Für den gelernten Wasserbeleber ist es wohl naheliegend: Wenn sich flüssiges Wasser “aktivieren”, “beleben” oder “vitalisieren” lässt, so muss das auch für andere Aggregatzustände möglich sein. Während das Dampfbad mit belebtem Dampf jedoch noch seiner Erfindung harrt, hat die Esoterik-Industrie bereits den belebten Kunstschnee entdeckt. Die Firma ERSO-Austria Technology ist eigentlich auf Techno-Blödsinn spezialisiert:

ERSO Austria Technology verbindet die innovative HESU Technologie der Wasserbelegung mit der Absorbierung von Elektrosmog, sowie Absorbierung der negativen Einflüsse elektromagnetischer und gepathischer Störfelder (Wasseradern, Verwerfungen oder Gitternetze).

Besonders innovativ sind dabei jedenfalls die originellen Wortschöpfungen “Wasserbelegung” und “gepathisch”. Muss wohl am negativen Einfluss einer Rechtschreib-Verwerfung unter dem Schreibtisch liegen… [Wurde inzwischen von den Herrschaften korrigiert, Anm. 7.1.2013.]

Wie ihre Webseite erklärt, entwickelt die Firma ERSO-Austria angeblich

Systeme zum Schutz des menschlichen Organismus gegen negative Strahlungen. Unsere Systeme sind nachweislich erfolgreich eingesetzt gegen Elektrosmog und elektromagnetische Störfelder, geopathische Störzonen wie Wasseradern, Hartmanngitter, Currynetze und/oder Verwerfungen. Zusätzlich werden Systeme zur Wasserbelebung und Raumharmonisierung eingesetzt.

Wie üblich grenzt man sich von der eigenen Heimat, der Esoterik, durch pseudowissenschaftliches Blabla ab:

Alle Systemkomponenten sind wissenschaftlich geprüft und deren Wirkung durch Tests und Messergebnisse dokumentiert. Wissenschaftliches Institut IBBU – Steiermark -Austria

Zur Erinnerung: Das “Wissenschaftliche Institut IBBU” besteht im wesentlichen aus einer promovierten Esoterikerin mit Wünschelrute. Sie stellte fest, dass das belebte Wasser von ERSO “3 gut ausgeprägte Chakrenfrequenzen” besitzt.

Der aus belebtem Wasser erzeugte Kunstschnee hält angeblich 30% länger. Die “wissenschaftliche” Studie, die das ergeben hat, sah so aus, dass man einen Flecken mit Normalschnee beschneite und einen anderen, weit entfernten, mit belebtem Schnee. Der belebte Schneefleck hielt länger, was darauf zurückzuführen ist, dass es dort kälter war – oder, alternativwissenschaftlich gedeutet, dass beim belebten Schnee “die Räume zwischen den Molekülen auf ein Minimum reduziert” sind, wie Erich Kerecz, Anti-Cellulite-Creme-Verkäufer und Geschäftsführer der Firma ERSO meint.