Die hohe Kunst der Simulationen heute mal als Musikvideo und was das alles mit Frauen-Fußball zu tun hat:

Lagoa Multiphysics 1.0 – Teaser from Thiago Costa on Vimeo.

Simulationen sind im Grunde nur Gedankenexperimente mit Computern ausgeführt. Man hat einen Satz physikalischer mehr oder weniger gut getesteter Gesetzmäßigkeiten und steckt diese dann in ein Programm, legt die Randbedingungen fest und auf geht’s! Das vergleicht man dann mit dem, was man beobachten kann.

Im Grunde laufen in unserem Gehirn ständig Simulationen ab. Wenn wir z.B. Ball spielen, dann müssen wir ausgehend von Gesetzmäßigkeiten, die wir im Laufe unseres Lebens gelernt haben, vorher sehen = geistig durchspielen = simulieren, wo der Ball wohl hingehen wird, wenn mein Partner ihn mit einer bestimmten Geschwindigkeit und in einem bestimmten Winkel bewegt.

Die Torhüterinnen während der aktuell laufenden Damen-Fußball-WM stehen also so gesehen vor dem Problem mehrere Simulationen vor ihrem geistigen Auge ablaufen zu lassen, um sich dann für die wahrscheinlichste zu entscheiden. Das geht gut und eben auch mal nicht. Je nachdem wie gut die Datenbasis für die Simulation (Erfahrung) ist oder je nachdem ob sich die Randbedingungen unvorhersehbar verändern. So ein Ball kann immer mal sich anders als gewöhnlich verhalten. Da muss nur irgendwas dran kleben oder ne besonders starke Windböe kommen.

Selbst wenn die Simulationen richtig sind. Die Torjägerinnen haben ihre Gegensimulationen am Start und versuchen gerade zu verhindern, dass sich die Torwartin für die wirklich eintreffende Situation entscheidet und täuschen entsprechend.

Drückt mal bitte unseren Frauen am 1. August ganz fest die Daumen, auf dass ihre internen Simulationen im Großen und Ganzen richtig laufen. Deutschland gegen Nigeria ab 15: 00 auf Eurosport. In Bielefeld. Ausgerechnet Bielefeld

via Physikblog.

Kommentare (7)

  1. #1 ZielWasserVermeider
    Juli 30, 2010

    Nettes Video 🙂

    Wer gerne selbst solche Sachen machen will kann ja mal Blender(2.5X) ausprobieren.
    Ist kostenlos und hat auch einen netten Solver an Board.
    Wobei man natürlich sagen muss, daß Blender und die oben genannte Software eher für den
    künstlerischen Bedarf gedacht ist. Ansys ist da ja trockener ….

    Gruß
    Oli

    P.S: Ich drück die Daumen

  2. #2 maxfoxim
    Juli 30, 2010

    jepp, an Blender hatte ich auch gedacht bei ein paar Szenen.
    Blender ist dann vielleicht nicht “wissenschaftlich korrekt” und nicht realistisch genug für hohe Ansprüche, aber cool siehts trotzdem aus…
    Wer allerdings mit Blender was machen will sein gleich mal gewarnt: mal eben schnell was machen ist leider nicht. Man wird wirklich erstmal erschlagen von den Möglichkeiten, aber da ja im Moment Ferien (besser: vorlesungsfreie Zeit ist), kann man sich aber mal ein weing einarbeiten. Es lohnt sich auf jeden Fall.
    http://www.blender3d.org

  3. #3 nihil jie
    Juli 30, 2010

    echt cool 🙂 vor allem unterstützen heutige grafikkarten schon so einiges von sich aus.. die neue physikengines werden auch immer besser. als ich mal für DLR eine zeitlang programmierte musste ich alles alleine programmieren wenn ich zb. eine wirbelschleppe simuliert habe… und das musste alles die CPU selbst leisten… heute macht das die GPU 🙂

  4. #4 olsch
    Juli 30, 2010

    Bin ich also doch nicht der einzige der sich für die aktuelle WM interessiert, gut zu wissen. Ich tippe auf ein 2:1 Sieg für die deutschen Mädels.

    P.S. Cooles Video 😉

  5. #5 H.M.Voynich
    Juli 31, 2010

    Ob man damit auch darstellen kann, wie die Schrödingergleichung um ein paar Protonen und Elektronen herumwabert?

  6. #6 Alexander
    Juli 31, 2010

    Das ist nicht die “Damen Fußball WM”, das ist die U20 WM, die eigentliche WM im Frauenfußball ist erst nächstes Jahr.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fußball-Weltmeisterschaft_der_Frauen_2011

  7. #7 Florian W.
    August 1, 2010

    Ich gratuliere jetzt erstmal den Frauen ganz herzlich zu ihrem Sieg!

    Und zu Thema Hasen und Simulation möchte ich anmerken, dass eine Simulation ja auch eine Art was-wäre-wenn Analyse ist, deswegen dieser Link