darauf verwies, dass bereits eine wissenschaftliche Doppelblindstudie
unter Leitung des Medizinphysikers
Dr.
Lebrecht von Klitzing im Gange sei. Der Abschluss der Studie verzögerte sich, doch
endlich konnte das Gabriel-Service-Center verkünden: „
Umfangreiche
Doppelblindstudie beweist die Wirkung des Gabriel-Chip
“.
Der interessierte Leser konnte diese Studie sogar herunterladen, und –
Überraschung! Als Leiter der Studie fungierte kein Dr. von Klitzing mehr,
sondern ein gewisser Dr. Medinger vom IIREC. Erstellt hatte er diese Studie
gemeinsam mit der „Ganzheitsmedizinerin”
und ärztlichen Leiterin des IIREC, Dr. Elisabeth Plank.

In
den folgenden Monaten war das IIREC so fleißig, dass es zu einer ernsthaften Konkurrenz
zum IBBU von Dr. Kempe und ihrem Bioresonanzkästchen (siehe Teil 1 dieser
Serie) heranwuchs. Ein IIREC Zertifikat besitzen inzwischen etwa der vor
Erdstrahlen schützende Airdoc Raumharmonisierer und der Airdoc Handychip, ein
Bett namens „Guten Morgen” mit positiven Auswirkungen auf Wasseradern, der
Kosmische UMH-Energetisator, die TerraPro Energieauflage, der JFR-Feldformer,
der Aulterra Neutralizer Handychip, die Zone030 Ausgleichsfolie, der Vita
Tronic Strahlenharmonisierer, die BiCoTec Wirkträger und ein Handychip namens
„Der Goldene Punkt”. Letzterer ist übrigens eine Erfindung eines alten
Bekannten von Dr. Medinger, nämlich von Herrn Gabriel selbst.

Longitudinale
Wellen und wissenschaftliche Märchen

Nichts ist so
praktisch wie eine gute Theorie.
” Das dachte sich wahrscheinlich auch
Walter Medinger, als er daran ging, die bunten Bildchen seines Messverfahrens
auch mit einem wissenschaftlich klingenden Märchen vom Wirkprinzip des
Gabriel-Chips zu untermauern. Von Medingers theoretisch-wissenschaftlicher
Expertise konnte sich der interessierte Laie bereits 2003 ein erstes Bild
machen. Im Mitteilungsblatt des Wünschelrutengängervereins namens Österreichischer
Verband für Radiästhesie und Geobiologie
fand sich Medingers Bericht über „Harmonikale
Strukturen in morphogenetischen Feldern
“. Konkreter zur Sache kam Medinger
aber im Rahmen des Johannes-Kepler-Symposiums
für Mathematik
an der Uni
Linz, wo sein Vortrag betitelt war mit „
Stören Funkwellen biologisch
relevante Information? Messergebnisse im Magnetfeld und ein physikalisches
Modell dazu
“. Das Abstract zu
diesem Vortrag erklärt:
Mit der skalaren, also sich in
internen Ladungs- und Stromdichten von Medien äußernden Elektrizität und ihren
biologischen Wirkungen muss auch bei verschwindender Feldstärke gerechnet
werden.

Diese
Formulierung könnte allerdings auch den gebildeten Laien einigermaßen verwirren.
Was nämlich „skalare Elektrizität” sein soll, ist unklar. Zwar sind einige
physikalische Größen aus dem Bereich der Elektrizität tatsächlich skalare (also
richtungslose) Größen, die Wortwahl erinnert aber auch ein wenig an die in
Esoterik- und Alternativmedizin-Kreisen sehr beliebten longitudinalen elektromagnetischen
„Skalarwellen” des Herrn Prof. Konstantin Meyl, die angeblich schon Nikola
Tesla entdeckt haben soll, die aber leider mit dem Makel der Nichtexistenz
behaftet sind.

Meyl
ist für Medinger jedenfalls kein Unbekannter, traten doch beide gemeinsam 2005
beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Energetische und
Informationsmedizin
  zum Thema „Energetisiertes
und Informiertes Wasser
” auf, wo Medinger über „Neue Messverfahren zur
Wirkung von elektromagnetischen Feldern und Wellen auf Wasser
” referierte.
Im „wissenschaftlichen Anhang” des Gabriel-Handbuchs „Mobilfunkstrahlung
stört ein Jahrmillionen altes Gleichgewicht
“, verfasst von Dr. Medinger,
findet sich auch tatsächlich ein Abschnitt über „longitudinale (Teslasche)
elektromagnetische Wellen
“.

Der Homepage des IIREC
kann man auch entnehmen, was es mit Wasser so auf sich haben soll: Wasser ist nicht nur der stoffliche
Hauptbestandteil biologischer Gewebe, sondern auch ein hervorragender Speicher
für elektromagnetisch codierte Information. Das IIREC hat ein Verfahren
entwickelt, mit dem diese Information „gelesen” werden kann.
Nun
ist der erste Satz in dieser kühnen Behauptung freilich Pseudophysik der
übelsten Sorte. Was das für den zweiten Satz bedeutet, kann sich der geneigte Leser
denken. Als Beleg für diesen Humbug beruft sich das IIREC auf den britischen Elektroingenieur Cyril Smith. Dieser
bestimmt die „Resonanzfrequenzen” des Wassers gerne mit einem Pendel, erklärt
das Arzt-Patient-Globuli-System der Homöopathie bevorzugt als „verschränktes
makroskopisches Quantensystem” und referiert über „Effekte von Skalarwellen auf
biologische Systeme”.

Russische Quacksalber und Quanten-Biocomputer

In einem Schreiben an
das österreichische Technologieministerium zitiert Medinger aber nicht nur
Cyril Smith als „führenden Experten für Elektrosensibilität”, sondern beruft
sich auch auf Resultate, die auf der Jahrestagung 2003 des Arbeitskreises
Biopsychophysik
vorgetragen wurden. Dort durften u. a. so illustre Herren
wie etwa Peter Gariaev vortragen, der
von Medinger auch im Gabriel-Handbuch zitiert wird. Gariaev will mit Hilfe
eines „Quanten-Biocomputers” herausgefunden haben, dass menschliche Gene „mittels
Schall- und Lichtwellen” miteinander kommunizieren und dabei „4-dimensionale
epigenetische Information” übertragen. Die biopsychophysikalische Jahrestagung
fand übrigens in Linz statt, und zwar „mit Unterstützung aus städtischen
Umweltschutzmitteln
“.

Medinger
beruft sich in seinen „wissenschaftlichen” Erörterungen weiters auf

den russischen Astrophysiker Nikolai Kozyrev, der nach traumatischen Jahren im
Gulag eine Theorie entwickelte, nach der Sterne deshalb leuchten, weil sie Zeit
in Energie verwandeln. Eine weitere Quelle Medingers sind die russischen
Physiker Schipow und Akimow, deren Wirken bereits in einem Artikel in der FAZ
gewürdigt wurde, betitelt mit „Russische Quacksalber heilen das Ozonloch –
In Russland blüht die Pseudowissenschaft
“.

Der aus der
Quantenphysik bekannte „Aharonov-Bohm Effekt” wird zur Unterstützung einer
krausen Idee bemüht, die in den Kreisen der „Neuen Physik” so beliebt ist, dass
Prof. Gerhard Bruhn von der TU Darmstadt dazu eigens eine Richtigstellung auf
seiner Homepage platziert hat. Als nächstes muss auch die an sich seriöse, aber
spekulative Theorie der „Mikrodynamik” von Prof. Werner Hofer von der Universität
Liverpool als Beleg für Medingers Ausführungen über die wundersame Wirkung des
Gabriel-Chips herhalten. Prof. Hofer selbst ist davon weniger begeistert, er schrieb
mir, er halte dies für „eine Irreführung”.

Die Firma Gabriel-Tech
ist inzwischen zurückgerudert. Zwar prangt das „amtlich bescheinigt” sogar mit
Rufzeichen auf ihrer Webseite, gleichzeitig distanziert sie sich aber von
esoterischen Wirkprinzipien und von Medingers „rechtsdrehenden” Wellen:
Die Gabriel-Chips neutralisieren nicht und drehen auch
nichts herum, weder Wellen noch Frequenzen. […] Vorneweg soll erwähnt werden,
dass Gabriel-Chips nicht mit “Orgon-Strahlen” oder
“Bioenergetischen Feldern” oder “Tesla-Generatoren” etc.
bestrahlt werden. Auch werden keine “kristallinen oder silikaten oder
naturidentischen Stoffe” eingeprägt.
Nach einem etwas verworrenen Versuch, die
Wirkung des Chips esoterikfrei zu erklären („Simulation einer Wechselwirkung
aus Elektrosmog-Einflüssen mit denen eines natürlichen Informationsumfeldes
“),
folgt sofort wieder ein Sprung ins Fettnäpfchen, als man sich ausgerechnet auf
Rutengänger-Guru Dr. Hartmann und die amerikanische Oberquacksalberin Hulda
Clark beruft.

Radiästhesie, Geomantie und Glimmerplättchen

Die Rutengänger-Mythen
vom „Hartmann-Gitter” und den „Benker-Kuben” bemühte auch Walter Medinger schon
in seinen Gutachten. Dazu passt eine im Web zu findende Passage, in der Medinger
seinen Zugang zur Forschung beschreibt: „Über die Neue Medizin und die Beschäftigung mit dem Werk V. Schaubergers
(der ja einige Zeit in Linz gelebt hatte) gelangte ich zu den staunenswerten
Eigenschaften des Wassers und über die Baubiologie und den „Elektrosmog” zur
Radiästhesie und Geomantie, die ich seit einem halben Jahr als Ergänzung
schulwissenschaftlicher Methoden heranziehe.

Tiefe Einblicke in die
Anfänge von Medingers experimenteller Forschung finden sich in einem
Diskussionsforum: Walter hatte eine
Störung im Magnetfeldverlauf in seiner Wohnung mit dem Magnetometer
festgestellt und sorgfältig den Feldverlauf gemessen. Durch numerische
Integration konnte er daraus das Vektorpotenzial errechnen. Schließlich hat er
das Ganze mit einem kleinen Kästchen aus Aluminiumbastelpapier und in den
Maßverhältnissen der biblischen Bundeslade, in das er Glimmerplättchen eingeklebt
hat, entstört.

Medingers
Partner Wolfgang Homann führt inzwischen die Geschäfte der BiCoTec GmbH, deren
Anti-Elektrosmog-„Wirkträger” natürlich IIREC-zertifiziert sind und Elisabeth
Plank gründete ein „
Institut für Bioelektrizität und Medizinische
Raumkohärenzforschung”, dessen Agenden auch unschwer zu erraten sind. Dieses
bildete gemeinsam mit dem IIREC die Plattform QEresearch, wobei das Q zwar nicht
für „Quacksalberei” steht, aber für „Quantenbiologie”, was in etwa dasselbe
ist.

Das
IIREC selbst hat mittlerweile nach Israel expandiert, wo die Tochterfirma die
in Graz begutachteten Entstörfolien gleich selbst vermarktet. Walter Medingers
Erhebung zum Sachverständigen für Handychips wurde zwar inzwischen rückgängig
gemacht, er selbst firmiert trotzdem neuerdings als „Biophysiker” und bietet
für schlanke 330 Euro einen Kurs in „Tiefen-Mathematik”, die etwas mit dem
„Global Scaling” von Dr. Hartmut Müller zu tun haben soll. Dr. Müller wiederum
hält als Gastreferent des IIREC Seminare zu genau dieser Thematik ab.

Aufmerksame
Leser werden sich daran erinnern, Hartmut Müller bereits in Teil 2 dieser Serie
begegnet zu sein – er ist der Erfinder der kosmischen „Lottoprognose”, der vor
ein paar Jahren die Donau-Uni Krems mit seiner Quantenteleportation beglückte
und der Menschheit „Biohandys” versprach. Auf die Biohandys wartet die
Menschheit zwar immer noch, doch eines ist gewiss: Wenn sie kommen, dann nicht
ohne goldenen Gabriel-Biochip mit IIREC-Zertifikat.

Kommentare (72)

  1. #1 Dr. E. Berndt
    15. September 2008

    Lieber Ullrich!
    Deine Expeditionen ins real exisitierende virtuelle Absurdistan sind unübertroffen!

  2. #2 Ronny
    16. September 2008

    Keine Panik wegen der 6 Seiten. Ich durchlebte beim Lesen eine sehr differenzierte Gefühlswelt. Von ungläubigen Staunen über menschliche Dummheit, die Dreistigkeit mit der hier gearbeitet wird über Lachkrämpfe für besonders gelungene Erklärungen bis hin zu Panikattacken sollten sich solche Menschen noch stärker etablieren.
    Fazit: es schmerzt ! (und ich ärgere mich immer wieder warum ich zuviel Skrupel habe um meine Mitmenschen auch mit solchen Methoden auszunehmen :)

  3. #3 cohen
    16. September 2008

    “telefoniere ich ungeschützt, so kommt es zum starken Energieabfall, zur Blockadenbildung…”
    So klingen die Scharlatane im Original.
    http://www.esowatch.com/media/Handychip.mpg
    Eine Schleichwerbesendung für diesen “Handychip” auf NTV.
    (Vorsicht 85MB groß)

  4. #4 WoDan
    16. September 2008

    Die nächste österreichische Katastrophe: in OE1 läuft diese Woche ein Radiokolleg über Alternativmedizin & so, das (leider typisch ORF) aus Selbstdarstellung, Lobhudelei der Moderatorinnen und Moderatoren sowie Schulmedizinbashing besteht.
    Zum Verzweifeln.

  5. #5 Ronny
    16. September 2008

    Das ganze läuft um 22.15. Da dürften nicht viele zuhören :)
    Wenn ich mir aber im Vegleich die ‘Mitdiskutiererdichte’ hier in diesem Blog ansehe, hmmmm.
    Werde mal versuchen reinzuhören, damit ich dann eine passende Leser e-mail schreiben kann :)

  6. #6 ML
    16. September 2008

    Das Radiokolleg läuft ab 9:05 Uhr, nachts sind nur die Wiederholungen – das hören also sehr wohl viele Leute. Ich in dem Fall leider auch. Hier wird den sogenannten Alternativmedizinern eine herzhaft unkritische Plattform geboten. Mahnende Stimmen gibt es selten bis gar nicht. Traurig für Ö1.

  7. #7 Ronny
    16. September 2008

    Hoppla hab ich übersehen, danke für den Hinweis. Ich finds nur lustig, dass das Ganze unter ‘Frust über die Schulmedizin’ aufgehängt ist. Statt zu diskutieren was man hier besser machen könnte wird auf Alternativ ‘gedrängt’. Was die meisten aber immer dabei übersehen ist die Tatsache, dass ich Schulmedizin quasi gratis bekomme (vom Einkommen wirds so oder so abgezogen) ich aber bei Wunderheilern ziemlich abgezockt werde. Der Leidensdruck muss da schon sehr gewaltig sein.

    Leider fehlt mir für eine Zuhörermail das Talent geschickt zu formulieren :(

  8. #8 Wolfgang
    16. September 2008

    Ist schon köstlich wie irgendwie Gestörte ständig ihre Umgebung entstören.

  9. #9 emp
    16. September 2008

    Ö1 hat im Rahmen der Kinderuni schon einen TCM-Beitrag gebracht (http://oe1.orf.at/highlights/117670.html) und am Sonntag ist Homöopathie dran. Die Antwort auf mein Protest-Mail war sinngemäß, sie würden eben gesellschaftlich relevante Themen bringen. Leider kann man zu diesen Beiträgen nicht posten…

  10. #10 Wolfgang
    16. September 2008

    Eine zusätzliche Schweinerei kommt da aber noch dazu:
    Zitat von http://www.iirec.at/institut/akademie/kursbeschreibungen.php#GS1:
    Diplomarbeit Elektrobiologe IIREC
    Die betreute Diplomarbeit schließt mit einer Fachprüfung und der Zertifizierung zum Elektrobiologen IIREC ab……

    Da werden also junge Leute angelockt, die glauben eine interessante Ausbildung zu machen, dabei ist das ja kein anerkanntes Diplom und die Zertifizierung selbsternannt.

  11. #11 florian
    16. September 2008

    Passend dazu habe ich auch gerade was geschrieben. In Oberösterreich gibts offizielle Fortbildungskurse für Physiklehrer: Thema ist “Wasserbelebung”; Vortragender ist der “Forschungsleiter” der Firma Grander…

  12. #12 Ronny
    16. September 2008

    So, mein erstes Höhrer e-mail an der ORF. Mal sehen was für ein Geschwurbel zurückkommt.

  13. #13 andi
    1. Februar 2009

    Was der Bauer nicht kennt…
    Nur weil man es nicht erklären oder “wissenschaftlich” nachweisen kann, muss es nicht gleich lächerlich gemacht werden. Das ist nicht souverän!
    Und was Volkswirte (bin selbst einer) in anderen Wissenschaften zu suchen haben, ist mir auch schleierhaft.

    Schuster bleib bei deinem Leisten!

  14. #14 Beetz Wolfgang
    1. Februar 2009

    In der Tat, das ist eine amüsante Lektüre. Die Beschreibungen von vielen Herstellern solcher Produkte (es sind weit über 40) sind oft mehr als abenteuerlich.

    Inzwischen gibt es aber eine wissenschftlich nicht angreifbare Messmethoden (EEG), die nachweist, dass das menschliche Gehirn einem enormen Stress während des Telefonierens mit einem Handy ausgesetzt ist. Außerdem kann man mit dem gleichen Verfahren nachweisen, dass ein bestimmter Aufkleber diesen Stress sehr minimiert.

    Die Messung wird demnächst von zwei Universitäten in Deutschland wiederholt.

    Hier die Originalstudie in spanisch:

    http://www.aguavitalymas.com/Descargas/Informe-Uni.Alcala-Uso%20Peg.%20CHI%20e-Harmonizer.pdf

    Auf die Kommentare dazu bin ich gespannt

  15. #15 Dr. E. Berndt
    1. Februar 2009

    Diese Überschrift genügt, um feststellen zu können, dass es sich um ESO-Schmarren handelt
    Informe realizado por la Fundación de Bioelectromagne-
    tismo y Ciencias de la Salud (FEBCCS) sobre el neutraliza-
    dor electromagnético CHI-E-HARMONIZER.

    Ich kann nicht Spanisch, aber wenn wo CHI- draufsteht und noch Prellsilben wie bio , magnetismo etc. dann handelt es sich vornehm ausgedrückt um Voodoo-Science oder deutlich vulgär um Scha……

  16. #16 Dr. E. Berndt
    2. Februar 2009

    Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich erfüllt.
    Ein Grander-Epigone steckt hinter der Chi-E-Harmonizer.
    Der Wasser-Voodoo-Forscher heißt Ulrich Holst.

    http://www.ulrich-holst.de/86511/home.html

    Er hat auch eine Aqua Vital Folie. Die ist noch einfacher als ein Grandergerät. Wird um die Wasserleitung gewickelt und mit Kabelbindern besfestigt.

    Selbstverständlich gint es Institute die gegen Geld das testen. Das Wissenshaftliche an diesen Test ist aber nur das Papier und die Tinte.

  17. #17 Ulrich
    2. Februar 2009

    @ Wolfgang Beetz:

    Da brauch ich gar kein Spanisch zu können. Dr. Berndt hat Recht: Wenn ein privates Institut mit “Bioelektromagnetismus” im Namen eine “Studie” rausbringt, dann freut sich das Altpapier.

    Die Messung wird demnächst von zwei Universitäten in Deutschland wiederholt.

    Na klar doch, und vom Papst auch.

  18. #18 Felix Bachmaier
    1. März 2009

    Hier in Landshut/Niederbayern gibt es neuerdings eine sog. EMV-b.net Akademie,die offensichtlich eine Fortsetzung des IIREC – Zaubers ist. Medinger ist dabei, Elisabeth Plank und andere. Das ganze ist grafisch sehr professionell aufgemacht und wir im Rahmen der Umweltmesse Landshut 2009 im März beworben. Ist im Internet unter Umweltmesse Landshut zu finden.
    Felix

  19. #19 Felix Bachmaier
    11. März 2009

    Auf der Webseite der Passauer Neuen Presse ist ein nicht so ohne weiteres als Werbung erkenntlicher Beitrag über (von) EMV-b.net über Elektrosmog. Leider bin ich kein Abonnent dieser Zeitung….
    Felix

  20. #20 Heinrich
    28. April 2009

    Ich würde sagen: Wer nur spekulieren kann und keine technischen Möglichkeiten hat, seine eigenen Annahmen zu unterlegen, der sollte es lieber lassen, großhals Kritik zu üben. Ich kenne die beteiligten Personen nicht, arbeite aber an einer großen “seriösen” deutschen Universität. Wir haben den Chip getestet. Das Ergebnis: die mit dem Chip geschützen Körper haben allesamt reagiert, undzwar positiv. Es gibt nur eine Ausnahme: Der alte Chip funktioniert nur von Zeit zu Zeit, was den Test schwierig gestaltet hat, während der neue Chip bei allen Test über die volle Laufzeit immer zur Reaktion geführt hat. Ich habe mir selber so einen Chip zugelegt und spüre keine Veränderung, ich habe den Test aber am eigenen Körper erfahren und weiß nun, welche Kräfte auf selbigen wirken, wenn man sich nicht schützt. Deshalb würde ich sagen, die paar Kröten haben sich gelohnt.
    Wer es selber testen möchte: man kaufe sich Popcorn zum selber machen. Man lege das Korn zwischen zwei Handies und lasse beide Telefone eine Verbindung aufbauen. Dann wartet man ca. 10-20 Minuten und es macht Plopp…nun versuche man es nochmals, aber mit Chip. Und dann kann man sich überlegen, ob der Blödsinn hier oben wirklich stimmt und fundiert ist….

  21. #21 Ulrich Berger
    28. April 2009

    @ Heinrich:

    Man kann aber auch diesen Bericht lesen
    http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,558964,00.html
    und dann kann man sich überlegen, ob der Blödsinn in Ihrem Kommentar wirklich stimmt und fundiert ist….

  22. #22 Henning
    4. Mai 2009

    @ Heinrich:

    Welche große, “seriöse” Universität ist es denn NICHT Wert, hier genannt zu werden? – Aber das “seriös” steht ja schon in den Gänsefüßchen, die mich zur Interpretation UNSERIÖS führen… wie sollte auch sonst ein “wissenschaftliches Testergebnis” anstatt mit haten Zahlen lieber mit Bezeugungen wie: “Ich habe den Test aber am eigenen Körper erfahren” untermauert werden…

    “Heinrich! Mir graut vor Dir!”

  23. #23 Wolfgang Beetz
    17. Mai 2009

    Glauben heißt nicht wissen. Alle Materialien dieser Welt sind diamagnetisch, das wusste man schon im 19. Jahrhundert.

    In einem Hohlraumresonator kann man alle Materialien dazu bringen, dass sie die bereits ausführlich beschriebenen Eigenschaften aufweisen. Wer von Quantenphysik, Larmourfrequenzen und Spinflips mal was gehört und auch verstanden hat, kann sich ja mal unter WIKIPEDIA http://de.wikipedia.org/wiki/Hohlraumresonator die Geschichte anschauen.

    Unqualifizierte Kritik üben und im Grunde keine Ahnung haben, na ja, ich enthalte mich eines Kommentars.
    >>>>>
    >>>>
    Die Messung wird demnächst von zwei Universitäten in Deutschland wiederholt.
    >>>>

    Na klar doch, und vom Papst auch.
    >>>>
    Das meine ich damit!!

  24. #24 Ulrich
    18. Mai 2009

    Manche Kommentare hier lesen sich tatsächlich so, als wären sie in einem Hohlraumresonator generiert worden…

  25. #25 Tom
    19. Mai 2009

    Eigentlich liest das hier so wie in verschiedenen Hifi -Foren.

    Es finden sich immer wieder Nörgler, die ein Produkt abwerten, obwohl sie es nie in Händen hatten geschweige denn ausprobiert haben. Aber so ist das nun mal. Auch Universitätsausbildungen haben ihre Grenzen bzw. einen Tellerrand.

    Jedenfalls stehe ich – trotz Allwissen aus dem Studium – auf dem Standpunkt, dass ich zuerst etwas ausprobiere, bevor ich mich positiv oder negativ darüber äußere. Wenn es mir dann wirklich so wichtig ist, wohne ich dem Test auch gerne bei.

    Ich verstehe den Gabriel Chip jedenfalls so, dass man bei einer Aluminiumlegierung die Molekularstruktur verändert hat. Da ein Metall nun mal elektromagnetische Wellen zurückwirft, ändert sich durch die Veränderung des Materials auch die Welle, die zurückgeworfen wird. Bei Aluminium geschieht dies im hochfrequenten Bereich. Ob dies nun den gewünschten Effekt bei Handystrahlung hat, sei mal dahin gestellt.

    Fakt ist aber, dass es elektrosensible Menschen gibt, die in der Nähe eines Sendemastes umfallen, während andere nichts davon merken. Es geht also im Körper etwas vor, was für Manche verträglich ist und für Manche eben nicht. Die Folgen bzw. daraus resultierende Krankheiten sind bisher nur in Ansätzen bekannt. Die Schweiz und Frankreich scheinen hierbei weiter zu sein als die Deutschen.

    Dies hier in Frage zu stellen, halte ich deshalb für fragwürdig.

    Ich habe übrigens mal auf verschiedenen Webseiten recherchiert. Demnach ist Herr Dr. Medinger mit der Bicotek GmbH NICHT der Owner dieser Erfindung, sondern die Firma Gabriel Tech in Frankfurt. Ob er damit eine Art Trittbrettfahrer ist, weiß ich nicht. Aber es würde zumindest erklären, warum einem Erklärungen und Beweisführungen im Halse stecken bleiben.
    Die Gabriel Tech hat jedenfalls – lt. meiner Webrecherche – definitiv nichts mit dieser Bicotek GmbH von Herrn Medinger zu tun.

    Wünschenswert wäre jedenfalls vor Schreiben des Artikels gewesen, wenn sich Kollege Berger vor Ort in der Höhle des Löwen von der Unwirksamkeit und von dem Blödsinn überzeugt hätte. DAS würde so einen Bericht, wie er ihn geschrieben hat, auch entsprechende Glaubwürdigkeit verleihen. So bleibt es trotz seines Knwo-Hows höchstens eine Diffamierung. Bitte etwas mehr Objektivität Herr Berger.

  26. #26 Tom
    19. Mai 2009

    Übrigens wäre für die Recherche auch diese Webseite interessant:

    http://www.cirquartus.com/index.html

  27. #27 Ulrich
    20. Mai 2009

    @ Tom:

    Ich empfehle Ihnen, naturwissenschaftliche Bildung “auszuprobieren”. Die wirkt echt toll.

    Die rechtlichen Streitereien der diversen Strahlenschützer sind amüsant, aber hier nicht wirklich relevant.

  28. #28 Tom
    20. Mai 2009

    @Ulrich
    Danke für die Blumen.

    So eine Antwort habe ich – leider – schon erwartet.

    Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich mit der Fa. Gabriel Tech in Verbindung zu setzen und sich vor Ort zu informieren. Meines Wissens hat die Produzentin des WISO Beitrages in 2006 schon eine Einladung abgelehnt, weil sie eine vorgefertigte Meinung hatte. Das ist mehr als bedauerlich und auch schädlich.

    Einen Termin bei der Gabriel Tech habe ich ihnen jedenfalls voraus.

    Die rechtliche Streiterei, wie sie es nennen, haben sehr wohl eine Relevanz, nämlich die der Seriösität. Ich mag Ihnen zustimmen, dass die Machenschaften einer Bicotek fragwürdig sind. Dabei stellt sich für mich auch die Frage, ob die als Referenz genannten Ärzte auf den Webseiten der Bicotek sich nicht in einer Grauzone bewegen, die man auch als Werbung für Produkte auslegen könnte. Aber immerhin kommt da ja eine größere Anzahl von überzeugten Medizinern zusammen. Hoffentlich wissen diese Leute von ihrem Glück.

    Jedenfalls kann ich Ihnen nur an Ihr Herz legen, dass Sie, wenn Sie sich schon für eine Meinungsäußerung in diesem Sektor berufen fühlen, vor Ort bei der Gabriel Tech in die Materie eintauchen und erst dann über Ihre Ergebnisse berichten.

    Dabei gehe ich davon aus, dass Ihre naturwissenschaftliche Bildung im Nachgang bestimmt für ein objektives Statement ausreichen wird, wobei ich mir die Bildung zwischenzeitlich schon mal aneignen werde, um das von Ihnen geschriebene auch zu verstehen.

  29. #29 Ulrich
    20. Mai 2009

    @ Tom:

    Sie scheinen das nicht ganz zu verstehen. Das hier ist ein ScienceBlog, das heißt ich schreibe unter der Prämisse, dass man Fragen über die Gegenstände der Natur soweit möglich mit naturwissenschaftlichen Methoden bearbeitet. “Persönliches Ausprobieren” ist keine wissenschaftliche Methode. Oder würden Sie Uriellas Badewasser trinken um dessen Wirksamkeit gegen Masern auszuprobieren?

    Dabei wäre die Behauptung “Uriellas Badewasser wirkt gegen Masern” wenigstens falsifizierbar, also einer wissenschaftlichen Überprüfung zugänglich. Der Gabriel-Chip ist das nicht, da er konkret nur eine “Entstörung” behauptet, die aber nicht näher definiert wird. Ebenso gut könnte man behaupten, der Gabriel-Chip bewirke eine “Drülisierung”. Diese Behauptung ist weder wahr noch falsch, sie ist schlicht sinnlos und daher nicht prüfbar.

    Beim Gabriel-Chip ist der Kern also eine nicht überprüfbare Behauptung und das gesamte Beiwerk besteht aus pseudowissenschaftlichem Geschwurbel zum Zwecke des Marketings. Dieses Produkt hat daher aus wissenschaftlicher Sicht keine ernsthafte Diskussion verdient, sondern Spott und Hohn.

  30. #30 Wolf
    20. Juli 2009

    “Persönliches Ausprobieren” ist keine wissenschaftliche Methode. Oder würden Sie Uriellas Badewasser trinken um dessen Wirksamkeit gegen Masern auszuprobieren?

    In der Physik gilt nichts ohne das funktionierende Experiment, als steht das persönliche Ausprobieren im Vordergrund !!!

    Schauen sie sich doch mal die einfallsreichen aber doch realtiv einfachen Experimente von Physikern der Neuzeit und Zeitgeschichte an.

    Heute ist Physik fast nur noch Mathematik, aber ohne experimentellen Nachweis geht gar nichts!!

    Soweit zur Naturwissenschft .

  31. #31 Ulrich
    21. Juli 2009

    @ Wolf:

    Ein kontrolliertes Experiment besteht nicht darin, dass man eben mal was “ausprobiert”. Das ist ein Unterschied wie zwischen Kaufladen und Kuhfladen. Ansonsten haben Sie schon Recht.

  32. #32 H.M.Voynich
    23. Juli 2009

    @Wolf:
    Zudem erfordert im medinischen Bereich – im Gegensatz zur Physik – jedes Experiment mindestens eine Doppelverblindung, um einerseits einen Placebo- und andererseits einen Pygmalioneffekt auszuschließen. Im Selbstversuch geht da gar nix …

  33. #33 M. Kuhlmann
    23. Juni 2010

    Übrigens ein interessanter Aspekt, der die Ausführungen von Herrn Berger wiederlegt. Die Auswirkungen auf elektrische und elektromagnetische Felder sind zwischenzeitlich mit einer Messmethode durch Gabriel – Tech messbar. Zudem wurde die Messmethode vom TÜV in Deutschland zertifiziert. Mit “Alternativwissenschaft” hat das nur noch wenig zu tun.

    Natürlich wird Herr Berger als gelernter “Ja, aber” Typ jetzt negative Hinweise auf Messmethoden und ISO Regularien finden oder die finanzielle Gier des Prüfinstitutes anführen, um doch Recht zu behalten.

    Mit dieser Anmerkung bzw. Richtigstellung möchte ich mich aber auch schon wieder aus diesem dubiosem “Science” blog zurückziehen. Bleibt nur zur hoffen, dass der Verfasser des Artikels das irgendwann mal ausbügelt, in welcher Form auch immer das geschieht. Ich kann nur empfehlen, diesen Artikel zu löschen, um nicht in Zukunft in rechtliche Konsequenzen zu laufen. Es wurde aus Unwissenheit über Hintergründe schon genug Schaden angerichtet.

  34. #34 Ulrich Berger
    23. Juni 2010

    @ M. Kuhlmann:

    Danke für den juristischen Tipp! Ich habe auch einen Tipp für Sie: Lernen Sie sinnverstehendes Lesen, ist gar nicht so schwer. Dann werden Sie verstehen, dass der TÜV mit diesem Zertifikat http://www.de.gabriel-technologie.com/lang/content/downloads/TUEV_DE_1210038247TMS.pdf der Gabriel-Tech lediglich bescheinigt hat, dass sie ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt hat und nichts weiter. Für wie böd halten Sie die Leser hier eigentlich?

    Auf Wiedersehen!

  35. #35 Chris
    19. März 2011

    Hallo,
    solche Messmethoden werden ja ganz gerne genommen, ein Absorbersteinhersteller (Hifivoodoosegment) legt die Platten gleich auf die Sendeantenne drauf. So macht man sich seine unterschiedlichen Messwerte gleich selbst.

    @Tom

    Es finden sich immer wieder Nörgler, die ein Produkt abwerten, obwohl sie es nie in Händen hatten geschweige denn ausprobiert haben. Aber so ist das nun mal. Auch Universitätsausbildungen haben ihre Grenzen bzw. einen Tellerrand.

    Da wird Esoterikschrott oder wirkungsloses Zubehör (Kabel, Stecker u.ä.) als Klangverbesserung verkauft obwohl die Lautsprecher der meisten Menschen deutlich verfärben, heftig klirren, suboptimal aufgestellt sind und sich Raumakustiktuning auf den obligatorischen Teppich zwischen den Lautsprechern und die Abwesenheit eines Glasracks* beschränkt.
    Mittlerweile sind Teile der Branche sich nicht zu lächerlich Klangunterschiede bei Netzwerkkabeln, RAM Bausteinen oder Festplatten zu hören und wenn nix mehr hilft bleibt letztendlich ja noch das Jittergespenst.
    Der wunderbare Voodoozirkus wird noch der Tod für dieses eigentlich wunderschöne Technik- und Kunsthobby sein.

    *Glas klingt angeblich spitz, eine der uralten unausrottbaren Hifimyten.

  36. #36 Basilius
    21. März 2011

    @M. Kuhlmann
    Herr Berger hat es schon sehr richtig angemerkt, aber ich möchte das noch etwas weiter ausführen. Mit der TÜV-Zertifizierung kann nur versuchen zu argumentieren, wer:
    a) absolut keine Ahnung hat, was der TÜV hier wirklich zertifiziert, oder
    b) es absichtlich verschweigen will, um ein Scheinargument zu benutzen

    Was dürfen wir uns hier aussuchen?

  37. #37 Muddi & theBlowfish
    22. März 2011

    Fakt ist aber, dass es elektrosensible Menschen gibt, die in der Nähe eines Sendemastes umfallen, während andere nichts davon merken.

    Fakt ist, das die Medizin für diese Krankheit seit anno einen Namen hat: Hysterie
    Fakt ist das auch schon mal eine Kuh in der Nähe eines Sendemastes umgefallen ist, Fakt ist auch, dass das aber nichts mit dem Sendemast zu tun hatte…

  38. #38 Muddi & theBlowfish
    22. März 2011

    Fakt ist aber, dass es elektrosensible Menschen gibt, die in der Nähe eines Sendemastes umfallen, während andere nichts davon merken.

    Fakt ist, das die Medizin für diese Krankheit seit anno einen Namen hat: Hysterie
    Fakt ist das auch schon mal eine Kuh in der Nähe eines Sendemastes umgefallen ist, Fakt ist auch, dass das aber nichts mit dem Sendemast zu tun hatte…

  39. #39 Basilius
    22. März 2011

    @Tom

    Fakt ist aber, dass es elektrosensible Menschen gibt

    Wer sagt das? Wo kann ich das (gut belegt) nachlesen?
    Fakt ist sicherlich, daß es Menschen gibt, welche der festen Überzeugung sind, daß sie elektrosensibel wären. Nach meinem Wissensstand ist es bisher noch keinem dieser Menschen gelungen dies auch nachzuweisen. Der Nachweis ist ja auch ganz einfach. Man braucht diese Menschen nur unter einen Sendemast zu stellen und muss nach dem Umfallen kucken, ob dieser überhaupt eingeschaltet war. Um den Weg abzukürzen: Den Test hat man schon mehrmals gemacht und es hat bislang noch keiner bestanden. Also darf man getrost davon ausgehen, daß es nicht die vermutete elektrosensibilität ist, sondern was ganz anderes.
    Ich würde hier ja auf die Vermutung von muddi tippen, auch wenn man das etwas höflicher verpacken kann.
    ^_^

  40. #40 Muddi & theBlowfish
    23. März 2011

    Wie soll das Kind denn sonst heissen: Morbus Bahlsen, supranasale Oligosynapsie?Morbus Carrara?

  41. #41 Muddi & theBlowfish
    23. März 2011

    Wie soll das Kind denn sonst heissen: Morbus Bahlsen, supranasale Oligosynapsie?Morbus Carrara?

  42. #42 oli
    12. April 2011

    Dumm nur, das das “kontrollierbare Experiment” nach dem wissenschafter, praktiker wie auch skeptiker lechzen seinen ursprung doch oft in einer idee, ja im zufall hat.Man denke an etliche Medikamente…
    Auch dumm: Die Nachvollziehbarkeit entscheidet über Wissenschaft oder Schwachsinn. Weiterhin Dumm: Skeptiker erhalten Glaubwürdigkeit und Anerkennung leider zu oft durch markige Tiraden, die mit objektiver Wissenschaftlichkeit auch nicht mehr viel zu tun haben und eher einer faktenorientierten Kriegsführung zu ähneln beginnen.
    Mein wissenschaftlicher Verstand läutet demnach auch die gefühlsglocke bei Herrn Berger, da er den anderen ja gar nicht ausstehen kann. Verstândlich zwar, da man damit unfair Geld verdient, aber doch ist Herrn Bergers Gefühlsleben gänzlich uninteressant für meine Neugierde über seine “Beweisführung”.

    Ein seriöser Wissenschafter (nicht ein Skeptiker!) soll also über Schwachsinn schmunzeln können, neugierig und objektiv, seriös und anständig bleiben. Dabei unentwegt seiner Idee treu bleiben bis zum Tode. Wenn es dann noch niemand glaubt, wars nicht schlimm. Falls doch, sollte der Wissenschafter nach dem Tod (ja kann er das…?) sich drüber freuen, dass die Menschheit wieder ein Schritt weiter ist mit seiner Hilfe.

  43. #43 Basilius
    12. April 2011

    @oli

    Dumm nur, das das “kontrollierbare Experiment” nach dem wissenschafter, praktiker wie auch skeptiker lechzen seinen ursprung doch oft in einer idee, ja im zufall hat.Man denke an etliche Medikamente…

    Verstehe ich nicht. Könnten Sie mir das an einem Beispiel näherbringen?

    Auch dumm: Die Nachvollziehbarkeit entscheidet über Wissenschaft oder Schwachsinn.

    Was ist daran dumm? Haben Sie einen besseren Vorschlag?

    Weiterhin Dumm: Skeptiker erhalten Glaubwürdigkeit und Anerkennung leider zu oft durch markige Tiraden, die mit objektiver Wissenschaftlichkeit auch nicht mehr viel zu tun haben und eher einer faktenorientierten Kriegsführung zu ähneln beginnen.

    Zum Beispiel? Und vom wem erhalten Sie dafür Anerkennung?

    Mein wissenschaftlicher Verstand läutet demnach auch die gefühlsglocke bei Herrn Berger, da er den anderen ja gar nicht ausstehen kann. Verstândlich zwar, da man damit unfair Geld verdient, aber doch ist Herrn Bergers Gefühlsleben gänzlich uninteressant für meine Neugierde über seine “Beweisführung”.

    Man kann seine emotionale Disposition durchaus auch von einer neutralen Faktenbewertung trennen und beides in einem Artikel nebeneinander stehen haben. Glauben Sie nicht?

    Ein seriöser Wissenschafter (nicht ein Skeptiker!) soll also über Schwachsinn schmunzeln können, neugierig und objektiv, seriös und anständig bleiben. Dabei unentwegt seiner Idee treu bleiben bis zum Tode. Wenn es dann noch niemand glaubt, wars nicht schlimm. Falls doch, sollte der Wissenschafter nach dem Tod (ja kann er das…?) sich drüber freuen, dass die Menschheit wieder ein Schritt weiter ist mit seiner Hilfe.

    Den Absatz habe ich irgendwie überhaupt nicht verstanden. Was wollten Sie damit aussagen?

  44. #44 Oli
    12. April 2011

    @basilius

    Warum fragen Sie mich?

  45. #45 Basilius
    13. April 2011

    @oli
    Sie haben in Ihrem Kommentar vom 12.04.11 · 15:48 Uhr ja so einiges geschrieben. Also scheinen Sie zu dem Thema eine Meinung zu haben. Allerdings ist mir der Großteil Ihres Kommentars nicht verständlich und bedürfte der näheren Erläuterung. Danach habe ich mit meinen Fragen gebeten, da ich verstehen will, was Sie sagen möchten.

  46. #46 oli
    13. April 2011

    @basilius; es tut mir leid dass ich ihrem Wunsch nicht nachkommen werde, ich fühle mich nicht dafür Verantwortlich dass sie meine Meinung akzeptieren noch gänzlich verstehen. Das habe ich getan weil ich meine Meinung einfach nur kundtun wollte.
    Ihre Absichten sind löblich, recherchieren sie doch etwas und sinnieren sie. Legen Sie ansonsten den Kommentar einfach beiseite. Ich beanspruche nicht, dass meine Meinung online und anonym zu debattieren sei.

  47. #47 Bullet
    13. April 2011

    Das coolste ist ja immer, daß alle möglichen Leute eine Meinung darüber haben, was Wissenschaftler zu tun haben und wie sie es zu tun haben. Ähnlich wie es pünktlich zu Fußball-Länderspielen unter Beteiligung der deutschen Nationalmannschaft plötzlich Millionen Bundestrainer gibt.

  48. #48 Basilius
    13. April 2011

    @Bullet
    Nur daß die HobbyBundesTrainer allermeistens ein großes Interesse daran zeigen, über Ihre soviel besseren Ansichten zu diskutieren. Zumindest wollen diese, daß man Ihre Ansichten zumindest versteht. Aber es muss sich ja auch nicht jeder zum BundesTrainer berufen fühlen..

  49. #49 togibu
    13. April 2011

    @oli
    Welchen Sinn sollte es machen, eine Meinung hier zu kommunizieren, wenn es Dir dann egal ist, ob jemand diese Meinung überhaupt versteht? Ich jedenfalls habe sie auch nicht verstanden.
    Da empfehle ich doch die einfache Methode: Meinung auf einen Zettel schreiben und dann wegwerfen. Dann sparst Du Dir auch die Mühe, hier nachzuschauen (und ggf. zu posten), ob sie auch wirklich niemand verstanden hat.

  50. #50 Ulrich Berger
    13. April 2011

    @ oli:

    Mein wissenschaftlicher Verstand läutet demnach auch die gefühlsglocke bei Herrn Berger, da er den anderen ja gar nicht ausstehen kann.

    Auch ich verstehe nicht, was Sie damit sagen wollen. Aber im Gegensatz zu Basilius will ich es auch gar nicht wissen :-)

  51. #51 Oli
    13. April 2011

    Nun, vielleicht ist es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, dass sie hier einem intuitiven Trugschluss auf den Leim gehen. Mindestens einer hat die Meinung begriffen, das wäre ich selbst. Dann kommen da um die 6.5 Mrd. Unbekannte. Danach noch vieleicht 100, 1000 …? Leser dieses Blogs. Sie müssten ja nun Annahmen treffen. Die Wahrscheinlichkeit ist also immer noch zu meinen Gunsten und wäre es auch wenn der ganze Blog es nicht begreifen würde. Ob es sich lohnt da zu schreiben, das darf ich ja immer noch selber entscheiden :-) Guten Tag und danke für Ihre Feedbacks.

  52. #52 Basilius
    13. April 2011

    @oli
    Das ist tatsächlich ein Fehlschluss. Bislang haben wir also von den vielen Unbekannten im ganzen fünf Rückmeldungen. Vier sagen aus, daß Sie den Kommentar nicht verstanden haben und die eine Rückmeldung des Verursachers würde ich aus eben diesem Grund in dieser Statistik eigentlich gar nicht zählen wollen. Aber egal. Auch so steht es bei min. 80 (-100?) % Unverständnis, was den inhaltlichen Gehalt des Kommentars anbelangt.
    Da gibt es bislang also nicht viel zu Ihren Gunsten. Aber wenigstens die Entscheidung bleibt selbstredend bei Ihnen.
    ^_^

  53. #53 Christian A.
    13. April 2011

    Mindestens einer hat die Meinung begriffen, das wäre ich selbst.

    Das lustige ist, dass jede andere Personen außer Ihnen selbst nicht genügend Hintergrundinformationen hat, um ihre Meinung zu begreifen.
    Ansonsten schließe ich mich den Unverständigen in voller Länge an.

  54. #54 Grüzi
    13. April 2011

    Oh, ne Umfrage. 😉
    Mir ist das Geschwurbel ebenfalls völlig unklar geblieben.

  55. #55 Grüzi
    13. April 2011

    Oh, ne Umfrage. 😉
    Mir ist das Geschwurbel ebenfalls völlig unklar geblieben.

  56. #56 Dr. E. Berndt
    13. April 2011

    Der neueste Hit aus den transrealen Ideenwerkstätten:

    http://derstandard.at/1301874043540/Sprit-sparen-Grander-Wasser-fuer-den-Motor

    Treibstoffsparstifte:
    http://www.n-g.at/ht/Shop/pi1/index.html

  57. #57 togibu
    14. April 2011

    @Oli
    Also jedenfalls aus Deinen Äußerungen kann ich nur darauf schließen, dass Du Deine Meinung am allerwenigsten verstanden hast.

    Vielleicht mag sich ja mal jemand melden, der was verstanden hat?

  58. #58 Basilius
    14. April 2011

    Olis Kommentar nicht verstanden: 6
    Olis Kommentar verstanden: 1 (laut eigener Aussage)

  59. #59 Wolfgang
    14. April 2011

    Mindestens einer hat die Meinung begriffen, das wäre ich selbst.

    Das ist ja auch ganz typisch beim Wahn. Das versteht immer nur einer. Und dann gibts Professionisten, die bemühen sich, dass sie das auch verstehen- klappt aber nicht immer.

  60. #60 Basilius
    14. April 2011

    @Wolfgang
    Darf ich jetzt schreiben:
    Olis Kommentar nicht verstanden: 7
    Olis Kommentar verstanden: 1 (laut eigener Aussage)
    ?
    ^_^

  61. #61 Bullet
    14. April 2011

    Ich hoffe, ich wurde nicht bei den “Nichtverstehern” mitgezählt. Denn ich hab das gelesen, was der gute Oli da verzapft hat – und ich verstehe seine Sätze. Ich verstehe nur nicht, wie man das Geschriebene ernst meinen kann und sich trotzdem noch im Spiegel ansehen, ohne Würgreiz zu bekommen. Als Beispiel:

    Auch dumm: Die Nachvollziehbarkeit entscheidet über Wissenschaft oder Schwachsinn.

    Der Satz ist völlig korrekt. Etwas nicht nachvollziehbares (sprich: keinem erkennbaren Wirkmechanismus zuordenbar) kann nicht wissenschaftlich untersucht werden, da wissenschaftliche Untersuchung eben die Nachvollziehbarkeit eines Vorganges voraussetzt. wer das nicht versteht, dem sei das Black-Box-Modell warm ans Herz gelegt.

  62. #62 Basilius
    14. April 2011

    Olis Kommentar nicht verstanden: 6 (einer unbestätigt)
    Olis Kommentar verstanden: 2

  63. #63 Christian A.
    14. April 2011

    *BulletumdenHalsfall* Meine Rettung!! …
    Moment … Ähm, ich hoffe für dich du bist ne Frau!

    Anyway, wo war ich? Ach ja. “Auch dumm: Die Nachvollziehbarkeit entscheidet über Wissenschaft oder Schwachsinn.”
    1. Wieso “auch dumm”?
    2. Entscheidet die Nachvollziehbarkeit über die Wissenschaft im Allgemeinen, oder experimentelle Ergebnisse, oder Hypothesen, oder was?
    Ich versteh Oli wohl soweit, dass er hier versucht irgendwie sowas wie Unbehagen aufgrund Wissenschaft oder einer von ihm als arrogant empfundenen Haltung von Wissenschaftlern loszuwerden oder sowas in der Art. Ich bin da aber nicht sicher, sondern schließe das nur aufgrund Indizien (Rechtschreibung, Schlüsselwörter).

    Darüberhinaus enthält der Meinungskommentar von Oli auch das (von mir als solches empfundene) Hauptmerkmal von Eso-Sprech, nämlich die Unmöglichkeit irgendwo an dem Geschreibsel konkret anzuknüpfen, weil der ganze Text nur eine Wolke von vagen Andeutungen ist: “Mein wissenschaftlicher Verstand läutet demnach auch die gefühlsglocke bei Herrn Berger, da er den anderen ja gar nicht ausstehen kann.” Häh?Wenn ich jetzt beigehen und den Schmonzes verstehen wollte, dann ginge es mir sehr bald wie diesem Herrn hier

    Von daher glaube ich dir erst, wenn du eine Satz-für-Satz-Erklärung vorlegen kannst, dass du das verstanden hast ^^

  64. #64 Basilius
    14. April 2011

    Das Lustigste daran ist ja, daß sich der Verursacher der ganzen Sache seitdem tatsächlich nie wieder gemeldet hat. Insofern können wir ja jetzt seinen Kommentar frei interpretieren.
    Aber ich muss Christian A. schon auch zustimmen. Natürlich habe ich ein wenig übertrieben, als ich geschrieben habe, daß ich überhaupt nichts aus seinem letzten Absatz verstanden hätte. Ich kann natürlich schon versuchen (und hab’ ich auch) das, was da so steht zu deuten, auch wenn es sehr wirr und kryptisch geschrieben ist. Ein paar Sachen kann man da schon trotzdem herauslesen. Aber trotzdem bin ich der Ansicht, daß man Kommentatoren schon dazu ermuntern darf, wenigstens zu versuchen, sich so auszudrücken, daß man es seinen Mitmenschen nicht über Gebühr erschwert, sie selber zu verstehen. Es könnte ja schließlich auch sein, daß ich mit meinen Interpretationen seines Geschreibsels ihm völlig unrecht täte, weil ich daneben liegen könnte. Jedenfalls will ich hier vorsichtiger sein als Bullet.
    Ach Oli, wenn Du doch noch etwas (weniger diffuses) schreiben würdest…

  65. #65 Christian A.
    15. April 2011

    Ich vermute mal, Oli sitzt wild kichernd vor seinem Rechner … :)

  66. #66 Max
    7. Mai 2012

    frau dr. plank wieder aufgetaucht – mit tatkräftiger unterstützung der apa:
    http://derstandard.at/1334797254801/Weg-vom-Eso-Eck-Studie-soll-Auswirkungen-von-Elektrosmog-belegen

  67. #67 felix
    niederbayern
    18. Januar 2015

    Gerade gesehen – Auf der Landshuter Umweltmesse wird ein gewisser Herr Scheingraber (sensibler Zahnelektriker) referieren.
    Unter Programme/Vorträge . Auf dem Bild ua. Medinger und Plank
    zum Thema EVA – Award- offensichtlich ein neuer Preis für “gesundheitsvorsorge”
    Felix

  68. #68 Martin
    Wolkenkukuksheim
    26. Februar 2016

    Leute, LESEN!

    http://www.gabriel-solution.com/de/rechtliche-hinweise

    “Weder das Wirkprinzip, noch die Herstellungstechnologie noch eine positive Wirkung auf das gesundheitliche Wohlbefinden sind bisher allgemein wissenschaftlich anerkannt. Dasselbe gilt für die der GabrielAqua-Technologie.”

    Und das nach über 10 Jahren “Entwicklung”!
    Noch irgendwelche Fragen?!
    Ab in die Tonne mit diesem Chip-Schmarren!

  69. #69 Martin
    Wolkenkukuksheim
    7. März 2016

    Hab hier übrigens eine neue Seite gefunden, die sich ebenfalls einigermaßen gründlich mit dem Chip befasst: https://gabrielachipsy.wordpress.com
    Vielleicht wird es doch endlich mal Zeit für eine öffentliche Debatte. Das kann doch echt nicht wahr sein, dass so etwas verkauft werden darf!

  70. #70 Bullet
    7. März 2016

    “Gefunden”? Die gibts doch erst seit Samstag…

  71. #71 Martin
    Wolkenkukuksheim
    7. März 2016

    Ja, gefunden. Meine Google-Suche führte mich ursprünglich zu https://gabrielchipfake.wordpress.com/, die Seite wurde, warum auch immer, jedoch geschlossen, und Inhalte davon, z.B. “Was ist dran am “Entstör-Chip”?” (copy&paste) führten mich zum gabrielchipsy-Blog.

  72. #72 Humphrey
    Bornholm
    10. März 2016

    An alle Skeptiker hier; der Gabriel-Chip hat seine Wurzeln im Patent AT 409 930 B .
    (“Anordnung und Verfahren zur Beeinflussung von metallischen oder Metallpulver oder Metallpigmente enthaltenden Folien bzw. Blättchen”)

    Dieses Patent ist jedoch nur eine “Verbesserung” des Patents AT 397 346 B.
    (“Anordnung zur Abschirmung von bzw. zum Schutz vor Erdstrahlen”)

    Dieses Patent ist wiederum eine Modifikation des Patents CH 671 338 A5.
    (“Schutzgerät gegen geopathische Strahlungen”)

    Alles zu finden unter depatisnet.dpma.de (Einsteigerrecherche).
    Schaut euch die Patente an, das ist alles Bullshit, sorry, reine Esoterik und von Beginn an auf Betrug und Abzocke angelegt, und hat nicht im Geringsten irgend etwas mit technischer Innovation oder dgl. zu tun, geschweige dem, was wir heute unter “Technologie” verstehen.
    (Ein Patent beschreibt übrigens nur eine Erfindung (Idee!), deren Wirksamkeit und Funktionalität in keinster Weise überprüft wird.)

    Alles auf den Gabriel-Internetseiten ist Schall und Rauch, alles nur Blasen, die den Anschein von Wissenschaftlichkeit, Sozialengagement und Seriösität erwecken sollen; schaut mal dahinter. Sehr viele Beiträge dort haben mit dem Gabriel-Chip selber rein gar nichts zu tun.
    Und “ein Jahrzehnt intensiver Forschung” – da lachen ja die Hühner!
    Wer Zeit und und Lust hat, hinterfrage (recherchiere) mal die Information: “Die Gabriel Technology ist in den USA als Patent angemeldet (US Patent Pending)”. Alles, was die veröffentlichen und womit die sich präsentieren, lässt sich komplett “zerlegen”. Aber wer kann und will heute noch lesen und verstehen…?

    Man muss nicht “ausprobieren”, ob die Erde eine Scheibe ist; forstået…?

    Med venlig hilsen, Humphrey