Im Unterschied zu vielen anderen Wissenschaftlern, denen wenig anderes übrig bleibt, als ihren Ehrgeiz auf die Entwicklung und Verfeinerung von Theorien oder das Schreiben des nächsten Buches zu konzentrieren, genießen Ingenieurwissenschaftler den Vorteil, dass ihre Arbeit (zumindest im Idealfall) in konkrete, vielleicht sogar handgreifliche Produkte mündet. Drei Ingenieure, die auf eine hocherfolgreiche akademisch-technische Karriere zurückblicken können, wurden am gestrigen Abend mit dem VDE-Ehrenring des Jahres 2008 ausgezeichnet.

Der Kaisersaal der Münchner Residenz war Schauplatz der “innovation@night” und als Prof. Dr. Gerhard M. Sessler auf die Bühne gerufen wurde, konnte das Stimmengemurmel der rund 800 Gäste nur durch eine Erfindung übertönt werden, die just dieser Gerhard Sessler vor über 40 Jahren gemacht hatte. Der Namen Sesslers, international anerkannter Experte auf dem Gebiet der technischen Akustik und der Erforschung elektroaktiver Materialien, ist nämlich mit der Entwicklung des Elektretmikrofons verbunden, das heute in jedem handelsüblichen Handy und auch im Saalmikrofon zu finden ist.

Bereits 1999 wurde Sessler als einziger lebender Deutsche in die National Inventors Hall of Fame der USA aufgenommen. Gestern erhielt er nun den VDE-Ehrenring aus den Händen von VDE-Präsident Nossek.

i-e4bd625a724835ab933de40d46462191-Sessler.jpg


Die höchste Auszeichnung für Verdienste in Forschung und Entwicklung, die der VDE zu vergeben hat, ging auch an den Aachener Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Haubrich, der sich in den letzten 30 Jahren einen Namen in den Fachgebieten Energieübertragung und -verteilung sowie Energiewirtschaft gemacht hat. Er leitet das Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der RWTH Aachen, das weltweit zu einer der ersten Adressen zählt.

Haubrich darf nun also den VDE-Ehrenring zu den anderen Auszeichnungen stellen, die er bereits erhalten hat.

i-71b989084f38dd8ef732076ed53dc803-Haubrich.jpg

Als Dritter im Bunde der Geehrten durfte sich Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus-Peter Schmitz den Ring anstecken. Der Direktor des Instituts für Biomedizinische Technik der Universität Rostock ist Experte in den Bereichen Biomechanik, Biomaterialien, kardiovaskuläre und interventionelle Techniken. Geehrt wurde er u.a. für seine Pionierleistungen im Zusammenhang mit der Erforschung der Bioverträglichkeit von Implantaten und neue Methoden zur Züchtung von biologischen Herzklappen. Auch die moderne Stent-Technologie hat Schmitz viel zu verdanken.

i-0b63a381db1d0f5900d4f85ce6806a1d-Schmitz.jpg