Ein Gastbeitrag von Stefan Uttenthaler

 

Too long, didn’t read: Das „Problem” sind nicht die Masten, sondern die Handys! Wer sich vor Mobilfunk fürchtet, soll sein Handy weglegen und nicht Masten bekämpfen, denn die Strahlen„belastung” durch das Handy ist um vieles höher als durch die Mobilfunkmasten.

Vorbetrachtungen: Schaden durch Mobilfunkgegnerschaft

Im vorigen Artikel berichtete ich über die Bürgerinitiative gegen 5G in meiner Heimatgemeinde und weshalb der Bericht „5G-Mobilfunk und Gesundheit” an das österreichische Parlament keine Argumentationsgrundlage gegen den 5G-Ausbau bietet. Um die Vorgänge in meiner Heimatgemeinde entspann sich auch eine lebhafte Debatte auf meinem Facebook-Profil. Ein dort geäußerter Standpunkt war, dass jede Meinung gleich viel wert sei und jeder seine Meinung haben dürfe. Natürlich darf jeder seine Meinung haben, schließlich leben wir ja in einer Demokratie. Dieser Kommentar mag dabei helfen, etwas die Verve aus der Diskussion zu nehmen, aber es ist naiv zu glauben, dass Meinungen, die auf schlechter Wissenschaft oder Pseudowissenschaft basieren, ohne konkrete Folgen bleiben. Wie ich weiter unten ausführen werde, ist Mobilfunkstrahlung sehr wahrscheinlich ungefährlich – Mobilfunkgegnerschaft ist es aber nicht!

Die gravierendste Folge solcher Ansichten ist, dass durch Falschinformationen verängstigte und aufgebrachte Mobilfunkgegner konkret zur Tat schreiten können: Es liegen Berichte vor, dass von Großbritannien über die Niederlande bis nach Australien bereits dutzende wenn nicht hunderte Mobilfunkmasten von 5G-Gegnern angezündet, MitarbeiterInnen von Mobilfunkfirmen bedroht und attackiert oder Rasierklingen und andere scharfe Gegenstände an Mobilfunkmasten appliziert wurden, damit sich Personal bei deren Entfernung verletzt. Einiges davon steht sicherlich im Zusammenhang mit dem Verschwörungsmythos, 5G würde Corona auslösen oder verbreiten, aber ohne latente Ängste vor 5G würde das nicht auf fruchtbaren Boden fallen.

Übergriffe von verängstigten Mobilfunkgegnern sind sicherlich die Extremform der Gegnerschaft. Aber auch davor kann es schon zu Schäden von zumindest wirtschaftlicher Natur kommen. Die Angst der Menschen wird von Geschäftemachern ausgenutzt, um ihnen Geräte und andere Produkte anzudrehen, die angeblich Schutz vor der Mobilfunkstrahlung bieten. Diese Produkte reichen von Chips die aufs Handy geklebt werden, über Schutzhüllen fürs Handy aus Holz und Metall, Anti-Strahlungs-Mützchen für Babys bis hin zu Elektrosmog abweisenden Bettdecken. Der Fantasie sind bei diesem Unfug keine Grenzen gesetzt, solange sich die Produkte gewinnbringend verkaufen lassen. All diese Dinge sind bestenfalls nutzlos, im schlechtesten Fall sogar kontraproduktiv, weil sie die Verbindung zwischen Handy und Basisstation behindern und somit das Handy dazu zwingen, mit höherer Leistung zu senden. Dadurch erhöht sich die Strahlungsbelastung” und reduziert sich die Akkulaufzeit des Handys. Für den Schutz des Heims und der Lieben kann man leicht mehrere tausend Euro ausgeben – ein Schaden, der sich mit etwas Wissen leicht vermeiden lässt. Über die Geschäftspraktiken eines sehr aktiven Anbieters solch nutzloser Geräte werde ich in einem folgenden Blogartikel berichten.

Nicht zuletzt sehe ich die Gefahr, dass Menschen, die sich nicht vor 5G ängstigen, von Mobilfunkgegnerschaft betroffen sind, wenn ihnen dadurch der Zugang zu Infrastruktur vorenthalten wird. Die Wahl, ob und wofür sie 5G nutzen wollen oder nicht, wird ihnen genommen.

Aber jetzt zu den grundlegenden Argumenten, weshalb Mobilfunkwellen, inklusive 5G, sehr wahrscheinlich ungefährlich sind.

1. Mobilfunkwellen sind nicht ionisierend

Das wichtigste physikalisch-naturwissenschaftliche Argument gegen eine gesundheitlich nachteilige Wirkung von Mobilfunkwellen ist, dass sie nicht ionisierend sind. Ionisation von Materie bedeutet, dass neutrale Atome oder Moleküle z.B. durch die Einwirkung von elektromagnetische Wellen in negativ geladene Elektronen und positiv geladene Atom- oder Molekülrümpfe, sogenannte Ionen, aufgespalten werden. Elektromagnetische Wellen sind dafür nur energiereich genug, wenn sie sehr kurzwellig (also hochfrequent) sind, konkret gesagt ab einer Wellenlänge, die dem ultravioletten (UV) Licht entspricht. Einen Effekt durch UV-Strahlung kennt jeder von uns: Sonnenbrand. Auch Röntgen- und erst recht Gammastrahlung wirkt ionisierend und sollte daher (bei medizinischer Anwendung) minimiert oder ganz gemieden werden. Wird biologische Materie ionisiert, verändert dies auch die biochemischen Abläufe in den Zellen.

Dass Mobilfunkwellen keine Ionisation bewirken können, auch nicht bei sehr hohen Intensitäten, ist eine direkte Konsequenz der Quantenmechanik: Elektromagnetische Wellen treten nämlich nicht kontinuierlich auf, sondern in kleinsten Paketen, die nicht weiter geteilt werden können, den sogenannten Quanten bzw. Photonen (Lichtteilchen). Ionisation kann dabei nur auftreten, wenn ein einzelnes Photon ausreichend Energie mit sich trägt. Die Energie eines Photons ist über die bekannte Formel direkt mit der Frequenz ν verknüpft (h ist das Plancksche Wirkungsquantum, eine Naturkonstante). Es können also noch so viele Photonen mit der Frequenz von Mobilfunk auf einen Menschen einprasseln – da keines von ihnen für sich alleine genügend Energie mit sich trägt, kann es zu keiner Ionisation kommen, auch nicht additiv. Auch direkte Schäden an der DNA in den Zellen sind unmöglich, da die Mobilfunkphotonen auch für das Aufbrechen der Bindungen in der DNA zu wenig Energie mit sich führen. Das bedeutet auch, dass Mobilfunkwellen keinen Krebs auslösen können. Um den Unterschied in der Energie von Mobilfunkphotonen und den potentiell gefährlichen Photonen von UV-Licht zu illustrieren, möchte ich auf den Vergleich in diesem Video von Prof. Lemeshko (Institute of Science and Technology Austria) zurückgreifen: Wenn die Energie von UV-Photonen der Energie einer Kugel mit einer Geschwindigkeit von 100 m/s entspräche, dann käme die Energie von Mobilfunkphotonen einer Kugel mit einer Geschwindigkeit von 1 cm/s gleich – ziemlich ungefährlich also.

2. Es gibt keine athermischen Effekte von Mobilfunk

Mögliche Effekte von elektromagnetischen Wellen lassen sich einteilen in thermische und athermische Effekte. Thermische Effekte bedeuten nichts anderes als die Erwärmung von Materie so wie wir sie vom Mikrowellenherd kennen (und nein, auch der Mikrowellenherd ist ungefährlich). Thermische Effekte sind, bei Einhaltung der Grenzwerte für Mobilfunkwellen, ungefährlich. Auch wenn wir Sport treiben, erwärmt sich unser Körperteilweise sogar ganz gehörig, je nach Intensität der Belastung. Unser Körper behilft sich dagegen mit einer wohlbekannten physiologischen Reaktion, nämlich mit Schwitzen. Selbstverständlich sollte unser Körper nicht ständig durch Mobiltelefonie aufgeheizt und zum Schwitzen gebracht werden. Damit genau das nicht passiert, gibt es Grenzwerte der Strahlungsleistung, die ein Handy abgeben darf. In diesem Zusammengang spielt die sogenannte spezifische Absorptionsrate (auch SAR-Wert genannt) eine entscheidende Rolle: Sie gibt an, wie viel Energie der menschliche Körper (bei einer genormten Anordnung) als Strahlungsleistung vom Handy pro Kilogramm Körpergewebe aufnimmt (Einheit: Watt pro Kilogramm = W/kg). Bei der maximalen Sendeleistung darf der SAR-Wert eine gewisse Grenze nicht überschreiten, die bei 2 W/kg liegt. Dieser Wert ist nach aktueller wissenschaftlicher Forschung zum Schutz vor allen bekannten Gesundheitsschäden sicher, und zwar für den dauerhaften körpernahen Gebrauch. Moderne Handys haben einen SAR-Wert von ca. 0,15 W/kg. Das ist die Leistungsabgabe, die ein Handy aber nur unter sehr ungünstigen Verhältnissen, also bei schlechtem Empfang erreicht. Bei gutem Empfang regeln sowohl Handy als auch Basisstation die Leistung immer und unmittelbar auf das geringste notwendige Maß herunter (Stichwort Sendeleistungsregelung), sodass man in typischen Telefoniersituationen einer viel geringeren Strahlungsleistung ausgesetzt ist. Zum Vergleich: Ein Mensch gibt im Schnitt alleine durch die normale Körperwärme eine Leistung von 100 Watt von sich, also mehr als 1 W/kg. Weshalb erwärmt sich dann das Ohr während eines längeren Telefonats? Ein bisschen Wärme gibt das Handy tatsächlich ab, aber vor allem blockiert das Handy wie ein Kleidungsstück den Wärmefluss vom Körper an die Umgebung. Halten Sie sich mal ein Stück Holz für eine Viertelstunde ans Ohr, Sie werden die gleiche Erwärmung merken.

Die Ionisation von Materie (siehe oben) hingegen ist ein athermischer Effekt. Bei genügend hoher Energie eines Photons, also ab jener von UV-Licht, kann Ionisation auftreten. Bei Mobilfunkwellen hingegen wurde bis heute kein athermischer Effekt nachgewiesen, obwohl Mobilfunkgegner immer wieder von deren Existenz fabulieren. Genaugenommen können athermische Effekte für Mikro- bzw Mobilfunkwellen nach menschlichem Ermessen sogar ausgeschlossen werden. Diese Erkenntnis verdankt die Wissenschaft nicht zuletzt einem renommierten österreichischen Forscher, nämlich Univ.-Prof. Oliver C. Kappe von der Uni Graz. Es scheint, als hätte sich diese Erkenntnis noch nicht in der Forschung zur Wirkung von Mobilfunkwellen durchgesprochen, auch im Bericht „5G-Mobilfunk und Gesundheit” an das österreichische Parlament wurde sie nicht thematisiert.

Abgesehen von der (bei Mobilfunk nicht vorhandenen) Ionisation und den thermischen Effekten gibt es keine grundlegende und überzeugende Wirkhypothese, die begründet, WIE Mobilfunkwellen unterhalb der Grenzwerte theoretisch negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben könnten. Aus diesen Gründen sind Formulierungen wie jene, dass es noch „Wissenslücken” oder „offene Fragen” in der Erforschung von Mobilfunk und insbesondere 5G gäbe (siehe voriger Blog-Artikel), gelassen zu betrachten. Aus Sicht der Wissenschaftstheorie ist es ohne plausible Wirkhypothese nahezu unmöglich, mit einzelnen Studien gezielt nach gesundheitlichen Effekten zu suchen. Man kann sich praktisch jede gesundheitliche Beeinträchtigung oder Befindlichkeitsstörung aussuchen, die einem einfällt, und nach einer auch noch so unplausiblen Auswirkung von Mobilfunk suchen – ein eigentlich unbegrenztes Forschungsfeld, das nie abgeschlossen sein wird.

3. Epidemiologische Studien zeigen keine Anzeichen von gesundheitliche Folgen durch Mobilfunk

Nun könnte man natürlich behaupten: Das ist alles schön und gut, aber was ist, wenn die Physik einen wichtigen Effekt einfach übersehen hat, der unbemerkt im menschlichen Körper abläuft und dort Schaden anrichtet? Wissenschaftstheoretisch ist es durchaus legitim, so eine Behauptung aufzustellen und nach übersehenen oder unbekannten Effekten mithilfe klinischer oder epidemiologischer Studien zu suchen. (Der Umkehrschluss, aus beobachteten Befunden in medizinischen Studien auf das Vorhandensein eines noch unbekannten physikalischen Effekts zu schließen, ist wissenschaftstheoretisch wesentlich problematischer, weil der menschliche Körper viel zu komplex ist, um solche Schlüsse sinnvoll ziehen zu können.) Selbstverständlich wurden auch solche Untersuchungen durchgeführt. Das Ergebnis ist, dass methodisch robuste Studien, die hoch auf der sogenannten Evidenzpyramide angesiedelt sind (also einen hohen Evidenzgrad aufweisen), keine Auswirkungen von Mobilfunk feststellen konnten, z.B. diese hier oder diese hier. Eine schöne Zusammenfassung der Erkenntnisse ist in diesem ICNIRP-Vortrag zu finden. Von Mobilfunkgegnern gerne ins Feld geführt wird das Schreckgespenst Krebs, das vom Handytelefonieren drohen soll. Allerdings sind die Krebsraten, insbesondere jene von Hirntumoren, auch in Österreich seit Jahrzehnten stabil, und das, obwohl mittlerweile Millionen von Handys, WLAN-Router und andere Mobilfunkanwendungen in Betrieb sind, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind. Überzeugte Mobilfunkgegner werden hier einwenden: Das sind alles Langzeiteffekte; wartet nur, bis die Krebsraten hoch gehen!” Okay, Mobilfunk ist nun aber schon seit mindestens drei Jahrzehnten im Einsatz, also wie lange müssen wir noch warten, bis sich etwas tut? Wie lange ist lang genug?

Es gibt aber auch Studien, die einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und beispielsweise Krebs zeigen – was ist damit? Ja, solche Studien gibt es. Es gibt eine Reihe von Gründen, weshalb diese Arbeiten nicht belastbar sind. Da sind zum einen methodische Schwächen zu nennen. „Retrospektive Selbstauskunft” ist z.B. eine Methode, bei der versucht wird herauszufinden, ob Kopftumorpatienten häufiger auf der Kopfseite telefoniert haben, auf der sich der Tumor gebildet hat. Diese Methode ist jedoch äußerst mangelhaft, weil die persönliche Erinnerung an solche (zum damaligen Zeitpunkt) belanglose Details alles andere als verlässlich ist. Die sog. Interphone-Studie, auf der die IARC-Einstufung von Mobilfunk als „möglicherweise krebserregend” basiert, verwendete genau diese schwache Methodik. Aufseiten von mobilfunkkritischen Wissenschaftern gibt es auch eine Überinterpretation der Daten: Was eigentlich zufälliges Rauschen in Fallzahlen ist, wird fälschlich als steigende Krebsrate gedeutet. Auch gibt es Fehlinterpretationen oder Missverständnisse durch Laien, wenn sie wissenschaftliche Studien lesen; manche Aussagen in den Studien werden schlicht falsch interpretiert, oder es werden Teilergebnisse aus der Gesamtheit einer Studie herausgenommen und alle Erklärungen der Autoren ignoriert. Und dann gibt es auch noch Pseudowissenschaft, also den Missbrauch von Wissenschaft, der durch ideologische Voreingenommenheit oder handfeste wirtschaftliche Interessen ausgelöst werden kann.

4. Radio- und Mikrowellen kommen auch in der Natur vor

Mobilfunkwellen werden von ihren Gegnern gerne als „technische Strahlung” bezeichnet. Das ist Unsinn, denn sie sind nichts anderes als elektromagnetische Wellen, die sich aufgrund von Naturgesetzen ergeben (und zwar aufgrund der Maxwell-Gleichungen), die wir technisch für unsere Zwecke nutzen. Es gibt sehr viele natürliche Quellen elektromagnetischer Wellen, die die gleichen Frequenzen wie Mobilfunkwellen haben. Jeder Körper, der eine Temperatur hat, strahlt auch Radio- und Mikrowellenstrahlung ab, die sog. Schwarzkörperstrahlung. Z.B. lässt sich ausrechnen, dass ein typischer 2000 W Strahler einer Infrarotkabine mit einer Temperatur von 2700 K über den gesamten von 5G genutzten FR2-Bereich (24,25 – 52,60 GHz) so viel Strahlung emittiert wie ein Mobiltelefon bei minimaler Sendeleistung (1 μW effektive isotrope Strahlungsleistung, 1 μW = 1 Mikrowatt = 1 Millionstel Watt) pro Quadratmeter in etwa einem Meter Entfernung. Dazu kommt, dass die Infrarotkabine das Maximum ihrer Strahlungsintensität bei einer Frequenz hat, die gut zehntausendfach höher ist als die in 5G verwendeten Frequenzen! Infrarotkabinen wird eine positive gesundheitliche Wirkung nachgesagt, und Menschen setzen sich mit Freude hinein … Wir werden ständig durchdrungen von Schwarzkörperstrahlung; ja unsere Körper leuchten von Natur aus ganz von selbst in diesem Frequenzbereich. Möchte noch jemand behaupten, Strahlung sei nicht natürlich?

Die Sonne ist eine vergleichsweise starke natürliche Radio- und Mikrowellenquelle. Für einen Vergleich mit Mobilfunk sei hier der FR1-Bereich von 5G (410 – 7125 MHz) gewählt. Über dieses Band integriert entspricht die Intensität der Radiostrahlung der Sonne bei ihrer mittleren Aktivität derjenigen eines Mobiltelefons bei minimaler Sendeleistung in einer Entfernung von ca. 26 Metern. Während einer Sonneneruption kann die Radiostrahlung der Sonne sogar um ein Vielfaches ansteigen. Dazu kommen noch viele weitere (freilich schwache) natürliche Strahlungsquellen, von der Strahlung des Urknalls selbst über Polarlichter bis hin zu Blitzen. Während seiner Evolution war der Mensch – und 4 Milliarden Jahre lang seine Vorfahren – diesen Strahlungsquellen immer schon ausgesetzt, ohne erkennbare Beeinträchtigungen.

Schlussfolgerungen

Nicht nur ist der Mensch natürlichen Strahlungsquellen ausgesetzt, auch richtet sich die Angst vor “technischer” Strahlung gegen die falschen Objekte. In typischen Telefoniersituationen ist man als Handynutzer durch das eigene Handy am Ohr weitaus mehr Strahlung ausgesetzt, als durch eine Mobilfunkbasisstation. Anders ausgedrückt: Das „Problem” sind die Handys, nicht die Masten! Wer nach all den Erläuterungen, die die Ungefährlichkeit von Mobilfunk untermauern, immer noch gesundheitliche Bedenken hat, hat es weitgehend selbst in der Hand, seine Strahlungsbelastung zu reduzieren, und zwar am konsequentesten durch Verzicht aufs Handy. Wer das (verständlicherweise) nicht möchte, der kann durch wenige, einfache Maßnahmen die Strahlungsbelastung reduzieren: 1) Nutzung einer Freisprecheinrichtung; 2) Auf möglichst gute Verbindung zwischen Handy und Basisstation achten, d.h. möglichst geringer (!) Abstand zwischen Handy und Basisstation, keine Abschirmung der Sichtverbindung, nicht telefonieren an Orten mit schlechtem Empfang (Keller, Aufzug o.ä.), usw. (Die Maßnahmen helfen übrigens auch, die Akkulaufzeit des Handys zu verlängern.) Das bedeutet auch, dass es kontraproduktiv ist, eine Basisstation aus einer Siedlung zu verbannen, da durch die schwächere Funkverbindung Handys ihre Sendeleistung hinauf regeln, um die Verbindung aufrecht zu erhalten, und so erst recht den Nutzer einer stärkeren Strahlung aussetzen. In diesem Lichte betrachtet erscheint der Kampf gegen Mobilfunkmasten sinnlos, weil es ohnehin jeder selbst in der Hand hat, wie stark er oder sie sich der Mobilfunkstrahlung aussetzen will.

[Editiert am 30.12.2020. In der ersten Version dieses Abschnitts hatten sich Rechen- und Formulierungsfehler eingeschlichen, auf die dankenswerterweise aufmerksame Leser hingewiesen haben. Diese Fehler wurden nun korrigiert. Die Grundaussagen, dass der Mensch auch natürlichen Strahlungsquellen ausgesetzt ist sowie dass die Leistungsflussdichte, die man vom eigenen Handy am Ohr abbekommt, höher ist als die Leistungsflussdichte einer Basisstation, bleiben davon unberührt.]

Mein Dank geht an Armin Luntzer und Franz Kerschbaum für die Unterstützung bei den Berechnungen, sowie an Manfred Ruttner, Erich Eder und Ulrich Berger fürs Korrekturlesen.

Kommentare (26)

  1. #1 rolak
    6. Dezember 2020

    sehr wahrscheinlich ungefährlich

    Da war doch was ;•)
    ~·~
    Nett zusammengefasst – including Selbstversuche fürs Sofa. Ich seh sie schon alle am Früh­stücks­brettchen lauschen…

  2. #2 Peter Vereecke
    Köln
    6. Dezember 2020

    Sehr gut recherchiert und dargestellt. Ist mir als E-Techniker soweit auch klar, aber ich vermute
    die ALU Hüte werden dies in ihrer Verblendung
    weiterhin leugnen. Denen geht es leider nicht um Wissenschaft sondern um das „das Brett vorm Kopf“ daher kommt ja das Querdenken
    Trotzdem Danke

  3. #4 2xhinschauen
    7. Dezember 2020

    Dass der eigene Körper seine Umgebung im unteren dreistelligen Wattbereich heizt, wusste ich. Dass ihn das automatisch zu einem breitbandigen Schwarzkörperstrahler macht, war mir nicht klar. Danke für den Hinweis.

    Aber was bitte ist eine “Infrarotkabine”?? Nie gehört. Ein Ding mit 2700K, in das man sich hineinsetzt?! Hilfä!

    Ist vielleicht so was wie eine Sauna gemeint?

  4. #5 Basilios
    Sasameki Koto
    7. Dezember 2020

    @2xhinschauen
    Nein, damit ist keine Sauna gemeint, sondern tatsächlich eine Infrarotkabine:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Infrarotw%C3%A4rmekabine

  5. #6 uwe hauptschueler
    7. Dezember 2020

    htttps://www.katholisch.de/artikel/27863-vatikan-beichte-per-smartphone-wahrscheinlich-ungueltig
    Absolution erst mit 6G möglich.

  6. #7 Beobachter
    7. Dezember 2020

    @ uwe hauptschueler, # 5:

    Genau … 🙂

    Und von den Ober-Skeptikern heilig gesprochen als wahrer Wissenschafts- und Technologie-Gläubiger wird man erst dann, wenn man auch noch 7G begeistert befürwortet … 🙂

  7. #8 2xhinschauen
    7. Dezember 2020

    @Basilios
    Danke! Waddednitalljit…

  8. #9 Maoul Korb
    8. Dezember 2020

    “OFF-TOPIC zur Corona-Impfung”

    Kann Dr. Wolfgang Maurer hier mal einen Gastbeitrag zum neuen mRNA Corona-Impfstoff schreiben? Hier wäre seine fachliche Einschätzung zur Wirksamkeit, Verträglichkeit und möglichen Risiken interessant.

  9. #10 gedankenknick
    8. Dezember 2020

    … nicht telefonieren an Orten mit schlechtem Empfang…

    Sehe ich das richtig, dass hier diverse Flächenanteile Brandenburgs und Meklenburg-Vorpommerns gemeint sind?

    Ok, war ironisch gemeint. 😉

  10. #11 Memorand
    9. Dezember 2020

    Das die Sonne im Frequenzband des Mobilfunks nur 1 Mikrowatt auf der Erdoberfläche strahlt, ist eine fantastische Nachricht. Denn ich musste mir schonmal anhören, das die Sonne doch ein so viel größerer Strahler sei, als jede technische Funkstrahlung.

    Und das Strahlung “anregend” wirken kann, will ich auch gern glauben. Der Meinung war man ja auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts und man bekam dann auch radioaktive Zahnpassta und allerhand anderes Zeugs zu kaufen. Etwas Wahrheit ist auch dran. Aber es wahr halt nicht wirklich gesund.

    Und das es eine “Anregung” gibt, ist doch schon der Beweis dafür, das es nichtthermische Effekte gibt.
    Wieso also wird widersprechend das Gegenteil erklärt?

    Was die 4 Milliarden Jahre angeht, die das Leben der Strahlung ausgesetzt war, und dazu keine “Beeinträchtigung” bekannt ist, muß man natürlich dazu sagen, das die Evolution das Problem (wenn es denn eines ist), kompensiert.Es ist wohlfeil mit dieser Szenerie zu argumentieren, wenn man genau weiß, das, wenn es keine Strahlung gegeben hätte, das Leben (wenn es denn überhaupt entstanden wäre), ganz anders aussähe. Insofern hat es auf jeden Fall “Beeinträchtigung” gegeben. Und weil es evolutionär wirksam war (was man zwingend annehmen muß), war es auch gesundheitlich relevant.

    Nur, das die vollendete Evolution ein schlechter Proxy ist, weil… wessen Konstitution die Umwelt nicht vertragen hat, der ist ausgestorben. Daher kann man wiederum wohlfeil sagen, das es keine Beeinträchtung gab. Denn sonst wären wir ja nicht in der Welt. Aus solchen Verstrickungen “strahlt” die Ignoiranz und Niedetracht des Egos aus den Menschen herraus, welcher der Meinung ist, das alles gut ist, weil es ihm selbst ja gut geht. Das womöglich abermilliarden Lebewesen im Zuge der Evolution zugrunde gingen, spielt bei solchen Argumentationen immer keine Rolle, obwohl es dier entscheidene Punkt in der ganzen Szenerie ist.

  11. #12 Stefan Uttenthaler
    Wien
    10. Dezember 2020

    @Beobachter, wenn Sie uns jetzt noch verraten, wo Sie hier Technologie-Gläubigkeit oder Befürwortung von xG herauslesen, wären wir Ihnen sehr verbunden.

  12. #13 Bullet
    11. Dezember 2020

    htttps://www.katholisch.de/artikel/27863-vatikan-beichte-per-smartphone-wahrscheinlich-ungueltig
    Absolution erst mit 6G möglich.

    DER is ja mal geil.Die Katholen und ihr Gesülze.

    Aus dem Artikel:
    “Bei einer Beichte via Smartphone fehle die “wirkliche Präsenz des Büßers”, bemängelte Piacenza. Und eine echte Absolution könne nicht durch “elektrische Schwingungen” übermittelt werden.”

    Ich fasse mal zusammen:
    der ach so allmächtige sog. “Gott” der Katholen, vertreten durch irgendeine Arschgeige mit passender Uniform, ist nicht imstande, einen Zusammenhang zwischen dem gesprochenen Wort eines armen Verwirrten und dessen Rezeption in einem Priesterschweineohr herzustellen, wenn zwischendurch ein Konverter jene Worte digitalisiert und wieder re-analogisiert und das Signal zwischendurch über eine beliebige Strecke (alles zwischen 50m und 20 000 km) übertragen wird. Und das, obwohl jener herbeifabulierte sog. “Gott” von der Firma, die dessen Vorhandensein gegen jeden Beweis behauptet, auch noch die Schilder der sog. “Allmacht” und “Allwissenheit” ans hypothetische Revers gesteckt bekommt. Sollten sich diese angesteckten Behauptungen als wahr erweisen, wäre dieser sog. “Gott” ganz locker in der Lage, sofort zu wissen, daß das alles seine Richtigkeit hat und am Priesterschweineohr tatsächlich der Text ankommt, der sich vorher dem Munde des armen Verwirrten entrungen hatte.

    Da stellen sich ja mal ein paar Fragen:

    a) was ist denn der Unterschied zwischen der Informationsübermittlung durch “elektrische Schwingungen” ggü. der durch “akustische Schwingungen”?
    b) ist dieser sog. “Gott” etwa nicht in der Lage, “elektrische Schwingungen” zu dekodieren? Sind die Katholen neuerdings doch nicht mehr so sicher, was des sog. “Gott”es ebenfalls sog. “Allmacht” angeht?
    c) Glauben die Priesterschweine (Schweinepriester?) im Ernst, daß jemand, der schon ohnehin so hohl ist, daß er ungefragt vertrauliche und mglw. kompromittierende Informationen an eine kriminelle Organisation weiterreicht, diese dann einschränkt, wenn die vertraulichen Informationen elektronisch weitergegeben werden?
    Oder glauben dieselben Ekelbrocken etwa, ihre eigene Replik (die fälschlicherweise sog. “Absolution”) verlöre dann an Wert
    * gegenüber dem Empfänger, der ja das Telekommunikationsgerät nicht versehentlich zur Beichte verwendet oder
    * gegenüber dem wider jeglicher Vernunft behaupteten eigentlichen Empfänger, dem sog. “Gott” jener Verbrecherbande? Und wenn ja: warum?

    Es wird Zeit, diesen Laden einzustampfen und die sich dort an armen verwirrten Menschen schamlos bereichernden Verbrecher allesamt in die diversen Knäste zu werfen. Natürich ohne die sonstigen Annehmlichkeiten einer Zivilisation, die ganz prima ohne dieses Pack auskommt.

  13. #14 Beobachter
    12. Dezember 2020

    @ Bullet, # 13:

    OT-Anmerkung zum OT-Kommentar # 13:

    Man kann sich natürlich zu Recht über “die Katholen und ihr Gesülze” zum Mobilfunk aufregen – und die Gelegenheit nutzen, mal wieder so richtig verbal die Sau rauszulassen.

    Dann frage ich mich allerdings, warum diese Anhänger/Verteidiger der “Annehmlichkeiten einer (unserer) Zivilisation” sich überhaupt nicht darüber aufregen, wenn z. B. ach so “zivilisatorische” Atomwaffen gebaut und angewandt werden/wurden oder Killerroboter zur “modernen” Kriegsführung entwickelt werden.

    Gegen Befürworter dieser Perversionen des technologischen Fortschritts sind doch die “Katholen mit ihrem (Mobilfunk-)Gesülze”, das in der Realität keinerlei Bedeutung hat, wahre Waisenknaben.
    Jedenfalls sehen ich und viele andere unsere “Zivilisation” durch ganz andere und ganz reale Dinge bedroht.

  14. #15 noch'n Flo
    Moderator
    12. Dezember 2020

    @ Beobachter:

    Gegen Befürworter dieser Perversionen des technologischen Fortschritts sind doch die “Katholen mit ihrem (Mobilfunk-)Gesülze”, das in der Realität keinerlei Bedeutung hat, wahre Waisenknaben.

    Keine Bedeutung in der Realität? Und was ist mit den ganzen Leuten, die wegen Corona per Handy beichten oder online einem Gottesdienst beiwohnen wollen, wegen eines Ornatsträgers aber dafür in die Kirche gehen müssen und sich dort mit Corona infizieren?

  15. #16 uwe hauptschueler
    12. Dezember 2020

    @#15noch’n Flo
    Stellen Sie sich vor ein katholischer Sünder wird per Mobilfunk von seinen Sünden freigesprochen. Und dann stehen Sie als Atheist in Reichweite des Funkmastes und bekommen die Freisprechung auch ab, für Umme. Das geht doch nicht, das muß verhindert werden.
    5G ist da ein Fortschritt. Es gibt nun keine Rundumfreisprechung mehr. Sünder werden per Beamforming nur noch gezielt freigesprochen.
    Vgl.[https://www.telekom.com/de/blog/netz/artikel/beamforming-5g-mobilfunk-570522

  16. #17 Memorand
    12. Dezember 2020

    Ich fand das hier auf Youtube:

    The microwave plasma mystery
    1.852.537 Aufrufe
    •14.08.2019
    NileRed

    https://www.youtube.com/watch?v=l0u8Vtf2GoQ

    Das ist interessant. Es wird Stickstoffdioxid gebildet, wenn man eine Atmosphäre mit Mikrowellen bestrahlt.

    Das kann, abgesehen von den unklaren Wirkungen auf lebeden Organismen, eine Wirkung in der atmosphäre haben, die den Stickstoffdioxid-Anteil darin erhöht.

    Das der Effekt in der Armosphäre viel kleiner und unauffälliger ist, heisst nicht, das es nicht dazu ausreicht, um den Anteil NO2 um den Wert anzuheben, der in den vergangenen Jahren dazu hinreichte, die Grenzwertpolitik der Luftreinhaltung zu nötigen, sich damit zu beschäftigen. Nur, das sie das im Ansinnen tat, das er Individualverkehr dafür veranwortlich sei, was nicht unbedingt so zutreffen muß.

  17. #18 Memorand
    13. Dezember 2020

    Auch sehr interressant ist, das der Mensch selbst ein viel größerer Strahler sei(n kann) als eine Mobilfunk-Anlage üblicherweise strahlen soll.

    Das bedeutete auch, das man mit diesem “Störfunk”, den der Mensch aussendet, womöglich ganz neue “Ortungsmethoden” ermöglicht bekommt. Und das die Störsignale der Menschen sogar individuelle Muster haben, sodass Identifizierung möglich ist.

    Und wenn das so ist, dann können beide “Strahler” kaum unabhängig und gegenseitig nicht “störend” nebeneinander strahlen, sondern, jeder stört den anderen in gewisser Weise.
    Was bei eienr technischen Anlage durch anpassungen der Betriebsparameter kompensiert werden kann, muß der Mensch dann eben aus sich herraus tun. Und das ist im Mindesten eine Beeinflussung. Was denn auch sonst.

    Strahlung ist eben nicht nur eine aus emittierten Teilchen bestehende Wellenfront, sondern ein aufgebautes Feld, das Rückwirkungen zulässt. Nichts anderes implizieren die modernen Interpretationen der Quantenphysik.

  18. #19 Bullet
    13. Dezember 2020

    @Beobachter, #14:

    Dann frage ich mich allerdings, warum diese Anhänger/Verteidiger der “Annehmlichkeiten einer (unserer) Zivilisation” sich überhaupt nicht darüber aufregen, wenn z. B. ach so “zivilisatorische” Atomwaffen gebaut und angewandt werden/wurden oder Killerroboter zur “modernen” Kriegsführung entwickelt werden.

    Daraufhin muß ich aber öffentlich fragen, warum Kommentatoren, die sich selbst “Beobachter” nennen, offenbar in ihrer Tätigkeit auf allen Ebenen dermaßen massiv versagen, daß es nur so raucht. Denn Widerstandsbewegungen gegen den Einsatz der Nuklearenergie nicht nur zu zivilen Zwecken sind seit etwa 40 Jahren zumindest in Westeuropa deutlich präsent und können nicht einmal vom hier kommentierenden schlechtesten Beobachter seit Menschengedenken übersehen werden. Somit liegt der Verdacht nahe, der hier kommentierende “Beobachter” lügt.
    Nicht satisfaktionsfähig. Raus.

  19. #20 Bullet
    13. Dezember 2020

    Nachsatz:

    Gegen Befürworter dieser Perversionen des technologischen Fortschritts sind doch die “Katholen mit ihrem (Mobilfunk-)Gesülze”, das in der Realität keinerlei Bedeutung hat, wahre Waisenknaben.

    Dieselben Katholen finden Atombomben übrigens gut. Sonst würden sie die nicht segnen. Waisenknaben? Kannste schon allein deswegen knicken.

  20. #21 Beobachter
    13. Dezember 2020

    @ Bullet, # 19 und 20:

    ” … Denn Widerstandsbewegungen gegen den Einsatz der Nuklearenergie nicht nur zu zivilen Zwecken sind seit etwa 40 Jahren zumindest in Westeuropa deutlich präsent …”

    Gott sei Dank sind sie das – in Westeuropa und anderswo, aber nicht deutlich bemerkbar als Blogger und Kommentatoren in den letzten 10 Jahren bei ScienceBlogs.
    Und nur davon habe ich es hier gehabt – SB ist schließlich nicht repräsentativ für Westeuropa … 🙂
    Hier findet in der Regel das Gegenteil von Widerstand dagegen statt.

    “Dieselben Katholen finden Atombomben übrigens gut. … ”

    Bestes Beispiel eines dummen Pauschalurteils.
    Oder glaubst du tatsächlich, dass in den Widerstandsbewegungen gegen Atomwaffen und deren Stationierung KEINE “Katholen” dabei waren/sind?!
    Und selbst bei den offiziellen “Katholen” ist man “friedensethisch” mittlerweile am Umdenken, was Nuklearwaffen betrifft.

    Im Übrigen:
    Bist du Burschenschaftler, Mitglied einer schlagenden Verbindung? Womöglich “Alter Herr”?
    Wegen deiner Wortwahl: “satisfaktionsfähig”:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Satisfaktion
    https://de.wikipedia.org/wiki/Alter_Herr_(Studentenverbindung)

    Mit Leuten mit, und auch noch DIESEM, Standesdünkel will ich eh nichts tun haben.
    Also dito: “Raus” (siehe # 19).

  21. #22 Bullet
    14. Dezember 2020

    wenn das ‘ne Replik sein sollte, kann ich mich ja getrost zurücklehnen. Mir ist die Herkunft dieses Wortes durchaus geläufig, und wer mal den “Untertan” gesehen oder gar gelesen hat, weiß das auch einzuordnen.
    Was ich noch nicht einordnen kann, ist die entsprechende behauptete Bejubelung von nuklearen Vernichtungsgeräten. Ein Link hier auf SB sollte ja dann nicht so schwierig sein, wa?
    Zum Thema “Und selbst bei den offiziellen “Katholen” ist man “friedensethisch” mittlerweile am Umdenken, was Nuklearwaffen betrifft.”:

    Die von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken getragene Kommission “Justitia et Pax” kam 2019 zu dem Schluss, dass die moralische Duldung der Strategie der nuklearen Abschreckung aufgegeben werden müsse, weil sich die Hoffnung auf substantielle Fortschritte in der atomaren Abrüstung nicht erfüllt habe.

    Du hast also formal recht, allerdings ist dieses Umdenken noch nass hinter den Ohren. Das hätte also nicht “mittlerweile”, sondern “brandneuerweise” heißen sollen. Andersrum: Das Pfaffenpack hat also 75 Jahre gebraucht, um festzustellen, daß Wasser naß ist und Atombomben nich so der Bringer. Immerhin scheinen endlich genug von denen unter der Erde zu sein, daß man sich mal ein wenig mit schlaueren Gedanken befassen kann. Wermutstropfen: das ist allein eine deutsche Sicht. Wie verwunderlich, können Deutsche doch nur Opfer nuklearer Waffen werfen. Ein Schelm …
    International windet sich die Kirche wie die Ziege am Strick, Atombomben blöd zu finden. Ach ja, ein “dummes Pauschalurteil”. Habsch vergessen. Wat is jetz mit Atom-Fanboy-Artikeln hier?

  22. #23 noch'n Flo
    Moderator
    14. Dezember 2020

    @ Beobachter:

    Wie kommst Du darauf, dass allein die Benutzung des Wortes “satisfaktionsfähig” auf die Zugehörigkeit zu einer (schlagenden) Verbindung schliessen lässt?

  23. #24 Max M.
    28. Dezember 2020

    Sehr geehrter Herr Uttenthaler,
    dass man sein Handy weglegen soll, um die Strahlungs“belastung“, wie Sie es formuliert haben, zu reduzieren kann ich nachvollziehen. Auch Ihre Maßnahmen zur Strahlenbelastungsreduktion finde ich gut.
    Die Form der Proteste gegen die Einführung von 5G, die unter anderem dazu führt, dass sich andere Menschen verletzen, bzw. fremdes Eigentum beschädigt wird, befürworte ich nicht. Eine gewalttätige Form bei Protesten entsteht meiner Meinung nach dadurch, dass es zu wenig Kommunikation, Aufklärung und Transparenz zu einem Thema gibt und sich Menschen übergangen fühlen.
    Produkte, die zum Strahlenschutz auf den Markt gekommen sind/kommen, entstehen durch Nachfrage nach diesen Produkten und den anschließenden Angeboten. Ob die Angebote genutzt werden oder nicht, ist die Entscheidung jedes Einzelnen (egal wie schützend die Produkte sind oder nicht).
    Den Punkt über die Infrastruktur in Ihrer Einleitung finde ich interessant. Bedeutet das für Sie, dass der Infrastrukturausbau von 5G wichtiger ist, als die Erhaltung und Förderung der Gesundheit jedes einzelnen Menschen, bzw. anderer Lebewesen?
    1. In Ihrem ersten Punkt sprechen Sie davon, dass Mobilfunkwellen nicht ionisierbar sind und führen das als wichtigsten Punkt gegen eine gesundheitliche Beeinträchtigung an. Soweit ich das aus Ihrem Artikel entnehmen kann, stellt das an und für sich keine Bedrohung der Gesundheit dar.
    Die Energie der Photonen, die Sie miteinander vergleichen ist sehr verständlich dargestellt, nur für mich stellt sich die Frage: Was hat die Geschwindigkeit mit der sich ein Mobilfunkphoton fortbewegt damit zu tun wie gefährlich oder ungefährlich es ist. Energie, die etwas verändern kann, ist nach wie vor vorhanden und dass sie nicht die gleiche Energie besitzt wie ein UV – Photon schließt die Möglichkeit einer Beeinflussung des menschlichen Körpers/anderer Lebensformen nicht aus.
    2. Etwas auszuschließen, bloß weil die moderne Wissenschaft es für unmöglich hält, ist meiner Meinung nach falsch, da auch die Wissenschaft ihre Grenzen besitzt, vom Menschen erschaffen wurde und somit fehlerhaft ist. Vor einiger Zeit war es für die Wissenschaft auch unmöglich zum Mond zu fliegen und etwas weiter vorne auf dem Zeitstrang schien es unglaubwürdig und frevelhaft, dass die Erde eine Kugel sein könnte.
    Dass man sich „praktisch jede gesundheitliche Beeinträchtigung oder Befindlichkeitsstörung aussuchen“ kann „die einem einfällt“ und somit ein unbegrenztes Forschungsfeld entsteht, das eine gewisse Zeit braucht um einen kleinen Einblick in die möglichen Veränderungen zu erhalten, die der Mobilfunk mit sich bringt sehe ich genauso. Ist es falsch mögliche Veränderungen am Menschen bzw. anderen Lebewesen zu ignorieren und unter den Teppich zu kehren, nur weil es den Fortschritt behindert? Lieber nichts wissen als ein bisschen wissen und dieses bisschen Wissen niemanden wissen lassen, sonst ist es vielleicht schon zu viel und verhindert den „Fortschritt“?
    Es bedeutet lediglich Fortschritt für die Technologie und die Schaffung neuer Arbeitsplätze! Jubel der Wirtschaft und dem Kapitalismus, Veränderungen am Menschen die einhergehen und nebenbei auch viele andere Lebewesen betreffen und beeinflussen, scheinen nicht so relevant. Hauptsache das Internet der Dinge und ein generell schnelleres Internet ist vorhanden. Über den Rest Gedanken machen… naja, das hat doch Zeit.
    3. Studien werden meistens in einem Labor unter den immergleichen Bedingen gemacht, damit sie gut replizierbar sind und aus diesem Grund letztendlich generalisiert werden können. Da ein Labor kein natürlicher Umstand ist, sondern ein Ort an dem alle Voraussetzungen am besten jeden Tag, jede Minute und jede Sekunde gleich sind, stellen sie für mich keinerlei Evidenz für das tägliche Leben dar. Werden Studien wiederum bei mehreren Privatpersonen gemacht, sind sie nicht mehr vergleichbar und somit für die Wissenschaft wertlos. Da die Einflüsse sich in der Welt jeden Tag, jede Minute und jede Sekunde ändern ist es schwierig hier genaue Daten zu sammeln, um eine Gefährdung auszuschließen bzw. das Gegenteil zu behaupten.
    Studien über Studien überhäufen den menschlichen Geist. Gibt es eine Studie zu einem Thema gibt es eine Gegenstudie. Jeder versucht seine Studie am glaubhaftesten zu gestalten, um möglichst viele Geister von seiner Meinung zu überzeugen. Gibt es neuere Erkenntnisse werden die alten Erkenntnisse von allen so lange es möglich ist festgehalten, bis es nicht mehr möglich ist die neuen Erkenntnisse unter den Teppich zu kehren oder schlechtzureden oder ihre Existenz schlicht zu ignorieren. Die neueren Rückschlüsse werden durch noch neuere ersetzt und der Teufelskreis beginnt von neuem.
    Geschieht Wissenschaft lediglich im Labor oder ist es bereits Wissenschaft, wenn ein Kind sich auf der Herdplatte verbrennt und sich somit selbst das Wissen schafft, dass man nicht auf eine heiße Herdplatte fassen sollte?
    4. Wieder einmal stimme ich Ihnen zu, diese Wellen kommen in der Natur ganz natürlich vor. Da der Mensch ebenfalls Natur ist und die von ihm geschaffenen Wellen schlussendlich wieder Natur sind, ist alles natürlich. Wie bei vielen anderen Dingen in der Natur macht die Dosis das Gift. Zu viel oder zu wenig von etwas wirkt sich kontraproduktiv auf jedes Leben auf der Erde aus. Wie viel Strahlung ist gesund? Erneut hat hier der erwachsene Mensch die Grenzen gesetzt. Weder ein Baum, noch eine Meeresschildkröte oder ein Bakterium sind mit einbezogen worden. Auf diese ganzen Lebewesen hat das was der Mensch beschließt – einschließlich seiner Kinder – Einfluss. An schwangeren werden diese Veränderungen nicht getestet – viel zu gefährlich, ebenso wie an kleinen Kindern.
    Ich stimme Ihnen zu, dass der Mensch gewissen Strahlungsquellen schon immer ausgesetzt war und es auch immer sein wird, aber ich glaube nicht, dass es ohne Beeinträchtigungen geschehen ist und geschieht. Zum einen können Sie das nicht „wissenschaftlich“ beweisen, zum anderen haben Sie, ebenso wie ich, keine Ahnung.
    Abschließend möchte ich mitteilen, dass jeder Mensch für seine Handlungen selbst verantwortlich ist und die Konsequenzen derer trägt. Mobilfunkgeräte sind in der heutigen Zeit schwer wegzudenken, allerdings gäbe es ohne Mobilfunknachfrage wohl auch keine Masten, sprich die Masten gehören mit zu dem von Ihnen angesprochenen „Problem“ da man ohne Masten sein Handy nicht zeitgemäß nutzen kann.

  24. #25 Stefan Uttenthaler
    Wien
    28. Dezember 2020

    @Memorand, #17: Ja, interessantes Video. NO2 wird in der Mikrowelle offenbar nur erzeugt, wenn auch Plasma erzeugt wird – was bei normalem und sicherem Betrieb nicht der Fall ist …
    NO2 entsteht v.a. als Nebenprodukt bei jeder Verbrennung fossiler Energieträger (Gas, Kohle und Öl) und ist daher auch Bestandteil der Abgase von Kraftfahrzeugen und kalorischen Kraftwerken, siehe:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoffdioxid

  25. #26 Thomas
    Wien
    2. April 2021

    Hi Stefan,
    vielen Dank für den Artikel, sehr hilfreich.
    Das mit den methodischen Schwächen wusste ich nicht in dem Ausmaß.
    Was hältst du von der Studienqualität, die von den Unterzeichnern bei https://www.emfscientist.com/ z.B. Martin Blank, verwendet wird?

    Und ein Gedanke zu der Langfristigkeit-Kritik, die du adressierst – die beiden Kohorten-Studien enden ja ihren Betrachtungszeitraum mit 2002 bzw. 2008. Nun sind das zwar super Studien im Hinblick auf Anzahl und Zeitdauer, aber für mich als Laien stellt sich schon noch die Frage: Sind Mobiltelefone und die gesamte Infrastruktur um die 2000er Jahre herum wirklich vergleichbar mit dem, was wir die letzten gut 10 Jahre haben?
    Gerade in dieser Zeit haben sich ja Smartphones mit wesentlich mehr Funktionalitäten und auch Verwendungszeiten durchgesetzt.

    Würde mich freuen, wenn du dazu noch Input hast 🙂
    LG
    Tommy