Der indische “Wunderyogi” Prahlad Jani, der angeblich seit 70 Jahren nichts isst und trinkt, und der in P. A. Straubingers Film Am Anfang war das Licht als lebender Beweis für die Realität des Phänomens Lichtnahrung dienen soll, hat beim Test 2003 versagt. Das haben wir an dieser Stelle bereits ausführlich argumentiert: Jani hat innerhalb von 10 Tagen 4 kg an Gewicht verloren – und das bei einem Ausgangsgewicht von 42 kg.


Selbst P. A. Straubinger sagte ja im ORF:

Wenn ich nichts esse und ich verliere massiv an Gewicht, dann ist es nicht Lichtnahrung.

Doch bereits eine Minute später, als es um die 2,6 kg Gewichtsverlust eines anderen getesteten Lichtesser geht, meint Straubinger:

Die zweieinhalb Kilo sind weniger wichtig als die Ketone.

Was P.A. Straubinger damit sagen will, ist, dass er für den plötzlichen
Gewichtsverlust aller getesteten Lichtesser nicht die geringste
Erklärung hat und deshalb diese Frage lieber in weitem Bogen umgehen
möchte, um den Zuseher auf einen vergleichsweise unbedeutenden
Nebenschauplatz zu führen: Die angeblich “erstaunlich normalen” Blutwerte
des fastenden Wunderyogis Prahlad Jani, die im Film von AKH-Mediziner
Anton Luger bestaunt werden.

Na gut, dann sehen wir uns eben die Blutwerte nocheinmal näher an.
Roland K. hat sich die große Mühe gemacht (vielen Dank dafür!), sämtliche Blutwerte, die
Aufschluss über den Ernährungszustand des Yogis geben, händisch aus dem
hingeschluderten Abschlussbericht des Untersuchungsleiters Sudhir Shah
zu extrahieren, in eine Excel-Tabelle einzufügen und um die
entsprechenden Normwerte (grüner Bereich) zu ergänzen. Außerdem ist auch
ein Vergleich des Werteverlaufs mit dem Datum des berüchtigten
“Badetags” des Yogis aufschlussreich, weswegen dieses mit einer roten
Linie markiert ist. Der graue Bereich umfasst das eigentliche
Fastenexperiment. (Für fehlende Daten sowie unklare und wechselnde Maßeinheiten ist der Nichtwissenschaftler Sudhir Shah verantwortlich.)

Mit Ausnahme des Kalium bleibt kein einziger der hier abgebildeten 12 Blutwerte während des
gesamten Experiments im Normbereich. “Erstaunlich normal“? Und was ist jetzt mit Straubingers
Ketonen? Zu diesen zählt das Aceton, das bei Prahlad Jani die obere Grenze des Normbereichs
um etwa das 10fache übersteigt. “Erstaunlich normal“? Klicken Sie zum Vergrößern und
urteilen Sie selbst…

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Kommentare (83)

  1. #1 Dingens
    20. November 2010

    Sehr schön!
    Der Blutzuckerspiegel sagt doch eigentlich alles, oder?
    Grüße
    Der Dingens

  2. #2 Randifan
    20. November 2010

    David Blaine überlebte 2003 40 Tage ohne Nahrung und hing während der gesamten Zeit in einer Glaskiste über der Themse. Dabei nahm er 25 Kilo ab, fast 25 % seines Körpergewichts. Ich weiß nicht, wie lange der Guru unter diesen Umständen überleben könnte.

  3. #3 BF
    20. November 2010

    In der Tat: Sonderbare Laborwerte.
    Während die gezeigten hämatologischen Parameter außer dem allgemeinen Verdacht einer Mangelernährung nicht viel aussagen (können), wären die fehlende Hämatokritwerte jenseits des Badetages interessant gewesen, die sich der “Versuchleiter” nicht ohne Grund verkniffen hat.
    Die Nierenparameter, soweit sie einigermaßen vollständig vorliegen, “diagnostizieren” geradezu den Badetag.
    Der hochpathologischen katabolen Stoffwechsellage (Ketokörper) im Verlauf des Experiments gingen zwar immer noch pathologische, jedoch deutlich niedrigere Werte aus der Phase vor Experiment voraus.
    Am 18.11.2003 gab’s wohl zur Halbzeit zur Belohnung heimlich eine Pizza :-) (Blutzucker).
    So ein durchsichtiger Schmarrn aber auch!

    Indes stellt sich mir die Frage, ob sich Publizisten nicht vom Vorwurf des schweren Betrugs im Sinne des § 147 (2) oder sogar (3) StGB (AT )bedroht fühlen sollten, weil sie sich durch ihre Tätigkeit zu bereichern versuchen. Schließlich schützt Dummheit nicht vor Strafe.
    Aber was solls? Die ganze Zunft schmölze kümmerlich zusammen… 😉

    Wenn kein Menschleben zur Disposition stünde, hätte ich nicht schlecht Lust, alles noch einmal mit meinem eigenen Versuchsdesign zu wiederholen, natürlich ohne Badetag und “Bergfest”, dann aber mit 24-h-Video-Begleitung aus mehreren Ebenen.

  4. #4 Roland K.
    20. November 2010

    Da gibt es die einmalige Gelegenheit einen “Wunderyogi” zu untersuchen – man nimmt ihm regelmäßig Blut ab, analysiert es und dann….

    Nur für Natrium liegen 8 Messwerte vor.
    Bei Harnstoff, Kreatinin und Kalium sind es nur mehr 7.
    Für Chlorid und Aceton werden nur 6 Messwerte angegeben.
    Bei Blutzucker, Hämoglobin und anderen waren es nur mehr 5.
    Und bei Harnsäure gar nur 2.

    Für den letzten Tag der Untersuchung liegen überhaupt keine Messwerte vor, für den vorletzten gibt es nur bei 4 von 12 einen Messwert. Wie praktisch wenn man zugleich behauptet der Yogi wäre 10 Tage lang untersucht worden und seine Werte wären “normal” geblieben.

    Und das Gewicht veröffentlicht man gleich gar nicht (bzw. nur versehentlich).

  5. #5 Jürgen Bolt
    21. November 2010

    Die Blutwerte sind wirklich ‘erstaunlich normal’. Nämlich für jemanden der – abgesehen vom ‘Bergfest’ – nichts ißt. Und der dermaßen hyperton dehydriert, daß er schließlich sogar Badewasser trinkt.

  6. #6 Jürgen Bolt
    21. November 2010

    Die Blutwerte sind wirklich ‘erstaunlich normal’. Nämlich für jemanden der – abgesehen vom ‘Bergfest’ – nichts ißt. Und der dermaßen hyperton dehydriert, daß er schließlich sogar Badewasser trinkt.

  7. #7 Basilius
    21. November 2010

    Es ist schon sehr bezeichnend, mit welcher Nachlässigkeit hier die Laborwerte ermittelt wurden. In jedem Laborpraktikum würde man solche Meßreihen den Studenten (zu Recht) um die Ohren hauen. Wer immer diese Meßreichen in seinen Bericht geschrieben hat, er hatte auf jeden Fall kein reales wissenschaftliches Interesse und wollte das bestimmt nicht sauber dokumentieren. Obwohl witzigerweise ja der klägliche Rest schon ausreicht um eine Tendenz zu erkennen, welche dem Herrn Straubinger trotzdem nicht gefallen dürfte.

  8. #8 Huber
    21. November 2010

    Es erstaunt micht das “Wissenschaftler” sich Gedanken um den Jogi machen
    stellt sich mir die Frage weshalb wollten “Wissenschaftler” den Jogi in die Medien bringen? Werbung für den Film? oder geziehlte Psychologische Volksverdummung?
    zieht bei vielen der Esoterik und Pseudowissenschaftsmüll nicht mehr? gibts gar Umsatzeinbrüche?
    Sollen die Leute wieder mehr an Homophatische Wundermittelchen glauben?
    Gibts zuviele arbeitslose Pseudowissenschaftler … wer weiß?
    Und gabs da nicht wen der für einen echten Pseudowissenschaftlichen Beweis ne Million verschenkt?
    Ja er hat sie immer noch trotz vieler Bewerber.
    Würde man das Volk nicht verblöden wollen würde es keinen Film über Lichtnahrung
    oder gar diesen Wunderjogi in den Medien geben aber wie jeder Mensch weiß passiert nur sehr wenig ohne Grund auch in den Medien.

    Kritsch Gedacht…

  9. #9 Günther Vennecke
    21. November 2010

    @Huber

    Und gabs da nicht wen der für einen echten Pseudowissenschaftlichen Beweis ne Million verschenkt?

    Ja, das ist James Randi mit seiner MIllion-Dollar Challenge: http://www.randi.org/site/index.php/1m-challenge.html

    Meiner Meinung nach eine Webseite, mit der sich jeder Esoteriekr auseinander setzen sollte, damit diese Typen endlich erkennen, was für einem Schmarrn sie da aufsitzen.

    Randi hat sich übrigens auch in eindeutiger Weise zu dem Betrüger Prahlad Jani geäußert: http://www.youtube.com/watch?v=l0u6eJB9GLY

    Sehr sehenswert und dürfte so ziemlich jeden Eso auf die Palme bringen.

  10. #10 Günther Vennecke
    21. November 2010

    @Huber

    Und gabs da nicht wen der für einen echten Pseudowissenschaftlichen Beweis ne Million verschenkt?

    Ja, das ist James Randi mit seiner MIllion-Dollar Challenge: http://www.randi.org/site/index.php/1m-challenge.html

    Meiner Meinung nach eine Webseite, mit der sich jeder Esoteriekr auseinander setzen sollte, damit diese Typen endlich erkennen, was für einem Schmarrn sie da aufsitzen.

    Randi hat sich übrigens auch in eindeutiger Weise zu dem Betrüger Prahlad Jani geäußert: http://www.youtube.com/watch?v=l0u6eJB9GLY

    Sehr sehenswert und dürfte so ziemlich jeden Eso auf die Palme bringen.

  11. #11 eroitz
    21. November 2010

    Was mir noch nicht so ganz klar ist…..
    Wenn das kleine Männlein von 42kg an 10 Tagen 4kg Gewicht verloren hat und er laut Messwerten keine (weitere) Dehydration erfahren hat (oder lese ich da was falsch?) muss er 4 kg Fett verloren haben.
    4000g Fett entspricht ca. 37000kCal., was 3700kcal pro tag entspräche.
    Er sollte bei seinem alter und gewicht einen geschätzten verbrauch von 1300-1500kCal.
    Wie geht das also, wenn er nicht 5 Stunden täglich gejoggt ist (ca. 3000kCal).

  12. #12 Christian A.
    21. November 2010

    So oder so, das ist dramatisch, 10% Gewicht in 10 Tagen, oder? Besteht die Möglichkeit, dass er Muskelmasse verloren hat, und wenn ja, wie hoch kann man den Energiegehalt davon bewerten?

  13. #13 eroitz
    21. November 2010

    Muskelmasse also Eiweiß hat einen Energiegehalt von ca. 4.2kCal pro Gramm.

    Bei reinem Eiweißabbau (ebensowenig möglich wie reiner Fettabbau) wären dass 1680kCal pro Tag.

  14. #14 Anton
    22. November 2010

    @eroitz: Verstehe ich dich richtig, dass du auch von einem Wunder ausgehst? In dem Fall aber das Wunder wie er – WTF – s o v i e l Gewicht verlieren konnte… 😉

  15. #15 Bullet
    22. November 2010

    @Anton: das Wunder schrumpft zur schnöden Banalität zusammen, wenn man einfach annimmt, daß der Kerl Wasser verliert. Wie jeder andere Mensch auch. Und daß er dieses Wasser dann auch, wie jeder andere Mensch auch, wieder zu sich nehmen muß. Und der Hinweis, daß, wenn es kein Wasser ist, es dann Fett sein müßte (Hallo? FETT? Bei diesem Gerippe???), sagt doch schon alles.

  16. #16 eroitz
    22. November 2010

    @Bullet
    Verschlechtern sich die Wasserwerte derart, dass man auf 10% Wasserverlust schließen kann? Kenn mich da ja wiegesagt nicht soo gut aus. Nur solltest du bedenken, dass bei einem Wasserverlust von 11-12% mann/frau/mensch ins Delirium fällt! Wasserverlust ist also am UNwahrscheinlichsten, vorallem wenn man den Auftank äh Badtag bedenkt.
    Also bitte mal eine vernünftige Erklärung…

  17. #17 Bullet
    22. November 2010

    @eroitz:
    ich hab keine Ahnung, WANN genau jemand wg. Wasserverlust in Schwierigkeiten gerät.
    Sicher ist nur eins: wer behauptet, seit 40 Jahren nichts zu essen und zu trinken, darf nicht plötzlich mit Gewichtsverlust anfangen, wenn man mit Messungen an ihm beginnt. OBWOHL die Messungen offenbar von Stümpern durchgeführt wurden…

  18. #18 Jürgen Bolt
    22. November 2010

    @eroitz:
    Du machst ein paar Denkfehler:
    1. Das Männchen ist nach den Laborwerten (z.B. Hämatokrit) zunehmend hyperton dehydriert.
    2. Zu dem Wasserverlust durch hypertone Dehydration addiert sich noch der Wasserverlust durch isotone Dehydration bei Verlust osmotisch aktiver Substanzen und des dadurch gebundenen Wassers. Hier vor allem von Eiweißen. Deine Rechnung vom Gewichtsverlust durch den Verlust von Muskeleiweiß berücksichtigt diesen Wasserverlust nicht. Muskeln bestehen zu ca. 20% aus Eiweiß und 75% aus Wasser – und das wird frei und kann auch ausgeschieden werden.

    Der Eiweißverlust beträgt am Anfang des Fastens ca. 200g/Tag (+Wasser!) für die Glukoneogenese und sinkt dann innerhalb einer Woche in dem Maß, in dem Ketone an Stelle der Glukose im Energiestoffwechsel treten.
    Der Fettverlust beträgt etwa 250g/Tag (+Glycerin; Fettgewebe hat etwa 7,5 kcal/g).

    Ergibt: 2-3 kg Verlust von Fettgewebe in 10 Tagen + 0,5-1 kg Verlust von Eiweiß + 0,5 kg Wasser+eventuell Glykogen. 4 kg Gewichtsverlust in 10 Tagen sind also für das unterernährte und dehydrierte Männchen durchaus realistisch.

  19. #19 Jürgen Bolt
    22. November 2010

    @eroitz:
    Du machst ein paar Denkfehler:
    1. Das Männchen ist nach den Laborwerten (z.B. Hämatokrit) zunehmend hyperton dehydriert.
    2. Zu dem Wasserverlust durch hypertone Dehydration addiert sich noch der Wasserverlust durch isotone Dehydration bei Verlust osmotisch aktiver Substanzen und des dadurch gebundenen Wassers. Hier vor allem von Eiweißen. Deine Rechnung vom Gewichtsverlust durch den Verlust von Muskeleiweiß berücksichtigt diesen Wasserverlust nicht. Muskeln bestehen zu ca. 20% aus Eiweiß und 75% aus Wasser – und das wird frei und kann auch ausgeschieden werden.

    Der Eiweißverlust beträgt am Anfang des Fastens ca. 200g/Tag (+Wasser!) für die Glukoneogenese und sinkt dann innerhalb einer Woche in dem Maß, in dem Ketone an Stelle der Glukose im Energiestoffwechsel treten.
    Der Fettverlust beträgt etwa 250g/Tag (+Glycerin; Fettgewebe hat etwa 7,5 kcal/g).

    Ergibt: 2-3 kg Verlust von Fettgewebe in 10 Tagen + 0,5-1 kg Verlust von Eiweiß + 0,5 kg Wasser+eventuell Glykogen. 4 kg Gewichtsverlust in 10 Tagen sind also für das unterernährte und dehydrierte Männchen durchaus realistisch.

  20. #20 eroitz
    22. November 2010

    @Bullet
    Das ich nicht an ausgemacht Schwachsinn glaube steht außer Frage!
    Ich bin nur bemüht kritisch zu Denken und alles zu Verstehen…
    eine wirkliche Erklärung hast du ja auch nicht gefunden!

    @Jürgen
    Habe deine “Einleitung” bzw. meine “Fehler” nicht in voller Gänze Verstanden.
    Hast du vllt eine Literatur Empfehlung dazu?
    Die Na + Cl-Wert sind doch rel. normal – bzw nicht schlechter als am Anfang?!
    Help!

    Ich bin dennoch erstaunt über einen derart hohen Gewichtsverlust – dann hat er vllt wirklich nichts gegessen und sich noch viel Bewegt…

  21. #21 noch'n Flo
    22. November 2010

    @ eroitz:

    Die Na + Cl-Wert sind doch rel. normal – bzw nicht schlechter als am Anfang?!

    Na ja, also zunächst sind sie ja erst einmal angestiegen. Was darauf hindeutet, dass immer weniger Flüssigkeit im Körper vorhanden war (Elektrolyte bleiben (absolut) konstant bzw. nehmen nur leicht ab, die Wassermenge nimmt schnell ab, ergo ist im Blut eine höhere Konzentration von Na und Cl pro ml zu messen).

    Am 20.11.2003 stürzen die Werte von Na und Cl (und noch ein paar andere Parameter) dann schlagartig ab – ein Zeichen für Flüssigkeitszufuhr von aussen.

  22. #22 Jürgen Bolt
    22. November 2010

    @eroitz
    Literatur des Energiestoffwechsels z.B.: Biochemie des Menschen von Florian Horn et al.; Stoffwechel beim Fasten z.B. in: Ernährungsmedizin von Biesalski et al.

    Ich versuche, es nochmal anders zu beschreiben.

    Dein “Fehler” (wie mir scheint): Du berechnest richtigerweise Fett mit 9,3 kcal und Eiweiß mit 4,1 kcal/g, übersiehst aber, daß beim Abbau von Fett (=Triacylglyceride) auch immer Gycerin abgebaut und verstoffwechselt wird, so daß FettGEWEBE nur etwa 7,5 kcal/g hat (ergäbe also bei 4 kg Gewichtsverlust 30.000 kcal, d.h. 3.000/Tag – immer noch ‘zuviel’). Und beim Abbau von Eiweiß wird auch Wasser frei, das dann ausgeschieden wird oder zur Reduktion der Dehydration verfügbar ist. Letzteres gilt übrigens auch für Glykogen: 1 g Glykogen bindet knapp 3 g Wasser, so daß man, wenn die kompletten Glykogenspeicher von 400 g (=1.650 kcal) entleert werden, ca. 1.500 g abnimmt – Isotonie vorausgesetzt.

    In vivo haben Fett etwas und Eiweiß deutlich weniger als 9,3 bzw 4,1,kcal/g.

    Allgemein liefert Fett beim Fasten den größten Teil der Energie. Allerdings können Fettsäuren die Bluthirnschranke nicht passieren, und die Roten Blutkörperchen haben keine Mitochondrien, die zum Fettabbau benötigt werden. Zentralnervensystem und Erythrozyten sind also auf einen hydrophilen Energielieferanten bzw. Aminosäuren+Glokuneogenese angewiesen, wenn die Glykogenvorräte erschöpft sind. Zu Beginn des Fastens wird deshalb zusätzlich zum Fett vor allem Eiweiß abgebaut und im Energiestoffwechsel verbrannt. Diese Rolle übernehmen dann zunehmend Ketone (die über die Betaoxidation der Fettsäuren gebildet werden und ebenfalls hydrophil sind).

    Wenn ich meinen Text jetzt nochmal lese, wirkt er immer noch geradezu kryptisch knapp. Tut mir leid. In Lehrbüchern der Biochemie werden diese Themen über etliche Seiten erklärt. Vielleicht kommst Du doch nicht darum herum, da nochmal genau nachzulesen. Macht aber auch Spaß!

  23. #23 Jürgen Bolt
    22. November 2010

    @eroitz
    Literatur des Energiestoffwechsels z.B.: Biochemie des Menschen von Florian Horn et al.; Stoffwechel beim Fasten z.B. in: Ernährungsmedizin von Biesalski et al.

    Ich versuche, es nochmal anders zu beschreiben.

    Dein “Fehler” (wie mir scheint): Du berechnest richtigerweise Fett mit 9,3 kcal und Eiweiß mit 4,1 kcal/g, übersiehst aber, daß beim Abbau von Fett (=Triacylglyceride) auch immer Gycerin abgebaut und verstoffwechselt wird, so daß FettGEWEBE nur etwa 7,5 kcal/g hat (ergäbe also bei 4 kg Gewichtsverlust 30.000 kcal, d.h. 3.000/Tag – immer noch ‘zuviel’). Und beim Abbau von Eiweiß wird auch Wasser frei, das dann ausgeschieden wird oder zur Reduktion der Dehydration verfügbar ist. Letzteres gilt übrigens auch für Glykogen: 1 g Glykogen bindet knapp 3 g Wasser, so daß man, wenn die kompletten Glykogenspeicher von 400 g (=1.650 kcal) entleert werden, ca. 1.500 g abnimmt – Isotonie vorausgesetzt.

    In vivo haben Fett etwas und Eiweiß deutlich weniger als 9,3 bzw 4,1,kcal/g.

    Allgemein liefert Fett beim Fasten den größten Teil der Energie. Allerdings können Fettsäuren die Bluthirnschranke nicht passieren, und die Roten Blutkörperchen haben keine Mitochondrien, die zum Fettabbau benötigt werden. Zentralnervensystem und Erythrozyten sind also auf einen hydrophilen Energielieferanten bzw. Aminosäuren+Glokuneogenese angewiesen, wenn die Glykogenvorräte erschöpft sind. Zu Beginn des Fastens wird deshalb zusätzlich zum Fett vor allem Eiweiß abgebaut und im Energiestoffwechsel verbrannt. Diese Rolle übernehmen dann zunehmend Ketone (die über die Betaoxidation der Fettsäuren gebildet werden und ebenfalls hydrophil sind).

    Wenn ich meinen Text jetzt nochmal lese, wirkt er immer noch geradezu kryptisch knapp. Tut mir leid. In Lehrbüchern der Biochemie werden diese Themen über etliche Seiten erklärt. Vielleicht kommst Du doch nicht darum herum, da nochmal genau nachzulesen. Macht aber auch Spaß!

  24. #24 eroitz
    22. November 2010

    Nein – absolut perfekt!
    Genauso habe ich das auch noch in Erinnerung. Nur das mit dem isotonen und hypteronen Wasserverlust hat mich “verwirrt”.
    Dass die Energiebereitstellung auf dem von “uns” beschriebenen Wegen abläuft sieht man ja auch gut an seiner Ketose -> möchte ja nicht wissen wie sein Atem riecht!

    Jedenfalls ist und bleibt ein Gewichtsverlust von 4g eines 42kg schweren, alten! Menschen bemerkenswert hoch!

    Weis jmd wann der Gewichtsverlust gemessen wurde? Muss ja nicht zwangsweise am Ende der “Beobachtung” gewesen sein.

  25. #25 Oliver
    22. November 2010

    4kg Gewichtsverlust innerhalb von 10 Tagen ohne Flüssigkeitszufuhr ist, wie oben richtig erklärt wird, nicht “bemerkenswert hoch” sondern natürlich schon sehr wenig, aber für jemanden mit Janis Vorgeschichte eben durchaus im Bereich des Möglichen und nicht Übernatürlichen. Bemerkenswert, ja übernatürlich hoch wäre der Gewichtsverlust freilich für jemanden, der tatsächlich zeitlebens nie getrunken oder gegessen hat.

  26. #26 Bullet
    23. November 2010

    @eroitz:

    eine wirkliche Erklärung hast du ja auch nicht gefunden!

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
    -> “wer behauptet, seit 40 Jahren nichts zu essen und zu trinken, darf nicht plötzlich mit Gewichtsverlust anfangen, wenn man mit Messungen an ihm beginnt. OBWOHL die Messungen offenbar von Stümpern durchgeführt wurden…
    Sollte ich noch “oder Lügnern” hinzufügen?
    Ist DAS keine “wirkliche Erklärung”?

  27. #27 Roland K.
    23. November 2010

    Die Werte für Harnstoff, Natrium und Chlorid legen nahe, dass der Yogi am Badetag Wasser zu sich genommen hat. Entweder er hat das gemacht während er sich das Wasser mit einem Kübel über den Kopf geleert hat (es gibt ein Foto, dass er das wirklich so gemacht hat, den Ärzten muss man dann aber Naivität und Dummheit vorwerfen) oder er hat das auf weit subtilere weise gemacht (ev. auch zusätzlich). Meine Vermutung: er hat die Yogi-Technik Jala-Basti angewendet. Dabei wird durch Muskelkontraktionen Wasser über den After in den Darm “eingesaugt”. Diese Technik ist eine von mehreren “Reinigungsübungen” (Kriyas) und ist unter traditionellen Yogis in Indien verbreitet. Siehe auch: http://www.yogamag.net/archives/1991/cmay91/basti.shtml

    Meine Frage: wie viel Wasser kann man so aufnehmen, und wie viel Wasser wird über den Darm “aufgenommen” und kann so den Wasserhaushalt wieder etwas ausgleichen?

  28. #28 Christian A.
    23. November 2010

    Bullet, ich glaube Jürgen Bolt hat die wirkliche Erklärung gegeben.

  29. #29 Günther Vennecke
    23. November 2010

    @Roland K.

    Meine Frage: wie viel Wasser kann man so aufnehmen, und wie viel Wasser wird über den Darm “aufgenommen” und kann so den Wasserhaushalt wieder etwas ausgleichen?

    Solche Fragen werden kh aber gar nicht gefallen. Der geht doch davon aus, dass Jani ein Mann ist, der unerklärliche Wunder vollbringen kann.

    Es will ihm einfach nicht in den Kopf, in Jani den Betrüger zu sehen, der er nun einmal ist. Und das Ärzteteam mit ihm unter einer Decke steckt, denn sonst hätten sie den Schwindel bereits nach wenigen Stunden bemerkt.

    Als großer Indien-“Kenner” sollte kh eigentlich wissen, dass eine große Anzahl der Yogis ihre zum Teil durchaus beeindruckenden Fähigkeiten dazu missbraucht, um das abergläubische Volk an der Nase herum zu führen und sich auf diese Weise ein durchaus angenehmes Leben verschafft.

    Das Traurige ist halt nur, dass auch so mancher eigentlich aufgeklärte Westler immer noch auf die Tricks der Yogis hereinfällt. Die hätten in der Schule in den naturwissenschaftlichen Fächern halt ein wenig besser mitmachen sollen, dann würden sie solchen Scharlatanen nicht auf den Leim gehen und brauchten sich in diversen Blogs nicht so bis auf die Knochen zu blamieren.

  30. #30 Günther Vennecke
    23. November 2010

    @Roland K.

    Meine Frage: wie viel Wasser kann man so aufnehmen, und wie viel Wasser wird über den Darm “aufgenommen” und kann so den Wasserhaushalt wieder etwas ausgleichen?

    Solche Fragen werden kh aber gar nicht gefallen. Der geht doch davon aus, dass Jani ein Mann ist, der unerklärliche Wunder vollbringen kann.

    Es will ihm einfach nicht in den Kopf, in Jani den Betrüger zu sehen, der er nun einmal ist. Und das Ärzteteam mit ihm unter einer Decke steckt, denn sonst hätten sie den Schwindel bereits nach wenigen Stunden bemerkt.

    Als großer Indien-“Kenner” sollte kh eigentlich wissen, dass eine große Anzahl der Yogis ihre zum Teil durchaus beeindruckenden Fähigkeiten dazu missbraucht, um das abergläubische Volk an der Nase herum zu führen und sich auf diese Weise ein durchaus angenehmes Leben verschafft.

    Das Traurige ist halt nur, dass auch so mancher eigentlich aufgeklärte Westler immer noch auf die Tricks der Yogis hereinfällt. Die hätten in der Schule in den naturwissenschaftlichen Fächern halt ein wenig besser mitmachen sollen, dann würden sie solchen Scharlatanen nicht auf den Leim gehen und brauchten sich in diversen Blogs nicht so bis auf die Knochen zu blamieren.

  31. #31 eroitz
    23. November 2010

    Danke @ Christian A.

    Versteht jmd was Oliver zu erklären versucht? Ich nicht…

  32. #32 Oliver
    23. November 2010

    4kg in 10 Tagen sind nun mal so wenig, dass man Menschen, die zwar eine gewisse Erfahrung mit Diäten (sie wissen, dass 4kg in der Regel in drei Tagen herunten sein können) aber wenig von Stoffwechselvorgängen im Extrembereich haben und an Lichtnahrung glauben wollen, kaum davon überzeugen kann, dass hier nicht doch Lichtnahrung wenn schon nicht ausschließlich dann doch zumindest zum Teil im Spiel ist. Ich bin auch verwundert, dass sich zu diesem Thema noch keine anerkannten Experten gemeldet haben und Straubinger nach wie vor auf die große Verwunderung bei Marktl und Co. verweisen kann, als sie die Blutwerte von Jani sahen oder was auch immer sie gesehen haben.

  33. #33 eroitz
    23. November 2010

    Ich zitiere mal Anton:
    “@eroitz: ….. wie er – WTF – s o v i e l Gewicht verlieren konnte… ;-)”

    4kg sind ENORM VIEL! 10% seines Ausgangsgewichts!
    Und DESHALB war ich so erstaunt – danke an Jürgen für die Erklärung des Gewichtsverlusts.
    Von Übernatürlichen/Wundern (oder vom Nährwert von Photonen;) ) war nie die Rede…

  34. #34 Oliver
    23. November 2010

    4kg in 10 Tagen sind sehr wenig, selbst in Relation zum Körpergewicht ist es wenig, zumindest wäre es das für einen Durchschnittsbürger, der sich sonst normal ernährt.

  35. #35 eroitz
    23. November 2010

    “…für einen Durchschnittsbürger…”
    Jetzt verstehen wir uns. Ein Durchschnittsbürger wiegt auch etwas mehr als 42kg.
    Durchschnitt (hier) sind glaube ich 82kg also fast das doppelte…
    Grüße und Gute Nacht

  36. #36 BreitSide
    23. November 2010

  37. #37 Oliver
    23. November 2010

    Ich fürchte, wir verstehen uns noch immer nicht. Du meinst, dass 10% Verlust des Körpergewichts bei einer absoluten Null-Diät in 10 Tagen viel ist und ich sage, es ist wenig. Ich hätte dazu aber gern einen Experten gehört.

  38. #38 BreitSide
    23. November 2010

    Input, Input!

  39. #39 Oliver
    23. November 2010

    Echte Nulldiät-Protokolle über einen solchen Zeitraum werden nicht viele vorliegen, weil das Gesundheitsrisiko doch schon recht hoch ist. Ich weiß nur, dass etwa beim Heilfasten bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr die Kilos in den ersten Tagen rasant purzeln. Im Internet finden sich zudem einige Tagebuchaufzeichnungen von “Lichtfastern” und die verlieren um die 15% in der ersten Woche bei meist weit unterdurschnittlichem Ausgangsgewicht.

  40. #40 Michael Huber
    24. November 2010

    Warum nahm der Harnstoffwert erst nach dem Badetag wieder ab, währenddessen aber noch zu?

  41. #41 amoxicillin
    24. November 2010

    Es sollte einzusehen sein, dass der Körper eines wohlstandsverwöhnten Europäers, der zum ersten Mal für Tage nichts isst, anders reagiert als der eines Inders, der seit über 60 Jahren Menschen mit einem Hungerkünstlerstunt narrt.

  42. #42 miesepeter3
    24. November 2010

    Hoffentlich hat der Jogi auch Licht mit dem richtigen Spektrum bekommen. Sonst würde er möglicherweise eine Magenverstimmung erleiden. Wäre ja nicht auszudenken in seinem Zustand.

  43. #43 Bullet
    24. November 2010

    *gg*

    “Wo ist denn der Yogi?”
    “Der sitzt unter seiner Blumenlampe – wie immer.”

    Das wär ja fast einen Sketch wert …

    @eroitz: okay, dann hab ich dich falsch verstanden. Verzeih. Die Rechnung von Jürgen hätt ich so nicht hinbekommen. Ich weiß nur aus eigener Erfahrung (und das ist ehrlicherweise natürlich die eines wohlstandsgewöhnten Westeuropäers), daß Gewichtsverlust eine ganze Zeit erstmal nur Wasser ist. Bis waagenrelevante Mengen an anderen körpereigenen Substanzen flötengehen, dauert es eine Weile. Durchaus logisch ist, daß unsere Körper auch eine Menge mehr Wasser beinhalten. Wer 42 kg wiegt (als ausgewachsener Mensch), der kann nicht aufgeschwemmt und fett sein.
    Der eine Punkt aber bleibt: der Mann hätte in diesen paar Tagen gar kein Gewicht verlieren dürfen, wenn er wollte, daß man seine Behauptung ernst nimmt.

  44. #44 Oliver
    24. November 2010

    “Echte” “Lichtnahrung” funktioniert nicht mit Sonnenlicht, sondern mit Licht hinter dem Licht. (O-Ton eines “Lichtessers”)

  45. #45 klauszwingenberger
    24. November 2010

    @ Oliver:

    Sie funktioniert überhaupt nicht, das zeigen die Diagramme. Allenfalls im Leben hinter dem Leben. Aber das meint das Männlein doch wohl nicht.

  46. #46 wolfgang
    24. November 2010

    wo ist denn P.A.Straubinger geblieben ? Liest der hier eigentlich mit ?

  47. #47 Apophis
    24. November 2010

    sondern mit Licht hinter dem Licht.

    Ist wohl kein Zufall, dass das so klingt wie “hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen”.

  48. #48 Kuchlbacher Rudolf
    24. November 2010

    Und wenn sie nicht gestorben sind…..

  49. #49 klauszwingenberger
    25. November 2010

    @ alle da oben, vor allem Jürgen Bolt:

    Man lernt nie aus. Aus dieser Debatte habe ich einiges über Stoffwechselvorgänge erfahren, was ich so präzise noch nicht wusste. Besten Dank an die Experten!

  50. #50 eroitz
    26. November 2010

    @ Bullet: “…Verzeih…”
    Nicht nötig – dazu sind Diskussionen da ;)!

    Kann im Klausz… nur anschließen!

    Grüße

  51. #51 P.A. Straubinger
    26. November 2010

    Sehr geehrter Herr Berger!

    Wenn ich zitiert werde, möchte ich natürlich im richtigen Sinnzusammenhang zitiert werden und ich befürchte, Sie haben meine Aussage zumindest teilweise missverstanden. (Was ich Ihnen beim chaotischen Diskussionsstil der Konkret-Sendung aber nicht vorwerfen kann.)

    2,6 Kg Gewichtsverlust über 10 Tage sind in der Tat kein massiver Gewichtsverlust. Schwankungen in diesem Bereich über 10 Tage können auch bei normal Essenden vorkommen. Wenn ich also sage, das ist weniger wichtig als die Ketonkurve meine ich das in genau Ihrer Argumentationslinie. Durch die “persistierende Ketonurie” wurde ganz klar, dass Dr. Werner während der Untersuchung von Reserven gelebt hat und sich in einem “Fastenzustand” befunden hat…

    Über die Gründe hierfür gehen unsere Ansichten sicher wieder auseinander.
    Meine Ansicht: Wenn der Mann seine (feinstoffliche) Nahrung, aus welchem Grund auch immer, nicht bekommt, ist es kein Wunder wenn er auf Reserven zurückgreifen muss..(Die medizinischen Traditionen des Osten beschreiben ganz klar unter welchem Umständen man sich feinstofflich gut ernähren kann – eine High-Tech-Klinik mit künstlich aufbereiteter Luft gehört sicher nicht dazu)…

    Aber ich kann Ihre Skepsis verstehen. Hier wären Studien unter den normalen Lebensumständen des Probanden wünschenswert…

    Abgesehen davon möchte ich mich bei Ihnen und Herrn K. jetzt, ganz ohne Zynismus, auch mal bedanken für die enorme Mühe, die sich mit den Prahlad Jani-Daten gemacht haben. So versteht es tatsächlich jeder Laie.

    Und ich verstehe auch hundertprozentig den Punkt, den Sie hier machen…
    Wenn ein Yogi jahrzehntelang ohne Essen und Trinken lebt warum kommt es dann binnen einiger Tage zu derartigen Schwankungen in den Parametern…
    Völlig richtig !

    Wie gesagt – ich kann zum einen auf die Hypothese mit der feinstofflichen Nahrungszufuhr verweisen (hier darf ich wohl nicht auf Verständnis hoffen) – zum anderen wäre es nun aber interessant wie die obigen Parameter unter den gleichen Versuchsbedingungen bei einem “Normalmenschen” wie Ich oder Sie aussehen…

    Auch wenn wir diesen Versuch durch die Ethikkommission bringen, würde er vermutlich nach 4 bis 5 Tagen abgebrochen werden müssen, weil unsere Parameter in lebensgefährliche Bereiche ausbrechen würden.

    Selbst wenn wir jetzt davon ausgehen, dass wir es mit Vorab-Training schon irgendwie schaffen unsere Werte in der Klinik zu stabilisieren und dann am 7. Tag schon irgendwie heimlich Wasser über den Darm einsaugen und die gleiche Menge auspinkeln würden – wie halten wir 7 Tage ohne Urinieren durch – ohne operative Eingriffe und unerträgliche Schmerzen? Bitte etwas Respekt vor dem alten Mann…

    Ich weiß nicht ob Sie Gelegenheit gehabt haben meine “Replik auf die skeptischen Vorwürfe” zu lesen: http://www.amanfangwardaslicht.at/replik.html

    Unter Punkt 5 finden Sie die Messdaten der Flüssigkeitsmengen in Janis Blase und zwar während der Zeit als er auch keine Gelegenheit gehabt hätte ins Wasser zu urinieren. (Kleidung und Laken wurden ständig auf Urinflecken untersucht.)

    Ich habe keinen Mediziner gefunden, der mir ein konventionelles Erklärungsmodell geben konnte. Wenn wir also nun vom “Killerargument Betrug” absehen, würde es mich ganz ehrlich interessieren ob es in den Reihen “Ihrer” Experten dafür eine Erklärung geben könnte.
    Ich meine das ganz frei von Zynismus und wäre auf seriöse Antworten gespannt…

    Hochachtungsvoll
    P.A. Straubinger

    P.S.: Ich bin übrigens kein sehr eifriger Forennutzer. Falls Sie eine Idee haben, würde ich mich über eine E-Mai-Nachricht freuen..

  52. #52 P.A. Straubinger
    26. November 2010

    Sehr geehrter Herr Berger!

    Wenn ich zitiert werde, möchte ich natürlich im richtigen Sinnzusammenhang zitiert werden und ich befürchte, Sie haben meine Aussage zumindest teilweise missverstanden. (Was ich Ihnen beim chaotischen Diskussionsstil der Konkret-Sendung aber nicht vorwerfen kann.)

    2,6 Kg Gewichtsverlust über 10 Tage sind in der Tat kein massiver Gewichtsverlust. Schwankungen in diesem Bereich über 10 Tage können auch bei normal Essenden vorkommen. Wenn ich also sage, das ist weniger wichtig als die Ketonkurve meine ich das in genau Ihrer Argumentationslinie. Durch die “persistierende Ketonurie” wurde ganz klar, dass Dr. Werner während der Untersuchung von Reserven gelebt hat und sich in einem “Fastenzustand” befunden hat…

    Über die Gründe hierfür gehen unsere Ansichten sicher wieder auseinander.
    Meine Ansicht: Wenn der Mann seine (feinstoffliche) Nahrung, aus welchem Grund auch immer, nicht bekommt, ist es kein Wunder wenn er auf Reserven zurückgreifen muss..(Die medizinischen Traditionen des Osten beschreiben ganz klar unter welchem Umständen man sich feinstofflich gut ernähren kann – eine High-Tech-Klinik mit künstlich aufbereiteter Luft gehört sicher nicht dazu)…

    Aber ich kann Ihre Skepsis verstehen. Hier wären Studien unter den normalen Lebensumständen des Probanden wünschenswert…

    Abgesehen davon möchte ich mich bei Ihnen und Herrn K. jetzt, ganz ohne Zynismus, auch mal bedanken für die enorme Mühe, die sich mit den Prahlad Jani-Daten gemacht haben. So versteht es tatsächlich jeder Laie.

    Und ich verstehe auch hundertprozentig den Punkt, den Sie hier machen…
    Wenn ein Yogi jahrzehntelang ohne Essen und Trinken lebt warum kommt es dann binnen einiger Tage zu derartigen Schwankungen in den Parametern…
    Völlig richtig !

    Wie gesagt – ich kann zum einen auf die Hypothese mit der feinstofflichen Nahrungszufuhr verweisen (hier darf ich wohl nicht auf Verständnis hoffen) – zum anderen wäre es nun aber interessant wie die obigen Parameter unter den gleichen Versuchsbedingungen bei einem “Normalmenschen” wie Ich oder Sie aussehen…

    Auch wenn wir diesen Versuch durch die Ethikkommission bringen, würde er vermutlich nach 4 bis 5 Tagen abgebrochen werden müssen, weil unsere Parameter in lebensgefährliche Bereiche ausbrechen würden.

    Selbst wenn wir jetzt davon ausgehen, dass wir es mit Vorab-Training schon irgendwie schaffen unsere Werte in der Klinik zu stabilisieren und dann am 7. Tag schon irgendwie heimlich Wasser über den Darm einsaugen und die gleiche Menge auspinkeln würden – wie halten wir 7 Tage ohne Urinieren durch – ohne operative Eingriffe und unerträgliche Schmerzen? Bitte etwas Respekt vor dem alten Mann…

    Ich weiß nicht ob Sie Gelegenheit gehabt haben meine “Replik auf die skeptischen Vorwürfe” zu lesen: http://www.amanfangwardaslicht.at/replik.html

    Unter Punkt 5 finden Sie die Messdaten der Flüssigkeitsmengen in Janis Blase und zwar während der Zeit als er auch keine Gelegenheit gehabt hätte ins Wasser zu urinieren. (Kleidung und Laken wurden ständig auf Urinflecken untersucht.)

    Ich habe keinen Mediziner gefunden, der mir ein konventionelles Erklärungsmodell geben konnte. Wenn wir also nun vom “Killerargument Betrug” absehen, würde es mich ganz ehrlich interessieren ob es in den Reihen “Ihrer” Experten dafür eine Erklärung geben könnte.
    Ich meine das ganz frei von Zynismus und wäre auf seriöse Antworten gespannt…

    Hochachtungsvoll
    P.A. Straubinger

    P.S.: Ich bin übrigens kein sehr eifriger Forennutzer. Falls Sie eine Idee haben, würde ich mich über eine E-Mai-Nachricht freuen..

  53. #53 Kuchlbacher Rudolf
    26. November 2010

    @P.A. Straubinger

    Meine Ansicht: Wenn der Mann seine (feinstoffliche) Nahrung, aus welchem Grund auch immer, nicht bekommt, ist es kein Wunder wenn er auf Reserven zurückgreifen muss..

    Und warum wurde dies im setting nicht mitberücksichtigt?

    Die medizinischen Traditionen des Osten beschreiben ganz klar unter welchem Umständen man sich feinstofflich gut ernähren kann – eine High-Tech-Klinik mit künstlich aufbereiteter Luft gehört sicher nicht dazu

    Wo kann man sich über diese genauen Umstände informieren, und warum genau ist “künstlich aufbereitete Luft” in diesem Zusammenhang nicht gut?

    Wenn der Mann seine (feinstoffliche) Nahrung, aus welchem Grund auch immer, nicht bekommt…

    Warum bekommt er diese “feinstoffliche Nahrung genau dann nicht, wenn er sich unter kontrollierten Bedingungen befindet? Was muss man sich unter dieser Nahrung nun eigentlich vorstellen?

  54. #54 Kuchlbacher Rudolf
    26. November 2010

    P.S.

    Wenn wir also nun vom “Killerargument Betrug” absehen…

    Warum?

  55. #55 S.S.T.
    26. November 2010

    @P.A. Straubinger

    eine High-Tech-Klinik mit künstlich aufbereiteter Luft gehört sicher nicht dazu)…

    Was bitteschön ist eine “künstlich aufbereitete Luft” und woran unterscheidet sie sich von ‘natürlicher Luft”? Messwerte wären schön, aber damit können Sie ja eh nicht dienen. Bauchgefühl ist alles, was Sie haben.

  56. #56 Roland K.
    26. November 2010

    @P.A. Straubinger: Danke, dass Sie hier Ihre Sichtweise darlegen und auch für Kritikpunkte an der Untersuchung von Jani offen sind. Ich denke wir sind uns einig, dass die Untersuchungsergebnisse nicht als Nachweis für Lichtnahrung angesehen werden können. Denn dazu müssten die Blutwerte stabil sein, und es dürfte auch kein Gewichtsverlust auftreten. Auch die Untersuchung von Werner – übrigens im Gegensatz zur Untersuchung von Jani eine wissenschaftlich publizierte Studie – liefert keinen Nachweise von “Lichtnahrung”. Kurz gesagt, es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für Lichtnahrung – das was dazu vorliegt, sind Anekdoten. Aber das ist einfach viel zu wenig. Es gibt beispielsweise auch viele Berichte, dass Elvis noch lebt und lebend gesehen wurde. Dass er tatsächlich noch lebt, ist äußerst zweifelhaft. Die Geschichten dazu sind als “Wunschdenken” psychologisch gut erklärbar.

    Wie soll man nun mit dem Thema “Lichtnahrung” umgehen?

    Aus wissenschaftlicher Sicht gibt nur zwei Optionen:
    A) Lichtnahrung existiert tatsächlich
    B) Lichtnahrung existiert nicht, und ist ein psychologisches (Selbsttäuschung) bzw. religiöses Phänomen (Glaube an übernatürliche Fähigkeiten)

    Ich gebe Ihnen recht – wenn es Lichtnahrung tatsächlich geben sollte, dann wäre es aus wissenschaftlicher Sicht enorm wertvoll. Wenn nicht, dann reiht sich “Lichtnahrung” ein in eine lange Reihe an Irrtümern und Wunschdenken (die es ja zweifelsohne gibt)

    Ich lade Sie ein, gemeinsam mit skeptisch eingestellten Personen ein Testkonzept zu entwerfen, um eine Überprüfung durchzuführen. Die Einbeziehung von Skeptikern scheint mir äußerst sinnvoll, denn so ist sichergestellt, dass die Möglichkeiten von Tricks möglichst ausgeschlossen werden können. Jemand, der nicht daran glaubt, dass die Testperson schummelt (oder sich selbst etwas vor macht), ist wohl nicht gut in der Lage ein “wasserdichtes” Test-Szenario zu entwerfen.

    Zu Ihrer Frage, wie denn diese Blut-Werte bei Menschen wie du und ich ausehen würden: ich denke die viel wesentlichere Frage wäre wohl, wie vergleichbare Blutwerte eines über viele Jahre asketisch lebenden, untergewichtigen Inders aussehen. Es spricht nicht für Qualität der Jani-Untersuchung, dass solche Fragen überhaupt nicht thematisiert wurden.

  57. #57 Oliver
    26. November 2010

    Straubinger geht also von Gewichtsschwankungen bei Lichtessern aus. Warum bringt dann kein Lichtesser den Nachweis, dass er in einem bestimmten Zeitraum von Licht oder Prana allein an Körpergewicht zunehmen kann, wo doch ein solcher Test nur wenig Zeit und lediglich eine präzise Waage in Anspruch nehmen würde?

  58. #58 Roland K.
    26. November 2010

    @P.A. Straubinger: zu den Urin-Werten: da hätte ich gerne die Urin-Mengen 2 x pro Tag für den GESAMTEN UNTERSUCHUNGSZEITRAUM inkl. die genauen Werte der Gewichtsmessung (die ja offensichtlich durchgeführt wurden) für ALLE Tage. Und dazu die Offenlegung der Quelle für diese Werte. Eine seriöse Studie hätte die Gewichts- und Urin-Werte selbstverständlich gleich veröffentlicht

    Urin kann man übrigens auch trinken, was für den Flüssigkeitshaushalt durchaus nützlich ist. Jani konnte der Kamera den Rücken zukehren, und ein kleiner Becher oder ähnliches hätte dafür gereicht. Manche meinen, so eine Eigenurintherapie wäre sogar besonders gesund (obwohl es dafür keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt)

  59. #59 Kuchlbacher Rudolf
    26. November 2010

    @Oliver

    Straubinger geht also von Gewichtsschwankungen bei Lichtessern aus.

    Ja, nur dass diese “Schwankungen” anscheinend immer nur in eine Richtung gehen – nämlich nach unten… normalerweise nennt man dass dann auch einfach nur Gewichtsverlust – “Schwankung” ist hier eigentlich zu neutral…

  60. #60 Oliver
    26. November 2010

    Jetzt reiten manche immer noch auf den Blutwerten herum, wo doch Straubinger schon längst die Erklärung geliefert hat. Lichtesser können in einer Untersuchung ihre Fähigkeit nicht entfalten (man kann einen Jogi, der ohnehin sein halbes Leben im Lotossitz verbringt, nicht einfach in seiner Höhle auf eine Waage setzen…) und müssen auf Reserven zurückgreifen, kein Wunder also, dass sowohl das Gewicht fällt, als auch die Blutwerte auf einen Hungerstoffwechsel hindeuten. Der Gewichtsausgleich durch “feinstoffliche Nahrung” wird augenblicklich gestartet, sobald die Untersuchung beendet und der Lichtesser in seinen natürlichen Lebensraum zurückgekehrt und, was das Wichtigste sein dürfte, von Skeptikern unbeobachtet ist. Das eigentliche Wunder entzieht sich damit freilich jeder Beobachtungsmöglichkeit. Clever!

  61. #61 Sebastian
    27. November 2010

    Wozu überhaupt das Bad ?
    Für die Wissenschaft kann man doch auch mal ein paar Tage müffeln. Tut doch keinem weh, oder gerade doch ?

  62. #62 Roland K.
    27. November 2010

    Wozu überhaupt das Bad ?

    Im Yoga gibt es etliche “Reinigungstechniken” – sogenannte Kriyas. Nach Vorstellung der Yogis kann man sich damit “reinigen”. Vermutlich praktiziert Jani solche Reinigungsübungen regelmäßig, daher hat man ihm wohl erlaubt auch während der Untersuchung ein Wasserbad zu nehmen.

    Das Problem ist aber, dass damit die Möglichkeit zum “Schummeln” eröffnet wurde (offensichtlich durch Wasser trinken, und subtil durch Aufnahme über den Darm). Denn bei der Yogi-Technik Jala-Basti wird Wasser über den Darm “eingesogen”. Yani hatte bei der Untersuchung eine Art “Badewanne”, in die er sich gesetzt hat. Er hatte somit die Möglichkeit diese Technik anzuwenden.

    Man braucht den vielen indischen Ärzten nicht einmal den Vorwurf der bewussten Beihilfe zum Schummeln machen, denn eine Wasseraufnahme über den Darm kann vor den Augen der Ärzte passiert sein, ohne dass sie etwas gemerkt haben.

    Aber wäre der “Wasserverlust” nicht aufgefallen? Nein, denn Jani kann ja gleichzeitig im Wasser urinieren und somit den Wasserverlust ungefähr ausgleichen. An dieser Stelle wäre es natürlich gut zu wissen, WIE GENAU der Wasserstand vor- und nachher überprüft wurde. Wenn man beispielsweise einfach einen Strich am Badewannen-Rand gemacht hat, so wäre der Wasserverlust (egal ober er nun gleichzeitig uriniert hat oder nicht) sicher nicht aufgefallen. Folgende kleine Rechnung zeigt das:

    Man nehme eine runde Badewanne mit 1 Meter Durchmesser mit Wasser gefüllt.
    Entnimmt man 1/2 Liter Wasser, so sinkt der Wasserspiegel um weit weniger als 1 Millimeter ab! Der Wasserverlust wäre also bei dieser Messmethode gar nicht aufgefallen.

    Volumen der Badewanne: (0,5)² * Pi * H
    Volumen des entnommenen Wassers: 0,5 dm³ = 0,0005 m³
    Absinken des Wasserspiegels: h = 0,0005 / (0,5² * Pi) = 0,00064 m = 0,64 mm

    Falls mir bei dieser Rechnung ein Fehler unterlaufen sein sollte (Physik-Unterricht ist schon lange her) bitte um Korrektur.

  63. #63 Günther Vennecke
    27. November 2010

    @P. A. Straubinger,

    wie lautet denn Ihre Antwort auf folgende Fragen:

    1.1. Hat Jani einen Sauerstoffbedarf?

    1.2. Wenn ja, warum?

    2.1. Atmet er CO2 und Wasserdampf aus?

    2.2. Wenn ja, aus welchen Quellen bezieht er dan die Elemente Kohlenstoff und Wasserstoff, da er die ja anbgeblich nicht mit der Nahrung aufnimmt?

    3. Verliert Jani analog zu seiner Atemtätgikeit an Gewicht im Grammbereich?

    Und die wichtigste aller Fragen: Warum hat man diese einfach durchzuführenden Untersuchungen nicht mit in das Testprogramm aufgenommen? Hatte man Angst, dass man damit Jani innerhalb kürzester Zeit als Betürger entlarven würde?

  64. #64 Günther Vennecke
    27. November 2010

    @P. A. Straubinger,

    wie lautet denn Ihre Antwort auf folgende Fragen:

    1.1. Hat Jani einen Sauerstoffbedarf?

    1.2. Wenn ja, warum?

    2.1. Atmet er CO2 und Wasserdampf aus?

    2.2. Wenn ja, aus welchen Quellen bezieht er dan die Elemente Kohlenstoff und Wasserstoff, da er die ja anbgeblich nicht mit der Nahrung aufnimmt?

    3. Verliert Jani analog zu seiner Atemtätgikeit an Gewicht im Grammbereich?

    Und die wichtigste aller Fragen: Warum hat man diese einfach durchzuführenden Untersuchungen nicht mit in das Testprogramm aufgenommen? Hatte man Angst, dass man damit Jani innerhalb kürzester Zeit als Betürger entlarven würde?

  65. #65 HaDi
    27. November 2010

    Zu den per Ultraschall gemessenen Urinmengen:

    Wurde vesikorenale Reflux (Rückfluss von Harn aus der Blase in das Nierenbecken) ausgeschlossen?

  66. #66 Roland K.
    27. November 2010

    Wenn Lichtnahrung nicht nur ein psychologisches/religiöses Phänomen ist, dann müsste man es auch experimentell belegen können.

    Ich finde den Vorschlag von Oliver gut. Man nimmt eine Präzisions-Personen-Waage z.B. Messung bis 60kg / auf 20 g genau, oder Messung bis 150 kg / auf 50 g genau. Dann brauchen wir noch einen Prana/Lichtnahrungspraktizierenden. Wir können ihn in seiner gewohnten Umgebung lassen (von mir aus auch im Wald oder ähnliches). Diese Person wird 24 h unter strikte Beobachtung gestellt und regelmäßig gewogen. Sollte in diesem Zeitraum das Gewicht deutlich steigen (deutlich mehr als die Messgenauigkeit der Waage, sagen wir mal >250 g), dann hätte man den Beweis! Voraussetzung ist natürlich, dass die Testperson in dem Zeitraum weder isst, trinkt noch Ausscheidungen hat, und dass das lückenlos kontrolliert wurde. Wenn Ausscheidungen vorhanden sind, müsste man diese natürlich auch genau abwiegen. Aber die meisten Lichtesser behaupten ja, sie nehmen keine FESTE Nahrung zu sich. Also braucht man wohl nur von Urin ausgehen.

    Wo ist der Lichtnahrungspraktizierende, der endlich die Dogmen der Naturwissenschaften erschüttert?

  67. #67 Ulrich Berger
    28. November 2010

    @ P.A. Straubinger:

    P.S.: Ich bin übrigens kein sehr eifriger Forennutzer. Falls Sie eine Idee haben, würde ich mich über eine E-Mai-Nachricht freuen..

    Herr Straubinger, falls Sie hier noch mitlesen: Ich würde gerne, aber ich HABE IHRE E-MAIL-ADRESSE NICHT!

  68. #68 rolak
    28. November 2010

    ..und falls er nicht mehr mitlesen sollte: Zum Film existiert ein Österreich-Kontakt, bei Ö3 könnte evtl das zentrale Autogramm-Kontor weitervermitteln 😉 Kann natürlich auch sein, daß Kontaktaufnahme nur via Channeling möglich ist…

  69. #69 Rose
    28. November 2010

    @ PA Straubinger:

    Ich habe den Link zu Ihrer Replik angeklickt und bin beim kursorischen Lesen gleich einmal über den folgenden Satz gestolpert:

    “Die materialistische Wissenschaft muss als Glaubensmodell betrachtet werden, das selbst wiederum durch die Quantenphysik in Frage gestellt wird.”

    Wie darf ich das verstehen?
    Warum ist die “materialistische Wissenschaft” ein “Glaubensmodell”? Was verstehen Sie unter einem solchen?
    Und warum soll die Quantenphysik das oben genannte “Glaubensmodell in Frage stellen”?

    Namedropping per Zitat ersetzt die Anstrengung des eigenen Nachdenkens und Argumentierens nicht, daher meine Fragen.

    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

  70. #70 wolfgang
    29. November 2010

    Straubinger geht also von Gewichtsschwankungen bei Lichtessern aus.

    Milliarden von Menschen haben Gewichtsprobleme, viele sind unterernährt oder verhungern sogar (Kinder), es gibt aber auch das Massen-Problem der Übergewichtigkeit.
    Wenn Herr Straubinger von der feinstofflichen Nahrung ausgeht- was immer auch das sein soll- warum wird dann keiner dieser Lichtesser mal mit Feinstofflichkeit gemästet- sagen wir pro Tag 300 g Gewichtszunahme- alles unter kontrollierten Bedingungen natürlich.
    Es gibt ja so merkwürdige Wettkämpfe wer am meisten Bratwürste in 15 min frisst, warum geht das nicht auch mit der Feinstofflichkeit?

    Feinstofflich zunehmen und hungernde Kinder bräuchten keine Spezialnahrung mehr.
    Kanalisation wäre überflüssig, weil keine Ausscheidungen etc pp.

  71. #71 Bullet
    29. November 2010

    Ich hör hier immer “feinstofflich” … hat schon mal irgendjemand nachgewiesen, daß es dieses was-auch-immer überhaupt gibt, oder muß ich jetzt höflich sein und das als “Postulat” ansehen?
    Das hätte weitreichende Konsequenzen – natürlich wie immer zu Ungunsten des Films und seinem Ersteller. Oh, und für die, die solches gerne glauben wollen und natürlich für das Konzept an sich.

  72. #72 wolfgang
    29. November 2010

    @bullet

    warum dreht Straubinger eigentlich keinen feinstofflichen Film? Er bräuchte nur die Belichtung ändern, so daß kein Licht mehr durch die Linse geht.

    Homöopathen und andere Feinstoffliche können das Werk dann in Ruhe ansehen.

  73. #73 klauszwingenberger
    30. November 2010

    Straubinger schreibt:

    Über die Gründe hierfür gehen unsere Ansichten sicher wieder auseinander.
    Meine Ansicht: Wenn der Mann seine (feinstoffliche) Nahrung, aus welchem Grund auch immer, nicht bekommt, ist es kein Wunder wenn er auf Reserven zurückgreifen muss..(Die medizinischen Traditionen des Osten beschreiben ganz klar unter welchem Umständen man sich feinstofflich gut ernähren kann – eine High-Tech-Klinik mit künstlich aufbereiteter Luft gehört sicher nicht dazu)…>/blockquote>

    Na fein, das ist eine Begründung dafür, weshalb ein Versuch schiefging. Aber wollte der Film nicht vielmehr zeigen, dass er gelingen könne?

  74. #74 Kuchlbacher Rudolf
    1. Dezember 2010

    @P.A. Straubinger

    Ich bin übrigens kein sehr eifriger Forennutzer…

    Soll also in Wahrheit heissen, “ich wollte hier nur nochmals dasselbe sagen und werde auf weitere Fragen nicht eingehen”, oder?

  75. #75 wolfgang
    13. Dezember 2010

    ach du liebe Zeit. jetzt findet die Ärztekammer den Film auch noch lobenswert

    http://aekwien.twoday.net/

  76. #76 EEBO
    13. Dezember 2010

    @ wolfgang
    Was treiben die Österreicher denn für seltsame Dinge? Das haben wir Deutsche bis jetzt noch nicht geschafft! Aber keine Sorge, bei 17 ÄKn in D wird das doch noch EINE hinkriegen…
    Am schönsten fand ich aber das unfreiwillig korrespondierende Zitat unter der Filmkritik:
    “Übrigens am 15. Februar findet die nächste Kinovorführung statt. Dann zeigen wir den Film “Wenn Ärzte töten”. Anmeldung jetzt schon unter E-Mail möglich.”
    Jawoll!!

  77. #77 stefan
    13. Januar 2011

    d

  78. #78 torsten
    24. Januar 2011

    Zitat Bullet:
    “Ich hör hier immer “feinstofflich” … hat schon mal irgendjemand nachgewiesen, daß es dieses was-auch-immer überhaupt gibt, oder muß ich jetzt höflich sein und das als “Postulat” ansehen?”
    Wie kann P.A.Straubinger von der Existenz einer feinstofflichen Ernährungsweise durch Licht hinter dem Licht ausgehen, wozu brauchte er das bei seinem Experiment?

    M. A. nach ist das doch nur die (religiöse) Erklärungsweise des Guru, der wohl kaum etwas von Licht im Physikalischen Sinne versteht wie ich mal zu behaupten wage…
    bei dem Experiment ging es doch schließlich darum, festzustellen ob der Jani wirklich länger als ein Durchschnittsmensch fasten kann. Wie er das macht ist doch eine total andere Frage, mit der man sich erst beschäftigen sollte wenn durch ein seriöses (!) Experiment wissenschaftlich einwandfrei belegt wurde dass bei diesem Guru irgendwelche ungewöhnlichen Stoffwechselwerte auffallen, und vor allem sollte man sich nicht von irgendjemandem, egal ob Guru oder nicht, die Bedingungen seines Experimentes diktieren lassen.
    Straubinger geht jedoch scheinbar einfach mal davon aus um die Medien zu beeindrucken, obwohl er noch keinen einzigen stichhaltigen Beweis für irgendeine ungewöhnliche Ernährungsweise des Gurus geliefert hat, geschweige denn dafür dass dies durch Licht (Photosynthese?) geschehen ist oder gar durch eine noch nie nachgewiesene hypothetische neue Eigenschaft irgendeines bestimmten Lichts, die Krankenhauslicht seiner Meinung nach nicht zu eigen ist.

    Wissenschaftlich ist das nicht, überzeugend auch nicht und solange Straubinger nichts beweist sollte man sich auch nicht auf ihn einlassen.

  79. #79 Hans Wurst
    7. März 2013

    Im folgenden werde ich die ‘harte’ Version (Verzicht auf Wasser, auf Nahrung) von der ‘weichen’ (Verzicht nur auf Nahrung, Wasser unbeschränkt) unterscheiden.
    Wir prüfen dieses System am gesichterten Wissen der Biochemie: Der Mensch benötigt Energie zum Leben . Diese nimmt er mit der Nahrung auf, er gibt sie im wesentlichen als Wärmeenergie wieder ab. Die Energiegewinnung erfolgt als Glykolyse. Aus einer Molekel Glucose und Sauerstoff, der mit der Lunge aufgenommen wird, entstehen vier Molekeln Kohlendioxid und vier Molekeln Wasser (LEHNINGER ALBERT L: Prinzipien der Biochemie. De Gruyter 1987, S.440). Kohlendioxid wird über die Lunge; Wasser über Lunge, Haut, Nieren, Darm ausgeschieden.
    Es gilt: C6H12O6 + O2 ® 4 CO2 + 4 H2O + Energie.

    Frau Greve alias Jasmuheen dagegen behauptet:
    a) Licht ® H2O + freier Energie; harte Version,
    b) H2O + Licht ® H2O + freier Energie; weiche Version.

    Wenn ihr Anspruch wahr ist, dann ergeben sich für ihren Körper folgende biochemische Konsequenzen:
    1. Sie atmet zwar Sauerstoff ein; da sie ihn aber nicht verbrauchen kann, atmet sie ihn in gleicher Menge wieder aus. pO2 von Ein- und Ausatemluft sind gleich.
    2. CO2 wird nicht gebildet, weil keine Glykolyse abläuft.
    3. CO2 kann nicht gebildet werden, weil die C-Atome des CO2 aus der Nahrung stammen, die Jasmuheen ja nicht zu sich nimmt.
    4. Also kann die Ausatemluft kein CO2 enthalten.
    5. Mangels Glykolyse wird das Blut lediglich einmal mit Sauerstoff (Hämoglobin-Sauerstoff und physikalisch gelöster Sauerstoff) aufgesättigt, danach bleibt der Sauerstoffgehalt des Blutes konstant.
    6. Da die Peripherie diesen Sauerstoff nicht verbrauchen kann, ändert sich der O2-Gehalt des Blutes beim Übergang vom arteriellen zum venösen Blut nicht. Die Sauerstoffkonzentration von arteriellem und venösem Blut ist gleich. Bei Jasmuheen ist auch das venöse Blut hellrot.
    7. Jasmuheens Blut enthält keine Glucose. Der Energiebedarf wird ja aus dem Licht gedeckt. Zur Gluconeogenese kommt es nicht, weil die Körpersubstanz ja nicht angegriffen wird.
    8. Da der Körper kein Organ hat, das ihm gestattet, die Energie der Lichtwellen in freie chemische Energie umzuwandeln, lautet Jasmuheens These tatsächlich:
    a) harte Version: [Nichts] ® H2O + Energie.
    b) weiche Version: H2O ® H2O + Energie.

    Auch der Laie sieht den Widerspruch.

    9. Vitamine sind definitionsgemäß Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann, also von außen aufnehmen muß. Diese Eigenschaft folgt nicht aus der Definition; die Definition gründet auf dem faktischen Wissen als Ergebnis der Naturforschung, daß Stoffe mit dieser ‘Eigenschaft’ der Nichtherstellbarkeit durch den Körper existieren.
    Das wahrscheinlich bekannteste Vitamin ist das Vitamin C (Ascorbinsäure). Sein geläufigste Mangelerscheinung ist der Skorbut. Der Tagesbearf des Erwachsenen beträgt etwa 100 mg.

    Wären die Behauptungen von Jasmuheen zutreffend, dann kann ihre Theorie durch die Bestimmung der Vitaminkonzentrationen im Serum oder der Vitamin C-Auscheidung im Urin geprüft werden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Vitamine unterschiedlich lange gespeichert werden können, Vitamin B12 z.B. 3 – 5 Jahre. Beim Vitamin C treten Mangelsymptome 2 – 4 Monate nach Unterbrechung der exogenen Zufuhr auf, also dürfte ihr Körper nach 3,5 Jahren Fasten kein Vitamin C mehr enthalten.
    Dies sind die biochemischen Konsequenzen der Jasmuheenschen Hypothese. Für den Naturwissenschaftler ist damit die Überprüfung dieser Hypothese ganz einfach. Er braucht nur den CO2-Gehalt der Ausatemluft und den Sauerstoffpartialdruck des venösen Blutes von Jasmuheen zu messen. Prinzipiell genügte sogar die Blutzuckerbestimmung, wie sie jeder Hausarzt in zwei Minuten durchführen kann. Langwierige und kostspielige Hungerversuche, wie von den Anhängern behauptet, sind gar nicht notwendig.
    Durch die physiologische Naturforschung wissen wir, daß die Haut des Menschen keinen absolut undurchlässigen Abschluß gegen die Umwelt bietet. Die Haut gibt ständig Wasser aus dem Körper gasförmig in unterschiedlichen Mengen an die Umwelt ab: Perspiratio insensibilis. Der Körper verliert also ständig Wasser, die absoluten Mengen hängen von den Umweltbedingungen ab. Den Wasserverlust gleicht der Körper aus durch Trinken, mit dem in der Nahrung enthaltenen Wasser (unsere Nahrungsmittel bestehen zu etwa 70% aus Wasser) sowie durch das im Intermediärstoffwechsel entstehende Wasser (Übertragung von Protonen auf OH–Gruppen).
    Auch mit der Ausatemluft wird über die Lunge ständig Wasser abgegeben, in 24 Stunden etwa ein Liter.
    Da die Nierenfiltration ein mechanisches Ergebnis des Blutdrucks ist, kann die Niere, solange ein Blutdruck meßbar ist, ihre Urinproduktion nicht einfach einstellen, so daß auch hier ein ständiger Wasserverlust entsteht, der aufgrund des Baus der Niere einen Verlust von Salzen impliziert.
    Alle diese Parameter sind leicht nachprüfbar.

  80. #80 Hans Wurst
    7. März 2013

    In meinem voranstehenden Beitrag habe ich dargestellt, daß man entgegen der Auffassungen vieler sehr wohl Widerlegungen der Lichtnahrung durchführen kann, ohne daß man eine Ethikkommission bemühen muß. Man muß den Probanden auch nicht tagelang einsperren und überwachen. Etwas Nachdenken aufgrund biochemischer Fakten genügt, wird aber die Propagatoren und ihre Mietmäuler nicht überzeugen – weil sie gar nicht überzeugt werden, sondern Geld machen wollen.

    Vor dem Absenden sollte man lesen: (R) bedeutet ->
    Tut mir leid.

  81. #81 Hans Wurst
    7. März 2013

    Voran ging:

    IX. Lichtnahrung.

    In den Schriften vieler Religionen gibt es Berichte über Menschen, die lange Zeiträume ohne jegliche Nahrung gelebt haben sollen. Es handelt sich dabei um einen mythischen Grundgedanken, der nichts anderes ist als eine Umkehrung der Alltagserfahrung, die wenig spektakuläre Tatsache wird durch den spektakulären polaren Kontrapunkt ersetzt bei unveränderter Resttheorie. Als Motiv für derartige Handlungen kann man den Drang des Menschen nach dem Wunder annehmen, mit einer einfachen Methode wendet man den tristen Alltag ins Wunderbare; eine Flucht aus der Wirklichkeit also.
    Auch die Neuzeit kennt solche Berichte. Louise Lateau in Wallonien oder die Wassertrinkerin von Frasdorf in Bayern sind nur Beispiele für viele. VIRCHOW hat kritisch angemerkt, daß die Vortäuschung einer langdauernden völligen Nahrungsenthaltung in Gefangenenanstalten nicht selten sei; gleichzeitig weist er darauf hin, wie schwierig selbst unter den Kontrollbedingungen des Gefängnisses die Aufdeckung des Betrugs sei.
    Seit einigen Jahren verbreitet nun die Australierin Ellen Greve die These, der Mensch könne alleine von der Energie des Sonnenlichts leben. Hier ist Energie ausnahmsweise nicht metaphorisch oder paraphrastisch gemeint, sondern im Sinn der Physik: E = hn als Energie des Lichtquants. Im Gegensatz dazu ist mit dem indischen Prana, Lichtnahrung, das Licht nur symbolisch gemeint; Prana ist immer und überall, am Tage wie in der Nacht, am Nordpol wie am Äquator. Ob es auch auf dem Mond ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich neige stark dazu, die Frage zu bejahen, jedenfalls konnten die Astronauten bisher keinen Gegenbeweis erbringen.
    Die These von Frau Greve besteht aus den beiden Sätzen:
    1. Der Mensch kann ohne jegliche Nahrungszufuhr leben.
    2. Der Mensch kann gleichzeitig ohne jegliche Wasserzufuhr leben.
    Es versteht sich von selbst, daß dazu ein spiritueller Weg erforderlich ist, den man in ihren Kursen, Sminaren, Workshops und aus ihren vier Büchern lernen kann.

    Ich werde nun im folgenden darstellen, was unter den von Frau Greve genannten Voraussetzungen, so wir sie als wahre Prämissen aufassen, im menschlichen Körper sich an Veränderungen einstellen müßte. Diese Voraussetzungen sind: 1. Der Energiebedarf der Zellen wird allein und ausschließlich durch Lichtenergie gedeckt. 2. Der Körper hat damit alles, was er zum Leben braucht, es kommt nicht zu jenen Abbau- und Umbauprozessen, die wir als pathophysiologische und pathobiochemische Reaktionen vom Hungern und Verhungern kennen. Trotz fehlender Glucosezufuhr kommt es nicht zur Gluconeogenese.
    Frau Greve hat ihre These damit begründet, daß der Mensch selbstverständlich in den Energiekreislauf der Natur eingebettet sei. Hier meint sie mit Energiekreislauf aber nicht das, was wir in der Biochemie darunter verstehen. Ansonsten haben wir nur das Wort von Frau Greve, daß sie seit dreieinhalb Jahren ohne Wasser und Nahrung lebe, bei verbesserter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit.

    Der Energiekreislauf besteht darin, daß Pflanzen aus Sonnenlicht (über das Chlorophyll), Wasser und dem in der Luft vorhandenen Kohlendioxid Zucker und Sauerstoff bilden. Tiere nehmen diese Stoffe auf, indem sie die Pflanzen fressen und atmen, und gewinnen die zum Leben notwendige Energie dann aus der Umwandlung von Zucker und Sauerstoff in Wasser und Kohlendioxid. Damit schließt sich der Kreislauf. (Vgl. dazu Lehrbücher der Physiologie des Menschen oder der Biochemie, z.B. Lehninger AL: Biochemie. S. 297)
    Biologische Systeme bauen sich auf aus Molekeln, die in großen Mengen Kohlenstoff enthalten, den sie in irgendeiner Form ihrer Umgebung entnehmen müssen. Je nachdem, wie das geschieht, unterscheidet man autotrophe Systeme, die den Kohlenstoff direkt aus dem Kohlendioxid der Luft entnehmen können, von den heterotophen Systemen, die den Kohlenstoff zum Aufbau ihrer Biomolekeln aus ihrer Umgebung in relativ kompliziert gebundener, reduzierter Form, z.B. als Glucose, aufnehmen müssen. Deshalb benötigen die Heterotrophen den komplizierten Verdauungsapparat; außerdem sind sie für den Nahrungserhalt auf ihre Umgebung angewiesen.Die Autotrophen sind dagegen relativ autark (unter der Annahme der globalen Verfügbarkeit von Wasser, Kohlendioxid und Sonnenlicht). Photosynthetisch tätige Zellen und einige Bakterien sind autotroph, die Zellen der höheren Tiere und die meisten Mikroorganismen sind heterotroph.
    Biologische Systeme können auch danach klassifiziert werden, wie sie die notwendige Energie gewinnen (Lehninger AL: Biochemie. S. 295 f):
    1. Phototrophe Zellen verwenden Licht zur Energiegewinnung.
    2. Chemotrophe Zellen gewinnen Energie aus Redoxreaktionen: Sie übertragen Elektronen von Elektronendonoren auf Elektronenakzeptoren.
    a) chemolithotrophe Zellen: Elektronendonoren sind einfache anorganische Stoffe wie Wassestoff, Schwefelwaserstoff, Ammoniak und Schwefel.
    b) chemoorganotrophe Zellen: Elektronendonoren sind komplizierte organische Molekeln wie etwa Glucose.
    Die große Mehrheit der Organismen ist entweder photolithotroph oder chemoorganotroph.

    Danach leben wir alle von der Sonne, wir Menschen aber eben auf einem indirekten Weg; der direkte Weg ist für uns unmöglich.
    Aus dem Energiekreislauf wird klar, daß der Mensch als chemoorganotrophes Wesen als Kohlenstoffquelle organische Verbindungen nutzen muß, die Energiegewinnung erfolgt über Redoxreaktionen, als Elektronendonoren dienen organische Verbindungen (informative Tabelle in LEHNINGER AL: Biochemie. S. 296).

  82. #82 Hans Wurst
    7. März 2013

    Es folgte noch:

    Aus Licht allein kann Wasser nicht entstehen. Wenn also in der harten Version angeblich kein Wasser aufgenommen wird, müßte der Proband sehr schnell austrocknen; er würde keine drei Tage überleben.
    Für die weiche Version gilt: Der Durchschnittsmensch kann bei völliger Nahrungsverweigerung, aber unbegrenzter Wasserzufuhr etwa 65 Tage überleben. Dies haben die Hungerstreiks der Bader-Meinhof-Gruppe gezeigt; der Tod trat etwa 65 Tage nach Beginn des Hungerstreiks ein bei einem Körpergewicht von etwa 27 kg. Allerdings: er kann nicht diese 65 Tage bei bester Gesundheit überleben. Er verliert an Gewicht und es stellen sich alle pathobiochemischen und pathophysiologischen Prozesse ein, die für den Hungerzustand typisch sind.
    Es wird immer wieder behauptet, daß die pseudomedizinischen Systeme nicht von der Naturwissenshaft beurteilt werden könnten. Hier offenbart sich die Hohlheit dieser Phrase, denn dieses Beispiel zeigt überdeutlich: Systeme, die Aussagen über die Natur machen, sind sehr wohl innerhalb des Systems der Naturwissenschaften beurteilbar, in diesem Fall sogar endgültig beurteilbar. Da helfen keine Feyerabend-Thesen und keine pseudologischen Ausflüchte.

    RUDOLF VIRCHOW hat 1874 vor der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte einen Vortrag gehalten Über Wunder (abgedruckt in AUTRUM, a.a.O., S. 91-108). Anlaß war der Fall Louise Lateau und die an ihn ergangene Aufforderung, diesen zu untersuchen, was er ablehnte.
    Louise Lateau aus Bois d’Haine in der Diözese Tournay im wallonischen Belgien stammte aus ärmlichen, zerrütteten Verhältnissen. Nachdem sie Novizin eines Franziskanerklosters geworden war, traten bei ihr wunderhafte Erscheinungen auf, nämlich Stigmata, die Kreuzigungsmerkmale des Herrn, darüberhinaus wurde aus ihrer Umgebung ernsthaft versichert, sie habe seit drei Jahren keine Nahrung zu sich genommen.
    VIRCHOW fragt sich nun (AUTRUM, a.a.O., S. 102), „[woher das Mädchen denn die Kohlensäure nimmt, die sie dreieinhalb Jahre lang zweifellos ausscheidet.] Das müßte doch auf irgendeine Art und Weise zu konstatieren sein. Es wäre in der Tat eine sonderbare Sache, wenn man sich vorstellen müßte, daß die göttliche Absicht dahin führte, ein neues Quantum von Kohlenstoff in die Welt zu setzen, daraus Kohlensäure entstehen zu lassen und so das auf der Erde gegebene Maß von Kohlenstoff zu vemehren. Während bisher alle Chemiker und Physiker an der Unveränderlichkeit der Materie festhalten, ja behaupten, daß die gegebene Quantität Kohlenstoff invariabel sei, bringt Louise täglich ein neues Quantum Kohlenstoff hervor, wie die Meteoriten neues Eisen bringen, nur daß diese nach unweigerlichen Gesetzen zirkulieren, hier aber eine neue Kreation den Kohlenstoff erzeugt, ja sogar in den Körper der Louise Lateau hineinbringt. Sicherlich ein sehr schwieriges Problem, aber eines, welches doch angreifbar ist. Denn daß eine so anhaltende Entziehung der Nahrung ohne Abgabe von Kohlensäure durch die Lunge stattfinden sollte, daß etwa die Kohlensäure in der ausgeatmeten Luft fehlte, Louise also vielleicht atmete, ohne Kohlensäure zu erzeugen, was ein noch viel größeres Wunder sein würde als die Stigmata, das ist bisher nicht behauptet worden.
    Ich darf vielleicht daran erinnern, wie lange es gedauert hat, ehe die Begriffe über die Elemente sich gereinigt haben. Wie lange hat es als höchstes philosophisches und naturwissenschaftliches Gesetz gegolten, daß wir nur vier Elemente hätten, bis allmählich die chemische Ananlyse, zuerst im ungläubigen Orient, dann allmählich auch im Okzident den Nachweis führte, daß diese prätendierten Elemente gar keine seien, bis wir neue Elemente kennen lernten und diese an die Stelle der alten gesetzt wurden. So ist die revolutionäre Wissenschaft. […]
    Meine Erörterung soll nicht verletzend sein. Aber ich muß sagen, wenn man in dieser Weise die Errungenschaft ganzer Jahrhunderte abstreitet, dann dürfen wir doch darauf hinweisen, daß in jedem Falle, wo es möglich gewesen ist, das vermeintliche Wunder unter volle naturwissenschaftliche Kontrolle zu stellen, es sich als natürlich enthüllt hat.“

    Frau Greve wird das nicht kümmern. Sie wird einfach behaupten, in ihrem speziellen Organismus sei diese Umwandlung von Licht in Kohlendioxid und Wasser möglich. Was der ganzen Wissenschaft nicht gelingt, ihr gelingt es eben. Vielleicht muß man sich Gedanken um jene machen, die auf Unsinn dieser Art hereinfallen. Vielleicht sollten wir unser Schulsystem unter die Lupe nehmen.
    Versuche, aus Blei Gold zu machen, aus dem billigen Element das teure, gab es viele in der Menschheitsgeschichte. Erst die Physik der Neuzeit hat erklärt, warum dies ein ebenso nutzloser Traum ist wie das Perpetuum mobile. Trotzdem werden solche sinnlosen Träume immer noch erfolgreich zur Bauernfängerei benutzt: Trutz Hardo und sein singender angeblicher Priester, dessen Lieder Amalgamplomben in Gold verwandeln oder die vielen Pläne neuer Perpetua mobilia, die jährlich bei den Patentämtern eingingen, so daß diese jetzt die Annahme grundsätzlich verweigern.
    Der Frankfurter Verlag Vittorio Klostermann – und wer den Verlag kennt, wird richtig ahnen, was kommt – hat 1942 ein Buch publiziert: Hauschka Rudolf: Substanzlehre. Zum Verständnis der Physik, der Chemie und therapeutischer Wirkungen der Stoffe. Der Autor ist dem anthroposophischen Dunstkreis zuzurechnen, auch wenn er Steiners Namen geflissentlich unerwähnt läßt. Der Autor hat von Chemie, Physik und Therapie keine Ahnung; insofern ist das Buch völlig uninteressannt. Aber es ist eine vortreffliche Fundstelle jenes verqueren Denkens, wie es vor, während und nach Steiner von den selbsternannten Propheten in die unkritischen Köpfe der Nation gepflanzt wurde.
    Der Anhang von knapp 50 Seiten gibt die Forschungsarbeiten (um 1876) eines gewissen Freiherrn von Herzeele aus Freienwalde an der Oder wieder. Hauschka führt den Freiherrn so ein: Es dürfte dem Bedürfnis einer größeren Zahl von Denkern und Forschern entgegenkommen, einem Experimentator des vorigen Jahrhunderts, der im Sinne Goethescher Naturanschauung forschte, zu begegnen. Goethe kann und darf nicht fehlen. Man fragt sich, was der Dichter wohl mit denen gemacht hätte, die ihren Schwachsinn mit seinem Namen legitimieren wollen.
    v. Herzeeles Grundthese, die dann auch von Hauschka gepredigt wird, ist, daß nicht, wie von der Wissenschaft behauptet, die organischen Stoffe aus den anorganischen entstanden sind, sondern die anorganischen entstehen aus den organischen. Also wieder einmal eine schlichte Umkehrung. Hinzu kommt, daß aus einem organischen Stoff, der z.B. gar kein Magnesium oder Kalium enthält, eben Magnesium und Kalium entstehen können, was die Einwirkung kosmischer Kräfte beweist. Die Vesuche des Freiherrn ergeben im wesentlichen, daß zwischen Beginn und Ende des Versuchs eine Zunahme des gemessenen anorganischen Stoffes eintritt, was nach Versuchsanordnung, nach zeitgenössischer und heutiger Chemie und Physik unmöglich ist. Die Entstehung von Magnesium in der Erdgeschichte erklärt er dann so: In dem allgemeinen Vorkommen der Magnesia zeigt sich ein neuer Beweis dafür, daß die Atmosphäre in früheren Zeiten reicher an Kohlensäure gewesen ist wie jetzt, denn nur in einer solchen konnten die damals wachsenden Pflanzen die großen Mengen von Magnesia bilden, welche wir in den vershiedenen Gebirgsarten finden. Pflanzen haben aus dem Kohlendioxid der Luft das Magnesium gebildet. Ein wahrhaft kühner Gedanke, eines Freiherrn in der Nachfolge Goethes würdig.

  83. #83 noch'n Flo
    Schoggiland
    7. März 2013

    @ Hans:

    Vitamine sind definitionsgemäß Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann, also von außen aufnehmen muß.

    Falsch. Der Körper kann z.B. Vitamin D selber herstellen (weil es praktisch unmöglich ist, den Bedarf daran nur aus der Nahrung zu decken). Das Ganze geschieht in der Haut, bedarf aber – na was wohl: Licht. Also genauer gesagt UV-Strahlung.

    Deshalb geraten so viele Menschen im Winter, wo es nicht so hell ist, in einen Vitamin-D-Mangelzustand. Es wird derzeit in der medizinischen Forschung diskutiert, ob dieser eine der Ursachen für die sog. “Winterdepression” sein könnte.