In vielen Wissenschaften, so auch in den Gesundheitswissenschaften, ist der p-Wert ein statistisches Universalwerkzeug. Man entscheidet damit darüber, ob da etwas ist oder nicht. Kurz zur Rekapitulation: Der p-Wert bezeichnet bekanntlich die Wahrscheinlichkeit, mit der beim Testen einer Hypothese, z.B. dass ein Medikament wirkt, ein bestimmtes Messergebnis zustande kommt, obwohl die Hypothese nicht zutrifft und…
Heute ist in Bayern der jährliche Sternstunden-Tag: bayrische Rundfunksender sammeln Geld für Kinderhilfsprojekte. Das wäre an sich natürlich keine Meldung für den Mathlog – aber es erinnert mich daran, dass ich schon seit einigen Monaten auf ein neu bei Springer Spektrum erschienenes Buch hinweisen wollte: Sternstunden der Mathematik von J.-H. Eschenburg. Ein bißchen über das…
“Das Einmaleins der Systemwissenschaft” oder “Systemisches Trinken auf dem Kneipenstuhl”
Ich bin gerade an der Universität Graz, um dort zu erklären, wie man Wissenschaftsblogs verfasst. Der erste Tag ist vorbei und die Studierenden haben ihre ersten Blogartikel verfasst. Morgen werden wir darüber diskutieren und schauen, was gut daran ist und was man verbessern könnte. Dafür ist echtes Feedback natürlich am besten, weswegen ich einige der…
Die Welt dreht sich in rasantem Tempo. Es gibt viel, worüber man länger schreiben könnte, wenn man die Zeit dazu hätte. Ein paar bunte Splitter der letzten Tage: Trump: Letzte Woche hat der US-Senat Trumps Steuerreform abgesegnet. Die Unternehmenssteuern sollen von 35 % auf 20 % sinken und was die Steuersenkungen für Privatleute angeht, sagt…
Eine Reihe von Medien (Heise, n-tv, Süddeutsche) greifen heute das Thema „Die Deutschen und ihr Verhältnis zur Mathematik“ auf. Es ist nicht recht ersichtlich, was der aktuelle Auslöser für dieses mediale Interesse ist. Inhaltlich geht es vor allem um die Einstellung zu mathematisch berechneten Möglichkeiten und Risiken. Die Deutschen seien ein Volk der Ingenieure, würden…
Der Reiz der Methode: Wissenschaft ist nicht gleich Fakten — Freiburger Tagebuch (5)
Ob gewollt oder ungewollt, Wissenschaftler treten oft als Bescheidwisser auf. Spannende, wichtige, lustige Fakten über die Welt sind Außenstehenden leichter zu vermitteln als der Theorienstreit, das Untersuchungsdesign und das Scheitern plausibler Ideen, die erst den Weg zu konkreten Forschungsergebnissen bereiten. Das gilt nicht nur für die allgemeine Öffentlichkeit. Auch Studierende sind es oft gewohnt, Fakten…
Vom Ende der Einsamkeit: Eine Handreichung für wissenschaftliche Schreibgruppen — Freiburger Tagebuch (4)
Ein Ferienzimmer, ein Klapprechner, keine Termine. Das ist ein Rezept, um zu schreiben. Und das habe ich getan in diesen Tagen in Freiburg. Ruhe und Rückzug machen es in der Regel erst möglich, einen Text zustandezubringen. Im Hochschulalltag sieht es oft anders aus. Da entsteht leicht eine scheinbar widersprüchliche Situation: Einerseits jonglieren Forschende und Studierende mit einer…
Die Launen der Götter: Wer entscheidet im Wissenschaftsbetrieb? — Freiburger Tagebuch (3)
Man redet immer über die ›Forschung und Lehre‹ und weiß eigentlich gar nicht so genau, wie sie organisiert ist«, schreibt der Leser mit dem Nickname Beobachter in Kommentar #11 zu meinem jüngsten Beitrag. »Wer entscheidet/bestimmt eigentlich darüber, über was ›geforscht und gelehrt‹ wird?« Wer oder was (Gremium, Kommission) entscheidet darüber, an wen Lehraufträge vergeben werden…
Heute möchte ich irgendetwas über Ethik schreiben, denke ich, als mein erster Unterrichtstag zur Mittagszeit endet. Ich gebe als Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg einen jährlichen Kurs, den ich diesmal »Ethics in Sustainable Development« nenne, und die heutige Tagesüberschrift lautete »What is ethics?«. Die Teilnehmer sind eine große, buntgemischt internationale Gruppe vorwiegend aus Naturwissenschaftlern und…
Einmal im Jahr fahre ich nach Freiburg im Breisgau, um dort zu lehren. Freiburg hat viele Vorzüge. Für mich ist der größte unter ihnen, daß es sehr weit von Greifswald entfernt liegt. Selbstverständlich ist von Greifswald aus fast jeder Ort weit entfernt, außer Wackerow, Neuenkirchen und vielleicht noch Lubmin. Aber in Freiburg zu sein, macht…















