Ich bin ein Arbeiterkind. Mein Vater war Feinblechner. Er fing mit 14 Jahren seine Lehre an und schnitt dort die ersten Jahre mit einer Metallzange Millimeterbleche. Tagein, Tagaus. Seine Hände waren wie Schraubstöcke. Noch sein letzter Händedruck auf seinem Todesbett (sagt man das noch?) war fester als alles was ich je im Leben hinkriegen werde. Meine Mutter hat in der Kneipe meiner Groszeltern gearbeitet. In dieser Ruhrgebietskneipe bin ich grossgeworden und habe meine Schulaufgaben zwischen rauchenden und trinkenden Arbeitern des Bochumer Vereins gemacht. Wenn einer zum Pinkeln ging, durfte ich immer das Chemie oder Englischbuch weglegen und das Skatblatt übernehmen, bis er zurückkam.

Ich habe mein Physikstudium an der Arbeiter-Uni schlechthin gemacht, der Ruhr-Uni Bochum. Gebaut in den goldenen 60/70er Jahre war sie der in Beton gegossene, sozialdemokratische Traum des sozialen Aufstiegs der Facharbeitermassen. Mittlerweile wissen wir, dass es ein Traum blieb. In kaum einem anderen europäischen Land bleiben die bildungsnahen und ökonomisch besser gestellten Schichten so sehr unter sich, wie sie es in Deutschland tun. Immer könnte es noch schlimmer kommen, aber gerade mir, als einem sozialdemokratischen Posterboy des gesellschaftlichen Aufstiegs durch Bildung, ballt sich immer die Faust in der Tasche zusammen, wenn mal wieder in der Studiengebühren-Diskussion der Status-Quo verteidigt wird. Alles prima, Hauptsache die Studiengebühren sind weg. In Wirklichkeit ist dieser Status Quo ein gesellschaftspolitisches Desaster. Per Steuern lassen sich die Studienräte, Ärzte und Ingenieure des Landes die Ausbildung ihrer Kinder von der Arbeiterklasse bezahlen, so einfach ist das. Selbst ein angesichts der Gesamtkosten des Ausbildungssystems eher symbolischer Beitrag von ein paar Hundert Euros an Studiengebühren pro Semester ist den meisten zuviel, und gerade die linken Studienvertreter kämpften verbissen dagegen an. “Bildung soll kein Luxusgut werden, das sich nur noch die Kinder der Begüterten leisten können”; als wenn das nicht längst so ist. Was spricht eigentlich dagegen, dass die zukünftige, gutbezahlte Elite des Landes einen winzigen Teil ihrer Ausbildung selbst bezahlt? Ganz bestimmt nicht ein wie auch immer definiertes Verständnis von sozialer Gerechtigkeit.

Diese Diskussion ist natürlich längst tot und absolut jedes Argument ist sicher schon 100mal angebracht worden. Tatsächlich ist die mittlerweile parteiübergreifende Ablehnung der Studiengebühren vergleichbar mit der der Kernkraft in Deutschland. Jenseits jeden noch möglichen Arguments ist sich die gesamte Parteienlandschaft mittlerweile einig: Die Studiengebührendebatte, eine Art sozialpolitische Kernkraftdiskussion. Keiner weiss mehr genau warum, aber die Nation ist sich einig.

Zum jetzigen, endgültigen Abschied von der Studiengebühr im letzten deutschen Bundesland, Bayern, nur noch ein letzter Punkt: Was nichts kostet, ist nichts wert und wird auch so behandelt. Man mag das aus einer ganzen Reihe von Gründen beklagen, man mag eine bessere Gesellschaft einfordern, in der das nicht so ist. Für den Augenblick leben wir aber mal in dieser. Der Status von universitärer Bildung lässt sich an nichts besser ablesen als an den Curricula Vitae deutscher Politiker, in der der durch copy/paste erarbeitete Doktor eine ähnliche Rolle spielt wie die Putten in einer bayrischen Barockkirche: dekoratives Beiwerk.

Ich selbst habe immer immer nur Graduierten- oder summer school-Kurse über eine Woche an verschiedenen Universitäten gegeben. Die Studenten waren da aus mehr oder minder eigenem Willen und meine schlechten Erfahrungen mit studentischem Desinteresse und Gleichgültigkeit sind fast inexistent. Es ist eher meine Frau mit Ihren Butter-und-Brot Vorlesungen in Pflanzenphysiologie und mit den von ihr organisierten Praktika, die mir die schlimmsten Geschichten erzählt. Die Hälfte der Studis sitzt da und stört. Immer. So ist das. Wenn sie ihren Mund hielten, wäre es noch nichtmals so schlimm. Aber so sabbeln sie die ganze Zeit vor sich hin und meine Frau schreit die Erklärungen zur Photosynthese tapfer heraus, bis die Stimme versagt. Es ist nicht nur “studentische Lebensart”, die sich da so auslebt, es ist die logische Konsequenz unser aller Missachtung einer Sache, die universitäre Ausbildung, die nichts wert ist. Die abstrakte gesellschaftliche Anstrengung für ein qualitativ gutes Bildungssystems für alle mit seinen gewaltigen Kosten bedeutet nichts. Erst wenn man jedes Semester eine nicht zu kleine Summe abdrücken muss, begreift man, woran man da eigentlich teilnehmen darf. Und nicht nur die Studenten begreifen das erst dann, auch die Professoren. Der deutlich direktere Zugang US-amerikanischer Studenten zu ihren Profs liegt nicht zuletzt daran: Verdammt, sie haben das Gehalt von dem Typen da bezahlt. Also soll er auch zuhöhren, wenn es Probleme gibt.

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Kommentare (52)

  1. #1 MartinB
    März 1, 2013

    “Erst wenn man jedes Semester eine nicht zu kleine Summe abdrücken muss, begreift man eigentlich, woran man da eigentlich teilnehmen darf. ”
    Meine Erfahrung ist eher die gegentellige: Mit den Studiengebühren steigt das Anspruchsdenken – “wieso bietet die Uni nicht X, ich zahle doch Studiengebühren”, habe ich nicht eben selten gehört (und dabei wurde dann meist auch noch verkannt, dass “X” etwas war, das aus Studiengebühren gar nicht finanzeirt werden durfte).

    Trotzdem sind hier in Braunschweig insgesamt viele sinnvolle Dinge aus Studiengebühren bezahlt worden.

  2. #2 Klimarealist
    März 1, 2013

    Ist Planzenphysiologie nicht “Pflichtfach” für angehende Biologen / Botaniker, die eigentlich ganz andere Interessen haben ?

  3. #3 Klimarealist
    März 1, 2013

    btw – ist der Nultsch noch aktuell ?

  4. #4 Fliegenschubser
    März 1, 2013

    Ich habe oft den Eindruck, dass die zu Recht kritisierte Ignoranz etlicher Studenten eher an Desinteresse liegt. Um nun zu verhindern, dass Leute studieren, die es eigentlich nicht wirklich wollen, könnte man nun finanzielle Hürden einbauen. Allerdings hält das auch nicht verzogene Sprosslinge wohlhabender Eltern fern. Ich würde die Zugangsbedingenungen erschweren und die Anzahl der Studienplätze reduzieren. Das sollte dazu führen, dass weniger Leute nur aus Langeweile studieren. Wenn die Uni sagt: “Wir nehmen pro Jahr 50 Studenten in diesem Fach auf. Punkt.” ,dann werden eben die besten 50 genommen und der Rest hat Pech. Das sollte viele Uninteressierte herausfiltern. Gleichzeitig sollte über Klausuren oder ähnliche Leistungsnachweise im ersten Studienjahr eine Art “Nachfilterung” sichergestellt werden, denn die Abiturnoten sagen natürlich auch nicht alles.

  5. #5 Georg Hoffmann
    März 1, 2013

    @MartinB
    “Meine Erfahrung ist eher die gegentellige: ”
    Bin nicht ganz sicher, warum das eine gegenteilige Erfahrung ist.
    “Mit den Studiengebühren steigt das Anspruchsdenken ”
    Und so soll es auch sein.

  6. #6 Jakob B.
    März 1, 2013

    “meine Eltern hätten das verstanden und sie hätten sie auch bezahlt.”
    Herzlichen Glückwunsch zu diesen Eltern. Meine Freundin kommt nicht nur aus einem bildungsfernen Haushalt, sondern aus einem bildungsfeindlichen. Sie ist zu mir gezogen und geht nun auf eine Bayrische Uni, ca. 80km entfernt. Bis sie das erstmal Bafög ausbezahlt bekam dauerte es über 4 Monate, auch deshalb weil die Eltern sich quer stellten beim Ausfüllen der Anträge. Die nötigen Bahntickets kosten 300€/Monat. Studiengebühren fast 100€. Bleiben keine 300€ für Miete, Nebenkosten, Bücher und Essen. Wenn ich sie nicht massiv unterstützen würde hätte sie ihr Studium schon lange aufgegeben oder wär verhungert. Ich erinnere mich spontan an fünf ehemalige Kommilitonen die aus ähnlichen Gründen ihr Studium aufgaben. Alle aus finanzschwachen Familien oder Migranten der ersten Generation (2 Iraker).

    Ich selbst bin Ingenieur und habe damals keine Studiengebühren bezahlt. Der Unterschied zwischen Netto und Bruttogehalt liegt bei ca. 25000€, ich zahle im Sinne einer Generationengerechtigkeit also das Studium anderer, genauso wie mir meins gezahlt wurde. Ich denke auch, dass ich noch viel mehr Steuern zahlen müsste. Kein Kinderloser braucht 3000€ im Monat und es gibt viele wichtige Dinge zu finanzieren und zu unterstützen.
    Es soll doch gar nicht der Bäcker die Studenten finanzieren, das können die gut verdienenden Akademiker machen. Es ist einfach fairer die Menschen dann zur Kasse zu bitten wenn sie fest im Leben stehen, eine gewisse Sicherheit haben und nicht von der Willkür ihrer Eltern abhängig sind.

    Das heisst nicht, dass ich komplett gegen Studiengebühren bin, ich bin da nicht ideologisch. Meiner Freundin würde z.B. ein um 100€ günstigeres Bahnticket für Studenten genauso helfen. Ausreichend WG-Zimmer für Studenten in München für unter 30€ pro Monat und qm wären auch nicht schlecht.

  7. #7 Thomas Kaba
    März 1, 2013

    Generationen vor uns konnten ein kostenloses Studium geniessen. Die Gesellschaft profitiert davon, wenn wir Ingenieure, Natur- und Geisteswissenschaftler und Ärzte haben, die das Denken übernehmen.

    Wenn etwas, was nichts kostet, nichts wert sein soll, kann ein Schuh draus werden. Verlangen wir auch von den Eltern Geld für den Schulbesuch ihrer Kinder. Denn was ja nichts kostet, ist auch nichts wert. Demnach ist auch mein Abitur nichts wert.

    Wieviel haben Sie für Ihr Studium bezahlt? Wenn es nicht 500 Euro pro Semester gewesen sind, umgerechnet 1000 DM pro Halbjahr, saufen Sie Wasser, während Sie Wein predigen.

    Und das Argument, dass Krankenschwestern die Ausbildung ihres Chefarztes bezahlen hat einen so langen Bart, wie sie falsch ist.

  8. #8 Spoing
    März 1, 2013

    Da spricht mir der Georg Hoffmann aus der Seele.
    Ich studiere in Hannover (aktuell 850€ pro Semester) und bin in ca. 2 Jahren fertig. (Dann 13 Semester) ich war somit nicht der schnellste und habe genau die Zeit der Studiengebühren mitgenommen.(Werden wahrscheinlich ende 2014 abgeschafft) Trotzdem lehne ich diese Gebühr nicht komplett ab!
    Mir ging die Einstellung mancher Kommilitonen gewaltig auf den Senkel. Da gab es Proteste weil ein Studiengang mit 4(!) verbliebenen Teilnehmern eingestellt werden sollte. (Diese durften natürlich noch ihren Abschluss machen, aber es gab halt keine Neuaufnahmen). Oder extra Reinigungskräfte mussten eingestellt werden, weil die ihren eigenen Müll nicht wegräumen können. (Ganz zu schweigen von dem was in den Besetzten Hörsälen abging. Das hatte Facebookpartycharakter!)

    Bildung muss nicht unbedingt Ökonomisch sein. Dafür ist der Wert von Bildung einfach zu schwer zu bemessen. Aber sie darf Ökonomie auch nicht ausklammern!
    Und gerade Studenten (je sozialer sie sich geben, desto schlimmer ist es meistens) wissen oftmals gar nicht, wie sehr sie der Gesellschaft auf der Tasche liegen!

    Mein Vorschlag wäre: Jede Uni muss die Kosten für den Studiengang errechnen*1 und daraus ergibt sich dann ein Bundesweiter Durchschnitt.(Sicher nicht das einfachste, aber intern wird es solche Kalkulationen ja bestimmt geben.)
    Diese Kosten werden an den Studenten weiter gegeben. Jeder bekommt dann diese Summe plus dem was man zum Leben braucht über Bafög (Das kann auch direkt über das Amt geschehen, so das der Student weder das Geld noch den Papierkram in der Hand hat). Die Rückzahlung dieses imensen Schuldenberges bemisst sich dann an dem Verdienst der nächsten 10 Jahre.*2 (5% über Extrasteuer für alles was über 2000€ Monatseinkommen geht oder irgend ein anderes Konzept entwickeln).
    Wer auf diesen Kredit verzichten will, der kann während des Studiums auch selber für die Kosten aufkommen. Gerade bei Kindern reicher Leute wird das öfter der Fall sein. (Die Kinder von Ärzten sind ja nicht selten im Ausland, um die hiesige Wartezeit zu umgehen. Das ist den Eltern ja auch einiges Wert.)
    Nach den zehn Jahren verfällt dieser “Sonderschuldenberg” ungeachtet der verbleibenden Höhe.

    *1 Hier könnte man auch, durch Förderung aus der Wirtschaft, nachgefragte Studiengänge verbilligen wenn Firmen über einen zentralen Topf investieren können.

    *2 gerade für Leute, welche Selbstständig werden oder ins Ausland gehen müsste man natürlich noch Möglichkeiten erschaffen. Wobei man auch letztere nicht unbedingt zu billig weg kommen lassen muss. Wir müssen hier ja keine Ings Ausbilden, damit sie in Amerika von günstigen Steuern profitieren können. Bei selbstständigen ist es natürlich schwieriger, da das wirkliche Einkommen schwer ermittelbar ist, aber auch da sollte es machbare Lösungen geben.

    Die Vorteile wäre einfach: Jeder kann studieren. Eine Vereinfachung der Bafögregel.
    Und! Die Kosten der Studiengänge sind Transparent. Wenn ein Studiengang, aufgrund geringer Teilnehmerzahlen oder teuren Gerätes Unsummen verschwendet dann soll der Student das auch wissen.

    Der Nachteil, wenn es klar ist was was kostet, kann dies zu Populismus im politischen führen. (Die Gemeinsamkeiten zu HannoverGEN (Eintrag bei Florian im Nachbarblog) liegen da auf der Hand) Auch dürfte die Umstellung alles andere als eine Kleinigkeit werden.

  9. #9 Georg Hoffmann
    März 1, 2013

    @kaba
    Sigh.
    In jedem Fall predigt man Wasser und trinkt Wein und nicht umgekehrt.

  10. #10 Spoing
    März 1, 2013

    @Thomas Kaba:
    “Wenn etwas, was nichts kostet, nichts wert sein soll, kann ein Schuh draus werden. Verlangen wir auch von den Eltern Geld für den Schulbesuch ihrer Kinder”

    Also seitdem Geld für die Bücher der Kinder bezahlt werden müssen, werden diese Bücher weit besser behandelt. Die “armen” müssen ja nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Aber jeder soll sehen wie Teuer etwas eigentlich ist. Außerdem haben Leute die etwas gut behandeln und sich kümmern es auch verdient es etwas besser zu haben als die, die sich einen Dreck darum scheren. (Wenn ich ein Buch gebraucht kaufe, kann ich es fast zum selben Preis gebraucht weiter verkaufen)

    Das Argument mit Wasser predigen und Wein saufen ist Übrigens eine Frechheit. Zum einen unterstellen Sie er würde niemals Kinder haben. Zum anderen könnte man dieses Argument auch bei jeder Steuererhöhung geltend machen, welche dem der es fordert nicht stärker trifft als alle anderen.

  11. #11 Spoing
    März 1, 2013

    Faule Studenten (zu denen ich mich selber zähle) schaden der Gesellschaft genau so wie es Arbeitslose oder unmotivierte Beamte machen. Daran ist nichts schlimmes, (Der Staat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Staat) nur sollte man sich dessen auch bewusst sein.

    Nicht jeder kann (oder muss) als arbeitswütiger durch das Leben gehen. Aber wer etwas bekommt sollte es auch anerkennen (oder in diesem Fall überhaupt wahrnehmen) und nicht für sein Naturrecht halten.

  12. #12 axel
    März 1, 2013

    @ Georg

    Ja, bei uns werden gesellschaftliche Unterschiede in jeder weiteren Generation reproduziert. Eine persönliche Frage stellt sich:
    Was hat dich zur Ausnahme werden lassen?

    PS:
    Ignore, falls zu persönlich.

  13. #13 Fliegenschubser
    März 1, 2013

    “Die Kosten der Studiengänge sind Transparent. Wenn ein Studiengang, aufgrund geringer Teilnehmerzahlen oder teuren Gerätes Unsummen verschwendet dann soll der Student das auch wissen.”

    Gerade die Naturwissenschaften brauchen teures Gerät. Dieses Geld ist wohl keineswegs verschwendet. Auch die Verbrauchsmaterialien (Chemikalien, Glasgeräte, etc) kosten einiges. Ich sehe das als Investition der Gesellschaft in ihre eigene Zukunft. Daher sollten die Kosten auch von der Gesellschaft, dh. Steuern, getragen werden. Einen festen, gleichen Beitrag von allen Studenten zu forden finde ich falsch.

  14. #14 Thilo
    März 1, 2013

    Ich stimme zwar dem meisten zu, was im Artikel steht. Also dem, dass es sicher nicht an den Studiengebuehren, sondern an verschiedenen anderen Faktoren liegt, wenn in Deutschland nur Kinder von Leuten mit Hoschschulabschluss studieren. In erster Linie liegt das wohl an den Schulen und den Kriterien, nach denen dort ausgewaehlt wird. (Und falls es wirklich mal an den Finanzen liegt, dann wohl eher an den Lebenshaltungskosten oder den fehlenden Stipendien als an den Studiengebuehren.)

    Das Problem mit den Studiengebuehren ist m.E. ein anderes: die Studiengebuehren – im Zusammenwirken mit den Bologna-begruendeten Aenderungen – fuehren zu einer staerkeren Verschulung und Buerokratisierung des Studiums und durchaus auch zu einer Erwartungshaltung, sich selber um nichts mehr kuemmern zu muessen.

    Und dass die Studenten interessierter mitarbeiten wuerden, seit sie zahlen muessen, habe ich auch noch nicht gehoert. (Mal abgesehen davon, dass bei deutschen Studenten in der Regel ohnehin die Eltern zahlen aus den genannten Gruenden.)

    Eigentlich sind die Proteste gegen Studiengebuehren wohl eher der Ausdruck eines allgemeinen Frustes ueber die vielen Fehlentwicklungen im Zusammenhang mit der Bologna-Einfuehrung. (Die ja eigentlich auch mit dem Bologna-System nicht wirklich zu tun haben, sondern eher mit der allgemeinen Bertelsmannisierung der Universitaeten, also der Modularisierung des Studiums in lauter bewertbare und abrechanbare Kleinteile.) Statt diese Probleme zu artikulieren, wird dann lieber gegen die Studiengebuehren Front gemacht, als einfach zu vermittlender kleinster gemeinsamer Nenner. An den Problemen der Universitaeten und der Studenten wird deren Abschaffung aber wenig aendern.

  15. #15 Georg Hoffmann
    März 1, 2013

    @axel
    Das ist ja nun schon 30 Jahre her, dass ich mit dem Studium anfing. Es schien mir damals irgendwie logisch zu studieren und sicher waren meine Eltern nicht dumm. Sie wussten, dass das mit der Bildung irgendwie wichtig war und haben mich auch gefördert. Ich hatte Altgriechisch auf der Schule und mein Vater hat das Griechische Alphabet gelern um mich Vokabeln abfragen zu koennen. Toll, wenn ich jetzt so überlege.

  16. #16 Anwalts_Liebling
    März 1, 2013

    Sohn studiert in Mannheim – dort hat man keine Studiengebühren, sondern Verwaltungskosten… aktuell 126 Euro pro Semester, frisch um 20 Euro erhöht – damit kann man einiges verwalten …. übrigens bin ich generell für kostenloses lernen – vom kindergarten bis zum Abschluss. Ohne wenn und aber. Mit allen Konsequenzen! JEDER muss eine Chance haben…

  17. #17 MJ
    März 1, 2013

    Das Problem ist mE generell, dass das Bestreben, moeglichst allen den Zugang zu hoeherer Bildung zu ermoeglichen mit dem abschaffen von Studiengebuehren identifiziert wird. (Jetzt einmal abgesehen davon, dass die Selektion hier sicher schon frueher ueber soziale Kriterien beginnt, wenn nicht gerade Ausnahme-Eltern vorliegen.).

    Wenn Niedriglohnverdiener sich Grundnahrungsmittel kaum noch leisten koennen, schafft man ja auch nicht den Preis auf Grundnahrungsmittel ab. Woher kommt die entsprechende Logik bei Studiengebuehren? Die kann man ja einheben – aus dem einfachen Grund, dass man eine Leistung bezieht, die etwas kostet – und dann Leuten, die die Voraussetzungen fuer ein Studium erfullen, es sich aber nicht leisten koennen, entsprechend Beihilfen zukommen lassen. (Ich kenne das Bafög-System nicht, aber wenn stoerrische Eltern ein Problem sind, ist das ein Problem in der Ausfuehrung, nicht am Prinzip). Davon auch nicht ausgeschlossen ist die Moeglichkeit, hohehere Bildung zu foerdern, weil man sich positive Effekte davon erhofft.

    @ Spoing

    “Faule Studenten (zu denen ich mich selber zähle) schaden der Gesellschaft genau so wie es Arbeitslose (…)”

    Aber sonst geht’s noch?

  18. #18 Georg Hoffmann
    März 1, 2013

    @Anwaltsliebling
    “übrigens bin ich generell für kostenloses lernen – vom kindergarten bis zum Abschluss. Ohne wenn und aber. Mit allen Konsequenzen! JEDER muss eine Chance haben…”

    Und dann nutzen sie doch nur die Soehne von Anwaelten und ähnlichen. Komisch.
    Na machen wir erstmal einfach so weiter wiei bisher.Die 500 Euro haben sich die Anwaelten, Zahnaerzte und Ingenieure jedenfalls erstmal gespart. mit allen Konsequenzen.

  19. #19 Spoing
    März 1, 2013

    Da ich teilweise falsch verstanden wurde, mal eben zur Klarstellung:

    @Fliegenschubser:
    Die teuren Forschungsgeräte werden auch jetzt schon über Drittmittel Finanziert. Das soll ja auch nicht in die Kostenrechnung mit einbezogen werden, da ja bereits die Unis auch an diesen Studenten verdienen. Der Rest wird ja jetzt über Steuern bezahlt und soll es nach dem Modell auch weiter, nämlich all jenes was über die 5% vom Gehalt der nächsten 10 Jahre (beides fiktive Zahlen ohne Basisi) liegen wird. Somit hat ein Philosophiestundent zwas weniger Schulden als der Chemiker, beide müssen aber das selbe zurück zahlen, falls sie das Selbe verdienen. Verdient später aber einer mehr (wahrscheinlich der Chemiker) so muss er auch mehr zurück zahlen. Aber beide nur das was ihr Studiengang gekostet hat oder maximal 5% von dem was sie in den nächsten x Jahren verdienen (wobei man x von der Studiendauer abhängig machen könnte).
    Das sind dann im Prinzip Studiengebühren, abhängig von dem Verdienst in der ersten Zeit nach dem Studium und betrifft reiche voll und arme gar nicht! Zudem sind sie nach den Gesellschaftlichen Kosten gewichtet.

    @MJ:
    Das meine ich durchaus ernst. Wenn ich keine Lust habe und lieber eine Klausur schiebe, weil ich mir den Stress nicht an tuen will. (Bei Minimum 6 Klausuren pro Semester mehr als verständlich) muss ich mir der Tatsache bewusst sein, dass dieses extra Semester von der Gesellschaft getragen werden muss. Als angehender Ing. werde ich wahrscheinlich auch mehr leisten als kosten. Auch steht niemand in der Pflicht sein Leben auf das wohl der Gesellschaft ausrichten zu müssen. Aber wie beim Rauchen, Risikosport etc. sollte man sich stehts vor Augen halten das im Zweifel ein anderer dafür mit aufkommen muss.
    Vom Arbeitslosen kann man von daher genau so verlangen nach Arbeit zu suchen wie vom Studenten schnell fertig zu werden. Genau so wenig wir man den Arbeitslosen zu menschenunwürdiger Arbeit zwingen sollte, sollte man dem Studenten alles an Privatleben absprechen. Aber beide sollten wissen das sie auch eine (zumindest moralische) Bringschuld besitzen.

  20. #20 MJ
    März 1, 2013

    @ Spoing

    Dann sollten Sie vielleicht faule Studenten mit sozialschmarotzenden Arbeitslosen verwechseln. Wie kommen Sie denn auf die Idee, Arbeitslose wuerden sich im Default quasi dazu entscheiden, jetzt einmal auf Kosten der Gesellschaft eine zeitlang nichts zu tun? Die wirtschaftlichen Implikationen von Arbeitslosenhilfen in allen Ehren, aber man muss schon schwer von der Realitaet entrueckt sein vor dem momentanen Hitnergrund, in dem ganze Arbeitslosenheere einfach keine Arbeit finden koennen, voellig egal was sie tun (mit Konsequenzen wie regelrechten Auswanderungswellen von Laendern wie Portugal in Laender wie Angola, etwa – weil sie Arbeit suchen!), mit einem solchen Kommentar ohne die geringste Nuancierung anzukommen.

    Sie sind der Ansicht, ein Vergleich mit Studenten, die sich dazu entscheiden, ein paar Semester eine ruhige Kugel zu schieben, weil sie es sich leisten koennen und auch nicht so Verantwortungen wie etwa eine Familie haben, ist der angebrachte Vergleich? Ich meine:?!?

  21. #21 Fliegenschubser
    März 1, 2013

    @Spoing: Aber warum dann überhaupt das Ganze? Warum nich gleich alles über Steuern finanzieren? Die werden (bzw. sollten!) sich ja ebenso nach dem Einkommen richten (wobei Steuerpoltitik noch ein ganz anderes, sehr kontroverses Thema ist). Mir klingt dein Vorschlag nach einem Riesenberg an Bürokratie. Und ich sehe den Nutzen nicht.

  22. #22 axel
    März 1, 2013

    @ Spoing

    “Wenn ich keine Lust habe und lieber eine Klausur schiebe, weil ich mir den Stress nicht an tuen will. (Bei Minimum 6 Klausuren pro Semester mehr als verständlich)”

    Nö, ist es nicht. Irgendwann kommt übrigens die Arbeit, da wird noch mehr von Ihnen erwartet. Nachdem Sie schon in der Schule die Chance verpasst haben, erwachsen zu werden, wie wär’s langsam im Studium? Wird Zeit!

  23. #23 Fliegenschubser
    März 1, 2013

    @Spoing und MJ: Gegen sog. Langzeitstudiengebühren habe ich nichts, diese beführworte ich ausdrücklich. Wer seine Regelstudienzeit zu weit überschreitet, blockiert damit den Platz für andere und das kostet, daher sollten jene zur Kasse gebeten werden.

  24. #24 MJ
    März 1, 2013

    @ Fliegenschubser

    Das ist kein Grund keine Studiengebuehren einzuheben: Wer die Regelzeit ueberschreitet, bekommt dann einfach keine Beihilfen mehr (oder die Studiengebuehren nicht mehr refundiert, etc.). Mir ist schon klar, dass ueberlaufene Studiengaenge existieren, wo es zu Verzoegungen kommt, fuer der Studierende einfach nichts kann. Und 1000 weitere Einwaende, die die konkrete Implementierung von Gebuehren betreffen.

    Aber das alles aendert am Grundsatz nichts: ein Studium kostet Geld. Die Leute, die es in Anspruch nehmen wollen, sollten dafuer zahlen – denn irgendwer muss ohnehin dafuer bezahlen, also warum nicht die, die die Leistung auch tatsaechlich in Anspruch nehmen? Wir sind uns heute idR einig, dass jeder, unabhaengig von seinem persoenlichen Hintergrund, die Moeglichkeit auf Bildung haben sollte. Ein Uni-Zugang ist dabei beiweitem nicht alles, aber ein Teil des Problems. Aber wenn sich jemand etwas nicht leisten kann, und ein gesellschaftlicher Konsens besteht, dass er/sie es sich leisten koennen sollte, dann schafft man nicht den Preis ab (als ob das moeglich waere), sondern schafft eine Unterstuetzung. Momentan zahlen alle mit ihren Steuern dafuer, dass hauptsaechlich die, die es sich ohnehin leisten koennten, gratis studieren koennen.

  25. #25 CM
    März 1, 2013

    Georg, in vielen Dingen sprichst Du mir aus der Seele. Ich komme zwar nicht “vonne Alleestraße wech” (um einen Bochumer Kabaretisten zu zitieren), aber aus einem durchaus bildungsfeindlichen Haushalt. Rückblickend war ich arm (das Kindergeld ging in das Säckel meines Vaters, Bafög kam spät und knapp, gearbeitet habe ich immer nebenher). Zusätzliche Gebühren (zu den ohnehin horrenden Mieten und den Semestergebühren) hätten mir das finanzielle Genick gebrochen.

    Aber es gibt durchaus Modelle für Studiengebühren, die solche Situationen nicht verschärfen würden – und damit Gerechtigkeit erhöhen.

    In diesem Sinne werde ich auch stets argumentieren. – Gerade aus den im Artikel genannten Gründen.

    Gruß,
    Christian

  26. #26 ali
    März 1, 2013

    Ohne die Details zur Diskussion in Deutschland zu kennen, scheint mir, dass die Frage is wie hoch dürfen diese Gebühren sein, bis Menschen aus rein ökonomischen Gründen das Studium trotz dem Talent nicht mehr möglich ist und gibt es Möglichkeiten zur Abfederung (Stipendien, Möglichkeit zum Studiengebührenerlass, etc.).

    Im Grossen und Ganzen kann/will ich dir darum auch gar nicht widersprechen, Georg. Aber das hier finde ich etwas einfach:

    Was nichts kostet, ist nichts wert

    Wem dem so ist, dann ist wohl ein MBA der akademische Gipfel, den es zu erreichen gilt.

  27. #27 ali
    März 1, 2013

    “Wenn” nicht “Wem” natürlich.

  28. #28 Georg Hoffmann
    März 1, 2013

    @CM
    “Ich komme zwar nicht “vonne Alleestraße wech” (um einen Bochumer Kabaretisten zu zitieren)”
    Der war bei mir in der Stufe und ich komm “vonne Allestrasse wech”, und zwar ganz genau sogar.

    Ich habe drei Sommer je drei Monate in der Flanschenfabrik
    Greifenberg gearbeitet. 12 Mark die Stunde, Ueberstunden 16. Aber ich weiss jetzt wie man Flansche an der Drehbank abschleift.

    Es ist fuer mich nicht ohne Ironie, dass ausgerechnet die NRW-SPD die Abschaffung der Studiengebuehren als sozialen Durchbruch feiert. Das mag daran liegen, dass in dieser NRW SPD mittlerweile ohnehin nur noch Studienraete vertreten sind, selbst in Bochum.

    Grusz Georg

    @ MJ

    Ich wusste doch, dass man das Ganze auch noch kuerzer, praeziser und verstaendlicher ausdruecken kann. Danke.

  29. #29 Georg Hoffmann
    März 1, 2013

    @Ali
    “Aber das hier finde ich etwas einfach:”
    Ich wollte damit nicht das Leben, die Demokratie und Immanuel Kant erklaeren. Das hat schon einen Zusammenhang. Ich bezog mich auf die Missachtung von Dingen, die als selbstverstaendlich hingenommen werden und von denen viele sich nicht mehr die geringste Vorstellung machen, was sie tatsaechlich kosten….bis sie dann irgendwann zuviel kosten.

    Ein anderes Beispiel sind Kosten im Gesundheitswesen. Ich fand es ausgesprochen informativ (nach dem ersten Schock ), dass in Frankreich Arztbesuche cash oder per Scheck und vollstaendig zuerst einmal vom Patienten zu begleichen sind. Man bekommt am Ende alles wieder, genau wie in Deutschland, aber ich fand das eine erfrischende Erfahrung, wenn man, noch mit der Anaesthesie im Kiefer, dem Zahnarzt direkt einen Scheck ausfuellt und mit zitternden Haenden uebergibt. Nie wusste ich besser, was der ganze Spass eigentlich kostet.

  30. #30 ali
    März 1, 2013

    @Georg
    Ich verstehe dein Beispiel (und übrigens krankt unter anderem daran das US Gesundheitssystem). Das hat aber dann mehr was mit Anreizstrukturen zu tun und nicht mit dem Qualität der Leistung.

    Der Satz ist halt einfach so ein “Truism” der oft wiederholt wird aber nicht stimmt. Der individuelle Nutzen korreliert nicht unbedingt mit dem Preis. Der Preis wird von anderen Kräften bestimmt (ja, Angebot und Nachfrage). Luft ist umsonst. Diamanten kosten viel (unter anderem weil sie von einem de facto Monopol und gutem Marketing profitieren). Ersteres ist dir unverzichtbar, letzteres kaum (ausser vielleicht du brauchst sehr spezialisierte Werkzeuge).

    Klar wolltest du damit nicht die Welt erklären. Es ist halt aber einer dieser Sätze die man in politischen “Debatten” immer wieder hört, weil sie kurz, prägnant und einleuchtend sind. Es is aber im Grunde kein Argument. Es mag knackig klingen, ist aber schlicht falsch.

  31. #31 Fliegenschubser
    März 1, 2013

    @MJ: Deinem letzten Post kann ich in weiten Teilen zustimmen. Keinem sollte ein Studium aus finanziellen Gründen versagt bleiben. Das ist ein mir wichtiger Grundsatz. Ich stimme auch zu, dass jemand, der eine Leistung in Anspruch nimmt, dafür bezahlen sollte.

    “Aber wenn sich jemand etwas nicht leisten kann, und ein gesellschaftlicher Konsens besteht, dass er/sie es sich leisten koennen sollte, dann schafft man nicht den Preis ab (als ob das moeglich waere), sondern schafft eine Unterstuetzung”

    Dem stimme ich auch zu, nur leider sieht die Realität anders aus. Die Studiengebühren wurden eingeführt, ohne für ausreichende Unterstützung für jene zu sorgen, die sich das nicht leisten können. Ein System von Stipendien gibt es hierzulande höchstens rudimentär. Das Bafög wurde nicht angepasst. Damit war eben nicht mehr gewährleistet, dass jeder studieren kann. Deshalb lehne ich pauschale Studiengebühren ab. Einer sozial gerechte Variante von Studiengebühren könnte ich zustimmen.

  32. #32 Spoing
    März 1, 2013

    @MJ:
    Sicher ist die Entscheidung des Arbeitslosen nicht freiwillig. (Ein gewisser Anteil ist ja sogar Systembedingt) Mir ging es eher darum, dass die Arbeitslosen keine erniedrigende Arbeit annehmen müssen, genau so wenig wie ein Student auf jegliches Privatleben verzichten muss (im Maschinenbau, Teilweise Durchfallqouten von 90% geherrscht haben wäre es anders kaum möglich in 10 Semestern mit 1,x ab zu schließen. Mit Auslandsjahr wäre das nach meiner Prüfungsordnung sogar theoretisch nicht möglich gewesen) Natürlich gibt es Leute die so etwas können, aber das ist eine Minderheit und nicht Ziel des Lebens (Die Klausuren wurden jetzt auch deutlich abgeschwächt)

    Fauler Student bzw. “keine Lust” war natürlich blöd gewählt. Es ging eher um Machbarkeit. Wer durch 3 der 6 Klausuren Durchfällt müsste im nächsten Semester schon 9 schaffen. Da man pro Klausur in den Semesterferien mindestens 1 (für die Meisten eher 3) Wochen lernen muss sitzt das dann einfach nicht drin. Zumal man die Klausurtermine ja auch noch gegeben sind.
    Alles in allem muss ich aber sagen,waren meine Beispiele schlecht gewählt.
    @Axel: keine Angst ich habe auch schon einmal ein Jahr lang 48-60 Wochenstunden geschoben. (12Stunden Schichtarbeit) Mit jammern hat das nix zu tun.

    Zu warum das ganze nicht direkt über steuern regeln? Nun ja zum einen erkennt man dann wieder die Kosten nicht, zum anderen müssen dann auch wieder all jene zahlen die nicht studieren.
    Und das Argument: Aber die nicht Studierten profitieren auch von den Studenten, da diese für die Arbeit Notwendig ist, ist keines. Denn dann kann man jede Sache komplett über Steuern finanzieren. Es würde nur zählen (und auch dann nur mit Einschränkungen) wenn jede Arbeit von studierten von nichtstudierten nicht erledigt werden könnte und wenn jeder genau das studiert wo drin er später Arbeitet und Studium nur Arbeitsvorbereitung wäre und einem persönlich nichts bringen würde.
    Ansonsten müsste ja alles was bisher öffentlich bezuschusst wird nach der selben Logik auch komplett über steuern finanziert werden.

    @Fliegenschubser: Wie sieht es denn mit Studiengängen aus, die nicht zu einer Berufsqualifikation notwendig sind. (Philosophie z.B.)

  33. #33 Georg Hoffmann
    März 1, 2013

    @Ali
    Das hier ist keine Gutachten sondern eine persoenlich gehaltene Polemik. Wenn es denn einen nachvollziehbaren Weg fuer einen normalen Verstand gibt, meinen Satz zu verstehen, und man es schaffen kann, ihn nicht auf Diamanten und Luft zu beziehen, bin ich schon zufrieden.

  34. #34 Spoing
    März 1, 2013

    @Ali:
    Zu dem “was nichts kostet ist auch nichts Wert”
    Fällt mir immer ganz besonders auf wie Leute mit ihren Müll umgehen.
    Marxistisch angehauchte Studenten lassen ihren Müll nach dem Grillen im Park: Mit der Begründung, das räumt schon jemand weg. Während selbige eine Zugemüllte Innenstadt wahrscheinlich am Kapitalismus festmachen würden.
    Gerade der Unterschied im Umgang zwischen privaten dem öffentlichen Eigentum zeigt, dass an dieser Binsenweisheit durchaus was dran ist. (Wenn sie natürlich auch kein Absolutheitsanpruch erheben kann)

  35. #35 Fliegenschubser
    März 1, 2013

    @Spoing: Ich bin schon der Meinung, dass die Gesellschaft als Gesamtheit davon profitiert, dass Leute studieren. Das fördert Wissenschaft und Kultur und ich sehe es als langfristige Investition der Gesellschaft in mehr Lebensqualität und Fortschritt.

    Ein Philosophiestudium kostet zum einen nicht sehr viel, zum anderen….nun…mir fällt nicht ein, warum man derartige Studienfächer nicht auch fördern sollte. Ich weiß, das ist natürlich kein Argument, aber mir fällt gerade wirklich nicht ein, was dagegen spräche.

  36. #36 ali
    März 1, 2013

    @Georg

    Polemsieren kann man halt auf unterschiedlichem Niveau. Das Spektrum reicht vom mit der Faust auf den Stammtisch zu hauen bis zu einem Swift Essay. Betrachte es als Kompliment, dass ich den Satz kritisierte.

    (Georg bitte nicht weiterlesen, weil ich muss nun den kurzen Satz für Spoing doch noch zu Tode analysieren)

    @Spoing
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nicht ist, wie die Redewendung gemeint ist. Ich behaupte mal die Bedeutung ist, dass etwas das nichts kostet auch niedere Qualität hat. Was du (und auch Georg in seinem Gesundheitskosten Beispiel) meinen ist, dass der Preis als Signal für die Konsumierenden dient und falls entkoppelt zu Verzerrungen führt. Das hat aber nichts mit der “Qualität” des Produktes zu tun.

    Wenn die Redewendung nun natürlich so verwendet wird, dass sie bedeutet, was nichts kostet ist in den Augen des Konsumierenden nichts wert, kann ich diesen “wahren Kern” nachvollziehen. Wie gesagt, ich glaube das ist nicht, was die Redewendung meint.

  37. #37 axel
    März 1, 2013

    Dass Studiengebühren von einem Studium abschrecken, ist aber ebenso eine hohle Phrase.

    Es hängt von der Ausgestaltung ab. Man könnte Studium als Privileg begreifen, das es ermöglicht, dass der Student in der Zukunft ein überdurchschnittliches Einkommen erwirtschaftet. Was wäre z.B. mit einem Modell, dass Studiengebühren erst nach dem Studium anfallen, ab einem Monatskommen von xx.000 € werden y % an Studiengebühren bezahlt bis zu einer max. Summe von zz.000 €. Abschreckend? Nun ja, man kann ja auch sofort bei Aldi an der Kasse oder bei Ford im Schichtbetrieb anfangen.

    Was gibt’s zu diskutieren? Alles längst bekannt, die Analyse lautet:
    Kostenlose Studiengebühren haben es NICHT vermocht, den Anteil von Arbeiterkindern an den Studierenden zu steigern, das Bildungssystem in Deutschland ist undurchlässig wie kaum in einem anderen westlichen Land. Daraus folgt natürlich nicht, nun alle sozialen Härtefallregelungen über Bord zu werfen, aber zur ehrlichen Analyse gehört auch, dass die Bildungssubvention in allergrößten Teilen den Besserverdienenden zugute kommt.

    Das Problem kann man nicht end of the pipe (Studium, Universität) lösen, das fängt früher an. Ich sehe doch schon im Kindergarten bei meinem Kleinen, dass es dort Kinder gibt, die nie eine richtige Chance bekommen werden, ganz einfach, weil sie in der falschen Familie zur Welt gekommen sind.

    Wer die Kinder aus den bildungsfernen Schichten erreicht, der sorgt automatisch auch für mehr Arbeiterkinder an Universitäten. Über Sinn von “Herdprämien” braucht man unter diesem Aspekt nicht diskutieren.

    Ach lassen wir’s, ist doch alles ausdiskutiert:
    Das Problem ist nicht durch Geld zu lösen, es sind die Strukturen. Was wäre aus Klein-Georg wohl geworden, wenn seine Eltern und er den Tag vor der Glotze mit Privatsendern verbracht hätten? Alles mögliche, aber kein Klimaforscher.

  38. #38 Dr. Webbaer
    März 2, 2013

    Wenn schon für nichts anderes, allein deshalb wären die Studiengebühren eine Überlegung wert.

    So isses.

    Ergänzend zum Artikel:
    -> http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/studium-nur-wirtschaft-und-jura-rechnen-sich-1463477.html (der schnell Konsumierende mag nur die Grafiken bemühen)

    MFG
    Dr. W

  39. #39 Dr. Webbaer
    März 2, 2013

    Jenseits jeden noch möglichen Arguments ist sich die gesamte Parteienlandschaft mittlerweile einig: Die Studiengebührendebatte, eine Art sozialpolitische Kernkraftdiskussion. Keiner weiss mehr genau warum, aber die Nation ist sich einig.

    Der Schreiber dieser Zeilen ahnt zumindest warum: “Mutti” räumt alles aus dem Weg, was der politischen Linken Angriffsfläche bieten und damit ihrer Karriereplanung im Weg stehen könnte.

    Die Diskussionslage oder Debattenkultur in D ist insgesamt erbärmlich geworden seit 2005.

  40. #40 Dr. Webbaer
    März 2, 2013

    Was nichts kostet, ist nichts wert und wird auch so behandelt.

    Gemeint ist idealerweise:

    Was nichts gekostet hat, hat seinen Wert nicht nachgewiesen indem es einen Käufer gefunden hat.

    Wer sich beispielsweise schon einmal gelegentlich ehrenamtlich bemüht hat und als Dank einen A-Tritt erhielt, ahnt was es konkret bedeutet.

    Die Argumentation ist mit Vorsicht zu genießen, hat aber einen Nutzen – wie er sich bspw. an denjenigen Studiengängen ablesen lässt, deren Absolventen nicht marktfähig [1] sind.

    MFG
    Dr. W

    [1] fürwahr, ein böses Wort dieses ‘marktfähig’, gemeint ist natürlich, dass niemand eine an sich sicherlich hervorragende Bildungsleistung in der Folge pekuniär anfragt

  41. #41 Christian Berger
    März 3, 2013

    Ähm, nicht jeder Student hat so betuchte Eltern, dass er sich es leisten kann “ein paar hundert Euro pro Semester” zu zahlen. Ich habe schon Studenten erlebt, die nach einer Mieterhöhung von 150 auf 170 Euro das Wohnheim verlassen mussten, weil sie es sich einfach nicht mehr leisten konnten. Die langfristigen Probleme einer Gesellschaft ohne “Bummelstudenten” sieht man ja gerade in den Niederlanden.

  42. #42 YeRainbow
    http://yerainbow.wordpress.com/
    März 3, 2013

    Ich gehöre zu den letzten, die noch ein Diplom bekamen.
    Mich haben die Studiengebühren direkt in der Examenszeit erwischt.
    Ich hatte keine Eltern, die für mich hätten bezahlen sollen oder müssen. Ich hatte Kinder, die ihre eigenen prüfungen zu absolvieren hatten.
    Für eine Anrechnerei auf die STudiengebühren wären die schon zu alt gewesen, als ich mit dem STudium anfing.
    Eine wie ich soll ja auch nicht studieren.
    Die soll mit ihren Bälgern daheim sitzen und TV gucken, und sich mit ihrem bißchen Stütze abfinden.
    Bafög war auch nicht drin, denn meine Ost-Abschlüsse galten zwar nicht so ganz richtig – aber um das Bafög zu kippen, dazu reichten sie netterweise.
    Wenn einem gerade in der Examenszeit die Finanzierung zusammenbricht, ist das beängstigend.
    Ich habe durchgehalten. Beinah wärs schiefgegangen.
    In der bösen ost-Diktatur hätte ich ein Stipendium bekommen, einen Sonderstudienplan und eventuell einen vernünftigen Mentor.
    In der Freien Welt hatte ich mich mit merkwürdigen Schulpädagogen herumzustreiten, wieso ich meinen Kindern kein warmes Mittagessen bereitete, irgendwie die Ferien zu überstehen (die Uni ging in vollem Tempo weiter), und den haushaltskram und so weiter auch irgendwie hinzukriegen.
    Ich habe mir Sachen angehört wie “aber wieso heiraten Sie nicht einfach?” (jaja, kommts noch…), “Sie können einfach nicht in die Uni gehen, Sie müssen ihre Kinder hüten” bis hin zu “weiß man ja, daß bei solchen Müttern die Kinder nie geraten können”.
    Wird wohl stimmen.
    Reiche Eltern für alle also! meine Kinder hatten leider Pech mit mir.

  43. #43 Georg Hoffmann
    März 3, 2013

    @Yerainbow

    Ich fasse nochmal fuer Sie das Wesentliche zusammen, um Ihnen die Muehe, den Text und die Kommentare hier durchzulesen zu ersparen. Selbst wenn man das eigentlich von Ihnen erwarten koennte.

    NIEMAND hier hat in Zweifel gezogen, dass es ein wichtiges, meinethalben ein unverzichtbares und absolut vorrangiges gesellschaftliches Ziel sein soll, jedem ein Studium zu ermoeglichen.
    Es ist aber unklar, warum ein Baeckergeselle oder ein KFZ Mechaniker daran per Steuern beteiligt werden soll, Ihnen (oder mir damals) das Studium zu bezahlen, welches im Normalfall (zumindest bei mir) zu einem durchaus ueber dem deutschen Durchschnitt liegenden Gehalt fuehrt. Sie moegen aus der DDR solch eine Umlegung von Lasten von oben nach unten vielleicht gerecht finden. Ich nicht.

    Hier geht es insbesondere darum, ob also eine Summe von (wie in Bayern) 500 Euro pro Semester (also ca 85 Euro im Monat) eingefordert von den spaeteren Gut- und Bestverdienenden wirklich zuviel verlangt und eine moralische Katastrophe ist. Ich finde das in der Tat nicht. Wann diese Summe eingefordert wird und wie sie vorfinanziert wuerde bei denen, die es sich zum Zeitpunkt des Studiums nicht leisten koennen, ist nur eine Frage des Wie und aendert nichts am Prinzip. Das jetzige deutsche System fuehrt so oder so dazu, dass es Arbeiterkindern wie mir aussergewoehnlich schwer gemacht wird, zu studieren und so einen gesellschaftlichen Aufstieg durch Bildung zu erleben. Wer das, wie ich, nicht gut findet, der sollte ueber jeden Vorschlag erstmal positiv gestimmt nachdenken, statt immer nur den Status Quo zu verteidigen.

    Wenn sie natuerlich (das hoerte sich ein bisschen so an) studiert haben, um sich, wie man so sagt, “selbst zu verwirklichen” und nicht mit dem Ziel irgendwann mal auch in einem entsprechenden Beruf zu arbeiten, dann faende ich es ehrlichgesagt noch unverschaemter mit solch einem pampigen Ton eine Vollfinanzierung ihres “Lebenstraums” durch andere einzufordern, so als waere das schon in der Magna Carta als Menschenrecht festgelegt worden.

    PS “In der bösen ost-Diktatur hätte ich ein Stipendium bekommen, einen Sonderstudienplan und eventuell einen vernünftigen Mentor.”
    Ja, das waren noch tolle Zeiten. Und die Autobahnen… Ach nee, jetzt komme ich durcheinander.
    Und spaeter nach bementortem Stipendium eine Anstellung bei der Stasi. Geil. Es ist ein Kreuz, dass der ganze Laden erstens monetaer pleite war und (wie einige finden) zweitens auch moralisch/intellektuell. Aber das nur am Rande.

  44. #44 Alexandra
    Berlin, Hauptstadt der DDR
    März 3, 2013

    Georg Hoffmann:
    “Was spricht eigentlich dagegen, dass die zukünftige, gutbezahlte Elite des Landes einen winzigen Teil ihrer Ausbildung selbst bezahlt? ”

    Nichts.

    So wie ich unsere Politiker Kenne werden sie es so einrichten,

    1. dass die Studiengebühren alle bezahlen müssen
    2. dass die Studiengebühren so hoch sind, dass es sich weniger Begüterte überlegen, ob sie das machen
    3. dass die Studiengebühren von der Steuer abgesetzt werden können.

    Man kann mal raten, wer dann tatsächlich etwas von der Steuer absetzen kann.

  45. #45 Alexandra
    Berlin, Hauptstadt der DDR
    März 3, 2013

    p.s.

    Die Ausbildung von Juristen, Zahnärzten, Politikwissenschaftlern und Psychiatern sollte man auf das inhaltliche beschränken, auf 3 Jahre beschränken und es als das bezeichnen was es ist:

    Eine Facharbweiterqualifikation.

    Und auch nur als Facharbeiter bezahlen.

    Das spart der Gesellschaft sicher schon mal einen ganzen Batzen Geld.

  46. #46 ali
    März 3, 2013

    @Alexandra

    Die Ausbildung von Juristen, Zahnärzten, Politikwissenschaftlern und Psychiatern sollte man auf das inhaltliche beschränken, auf 3 Jahre beschränken und es als das bezeichnen was es ist:

    Eine Facharbweiterqualifikation.

    Wie? Was?

    Sonst heisst es immer wir seien zu theoretisch und zu wenig politikrelevant. Das Fach sei viel zu akademisch heisst es. Uns zwischen Zahnärzten und Juristen eingereiht zu sehen, erstaunt mich ein wenig. Aber ich komme wieder vom Thema ab.

  47. #47 Bleyfuß
    März 3, 2013

    @gh
    Die Aufnahme eines Studiums ist immer ein Wagnis. In der Situation sind Studiengebühren hinsichtlich Durchlässigkeit der Gesellschaft absolut kontraproduktiv. Genausogut können sie die akademischen Titel qua Familienzugehörigkeit vergeben oder zum Kastensystem übergehen.

    Sie mögen zu den rühmlichen Ausnahmen gehören, tätärätää, aber zum gesellschaftlichen Modell würde ich das nicht erheben.

  48. #48 Georg Hoffmann
    März 3, 2013

    @bleyfuss
    Ich kann das Gerede von den prekäreren Studenten nicht mehr höhren. Ich lebe in Spanien, hier gibt es Jugendliche in Prekaeren Lebenssituationen. In Deutschland gibt es Wohlstandproblemchen.
    Ein Student ist statistisch in Deutschland nicht anderes als ein zukünftiger Topverdiener, der sich weigert zu seiner Ausbildung einen kleinen (80 Euro pro Monat) und sei es auch nur symbolischen Beitrag zu leisten. Kaum etwas geht mir mehr auf den Sack als das Gejammere der Studenten, statistisch aus mittelständischen Bildungsnahen Familien stammend, die jammern, dass sie ihr zukuenftiges Topgehalt noch nicht während des Studiums einsacken koennen.

  49. #49 Bleyfuß
    März 3, 2013

    @ Kaum etwas geht mir mehr auf den Sack als das Gejammere der Studenten, statistisch aus mittelständischen Bildungsnahen Familien stammend, die jammern, dass sie ihr zukuenftiges Topgehalt noch nicht während des Studiums einsacken koennen.

    Klar ist das ein Ärgernis. Aber irgendwelche Kröten muss man eben schlucken bzw. man kann sich nur für die weniger ekelhafte entscheiden.

  50. #50 Alexandra
    März 4, 2013

    Herr Hoffman, Sie irren, wenn Sie meinen, dass werden später alles mal Topverdiener.

    Es können gesundheitliche Probleme dazwischen kommen, dann ist man nicht Topverdiener.
    Dann bekommt man unter Umständen noch nicht mal eine Rente, wenn die Anwartschaft noch nicht erfüllt ist.

    Oder die Situation am Arbeitsmarkt nimmt einen Verlauf, der nicht vorherzusehen war. Da hat man eine wertlose Qualifikation.

    Oder der Staat führt Reformen durch, wickelt beispielsweise den ganzen Klimazirkus ab.
    Ob die Gelder der Münchner Rück oder von Goldman Sachs, also denjenigen, die vom Klimazirkus profitieren, das ausgleichen ?

  51. #51 Dr. Webbaer
    März 5, 2013

    @Alexandra

    Herr Hoffman, Sie irren, wenn Sie meinen, dass werden später alles mal Topverdiener.

    Es können gesundheitliche Probleme dazwischen kommen, dann ist man nicht Topverdiener.

    Gegenbeispiele stellen ja nicht den Gesamtzusammenhang in Frage. Zudem geht es Herrn Hoffmann darum, dass die Bildungsleistung beiderseitig und vielleicht sogar eher symbolisch auch pekuniär anerkannt bleibt oder erst wird.

    MFG
    Dr. W

  52. #52 Compuholic
    März 6, 2013

    Ich war bis vor kurzem Student in Bayern und habe daher während meines gesamten Studiums Studiengebühren bezahlt. Grundsätzlich habe ich kein Problem mit Studiengebühren solange sie in einem einigermaßen verträglichen Rahmen bleiben.

    Viele sinnvolle Dinge, wie erweiterte Tutorien wurden aus Studiengebühren bezahlt. Ich habe selbst lange als Tutor gearbeitet und wurde somit aus Studiengebühren bezahlt. Studiengebühren sind (zumindest in Bayern) zweckgebunden an die Verbesserung der Lehre und es ist einfach eine Tatsache, dass die Universitäten teilweise nicht wussten: “wohin mit dem vielen Geld”. Vor diesem Hintergrund war die Höhe der Gebühren einfach nur überzogen.

    Allerdings habe ich so meine Zweifel, ob Studiengebühren wirklich die Wertschätzung für ein Studium erhöhen. Besonders in den ersten Semestern ist der Anteil der Studenten die z.B. die Hausaufgaben machen, extrem gering (10%-15%). Ok, das korrigiert sich nach 2-3 Semestern von selbst aber es ist zumindest ein Indiz dafür, dass trotz Studiengebühren viele Studenten das Studium nicht ernst nehmen.