„Wie ist Psychologie möglich?“ – mit dieser Frage beginnt Karl Bühler das zweite Kapitel seines Buchs „Die Krise der Psychologie“. Dieses Buch ist von 1927. Ausgangspunkt war die Feststellung Bühlers, dass es in der Psychologie sowohl an einem Verständnis fehlt, worum es eigentlich geht als auch, wie man mit dem Neben- und Durcheinander der vielen…

Matthias Schrappe, streitbarer Medizinprofessor im Unruhestand, hat bei Cicero einen Meinungsbeitrag „Das neue lineare Denken“ veröffentlicht. Er beklagt darin eine Wiederkehr von hierarchischen Strukturen in der Politik und das Ausblenden kritischer Fragen in der öffentlichen Diskussion. Dabei spannt er den Bogen von Corona bis zum Ukrainekrieg. Beim Ukrainekrieg verweist er beispielsweise darauf, in den Talkshows…

Unser Gehirn ist evolutionsbiologisch darauf getrimmt, uns in einer Welt voller Unsicherheiten handlungsfähig zu machen. Vor allem in potentiellen Gefahrensituationen kommt es dabei oft nicht so sehr darauf an, Entscheidungssituationen gründlich zu prüfen, sondern schnell zu reagieren. Das führt leider immer wieder dazu, das auch dann zu tun, wenn das gründliche Prüfen besser wäre. Außerdem…

So heisst ein frisch geschlüpftes Buch des Herausgebers und Wissenschaftsautoren Dr. Harald Zaun. Warum ich das hier vorstelle? Weil ich auf Haralds speziellen Wunsch ein Kapitel beigesteuert habe: “Arrival – Fiktionale Erstkontakt-Szenarien via Raumfahrt”.  Da wir beide wissenschaftslastige Star Trek-Fans sind und den Film “Arrival” sehr gern mögen, liegt der Schwerpunkt auf dieser und anderer…

„Einsamkeit (Ensomheden), eine vom norwegischen Kapitän E.H. Johannesen aus Tromsö benannte einzelne Insel, welche er am 16. Aug. 1878 im westsibirischen Eismeer nordwestlich von Kap Taimyr (…) entdeckte. Sie ist 18,5 km lang, hat 202 qkm Flächeninhalt und steigt auf der Westseite bis zu 30 m Höhe empor, während die Ostseite flach und von Treibholz…

1992 schrieb der Volkswirt Adolf Wagner in seinem Bändchen „Volkswirtschaft für jedermann“ unter dem Eindruck des Jugoslawienkonflikts (Wagner 1992:14): „In Kriegs- und Krisenzeiten erfährt der alte Schopenhauer immer wieder, tausendfach und auf ganz entsetzliche Weise die Bestätigung seines dunklen Menschenbildes. Man kann vom Umgang der Serben, Kroaten und Bosnier miteinander (…) und aus beliebigen Bänden…

Vom Rechthaben und von Rechthaberei war hier schon öfter die Rede. Der berühmte „confirmation bias“ ist ein seit Peter Wasons Experimenten zu positiven, bestätigenden Teststrategien bestens untersucht. Er stellt eine evolutionär sinnvolle Heuristik dar, damit wir im Alltag nicht ständig alles hinterfragen und handlungsunfähig werden. In den empirischen Wissenschaften läuft es leider manchmal auch so,…

Den Spruch „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ liest man oft. Ein dummer Spruch. Besser wäre der Rat, glaube keiner Statistik, die du nicht verstanden hast. Das ist nämlich gar nicht so einfach, auch dann nicht, wenn es ohne komplizierte Formeln zugeht. Überall treffen wir heute auf Infografiken, die Daten zum Sprechen…

Der Begriff „Faschismus“ ist bekanntlich keiner, der einheitlich gebraucht wird oder eine explizit ausformulierte Ideologie bezeichnet. Für die meisten Menschen ist er zwar negativ konnotiert, aber alles Weitere wird dann schnell uneinheitlich und teilweise auch widersprüchlich. Das lässt den Begriff in politischen Auseinandersetzungen zuweilen recht schillernd werden, man erinnere sich an Habermas Vorwurf des „Linksfaschismus“…

Im Digitec Podcast der FAZ ging es gestern um Mathematik: Alexander Armbruster sprach mit Aeneas Rooch über sein im März erschienenes Buch „Die Entdeckung der Unendlichkeit“. https://m.faz.net/podcasts/f-a-z-digitec-podcast/wie-wurde-mathematik-was-sie-heute-ist-aeneas-rooch-17956790.html?interaktiv_platzhalter Nach einem Vorgeplänkel von 10 Minuten („ich habe Mathematik studiert, weil ich in der Schule Spaß am Ableiten hatte“) geht es um die Irrationalität der Diagonale im Einheitsquadrat…