Zirkuläre Medizin an der Viadrina

Kaum war der Nominierungsprozess für das Goldene Brett 2012 gestartet, wurden sowohl die Europa-Universität Viadrina als auch der dort einschlägig tätige Prof. Harald Walach mehrfach nominiert. Die von Walach gelobte Kozyrev-Spiegel Masterarbeit und sein Evaluierungsdesaster waren auf den Scienceblogs bereits Thema. Doch wer ist dieser Professor Walach und was führte ihn eigentlich an die Viadrina? Interessante Einblicke dazu bietet ein Hintergrundartikel, den Dr. Matthias Mindach, niedergelassener Arzt für Neurologie und Psychiatrie in Frankfurt (Oder), bereits Monate vor diesen Ereignissen verfasst und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

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Zirkuläre Medizin an der Viadrina

Ein Gastbeitrag von Matthias Mindach

And folly, doctor-like, controlling skill

Shakespeare, Sonnet LXVI

Vor einiger Zeit war zu erfahren, dass die Viadrina einen Studiengang Kom­ple­mentärmedizin ein­gerichtet habe. Als nichtsahnender Laie meint man zunächst, das käme, weil gewöhnliche Medizin zu teuer ist; aber vielleicht gibt es auch noch andere Hintergründe:

Das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften (IntraG) der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) hat seit dem 1. Januar 2010 einen neuen Geschäftsführenden Leiter: Prof. Dr. Dr. Ha­rald Walach. Der klinische Psychologe, Philosoph und Wissen­schafts­historiker wurde am 21. Dezember 2009 durch den Präsidenten der Europa-Universität Viadrina, Dr. Pleuger, zum Professor für For­schungs­methodik komplementärer Medizin und Heilkunde ernannt. Walach besetzt die erste Professur des IntraG, die aus Zuwendungen der Biologische Heilmittel Heel GmbH finanziert wird.“[1]

Zunächst: wer ist Herr Walach?

Walach, Harald Dr. Dr. Dipl. Psych. Jahrgang 1957. Tätigkeit in der Erwachsenenbildung, Promotion in klinischer Psychologie und in Wissenschaftstheorie und -geschichte, Habi­litation in Psychologie, Ausbildung in Psychosynthese, langjährige analytische Supervision. Arbeitsschwerpunkte: Effektivität komplementärmedizinischer Maßnahmen, Theoriebildung, empirische und experimentelle Arbeiten zu transpersonaler Psychologie und Grenzgebieten; [ehemaliger, Anm.] Leiter der Arbeitsgruppe “Evaluation, Naturheilverfahren und Umweltmedizin” und Krankenhaushygiene des Universitäts­klinikums Freiburg. [Ehemaliges, Anm.] Mitglied im Vorstand des Deutschen Kollegiums für Transpersonale Psychologie (DKTP).

Publikationen (Auswahl)

  • Homöopathie als Basistherapie. 1986
  • So wird Gott in Dir geboren. 1990
  • Notitia experimentalis Dei. Erfahrungserkenntnis Gottes. Studien zu Hugo de Balmas. 1994 [...]“[2]

Aha. Was ist Inhalt der transpersonalen Psychologie, in deren Gremium Walach Vor­stands­mitglied war? „Die Einbeziehung spiritueller und religiöser Erfahrung in die Forschung“ etc. [www.dktp.org], m. a. W. Nahtoderfahrung, Reinkarnation, Geistheilen o. ä. Auf der Tagung des DKTP 2006 standen Vorträge wie „KriegerIn des Lichts, der Liebe und des Lebens“ von Winfried Wagner oder „Namen Gottes – Konzepte und Wort in der Psychotherapie“ von Sylvia Straub auf dem Programm, worauf sich in der Tat die Frage erhebt: „Brauchen spirituell orientierte PsychotherapeutInnen wirklich noch Konzepte wie ‚Gesundheit’ und ‚Krankheit’?“; eine Frage, die – hoffentlich – von dem Vorsitzenden, Prof. Dr. Wilfried Belschner, in seinem gleichnamigen Vortrag beantwortet worden ist. Die Tagung 2008 hatte das klangvolle Motto „Ekstase. Phänomen – Erfahrung – Heilung“, befasste sich mit Chakren-Akupunktur, Gong-Ritualen als Tor zu inneren Räumen, Scha­manen­tanz u. ä. und hat offenbar alle Unklarheiten beseitigt, denn die Tagung 2009 ist ausgefallen und eine neue nicht angekündigt [Stand August 2010].

Aber lassen wir Prof. Walach selbst zu Wort kommen. Die folgenden Zitate sind einer aktuellen grundsätzlichen Arbeit zur Stellung der Komplementärmedizin[3] ent­nommen:

„Das vorherrschende Forschungsparadigma [der Medizin] kann sein Versprechen, wissen­schaftlich fundierte Aussagen für den Einzelfall vorzulegen [...][4], nur dann einlösen, wenn es das implizite Dogma vom Allein­seligmachungsanspruch der randomisierten Studie verlässt. Die hellen Köpfe in der EBM [evidenzbasierte Medizin]-Szene arbeiten daran bereits, aber der Durchschnittsarzt, Durchschnitts­wissenschaftler, Durch­schnitts­regulator versteht EBM allemal noch anders. Insofern hieße dann ‚integrative medicine’, das aus der Kom­plementärmedizin zu über­nehmen, was durch die Mühle der kontrollierten Studie getrieben wurde und Bestand hatte. Das ist nicht falsch, aber auch nicht sonderlich klug. Denn dabei bleibt nur Erkenntnis über die minimal möglichen Effekte einer Therapie in einer großen Gruppe von Personen im Durchschnitt als Erkenntnis übrig. Und dies ist eine relativ langweilige Erkenntnis.“

Ich übersetze: kontrollierte Unter­suchungen sind eigentlich überflüssig, weil im Einzel­­fall alles anders sein kann. Die klüg­sten Wissen­schaftler haben das schon einge­sehen, aber die dumpfe Masse noch nicht. Die wissen­schaftliche Über­­prüfung der Para­medizin ist einfalls­los bis dümmlich, weil sie aus dem Zau­­ber der Geistheilung eine stumpfe, ge­wöhn­liche, langweilige Therapie wie jede andere auch machen würde.

Indessen: das „vorherrschende For­schungs­­para­digma“ der kontrollierten Studie ist nicht ein willkürliches, aus­wechsel­bares Paradigma, sondern es ist synonym mit der Ent­wick­lung der Therapie zur Wissenschaft. Die Alternative dazu ist nicht die „wissen­schaftlich fundierte Aussage über den Einzelfall“, sondern die Beliebigkeit. Die Einteilung von Therapien in „lang­wei­lig/aufregend“ ist ein Novum, doch bleiben letzte Zweifel, ob sie sich gegenüber her­kömm­lichen Ein­teilungen wie z.B. in „wirksam/unwirksam“, „geprüft/ungesichert“ oder „riskant /neben­wir­kungsarm“ durchsetzen wird.

Weiter im Walachschen Text:

„Patienten suchen Komplementärmedizin eben genau, weil sie sich mit ihren individuellen Anliegen bei konventionellen Ärzten nicht gesehen fühlen, das haben uns viele Studien gezeigt. Sie wollen, dass ihre seelische Situation berücksichtigt wird, dass man verschiedene Ebenen ihres Daseins bei der Behandlung mit einbezieht und eben genau nicht kompartimentiert. [...] Ob jemand, der durch die derzeit übliche medizinische Ausbildung gegangen ist, überhaupt noch ganzheitlich denken, geschweige denn handeln kann ohne extensive Weiter- oder Rückbildung seiner ‚déformation professionnelle’, das sei einmal ganz dahingestellt.“ [5]

Was ist das eigentlich, das „Seelische“, in der Glaubensmedizin westlicher[6] Prägung? Es geht natürlich nicht um tatsächliche intrapsychische Vorgänge, sondern um die unreflektierte Vorstellung, die der Patient bzw. sein Therapeut von ihnen hat; häufig wird es sich um Fremdattribuierungen handeln. Der Kern dieser Art von Medizin ist es, Kapital aus den Fehlerwartungen des Patienten zu schlagen und diese in eine Richtung zu lenken, die den Absatz von Nahrungsergänzungsmitteln, Colostrum, Edelsteinen usw. bis hin zur Dreckapotheke (Excrementum caninum) möglich macht[7]. Wenn man eine medizinische Ausbildung durchlaufen hat, ist man jedenfalls besser in der Lage zu begreifen, welche Ansprüche realistisch sind und welche nicht. Es fällt dann schwerer, ein Potemkinsches Dorf aufzubauen, wo ein leerer Raum ist.

„Das implizite Maschinenparadigma, das seit Descartes die Medizin beherrscht, hat uns sehr gute Einsichten beschert, was die Funktionsweise des Körpers angeht. Seine umgekehrte Anwendung zur Behandlung von Störungen ist jedoch nur begrenzt erfolgreich. Zweifelsohne ist es sehr erfolgreich in der Akutversorgung, in der Notfallmedizin, Chirurgie und Hygiene. In anderen Bereichen, vor allem wenn es um chronisch funktionelle Störungen oder chronisch degenerative Erkrankungen geht, beeindruckt mich der sogenannte ‚medizinische Fortschritt’ nicht im Geringsten. Da könnte vermutlich die konventionelle Medizin mehr von den traditionellen Medizinsystemen lernen als umgekehrt.“

Das „Maschinenparadigma“ wird gern als Pappkamerad benutzt, um sich auf die Seite von Hamlet zu schlagen („Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt“); das mitfühlende Herz gegen die seelenlose Apparatemedizin. Zweifellos gibt es Gefühlskälte in der Schulmedizin, doch sie ist nicht Folge der Wissenschaft. Auch die Dicho­tomie der Therapie­wirk­samkeit zwischen akuten und chronischen Erkrankungen hat keine empirische Basis: die akute Hirnmassenblutung ist trotz medizinischen Fortschritts weiterhin desaströs, und bei der chronischen Parkinsonkrankheit kann man mit Medikamenten sehr lange sehr gut helfen. „Chronische funktionelle Störungen“ sind somatoforme, mithin psychische Störungen, für die Psycho­therapie die angemessene Therapieform wäre (merk­würdig, dass ein Psychologe dies ignoriert).

Was soll geschehen, oder vielmehr, nicht geschehen?

„Das Andere, das Widerständige soll ‚integriert’ und damit gezähmt werden. Durchs Zähmen wird es handhabbar. Die Fremdheit, das Wilde wird assimiliert und damit der vorherrschenden Denkschule einverleibt. [...] Damit wird das eigentlich zum Widerspruch Reizende, das, was so fremd ist, dass man innehalten muss, banalisiert. Die gesell­schaftlich-wissenschaftliche Funktion der Kom­ple­mentär­medizin ist hingegen genau diejenige, immer das je Andere, und auch das noch ganz Andere der konventionellen Medizin zu sein. Nur so übt sie jenen Druck aus, der die vorherrschenden Konzepte zur Reflexion und die gängige Praxis zur Revision drängt. Eine Medizin ohne das Andere ist wie jede menschliche Praxis ohne Widerpart nicht nur langweilig, sondern zum inneren Tod verurteilt. Das je Andere, ganz Andere zwingt zur Auseinandersetzung. Diese ist Motor der Veränderung und des Wachsens.“

Auch hier wieder: was das „Andere“ nun genau ist, das bleibt vornehm im Dunkel. Durch die Überprüfung verlieren die Außenseitermethoden den Nimbus des Astralen und geraten in den Ruch des Gewöhnlichen (sofern sie diesen Waschgang überleben). So erklärt sich die plötzliche Sorge um die „konventionelle“ wissenschaftliche Medizin – sie ist der graue, eintönige Hintergrund, von dem sich das „Wilde, Ungezähmte“ vorteilhaft abheben soll. Doch ist diese Sorge unbegründet, denn schließlich ist auch die Physik nicht des inneren Todes gestorben, obwohl nach Kopernikus der Geozentrismus noch immer nicht wiedergekehrt ist. Ohnehin handelt es sich hier um eine rein rhetorische Volte, denn selbst wenn das – aussichtslose – Vorhaben gelänge, das bisherige „Andere“ zu veri­fizieren, würde der Nach­schub an absurden Ideen nicht abreißen.

Medizin findet nicht im luftleeren Raum statt, und das gilt für die Schulmedizin wie für ihre schillernden Ränder. Wissenschaftlichkeit ist der wichtigste Prüfstein, an dem gemessen werden kann, ob Heilungs- oder gar Heilsansprüche objektiv gerechtfertigt sind oder ob sich hinter ihnen nicht ausschließlich ideologisch verbrämte ökonomische Interessen verbergen.

Doch kehren wir zum Ausgangspunkt zurück. Was tut die Firma Heel, die die Professur finanziert? Fragen wir sie selbst, und anschließend die Presse:

„Heel gehört in Deutschland zu den führenden Unternehmen in der naturheilkundlichen Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln. Ziel der Organisationseinheit Heel Deutschland ist es, homöopathische Kombinationsarzneimittel zu entwickeln und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier in Deutschland zu verbessern.“[8]

„Schon der Firmengründer, der Berliner Arzt Hans-Heinrich Reckeweg, experimentierte mit diesen Tinkturen, kombinierte sie und entwickelte so die Lehren Samuel Hahnemanns weiter [zur Homotoxikologie, seiner eigenen Variante der Homöopathie]. 1936 gründete er Heel und stellte Arzneimittel her, die anders als traditionelle homöopathische Produkte gleich aus mehreren Wirkstoffen bestanden. Solche sogenannten Komplexprodukte produziert Heel bis heute.

Nach dem Krieg baute Reckeweg sein Werk in Baden-Baden wieder auf. Heute ist Heel Teil der Vermögensholding Delton, die dem Milliardär und BMW-Großaktionär Stefan Quandt gehört. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 1200 Mitarbeiter, 750 davon arbeiten im Stammwerk Baden-Baden. … Heel ist nach dem Marktführer Boiron aus Frankreich der zweitgrößte europäische Hersteller homöopathischer Arzneimittel.“[9]

Das Homöopathikum Vertigo Heel® ist das marktführende Produkt gegen Schwindel­zustände.[10]

Kommen wir zum Schluss: die Finanzierung der Professur stellt sich als eine weitsichtige unter­neh­merische Entscheidung dar. Es sieht so aus, als wäre die Gefahr gering, dass zukünftige Arbeitsergebnisse des Instituts­leiters der Vermarktung der Produkte von Heel hinderlich werden könnten. Ist es das, was gemeint ist, wenn von „Drittmittel­n für die uni­versitäre Forschung“ die Rede ist? War die Stelle eigentlich ausgeschrieben?

Dr. Matthias Mindach


[1]   http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=9380. Die Website der Universität selbst weist zwar auf die „Beijinger Deklaration der Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ hin, nach der „natürliche und traditionelle Medizin­systeme bevorzugt beforscht und auf ihre Nützlichkeit hin untersucht werden sowie dort – wo sinnvoll – in die medizinische Versorgung der Mitgliedsländer integriert werden sollen“, aber dieses Programm ist erstens dem Institutsleiter selbst nicht genehm, und zweitens blieb so kein Platz mehr, die Finanzierung dieses Instituts zu erwähnen. Mir ist das übrigens auch nicht genehm, aber aus anderen Gründen. Kürzer und schlagender als Mark Crislip kann man die „Integrative Medi­zin“ kaum charakterisieren: „If you integrate fantasy with reality, you do not instantiate reality. If you mix cow pie with apple pie, it does not make the cow pie taste better; it makes the apple pie worse.“

[3] Walach H: „Integrative Medizin“ – die Kolonialisierung des Anderen und die Notwendigkeit des ganz Anderen. Forsch Komplementmed 2010;17:4–6

[4]  Ein Verweis auf: “Walach H et al: Circular instead of hierarchical – methodological principles for the evalu­ation of complex interventions. BMC Med Res Methodol 2006;6:29“, wo die Sinn­haftigkeit der Evidenz­hierarchie (z. B.: kontrollierte Untersuchungen gelten mehr als Einzel­fall­berichte oder unbelegte Experten­meinung) in Frage gestellt wird.

[5]  Schon der Philosoph Paul Feyerabend formulierte: „Und wie oft geschieht es doch, dass das stolze und dünkelhafte Urteil eines Fachmanns von einem Laien zurechtgewiesen wird!“ (Wider den Methodenzwang, S. 394f). Feyerabend wurde übrigens zum Gefangenen seiner eigenen Philosophie, indem er sich von der Erdbebenvorhersage eines Laien terrorisieren ließ.

[6]  Im Osten ist es eher noch schlimmer: „One of the curses of India, as of other poor countries, is the quack medicine man, who fleeces the sufferer by promises of miraculous healing.“ (Christopher Hitchens)

[7] „Homoeopathy has proved lucrative, and so long as it continues to be so will surely exist,—as surely as astrology, palmistry, and other methods of getting a living out of the weakness and credulity of mankind and womankind.“ (Oliver Wendell Holmes, Medical Essays, Preface to the New Edition, 1891)

[8]  www.heel.de, die Webpräsenz der Firma Heel

[10] http://www.delton.de/files/publikationen/delton_geschaeftsbericht_2002.pdf. Schulmedizin, wis­sen­­schaftliche Medizin und evidenzbasierte Medizin überschneiden sich zwar, sind aber durchaus nicht deckungsgleich.

Kommentare

  1. #1 Thilo
    26. September 2012

    Aktuelle Meldung: http://www.ramasuri.de/118753/nachrichten/nachrichten-regensburg/regensburger-polizei-warnt-vor-hochstapler/ Dem Ärmsten war der Viadrina-Doktortitel wohl zu teuer :-)

  2. #2 noch'n Flo
    Schoggiland
    26. September 2012

    Der Mann hat sich das Goldene Brett wirklich verdient.

  3. #3 Thilo
    26. September 2012

    Wo er sich doch mit den Masterarbeiten schon eine Goldene Nase verdient hat.

  4. #4 noch'n Flo
    Schoggiland
    26. September 2012

    @ Thilo:

    ‘Ne goldene Pappnase.

  5. #5 rolak
    26. September 2012

    Gibt es außer den zarten Andeutungen im Text noch ein genaues Erst-Erscheinungsdatum des Artikels? Das wäre bei der zeitlichen Einordnung ins sich sammelnde Material ziemlich hilfreich – Danke vorab.

    Eher OT, doch heute kam im Radio ein wunderschön verlesener Nachrichtenschnipsel:

    …werden zu häufig Antibiotika verschrieben. Gefährlich, kann doch übermäßige Antibiotokum-Anwendung dazu führen, daß der Patient gegen die Erreger resistent wird.
    (sinnerhaltend aus dem Gedächtnis wiedergegeben; bezieht sich wohl darauf)

    Nur mit Mühe konnte ich mich die nächsten Minuten aufs Arbeiten konzentrieren…

  6. #7 Matthias Mindach
    26. September 2012

    @rolak
    Die Erstfassung ist aus dem Jahr 2010. Die Zeitung der Viadrina [union] hat ihn abgelehnt, ebenso das Brandenburgische Ärzteblatt. Die Erstveröffentlichung ist am 26.09.12 im blog von Ulrich Berger :-)

  7. #8 noch'n Flo
    Schoggiland
    26. September 2012

    @ rolak:

    Dass “Patienten gegen Antibiotika resistent” werden, ist eine Fehlinformation, die man in letzter Zeit leider öfters in den Medien hört.

  8. #9 rolak
    26. September 2012

    Ok, Ulrich, dann war meine Frage offensichtlich falsch formuliert, bitte Erst-Veröffentlichug ersetzen mit Erstellung. ‘x.y≤8.2010′ war ja wg der erwähnten Andeutung [Stand August 2010]” schon klar geworden.

    Nee, noch’n Flo, da hast Du Dich analog zur Nachrichtensprecherin verlesen und den Witz verpaßt. Nochmal genau hinschauen!

  9. #10 rolak
    26. September 2012

    Gnade, Gnade, wo bitte kommt das ‘Ulrich’ her — sollte selbstverständlich ‘Matthias‘ heißen. Kotau…

  10. #11 Adent
    26. September 2012

    @Rolak
    Ich hatte mich auch schon gewundert was unser Arzt da wohl falsch verstanden hat ;-)

  11. #12 Philippe Leick
    26. September 2012

    Für meinen Skeptiker-Artikel über Walachs schwache Quantentheorie hatte ich sein weiteres Interessensgebiet, die transpersonale Pychologie, nur recht beiläufig erwähnt. Anbei ein damals verwendetes Zitat:
    “Wenn ein Therapeut, in einer ansonsten ruhigen Atmosphäre, mit einem Patienten, der gelassen von angenehmen Erfahrungen spricht, plötzliche Aggressionsschübe verspürt oder wilde Phantasien sexuellen Missbrauchs entwickelt, kann er versuchsweise diese inneren Erfahrungen isolieren und annehmen, dass sie möglicherweise vom Patienten und nicht von ihm selbst stammen.”
    (meine Übersetzung, Original in Atmanspacher et al., Foundations of Physics, 2002, http://arxiv.org/abs/quant-ph/0104109v2 )
    Man möge sich darüber seine eigene Meinung bilden.

  12. #13 Dr. E. Berndt
    26. September 2012

    Das ist alles sehr spannend und lehrreich. Aber es ist auch immer eine Insider-Angelegenheit. Wir sind leider sehr weit von einer breiten kritischen Diskussion entfernt.
    Ich denke, dass man in skeptischen Kreisen nicht viel über Walach u. Co. diskutieren muss. Es wird aber nur in skeptischen Kreisen über Walach und Co. diskutiert.
    Wenn nun das goldene Brett jemanden für herrausragenden Blödsinn verliehen wird, so frage ich mich, was bewirkt das in der Praxis.

    Wurde P. Straubinger persona non grata wegen seiner Lichtessersoupdoku? Nein, der Kerl bedankte sich sogar noch fpr die Reklame, wenn ich mich recht erinnere.
    Fallen jetzt weniger Mütter auf Homöopathie herein? Wird jetzt weniger Amalgam ausgleitet und dergleichen mehr?
    Sind jetzt weniger Homöopathieveräufe in Apotheken? Kurz : Was ändert sich im Alltag?
    Ich weiß auch nicht, was zu tun ist oder was man tun könnte, um eine gewisse Skepsis zu fördern.

  13. #14 Ratiomania
    26. September 2012

    Also wer nach ein paar Zeilen Walach-Schwurbelei diesen immer noch für einen seriösen Forscher/Wissenschaftler hält, dessen Intellekt kommt wohl auch zu dem Schluss, James Randi wäre ein mächtiger und waschechter Zauberer.

  14. #15 Curious.Sol
    27. September 2012

    Kaum zu glauben, dass von Walach neben all diesem Geschwurbel durchaus auch und vor allem ein Lehrbuch, welches sich ernsthaft u. a. mit Wissenschaftstheorie befasst, existiert…

  15. #16 yeRainbow
    http://yerainbow.wordpress.com/
    27. September 2012

    Herr Walach lehrte vor einigen Jahren in Freiburg am Psychologischen Institut als Honorardozent WISSENSCHAFTSTHEORIE. Er nutzte in der Zeit sehr gern einen Briefkopf “Universitaet Freiburg”.
    Allerdings nicht innerhalb seiner Vorlesungstaetigkeit, da nutzte er passenderweise den seines Institutes “fuer Psychohygiene”.
    Schon allein der Fakt sagt dem Kundigen eigentlich alles. Da er selbst als Psychologe zu den Kundigen gehoert, kann man solche Handlungen nicht als zufaellig abtun.
    Der Mann hat nicht nur ein Goldenes Brett verdient…

    Unnoetig zu erwaehnen, dass er seine Lehrtaetigkeit nutzte, um den Erstsemestern seine netten Theorien vorzustellen.
    Einer seiner beliebten Aussprueche war der von der “Intelligenz der Quanten”.

  16. #17 Adent
    27. September 2012

    @yeRainbow
    Deshalb heißt es ja auch “Mit den Füßen abstimmen”.

  17. #18 Kumi
    27. September 2012

    @ Ratiomania:

    Moment mal, Randi ist kein mächtiger, waschechter und uralter Magier? Dabei sieht er doch aus wie ein Gandalf/Merlin aus dem Lehrbuch.

  18. #19 noch'n Flo
    Schoggiland
    27. September 2012

    @ rolak:

    Ja, habe es inzwischen bemerkt. Aber meine Variante geistert auch immer wieder herum.

  19. #20 WolfgangM
    27. September 2012

    …werden zu häufig Antibiotika verschrieben. Gefährlich, kann doch übermäßige Antibiotokum-Anwendung dazu führen, daß der Patient gegen die Erreger resistent wird.
    (sinnerhaltend aus dem Gedächtnis wiedergegeben; bezieht sich wohl darauf)

    Das kommt mir bekannt vor. Das schreibt der Impfgegner und Medizinjournalist Bert Ehgartner über das Antibiotikum Natamycin in Käse auch

    Zitat:” Daraus ergibt sich die Gefahr, dass Menschen über den Konsum von Käse resistent gegen diesen Wirkstoff werden und natamycinhaltige Medikamente bei einer eventuellen Hefepilzerkrankung … nicht mehr wirken”

    Haben die eigentlich in der Schule alle geschlafen?

  20. #21 Jeeves
    27. September 2012

    @Ratiomana:
    James Randi IST ein mächtiger und waschechter Zauberer !

  21. #22 rolak
    27. September 2012

    Hi WolfgangM, auch wenn ich aus dem Zusammenhang tippe, daß die Sprecherin das schon falsche ‘gegen das Medikament’ vorlesen wollte – sie hat es nicht und macht aus ‘falsch’ ‘grotesk’.

    /Randi/ Yo, da ist immer wieder einiges in der folgenden Art zu lesen:

    Ganz dümmlich wird es dann, wenn auf den Psycho-Magier und Programmierer Randi und seine 1-Million-Dollar hingewiesen wird. Dazu sage ich nix mehr…

    womit letztendlich belegt werden soll, daß beim ‘großen alten Meister’ Randi schon deswegen in der 1Mio$-Challenge keiner durchkommen könne, weil er mit seinen überlegenen Kräften jedweges Bemühen zunichte mache.
    Also gegenüber anderem Schmonzes, den ich sonst so zu Gesicht bekomme, ist das (in dem mir letztlich unverständlich bleibenden Weltbild) zumindest konsistent gedacht.

  22. #23 Aiko
    28. September 2012

    In Ergänzung:
    2011 erschienen und natürlich – ist hier Kohls die Klammer,
    schließlich war Walach der Betreuer der Doktorarbeit von Kohls.

    http://www.springer.com/psychology/klinische+psychologie/book/978-3-642-13064-9

    Sog.Vita von Kohls
    http://www.grp.hwz.uni-muenchen.de/pages/personenseiten/kohls.html

  23. #24 KeinAnfang
    29. September 2012

    @yeRainbow
    Intelligenz der Quanten ist gut

    Wahrscheinlich hat er seine beschränkte und limitierte Intelligenz mit den beschränkten und limitierten Quantenzuständen verglichen. Naja so ein Quant ist SOOOOO klein. Wollte er daher auf seine eigene Intelligenz hinweisen.
    PS.: Auch wenn es sich so anhört, ist nicht persönlich gemeint, sondern nur witzig. War einfach aufgelegt. Quanteninteligenz. Ich kann nicht mehr.

  24. #25 echt?
    30. September 2012

    Walach ist der Prof., der Marco Bischof, der einen schönen Beitrag im Buch des Betrügers “Prof. Dr. rer. nat.” Hartmut Müller schrieb, promoviert hat.

  25. #26 MX
    6. Oktober 2012

    Walach hat seit einiger Zeit auch eine private Homepage:
    http://harald-walach.de/

  26. [...] Problem, denn einen interessanten Einblick in seine Zauberwelt bietet ein aktueller Artikel bei Kritisch gedacht: “Zirkuläre Medizin an der [...]

  27. [...] ja, denn an anderer Stelle wird darauf hingewiesen, dass sich der Mediziner extensiv von seiner „professionellen Deformierung“ befreien müsse. Da ist es ja ein regelrecht glücklicher Umstand, dass unser Gewährsmann an dieser Deformierung [...]

  28. [...] über zwei Jahren im Gange ist. Es handelt sich um den verbissenen Versuch der Verschleierung des gigantischen Humbugs, der hier auf akademischem Boden produziert [...]

  29. #30 Frage
    4. September 2014

    Feyerabend wurde übrigens zum Gefangenen seiner eigenen Philosophie, indem er sich von der Erdbebenvorhersage eines Laien terrorisieren ließ.

    Quelle?

  30. #31 Schlotti
    5. September 2014

    @Frage:

    Quelle?

    Zunächst:

    Fragen, die im Kommandoton gestellt werden, gefallen mir nicht besonders gut. Fragen, die – im Kommandoton vorgetragen – nur aus einem Wort bestehen, gefallen mir ganz besonders nicht gut.
    Da ist dann häufig meine erste Reaktion, mich zu fragen, was das denn nun wieder für eine Blitzbirne ist, die da nicht durch eine berechtigte Frage auffällt, sondern durch Überheblichkeit.
    Sie gehöhren ganz offensichtlich zu den Leuten, bei denen ein einziges Wort ausreicht, um sich eine negative Meinung zu bilden.
    Herzlichen Glückwunsch dazu.
    Hoffentlich bleiben Ihre Beiträge auch weiterhin so kurz.

  31. #32 Bullet-der-Kommentator
    8. September 2014

    Wobei prinzipiell die Frage ja nicht grundfalsch ist und – zumindest in meinem Falle – Neugier weckt:
    was ist dem Herrn denn da passiert?