Ich erwarte ja von der Pro-7-Sendung nun wirklich nicht allzu viel. Aber das hier ist nun wirklich…anders

Schauplatz: Galileo, Sendung vom Montag 4. Oktober 2010.
So ab Minute 43:02 nimmt das Unheil seinen Lauf. Die Folge ist hier vermutlich nicht mehr lange zu sehen: Sendung vom Montag.
Nachtrag (8.10.2010):
Jemand hat’s auf Youtube hochgeladen. Sehr schön.

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Bild: Pro7/Galileo, wie sie sich den magnetischen Nordpol vorstellen. Wie? Ihr habt noch nie von den sagenhaften Eisenbergen am Nordpol gehört?

Muahaha!

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Bild (zusammengebastelt aus dem und dem hier, Wikimedia Commons): Von wegen Eisberge. Eisenberge sind das da oben im Norden. Ich bin mein ganzes Leben belogen worden! Und Ihr habt es gewusst! Gebt’s zu!

Dann dieser süffisante Kommentar aus dem Off “Ganz klar, hier fehlt den Kandidaten Baisis-Wissen.” Aber immerhin wissen die das und sind damit einen Schritt klüger als die Galileo-Redaktion. Die kennen offenbar nicht den Unterschied zwischen “Ich hab da irgendwas mit Magneten und Eisen im Kopf und das reim ich mir jetzt zusammen” und echtem Wissen. Und das es vielleicht sinnvoll gewesen wäre jemanden zu fragen, der sich damit auskennt.

Aber nun gut. Lasst uns das Beste draus machen und ein bisschen fachsimpeln bzw. uns mal in echtem wissenschaftlichen Denken üben.

Nehmen wir spaßeshalber an, die Erklärung oben wäre eine ernstzunehmende Hypothese mangels besseren Wissens und nicht geboren, weil ein paar Praktikanten zu doof waren, mal in Wikipedia nachzuschlagen.

Zunächst einmal: Magnete ziehen Eisen an und nicht umgekehrt, wie es Galileo suggeriert. Wenn der Magnet nah genug ist, richten sich die Elementar-Magneten im Eisen entlang des Magnetfeldes des Magneten aus und bilden damit ein eigenes Magnetfeld, an dem sich wiederum der Magnet orientiert. Nur dann wirkt Eisen magnetisch anziehend. Bei der ganzen Geschichte sind also immer die Magnetfelder das entscheidende. Wo die herkommen und wo die langgehen.

So eine winzige schwach magnetische Kompassnadel jedenfalls – selbst wenn wir alle Kompassnadeln dieser Welt nehmen – ist bei weitem nicht stark genug, um Eisenvorkommen hunderte Kilometer weit weg zu beeinflussen.

Ganz abgesehen davon, dass es bei einem Eisenberg im Norden völlig egal ist, welche Seite der Magnetnadel nach Norden zeigt. Beide Pole würden das Eisenstück anziehen: Die Elementarmagneten richten sich in dem einen Fall eben exakt andersherum zum anderen Fall aus. In der Realität hat aber ein Pol der Kompassnadel eine unüberwindbare Abneigung gegen “Norden”.

Ein bisschen besser sähe es aus, wenn die Eisenvorkommen im Norden in Wahrheit Vorkommen an magnetischem Gestein wären. So etwas wurde im Mittelalter ernsthaft von einigen Gelehrten angenommen und kennen wir aktuell eher aus Michael-Ende-Romanen. Echte Magnetfelsen gibt es im Odenwald. Das Verhalten dieses echten Magnetberges zeigt allerdings auch hier ein kleines Problem, um die Ausrichtung von Kompassnadeln zu erklären “In der Nähe der Felsen wird unregelmäßig einmal der positive, ein andermal der negative Pol der Magnetnadel angezogen“. Magnete sind normalerweise Dipole. Nord- und Südpol treten also immer paarweise auf. Wo das eine ist, ist das andere normalerweise nicht weit. In so einem Szenario hätten wir also im Norden sowohl einen Nord- als auch einen Südpol.

Mal ganz abgesehen davon, dass die Galileo-Redaktion anscheinend die Hälfte der Welt völlig ignoriert:

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Südhalbkugel? Gibt es die überhaupt?

Da die elektromagnetische Kraft mit dem Abstand zum Quadrat abnimmt, sollten Kompassnadeln nach deren Hypothese zum Süden hin immer unzuverlässiger werden. Ein Wunder, dass die Leute vor dem GPS-Zeitalter Australien wiedergefunden haben.

Aber wie gesagt: Die Kompassnadel richtet sich immer entlang von Magnetfeldlinien aus. Und wenn wir die Ausrichtung der Kompassnadeln auf der Welt ansehen und mit dem folgenden vergleichen, dann sehen wir eine große Ähnlichkeit:

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Die Erde selbst ist ein riesiger Magnet. Sein Feld sieht von außen so aus, wie das eines Stabmagneten. Inzwischen wissen wir, dass durch die Erde keine Magnetachse durchgeht. Sie ist aufgrund eines Dynamoeffektes magnetisch. Tief unten – im äußeren Erdkern – fließt flüssiges (1) elektrisch leitendes Material. Heiß genug dafür ist es. Das alleine reicht aber nicht. Was wir wirklich brauchen, ist ein Fluss von Ladungsträgern. Sonst könnten wir auch ein Stück Draht durch die Gegend schmeißen, um ein Magnetfeld zu erzeugen.

Hatte ich nicht eben gesagt, dass es da unten heiß ist? Was passiert mit Zeugs, wenn es nur heiß genug ist? Was ist noch mal der 4. Aggregatzustand? Plasma! Wenn genug Hitze zugeführt wird, dann reißt es selbst die Atome auseinander und wir haben elektrisch geladene Atombruchstücke (Ionen) und Elektronen rumfliegen. Elektrische Ladungsträger? Bewegung durch fließendes Material? Jetzt erst haben wir alle Zutaten für ein induziertes Magnetfeld zusammen.

Da das mit dem wabbernden Zeug im Inneren der Erde und der Erdrotation ziemlich dynamisch und auch etwas metastabil ist, wandern diese magnetischen Pole sogar im Laufe der Zeit. Im Moment wandert der magnetische Nordpol 64 km pro Jahr in Richtung Russland. (2)

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Bild
Allerdings scheinen die magnetischen Pole bei ihrer Wanderung nicht gerade zielstrebig zu sein. Oder ziemlich besoffen.

Auch ist das Feld nicht komplett regelmäßig, sondern bildet im Südatlantik eine Art Delle: die Südatlantische Anomalie.

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Bild: Magnetfeld-Karte der Erde. Über Südamerika liegt ein Schwachpunkt.

Die betrifft mich ab und an sogar persönlich. Denn diese Delle ist ein Schwachpunkt im magnetischen Schutzschild der Erde und erdgebundene Satelliten wie z.B. CoRoT werden hier eher mal von Ladungsträger aus dem All getroffen. Was wir dann als Störung in den Daten sehen. Ach und zwischendurch klappt das Magnetfeld sogar komplett um: Der magnetische Nord- wird zum Südpol und umgekehrt. Das passiert alle 250 000 Jahre mal. Seit dem Untergang der Dinosaurier vor etwa 65 Millionen Jahren also etwa 260 mal. Hat es in dieser Zeit 260mal globalen Tod und Zerstörung gegeben? Ist die Erde wüst und leer? Warum auch? Das Umklappen ist nicht gefährlich.

Weil die Erde gleich doppelt geschützt ist. Neben einem magnetischen Schutzschild gibt es da noch einen Airbag. Unsere Atmosphäre ist ziemlich gut darin, schädliche Strahlung von uns fernzuhalten. Gefährlich könnte es aber längerfristig werden – in Millionen und Milliarden Jahren – , wenn das Magnetfeld komplett ausfallen sollte. Dann wird der Sonnenwind – also geladene Teilchen und Strahlung von der Sonne – unsere Lufthülle, also den schützenden Airbag, nach und nach erodieren und mit sich hinweg tragen. Wie es dem Mars wohl passiert ist, als sein Innerstes so weit erkaltete, dass es nicht mehr flüssig genug war, um einen Dynamo am Laufen zu halten. Aber der Mars hat nur den halben Durchmesser der Erde. Kleinere Körper kühlen schneller aus als größere. Weswegen z.B. Babys im bevorstehenden Winter immer in dicke Klamotten gepackt werden. Während Erwachsene relativ luftig rumlaufen können. (3)

Der Erde als größerer und damit nicht von Auskühlung bedrohter Körper steht dieses Schicksal also nicht bevor. Eher das Gegenteil. Vorher (also in etwa 5 Milliarden Jahren) wird die Sonne eher zum Roten Riesen, bläht sich auf und schluckt entweder die Erde oder grillt alles. Wie auch immer: Es wird sehr unerfreulich werden. Panik 111!!!

Allerdings mit der richtigen Gesellschaft, vom richtigen Aussichtspunkt aus und geschützt durch Kraftfelder könnte das Ende der Welt ein denkwürdiges Spektakel bieten:

Ich finde es immer wieder klasse, wie es Doctor Who gelingt die Science mit der Fiction zu verheiraten.

via Bildblog.
—–
(1) Woher wissen wir das mit dem flüssigen äußeren Erdkern? Aufgrund von Seismik.
(2) Eigentlich geschickt von den Russen. Statt die Hand nach dem Nordpol auszustrecken, um an die Rohstoffe zu kommen, haben die am Kreml einen riesigen Magneten installiert und ziehen jetzt Galileos sagenhafte Eisenvorkommen im Norden nach Hause. Wie war das noch mal mit dem Propheten und dem Berg?

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(3) Warum Kinder allerdings immer genau dann auf Toilette müssen, wenn Mama oder Papa gerade damit fertig geworden sind, die äußerste Zwiebelschale draufzupellen, wird wohl auf ewig ein Mysterium bleiben.

Kommentare (40)

  1. #1 Randifan
    Oktober 7, 2010

    Von solchen Sendungen darf keiner zuviel erwarten, sie sollen unterhalten und keine wissenschaftlichen Vorträge halten. Aber wenn dort solche peinlichen Fehler passieren, dann haben wir alle noch etwas zu lachen.

  2. #2 Fabian
    Oktober 7, 2010

    Naja aber so extrem an der Wirklichkeit vorbei sollten sie schon nicht sein.

  3. #3 Advocatus Diaboli
    Oktober 7, 2010

    Gut, ich bin kein Naturwissenschaftler und deswegen sehe ich das nicht so eng, wenn hier und da mal ne kleine ungenauigkeit auftritt oder ein Sachverhalt irgendwo mal wieder etwas zu vereinfacht wird. Geschenkt.

    Aber das hier? Riesige Eisenberge? Am Nordpol….? Das kommt davon, wenn man den Praktikanten die Arbeit machen lässt.

  4. #4 Grundumsatz
    Oktober 7, 2010

    Und ich dachte immer, man verpackt Babys extra dick, damit sie besonders niedlich aussehen. Wieder was gelernt.

  5. #5 marco
    Oktober 7, 2010

    Naja wenn bei Gallileo Themen behandelt werden bei denen ich mich auskenne muss ich oft feststellen, das die Erklärungen grob unvollständig und oft auch einfach nur falsch sind. Wenn dann über etwas berichtet wird von dem ich keine Ahnung habe muss ich doch leider auch davon ausgehen das es genau so schlecht ist, oder?

  6. #6 pascal
    Oktober 7, 2010

    Könnte jemand die Galileo-Stelle rippen und auf YouTube laden? (mein Versuch schlug leider fehl, kein Ton)

  7. #7 Gunnar
    Oktober 7, 2010

    OH Mein Lyell!!

    Wie kann ein ein Redakteur nur so strunzdumm sein! Gab es bei Pr7 wirklich niemanden, der von dem Thema wenigstens ein bisschen Ahnung hat?

  8. #8 Ludmila
    Oktober 7, 2010

    @Gunnar: Du meinst den Lyell oder? http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Lyell

  9. #9 Gunnar
    Oktober 7, 2010

    @ Ludmila, klar meine ich den! ^^

  10. #10 Ole Sumfleth
    Oktober 7, 2010

    Verdammt, ich wollte das auch verbloggen ^^

  11. #11 noch'n Flo
    Oktober 7, 2010

    Hatte die Sendung Montag nebenbei laufen, während ich gerade meinen kleinen Sohn gefüttert habe. Erst habe ich gar nicht so genau hingehört, aber dann stutzte ich plötzlich und liess das Programm zurücklaufen (internet-basiertes Digital-TV ist wirklich ‘ne feine Sache!).
    Ich habe mir die Stelle dann wieder angesehen und dachte erst: “Ist das jetzt irgendeine sensationelle physikalische Neuentdeckung?” Bis mir dann klar wurde: “Nein, hier hat mal wieder ein Redakteur ein halbes Dutzend unvollständiger Fetzen längst vermoderten Schulwissens zu einer ganz persönlichen “wissenschaftlichen Erklärung” zusammengeschustert und es irgendwie nicht hinbekommen, in der Jugendzeit gelesene SciFi- und Fantasy-Romane wirksam auszublenden.”

    Facepalm!

    Aber umso schöner fand ich dann ja, wie man sich so arrogant über das fehlende Basiswissen der Probanden lustig gemacht hat. Yes! Aus einem Meter Entfernung den Ball mit voller Wucht im eigenen Tor versenkt.

    Double-Facepalm!

    Aber mal ehrlich: erwartet noch irgend jemand, auf Privatsendern seriöse wissenschaftliche Beiträge zu finden?

  12. #12 Gunnar
    Oktober 7, 2010

    @Ole, was hindert dich daran? Entweder kurz mit Verweis auf Ludmilas Blog oder du suchst dir einen etwas anderen Aspekt und zerpflückst das ebenfalls. So etwas kann eigentlich nicht oft genug durchgekaut werden. Vielleicht lernt ja der eine oder andere verantwortliche Redakteur auch was dabei

  13. #13 MisterX
    Oktober 7, 2010

    “Aber der Mars hat nur den halben Durchmesser der Erde. Kleinere Körper kühlen schneller aus als größere. Weswegen z.B. Babys im bevorstehenden Winter immer in dicke Klamotten gepackt werden. Während Erwachsene relativ luftig rumlaufen können”

    lustiger vergleich :D, epic !!!^.^

    Guter Artikel !

    gruss

  14. #14 Kuchlbacher Rudolf
    Oktober 8, 2010

    @ obiges Bild
    “Im Moment wandert der magnetische Nordpol 64 km pro Jahr in Richtung Russland”

    Hier müsste es doch heißen “magnetischer Südpol” oder “arktischer Magnetpol”, oder?

  15. #15 Ludmila
    Oktober 8, 2010

    @Rudolf: Jein.

    Die gängige Bezeichnung ist immer noch magnetischer Nordpol. Sie sehen es z.B. in der einen Grafik im Text, die ich von nem Institut in Palomar hab. “wandering path of magnetic north”.

    Oder hier von der NASA unter der Beschriftung eines Bildes. An oval of glowing green light in Earth’s upper atmosphere encircles the magnetic North Pole. Credit: NASA/Polar

    Auch in Publikationen wie z.B. dieser hier heißt es “magnetischer Nordpol”.

    Es gäbe zwar Gründe, den magnetischen Pol im Norden magnetischer Südpol oder arktischer Pol zu nennen, aber als man das merkte, war es schon reichlich spät und ich halte es selbst auch für keine gute Idee die Bezeichnung zu ändern. Aber dazu gleich mehr.

    Ich scheue mich jetzt zu sagen, dass der Pol im Norden physikalisch gesehen ein Südpol sein müsste, weil es mit Physik eigentlich nichts zu tun hat. Es hat eigentlich rein historische Gründe, weil die Leute damals etwas benannt haben, von dem sie nicht wussten, wie es funktionierte. Sie haben halt damals gesagt “dieser Teil der Nadel zeigt nach Norden, also nenn ich das jetzt Nordpol des Kompass”. Dass daraus nach heutigem Wissen folgt, dass das im Norden aber dann ein magnetischer Südpol sein muss, ist halt dumm gelaufen. Eigentlich wäre es physikalisch gesehen sinnvoller für die geographischen magnetische Pole Nord und Süd als Orts-Bezeichnung zu behalten, egal wie die Feldlinien orientiert sind, und sich stattdessen eine ganz andere Bezeichnung für die physikalischen Start und Endpunkte von magnetischen Feldlinien zu überlegen. Meinetwegen + und -. Oder Alpha und Omega. Oder was auch immer. Aber das ist wohl nur sehr schwer zu machen.

    Letztendlich hat man sich aus verschiedenen Gründen dazu entschlossen die “falsche” Bezeichnung beizubehalten. Fachleute und Leute mit physikalischem Grundwissen kennen den Witz bzw. können sich den erarbeiten. Für Laien allerdings wäre es sehr sehr verwirrend, wenn wir auf einmal den magnetischen Pol im Norden als Südpol bezeichnen würden. Es nützt auch nix sich damit zu behelfen, dass Ding arktischer Magnetpol zu benennen, weil für Laien der Begriff “arktisch” ein Fachwort und damit eine Verständnisbarriere darstellt. Viele Leute wissen noch nicht mal welcher Teil der Welt die Arktis und welcher die Antarktis ist. Der Begriff ist nicht geläufig genug. Mal ganz abgesehen von dem Problem, dass dann ältere Literatur auf einmal “falsche” Bezeichnungen beinhalten würde, was bei Literaturrecherchen von Journalisten und Schülern zusätzlich für Verwirrung sorgen würde.

    Ähnliches gilt für z.B. die technische Stromrichtung. Die Bezeichnung + und – auf jedem elektrischen Gerät in Ihrem Haushalt ist streng genommen “falsch”. Weil man bei der Benennung nicht wusste, was Strom eigentlich ist.

    Oder die Bezeichnung planetarischer Nebel. Hat mit Planeten nix zu tun. Wissen wir heute.

    Oder denken Sie daran, was los war, als Astronomen und Planetologen es wagten den Begriff “Planeten” anders zu definieren, um es an das bestehende Wissen anzupassen. Wenn der Leidensdruck nicht sehr groß ist, dann tut sich das keiner an. Bei den Astronomen/Planetologen war es die Aussicht nach der Entdeckung größerer Objekte im Kuipergürtel dutzende “Planeten” im Sonnensystem zu haben.

  16. #16 Kuchlbacher Rudolf
    Oktober 8, 2010

    @Ludmilla

    Danke für die Antwort! Ich kann allerdings nur festhalten, dass die Schüler in meinem Physikunterricht kein allzu großes Problem darin sehen… natürlich erkläre ich ihnen genau diese Hintergründe (historische “Fehl”bezeichnung – auch die der technischen Stromrichtung), benenne dann aber die Pole halt mit “geographisch”, bzw. “magnetisch” – und wenn man da sauber drauf achtet ist keiner mehr verwirrt….

  17. #17 Florian Freistetter
    Oktober 8, 2010

    @Ole: “Verdammt, ich wollte das auch verbloggen ^^

    Einfach Galileo schauen – da findet sich immer was. Ich erinnere mich noch an den schönen Satz “Dank Galileo Galilei wissen wir, dass die Erde keine Scheibe ist”…

  18. #18 Ludmila
    Oktober 8, 2010

    @Kuchlbacher Rudolf
    Wenn ein kompetenter Didaktiker/ eine kompetente Didaktikerin daneben steht, dann geht das sicherlich. Aber wir als Wissenschaftlerinnen müssen eben auch zu Menschen reden, die dieses Glück nicht haben bzw. die Zeit dafür nicht haben bzw. auch damit gar nicht behelligt werden wollen. Du musst (ich wechsle mal wenn ich darf) Deine Schülerinnen wohl oder übel drauf vorbereiten, dass es in der Regel immer noch magnetischer Nordpol heißt.

    Wie gesagt. Ich finde es physikalisch viel unsinniger, dass ein Stabmagnet auf dem Tisch für seine beiden Enden Ortsbezeichnungen trägt.

  19. #19 Kuchlbacher Rudolf
    Oktober 8, 2010

    @Ludmilla

    Naja… neben mir steht dann zwar niemand anderes mehr, aber ich fühl mich jetzt mal selbst angesprochen – danke 😉
    Das mit den Ortsbezeichnungen ist da schon eher ein Problem (wenn man denn so genau auf Begriffe und deren tatsächliche Bedeutung eingeht)… kann man aber auch umgehen in dem man im Umgang mit Magnetfeldern nur noch von “magnetisch Nord” bzw. “magnetisch Süd” spricht…

    Danke jedenfalls für den interessanten Beitrag – werd das mit den Eisenbergen jetzt gleich mal im Unterricht ansprechen…

  20. #20 Michael Krüger
    Oktober 8, 2010

    Erstveröffentlichung

    Und Galileo rotiert im Grab immer nach Süden

    http://www.bildblog.de/23262/und-galileo-rotiert-im-grab-immer-nach-sueden/
    Leute die lesen können, können im Text oben die Zeile “via Bildblog” inklusive des Verweises auf eben diesen Artikel entdecken. Und wenn ich’s mir recht überlege, dann bin ich ziemlich sicher, dass ich Sie vor Jahren hier schon mal rausgeworfen habe. Also Tschüss!

  21. #21 noch'n Flo
    Oktober 8, 2010

    Warum eigentlich die Moderation des Komentars? War der so schlimm?

    Übrigens finde ich den letzten Satz im BILDblog-Eintrag ziemlich witzig.

  22. #22 inga
    Oktober 8, 2010

    Also nee, _das_ kann man noch nicht mal mit der Praktikantenausrede erklären.

  23. #23 fj
    Oktober 9, 2010

    Danke für den umfangreichen Artikel. Es ist schön, daß so eine Entgleisung wenigstens als Aufhänger für einen guten Artikel dienen kann.

    zu (3): wenn man die Kinder schön warm einpackt, erhöht sich wohl die Kerntemperatur. Flüssigkeiten dehnen sich mit steigender Temperatur aus, folglich Druckanstieg in der Blase…

    @Ole, Gunnar, Florian: ich rieche eine Verschwörung – gibt’s bald ein Blog „Galileo-Highlight des Tages“? 😉

  24. #24 affenjunge
    Oktober 13, 2010

    Und ich dachte immer, Kompasse würden wie folgt funktionieren:

    http://media.tumblr.com/tumblr_l29mv6v7oa1qb25dg.jpg

    😉

  25. #25 H.M.Voynich
    Oktober 15, 2010

    Ich würde gern mal wissen, wieviele Leute an so einer Sache beteiligt sind.
    Einer denkt sich den Text aus, einer liest ihn vor, einer malt das Bild, einer hält die Kamera drauf, ein Redakteur gibt es frei – und keiner merkt was?

  26. #26 Arne
    Oktober 15, 2010

    Bisher musste ich bei “Galileo” immer an eine Folge denken, in der sie den Zuschauern weismachen wollten, dass 1 Liter Cola drei Pfund Zucker enthält (in Wahrheit “nur” ca. 120g), aber die arktischen Eisenberge sind noch viel lustiger. Weitere Abstrusitäten aus der Fantasie der “Infotainer” findet man übrigens hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_(Fernsehsendung)#Fachliche_Qualit.C3.A4t

    Und, um ehrlich zu sein, finde ich Beiträge über die Herstellung bekannter Produkte sogar interessant, aber aufgrund der unkritischen Berichterstattung durch Galileo müsste bei solchen Folgen eigentlich “Dauerwerbesendung” eingeblendet werden.

    @affenjunge: Ist das nicht die sogenannte Stringtheorie?

  27. #27 Mr.T
    Oktober 19, 2010

    Das traurige ist, dass Galileo früher wirklich toll war. Ich frage mich wirklich woher dieser Qualitätsverlust kommt.

    Aber dank der Sendung wurde das erste wirklich funktionierende Perpetuum Mobile erfunden.
    http://www.lachschon.de/item/87087-das_bild_mit_der_maus/

  28. #28 BK
    Oktober 21, 2010

    Galileo hatte noch nie auch nur annähernd das Niveau anderer Wissenschaftssendungen wie etwa nano oder Abenteuer Forschung. Trotzdem ist das hier der Abschuss. Hatte das selbst gesehen und ließ mich dazu verleiten, Pro7 eine böse e-mail zu schreiben. Die Antwort:
    In Ihrer E-Mail beziehen Sie sich auf einen Beitrag vom 4.10.2010, in dem die Ausrichtung einer Kompassnadel nach Norden beschrieben wird.

    Leider ist uns bei dem Versuch, das komplexe Thema zu verkürzen und vereinfacht darzustellen, ein inhaltlicher Fehler unterlaufen.

    Insofern ist Ihre Kritik berechtigt.

    Äh……NOT…..rofl…bwuahahahaha und so weiter. Ja nee, is klar.

  29. #29 heinzi
    Oktober 22, 2010

    ich hab bei google nach “was würde mr t dazu sagen” gesucht und komm hier auf diese eigenartige homepage wo ganz was anderes steht… frechheit sowos…. sollte bestraft werden -.-‘

  30. #30 Plumtree
    November 27, 2010

    Vielen Dank für die profunde Verbesserung.
    Aber nützen wird’s wohl nix. Demnächst wird Galileo uns sicher auch erklären, dass dieses tieffrequente Brummen, dass manche Menschen (angeblich) wahrnehmen von der sich drehenden Erdachse stammt :-)

  31. #31 S.S.T.
    November 28, 2010

    @Plumtree

    Der kürzliche Versuch die Erdachse zu ölen fand leider mehr in der Äquatorgegend statt und war daher von vorherein zum Scheitern verurteilt.

  32. #32 perk
    Dezember 1, 2010

    @ s.s.t. dafür wurde cthulhu dabei befreit und konnte die hippies beim burning man festival vernichten..

  33. #33 DIrk
    Dezember 7, 2010

    Hier was schönes von heute (aus dem Tablet-Test)
    http://dl.dropbox.com/u/654527/touchscreen_x264.mp4

    Wer kennt es nicht, das KAPITATIVE touchscreen….

  34. #34 jonas
    November 1, 2011

    Leute,Leute
    BIG PICTURE ist ja cool aber ich will etwas über Sex wissen,Ich muss mein Kind aufklären.Vieleicht gibt es ein Viedeo oder so,
    z.B.wie ist die Scheide und der Penis gebaut?,wie gleitet der Penis in die Scheide?oder eine Nahaufname von einem Penis,Scheide.
    TUT MIR LEID ABER …………….

  35. #35 michael
    November 3, 2011

    Pfui, ist das hier vielleicht http://www.ferkel.de ?

  36. #36 Ga Li Leo
    Nordpol
    August 15, 2014

    Auf vielen Portalen ist das Video nicht mehr zu finden, wie schade eigentlich…
    Eine Quelle gibt es noch: http://www.ovguide.com/video/galileos-mystische-eisenberge-922ca39ce10036bafd118aeea8102888

  37. #37 Ga Li Leo
    Nordpol
    August 15, 2014

    Nach der Löschung bei Youtube findet sich eine Version noch hier:
    http://www.ovguide.com/video/galileos-mystische-eisenberge-922ca39ce10036bafd118aeea8102888

  38. #38 rolak
    August 18, 2014

    Schönen Dank für den Hinweis, Ga Li Leo.

  39. #39 Frank Altpeter
    Hamburg
    Juli 29, 2015

    Die neuesten Quellen sind auch tot – offensichtlich wird versucht, diesen Beweis galileischer Dummheit systematisch im Netz zu vernichten…

  40. #40 rolak
    Juli 29, 2015

    moin Frank, starke Schlußfolgerung,insbesondere da ein schnell gesuchmaschintes “galileo eisenberge” als ersten Treffer den abspielbaren clip aufspießte.