Für einen an Wissenschaft interessierten Laien, aber auch für einen Wissenschaftler selbst, mag es eine Überraschung sein, doch es ist Realität: In Österreich kann man an einer anerkannten medizinischen Universität Kurse in Homöopathie besuchen, die für das Studium der Humanmedizin anerkannt werden. Man muss nicht – so weit ist es noch nicht gekommen – aber man kann. Z.B. im Rahmen des Wahlfaches Homöopathie an der MedUni Wien.

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Unter den Vortragenden des Kurses sind unseren Stammlesern bereits bekannte Namen wie Dr. Peter König (Stichwort Homöopathie an der Kinderuni) oder Prof. Michael Frass (Stichwort ATOX). Hier sollen uns die handelnden Personen aber nicht näher interessieren, sondern die Inhalte, die sie präsentieren.


Denn dies ist ja das Paradoxe: Was an Universitäten gelehrt wird, das ist – von historisch bedingten Ausnahmen
einmal abgesehen – normalerweise Wissenschaft oder zumindest
wissenschaftsbasiert, und so sollte es ja wohl auch sein. Homöopathie
dagegen ist eine dogmatisch-irrationale Heilslehre. Sie ist nicht nur
einfach unwissenschaftlich, sondern pseudowissenschaftlich, da sie sich
fälschlicherweise als Wissenschaft präsentiert. Dies ist ein hartes
Urteil, gewiss, aber es ist nicht die verschrobene Ansicht ein paar
szientistischer Hardcore-Skeptiker, sondern ein breiter Konsens in der
scientific community. So listet etwa die National Science Foundation Homöopathie ebenso als typisches Beispiel für Pseudowissenschaften auf wie die renommierte Stanford Encyclopedia of Philosophy, welche konstatiert:

There is widespread agreement for instance that
creationism, astrology, homeopathy, […] are pseudosciences.

Was
also wird Studierenden unter dem Titel “wissenschaftliche Grundlagen
der Homöopathie” genau beigebracht? Die Frage ist nicht rhetorisch
gemeint. In England gab es letztes Jahr eine Kontroverse um einige
weniger renommierte Universitäten, die mit akademischen BSc und MSc
(Bachelor bzw. Master of Science) Graden in Homöopathie den Unmut von
Wissenschaftlern erregten. Nature titelte “Science degrees without the science“, und berichtetet davon,
wie schwierig bis unmöglich es sei, an die Kursunterlagen der ominösen
Homöopathiekurse heranzukommen. Die meisten Universitäten verweigerten
schlicht die Offenlegung ihrer Lehrunterlagen.

An der MedUni
Wien ist die Situation in dieser Hinsicht besser. Das am AKH gelehrte
Wahlfach Homöopathie ist anrechenbar für die von der StudentInnen Initiative Homöopathie (SIH) privat organisierte und kostenpflichtige Homöopathie-Ausbildung. Das Grundlagenskriptum
der SIH steht per download frei zur Verfügung. Dieses Skriptum enthält
natürlich detaillierte Erläuterungen zur homöopathischen Lehre und
Praxis, die entscheidende Frage der Evidenz für die spezifische
Wirksamkeit der Heilmittel wird jedoch auf mageren zwei Seiten
abgehandelt. Die SIH verweist für dieses Thema stattdessen auf ein
ausführlicheres 16-seitiges Skriptum mit dem Titel Wissenschaftliche Grundlagen & Publikationen zur Homöopathie (Version 2008). Verfasst wurde es von der Homöopathin Dr. Lisa Eckhard, und empfohlen wird es auch vom Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte. Dieses Skriptum ist es, das wir hier unter die Lupe nehmen wollen.

Das
Skriptum ist in drei Abschnitte gegliedert: “Klinische Studien”,
“Experimentelle Grundlagenforschung” und “Zum Wirkmechanismus”. Ich
werde zuerst auf die letzten beiden Abschnitte kurz eingehen und dann
in einem gesonderten Beitrag auf den ersten Abschnitt.

Abschnitt “Experimentelle Grundlagenforschung”

Dieser Abschnitt beginnt mit einer Erläuterung des Skandals um Benvenistes 1988er Artikel in Nature. Die Erläuterung schließt ab mit:

Das
Ergebnis wurde stark angezweifelt und es wurde fieberhaft nach
methodischen Fehlern gesucht. Schließlich mussten die Ergebnisse
zurückgezogen werden. Jedoch konnten mittlerweile ähnliche
Versuchsanordnungen in mehreren voneinander unabhängigen Labors
reproduziert werden:

• Belon, Crumps, Ennis et al
Inhibition of human basophil degranulation by successive histamine dilutions: Results of a European multi-centre trial.
Inflamm Research 2004

Nachzulesen in:
Das Gedächtnis des Wassers – oder: Ein Fall von Wissenschaftszensur, Michel Schiff

Der
angegebene Beleg ist relativ dürftig. Mehrere anerkannte Labors
scheiterten an dem Versuch, Benvenistes Resultate zu reproduzieren. Die
Versuche der Pharmakologin Madeleine Ennis schienen tatsächlich ein
positives Resultat zu zeigen. Was hier nicht zu lesen ist, ist aber,
dass ein von der BBC finanziertes internationales Wissenschaftlerteam
dieses Experiment 2002 zu reproduzieren versuchte. James Randi setzte
die 1 Million Dollar seiner JREF Paranormal Challenge auf ein negatives Resultat. Er behielt sein Geld.

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Kommentare (44)

  1. #1 buchstaeblich
    3. November 2008

    Das kommt davon, wenn man zuviel Grander-Wasser trinkt!

  2. #2 wolfgang
    3. November 2008

    @ Ulrich, sehr schöne Zusammenstellung. In einem stimme ich jedoch nicht zu.
    Es sollte doch über esoterische, homöopathische und sonstige “alternative” Behandlungsmethoden im Sinne einer ernsthaften methodischen Kritik unterichtet werden. Basierend auf anerkannten Wissenschaftstheorien.

    Dann könnten die Studenten wenigstens eigenständig zwischen Schrott und Fakten unterscheiden.

  3. #3 Philippe Leick
    3. November 2008

    Immerhin findet man in den zitierten Artikeln mehr oder weniger das, was laut Skriptum auch drin stehen soll. Das ist in der homöopathischen Literatur leider keine Selbstverständlichkeit.

    Dass von K.W. Kratkys Artikel nur der Abstract frei zugänglich ist ist bedauerlich. Ich zitiere daraus…

    […] dynamical structure of a typical water cluster was investigated, being represented by the movement of a ball in an abstract energy landscape. […]

    Es wäre erfreulich, etwas darüber zu erfahren, wie diese “Energielandschaft” zustande kommt, und ob sie denn stabil sein wird (bei einer Flüssigkeit kaum wahrscheinlich). Ansonsten klingt das ein bißchen so, als ob das gewünschte Ergebnis in der Modellannahme schon drin steckt.

    Methods: Equations of motion are employed that represent vibrations of clusters. For the computer experiments, the formalism of Nosé-Hoover is used, the surrounding water being interpreted as a heat bath. Diluting corresponds to a shift of the energy landscape towards the pure solvent (water), shaking is accompanied by an increase of the contact to the heat bath. Results: There is a tendency of the ball to be caught in local valleys of the energy landscape (metastable states) if the temperature is not too high and if the liquid is not shaken. Thus, even for a given landscape there are a variety of structures being durable for some time.

    Aha, die Information (was auch immer das genau sein soll) bleibt also erhalten, so lange die Flüssigkeit nicht geschüttelt wird.

    Conclusions: The computer experiments suggest that the repeated process of potentiation eventually results in a specific metastable state of the pure solvent. The initial substance helps to obtain this goal, but is no longer necessary at last.

    Das muss man dann wohl glauben, es ist kaum anzunehmen, dass die Methode durch die Gutachter von “Forschende Komplementärmedizin” kompetent bewertet werden kann. Ebensowenig, dass im Artikel alle Details zu finden sind, anhand derer sich die Versuche wiederholen lassen würden.

    Sowieso klingt das ganze erstmal wie ein klassischer Fall von GIGO – Garbage In, Garbage Out. Ich lasse mich (durch Zusenden des vollständigen Artikels) gerne eines besseren belehren, aber im Moment sieht es so aus, als ob da die Annahmen ohne Beweis so gewählt wurden, dass das richtige Ergebnis herauskommt. Das kann zwar eine Kunst sein, aber keine Wissenschaft.

    Die Liste der Veröffentlichungen auf Kratkys Homepage läßt auch nicht wirklich viel gutes erwarten: etwa die Hälfte der Publikationen sieht schwer nach Esoterik aus.

  4. #4 Jörg W.
    3. November 2008

    Eine Zeit lange habe ich Kratkys Seminar (Alternativmedizin oder so ähnlich) besucht. Dort sassen in erster Linie Ethnologiestudenten und esoterische Medizinstudenten, die absolut alles unkritisch übernommen haben. Nachdem ich zwei Mal auf Widersprüche aufmerksam gemacht habe, begann Kratky das nächste Seminar mit der Aufforderung Kritik doch bitte zu unterlassen. Und ich dachte, dass wäre es, was man in einem naturwissenschaftlichen Seminar auf der Uni lernen sollte!

  5. #5 Jörg W.
    3. November 2008

    Eine Zeit lange habe ich Kratkys Seminar (Alternativmedizin oder so ähnlich) besucht. Dort sassen in erster Linie Ethnologiestudenten und esoterische Medizinstudenten, die absolut alles unkritisch übernommen haben. Nachdem ich zwei Mal auf Widersprüche aufmerksam gemacht habe, begann Kratky das nächste Seminar mit der Aufforderung Kritik doch bitte zu unterlassen. Und ich dachte, dass wäre es, was man in einem naturwissenschaftlichen Seminar auf der Uni lernen sollte!

  6. #6 Jörg W.
    3. November 2008

    Eine Zeit lange habe ich Kratkys Seminar (Alternativmedizin oder so ähnlich) besucht. Dort sassen in erster Linie Ethnologiestudenten und esoterische Medizinstudenten, die absolut alles unkritisch übernommen haben. Nachdem ich zwei Mal auf Widersprüche aufmerksam gemacht habe, begann Kratky das nächste Seminar mit der Aufforderung Kritik doch bitte zu unterlassen. Und ich dachte, dass wäre es, was man in einem naturwissenschaftlichen Seminar auf der Uni lernen sollte!

  7. #7 Jörg W.
    3. November 2008

    Eine Zeit lange habe ich Kratkys Seminar (Alternativmedizin oder so ähnlich) besucht. Dort sassen in erster Linie Ethnologiestudenten und esoterische Medizinstudenten, die absolut alles unkritisch übernommen haben. Nachdem ich zwei Mal auf Widersprüche aufmerksam gemacht habe, begann Kratky das nächste Seminar mit der Aufforderung Kritik doch bitte zu unterlassen. Und ich dachte, dass wäre es, was man in einem naturwissenschaftlichen Seminar auf der Uni lernen sollte!

  8. #8 franky
    4. November 2008

    Der Abstract von Kratky ist etwas wiedersprüchlich :

    In Methods wird behauptet das schütteln mit einer Erhöhung der Kopplung zwischen Cluster und Thermostat dargestellt wird. Also wird daher das System schneller thermalisiert und erreicht eventuell das thermische Gleichgewicht.

    Verdünnen verschiebt die Energielandschaft in Richtung der des Wassers. Eigenartiger Satz aber ich denke das er nach jeder “Verdünnung” das Potential ein bisschen variiert.

    Aber beide Vorgänge schaffen ja genau das gegenteil von dem was Herr Kratky zeigen will nämlich das ein Wasser Cluster in einem metastabilen Zustand längere Zeit Überleben kann. Also wie schafft er es ?
    “There is a tendency of the ball to be caught in local valleys of the energy landscape (metastable states) if the temperature is not too high and if the liquid is not shaken”

    Er variiert das potential nicht und lässt die Temperatur niedrig sein. Tja dann ist es auch kein Wunder das der Cluster in einem Potentialtief stecken bleibt. Aber das tut es auch nur wenn das System eben nicht potenziert wird.
    Fazit : Potenzieren ist schlecht für das überleben von Wasser Clustern 😉

    Ob das System überhaupt ein physikalisch Sinnvolles model von H2O ist kann ich nicht sagen, wage ich aber zu bezweifeln.

  9. #9 Sebastian
    7. November 2008

    ad Simile-Prinzip:
    der Grundgedanke ist nicht vollständig als Unfug von der Hand zu weisen. z.B. jede aktive Immunisierung funktioniert nach dem Prinzip.

    Problematisch im Fall der Homöopathie ist die universelle Anwendung für jeden Therapiezweck und der Unfug mit der Potenzierung.

    Die Kritik an der Homöopathie sollte sich nicht so sehr gegen die Erklärungsmodelle der Homöopthie-Verfechter richten – über die macht es nämlich erst Sinn zu streiten, wenn mann einmal soweit ist überhaupt einen Effekt dingfest gemacht zu haben.

    Im Umkehrschluss ist ja grundsätzlich nicht auszuschliessen dass auch hinter einem absurd erklärten Effekt eine tatsächliche Wirkung steht.

    Da die Homöopathie nicht in der Lage ist einen Effekt zu demonstriere ist die Diskussion über das Zustandekommen des (nicht-)Effektes vollkommen überflüssig.

  10. #10 Ulrich
    7. November 2008

    @ Sebastian:

    Immunisierung soll durch die Vorbereitung des Immunsystems einer etwaigen späteren Erkrankung vorbeugen. Das Simile-Prinzip postuliert, dass man eine Erkrankung, die schon eingetreten ist, mit dem Mittel heilen kann, das beim Gesunden die Symptome dieser Krankheit hervorruft. Das ist meilenweit vom Immunisierungsprinzip entfernt.

  11. #11 Sebastian
    7. November 2008

    Sorry, da muss ich leider ein wenig widersprechen.

    1) Auch wenn aktive Immunisierungen in der überwiegenden Anzahl der Fälle vor Eintritt der Krankheit durchgeführt werden, gibt es auch den Fall dass erst nach bereits erfolgter Infektion geimpft wird (regelmäßig z.B. Trichophytie).

    2) Habe ich den Eindruck, dass die Homöopathen durchaus behaupten dass ihre Mittel auch vorbeugend wirken. Aus Sicht der Homöopathie wird das Simile-Prinzip also auch vorbeugend wirksam werden können.

    3) Im Fall von Nosoden als Urtinktur für Homöopathika schliesst sich der Kreis, wenn man sich nicht in absurde Potenzierungen versteigt.

    4) Keine Sorge, ich halte die “Arzneimittel” der Homöopahtie für vollkommen unwirksam, denke aber dass es zu einer seriösen Beurteilung dazugehört nicht gleich alles was nur irgendwie mit der Homöopahtie in Berührung gekommen ist gleich mitzuverteufeln. Das Simile-Prinzip ist als Universalstrategie vollkommen untauglich, hat aber in bestimmten Bereichen der wissenschaftlichen Medizin seinen Platz.

  12. #12 Dr. E. Berndt
    7. November 2008

    @Sebastian

    Der Homöopathieblog

    http://kritischgedacht.wordpress.com/2008/06/04/aberglaube-homoopathie/

    enthält praktisch alles.

    Es gibt einfach keine vernünftigen Argumente pro Homöopathie.
    Kommentar Edzard Ernst ” waste of money and waste of time ”

    Irgendwo in dem dunklen Glaubenskäfig Homöopathie nach nach “Lichtblicken” zu suchen ist müßig, es sind Irrlichter, die den Ausweichlogikern als strahlende Sterne erscheinen. Fata Morgana der Wissenschaftlichkeit der Homöopathie! Es ist vergleichsweise so, wie wenn man in einer Jauchegrube nach Möglichkeiten sucht, sterile und keimfreie Ausscheidungsstückchen zu finden.

  13. #13 Dr. E. Berndt
    7. November 2008

    @Sebastian

    Der Homöopathieblog

    http://kritischgedacht.wordpress.com/2008/06/04/aberglaube-homoopathie/

    enthält praktisch alles.

    Es gibt einfach keine vernünftigen Argumente pro Homöopathie.
    Kommentar Edzard Ernst ” waste of money and waste of time ”

    Irgendwo in dem dunklen Glaubenskäfig Homöopathie nach nach “Lichtblicken” zu suchen ist müßig, es sind Irrlichter, die den Ausweichlogikern als strahlende Sterne erscheinen. Fata Morgana der Wissenschaftlichkeit der Homöopathie! Es ist vergleichsweise so, wie wenn man in einer Jauchegrube nach Möglichkeiten sucht, sterile und keimfreie Ausscheidungsstückchen zu finden.

  14. #14 Dr. E. Berndt
    7. November 2008

    @Sebastian

    Der Homöopathieblog

    http://kritischgedacht.wordpress.com/2008/06/04/aberglaube-homoopathie/

    enthält praktisch alles.

    Es gibt einfach keine vernünftigen Argumente pro Homöopathie.
    Kommentar Edzard Ernst ” waste of money and waste of time ”

    Irgendwo in dem dunklen Glaubenskäfig Homöopathie nach nach “Lichtblicken” zu suchen ist müßig, es sind Irrlichter, die den Ausweichlogikern als strahlende Sterne erscheinen. Fata Morgana der Wissenschaftlichkeit der Homöopathie! Es ist vergleichsweise so, wie wenn man in einer Jauchegrube nach Möglichkeiten sucht, sterile und keimfreie Ausscheidungsstückchen zu finden.

  15. #15 Dr. E. Berndt
    7. November 2008

    @Sebastian

    Der Homöopathieblog

    http://kritischgedacht.wordpress.com/2008/06/04/aberglaube-homoopathie/

    enthält praktisch alles.

    Es gibt einfach keine vernünftigen Argumente pro Homöopathie.
    Kommentar Edzard Ernst ” waste of money and waste of time ”

    Irgendwo in dem dunklen Glaubenskäfig Homöopathie nach nach “Lichtblicken” zu suchen ist müßig, es sind Irrlichter, die den Ausweichlogikern als strahlende Sterne erscheinen. Fata Morgana der Wissenschaftlichkeit der Homöopathie! Es ist vergleichsweise so, wie wenn man in einer Jauchegrube nach Möglichkeiten sucht, sterile und keimfreie Ausscheidungsstückchen zu finden.

  16. #16 Ulrich
    8. November 2008

    @ Sebastian:

    Mag sein, dass man bei Trichophytie nach der Infektion noch immunisieren kann – aber VOR Ausbruch der Krankheit. “Ähnliches mit ähnlichem heilen” bedingt aber, dass die Krankheit bereits ausgebrochen ist. Natürlich gibt es eine vage Analogie, aber das gibt dem Simile-Prinzip noch lange nicht einen “Platz in der wissenschaftlichen Medizin”.

    Die klassische Homöopathie nach der reinen Lehre von Hahnemann (die an der MedUni unterrichtet wird) kennt keine Prophylaxe. In der Praxis bieten Homöopathen natürlich vorbeugende Mittel (Malaria-Prophylaxe!) oder sogar homöopathische Impfungen an, doch die werden von den klassischen Homöopathen sowieso als Ketzer betrachtet.

  17. #17 Sebastian
    8. November 2008

    Die (aktive) Trichophytie-Impfung wird auch therapeutisch, bei bestehender klinischer Manifestation, eingesetzt.
    Aber darum geht es mir gar nicht, da verzetteln wir uns nur in des Kaisers Bart.

    Mein Punkt ist, dass bei der Beurteilung der Homöopathie die verschiedenen Aspekte differenziert betrachtet werden müssen und nicht gleich alles, das (auch) in der Homöopathie vorkommt automatisch und ohne weitere Prüfung dem Schwachsinn zugeordnet wird. Das spiegelt nicht die wissenschaftsbasierte Haltung wider, aus der heraus homöopathische Methoden zu recht kritisiert werden.

    Das was aus den Metaanalysen zur Homöopathie herauszulesen ist, ist dass das homöopathische Arzneimittel nicht besser wirkt als ein Placebo.

    Andere Aspekte verlangen eine gesonderte Beurteilung.

    Ich sehe daher auch kein Problem darin zu sagen “Ja, auch bestimmte Arzneimittel der modernen Medizin basieren auf dem ‘Simile-Prinzip’. Universelle Gültigkeit – wie es in der Homöopathie gelehrt wird – hat es aber nicht.”

    Das was die Homöopathie unwissenschaftlich macht ist die Weigerung sich auf Basis der Evidenz weiterzuentwickeln.

    Die positiven Seiten anderer Elemente der homöopathischen Behandlung (ausführliche Anamnese, Dauer des Arztgesprächs) werden ja auch anerkannt.

    ad Suchen nach “Lichtblicken im dunklen Homöopathie-Universum”: ich kann mich mit dem Weltbild des Entweder-Oder, des Schwarz oder Weiß, nicht identifizieren. Auch Methoden die als Gesamtsystem versagen können Elemente enthalten, die tatsächlich einen erwünschten Beitrag leisten.

    Und: den Homöopathiekritikern steht es sicher gut zu Gesicht, nicht gleich dogmatisch aufzutreten wie ihr Gegenpart.

  18. #18 Dr. E. Berndt
    8. November 2008

    @Sebastian
    Impfen hat mit dem Simileprinzip so viel wie Kuhfladen mit Kaufladen zu tun.
    Basis aller immunologischen Vorgänge ist die Rezeptortheorie und dahinter das Massenwirkungsgesetz von Guldberg und Waage. Zur Rezeptortheorie ist zu sagen, dass ohne sie Leben und biologische Vorgänge einfach nicht zu beschreiben und zu erklären sind. Und in der Immunologie ist es eben so, dass ein Antigen, welcher Natur es immer auch ist, mit einem geeigneten Antikörper reagiert und damit unschädlich gemacht wird. Damit Antikörper überhaupt gebildet werden, bedarf es wieder einer entsprechenden Reaktion von Antigengen mit Rezeptoren im Immunsystem, und in Folge dessen werden Antikörper gebildet. Wenn’s es gut geht, so schnell und so viel, dass die Infektion gar nicht “auftritt”. Das ist jetzt eine sehr grobe und sehr weitgehende Vereinfachung. Mit “Simile” hat das nichts zu tun. Bei der Pockenimpfung hat Edward Jenner beobachtet, dass Menschen die an Kuhpocken erkrankten, nicht mehr an “humanen Pocken” erkrankten. Das erste “impfen” war, Menschen vorsätzlich mit Kuhpocken zu infizieren. Diese Menschen entwickelten dann Antikörper gegen Kuhpocken, aber weil die Erreger sehr verwandt sind, wirken die Antikörper auch gegen die humanen Pockenerreger.

  19. #19 Dr. E. Berndt
    8. November 2008

    @Sebastian
    Impfen hat mit dem Simileprinzip so viel wie Kuhfladen mit Kaufladen zu tun.
    Basis aller immunologischen Vorgänge ist die Rezeptortheorie und dahinter das Massenwirkungsgesetz von Guldberg und Waage. Zur Rezeptortheorie ist zu sagen, dass ohne sie Leben und biologische Vorgänge einfach nicht zu beschreiben und zu erklären sind. Und in der Immunologie ist es eben so, dass ein Antigen, welcher Natur es immer auch ist, mit einem geeigneten Antikörper reagiert und damit unschädlich gemacht wird. Damit Antikörper überhaupt gebildet werden, bedarf es wieder einer entsprechenden Reaktion von Antigengen mit Rezeptoren im Immunsystem, und in Folge dessen werden Antikörper gebildet. Wenn’s es gut geht, so schnell und so viel, dass die Infektion gar nicht “auftritt”. Das ist jetzt eine sehr grobe und sehr weitgehende Vereinfachung. Mit “Simile” hat das nichts zu tun. Bei der Pockenimpfung hat Edward Jenner beobachtet, dass Menschen die an Kuhpocken erkrankten, nicht mehr an “humanen Pocken” erkrankten. Das erste “impfen” war, Menschen vorsätzlich mit Kuhpocken zu infizieren. Diese Menschen entwickelten dann Antikörper gegen Kuhpocken, aber weil die Erreger sehr verwandt sind, wirken die Antikörper auch gegen die humanen Pockenerreger.

  20. #20 Dr. E. Berndt
    8. November 2008

    @Sebastian
    Impfen hat mit dem Simileprinzip so viel wie Kuhfladen mit Kaufladen zu tun.
    Basis aller immunologischen Vorgänge ist die Rezeptortheorie und dahinter das Massenwirkungsgesetz von Guldberg und Waage. Zur Rezeptortheorie ist zu sagen, dass ohne sie Leben und biologische Vorgänge einfach nicht zu beschreiben und zu erklären sind. Und in der Immunologie ist es eben so, dass ein Antigen, welcher Natur es immer auch ist, mit einem geeigneten Antikörper reagiert und damit unschädlich gemacht wird. Damit Antikörper überhaupt gebildet werden, bedarf es wieder einer entsprechenden Reaktion von Antigengen mit Rezeptoren im Immunsystem, und in Folge dessen werden Antikörper gebildet. Wenn’s es gut geht, so schnell und so viel, dass die Infektion gar nicht “auftritt”. Das ist jetzt eine sehr grobe und sehr weitgehende Vereinfachung. Mit “Simile” hat das nichts zu tun. Bei der Pockenimpfung hat Edward Jenner beobachtet, dass Menschen die an Kuhpocken erkrankten, nicht mehr an “humanen Pocken” erkrankten. Das erste “impfen” war, Menschen vorsätzlich mit Kuhpocken zu infizieren. Diese Menschen entwickelten dann Antikörper gegen Kuhpocken, aber weil die Erreger sehr verwandt sind, wirken die Antikörper auch gegen die humanen Pockenerreger.

  21. #21 Dr. E. Berndt
    8. November 2008

    @Sebastian
    Impfen hat mit dem Simileprinzip so viel wie Kuhfladen mit Kaufladen zu tun.
    Basis aller immunologischen Vorgänge ist die Rezeptortheorie und dahinter das Massenwirkungsgesetz von Guldberg und Waage. Zur Rezeptortheorie ist zu sagen, dass ohne sie Leben und biologische Vorgänge einfach nicht zu beschreiben und zu erklären sind. Und in der Immunologie ist es eben so, dass ein Antigen, welcher Natur es immer auch ist, mit einem geeigneten Antikörper reagiert und damit unschädlich gemacht wird. Damit Antikörper überhaupt gebildet werden, bedarf es wieder einer entsprechenden Reaktion von Antigengen mit Rezeptoren im Immunsystem, und in Folge dessen werden Antikörper gebildet. Wenn’s es gut geht, so schnell und so viel, dass die Infektion gar nicht “auftritt”. Das ist jetzt eine sehr grobe und sehr weitgehende Vereinfachung. Mit “Simile” hat das nichts zu tun. Bei der Pockenimpfung hat Edward Jenner beobachtet, dass Menschen die an Kuhpocken erkrankten, nicht mehr an “humanen Pocken” erkrankten. Das erste “impfen” war, Menschen vorsätzlich mit Kuhpocken zu infizieren. Diese Menschen entwickelten dann Antikörper gegen Kuhpocken, aber weil die Erreger sehr verwandt sind, wirken die Antikörper auch gegen die humanen Pockenerreger.

  22. #22 Ulrich Berger
    8. November 2008

    @ Sebastian:
    Ich sehe daher auch kein Problem darin zu sagen “Ja, auch bestimmte Arzneimittel der modernen Medizin basieren auf dem ‘Simile-Prinzip’.

    Ich sehe schon ein Problem darin. Das Simile-Prinzip ist als Grundpfeiler der homöopathischen Lehre klar definiert. Es so weitgehend zu interpretieren, dass auch Immunisierung darunter fällt, bedeutet, es zu verwässern. Ein solchermaßen ‘aufgeweichtes Simile-Prinzip’ würde von Homöopathen und wissenschaftlichen Medizinern gleichermaßen (und zu Recht) abgelehnt werden.
    Das erscheint mir so, als würde man die Existenz von Nervenbahnen dazu benutzen, die Meridianlehre der TCM zu stützen, weil ja irgendwie die Nerven als Meridiane und das Qi als elektrisches Potential interpretiert werden können.

  23. #23 Sebastian
    8. November 2008

    Also gerade das klassische Beispiel mit den Rinderpocken ist ja Simile in Reinkultur.

    Wenn “simile” ähnlich bedeutet und Exposition mit Rinderpocken (Melker!) gegen die ähnlichen Humanpocken hilft – ein besseres Beispiel gibt’s gar nicht.

    Bitte seid’s nicht so dogmatisch und verbissen. Gerade wenn man die Geschichte der Impfung ansieht kann man auch auf die Idee kommen, dass der Hahnemann die Similie-Idee von seinem Zeitgenossen Jenner und seinen Pockenimpfungen abgeschaut hat und darauf versuchte das Prinzip zu generalisieren. Das ging halt in die Hose – und er wollte es nicht wahrhaben.

    Der Hahnemann ist ja kein Anti-Midas so dass alles zu Mist wird was er nur angreift.

    In Anlehnung an “Das Leben des Brian” (“Jehova – Jehova – Jehova”) schliesse ich mit “Simile – Simile – Simile”.

  24. #24 Dr. E. Berndt
    8. November 2008

    @Sebastian
    Merke: Ähnlichkeit nach Hahnemann hat nichts mit der Ähnlichkeit von humanen mit bovinen Pockenviren zu tun. Daher gibt es dazu nichts zum phantasieren. Hahnemann kam in einem Eigenversuch! zu dem irrtümlichen Ergebnis, dass Chinarinde Fieber erzeugt. In Wirklichkeit erzeugt Chinarinde nicht Fieber sondern senkt die Temperatur. Außer man ist allergisch gegen Chinarinde.
    Davon kann sich heute jeder will überzeugen, aber die Homöopathen tun das nicht.
    Des weiteren hat Hahneman postuliert, dass verdünnte Chinarinde, was von den Homöopathen euphemistisch potenzierte Chinarinde genannt wird, Fieber senkt. Und jetzt bitte genau lesen: Fieber senkt, egal welche Ursache dem Fieber zu Grunde liegt. Mit Ursachen, wie wir sie heute Krankheiten zu Grunde legen können, hatte Hahnemann noch nichts am Hut. Er hatte davon noch keine Ahnung. Was Hahnemann als Ursachen von Krankheiten ansah, ist ein eigenes Kapitel der Medizingeschichte. Hahnemann sah und beurteilte Symptome und war der Meinung Symptome mit Mitteln behandeln zu können, die unverdünnt ähnliche Symptome hervorrufen. Von Ursachen im heutigen sinne keine Ahnung habend, postulierte er eine “Beziehung” zwischen Symptomen die zwar ähnlich sind, aber keine Ursache gemein haben. Und im Lichte unseres heutigen Wissens ist das eine unhaltbare Theorie! Und aus!!

  25. #25 Dr. E. Berndt
    8. November 2008

    @Sebastian
    Merke: Ähnlichkeit nach Hahnemann hat nichts mit der Ähnlichkeit von humanen mit bovinen Pockenviren zu tun. Daher gibt es dazu nichts zum phantasieren. Hahnemann kam in einem Eigenversuch! zu dem irrtümlichen Ergebnis, dass Chinarinde Fieber erzeugt. In Wirklichkeit erzeugt Chinarinde nicht Fieber sondern senkt die Temperatur. Außer man ist allergisch gegen Chinarinde.
    Davon kann sich heute jeder will überzeugen, aber die Homöopathen tun das nicht.
    Des weiteren hat Hahneman postuliert, dass verdünnte Chinarinde, was von den Homöopathen euphemistisch potenzierte Chinarinde genannt wird, Fieber senkt. Und jetzt bitte genau lesen: Fieber senkt, egal welche Ursache dem Fieber zu Grunde liegt. Mit Ursachen, wie wir sie heute Krankheiten zu Grunde legen können, hatte Hahnemann noch nichts am Hut. Er hatte davon noch keine Ahnung. Was Hahnemann als Ursachen von Krankheiten ansah, ist ein eigenes Kapitel der Medizingeschichte. Hahnemann sah und beurteilte Symptome und war der Meinung Symptome mit Mitteln behandeln zu können, die unverdünnt ähnliche Symptome hervorrufen. Von Ursachen im heutigen sinne keine Ahnung habend, postulierte er eine “Beziehung” zwischen Symptomen die zwar ähnlich sind, aber keine Ursache gemein haben. Und im Lichte unseres heutigen Wissens ist das eine unhaltbare Theorie! Und aus!!

  26. #26 Dr. E. Berndt
    8. November 2008

    @Sebastian
    Merke: Ähnlichkeit nach Hahnemann hat nichts mit der Ähnlichkeit von humanen mit bovinen Pockenviren zu tun. Daher gibt es dazu nichts zum phantasieren. Hahnemann kam in einem Eigenversuch! zu dem irrtümlichen Ergebnis, dass Chinarinde Fieber erzeugt. In Wirklichkeit erzeugt Chinarinde nicht Fieber sondern senkt die Temperatur. Außer man ist allergisch gegen Chinarinde.
    Davon kann sich heute jeder will überzeugen, aber die Homöopathen tun das nicht.
    Des weiteren hat Hahneman postuliert, dass verdünnte Chinarinde, was von den Homöopathen euphemistisch potenzierte Chinarinde genannt wird, Fieber senkt. Und jetzt bitte genau lesen: Fieber senkt, egal welche Ursache dem Fieber zu Grunde liegt. Mit Ursachen, wie wir sie heute Krankheiten zu Grunde legen können, hatte Hahnemann noch nichts am Hut. Er hatte davon noch keine Ahnung. Was Hahnemann als Ursachen von Krankheiten ansah, ist ein eigenes Kapitel der Medizingeschichte. Hahnemann sah und beurteilte Symptome und war der Meinung Symptome mit Mitteln behandeln zu können, die unverdünnt ähnliche Symptome hervorrufen. Von Ursachen im heutigen sinne keine Ahnung habend, postulierte er eine “Beziehung” zwischen Symptomen die zwar ähnlich sind, aber keine Ursache gemein haben. Und im Lichte unseres heutigen Wissens ist das eine unhaltbare Theorie! Und aus!!

  27. #27 Dr. E. Berndt
    8. November 2008

    @Sebastian
    Merke: Ähnlichkeit nach Hahnemann hat nichts mit der Ähnlichkeit von humanen mit bovinen Pockenviren zu tun. Daher gibt es dazu nichts zum phantasieren. Hahnemann kam in einem Eigenversuch! zu dem irrtümlichen Ergebnis, dass Chinarinde Fieber erzeugt. In Wirklichkeit erzeugt Chinarinde nicht Fieber sondern senkt die Temperatur. Außer man ist allergisch gegen Chinarinde.
    Davon kann sich heute jeder will überzeugen, aber die Homöopathen tun das nicht.
    Des weiteren hat Hahneman postuliert, dass verdünnte Chinarinde, was von den Homöopathen euphemistisch potenzierte Chinarinde genannt wird, Fieber senkt. Und jetzt bitte genau lesen: Fieber senkt, egal welche Ursache dem Fieber zu Grunde liegt. Mit Ursachen, wie wir sie heute Krankheiten zu Grunde legen können, hatte Hahnemann noch nichts am Hut. Er hatte davon noch keine Ahnung. Was Hahnemann als Ursachen von Krankheiten ansah, ist ein eigenes Kapitel der Medizingeschichte. Hahnemann sah und beurteilte Symptome und war der Meinung Symptome mit Mitteln behandeln zu können, die unverdünnt ähnliche Symptome hervorrufen. Von Ursachen im heutigen sinne keine Ahnung habend, postulierte er eine “Beziehung” zwischen Symptomen die zwar ähnlich sind, aber keine Ursache gemein haben. Und im Lichte unseres heutigen Wissens ist das eine unhaltbare Theorie! Und aus!!

  28. #28 sil
    8. November 2008

    @Sebastian:
    Dann versuch doch mal im Originalgeschwurbel des Hahnemann irgendeinen sachdienlichen Hinweis zu finden:

    http://www.ariplex.com/ama/ama_org6.htm

    Semmelweiß, Virchow, Koch das waren wichtige Mediziner.
    Hahnemann hat nur die Königsdisziplin der Quacksalberei erfunden.

  29. #29 Sebastian
    9. November 2008

    Bislang war ich eigentlich der Überzeugung, dass homöopathische Mittel derart wirkungslos sind, dass man damit nicht einmal eine Immunreaktion auslösen kann.

    Heute habe ich dazugelernt: es gibt Menschen, die gegen Homöopahtie allergisch sind, d.h. eine überproportionale Abwehrhaltung gegenüber idR vollkommen harmlosen Dingen einnehmen.

    Ich erinnere an mein erstes Statement: ich wollte auf den kuriosen Umstand aufmerksam machen, dass eines der zentralen Dogmen der Homöopathie, das Simile-Prinzip, auch in bestimmten Bereichen der wissenschaftlichen Medizin Anwendung findet. Allergiker verstehen diese Stellungnahme offenbar als Rehabilitierungsversuch für die gesamte Homöopathie. Mitnichten ist es das.

    Es fällt mir auch nicht ein irgendwelche Hahnemann-Originalschriften zu verteidigen.

    Die Medizin – und vor allem die vor dem 20. Jahrhundert – wimmelt nur so von krassen Irrtümern und vollkommen absurden Annahmen. Davor waren auch Semmelweis, Virchow und Koch knapp 100 Jahre nach Hahnemann nicht gefeit – auch in deren Lebenswerk findet sich so einiges, das man heute anders sieht. Nur gibt es heute halt keine “Virchow-Heilungs-Schule” die stur auf den Originaltexten des 19. Jahrhunderts beharrt.

  30. #30 Ulrich
    9. November 2008

    @ Sebastian:
    Schon wahr – Hahnemann ist kein “Anti-Midas”, und er hat sogar die Pockenimpfung befürwortet, weil sie ihm als Anwendung des Simile-Prinzips plausibel vorkam. Ob das reicht um dem Simile-Prinzip einen Platz in der wissenschaftlichen Medizin einzuräumen, bezweifle ich, aber es ist im Grunde eine semantischen Frage.
    @ alle: Kein Grund zur Aufregung!

  31. #31 Dr. E. Berndt
    9. November 2008

    @sebastian
    Abgesehen von den theoretischen Überlegungen sollten Sie sich mal die Homöpathie in der Praxis ansehen.
    1 Die überwiegende Mehrzahl von Homöopathischen Mitteln wird nicht nach eingehender Anamnese gekauft, sondern schlicht auf Anraten der sprichwörtlichen Nachbarin. Probier das und das aus. Es gibt das richtige Modewellen!
    2 Dank unkritischer und inserateabhängiger Medien ist die Durchtränkung, das Homöopathie sanft gut und wirksam ist, so weit gediehen, dass es praktisch keine Säuglinge gibt, die ohne Kugerl zahnen, keine werdenden Mütter, denen hexende Hebammen nicht Kugerl zum leichteren Gebären empfehlen. In der Schule setzt sich die Homöopathomanie fort. Die Lehrer sollen den Kindern Kugerl je nach Schularbeit und Mondphase geben. (Ist nach dem Schulgesetz aus prinzipiellen Gründen verboten. Von den extremen Auswüchsen und Leiden der Kinder, weil homöopathische Eltern Behandlungsverweigerung betreiben, soll noch gar nicht gesprochen werden.
    3. Homöopathie und Sterbenskranke sind ein eigenes Kapitel. Hier verspricht die Homöopathie doch noch heilen zu können, und anstatt echter Zuwendung und liebevoller Sterbensbegleitung durch Angehörige werden die Erkrankten nicht selten so lange von einem Wunderwuzzi zum nächsten gezerrt, bis sie selbst den davon genug haben. Oder aber der Homöopath behandelt immer gerade so lange bis der Patient austherapiert ist. Dann wird der Patient wieder zum Hausarzt zurückverwiesen, der dann den Patienten bis zum Tod behandeln darf. In den Homöopraxen wird nicht gestorben.
    4. Homöopathie und Impfen. Eine “Never -ending- Story” in den diversen Antiimpfforen sind die Homöopathen immer präsent.
    Gegen all das hat noch kein Homöapath öffentlich gewettert

  32. #32 Dr. E. Berndt
    9. November 2008

    @sebastian
    Abgesehen von den theoretischen Überlegungen sollten Sie sich mal die Homöpathie in der Praxis ansehen.
    1 Die überwiegende Mehrzahl von Homöopathischen Mitteln wird nicht nach eingehender Anamnese gekauft, sondern schlicht auf Anraten der sprichwörtlichen Nachbarin. Probier das und das aus. Es gibt das richtige Modewellen!
    2 Dank unkritischer und inserateabhängiger Medien ist die Durchtränkung, das Homöopathie sanft gut und wirksam ist, so weit gediehen, dass es praktisch keine Säuglinge gibt, die ohne Kugerl zahnen, keine werdenden Mütter, denen hexende Hebammen nicht Kugerl zum leichteren Gebären empfehlen. In der Schule setzt sich die Homöopathomanie fort. Die Lehrer sollen den Kindern Kugerl je nach Schularbeit und Mondphase geben. (Ist nach dem Schulgesetz aus prinzipiellen Gründen verboten. Von den extremen Auswüchsen und Leiden der Kinder, weil homöopathische Eltern Behandlungsverweigerung betreiben, soll noch gar nicht gesprochen werden.
    3. Homöopathie und Sterbenskranke sind ein eigenes Kapitel. Hier verspricht die Homöopathie doch noch heilen zu können, und anstatt echter Zuwendung und liebevoller Sterbensbegleitung durch Angehörige werden die Erkrankten nicht selten so lange von einem Wunderwuzzi zum nächsten gezerrt, bis sie selbst den davon genug haben. Oder aber der Homöopath behandelt immer gerade so lange bis der Patient austherapiert ist. Dann wird der Patient wieder zum Hausarzt zurückverwiesen, der dann den Patienten bis zum Tod behandeln darf. In den Homöopraxen wird nicht gestorben.
    4. Homöopathie und Impfen. Eine “Never -ending- Story” in den diversen Antiimpfforen sind die Homöopathen immer präsent.
    Gegen all das hat noch kein Homöapath öffentlich gewettert

  33. #33 Dr. E. Berndt
    9. November 2008

    @sebastian
    Abgesehen von den theoretischen Überlegungen sollten Sie sich mal die Homöpathie in der Praxis ansehen.
    1 Die überwiegende Mehrzahl von Homöopathischen Mitteln wird nicht nach eingehender Anamnese gekauft, sondern schlicht auf Anraten der sprichwörtlichen Nachbarin. Probier das und das aus. Es gibt das richtige Modewellen!
    2 Dank unkritischer und inserateabhängiger Medien ist die Durchtränkung, das Homöopathie sanft gut und wirksam ist, so weit gediehen, dass es praktisch keine Säuglinge gibt, die ohne Kugerl zahnen, keine werdenden Mütter, denen hexende Hebammen nicht Kugerl zum leichteren Gebären empfehlen. In der Schule setzt sich die Homöopathomanie fort. Die Lehrer sollen den Kindern Kugerl je nach Schularbeit und Mondphase geben. (Ist nach dem Schulgesetz aus prinzipiellen Gründen verboten. Von den extremen Auswüchsen und Leiden der Kinder, weil homöopathische Eltern Behandlungsverweigerung betreiben, soll noch gar nicht gesprochen werden.
    3. Homöopathie und Sterbenskranke sind ein eigenes Kapitel. Hier verspricht die Homöopathie doch noch heilen zu können, und anstatt echter Zuwendung und liebevoller Sterbensbegleitung durch Angehörige werden die Erkrankten nicht selten so lange von einem Wunderwuzzi zum nächsten gezerrt, bis sie selbst den davon genug haben. Oder aber der Homöopath behandelt immer gerade so lange bis der Patient austherapiert ist. Dann wird der Patient wieder zum Hausarzt zurückverwiesen, der dann den Patienten bis zum Tod behandeln darf. In den Homöopraxen wird nicht gestorben.
    4. Homöopathie und Impfen. Eine “Never -ending- Story” in den diversen Antiimpfforen sind die Homöopathen immer präsent.
    Gegen all das hat noch kein Homöapath öffentlich gewettert

  34. #34 Dr. E. Berndt
    9. November 2008

    @sebastian
    Abgesehen von den theoretischen Überlegungen sollten Sie sich mal die Homöpathie in der Praxis ansehen.
    1 Die überwiegende Mehrzahl von Homöopathischen Mitteln wird nicht nach eingehender Anamnese gekauft, sondern schlicht auf Anraten der sprichwörtlichen Nachbarin. Probier das und das aus. Es gibt das richtige Modewellen!
    2 Dank unkritischer und inserateabhängiger Medien ist die Durchtränkung, das Homöopathie sanft gut und wirksam ist, so weit gediehen, dass es praktisch keine Säuglinge gibt, die ohne Kugerl zahnen, keine werdenden Mütter, denen hexende Hebammen nicht Kugerl zum leichteren Gebären empfehlen. In der Schule setzt sich die Homöopathomanie fort. Die Lehrer sollen den Kindern Kugerl je nach Schularbeit und Mondphase geben. (Ist nach dem Schulgesetz aus prinzipiellen Gründen verboten. Von den extremen Auswüchsen und Leiden der Kinder, weil homöopathische Eltern Behandlungsverweigerung betreiben, soll noch gar nicht gesprochen werden.
    3. Homöopathie und Sterbenskranke sind ein eigenes Kapitel. Hier verspricht die Homöopathie doch noch heilen zu können, und anstatt echter Zuwendung und liebevoller Sterbensbegleitung durch Angehörige werden die Erkrankten nicht selten so lange von einem Wunderwuzzi zum nächsten gezerrt, bis sie selbst den davon genug haben. Oder aber der Homöopath behandelt immer gerade so lange bis der Patient austherapiert ist. Dann wird der Patient wieder zum Hausarzt zurückverwiesen, der dann den Patienten bis zum Tod behandeln darf. In den Homöopraxen wird nicht gestorben.
    4. Homöopathie und Impfen. Eine “Never -ending- Story” in den diversen Antiimpfforen sind die Homöopathen immer präsent.
    Gegen all das hat noch kein Homöapath öffentlich gewettert

  35. #35 wolfgang
    10. November 2008

    Es gibt ja durchaus geringfügige Verdünnungen in der Homöopathie, die nachweisbare Substanzen enthalten, wobei dann nur die Frage ist, ob sie wirksam sind und gegen was.
    Und wenn man will, kann man da das noch recht konzentrierte Vaccinia Virus hernehmen, welches so konzentriert ist, bzw sich derart vermehrt dass noch eine Immunreaktion und damit Wirksamkeit möglich ist.

    Wär ja bei den Impfnosoden theoretisch auch möglich, nur wenn da eine niedrig Potenz eines Eiterdippels genommen wird, kan ja sein, dass der Eiterspender ein Virusträger eines humanpathogenen Erregers war. Nur so etwas wird bei jeder Blutspende überprüft, aber doch bei Impfnosoden nicht- da ist die Feinstofflichkeit dazwischen.

    Aber in der HP wird ja das hohe Lied der Hochpotenzen gesungen, je verdünnter desto wirksamer- und das funzt halt nicht- und wer im Gymnasium in Physik nicht nur geschlafen hat, dem leuchtet das auch ein.

  36. #36 Rune C. Olwen
    12. November 2008

    Worum geht es hier eigentlich?
    Geht es um einen Wirkungsnachweis der Homöopathie in Begriffen der Naturwissenschaft – wie ihn etwa das Gesetz verlangen könnte, aber nicht tut; der Gesetzgeber gibt sich mit dem “nihil nocere” zufrieden?
    Kurze Antwort: den gibt es nicht und wird ihn nie geben.

    Oder geht es um Homöopathie als Zweig der medizinischen KUNST, d.h. der (erlernbaren) Fähigkeit zu heilen?
    Der Hinweis hier auf der Seite, dass Ethnologie-Studis in dem Seminar zu finden sind, ist nämlich ein guter: die sind vertraut mit (oder gespannt auf) RITUALE.
    Es handelt sich um soziale Information, in einer vorhersagbaren Situation beim Homöopathen, und durchaus möglich wenn die Nachbarin es empfiehlt.
    (Zeitschriften sind allerdings schlecht im Erreichen von Individualeffekten, modegelenkte Leute gibt es allerdings; “in-sein-WOLLEN” lautet das Prinzip, und seit den Zeiten des heilenden Quecksilbers und des Aderlasses ist die Homöopathie zweifellos ein Fortschritt wegen der fehlenden Nebenwirkungen)
    Gute Homöopathen stellen FRAGEN, viele davon würde niemand sonst stellen, es ist eine absurde Psychotherapie, die eine kognitive Dissonanz erzeugt auch in den Patienten, die alles andere als Genies sind.
    Und deren Gehirne können dann eine neue Ordnung erzeugen – und das wirkt sich auf die Physiologie aus.
    Und diese Herangehensweise im Prinzip bei ÄrztInnen und geprüften HeilpraktikerInnen nach dem deutschen Heilpraktikergesetz zu belassen ist ganz gut, da diese ausgebildet sind akute Krankheiten und übertragbares zu erkennen (nobody is perfect, aber so gut wie eben möglich); da gehört die Homöopathie nämlich nicht hin (oder man kann auch Hypnose als Schmerzmittel einsetzen in einer Situation wo Medikamente fehlen; das ist besser als nichts; besser ist es gar nicht erst in eine Triage-Situation zu kommen oder ein Sozialsystem das absolute Armut verhindert)

    Das Problem mit Kindern sollte unter dem Aspekt diskutiert werden, ob in einer gegebenen Situation Ritalin oder Kügelchen schlimmer sind; meine Erfahrung – Prügel bis ich still war, weil ich ungewollt war und meine Existenz nur störte – möchte das jemand empfehlen???
    Also: erst das Paradigma (die Fragestellung); und:
    Übertreibung schadet immer.

  37. #37 Joerg
    12. November 2008

    @Rune: Ach herrje, viel Noise, wenig Signal. Eine Aussage erkenne ich in ihrem Sätzen nicht, aber das ist einfach zu schlecht um es stehen zu lassen…

    “Das Problem mit Kindern sollte unter dem Aspekt diskutiert werden, ob in einer gegebenen Situation Ritalin oder Kügelchen schlimmer sind; meine Erfahrung – Prügel bis ich still war, weil ich ungewollt war und meine Existenz nur störte – möchte das jemand empfehlen???”

    Ein Argumentum ad misericordiam – schaut wie schlecht es mir geht. Verbunden mit einem “Red Herring”. Ob sie Prügel bekommen haben, ist völlig egal für die Diskussion und hat nichts mit Medizin zu tun.

    “Gute Homöopathen stellen FRAGEN, viele davon würde niemand sonst stellen, es ist eine absurde Psychotherapie, die eine kognitive Dissonanz erzeugt auch in den Patienten, die alles andere als Genies sind.”

    Das ist gar kein Argument, das ist nur eine Aneinanderreihung von Wörter. Ich nenne es “das geschüttelte Wörterbuch”.

    “Oder geht es um Homöopathie als Zweig der medizinischen KUNST, d.h. der (erlernbaren) Fähigkeit zu heilen?”

    Medizin ist eine Wissenschaft, keine Kunst. Sozilaer Umgang, Diagnose etc. könnte man eventuell als Kunst bezeichnen, aber auch darin sind Mediziner den Voodoo-Heilern um Längen überlegen, denn auch das lernen sie.

    “Kurze Antwort: den gibt es nicht und wird ihn nie geben.”

    Stimmt, das ist allerdings wahr. Wo nichts ist, kann man nichts beweisen. If you put lipstick on a pig…

    Bitte, wenn Sie etwas beitragen wollen, stellen sie bitte mal in zwei-drei Sätzen eine Aussage auf…

  38. #38 Rincewind
    12. November 2008

    Zit Rune: “Gute Homöopathen stellen FRAGEN, viele davon würde niemand sonst stellen,”

    Zurecht.

    Zit Rune:”Und deren Gehirne können dann eine neue Ordnung erzeugen – und das wirkt sich auf die Physiologie aus.”

    Genau. Im “besten” Fall kann man damit Kunden so weichkochen, dass sie psychotisch werden. Und das soll dann z.B. gegen eine Sepsis helfen? Verzeihung, aber diese These ist mehr als absurd.

    Eine “Anamnese” schaut dann z.B. so aus (Aus dem Homöopathie-Unterricht an einer Uni (ein Skandal für sich):

    Zitat aus:

    http://www.kidmed.de/forum/showtopic.php?threadthreadid=8744

    Wir haben hier nun einen Patienten. Er ist krank. Chronisch krank. Regelmäßige Arztbesuche sind notwendig, weil er sonst schwerwiegende Schäden davon trägt Es gibt dazu eine klare Diagnose und eine klare Therapie. Es waren mehrere Spezialisten beteiligt.

    Nun beginnt ein Spiel. Ein böses Spiel, bei dem man zum Schluß fast vergißt, was dieser Patient eigentlich hatte.

    Das Spiel heißt Anamnese, und markiert den Teil, der Homöopathie, der einen wahren Geldregen für den Homöopathen bedeutet: Endloses Ausfragen des Patienten.

    Der Homöopath beginnt am Kopf und arbeitet sich nach und nach bis zur letzen Darmwindung vor. Es gilt jeder falsche Wind im Gedärm, auch wenn dieser in der Kindheit stattfand. Und wehe, Sie können sich nicht mehr erinnern, in welchem Alter Sie Masern hatten. Dann wird so lange gefragt, bis Sie entnervt antworten: “Mit 4!” Ob das stimmt oder nicht, ist einerlei. Die Haupsache ist, es gibt eine Antwort.

    So bekommen wir schon mal eine ordentliche Menge an körperlichen Symptomen, von der Kindheit bis zum heutigen Tage zusammen:

    * Masern mit 4
    * Mittelohrentzündungen irgendwann
    * Pickel in der Pubertät
    * Eine Blasenentzündung
    * Ein Sturz
    * Ein gebrochenes Bein
    * Mehrfach Kopfschmerzen, etc., etc.,

    Aber das reicht natürlich noch nicht. Damit bekommt man mit etwas Übung höchstens 20 Minuten voll, bei einer Sitzung, die, wenn sie lukrativ sein soll, wenigstens eine Stunde dauern muß.
    Wir brauchen also mehr. Da bietet es sich an, auf Gewohnheiten auszuweichen.

    * Haben Sie die Füße beim schlafen, unter oder über der Bettdecke?
    * Fenster auf oder zu?
    * Lieber Flugzeug, oder Auto?
    * Fettes, oder lieber süßes Essen?
    * Nehmen Sie üblicherweise ein Frühstück ein?

    Die nächsten 20 Minuten sind also ausreichend verplant. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Der Homöopath kann fragen, was er mag. Außerdem ist der Patient nun so weich gekocht, daß er in die entscheidende Phase übertritt: Er beginnt von seinem Leben zu erzählen. Das braucht der Homöopath, denn:

    Egal was Sie für eine Krankheit haben. Psychische Symptome sind die wichtigsten!

    Denn nun beginnt er. Der absurdeste Teil der Anamnese:

    * Wie ist die Beziehung zu Mutter?
    * Wie ist die Beziehung zu den Geschwistern?
    * Wie die zum Vater?
    * Gibt es Ängste?
    * Was wünschen Sie sich?
    * Gab es Verluste?

    Absurd schon allein deshalb, weil die Grundvoraussetzung für die Interpretation der Aussagen des Patienten fehlt.

    Wenn psychische Symptome das angeblich Wichtigste an der Homöopathie sind:

    Warum haben Homöopathen dann keine psychologische Ausbildung und dilletieren auf niedrigstem Laienniveau?

    Das läßt sich leicht erklären: Sie brauchen keine!

    Sie brauchen keine, weil der Meister aller Homöopathen, Hahnemann, etwas genutzt hat, das jeder Mensch kann, und das auch ausgiebig von jedem betrieben wird:

    Banalste Gossenpsychologie

    Damit Sie das verstehen, ein paar Beispiele:

    Der Mensch reist viel und gerne –> Gemäß Homöopathen und der Gosse, eine Entwurzelung
    Der Mensch reist nicht gerne –> Trägheit, Bequemlichkeit, Verbundenheit mit dem Wohnort
    Der Mensch hat Ärger mit dem Ehepartner –> Kränkung
    Der Mensch ist gerade solo –> Einsamkeit
    Ihm gefällt die Einsamkeit –> Kontaktscheu

    Und so geht das weiter und weiter. Egal was der Patient antwortet, es wird interpretiert, was das dumpfe Gerede Hahnemanns hergibt. Immer an den Arzneimitteln entlang, bei denen psychische Symptome ganz vorne in der materia medica stehen.
    Der Gipfel der Frechheit der Homöopathen, besteht schlußendlich auch noch in der Bewertung der Intelligenz des Patienten, welche entscheidend zur Mittelauswahl beiträgt.

    Das Opfer, das in der heutigen Sitzung anwesend war, wird sich in der nächsten als “Natrium muriaticum” entpuppen. Nehmen sie schon einmal jetzt die Gemütssymptome aus dem Arzneimittelbild Nat.-m. mit, und überlegen Sie sich, was dieser Patient wohl geantwortet hat, um mit so einem Mittel bedacht zu werden:

  39. #39 Dr. E. Berndt
    12. November 2008

    @Rincewind
    Danke! Ein besonders helles Licht auf eine dunkle Seite!

  40. #40 Dr. E. Berndt
    12. November 2008

    @Rincewind
    Danke! Ein besonders helles Licht auf eine dunkle Seite!

  41. #41 Dr. E. Berndt
    12. November 2008

    @Rincewind
    Danke! Ein besonders helles Licht auf eine dunkle Seite!

  42. #42 Dr. E. Berndt
    12. November 2008

    @Rincewind
    Danke! Ein besonders helles Licht auf eine dunkle Seite!

  43. #43 Rose
    12. November 2008

    @rincewind:
    Ins Schwarze getroffen!
    Dasselbe habe ich vor einiger Zeit auch beobachtet, als mein Mann nach mehrfachen erfolglosen H-Therapieversuchen (sogar mit Tausender-Potenzen) mit wechselnden Präparaten seine H-Ärztin angerufen hat: Angesichts der fehlenden Wirkung wurde im Gespräch plötzlich auf die psychische Ebene ausgewichen, auf einmal wurden Fragen nach seinen Träumen in letzter Zeit gestellt, “es tue sich was Neues auf” und blabla – no na, für wen nicht, solange man jeden Morgen gezwungen ist, sich aus dem Bett zu wälzen! Genau das finde ich auch methodisch unsauber. Für Psychotherapie gibt’s Profis mit dem nötigen Mindestmaß an Selbsterfahrung, um nicht unreflektiert in Arzt-Patienten-Beziehungen herumzupfuschen.

  44. #44 Dr. E. Berndt
    13. November 2008

    Wie wird man Homöpath? Diese Frage beantwortet Dr. Ch. Abermann selbst im Internet.

    http://www.sih.at/NEW/pics/Interview_Dr_Abermann_SIH_HP.pdf

    Dr. Christoph Abermann ist seit 2001 als Arzt in Oberösterreich niedergelassen. Während seines Medizinstudiums beschäftigte er sich intensiv mit Homöopathie und gründete 1997 mit Gleichgesinnten die Studentinnen Initiative Homöopathie. Er ist Referent für das Wahlfach „Homöopathie“ der medizinischen Universität Wien (u. a.
    zum Thema „Wissenschaft und Homöopathie“). Vom 17.-21.3.2008 wird er das nächste Grundlagenseminar halten.

    Für die SIH sprachen Guli Salaschor und Regina Breinesberger mit ihm.

    Herr Dr. Abermann, wie sind Sie zur Homöopathie gekommen?

    Ich war 18 Jahre und bin mit meinem Vater mit dem Auto nach Schweden gefahren.
    Er hat dauernd neben mir geschlafen und ich habe mir alle seine Kassetten angehört, die er im Auto hatte. Eine Kassette davon trug den Titel „Homöopathie als Grundprinzip“ von Thorwald Detlefsen (Gesundheitsphilosoph aus Deutschland).
    Dieser beschreibt vor einem Laienpublikum in eineinhalb Stunden die Grundprinzipien der Homöopathie und dass diese nicht nur in der Homöopathie gelten, sondern eigentlich Grundprinzipien im Universum sind. Ein Jahr später habe ich im Zivildienst beschlossen Homöopath zu werden, weil es mich so fasziniert hat, wie T. Detlefsen dies beschrieben hat. Es war logisch, zuerst einmal Arzt und dann Homöopath zu werden.

    Ich hab mit Studienbeginn gleich angefangen mich mit der Homöopathie zu beschäftigen. Das war in Innsbruck, wo ich den ersten Abschnitt gemacht habe. Es
    hat zu der Zeit überhaupt nichts gegeben, ich war allein auf weiter Flur und bin mir
    vorgekommen wie ein Aussätziger, wenn ich über Homöopathie gesprochen habe.
    Erst als ich dann nach Wien für den 2.Abschnitt gewechselt habe, hatte ich das Gefühl, aha, ich bin nicht ganz allein auf der Welt, weil da ja schon die Vorlesung vom Dr. König am Laufen war.