Im Zusammenhang mit der Kritik am IPCC wir in den letzten Wochen von Diaxs Rake bis nature darauf verwiesen, dass die beteiligten Wissenschaftler ihre Arbeit für die Berichte kostenlos und neben ihrer eigentlichen Arbeit als Wissenschaftler erbringen. Die Frage, ob diese Tatsache in irgendeiner Weise als Entschuldigung für Fehler und arroganten Umgang mit Kritikern herangezogen werden kann, soll hier außenvor bleiben. Mich interessiert, ob es nicht bereits ein entscheidender Konstruktionsfehler einer Politikberatungs-Institution ist, wenn die Arbeit der Berater kostenlos erbracht wird.

Nicht erst seit Marx und Engels wissen wir, dass “die Menschen vor allem essen, trinken, wohnen und sich kleiden, also arbeiten müssen, ehe sie um die Herrschaft streiten, Politik, Religion, Philosophie usw. treiben können”. Übertragen auf Wissenschaftler können wir sicher sagen, dass auch diese zunächst bezahlter Arbeit nachgehen müssen, bevor sie sich um kostenlose Politikberatung kümmern können. Unter diesem Licht müssen die Gründe betrachtet werden, die jemanden dazu bringen, seine Kompetenzen in erheblichem Umfang kostenlos für eine Tätigkeit zur Verfügung zu stellen, die ihn nicht ernährt.

Klimaforscher sind nicht die einzigen, die so etwas tun. das Ehrenamt in Vereinen und Organisationen lebt davon. Kaum ein Blogger kann von seinem Blog leben, trotzdem investieren viele eine Menge Zeit ins öffentliche Schreiben und Kommentieren. Welche Gründe gibt es dafür? Ich sehe drei Motive:

1. Man hat einfach Spaß an der Sache, es bringt einem Entspannung von der sonstigen Arbeit, Freude und vielleicht ein bisschen persönliche Anerkennung.

2. Man hat eine Botschaft, eine Misson. Man fühlt sich aus moralischen Erwägungen heraus gefordert, etwas zu tun.

3. Man erhofft sich aus seinen kostenlosen Tätigkeiten einen Zuwachs an Reputation und Kontakten, die als Investition für angestrebte bezahlte Tätigkeiten dienen können.

Können diese drei Motive als ausreichende Basis für kostenlose Politikberatung dienen? Offensichtlich nicht.

Jeder weiß, dass der Spaß an einer Sache einem schnell vergehen kann, wenn diese anstrengend wird. Anstrengend heißt hier nicht, dass die Lösung von Problemen kompliziert wird oder alle Kräfte, die man hat, herausfordert. Anstrengung, die einem den Spaß verdirbt, kommt vor allem daher, dass man auf Gegner stößt, die die Sache behindern oder zurückdrängen wollen. Das ist bei jeglicher Politikberatung aber alltäglich, da Politik im Wesentlichen der Machtkampf verschiedener Interessensgruppen ist.

Wer eine Botschaft hat ist immer der Gefahr ausgesetzt, seine Objektivität zu verlieren. Genau genommen schließen moralische Motive und wissenschaftliches Arbeiten sich aus. Wissenschaft sucht nach der Wahrheit, während Moral bereits über ein vor-wissenschaftliches Urteil verfügt. Wer wissenschaftlich nach der Wahrheit sucht, muss während dieser Arbeit seine moralischen Hoffnungen und Ziele vergessen können – sonst kann es passieren, dass nicht die Empirie sonder die Moral zur Beurteilung der Fakten herangezogen wird.

Ähnlich ist es mit dem Motiv, Reputation für späteres Arbeiten aus der kostenlosen Beratung zu ziehen. Diese Reputation bezieht sich ja immer auf einen bestimmten Adressaten und die Gefahr kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Erwartungen dieses Adressaten in die Beratungsergebnisse einfließen.

Wissenschaftliche Politikberatung muss objektiv sein, nur den Erkenntnissen der Wissenschaft verpflichtet. Da aber eine kostenlose Beratung, wenigstens dann, wenn sie dem Berater nennenswerte Zeit kostet, niemals interesselos sein kann, kann sie kaum objektiv sein. Deshalb muss dieser Konstruktionsfehler des IPCC zuerst beseitigt werden. Beratung muss ganz normale, bezahlte Arbeit sein und darf nicht davon abhängen, dass der Berater jederzeit Spaß an der Sache hat, dass er eine moralische Verantwortung fühlt oder dass er seine Reputation verbessern will.

Kommentare (30)

  1. #1 Thilo Kuessner
    März 10, 2010

    Wenn man z.B. Arbeiten in Fachzeitschriften veröffentlicht oder Gutachten für Fachzeitschriften schreibt, wird man dafür ebenfalls nicht bezahlt. Ich sehe nicht, wieso das die Objektivität in Frage stellt.

  2. #2 Webbaer
    März 10, 2010

    Wie soll die werte zahlende Abnehmerschaft aussehen? Und wird beim Kunden nicht stark auf die Abnehmerzufriedenheit geachtet? Wie sehen bspw. die Studien aus, die im Gewerkschaftsauftrag auf die Menschheit losgelassen werden?

    Richtig ist natürlich, dass immer ein Motivationsimperativ vorliegt, wenn eine Beratungsleistung – angefordert oder auch nicht – erbracht wird. Es wird immer in einer Währung gezahlt, die nicht monetärer Art sein muss. Manch ehrenamtlicher Mitarbeiter will sich in den Medien sehen, andere folgen ihrer Überzeugung und wollen überzeugen.

    Alles legitim, aus Sicht des Webbaeren liegt eine positive Dilemmasituation vor. Was also nicht schlecht ist, das öffentliche Ringen ist wohl noch besser als eine Regierung, die knallhart auf von ihr in Auftrag gegebene Studienresultate verweist und genauso knallhart auf Staatenebene oder im Verbund mit anderen (aber eben nicht zusammen mit allen) umsetzt.

    MFG
    WB

  3. #3 MartinB
    März 10, 2010

    Das Argument verstehe ich gar nicht: Wenn mich der, den ich berate, nicht dafür bezahlt, dann ist meine Objektivität gefährdet, aber wenn er mich bezahlt, nicht? Eigentlich ist es doch wohl umgekehrt – wie man am Gutachterwesen sieht, denn jeder findet ja immer einen (bezahlten) Gutachter, der seine vorgefasste Meinung bestätigt. Wer mich bezahlt, von dem bin ich abhängig und dem werde ich eher nach dem Mund reden.

  4. #4 Arno
    März 10, 2010

    Wenn meine moralischen Ueberzeugungen mir sagen, dass die Klimapolitik eine Grundlage in qualitivativ hochwertigen Forschungsergebnissen haben sollte, und ich aus dieser Motivation heraus versuche, einerseits derartige Forschungsergebnisse bereitzustellen, und andererseits die Entscheidungstraeger ueber die Ergebnisse zu informieren; wo liegt da der Widerspruch zwischen moralischer Motivation und wissenschaftlicher Arbeit?

  5. #5 Webbaer
    März 10, 2010

    Wer mich bezahlt, von dem bin ich abhängig und dem werde ich eher nach dem Mund reden.

    Sischer. Das ist das Problem. Wie würde eine Klimastudie von Umweltminister Gabriel in Auftrag gegeben, wie eine von Hr.Trittin, wie eine Hartz IV-Studie im Auftrag G.Westerwelles wohl resultativ aussehen?

    Die Idee ist möglicherweise, dass der Markt eben durch Zahlungsfolgen inspiriert eine höhere wissenschaftliche Qualität erreicht. Vielleicht ja, in gewissem Sinne, vermutlich nein; Unabhängige sind besser oder müssten besser sein, sofern sie keinem verbohrten Motivationsimperativ [1] folgen und Augen und Ohren offenhalten und finanziell über ausreichende Möglichkeiten verfolgen.
    Da letzteres nie der Fall sein kann, schliesst sich der Kreis wieder und das Dilemmatische kommt wieder zum Vorschein.

    [1] anscheinend ein Teil des Problems um CRU und IPCC heutzutage

  6. #6 Georg Hoffmann
    März 10, 2010

    Na ja, “nicht bezahlt” sollte man vielleicht erörtern.Sie sind nicht extra-bezahlt für ihre IPCC Taetigkeit. Da im IPCC nur Festangestellte oder zumindest in diesem Moment angestellte Wissenschaftler arbeiten, sind sie also beahlt und bekommen die Spesen fuer den Flug nach Christchurch (oder sonst wohin) bezahlt.
    Ich denke, das Arrangement ist ok und aendert nichts an der Objektivitaet der Experten, die gewonnene Reputation ist beachtlich, Und ausserdem funktioniert es ja. was man an der Qualitaet des abgelieferten Produkts sehen kann.
    Lustig ist natuerlich, dass Leute sich ueber die finanziellen Interessen der IPCC Forscher auslassen, die fuer die Buecher, in denen sie so etwas schreiben Tantiemen im 5-6stelligen Bereich einstreichen (wie Claude Allegre etwa).

  7. #7 Webbaer
    März 10, 2010

    BTW und nicht so wichtig, im Internet wird dieses oder vergleichbare Probleme durch sog. Communities in Teilen gelöst, Schwarmintelligenz und so; Meinungs- und Kompetenzträger melden sich zahlungsfolgenfrei zu Wort und generieren ein meist solides Gesamt-Output.

    Man kann dieses Blog und andere dieses und anderer Webbiotope sicherlich als Teil einer vergleichbaren Community sehen; hier wäre man dann so zu sagen am besten aufgehoben, hier sollten Entscheidungsträger aus den politischen Ebenen mitlesen. 😉

  8. #8 Georg Hoffmann
    März 10, 2010

    @Webbaer
    Das funktioniert bei der Schwarmintelligenz immer dann, (1) wenn’s niemanden interessiert oder zumindest keine starken politischen Ueberzeugungen betroffen sind (Geschichte des Brieftaubensports) und geht dann schief, wenn es nicht so ist. Weswegen die entsprechenden Theman fast alle bei Wiki gesperrt sind. (2) Eben bei Wiki auch Leute (letztlich Experten) den Daumen auf bestimmte Themen halten.

    Ein “IPCC” zum Klima per freiem Wiki ginge genauso schief wie einer zur Evolution oder zum Thema Rasse oder oder …

  9. #9 Jörg Friedrich
    März 10, 2010

    @Thilo Kuessner: Ich gehe eigentlich davon aus, dass das Schreiben von Fachartikeln und der Review von solchen Artikeln zur normalen Arbeit von Wissenschaftlern gehört, die in Universitäten und Instituten angestellt sind und als Angestellte auch bezahlt werden. Wenn allerdings die Arbeit für das IPCC genauso zur normalen Arbeit gehört (was ich auch dem Kommentar von Georg Hoffmann entnehme) dann ist mir unklar mit welchem Recht überhaupt die Behauptung in die Welt gesetzt wird, diese Arbeit werde nicht bezahlt.

    @Webbär: Die „zahlende Kundschaft“ wäre natürlich die UNO, vielleicht vertreten durch die WMO in Genf, bei der das IPCC ja auch seine Büros hat. Die Kosten für die Bezahlung der Tätigkeit der Wissenschaftler, die ja für das IPCC nicht selbst forschen sondern Forschungsergebnisse zusammenstellen, wären, gemessen an anderen Ausgaben-Positionen der UNO, sicher überschaubar.

    @MartinB und Webbär: Sie äußern eine merkwürdige, fast möchte ich sagen, klischeehafte Vorstellung von Beratung. Ich selbst bin ja als Berater, wenn auch nicht in der Politik, tätig und kann Ihnen versichern, dass die bestbezahlten Berater die sind, die ihrem Auftraggeber nicht nach dem Munde reden. Natürlich gibt es Berater die das tun, und natürlich sind diese in der Politik teilweise gern gesehen (wobei ich denke, dass sich Politiker auch gerne objektive Beratung gönnen, nur wird deren Ergebnis dann nicht unbedingt veröffentlicht). Da es aber auf UNO-Ebene z.B. gar keine Meinung des Auftraggebers gibt, der man nach dem Munde reden kann, besteht diese Gefahr gar nicht.

    @Arno: Da haben Sie Recht. Das ist der optimale Fall. Moralische Motive können allerdings sehr unterschiedlich sein, deshalb ist es besser, von den moralischen Motiven des Beraters unabhängig zu sein.

    @Georg Hoffmann: Ihre Einschätzung zur Schwarmintelligenz teile ich.

  10. #10 Jörg Friedrich
    März 10, 2010

    @Webbär: Wobei natürlich auch richtig ist, dass Web-Communities wie z.B. Blogs eine wichtige korrektive und kritisch begleitende Funktion haben können. Aber das ist ein anderes Thema.

  11. #11 Webbaer
    März 10, 2010

    …dass die bestbezahlten Berater die sind, die ihrem Auftraggeber nicht nach dem Munde reden.

    Der Webbaer verweist hier gerne auf die Wirtschaftsberatung, möglicherweise sind manche der Leser/Schreiber hier tätig, und dort ist eben aus Anbietersicht streng zu unterscheiden zwischen sacharbeitenden und sich absichernden “politischen” Abnehmern. Beide Gruppen sind existent, bei der pol. gegebenen Anforderungslage ging der WB davon aus, dass die “Wahrheit” auf der Strecke bleiben muss.
    Das muss nicht der Fall sein, ist das dann nicht der Fall, ist dem geschätzten Blogautoren ganz vermutlich Recht zu geben.
    @Georg: Danke für den Hinweis, bei “aufgeladenen” Themen kann ein typisch webbasierter Ansatz scheitern, darum auch das “BTW”.
    BTW, etwas schade, dass das was “niemanden interessiert” hier so abgewertet wird, aber jeder so gut er kann oder weiss.

    MFG
    WB

  12. #12 Georg Hoffmann
    März 10, 2010

    @Friedrich

    Nun , da berichte ich mal aus eigener Erfahrung. Als ich angefangen habe, war das wirklich ein Riesending nach San Francisco zur AGU zu fahren. Waere es nur im Schiff gegangen ich haette ich es auch uebernommen. Natuerlich nutzte ich die Gelegenheit um danach die USA zu queren etc etc. TOLL.
    Mittlerweile wartet zu Hause die Familie, die Doktoranden, der Garten, unreparierte Fahrrad etc etc. Es gibt entweder einen Direktflug oder ich fahr gar nicht erst hin, fertig. Der letzte Speaker hat gerade Thank you gesagt, da sitze ich schon im tax zum Airport. Sicher nett, aber anstrengend.
    Jetzt das Ganze nach Christchurch, aber obendrein zwanzig Seiten schreiben. Aeh also ehrlichgesagt…
    Nehmen wir ein weniger umstrittenes Thema und eines, wo von den Experten nicht eine Art moralische Reinheit erwartet wird (wie bei der Klimaforschung), sagen wir die Anfertigung eines grossen Rapports zu Explorationsmoeglichkeiten in der Arktis (gabs naemlich wirklich), dann wuerde jedem Experten sicher noch etwas Monetaeres dazugegeben. Da gehe ich mal von aus.

  13. #13 Webbaer
    März 10, 2010

    Nachtrag:

    Da es aber auf UNO-Ebene z.B. gar keine Meinung des Auftraggebers gibt, der man nach dem Munde reden kann, besteht diese Gefahr gar nicht.

    Huch, gerade entdeckt, welch Bild der UN wird denn hier gelagert?

  14. #14 Franz Nörgel
    März 11, 2010

    Lieber Herr Friedrich,

    ich habe ihnen schon einmal vrogeschlgagen, sich aus Themen raus zu halten, welche sie nicht nur offensichtlich nicht verstehen. Sie bringen da Beiträge, welche so weit weg von der Realität sind, dass es beim Lesen körperlich scherzt. Verstehen sie, was ich meine?
    Warum spielt sich ein nackter Laie auf, Klimathemen zu posten?
    Al Gore Film geguckt, oder was?
    Meine Güte, lassen sie doch diese Thema, sie sind dazu schlicht und einfach weder berufen noch fähig.
    Glauben sie nicht? Na dann lass doch mal irgendeinen Fuzzi zu deiner Profession posten und überlege, wie viel Sinn das ergeben könnte, hmmm?

    Platzverschwändung und wenn ein Hoffmann daher kommt, übrigens auch ein Laie und sie irgendwie umständlich bestätigen will, kann ich nur sagen, Hoffmann ist ein Klimakasper, welcher offensichtlich auf Gelder angewiesen ist, welche durch die AGW Industrie lukreiert werden und der Arme villeicht gar nicht genau weiß, wie ihm geschieht. Klingt hart und gemein, ist aber so. (Hoffi, spar dir dein Feedback, ist wertlos…)

  15. #15 Franz Nörgel
    März 11, 2010

    noch was Freidrich:

    wer arbeitet bitte für den IPCC unentgeltlich?

    Bevor sie so einen Müll in die Welt setzten, sollten sie vielleicht mal: face the facts berücksichtigen, hmmm? Wo leben sie denn, hinter der Sonne, wo wir nur in der Nacht hinfliegen, weil es dann nicht so heiss ist?
    Wie gesagt, verblöden sie bitte die Teilnehmer in ihrem Fach und versuchen sie bitte nicht in Sachen Klima gscheit zu wirken, geht das????????????????????????????????????

  16. #16 Franz Nörgel
    März 11, 2010

    noch was Friedrich:

    wer arbeitet bitte für den IPCC unentgeltlich?

    Bevor sie so einen Müll in die Welt setzten, sollten sie vielleicht mal: face the facts berücksichtigen, hmmm? Wo leben sie denn, hinter der Sonne, wo wir nur in der Nacht hinfliegen, weil es dann nicht so heiss ist?
    Wie gesagt, verblöden sie bitte die Teilnehmer in ihrem Fach und versuchen sie bitte nicht in Sachen Klima gscheit zu wirken, geht das????????????????????????????????????

  17. #17 Redfox
    März 11, 2010

    “Multiple Fragezeichen machen eine Frage nicht fragender, sondern
    allenfalls lächerlicher.

  18. #18 Jörg Friedrich
    März 11, 2010

    @Franz Nörgel: Zunächst wäre es für das Verständnis meines Textes sicherlich hilfreich wenn Sie bemerkten, dass ich hier kein “Klimathema” gepostet habe, sondern mich mit einem Problem der Politikberatung beschäftige.

    Sodann bitte ich Sie nochmals, konzentriert die Hinweise für Kommentatoren zu lesen und diese bei weiteren Kommentaren zu berücksichtigen. Ansonsten werden Sie sich an ihren Formulierungen hier im Blog nicht lange erfreuen können – und das weniger weil ich fürchte, dass jemand mit Ihnen übereinstimmen könnte und Sie somit den Ruf anderer Kommentatoren beschädigen könnten als vielmehr, weil ich mir von Ihnen nicht die sachliche Diskussion zerstören lassen werde.

  19. #19 Anstandsdame
    März 11, 2010

    Danke auch für Postings, die nicht wasserdicht argumentiert sind, Jörg Friedrich! Auch die regen nämlich zum Nachdenken an. Und das ist doch das Wichtigste.

  20. #20 Jörg Friedrich
    März 11, 2010

    Zum Thema:

    Das Beispiel von Georg Hoffmann zeigt sehr schön, dass eine Beratungsleistung von dem, der sie anfordert, immer bezahlt werden sollte, und zwar unabhängig davon, ob der Berater ohnehin bezahlt wird (und die Beratung während der Arbeitszeit erbringt) oder nicht. Denkbar ist ja auch, dass das Honorar nicht direkt an den Berater fließt, sondern an das Institut, bei dem er beschäftigt ist.

    Um noch mal (@Webbär) zu präzisieren: Bei der UNO ist, das zeigte ja Koppenhagen) die Interessenlage so komplex, dass ein “Beratungsauftrag mit Zielvorgabe” nicht zu befürchten wäre.

    Eine Vergütung der Beratung wird bei der Priorisierung der Entscheidung, wieviel Kraft und Zeit in das Thema investiert wird, eine Rolle spielen (müssen) – entweder auf persönlicher oder auf Institutsebene. Würde die IPCC-Beratung (nach dem Drittmittel-Prinzip z.B.) vergütet, dann würden in jedem Falle die besten Kräfte in Höchstform daran arbeiten – unabhängig von den übrigen, oben aufgezählten Motiven.

  21. #21 Webbaer
    März 11, 2010

    @JF
    Es ist zu befürchten, dass ein UN-Klimarat vergleichbar leistungsfähig sein wird wie ein UN-Menschenrechtsrat [1]. Deiner Betrachtung kann der Webbaer nunmehr vollumfänglich folgen, grundsätzlich muss oder müsste eine Wirtschaftlichkeit sehr sinnvoll sein, in dieser konkreten Situation (Auftragsvergabe bspw. durch ein nationales Umweltministerium, das EU-Umweltkommissariat oder eine (vielleicht noch zu schaffende?) UN-Stelle) sieht der Webbaer aber ziemlich schwarz.
    Vielleicht die mittlerweile recht grosse G-Gruppe?

    MFG
    WB

    [1] Einige Staaten werden die gemeinsame Bearbeitung primär so verstehen, dass es um eine Art internationalen Ökö-Sozialismus (oder jedenfalls primär um Geldflüsse von A nach B) geht und werden i.p. Forschung/Entwicklung und dann natürlich erst bei der späteren Umsetzung ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen. Aus Sicht des Webbaeren muss eine demokratische, mit persönlichen Freiheitsrechten und der Marktwirtschaft (irgendwie) verpflichtete Gesellschaft gegeben sein, denn nur diese kann dem Prinzip der mod. Wissenschaftlichkeit und der Objektivität folgen; andere UN-Kräfte backen sich bekanntlich Wahrheit.

  22. #22 Jack
    März 11, 2010

    Ich finde den Artikel schonmal gut – also nicht von Trollen ärgern lassen.
    Das Angesprochene Problem ist natürlich eines das sehr tief in unserer Gesellschaft verwurzerlt ist. Die einzige Lösung die ich sehe wäre eine unabhängige Geldquelle die nicht mit dem Beauftrager zusammenhängt. Ein model wäre zb das BGE (http://www.initiative-grundeinkommen.ch/) Die Problematik das sich die eigene Motivation in den Ergebnissen negativ auswirkt sollte ein Wissenschaftler kennen und bestmöglich damit umgehen – natürlich wird er automatisch immer geneigt sein seine vermutung zu beweisen, statt die wahrheit zu finden. Vorallem wenn er bereits sehr viel in diese Arbeit investiert hat die durch ein negativen Beweis für ihn scheinbar umsonst gewesen wäre.

  23. #23 Webbaer
    März 11, 2010

    @Jack
    Es gibt keine “unabhängigen Geldquellen” und Unabhängigkeit bei Entscheidern. Man kann hier nur über ausreichend legitimierte Mandatsträger kommen, nicht mit bspw. aus Experten bestehenden Räten.

    Das BGE ist eine sehr gute Idee (die vermutlich deshalb nie umgesetzt werden wird :), wie der Vergleich jetzt greifen soll, erschliesst sich dem Webbaeren aber nicht sofort.
    Die Argumentation mit der Eigendynamik von sich in eine bestimmte Richtung bemühenden Kräften dagegen schon.

    Der Anstandsdame schliesst sich der Webbaer (ohnehin, hi!) gerne an.

    MFG
    WB

  24. #24 BreitSide
    März 11, 2010

    @Webbär:

    Aus Sicht des Webbaeren muss eine demokratische, mit persönlichen Freiheitsrechten und der Marktwirtschaft (irgendwie) verpflichtete Gesellschaft gegeben sein, denn nur diese kann dem Prinzip der mod. Wissenschaftlichkeit und der Objektivität folgen;

    Nun sind ja in Europa, in Amerika und großen Teilen Asiens genau diese Gesellschaften gegeben, die Du so lauthals forderst. Und Dir passt das Resultat immer noch nicht.

    Was jetzt?

  25. #25 Webbaer
    März 11, 2010

    @Breit:
    Resultat OK, Kritik dennoch angebracht. 🙂
    So isses halt in modernen Gesellschaften, selbst der schlaue (oder: doofe) Webbaer darf seine Meinung vortragen.

    Wie ausserhalb demokratischer, den pers. Rechten und der Marktwirstchaft zugeneigter Gesellschaften ein dementsprechender Austausch stattfinden soll, bleibt Old WB allerdings unklar.

    Sehen Sie Ansatzmöglichkeiten mit “König X” Abkommen zu schliessen, die i.p. F&E und Umsetzung sinnvoll sind?

    WB keine Probleme haben überstimmt zu werden (Sollen die ruhig machen, solange Umziehen eine Option ist).

    MFG
    WB

    PS: Vortrag des Inhaltemeisters gut, oder?

  26. #26 Georg Hoffmann
    März 13, 2010

    @Jörg Friedrich
    Ich möchte dich auf den letzten Kommentar von Herrn Noergel aufmerksam machen und die Geschmacklosigkeit, mit der sein Kommentar endet.

  27. #27 Jörg Friedrich
    März 13, 2010

    Ich habe die letzten beiden Kommentare des Franz Noergel gesperrt.

    Natürlich ist mir klar, dass die meisten Leser selbst ein entsprechendes Urteil über die Qualität solcher Kommentare fällen können und ein Sperren deshalb eigentlich nicht nötig ist. Es ist wie in allen Diskussionen: manche, die immer merkwürdiges Zeug dazwischen rufen, stören zwar den konstruktiven Streit, aber man kann sie weitgehend ignorieren. Irgendwann ist dann aber eine Grenze überschritten, die auch meinem liberalen Verständnis gesetzt ist.

    Ich finde die Idee der sieben Leben, die Georg Hoffmann in seinem Blog anwendet, ganz attraktiv. Jeder, der die bisherigen Kommentare des Franz Noergel in diesem Ordner gelesen hat, wird sich wohl vorstellen können, dass seine sieben Leben mit den letzten zwei Kommentaren aufgebraucht waren.

  28. #28 Franz Nörgel
    März 14, 2010

    Herr Friedrich
    auch sie sollten mal in den Spiegel gucken.
    Nicht wir, die AGW kritischen Menschen, haben begonnen, die unterste Schublade zu öffnen.
    Ihr großes, wenn auch ungewolltes Idol, Al Gore hat damit angefangen und das zieht sich hin zu Freaks wie Rahmstorf & Co.
    Wissenschafter und ganz normale Bürger, welche nicht AGW hörig sind und Fragen stellen, werden als “deniers” bezeichnet. Mit Menschen in einen Topf geworfen, welche den Holocaust bezweifeln und die Landung am Mond usw.
    Diese abscheuliche Polemtik gipfelt in “an inconvinient truth”, einen Schudfilm welcher heute als Unterrichtsmittel dienen darf, wenn Al Bundy Gore die Bush Regierung als Dummköpfe bezeichnet und Skeptiker mit den Nazis Hitlerdeutschlands vergleichen versucht. Diese perverse Provokation ist ihr Aushängeschild und wird noch mit dem Friedensnobelpreis bedacht. Na bravo.
    Verstehen sie nicht, was hier läuft? Halten sie diese Methoden nicht für zu tiefst niederträchtig? Wenn nicht, dann sollten sie vielleicht eine Minute nachdenken, bevor sie kritische Stimmen löschen, nur weil sie ihnen Methoden vorwerfen, welche von ihnen sozusagen neu entdeckt wurden.
    Hoffmann hat keinen Spiegel zu hause, wie sieht es bei ihnen aus?

  29. #29 Jörg Friedrich
    März 14, 2010

    Ich lasse den Kommentar von Franz Noergel hier einmal stehen, weil er sozusagen in extremer Reinform zwei Probleme demonstriert an denen Internet-Diskussionen immer wieder kranken.

    1. Die Unfähigkeit zu differenzieren. Jeder, der nicht 100%ig mit meiner Ansicht übereinstimmt, wird dem Gegenlager zugeordnet, es gibt überhaupt nur Schwarz oder weiß, Freund oder Feind (wer nicht für mich ist, ist gegen mich). Jeder Beitrag wird nur darauf geprüft, ob er den eigenen Standpunkt unterstützt, wenn nicht, wird er bekämpft.

    2. Die Unfähigkeit, anderen mit Respekt zu begegnen. Nicht ein Standpunkt wird angegriffen, sondern ein Mensch, nicht eine Postion wird kritisiert, sondern eine Person wird beleidigt.

    Ich möchte in meinem Blog über Themen diskutieren, nicht verbalen Schlägereien folgen. Wer das nicht akzeptieren kann sucht sich bitte einen anderen Ort für seine Kommentare.

  30. #30 Ockham
    August 23, 2010

    Es gibt ihn nicht, den meinungs- und ansichtslosen Menschen, selbst Daoisten scheitern an diesem Anspruch.

    Auch wie und wann im Detail die Annahme von Geld oder anderer Werte die Arbeit eines Wissenschaftler genau in welcher Weise beeinflußt, dürfte schwer zu klären sein.

    Aus diesem Grunde habe ich bei der Teambildung meist antagonistisch besetzt. Das heißt ich habe zwei Teams mit widersprüchlicher Ausgangsmeinung gebildet und dann von allen eine Synthese der Ergebnisse gefordert, wohl wissend, daß dies selten möglich ist. Die Erfahrungen waren, was die Ergebnisse betrifft, durchweg gut. Ich halte es für realitätsfern anzunehmen, daß irgendjemand irgendein Thema “objektiv” bearbeiten kann, ganz gleich wie Einkommen und Status geregelt und definiert sind.