Einige Leser haben sicherlich meine bisherigen Gastbeiträge gelesen, die netterweise auf Geograffitico (danke, Jürgen!) veröffentlicht wurden. Jetzt wurde mir die große Ehre zuteil, auf Scienceblogs.de mein eigenes Blog – Von Bits und Bytes – betreiben zu dürfen.

Der Titel lässt vermuten, dass es hier zum größten Teil um Computer gehen wird; immerhin entspricht das auch ungefähr dem Bild, welches die Öffentlichkeit von der Informatik hat – Informatiker machen „irgendetwas mit Computern”. Jeder mitlesende Informatiker wird sicherlich die Verzweiflung kennen, die ihn befällt, wenn ein lieber Verwandter oder Bekannter mal wieder mit einem Computerproblem ankommt, denn „du hast doch Informatik studiert, da kennst du dich doch mit Computern aus.” Natürlich hat Informatik etwas mit Computern zu tun, aber oft genug auf höchst indirekte Art und Weise und nicht so, wie die Aussage in der Regel gemeint ist. Ich möchte mit diesem Blog versuchen, diese Dichotomie aufzuklären und etwas zum allgemeinen Verständnis der Informatik beitragen. Ich möchte vermitteln, was Informatik eigentlich genau ist.

Um das Problem „Computer ist gleich Informatik?” anschaulich zu erklären, ist zu Anfang ein Zitat des bekannten Informatikers Edsger Wybe Dijkstra angebracht: “In der Informatik geht es genauso wenig um Computer wie in der Astronomie um Teleskope.” Fleißige Leser von Astrodicticum Simplex werden sicher wissen, was gemeint ist. Ohne ein Teleskop lässt sich schlecht Astronomie betreiben, da irgendwo die ganzen Informationen über das Universum ja herkommen müssen; Teleskope sind somit ein essentieller Bestandteil der Astronomie. Beobachten des Himmels allein reicht aber nicht (zumindest für die Astronomie; wer sich an imposanten Anblicken erfreut, hat es hier natürlich einfacher) – zusätzlich zur Arbeit mit dem Teleskop sind Formeln, Theorien und Modelle erforderlich, mit denen die beobachteten Dinge verstanden und erklärt werden können. Teleskope liefern die Eingangsdaten für die Berechnungen und erlauben, die bestimmten Modelle an der Wirklichkeit zu überprüfen. Für den Schritt dazwischen aber sind sie nicht notwendig. Der gemeine Astronom wird sich zudem sicherlich auch selten mit dem Zusammenbau von, der Erforschung neuer und der Bedienung bestehender Teleskope beschäftigen, insbesondere, wenn wir hier von den großen Anlagen wie dem VLT reden (ich hoffe, ich habe den astronomischen Alltag hier nicht allzu falsch wiedergegeben; aber Florian wird mich hoffentlich darauf hinweisen, wenn doch).

Die Informatik folgt hier einem ähnlichen Schema. Der Computer ist das Werkzeug, welches die Basis für die Arbeit als Informatiker darstellt; auf ihm können die erdachten Algorithmen umgesetzt, die geschriebenen Programme ausgeführt und die neu entwickelten Modelle ausprobiert werden. Nur wenige Informatiker jedoch werden selber Computer zusammenschrauben, ständig neue Betriebssysteme installieren, Viren beseitigen und was sonst noch alles dem Kompetenzbereich von Informatikern zugerechnet wird. Sicher, wir können derartige Aufgaben ab und zu „besser” als Menschen erledigen, die nicht so viel mit Computern zu tun haben. Aber ehrlich – nur, weil wir Informatik studiert haben, heißt das nicht, dass wir alles am Computer können.
Wenn es nun aber in der Informatik nicht (nur) um Computer geht, worum dann? Grob habe ich das ja schon bei der Diskussion darüber, warum Informatik nicht zwangsläufig Mathematik ist, umrissen. Im Wesentlichen lässt sich die Informatik in die drei Teilgebiete technische, theoretische und praktische Informatik unterteilen.

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Die technische Informatik beschäftigt sich mit allem, was irgendwie mit Hardware, also den physikalischen Komponenten eines Computersystems, zu tun hat. Das kann entweder ganz konkret der Entwurf neuer Hardware-Bausteine (etwa Prozessoren, Grafikkarten, Festplatten, …) sein, aber auch die Planung, der Zusammenbau und die Wartung von ganzen Computersystemen. Doch nicht nur der Umgang mit der Technik gehört dazu – auch die systemnahe Programmierung, also die Programmierung von Software, welche unmittelbar mit der zugrundeliegenden Hardware zu tun hat, kann in den Bereich der technischen Informatik eingeordnet werden. Ich muss allerdings gleich zu Anfang gestehen, dass ich von dieser Thematik allgemein weniger Kenntnisse besitze und sie daher in diesem Blog vermutlich zu kurz kommen wird. Wer hierzu ein gutes Blog kennt, möge es mir doch bitte mitteilen, damit ich es hier direkt verlinken kann.

Die theoretische Informatik erforscht – wie sollte es auch anders sein – die Grundlagen der Informatik. Der Leser sollte sich hier allerdings nicht vom Begriff „Grundlagen” in die Irre führen lassen; tatsächlich ist die theoretische Informatik ein sehr umfangreicher und fast schon eigenständiger Themenkomplex, der zwar mit der praktischen Informatik einige wichtige Berührungspunkte und Überschneidungen besitzt (wobei in eben diesen Bereichen eine Unterscheidung manchmal schwierig ist), aber teilweise losgelöst von dieser existiert. Die untenstehende Abbildung (anklicken zum Vergrößern) zeigt einige der zur theoretischen Informatik gehörenden Gebiete. Die Berechenbarkeitstheorie beschäftigt sich dabei mit der Frage, ob ein Problem überhaupt mit einer Maschine lösbar ist; in der Komplexitätstheorie wird dann gefragt, wie komplex, also schwierig es ist, ein bestimmtes Problem zu lösen (an dieser Stelle sei bereits einmal auf das bekannte P=NP-Problem hingewiesen, welches bestimmt später noch einen eigenen Blog-Eintrag bekommt); die formalen Sprachen schließlich beschreiben den formalen Aufbau einer Sprache (was sich darunter vorgestellt werden kann, werden wir irgendwann später auch noch sehen) und können für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, etwa die Definition von Programmiersprachen, formale Beweise und ähnliches. Weitere wichtige Bereiche der theoretischen Informatik sind die formale Logik, Programmverifikation, Kryptographie, Graphtheorie, Typtheorie und auch die Behandlung von Quantencomputern. Diese Liste ist nicht vollständig – eine exakte Definition, was theoretische Informatik alles umfasst, ist wie so oft nicht eindeutig möglich.

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Die praktische Informatik schließlich umfasst all die Themen, die sich mit der Lösung konkreter Probleme beschäftigen. Auch hier ist eine exakte Eingrenzung schwierig, da keine formale Definition existiert; ich lege daher meine ganz persönliche Definition zugrunde (mitlesende Informatiker mögen mir das bitte durchgehen lassen): ich rechne all das zur praktischen Informatik, was im Grunde auf Programmierung (gleich welcher Art) hinausläuft. Das ist natürlich eine sehr allgemeine Beschreibung, welche sehr viele Thematiken umfasst. Beispiele hierfür sind etwa die Beschreibung von Datenstrukturen zur Speicherung und Repräsentation von Informationen, die Entwicklung von Algorithmen für die verschiedensten Zwecke (etwa zum Sortieren von Daten oder zur Lösung von Optimierungsproblemen), Programmiertechniken im Allgemeinen und Softwaretechnik im Speziellen, die Entwicklung von Betriebssystemen, die Verwaltung von Datenbanken, künstliche Intelligenz, Bildverarbeitung (zum Beispiel Gesichtserkennung auf Bildern), Computergrafik (dazu zählen auch die beliebten Computerspiele) und so weiter, und so weiter. Man sieht – das Feld ist praktisch unerschöpflich.

Manche Leute nennen noch ein viertes Teilgebiet der Informatik, nämlich die angewandte Informatik. Hierunter gruppieren sie alles, was interdisziplinär ist, also große Überschneidungen mit anderen Fachbereichen besitzt. Beispiele hierfür sind etwa die Bioinformatik, Geoinformatik, Medieninformatik, Wirtschaftsinformatik oder Umweltinformatik. Ich persönlich finde diese Einteilung ein wenig ungünstig, da es sich hier genau wie bei der praktischen Informatik am Ende darum dreht, ein konkretes Problem mittels Programmierung zu lösen. Ich werde daher bei der initial genannten Einteilung bleiben und sämtliche interdisziplinären Ansätze einfach der praktischen Informatik zuschlagen. Da ich vor allem im praktischen Gebiet zu Hause bin, wird es zudem dementsprechend auch den Großteil der Blogartikel ausmachen, wobei ich natürlich versuchen werde, auch die anderen Themengebiete so oft wie möglich anzuschneiden.

Ich hoffe, ich kann mit diesem Blog die Geheimnisse der Informatik etwas lüften und euch, den Lesern, einige Einblicke in diese spannende Wissenschaft geben!


[1] erstellt von Darkone via Wikimedia Commons

[2] erstellt von Paeng via Wikipedia

Kommentare (38)

  1. #1 eddy
    Juni 4, 2011

    Super! Hab mich schon gefragt wann es hier etwas zur Informatik gibt 🙂
    Fand deine bisherigen Einträge toll, vor allen Dingen den über die Neugier! Wirst du dich hier auf dem Blog auf eines der oben genannten Themenbereiche spezialisieren? mMn gibt es genug Blogs über die Programmierung; nett wäre deswegen etwas über die theoretische Informatik.

    Nebenbei: die ersten zwei Absätze sind doppelt enthalten.

  2. #2 michael
    Juni 4, 2011

    Schliesse mich Eddy an .

  3. #3 rolak
    Juni 4, 2011

    /systemnah/ Da suche ich auch noch nach einer adäquaten Publikationsstelle 🙂 speziell COP/SOC – aber eben nicht zu speziell. Also nicht auf die Lösung eines bestimmten Problems bei einer bestimmten Hardware (Atmel, …) bezogen, sondern auch grundlegend und übergreifend.

    Hi Eddy, eine gewisse Spezialisierung wird wohl nicht auszuschließen sein, wenn von vier Themenvierteln eines vorangekündigt eher nicht behandelt werden wird.

    Hi michael, damit wäre dann auch die Beschreibung der Doppelung doppelt.

  4. #4 rolak
    Juni 4, 2011

    Na ja, kurz nach dem Wachwerden, noch ohne/zu-wenig Aufputschmittel (oder nutzt hier einer Coffein für andere Zwecke?) und bei schon publizierter Randblindheit mag die Kommentarhalbierung verzeihlich sein: Aus irgendeinem Grunde kommt mir das als ungemocht beschriebene Profilphoto (welches im blog-Allgemeinen und trotz seines Namens en face ist) ungemein bekannt vor. Nicht einmal das Blechauge findet ein zweites Exemplar (na ja, ist auch ziemlich schnitt-empfindlich).
    In einem Punkt wird es keine Übereinstimmung geben: Sport. Das bißchen Radfahren zählt wohl nicht und die einzige sportähnliche körperliche Betätigung die ich leidenschaftlich ausübe wird höchstens mit einem Zwinkern als Sport bezeichnet.

  5. #5 Joshua
    Juni 4, 2011

    Endlich Informatik, würdig vertreten! :o)

  6. #6 WeiterGen
    Juni 4, 2011

    Herzlich Willkommen, Marcus.

  7. #7 rolak
    Juni 4, 2011

    Auf dem Gebiet der eher systemnahen Programmierung (POS-Systeme sind imho ein wenig zwitterig) scheint es doch noch dringenden Bedarf zu geben, wie der soeben erfolgte Einkauf weiterer Drogen zeigte.
    Für Pfandungewohnte: Das zu zahlende und das zu erhaltende Pfand sind i.a. für ein&dieselbe Kiste identisch. Erzeugte im Markt reichlich Kopfkratzen und Grinsen, disjunkt verteilt 🙂

  8. #8 Marcus Frenkel
    Juni 4, 2011

    @eddy
    Wie bereits angemerkt wurde, ist eine Spezialisierung nicht ganz auszuschließen. Ich werde dennoch versuchen, so breit wie möglich zu schreiben, auch zur theoretischen Informatik. Zur Programmierung kommt sicher auch ein wenig, aber eher zur Theorie und vielleicht einige shcöne Algorithmen. Konkreter Programmcode wird wohl seltener sein, dafür ist Scienceblogs.de auch nicht geeignet. Ich möchte immerhin die Informatik erläutern (welch heres Ziel…;) ) und nicht konkrete Programmier-Tipps geben.

    Danke für den Hinweis, ist korrigiert.

    @rolak
    Auch das Klicken mit der Maus kann als Sport bezeichnet werden…zumindest bei einigen Exzessiv-Computerspielern. 😉

  9. #9 WolfgangK
    Juni 4, 2011

    Ach, das waren noch Zeiten, als man den Apple 2+ mit dem 6502-Prozessor in Maschinensprache füttern konnte. Der war mit seinen rd. 65 Befehlen überschaubar und verhältnismäßig schnell. Dafür waren die Möglichkeiten begrenzt… Was für´n Ding? Festplatte? Ja, aber bitte mit ordentlich Fleisch…

    Auch das Klicken mit der Maus kann als Sport bezeichnet werden…zumindest bei einigen Exzessiv-Computerspielern. 😉

    Irgendwie erinnert mich das an diesen oder diesen kräfteverzehrenden Sport 🙂

  10. #10 Dr. Webbaer
    Juni 4, 2011

    “In der Informatik geht es genauso wenig um Computer wie in der Astronomie um Teleskope.”

    Und “Philosophie der Wissenschaft ist etwa so sinnvoll, wie Wissenschaftler Ornithologie für Vögel ist. (Feynman)”, klingt würzig, hat seine Bedeutung und irritiert doch ein wenig…

    MFG
    Dr. Webbaer

  11. #11 rolak
    Juni 4, 2011

    Hi WolfgangK, falls Du ein wenig an die 6502-Zeiten erinnert werden möchtest: Das war ein recht amüsanter Vortrag auf dem letzten .
    Bis zum Z80 konnte ich noch HexDumps ohne Befehlstabelle lesen – danach ließ es deutlich nach, obgleich Grobstrukturen noch immer (x86) gut erkennbar sind. Aber was solls, synchron sind ja auch die (Dis)Assembler deutlich komfortabler geworden, das gleicht sich aus.

  12. #12 Dr. Webbaer
    Juni 4, 2011

    Auch das Klicken mit der Maus kann als Sport bezeichnet werden…zumindest bei einigen Exzessiv-Computerspielern. 😉

    APM, eine feste Größe für OL-Gamerpros…

    MFG
    Dr. Webbaer

    PS @Wolfgang: Auch schon seit den Apple2(-Klonen) dabei, gell, auch multikompetent, gell.

  13. #13 rolak
    Juni 4, 2011

    Mensch Bär, schaff Dir wenigstens einen Text an, aus dem Du Deine Zitate kopieren kannst, damit hier nicht bedeutungsleerer Müll auftaucht, der schon beim Lesen schmerzt. Feynmans berühmter Spruch “Philosophy of science is about as useful to scientists as ornithology is to birds” bzw “Wissenschaftsphilosophie ist für Wissenschaftler so sinnvoll wie Ornithologie für Vögel” ist sehr sinnvoll und in keiner Weise irritierend. Wenn er denn richtig wiedergegeben wird.

    Was ich eben noch zu WolfgangKs Festplatte vergaß: Meine erste kostete ~3500DM (bzw einen Ferienjob) und konnte sagenhafte 5MiB speichern. Und das war nicht so ein Handschmeichler wie die aktuellen 2TiB-Platten, sondern ein MFM-Trumm in voller Bauhöhe und -länge. Letzteres galt auch für die zusätzlich zu erwerbende Kontrollerkarte.
    War definitiv nicht alles gut damals…

  14. #14 Thilo
    Juni 4, 2011

    Wahrscheinlich benutzt der Bär einfach eine schlechte Übersetzungsmaschine.

  15. #15 Dr. Webbaer
    Juni 4, 2011

    @rolak
    Liest sich wie ein dummer Spruch Feynman’s und kann nur im Kontext Sinn ergeben, Old Webbaer hat’s irgendwann mal geprüft und es machte im Kontext irgendwie Sinn. Aber irritiert. – Stand doch da.

    Das Klicken mit der Maus kann auch nicht nur Sport sein, sondern ist Sport, das war gemeint. Der Vergleich mit dem “Feynman” sollte nur den Bedarf an Kontext bemühen, wenn geschrieben wird: “Auch das Klicken mit der Maus kann als Sport bezeichnet werden…zumindest bei einigen Exzessiv-Computerspielern. ;)”

    Es gibt Pro-Ligen für OL-Gamer mit richtig Schotter und im OL-Poker gibts Millionen, prüfen Sie selbst…

    MFG
    Dr. Webbaer

    PS: Grüße auch an Thilo, schöner Tag heute gell, radeln Sie mit Netbook um den Aasee, halten sich fit, auch um den Karrieresprung noch zu erleben?

  16. #16 Thilo
    Juni 4, 2011

    Geben wir mal das Feynman-Zitat “Philosophy of science is about as useful to scientists as ornithology is to birds.” bei Google Translator ein http://translate.google.de/#en|de|Philosophy%20of%20science%20is%20about%20as%20useful%20to%20scientists%20as%20ornithology%20is%20to%20birds.
    Man bekommt, ganz genau wie oben falsch zitiert:

    Philosophie der Wissenschaft ist etwa so sinnvoll, wie Wissenschaftler Ornithologie für Vögel ist.

    Was für ein Zufall!

  17. #17 Thilo
    Juni 4, 2011

    Besser gleich Linguee benutzen statt Google Translator!

  18. #18 rolak
    Juni 4, 2011

    Ok, kann sein – aus Babel fisch ich

    Philosophie der Wissenschaft ist über so nützliches zu den Wissenschaftlern, wie Vogelkunde zu den Vögeln ist

    FreeTranslation erzeugt

    Philosophie der Wissenschaft ist ungefähr so nützlich zu Wissenschaftlern wie Vogelkunde ist zu Vögeln

    und google triffts, gut getippt, Thilo, hätte nie gedacht, daß solch eher schlicht strukturierte Sätze immer noch so unangenehm zu übersetzen sind wie “Time flies like an arrow, fruit flies like a banana” von Groucho.
    Bleibt eine ganz große Frage: Wie zum Henker kann ein des Lesens fähiger Mensch das googlige Ergebnis für auch nur annähernd angemessen halten? Hätte der auch das legendäre “Aus den Augen, aus dem Sinn”==>”Blinder Idiot” für ok gehalten?
    Es bleibt beim Tip mit der Krücke Textfile für c/p.

    Nachtrag: Hui, das regt den Petz bereits derart auf, daß er ausfallend wird und zusätzlich noch seine oben zu lesenden² Kommentare durcheinander würfelt. Arm…

    ² ok, das mit dem Lesen war ja schon geklärt.

  19. #19 rolak
    Juni 4, 2011

    Die Hitze macht mich schlapp.. bzw es scheint so, wenn ich die Brutto-Entstehungsdauer des letzten Kommentars betrachte.
    Immerhin werde ich jetzt endlich mal linguee in den bookmark-Baum hängen, das findet schon Gemachtes so gut. Danke für die Aufmerksammachung!

  20. #20 Dr. Webbaer
    Juni 4, 2011

    @Thilo
    Dr. Webbaer hat an Hand einiger Suchwörter, vielleicht “Ornothologie, sinnvoll, Feynman” das hier gefunden und übernommen:
    http://www.intpforum.com/showthread.php?p=241389&language=de

    Korrekt: “Philosophy of science is as useful to scientists as ornithology is to birds.”

    Macht aber den Braten nicht fett, jeder weiß, was gemeint ist; das Zitat wurde als bekannt vorausgesetzt.

  21. #21 WolfgangK
    Juni 4, 2011

    Der webbaer ist bei Kritik eigener Fehler trotz steter Übung kein Weltmeister im Überspielen derselben und genausowenig im gleichzeitigen Begründen, warum dieser Fehler unbedingt gemacht werden musste. Das erscheint – manchen bis allen – komisch, ist aber so. 90% sind einfach nicht zu verbergen….

  22. #22 Dr. Webbaer
    Juni 4, 2011

    Auch Du, Wolfgang – dass “Philosophie der Wissenschaft ist etwa so sinnvoll, wie Wissenschaftler Ornithologie für Vögel ist. (Feynman)” aus einer Übersetzungsmaschine des dbzgl. suchenden multilingualen Dr. Webbaer in seinen hier beigebrachten Kommentar geraten ist, sollte doch ein Blinder mit Krückstock merken können.

    Wie dem auch sei, habt Euch gu-ut!

    Und ja, es geht in der Informatik auch um informatorisch leistende Gerätschaft,
    mehr wollte Euch Old Webbaer gar nicht reindrücken,
    MFG
    DrW

  23. #23 JK
    Juni 4, 2011

    Die schöne Google-Übersetzung “Philosophie der Wissenschaft ist etwa so sinnvoll, wie Wissenschaftler Ornithologie für Vögel ist” passt doch gut in einen Informatikblog. Offensichtlich hat der Mensch beim Verstehen von Sätzen und beim Übersetzen von Sätzen den Maschinen und Programmen (noch?) einiges voraus. Ein Problem der Informatik? Oder doch eher der Wissenschaftsphilosophie?

  24. #24 Marcus Frenkel
    Juni 4, 2011

    @JK
    Eher ein Problem der Leistungsfähigkeit von Maschinen. Man nehme einen Supercomputer mit ein paar Exaflops Rechengeschwindigkeit, ein, zwei kleine Kernkraftwerke und garniere das ganze mit einem Gletscher zur Kühlung – dann wäre auch eine vernünftige Übersetzung möglich. 😉

    Spaß beiseite – das “noch?” ist das richtige Wort. Momentan ist eine korrekte Übersetzung manchmal schwierig, weil meist ohne Kontext übersetzt wird, welchen wir Menschen oft automatisch mit einbeziehen. Ohne Kontext ist es schwierig – selbst manchmal für Menschen. Ab und zu kann man auch als Mensch Sätze ohne Kontext nur schwierig übersetzen. Von daher werden die Übersetzungen mit der Zeit wohl besser werden, wenn mehr Informationen einfließen.

  25. #25 rolak
    Juni 4, 2011

    Ja wie JK, Mensch soll besser beim Übersetzen sein als Rechner? Die petzigen Herauswindungsversuche zeigen doch eindeutig, daß diese Aussage zumindest nicht immer stimmt.
    Doch allgemein liegt der Problematik (neben einer noch zu findenden Maschinen-Trainings-Methode) in dem Komplexitäts-Abstand begründet: Das Hirn beherbergt ~1e10 Neuronen (evtl vergleichbar mit den Makrozellen eines CPLD, weit komplexer als ein Transistor), jedes mit im Schnitt 1e3 Verbindungen zu anderen Neuronen, das sind Zahlen, da muß selbst die alte Tante IBM noch laaange dran stricken.

  26. #26 WolfgangK
    Juni 4, 2011

    @rolak

    Was ich eben noch zu WolfgangKs Festplatte vergaß: Meine erste kostete ~3500DM (bzw einen Ferienjob) und konnte sagenhafte 5MiB speichern

    Der ganze Rechner hat doch bloss 2200,-DM damals gekostet, und außerdem: FÜNF MB? Was hast du denn mit dem Riesenspeicherplatz gemacht? Unendliche Weiten! Wenn heutzutage ein Programm nur 5Mb hat, denken alle, es kann nur ein Virus sein… 🙂

  27. #27 rolak
    Juni 4, 2011

    boah, bin ich langsam 😉 da schieb ich schnell noch zwei Gedanken nach.
    Irgendwann und -wo hab ich mal einen Text gelesen, in dem konstatiert wurde, daß schon in den 70ern die Transatlantikkabel von (zumindest) einem amerkanischen Dienst per Computer auf gewisse Stichworte hin überwacht wurden. Aufzeichnung natürlich noch auf Band. Keine Quelle, Keine Garantie 😉
    Die ‘tollen’ online-Übersetzungen oder deren Äquivalente zu installierender Programme sind mit Sicherheit nicht das Ende der aktuell technisch machbaren Fahnenstange. Bei den schon eben erwähnten Vereinen dürfte deutlich Besseres an Gerätschaft (ein schicker dezidierter Hardware-Beschleuniger-Verbund) und Software im Einsatz sein. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die anfallenden Datenmengen schon alleine von Echelon von fleißigen Angestellten durchforstet wird.

    Trotzdem kann von Unterhaltung á la HAL in 2001 noch recht lange keine Rede sein. Trotz potentiell exponentieller technischer Entwicklung.

  28. #28 rolak
    Juni 4, 2011

    Nun ja, WolfgangK, das entsprach etwa dem 80-fachen des Hauptspeichers (vor dem Umzug auf das zweite Z80-Möbel mit MMU und CP/M+, danach nur noch 20*). Das würde bei einem aktuellen Einsteigermodell mit 2GiB RAM eine Platte von 160GiB einfordern. Sooo viel hat sich also in den 30+ Jahren nicht getan…

  29. #29 WolfgangK
    Juni 4, 2011

    @rolak

    Für den Apple 2+ gab es mal ein Programm namens Elsa (nicht Kuh Elsa!), welches damals schon als Psychologieprogramm galt. Der Effekt: alle, die das Programm ausprobierten, wollten mit dem Rechner alleine sein. Bei mir hatte das Programm irgendwie einen Sprung in der Schüssel; auf die meisten Eingaben reagierte mit der Wiederholung meiner Eingabe, indem er “Meinen Sie wirklich, dass Sie …” voranstellte. Nach fünf Minuten hatte ich genug von der Sitzung. Es wirkte auf mich wie HAL, dem nur noch eine halbe Steckkarte geblieben war…

  30. #30 WolfgangK
    Juni 4, 2011

    Aber – um hier nicht nur in alten Zeiten zu schwelgen; mir ist durch Marcus Frenkels Beitrag bewusst geworden, wie sehr sich Informatik nicht nur gewandelt hat, sondern auch wie enorm hoch die Ansprüche an Problemlösungen geworden sind – wobei ich bis heute immer wieder ganz simple Dinge bemängeln muss, z.B. Bedien- und Fehlerfreundlichkeit. Ich hatte mal später (nach Apple 2+) unter DOS und Novell-Netzwerk ein Warenwirtschaftsprogramm geschrieben, welches auch von Menschen, die noch nie mit Computer zu tun hatten, ohne Bedienungsanleitung bedienbar sein musste, und zwar ohne sich einarbeiten zu müssen. Lediglich eine fünfminütige Einweisung sollte ausreichen. Ich gebe zu, die Fehlerabfangroutinen waren der Hauptteil der Programmierarbeit, aber letztendlich konnte man über die Tastatur laufen, ohne die Werte versehentlich zu verändern. Das sollte mal jemand bspw. bei Word versuchen…

  31. #31 rolak
    Juni 4, 2011

    sorry for nitpicking, WolfgangK, aber das war ELIZA von Weizenbaum höchstpersönlich. Irgendeine der weit verbreiteten abgespeckten Varianten habe ich auch mal irgendwo abgetippt, fand aber recht schnell PARRY deutlich unterhaltsamer.

    Tja, für jeden Entwickler von SW mit Benutzerinterface ist ein guter Bekannter mit der Eigenschaft “schmutziger Finger” bekannt, der intuitiv jedwege wackelige Stelle schon nach Sekunden antippt 🙂

    Noch ein kleiner Nachschlag zum Übersetzen: Vor einiger Zeit bekam ich bei dem Versuch, eine selbstgezimmerte Übersetzung deutsch->französisch zu überprüfen, ein ziemlich verblüffendes, letzlich aber immerhin die Antwort lieferndes Ergebnis.

  32. #32 rolak
    Juni 4, 2011

    oh weh, der Bekannte ist natürlich nicht ‘bekannt’ sondern ‘nötig’.

  33. #33 WolfgangK
    Juni 4, 2011

    @rolak

    …aber das war ELIZA von Weizenbaum höchstpersönlich

    Ja, schon möglich, es ist lange her und die Erinnerung an Apple 2+ sind eigentlich schon fast verblasst 🙂

  34. #34 michael
    Juni 5, 2011

    @rolak
    > Hi michael, damit wäre dann auch die Beschreibung der Doppelung doppelt.

    Das nächste Mal dann eben mit der Ausschlussklausel ‘bis auf endlich viele Ausnahmen’.

  35. #35 Stefan W.
    Juni 5, 2011

    @Marcus: Informatik – das ist doch schnell geklärt. Informatik ist, was der Informatiker macht (aber nicht kann).

    So und nachdem wir das haben möchten wir nun zum heiteren Esoterikerbashen übergehen.

  36. #36 Dr. Webbaer
    Juni 5, 2011

    @JK

    Die schöne Google-Übersetzung “Philosophie der Wissenschaft ist etwa so sinnvoll, wie Wissenschaftler Ornithologie für Vögel ist” passt doch gut in einen Informatikblog. Offensichtlich hat der Mensch beim Verstehen von Sätzen und beim Übersetzen von Sätzen den Maschinen und Programmen (noch?) einiges voraus. Ein Problem der Informatik? Oder doch eher der Wissenschaftsphilosophie?

    In der Tat zeigt die kleine Fehlleistung, die Dr. Webbaer aus dem Web kopierte, Quelle weiter oben, recht schön wie Bären (und auch Menschen) denken und per Mustererkennung Sinn beimessen, auch wenn dieser bereits (fast) verloren gegangen ist. – Man sieht als Bär den Unsinn unter bestimmten Umständen gar nicht mehr!

    Zurzeit leistet die IT eben nichts eines Erkenntnissubjekt Würdiges, klar, man kann den ausgefeilten Google-Mechanismen versuchen eine gewisse Intelligenz beizumessen, kennen diese doch ihren Kunden, d.h. den Menschen (oder Bären), aber von Intelligenz [1] ist wenig zu spüren.

    MFG
    Dr. Webbaer (der ansonsten keine Probleme hat einem Taschenrechner Intelligenz zuzusprechen, aber eine sehr geringe)

    [1] ein unscharfer Begriff, der wohl letztlich an Erkenntnissubjekte gebunden werden muss

  37. #37 Dr. Webbaer
    Juni 5, 2011

    Informatik – das ist doch schnell geklärt. Informatik ist, was der Informatiker macht (aber nicht kann).

    Informatik bemüht sich um denjenigen Teilbereich der Mathematik [1], der sich wiederum um den Wert (die Bedeutung) einer Datenmenge beim Erkenntnissubjekt kümmert. Und um das Eingießen von Bedeutung oder Logik in dementsprechend (IT-)Systeme.

    [1] im weiteren Sinne ist immer auch die Physik und die Gerätschaft adressiert

  38. #38 rolak
    Juni 10, 2011

    Ein Nachschlag noch zu ELIZA: Im diese Woche ausgelesenen Arbeitspausenbuch fand sich eine KI, die im Zuge ihrer letztendlichen Aktivierung sagte

    ..erst dann, wenn mein Bewußtsein voll ausgebildet ist. Momentan befinde ich mich knapp über 17 Elizas. Sehr knapp.

    Ulkigerweise wird (später und kurz vor Schluß) das Bewußtsein bei 1200 erreicht, ein Wert, der bei der ähnlich klingenden Einheit ELO das Ende des Zustandes ‘Gelegenheitsspieler’ bedeutet. Wird jedoch eher zufällig sein…