Tobias hat es bereits angesprochen. Der typische Blogger ist weiß und männlich. Minderheiten sind selten. Jetzt geb ich mal als Minderheit meinen Senf dazu.

Ich bin gleich mehrfach “vorbelastet”. Weiblich in einem immer noch von Männern dominierten Feld – dieses Jahr sind in der Physik unter den Anfängern sage und schreibe 5% Frauen gewesen. Nach oben hin dünnt der Frauenanteil noch weiter aus. Zudem bin ich ein Gastarbeiterkind der zweiten Generation. Das bedeutet ein sozial eher schwaches Elternhaus mit vergleichsweise geringem Bildungsniveau und Deutsch nicht als Muttersprache. Jedenfalls ursprünglich.

Es hat sich noch während meiner Kindergartenzeit komplett gedreht. Umgeben von deutschen Kindern, deutschen Erziehern und deutschem Fernsehen bin ich irgendwann unbewusst auf Deutsch als Hauptsprache geschwenkt. Bei mir zu Hause sprachen wir Kinder daher nur Deutsch, während meine Eltern nur Pugliese (ein italienischer Dialekt) sprachen. Bücher hab ich mir aus der Leihbücherei besorgt. Natürlich auf Deutsch. Italienische Bücher gab es da nicht und zu Hause gab es gar keine Bücher. Erstaunlicherweise haben sich meine Eltern das “typisch deutsche” mit-nem-Feierabendbier-vor-der-Glotze-sitzen-Verhalten angeeignet. Das wiederum wurde von uns Kindern nicht übernommen. Ich selbst mag gar kein Bier.

Durch diesen anderen Hintergrund habe ich natürlich ein ganz anderes Bild auf das Bildungssystem oder auf die deutsche Gesellschaft oder auch die Berufswelt als meine Kollegen.

Mitglied einer bloggenden Minderheit zu sein, kann aber auch sehr belastend sein. Ali von Zoon Politikon muss sich z.B. neben den anderen Beschimpfungen, die wir als Wissenschaftler über uns ergehen lassen müssen, oft den Vorwurf anhören, dass er aufgrund seiner Herkunft kein richtiger Schweizer sei.

Witzigerweise wurde mir meine Herkunft bislang noch nicht zum Vorwurf gemacht. Vielleicht kommt das ja noch.

Dafür meinen aber einige Kommentatoren mir was anderes vorzuwerfen. Dass ich mich “unweiblich” verhalte. Oder nicht “damenhaft”. Am besten war noch der Kommentar einer Frau, dass meine “harte, vermännlichte” Sprache mich arrogant erscheinen lassen würde.

Hmm, ich dachte eigentlich, “Sprache” sei für jedermann zugänglich. Ich hab bisher noch kein Wort erlebt, dass sich mit Händen und Füßen wehrte, von mir geführt zu werden. Es ist außerdem sehr entlarvend, dass jemand meint, dass nur weil ich mir Dinge heraus nehme, die angeblich typisch männlich seien, würde ich eine Rolle usurpieren, die mir nicht zustünde.

Es ist erstaunlich, dass diese Sichtweise auch von Frauen vertreten wird. Ich beobachte da eine gewisse Selbstabgrenzung, gepaart mit vorauseilendem Gehorsam und als I-Tüpfelchen noch mit einem großen Sendungsbewusstsein garniert. So als ob “FRAU (TM)” sein, was ganz besonders Tolles wäre und einen über die Männer erhöhen würde. Aber natürlich hat frau gefälligst dieses Klischee “empfindsam, kinderlieb, sanft, emotional, auf’s Äußerliche bedacht” zu erfüllen, sonst kriegt man die geballte Stutenbissigkeit dieser Fraktion zu spüren. Ich sehe dagegen nicht ein, warum ich mir den Verstand amputieren sollte, um angeblich fraulicher zu erscheinen. Ganz abgesehen davon, dass meine Weiblichkeit im Grunde nur einen einzigen Menschen was angeht. Mein Partner ist bislang sehr zufrieden.

Bei manchen Leuten im Blog und im Berufsleben habe ich den mehr oder minder leisen Verdacht, dass sie mir mit altväterlicher Geringschätzung begegnen. Manche ältere Männer aber auch Frauen meinen, sie täten mir einen Gefallen, wenn sie mich mit ausgesprochener Höflichkeit an der Grenze zur Betütelung bedenken.

Wobei es da Abstufungen gibt. Manchmal merke ich, dass der Mann eigentlich das Herz am rechten Fleck hat, aber nicht so genau weiß, was er mit mir anfangen soll. Je älter so jemand ist, desto eher neige ich dazu, es ihm nachzusehen. Wobei mein eigener Großvater, der dieses Jahr 80 geworden ist, und viel eher das Recht hätte mich altväterlich zu behandeln, nicht im Traum auf diese Idee käme. Manchmal treibt es mich aber auch zur Weißglut, weil es mit einem derart arroganten Habitus gepaart ist, dass ich dem Typen am liebsten ins Gesicht springen möchte.

Schwierig sind die Fälle dazwischen. Zum einen weiß ich nicht, ob es sich nicht um ganz normale Altersdikriminierung handelt. Außerdem hab ich das Gefühl, dass der Vorwurf der “Frauenfeindlichkeit” eindeutig belegt sein muss. Sonst wird man schnell als hysterische verhärmte männerfeindliche Ferministin abgetan. Ich nenne es das Alice-Schwarzer-Syndrom.(1)

Leider zeigen diese Vorwürfe: Es gibt noch viel zu tun. Um so wichtiger ist es, ein Ventil oder einen Sammelplatz zu haben, wo man genau solche Probleme diskutieren kann. Ich finde gerade Blogs eignen sich dafür ganz hervorragend. Weswegen ich an dieser Stelle noch mal ausdrücklich die Blogs von Dr Isis und Femal Science Professor empfehlen will. Die sich anonym halten. Auch weil sie fürchten, wie es die Kollegen aufnehmen könnten. Zum Glück bin ich diesbezüglich dann doch abgeklärt genug und auch so in der Community angekommen, dass mir genau das keine Sorgen mehr macht.

In der deutschen Wissenschafts-Blogosphäre empfehle ich Carolin Liefke mit “Astronomers do it at night” und Mierk Schwabe mit “Zündspannung”.
———–
(1) So wichtig diese Frau als Gallionsfigur für unsere heutige Gesellschaft gewesen ist; ich kenne keine Frau, die so wie sie sein möchte. Wobei ich sowieso nicht so wie jemand anders sein möchte. Ich hab schon mehr als genug damit zu tun, ich zu sein 😉

Kommentare (49)

  1. #1 Tobias
    Dezember 8, 2009

    Der aktuelle Blogpost von FSP zeigt symptomatisch subtilen (und nicht mehr ganz so subtilen) Sexismus in der Wissenschaft: http://science-professor.blogspot.com/2009/12/he-must-be-joking.html

    Ich habe auch noch andere nette Beispiele. Bei Gelegenheit schreib ich drüber.

  2. #2 Kristin
    Dezember 9, 2009

    Mir wird gelegentlich vorgeworfen, daß ich mich sexistisch verhalte, weil ich ned mit gender-mainstreaming und dem binnen-I konform gehe oder gar die männliche Bezeichnung ala ich bin Student, Leser, Bürger verwende und nicht die weibliche Form. Ja ja. Das sei doch diskriminierend, merkte ich das denn niche?

    Menno, nö. Was bitte ist denn überhaupt “damenhaft”? Nicht ein Rohr alleine entstopfen zu können? Für ‘nen Ölwechsel oder’s Tapezieren ‘nen Kerl zu benötigen? Na, ich danke.

    Ich bin ja wohl in erster Linie Mensch und danach kommen erst irgendwann gaaaaaaanz weit unten in der Prioritätsliste die biologischen Unterschiede.

  3. #3 Ronny
    Dezember 9, 2009

    Ich finds nur seltsam, denn wir gehören doch alle irgendwie zu einer Minderheit; daher müsste doch jeder verstehen wie man sich da fühlt.

    Mir persönlich passierts nur öfter, dass sich weibliche Kollegen öfter darüber beschweren, dass ich sie ‘wie Männer behandle’. Für mich ist das doch DER Ausdruck von Emanzipation wenn es in meinem Verhalten keinen Unterschied mehr macht ob mein Gegenüber weiblich oder männlich ist, oder seht ihr das anders ?

    Viele Menschen kommen auch damit nicht zurecht, dass die Rollenbilder verschwimmen und erzeugen dadurch einen ‘Gegendruck’, wobei dieser interesanterweise auch von Frauenseite kommt.

  4. #4 Jörg
    Dezember 9, 2009

    Manchmal schlägt es dann auch um. Richard Dawkins bezieht grad Prügel, weil im “Oxford Book of Modern Science Writing” nur 2 weibliche Auotren vorkommen. Dabei finde ich seine Erklärung, dass es um Texte guter Wissenschaftler der letzten 100 Jahre ging (im Gegensatz zu guten Text von Wissenschaftsschreibern) und die Balance eher auf den Ausgleich zwischen den Fächern lag. Er wundert sich auch dass sich noch keiner beschwert hat dass vergleichsweise zu viele britische Autoren vertreten sind.
    Ok, wvielleicht hatte er einen Bias, das wäre nicht so toll, aber eigentlich finde ich seine Erklärungen recht überzeugend. Was ich aber wirklich bedenklich finde ist, dass manche jetzt fordern dass er absichtlich mehr Texte von Wissenschaftlerinnen einbauen sollen. Aber nicht alle: http://www.mirandacelestehale.net/?p=764

  5. #5 Ludmila
    Dezember 9, 2009

    @Tobias: Ich hab zwar keine Bob-Geschichte, aber ich hab eine andere. Auf nem Betriebsausflug mit einer anderen Arbeitsgruppe waren wir kurz in einem Cafe einkehren. Beim rausgehen hat ein Gastwissenschaftler aus der anderen Gruppe wohl versucht, mir die Tür aufzuhalten. Ich hab es aber nicht gemerkt bzw. zu spät. Ich hab denn zu ihm gemeint. “Sorry, hab ich nicht gesehen. Ich kann aber auch die Tür selbst aufdrücken.”
    Woraufhin der Typ zu mir meinte “Deutsche Frauen haben ja sowieso ein Problem.”

    Er spezifizierte dann ausführlich, was es denn für ein Problem sei, dass deutsche Frauen, galante Aufmerksamkeiten seinerseits nicht zu würdigen wüssten. Woraufhin ich ihm ins Gesicht explodiert bin und ihm nicht leise erklärte, dass es eher sein Problem sei, wenn er weibliche Selbständigkeit nicht respektiere. Wenn ich die Tür nicht aufgehalten bekommen möchte, dann will ich sie nicht aufgehalten bekommen. Ende der Diskussion.Und was ihm überhaupt einfiele.

    Du kannst Dir also vorstellen, was mit einem Bob passiert wäre. Den hätte ich zumindest gefragt, ob er noch alle Steine auf der Schleuder hätte. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass resolutes Auftreten in solchen Fällen Wunder wirkt. Ich bin auch recht klein und nicht sehr kräftig. Mit Gegenwehr rechnen solche Typen nicht und sind hinterher auf einmal so klein mit Hut. Die still-und-leise-alles-Erdulden-Phase hatte ich als Kind bzw. Teenager. Und es bringt absolut gar nichts.

    @Jörg: Ja, das ist etwas, was mir und auch vielen Kolleginnen auf den Senkel geht. Dieses “man muss da jetzt unbedingt ne Frau dabei haben” auf’s Biegen und Brechen. Wir wollen mitspielen, weil wir gut sind und nicht weil wir ne Quote erfüllen. Wenn es nun mal in den letzten 100 Jahren nicht so viele Frauen in dem Bereich gab, dann gab es die nicht. Eine Emmy Noether täuscht auch nicht darüber hinweg, dass weibliche Mathematiker eben in der Minderheit sind.

  6. #6 Kristin
    Dezember 9, 2009

    @Ronny

    “Mir persönlich passierts nur öfter, dass sich weibliche Kollegen öfter darüber beschweren, dass ich sie ‘wie Männer behandle’. Für mich ist das doch DER Ausdruck von Emanzipation wenn es in meinem Verhalten keinen Unterschied mehr macht ob mein Gegenüber weiblich oder männlich ist, oder seht ihr das anders ?”

    Wie wäre es denn mal zur Abwechslung damit, deine männlichen Kollegen wie weibliche zu behandeln? Das wäre wohl eher DER Ausdruck der Emanzipation.

    Ansonsten, Ludmila,

    ich laß mir gern die Tür aufhalten, warte jedoch nicht darauf, daß es jemand tut, aber wenn es getan wird, find ich’s nicht schlimm. Ich halte übrigens natürlich auch gern die Türen auf – für weiblein als auch männlein. Vor allem aber für Senioren. Ich bin auch durchaus in der Lage, mir meinen Stuhl selbst an einen Tisch heranzuziehen.

  7. #7 Tinschen
    Dezember 9, 2009

    “Am besten war noch der Kommentar einer Frau, dass meine “harte, vermännlichte” Sprache mich arrogant erscheinen lassen würde.”
    – und da sage noch einmal jemand, Frauen würden einzig und allein von Männern diskriminiert und klein gehalten.
    Im Gegenteil,
    z.B. in meinem bisherigen Leben wurde ich bis auf wenige Ausnahmen eigentlich nur von Frauen diskriminiert, weil ich eben auch nicht so wirklich der Marke “empfindsam, kinderlieb, sanft, emotional, auf’s Äußerliche bedacht” entspreche. Daher hatte ich bis auf wenige Ausnahmen immer einen mehrheitlich männlichen Freundeskreis, der keinerlei Probleme damit hatte, dass ich nicht in rosa herumlief, Hanni und Nanni las oder mich heute zum einkaufen gehen eben nicht noch erst eine Stunde schminke, damit auch ja keiner meint, ich wäre vllt keine “richtige” Frau (und ich kenne viele die so denken und handeln!).

    Jetzt studiere ich Biologie – was zwar für manchen wohl wieder so eine Klischeeerfüllung darstellt (ala “ooh Mädchen mögen flauschige Tiere – und tatsächlich haben wir eine hohe Frauenquote), was aber jedem, der mit dem vertraut ist, was einem in diesem Studium alles erwartet, nicht mehr nachvollziehbar erscheint.
    Übrigens haben wir bei uns an der Uni ein Frauenbeauftragtenbüro, dass mir aufgrund meines Geschlechtes regelmäßig Rundmails ins Postfach legt – und die schlägt doch recht oft dem Fass den Boden aus. Zum einen rühmt diese Institution sich damit, den unsicheren Frauchen, die den Mut bewiesen haben, sich für ein Studium zu entscheiden (statt für irgendeinen “Klischeeberuf” – von Friseuse über Model bis Hausfrau – ohne beleidigen zu wollen), Unterstützung zu bieten. Und das zum einen mit einer Handvoll noch ganz sinnvoller Seminaren zu z.B. Rhetorik. Die sind aber spärlich gesät, der Hauptteil der Seminare befasst sich eher mit Themen und Tätigkeiten wie (kein Scherz) welche Farbkombinationen bei Kleidung und Schminke vorteilhaft sind, Yoga und Pilates – weil sowas ja jede vernünftige Frau macht und braucht (ich warte schon auf einen Wii-Fit Kurs oder einen Freundschaftsbändchen-flechten-Kurs).
    Leichte Exkursion eventuell, aber bei dem Satz von oben musste ich das einfach mal hier loswerden – besonders die rosafarbenen Machenschaften meiner Uni ^^

  8. #8 Ludmila
    Dezember 9, 2009

    @Kristin: Ich halte übrigens auch Männern die Tür auf, so ist es nicht 😉 Wenn mir jemand die Tür aufhält, dann ist das ja auch nett. Nur in dem Fall sind wir als Gruppe rausgehuscht und da hab ich das nicht gesehen.

    Dass dann aber der Kollege einen auf beleidigte Leberwurst gemacht hat, nach dem Motto “die doofen deutschen Frauen, die vermiesen mir mein Mannsein”, das war dann der Punkt, wo der von mir die rote Karte gekriegt hat.

  9. #9 Ludmila
    Dezember 9, 2009

    @Tinschen: Ne überhaupt keine Exkursion. Dieses Anspruchsdenken wie ne Frau zu sein hat, wird eben auch von vielen Frauen gepflegt. Das kriegt jede Frau zu spüren, die da nicht reinpasst und partout nicht reinpassen will. Weiteres Beispiel: Eine Frau, die keine Kinder haben will, muss sich oft folgendes anhören: “Mit der stimmt doch was nicht”

    Ich hab ne gute Freundin, die in ihrem Leben keine Kinder will. Ich schon. Macht das jetzt was an unserer Freundschaft? Nö.

  10. #10 Julia
    Dezember 9, 2009

    @Tinschen:

    Im Gegenteil,
    z.B. in meinem bisherigen Leben wurde ich bis auf wenige Ausnahmen eigentlich nur von Frauen diskriminiert

    Ja, das glaubt einem immer keiner, aber Frauen reagieren leider oft viel abweisender, wenn man ein bisschen aus der Reihe tanzt.

    Andererseits fallen einem auch schon im Studium bestimmte Sachen auf, wie zum Beispiel, dass bei der Verteilung der Prüfungsbögen allen “Viel Glück!” gewünscht wird und nur man selbst, als eine der wenigen Frauen, leer ausgeht. Wenn einem das mehrmals innerhalb einer Woche mit verschiedenen männlichen Aufsichtspersonen passiert kommt man schon ins Grübeln.

  11. #11 uli
    Dezember 9, 2009

    In meiner Erfahrung hat sich die Person Frau und das ”Frauenargument’ getrennt’ – ich bin weibliche Forscherin im englischsprachigen Bereich, und habe von Maennern in Bossfunktion vorgeschrieben bekommen, dass ich eine Quota Frauenmaterial (Artikel, Quellenmaterial) verwenden Muss. Habe ich natuerlich nicht getan – wenn ich als Frau was mache, ist das Frauenanteil genug, sagte ich , ob das immer stimmt, keine Ahnung, aber Kritik dazu doch lieber von Kolleginnen. Fazit – die Gefahr jeder bewussten Quotenregelung ist, dass sie ein Totschlagargument ist, dass genauso gut gegen Frauen verwendet werden kann. (Totschlagargumente haben eine Tendenz, Oben anzukommen, und da behalten zu werden.) Ganz schnell hat die konservativste Institution dann die groesste Frauenquote, weil es dafuer Punkte gibt; jemanden schnell ueber die eigene Kompetenz zu befoerden, ist auch die grausamste Art, sie von den groesseren Machtstrukturen einer Institution abhaengig zu machen. Manche rennt wild und unsicher herum, und freut sich, wenn jemand sie unter die Fittiche nimmt, rein situationsbedingt. Als naechstes ist man aus Unsicherheit und Verpflichtung selber ein grausamer Apparatschik, ohne es zu merken. Da auch weisse Maenner auf tausend- weise unsichtbare Art in ihrer Karriere behindert sein koennen – schwuler Sohn des Dorfalkoholikers vs Tochter von Akademikern? Ganz so einfach ist die Ungerechtigkeit nicht! Die Strukturen muessen vor allem fair, offen und demokratisch sein, so dass alle eine Chance haben, ihre persoenliche Faehigkeiten einzubringen, und ihre eigenen Schwaechen zu ueberwinden, damit die beste Leistung zustande kommt. Wenn Entscheidungen ueberpruefbar, nicht sumpfig sind, braucht man auch keine Quoten – oft sind die wenigen Frauen Bewerber sowieso interessant, eben weil sich durchsetzen mussten, nicht einfach mit dem Strom schwammen. Sorry boys, nicht persoenlich gemeint, auch da eben nicht alle, weil man eben nie von aussen schliessen sollte… und Stephen Hawkings ist auch ein white boy, der wurde und wird sicher genauso beschissen behandelt manchmal wie alle sichtbar Behinderten.

  12. #12 ff
    Dezember 9, 2009

    Jeder gehört irgendwie zu einer Minderheit. Insofern ist die zu erörternde Minderheitenzugehörigkeit zu spezifizieren, soll es um das Feminine gehen oder die Einordnung über die Vermögensverhältnisse oder um die Staatsangehörigkeit gehen?
    Wie auch immer, es ist eine politische Frage.

    Von der “Weißglut” rate ich aber dringend ab, Inhaltsanbietern ist immer damit gut geraten moderat und freundlich zu bleiben, so zu sagen unabhängig von allem.

    Bisschen was einstecken müssen in letzter Zeit? – Nun, vielleicht selbst ein wenig ausgeteilt?

    Ansonsten: Frauen sind seltener Naturwissenschaftler und bloggen seltener als Männer, korrekt!
    Wollen wir kein Patriarchat und keine strukturelle Gewalt unterstellen, und das wollen wir wirklich nicht, dann hat das wohl natürliche Ursachen. No prob!

    Beste Grüße!
    ff

  13. #13 Ludmila
    Dezember 9, 2009

    @ff: Bravo! Dein Kommentar ist ein Musterbeispiel. Danke.

    Du bildest Dir ein, mich aus der Ferne psychologisch analysieren zu können.

    Bisschen was einstecken müssen in letzter Zeit? – Nun, vielleicht selbst ein wenig ausgeteilt?

    Du kennst mich nicht. Also was bildest Du Dir ein?

    Von der “Weißglut” rate ich aber dringend ab, Inhaltsanbietern ist immer damit gut geraten moderat und freundlich zu bleiben, so zu sagen unabhängig von allem.

    Du gibst mir ungefragt Ratschläge, wie ich mich zu verhalten habe. Falls Dir das zu hoch sein sollte:
    a) Ich bin schon groß.
    b) Ich nehme nur Ratschläge von Leuten an, die ich kenne, die mich kennen und die ich respektiere.

    Kenn ich Dich? Nö.
    Noch mal: Was bildest Du Dir ein?

    Wie auch immer, es ist eine politische Frage.

    Es ist eine politische Frage, dass Du meinst diesen herablassenden Sermon hier hinterlassen zu müssen und anscheinend unfähig bist zu lesen?

    Von mir keine Grüße. Und schon gar keine besten.

  14. #14 ff
    Dezember 9, 2009

    Du bildest Dir ein, mich aus der Ferne psychologisch analysieren zu können. …

    Huch, da ist wohl gar keine Debatte gewünscht.

    Grüße
    ff

  15. #15 Lars Fischer
    Dezember 9, 2009

    @ff
    Eine “Debatte” auf der Basis einer derart unterirdischen Einlassung wäre wohl auch ein bisschen viel verlangt…

  16. #16 ff
    Dezember 9, 2009

    Ich bin schon lange nicht mehr so einer Unfreundlichkeit und so einer Menge von Projektionen begegnet. Jedenfalls nicht in Webbiotopen. Bin auch wählerisch.

    Vermutlich hätte ich beim zweiten und dritten Absatz das hier setzen sollen:
    😉

    Also, gerne noch mal, gerne auch argumentativ. Ich kenne die Dame nicht und habe auch nichts Persönliches beigetragen.

    Grüße
    ff

  17. #17 Jörg
    Dezember 9, 2009

    @ff:

    Vermutlich hätte ich beim zweiten und dritten Absatz das hier setzen sollen:
    😉

    Wissen Sie, derart hocnäsige selbstgefällige Posts zu schreiben ist eines, das kennt man ja so von anonymen Kleckser in den Kommentaren. Aber der neueste Dreh ist dann, wenns Gegendwind gibt, plötzlich zu behaupten es sei ja alles nur ein Witz oder Irnoie gewesen. Dazu braucht es nochmal ein Sondermaß Feigheit, wenn man nichtmal zu seinem Geschreibsel steht.

  18. #18 Gunnar Ries
    Dezember 9, 2009

    Exakt. Erst die große Klappe und anschliessend keinen A*** in der Hose. Dabei dachte ich immer, wer austeilt, der müsse auch einstecken können.

  19. #19 Ludmila
    Dezember 9, 2009

    @uli:

    Da auch weisse Maenner auf tausend- weise unsichtbare Art in ihrer Karriere behindert sein koennen – schwuler Sohn des Dorfalkoholikers vs Tochter von Akademikern? Ganz so einfach ist die Ungerechtigkeit nicht!

    Was soll denn jetzt dieses Ausspielen der Minderheiten gegeneinander? Als Frau hat man es schwerer als ein Mann mit demselben sozialen Hintergrund. Behinderte Menschen haben es schwerer als gesunde. Menschen mit sozial schwachem Hintergrund haben es schwerer als solche aus “gutem Haus”.

    Idealerweise sollte man da eingreifen und versuchen, diese Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Eine Frauenquote ist vielleicht nicht der beste Weg dazu, aber möglicherweise hat sie ihre Berichtigung, wo es darum geht, zunächst einmal überhaupt einen Fuß in die Tür zu bekommen.

  20. #20 ff
    Dezember 9, 2009

    @Jörg
    Was war warum selbstgefällig? 🙂
    Nee, das, was ich schrieb, war wirklich aus meiner Sicht als ironisch zu verstehen, so nach dem Motto “Warst Du vielleicht auch nicht lieb?”, aber OK, nächstes Mal nehme ich die behauptete “Weißglut” ernst, es liegt anscheinend wirklich Weißglut vor.

    Bloggen ist immer gut, wenn man was zu sagen hat, auch wenn nicht, dann ist es nicht weiter störend. Die Schwarmintelligenz wirkt hier, das Web ist ja ein faszinierendes neuartiges System. Vgl. mit dieser Innovation war der Buchdruck nichts. 😉

    Wie jetzt die Minderheitenproblematik da genau hineinspielt, weiss ich nicht. Die Blogger, die ich frequentiere, sind meist (immer?) Spezialisten und insofern natürliche Minderheit(envertreter).

    Und da ich nicht so genau verstanden habe, um was es gehen soll, nun, darum habe ich erst mal ein paar Zeilen geschrieben. Also, nicht böse gemeint. 🙂

    Grüße
    ff

  21. #21 Ludmila
    Dezember 9, 2009

    @ff:

    “Warst Du vielleicht auch nicht lieb?”

    Was soll das denn jetzt wieder heißen? Wenn jemand mir den normalen mitmenschlichen Respekt versagt, dann bin ich es selbst schuld, weil ich so ein Miststück bin, oder was? Und das soll jetzt irgendwie ironisch sein?

    Ich bin auch nicht die feinfühligste Person aller Zeiten, aber Du scheinst mich da locker zu unterbieten. Du scheinst nicht für 5 Sekunden in der Lage zu sein, Dich in Menschen mit ganz anderem Hintergrund zu versetzen zu können. Was auch erklärt, warum Du
    a) den Post nicht verstanden hast
    und b) immer noch nicht merkst, was Du da für ein komisches Zeugs faselst.

    Fang doch da mal damit an, anstatt was von Politik zu faseln. Warum wohl könnte man Deinen ersten Kommentar als herablassend und wenig hilfreich bezeichnen? Denk mal drüber nach!

  22. #22 ff
    Dezember 9, 2009

    @Ludmilla
    Empathie war immer schon meine Schwäche!
    🙂 😉
    Wir haben da wohl irgendwie andere Herangehensweisen, dennoch oder also: Weiterbloggen!

    Grüße
    ff

    PS: Auch mal gebloggt, hmm, also ich habe habe immer versucht eine gewisse Distanz und Ruhe zu wahren. Wobei ich allerdings schon bei den Artikeln Wert darauf gelegt habe nicht allzu pointiert aufzutreten; gerade bei Themen, die typischerweise Kontroversen hervorrufen. Bloggen macht oft wenig Spass, wenn so genannte Hater (das scheint das Fachwort zu sein) in Blognähe “campen” – so wurde mir mehr als einmal berichtet. Vielleicht gehts darum irgendwie, aber ich will nicht weiter spekulieren…

  23. #23 Jane
    Dezember 9, 2009

    Schön, jetzt habe ich mal nicht das Gefühl alleine zu sein mit meiner Ablehnung des Binnen-I, dem Quotenzwang und ähnlichem Quark. Die Erfahrung, dass frau es unter Frauen nicht immer leicht hat, wenn sie Pilates, Esoterik, Kuscheltierchen und Liebesfilmen nicht so viel abgewinnen kann, hab ich auch gemacht. Männer und Türen aufhalten – dito. Ich habe das nie verstanden. Warum hat es was mit dem Geschlecht zu tun, wer wem die Tür aufhält? Es geht doch schlicht um Rücksichtnahme und Höflichkeit.

  24. #24 Kristin
    Dezember 10, 2009

    “Warum hat es was mit dem Geschlecht zu tun, wer wem die Tür aufhält? Es geht doch schlicht um Rücksichtnahme und Höflichkeit.”

    Genau. Du, es gibt für den FF übrigens ein Plugin, welches das Binnen-I automatisch entfernt. Genauso nervig wir die Gendermainstreamer finde ich übrigens die neuen Maskulisten.

    Mich interessiert noch die Antwort von einem der männlichen Poster oben, Ronny, der meinte, seine weiblichen Kollegen beschwerten sich über männliche Behandlungsweise – was spräche dagegen, Männer so zu behandeln als seien sie Frauen?

    Ach so, und ff … mei, das war aber wirklich mal ein Paradebeispiel eines Beitrages, auf den ich stets entgegnen würde: Geez, don’t patronize me. Leider fällt mir auf Deutsch keine entsprechende Anmerkung ein.

  25. #25 uli
    Dezember 10, 2009

    Es tut mir leid, dass hier eine Tonverschiebung einsetzte, ich dachte, es wird akademisch geplaudert, nicht persoenlich angegriffen, das gehoert doch nicht hierher. Von daher meine Ansicht vielleicht missverstaendlich. Es geht mir ueberhaupt nicht ums Minderheiten gegeneinander ausspielen. (Wenn sowas stattfindet, dann dass wir als junge Generation Forscher gegeneinander ausgespielt werden, mit Sachen wie diesen Quoten, die akademischen Nachwuchs maennlich gegen weiblich ausspielen, oder Kram wie den Frauen- sagen- wie- sie- sind rosa-gebluemten Aktivitaeten, die oben so lustig fuer einen Biologiefachbereich beschrieben wurden. )
    Ich war frueher auch eisern pro Quotenregelungen, bis ich deren Handhabung ueber laengere Zeit sah, und auch sah, wie schnell dass einfach dazu fuehrt, dass dasselbe in Gruen stattfindet, wenn man es bei Quoten und ihren stark polarisierenden Diskussionen belaesst. Dann werden Frauen eine Tabuform, und es fuehrt zu Merkwuerdigkeiten, wie dass Mann mir sagt, welchen Prozentanteil Frauen in meinen Fussnoten sein sollten. Ich schreibe, was ich fuer akademisch wahr und nuetzlich halte, nicht was ich gesagt kriege, und kreische laut ueber alles, was mich davon abzuhalten versucht. Ich dachte, darum ginge es im akademischen Arbeiten.

    re minderheiten ausspielen — da muesste ich mich selbst ausspielen. Ich geniesse/leide selbst an verschiedenen sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen/Minderheitenstatussen, und mache mir (gezwungenermassen) ein Vergnuegen daraus, zu sehen, wie die Umwelt reagiert, je nachdem, wieviel ich offenbare/ offenbaren muss. Jetzt wo ich behindert bin, zB macht das mein statement von oben anders? Und spekulierten wir weiter ueber Hautfarbe und sexuelle Orientierung, ists dann wieder anders? Oder bin ich jetzt sowieso heilig aber irrelevant, weil behindert bin?? (einen heiligen idioten braucht jedes department fuer die behindertenquote, ein soul- destroying scheissjob) Genau deshalb sehe ich viele Minderheitendiskusisonen mit sehr gemischten Gefuehlen, es kann unglaublich verletzen, was selbsternannte Gutmenschen sagen, die wissen, in welche Kategorie jemand zu stecken ist……..und ich dachte immer, das Schoene am Gerechneten und Geschriebenen ist, dass es nicht auf Person d Verfassers, sondern Inhalt ankommt? Ich weiss, das ist oft als dummes Argument von bestimmten Anti-frauen-leuten verwendet, aber wenn man genau hinschaut, HABEN DIESE LEUTE KEINE HOEHERE QUALITAET IN IHRER ARBEIT. Deshalb haben sie soviel Angst und Zorn, weil sie tief drin genau wissen, dass sie nur wegen ihres nicht-Minderheitenstatus, dh dem ueblichen Gekluengele jetzt sind, wo sie sind. Das muessen wir aber nicht kaufen, und glauben, dass wir im Prinzip spezielle Behandlung BRAUCHEN. Wir brauchen vielleicht gelgentlich Brecheisen um Seilschaften zu durchdringen (oder einen Gegenueber zu verbeulen der weiss, dass Frauen nicht…), das koennen auch Quoten sein, aber mIt Quoten kann man halt auch boese verarscht werden. ‘

    Wir muessen uns immer darueber Gedanken machen, wie man Diversitaet foerdern kann, und wie es praktisch einzufordern ist. Das wird nicht geloest, das findet immer statt und bei jedem. Gerade weil ich sehr Minderheitsbetroffen bin, wird mir uebel von Hilflosigkeit, wenn diese Minderheitendiskussionen aufkommen, es wird soviel angenommen, und einem soviel gesagt, wie man ist. So bin ich aber nicht. Und gucke mal da, jetzt bin ich dazu getrieben worden, meine persoenlichen Dinge aufn Tisch zu legen, wo ich doch nur inhaltliches sagen wollte, und es eigentlich auch nicht sehr comfortable finde, wo es hier grad etwas aggressiv zugeht. Darum geht es auch. Im american style – Minderheitenschutz muss sich der arme Depp in der Minderheit immer als solcher erklaeren, mit Privatleben, Diagnose, muetterlichem Geburtsort und vielleicht noch Haustiername. Waehrend die anderen nur neutraler Inhalt sein duerfen. Das kanns doch nicht sein oder?
    (@ludmilla- dein blog gefaellt mir sehr gut, auch wenn ich dir wiederspreche, bitte verwechsle mich nicht mit ..)

  26. #26 uli
    Dezember 10, 2009

    oder akademisch- das Minderheitenkonzept impliziert eine Messbarkeit des ”Minderheitseins”, die sich selbst ins Absurde fuehrt. Innerhalb eines bestimmten Rahmens- sozial-benachteiligung mittelfeld sozusagen – nimmt man Minderheit als (Mensch-x), oder wenns hoch kommt, (Mensch-2x), und gleicht dann sozusagen aus, fuer das fehlende -x oder -2x. Ausserhalb des Mittelbereichs wirds widerspruechlich- muesste die schwarze Lesbe im Rollstuhl immer angestellt werden, as the old joke goes? Und die dunkle Seite d Witzes, ist (Mensch- 5x)=noch Mensch oder schon Exotika? Wird Exotika Professor?
    Da sowohl der Bereich fuer Mensch als auch das Mass der ‘ausgleichenden’ Verschiebung von der Leitkultur gesetzt werden (wer sonst?), reproduzieren sich die Vorlieben und Vorurteile, die Engen und Weiten der Leitkultur in den Proportionen des verschobenen Systems Leitkultur2 . Dabei ergibt sich auch oft oder gelegentlich die gewuenschte ausgleichende Gerechtigkeit, wenn (Mensch-x plus quotenregel)= Professur, und das fuer alle Betroffenen passt. Es kann leider nur manchmal so gut funktionieren, wegen mangelnder Logik des Minderheitskonzepts, die es gerade da am anfaelligsten macht, wo es am staerksten einsetzen sollte – im Begegnen von Menschen gegen die ”wir’ Vorurteile haben. Daher waere ich lieber Mensch unter Menschen mit gutausgebauten Rechten gegen Diskriminierung.

  27. #27 Andrea N.D.
    Dezember 10, 2009

    @Ludmilla.
    Der Artikel ist super, vielleicht kommentiere ich später noch ausführlicher.
    Noch konnte ich nicht alle Kommentare lesen, aber was mir spontan auffällt: ff hat extrem viel Ähnlichkeit mit dem zotteligen Tier, dass Du letztens vertrieben hast, auch wenn er sich hier viel Mühe gibt, weitestgehend ganze Sätze zu bilden.

  28. #28 Andrea N.D.
    Dezember 10, 2009

    @Ludmila.
    Der Artikel ist super, vielleicht kommentiere ich später noch ausführlicher.
    Noch konnte ich nicht alle Kommentare lesen, aber was mir spontan auffällt: ff hat extrem viel Ähnlichkeit mit dem zotteligen Tier, dass Du letztens vertrieben hast, auch wenn er sich hier viel Mühe gibt, weitestgehend ganze Sätze zu bilden.

  29. #29 Ronny
    Dezember 10, 2009

    @Kirstin
    Du wartest auf eine Antwort ? Nun ja, du hast mich nachdenklich gemacht und das dauert seine Zeit in meinem Alter 🙂

    Irgendwie denke ich, dass in der Arbeitswelt und auch unter Freunden ich das Geschlecht meines Mitmenschen ausklammere, so wie ein Muttermal dass mir zwar auffällt, aber nicht wirklich meine Handlung bestimmt. Somit ist es für mich unerheblich ob ich eine Frau als Mann behandle oder umgekehrt. Mich beeindrucken Wissen, Auftreten und Fitness, aber keine großen Ausschnitte, deshalb fällt es mir relativ leicht neutral zu sein. Bei Männern die mehr sexuell gesteuert herumlaufen wirds vermutlich schwieriger.

    Mir hat nur die Reaktion dieser Frau damals zu denken gegeben. Ich war Projektleiter und die Frau im Team erwartete scheinbar irgendeine andere Behandlung als der Rest. Da begann ich dann nachzudenken, ob Frauen sich nicht oft wünschen so althergebracht als Frau behandelt zu werden, oder ob das nur eine Eigenschaft dieses speziellen Menschen war.

    Übringes: Ich halte auch Türen für Männer auf, wieso nicht ?

    Bezüglich Frauenquote bin ich Ludmillas Meinung: Nur dort wo Frauen der Eintritt verwehrt wird.

    Aber wie sagte schon Harry bei ‘Harry und Sally’: Frauen und Männer könnten so gute Freunde sein, wenn ihnen nicht dauernd der Sex dazwischen funken würde 🙂
    (sorry fürs abschweifen, denn eigentlich gehts ja um Minderheiten)

  30. #30 miesepeter3
    Dezember 10, 2009

    @ Ludmila

    Mir ist es ziemlich egal, ob Sie Männlein oder Weiblein sind. Ich behaupte nach wie vor, dass Ihr Temprament eben manchmal doch größer ist als Ihr Intellekt.
    In Zeiten der angesagten Coolness und Political Correctness macht Sie das schon mal zur Minderheit. Andererseits finde ich Political Correctness auf Dauer ziemlich langweilig und öde. Deswegen würde ich Sie mir als Diskussionspartnerin gar nicht anders wünschen. Auch wenn Sie das möglicherweise mir wieder zum Vorwurf machen.

  31. #31 ff
    Dezember 10, 2009

    @uli

    oder akademisch- das Minderheitenkonzept impliziert eine Messbarkeit des ”Minderheitseins”, die sich selbst ins Absurde fuehrt.

    Fein formuliert.

    Überhaupt ist das Herausarbeiten und Pflegen von Minderheiten in demokratischen Systemen zwar anscheinend üblich, aber anscheinend oft nicht besonders hilfreich.

    Positive Diskriminierung, affarmative action, Quotenregelungen etc. sollen in Bezug auf das Bloggen wohl “nicht wirklich” diskutiert werden – wenn ich den Artikel richtig verstanden habe. Was nicht ganz der Fall zu sein scheint, möglicherweise bin ich hier in einer Minderheitenposition. 🙂

    Beste Grüße!
    ff

    PS: Ein Scan dieser Seite ergibt jetzt doch 15 “Quoten”. Hmmm, als älteres, hmmm, Kaliber habe ich schon vor 35 Jahren Fr.Schwarzers Vorträge geniessen dürfen. Irgendwie hatte ich schon den Eindruck, dass der Feminismus ausgelaufen ist…
    Wenns aber doch eher um das Bloggen und die Handhabung desselben gehen sollte, also wie die Kommentatoren (auch die Störer) möglicherweise zu handeln sind, wie eine gewisse Gedeiegenheit, ein gewisses Niveau und eine allgemein gute Stimmung gewahrt werden soll, dann vielleicht mal diesen Punkt stärker aufs Korn nehmen?!

  32. #32 Ludmila
    Dezember 10, 2009

    @Uli: Ich fand Deine Beiträge bislang gut und wichtig. Auch wenn mir dieser eine Satz etwas sauer aufstieß. Weil es so leicht missbraucht werden kann.

    Irgendwie – und da hast Du völlig recht – betritt man mit dem Feld “Minderheiten” und auch “Minderheiten-Förderung” ein Minenfeld. Das schwirrte mir bislang vermutlich immer im Hinterkopf rum, aber Deine Beiträge zerren das noch mal ans Licht.

    Um überhaupt erst mal eine Minderheit zu definieren, muss man Schubladen definieren, in die man Leute reinsteckt. Das ist schon mal nicht so gut, aber nicht anders zu lösen.

    Dann finde ich Deinen Einlass äußerst wichtig, dass Menschen die über Quoten-Regelungen an ihren Job kommen, u.U. ein Bärendienst erwiesen wird. Die haben die undankbare Position den Vorreiter zu geben. Die Selbstzweifel, ob man den Job eigentlich wirklich verdient hat oder “nur” zugeschanzt bekommen hat, kann ich auch nachvollziehen. Vermutlich kommt dann auch noch, wie es die Außenwelt aufnimmt. Ich kann auch nachvollziehen, dass es nicht gerade toll ist, wenn die anderen in ihrem Bemühen “gut” zu sein, sich förmlich überschlagen vor falscher Freundlichkeit. Diese Form der Unehrlichkeit ist mir auch zutiefst zuwider aber auch i.A. am schwierigsten zu begegnen.

    Aber irgendjemand muss den Vorreiter geben, um die Normalität zu schaffen.

    P.S.: Ich hab ein Problem mit dem Anspruch “akademisch”. Das ist nämlich auch so eine Schublade. Die ich aber meist zu vermeiden versuche, weil ich mich mit den dazugehörigen Klischees so gar nicht anfreunden kann.

  33. #33 Ludmila
    Dezember 10, 2009

    @ff: Ich gebe eigentlich gar nicht vor, was hier diskutiert werden soll. Es soll eine Spielwiese zu dem Thema “Minderheiten” sein. Was dann daraus wird? Schauen wir mal!

    Wobei ich einfach bei weitem nicht qualifiziert genug bin, um über Sinn und Unsinn von Quotenregelungen irgendwas Profundes auszusagen. Ich kann lediglich meine persönliche Sichtweise und meine Erfahrungen beisteuern. Was aber in diesem speziellen Fall, weil es sich um ein gesellschaftliches Problem handelt, durchaus seine Berechtigung hat.

  34. #34 Ronny
    Dezember 10, 2009

    Es steckt einfach noch viel der typischen Geschlechtsklischees in den Köpfen. Allein schon die Tatsache, dass man bei Diskussionen über Minderheiten sofort auf das Thema Frauen kommt. Irgendwie doch seltsam, oder ? Gibts keine männlichen Minderheiten ? Oder regen sich Männer nicht drüber auf ?

    Oder die Tatsache, dass wenn man einen neuen männlichen Chef bekommt der sich als Idiot outet, sofort denkt: Protektionskind, hingegen bei einer Frau: Quotenfrau.

    Wie sieht Gleichberechtigung wirklich aus ? Und wollen das die Frauen überhaupt ?

    Da fällt mir immer der Kabarettist Bernhard Ludwig ein:
    Frauen haben die Auswahl zwischen: Karriere, Hausfrau, Mutter, Alleinerziehende ..
    Männer haben die Auswahl zwischen: Karriere, Karriere, Karriere, Karriere

  35. #35 ff
    Dezember 10, 2009

    @Ronny

    Gibts keine männlichen Minderheiten ?

    Es gibt wohl so genannte Maskulinisten. Wer deren Texte mal scannt, OK, hier mag es durchaus Ansätze geben bspw. bei der Benachteiligung von maskulinen Schülern im Bildungssystem, der bekommt dann in aller Regel aber doch nicht den Eindruck, das jetzt sofort und unbedingt haben zu müssen.
    “Bloggen und Diskriminierung” kannte ich in diesem Zusammenhang noch nicht als Topic, aber es mag durchaus sein, dass wenn das Bloggen institutionalisiert wird, wie hier beispielsweise ;–), dass da einiges im Argen liegen könnte.
    Aber schwer zu erörtern, man kann hier schnell daneben liegen, beste Grüße!
    ff

  36. #36 ff
    Dezember 10, 2009

    @uli

    … jemanden schnell ueber die eigene Kompetenz zu befoerden, ist auch die grausamste Art, sie von den groesseren Machtstrukturen einer Institution abhaengig zu machen.

    Gute Beobachtung, es entsteht idT so oft Leiden.

  37. #37 miesepeter3
    Dezember 10, 2009

    @ Ronny

    Männer sind fast überall in der Minderheit.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechterverteilung

  38. #38 Ludmila
    Dezember 10, 2009

    @miesepeter3: Weniger als 50% macht noch keine Minderheit, in dem Sinne von sozial benachteiligt wie wir das hier diskutieren. Wenn es danach ginge, wären auch Söhne von Multimilliarden ne Minderheit. Aber wir sind uns ja alle einig, dass man die nun nicht besonders gesellschaftlich fördern muss. Wobei im Einzelfall… Aber ich schweife ab.

    Im Grunde halte ich diese “Wir sind doch alle irgendwie Minderheiten”-Schiene für im besten Fall kontraproduktiv, weil es Nebenplätze aufmacht, auf denen man sich nur verzetteln kann, und für im schlimmsten Fall eine reaktionäre Nebelgranate. Frei nach dem Motto: “Es gibt überhaupt keinen Grund irgendwas zu ändern.”

    @Ronny: Und daher finde ich Deinen Einwand wesentlich treffender. Ein Hausmann ist immer noch etwas Unerhörtes. Und es kann gleich zweifach problematisch sein.

    Mein eigener Vater wurde zwangsweise wegen Arbeitslosigkeit zum Hausmann. Was ihm gar nicht gut bekam, weil es ihn sehr in seinem Ego kränkte. In ihm steckte immer noch tief das “ein echter Mann ernährt seine Familie”-Klischee.

    Aber das ändert sich und hat sich auch geändert. Mein eigener Partner dagegen hat damit, dass ich in unserem Haus die Karriere mache, absolut kein Problem. Er hat auch von sich aus völlig klar gestellt, dass er mir hinterher ziehen wird. Was nicht heißt, dass er nicht auch arbeitet. Aber weil er außerhalb der 4 Wände was zu tun haben will und nicht wegen Karriere. Ist allerdings immer noch die absolute Ausnahme.

    Ich erinnere mich an eine Umfrage in der DPG, dass die Mehrheit der männlichen Physiker mit Nichtakademikerinnen liiert sind, während die überwältigende Mehrheit der weiblichen Physiker einen Partner mit gleichem oder höheren Bildungsniveau bevorzugte.

  39. #39 Ronny
    Dezember 10, 2009

    @uli
    Wie schon Ludmilla schrieb: Wie soll ich jemandem helfen, wenn ich ihn nicht zuerst katalogisiere, bzw. wie soll man ein Gesetz formulieren ? Es ist sehr schwierig einem Menschen nicht zu zeigen dass er in irgendeiner Form eingeschränkt ist und ihm trotzdem zu helfen. HIlft man ihm dann wird man oft angeschnauzt, dass er das alleine kann, macht man nichts, dann wird man angeschnauzt, dass man doch sieht das derjenige Hilfe braucht. Man muss da denjenigen schon gut kennen um nicht ins Fettnäpfchen zu steigen. Wie soll das dann ein Gesetzgeber hinbringen ?

    Auch bei der Durchführung stößt man auf Probleme. Mein Bus zum Beispiel macht jeden Tag 5 Minuten Umweg, weil eine Station keinen Aufzug hat und ja ein Mensch im Rollstuhl genau hier vielleicht umsteigen möchte. Deshalb stehe ich dann 15 Minuten am Bahnsteig in der Kälte. Da fragt man sich dann schon, ob es nicht für den (noch nie gesehenen) Rollstuhlfahrer doch zumutbar wäre eine Station weiter und dann zurück zu fahren. Eine entsprechende Anfrage bei den Verkehrbetrieben wurde quasi mit einer Drohung zurückgewiesen.

    Ein sensibles Thema mit Konfliktpotential wo beide Seiten mit Rücksicht aufeinander zugehen sollten. Ich schließe mich da einem unbekannten Poster an: ‘Man kann am Umgang mit Minderheiten die Qualität der jeweiligen Gemeinschaft erkennen.

  40. #40 miesepeter3
    Dezember 10, 2009

    @Ludmila
    Schade, es war so ein schöner bunter Link. Sie müßten eigentlich im Laufe der Zeit gemerkt haben, dass ich reaktionäre Nebelkerzen liebe, darauf bekommt man immer so schön emotionale Antworten. Aber ansonsten gebe ich Ihnen Recht, am besten wäre es , wenn Minderheiten so behandelt würden, als wären sie gar keine.

  41. #41 miesepeter3
    Dezember 10, 2009

    @Ludmila

    “Ich erinnere mich an eine Umfrage in der DPG, dass die Mehrheit der männlichen Physiker mit Nichtakademikerinnen liiert sind, während die überwältigende Mehrheit der weiblichen Physiker einen Partner mit gleichem oder höheren Bildungsniveau bevorzugte.”

    Das liegt nicht zwingenderweise nur am fehlenden Selbstbewußtsein bei der Partnerwahl der männlichen Physiker. Nichtakademikerinnen unternehmen eben wesentlich größere und intensivere Anstrengungen, einen Akademiker zum Mann, bevorzugterweise sogar zum Ehemann, zu bekommen, als weibliche Physiker.
    Aber in einem sind sich Akademikerinnen und Nichtakademikerinnen einig, es darf gerne ein Mann mit höherem Bildungs- und/oder Sozialniveau sein.
    Wenn ich da richtig informiert bin, liegt das irgendwie in der Natur der Sache. “Sie” rechnet sich damit höhere Überlebenschancen für den eigenen Nachwuchs aus. Natürlich nur unbewußt. Ansonsten stehen wir ja weit über den alten Instinkten.

  42. #42 Ronny
    Dezember 10, 2009

    @miesepeter
    Kennst du Bernhard Ludwig ? Das Drama der gebildeten Frauen ?
    Ich habe das bei einem Kabarettabend mit Selbtversuchen erlebt.
    Er definierte folgendes Setup: Es gibt zwei Türen, hinter einer Tür sind dümmere Menschen hinter der anderen intelligentere Menschen als man selbst.
    Dann mussten einmal die Männer und die Frauen summen wo man seinen Partner suchen würde. (Summen deshalb, weil man da nicht erkennt ob der Nebenmann summt.)

    Dreimal darfst du raten welches Geschlecht wo gesummt hat 🙂

    Er meinte dann, dass Frauen ein blockierendes Gen (metaphorisch) haben:
    Er darf nicht dümmer sein.

    Nach einer kurzen Pause:
    Wir Männer haben dieses blockierende Gen NICHT 🙂

    Warum das so ist blieb leider offen.

  43. #43 Ronny
    Dezember 10, 2009

    @Ludmilla
    Um nochmal aufs Thema zurückzukommen. Bloggende Minderheiten sind auch insofern wichtig als das man dadurch auch einen Blick auf die Denkweise von ‘anderen’ bekommt. Ich kann nur jedem mal raten sich einen Rollstuhl auszuborgen und damit durch die Stadt zu fahren.

  44. #44 miesepeter3
    Dezember 10, 2009

    @Ronny

    Ich hab es schon immer geahnt: meine Frau muß zuviele männliche Gene haben!

  45. #45 miesepeter3
    Dezember 10, 2009

    @Ronny

    Ich hab es schon immer geahnt: meine Frau muß zuviele männliche Gene haben!

  46. #46 Thomas J
    Dezember 10, 2009

    @Ronny

    “Er meinte dann, dass Frauen ein blockierendes Gen (metaphorisch) haben:
    Er darf nicht dümmer sein.

    Nach einer kurzen Pause:
    Wir Männer haben dieses blockierende Gen NICHT :)”

    Spannend ist ja, dass das gar nicht sein kann, sonst wären ja alle Frauen Dümmer als die Männer.

    Erniedrigen sich die Frauen um dümmer zu sein damits passt?
    Oder sind die Männer gut darin, gescheiter zu wirken als sies denn sind?

  47. #47 miesepeter3
    Dezember 11, 2009

    @ Thomas J.

    ich hab mal irgendwo gelesen, da irgendwelche Wissenschaftler/innen festgestellt haben wollen, dass Frauen es die Männer nicht merken lassen, dass sie klüger sind, wenn sie es denn sind. Das heißt, sie stellen sich absichtlich dumm. Angeblich, um die Gefühle des jeweiligen Mannes nicht zu verletzen. In Wirklichkeit, um sie nicht zu vertreiben. Die meisten Männer vertragen keine klügeren Frauen.
    Aber das haben die Frauen schon immer gewußt, dazu hätte es diese Untersuchung nicht geben müssen. Aber nun wissen es auch die Männer.

  48. #48 Ronny
    Dezember 11, 2009

    @Thomas J.:
    Spannend ist ja, dass das gar nicht sein kann, sonst wären ja alle Frauen Dümmer als die Männer.

    Nicht unbedingt. Es gibt nur scheinbar das Phänomen, dass sich Frauen Partner suchen die zumindest gleich intelligent sind, wohingegen Männer kein Problem mit einer Dumpfbacke als Partner haben. Das funktioniert auch wenn die Intelligenz gleichverteilt ist (was ich annehme).

    Frauen haben es nur schwerer bei der Partnerwahl und oft kommt es vielleicht dazu, dass sich die Frau einen dümmeren sucht und sich dann dümmer stellt als sie ist um sich anzupassen(das kann man aber als Mann nicht beantworten) oder dass die Frau dem Mann dann in den Ohren liegt doch MEHR aus sich zu machen. Verdammt, das kommt mir irgendwie bekannt vor 🙂

    Witzig ist es, wenn man diesen Effekt bei einem Kabarettabend live erlebt.

    Es war alles als Kabarett aufgebaut, aber zwischen dem Lachen musste ich viel nachdenken 😀

  49. #49 Thomas J
    Dezember 11, 2009

    @Ronny

    “Es gibt nur scheinbar das Phänomen, dass sich Frauen Partner suchen die zumindest gleich intelligent sind”

    Jaja, das denke und hoffe ich schon auch 🙂

    “Frauen haben es nur schwerer bei der Partnerwahl ”

    Wieso das denn?

    @miesepeter3

    “Die meisten Männer vertragen keine klügeren Frauen. ”

    Ach, das ist doch ein Gerücht.