Ich kann einen Motor abschalten – das geht rasch. Ich kann meinen Computer abschalten – das dauert länger. Eine Betreibergesellschaft kann auch ein Kernkraftwerk abschalten – obwohl das noch länger dauert und ist vetrackt. Aber niemand kann die Technik abschalten. Wir haben sie über Jahrhunderte zu dem Medium gemacht, in dem wir leben. Technik ist nicht eine Ansammlung von Geräten, die man abschalten kann. Technik ist die zweite Natur, die wir für unsere Bequemlichkeit und aus anderen Gründen geschaffen haben. Wir rufen auch sofort nach ihr, wenn wir sie brauchen – Hubschrauber für Überschwemmungsgebiete, Meßgeräte für Radioaktivität, schwere Maschinen zur Bergung von Unglückszügen, und vieles mehr. Abschalten ist keine Lösung. Abschalten ist keine Option. Energiesparen wäre eine, nachhaltig wirtschaften eine andere, unsere Geschichte als Geschichte von Wissenschaft und Technik (und nicht von philosophischen Exerzitien und soziologischen Ergüssen) zu lehren und zu begreifen, wäre eine weitere. Aber davon ist nichts zu hören. Wir schalten erst einmal ab – und alle Computer an.

Kommentare (25)

  1. #1 laberabarber
    März 15, 2011

    Das Problem ist das es unmöglich ist den radioaktiven Zerfall “abzuschalten” !
    Und die Menge macht es wieder, einige Kilogramm sind durch Kühlung “beherrschbar” die Tonnen in Großkraftwerken eben nicht.
    Vom Problem der Endlagerung ganz abgesehen.
    Und Gorleben ist ein viel größerer GAU als alle bestehenden AKWs in Deutschland.
    Wohlgemerkt hat unsere aktuelle Kanzlerin damals die Verantwortung für Gorleben gehabt !
    Wie war das noch mit Verantwortungsbewußtsein ?

  2. #2 michael
    März 16, 2011

    > Wohlgemerkt hat unsere aktuelle Kanzlerin damals die Verantwortung für Gorleben gehabt !

    Gab es die damals überhaupt schon ? Jedenfalls hat sie zu der Zeit nicht in der BRD gelebt. Man wird wohl eher die beiden Helmuts dafür verantwortlich machen müßen.

    Energiesparen wäre eine, nachhaltig wirtschaften eine andere, unsere Geschichte als Geschichte von Wissenschaft und Technik (und nicht von philosophischen Exerzitien und soziologischen Ergüssen) zu lehren und zu begreifen, wäre eine weitere.

    Dem ersten Teil kann man zu 100% zustimmen.

  3. #3 YeRainbow
    März 16, 2011

    energiesparen?

    so wie beim Wassersparen? Für die Privatleute kommt dann folgendes:
    Es wird gespart, und weil der Wasserversorger ja nicht aus menschenliebe, sondern als gewinnorientierter Betrieb funktioniert, und der seine Gewinne nicht verringert sehen will, steigen die Preise.
    Daher wird noch mehr gespart, udn die Preise steigen weiter.

    etc pp.
    man muß das alles in einem Zusammenhang sehen.
    Die Energiepreise in D sind schon erschreckend hoch, ich beobachte das aus dem Ausland (mit zwar auch steigenden Preisen, aber doch nicht vergleichbar)…

  4. #4 mikesch
    März 16, 2011

    Moin. Ich bin relativ neu hier. Darum erst einmal einen netten Gruß an alle Alteingessesenen. Seit einiger Zeit lese ich hier schon in den verschiedenen Blogs und bin begeistert. Viel Hiernnahrung hier!

    Zum Thema.
    Ich bin kein Physiker und auch sonst akademisch nur rudimentär behaftet. Aber da es hier vorwiegend um die philosophische Bertrachtung eines jetzt noch ernsteren Thema ( Japan) geht, möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben.

    Der Meinung von Herrn Fischer stimme ich uneingeschränkt zu. Es ist eben so, dass wir uns so sehr mit der Technik umgeben haben und so extrem von ihr abhängig sind, das wir uns nicht mehr losgelöst von ihr betrachten können. Ebenso bei der Energie.
    Ein zurück ins Steinzeitalter geht nicht mehr. Abschalten geht nicht mehr. Uns bleibt nur noch ein bedachtes Nutzen, und Energie sparen ist bedachtes Nutzen.
    Energie zu verschwenden um sie bezahlbarer zu halten ist ja auch kein Ausweg.
    Und Kernenergie ist auch nicht die billigste, wenn man alle Kosten mit einberechnet.
    Siehe Tschernobyl und jetzt Japan.

    Ein Wort noch zu laberabarber und michael.
    Weder merkelferkel noch unsere Helmuts haben etwas mit Gorleben zu tun. Der damalige Ministerpräsident von NDS- Herr Albrecht – hat Gorleben zu verantworten. Bei der Suche nach einem geeigneten Endlager war Gorleben noch nicht einmal auf der Liste von den Geologen. Erst nachdem Albrecht die Liste gelesen hatte stand Gorleben als – man beachte – handschriflicher Zusatz auf selbiger.

  5. #5 mikesch
    März 16, 2011

    Moin. Ich bin relativ neu hier. Darum erst einmal einen netten Gruß an alle Alteingessesenen. Seit einiger Zeit lese ich hier schon in den verschiedenen Blogs und bin begeistert. Viel Hiernnahrung hier!

    Zum Thema.
    Ich bin kein Physiker und auch sonst akademisch nur rudimentär behaftet. Aber da es hier vorwiegend um die philosophische Bertrachtung eines jetzt noch ernsteren Thema ( Japan) geht, möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben.

    Der Meinung von Herrn Fischer stimme ich uneingeschränkt zu. Es ist eben so, dass wir uns so sehr mit der Technik umgeben haben und so extrem von ihr abhängig sind, das wir uns nicht mehr losgelöst von ihr betrachten können. Ebenso bei der Energie.
    Ein zurück ins Steinzeitalter geht nicht mehr. Abschalten geht nicht mehr. Uns bleibt nur noch ein bedachtes Nutzen, und Energie sparen ist bedachtes Nutzen.
    Energie zu verschwenden um sie bezahlbarer zu halten ist ja auch kein Ausweg.
    Und Kernenergie ist auch nicht die billigste, wenn man alle Kosten mit einberechnet.
    Siehe Tschernobyl und jetzt Japan.

    Ein Wort noch zu laberabarber und michael.
    Weder merkelferkel noch unsere Helmuts haben etwas mit Gorleben zu tun. Der damalige Ministerpräsident von NDS- Herr Albrecht – hat Gorleben zu verantworten. Bei der Suche nach einem geeigneten Endlager war Gorleben noch nicht einmal auf der Liste von den Geologen. Erst nachdem Albrecht die Liste gelesen hatte stand Gorleben als – man beachte – handschriflicher Zusatz auf selbiger.

  6. #6 michael
    März 16, 2011

    Albrecht hat das vorgeschlagen, aber für die Bereitstellung von Endlagern ist und war die Bundesregierung zuständig.

    http://www.eon-kernkraft.com/pages/ekk_de/Presse_und_Wissenswertes/Kernenergieinfos/Endlager/index.htm

    Aus: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13518236.html

    “Ohne Kernkraft gehen die Lichter aus”, hatte die Atompartei dem Volk einzuhämmern versucht. “Wir brauchen die Kernenergie” beschied der technokratische SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt die Genossen noch auf ihrem Parteitag von 1977.

    Ein Jahr später setzte Nachfolger Helmut Kohl, damals noch Oppositionsführer, einen drauf: “Die Gegner der Atomenergie sind Reaktionäre. Sie wenden sich gegen den Fortschritt”

    Die Atompartei war die SPD.

  7. #7 mikesch
    März 16, 2011

    Danke für diese Belehrung. Ich bin immer bereit etwas dazu zu lernen. Ich habe mir mal Dein Link angesehen.
    “Für die finale Genehmigung sind die Behörden der betroffenen Länder zuständig”.

    Ausserdem

    ” Einstieg in den Ausstieg aus der Kernenergie, forderte der schleswig-holsteinische
    Oppositionsführer Björn Engholm, der sein Brokdorf nicht ans Netz lassen will und einen SPD-Parteitagsbeschluß von 1984 aus der Tasche zieht.”

    Eine Partei kann auch die Meinung ändern. Auch aus Spiegel.de, gleicher Artikel.

  8. #8 michael
    März 17, 2011

    Zu Engholm:

    Vor der Wahl sagen sie alle viel. Nach der Wahl muss man ja leider immer auf die Realitäten Rücksicht nehmen. Und als die SPD bzw. der Herr Enghom in SH an die Regierung kam, hat er Brokdorf abgeschaltet ?

    Guckst Du mal hier:
    http://www.brokdorf-antiakw.de/politik/1989-05–jansen-spd-atommafia.html

    > “Für die finale Genehmigung sind die Behörden der betroffenen Länder zuständig”.

    aber:

    Die Genehmigung (Planfeststellung) eines Bundesendlagers für radioaktive Abfälle obliegt der zuständigen obersten Landesbehörde. Die Planfeststellung erfolgt in einem Schritt und nicht etwa in einem gestuften Verfahren (Vorbescheid, Teilgenehmigungen, wie z.B. bei der Genehmigung von Kernkraftwerken). Die zuständige oberste Landesbehörde unterliegt dabei nach Artikel 85 Abs.3 Grundgesetz der Bundesaufsicht des BMU. Damit übt das BMU im Bereich der Endlagerung radioaktiver Abfälle also sowohl die Fach- und Rechtsaufsicht über den Antragsteller BfS als auch die Bundesaufsicht über die Planfeststellungsbehörde aus (www.bfs.de; (www.dbe.de).

    Hervorhebung von mir. Aus: http://www.bmu.de/atomenergie_ver_und_entsorgung/endlagerung_/allgemeines/doc/2738.php

  9. #9 Stefan W.
    März 17, 2011

    Wieso kann man Atomkraftwerke nicht abschalten? Wir exportieren so viel Energie – die Hälfte können wir von heute auf morgen abschalten!

  10. #10 miesepeter3
    März 17, 2011

    @Stefan W.

    “Wieso kann man Atomkraftwerke nicht abschalten?”

    Nun, Herz- Lungenmaschinen kann man abschalten, da tut sich dann in der Regel nichts mehr. Ein AKW abschalten bewirkt im übertragenen Sinne, dass der Patient mit Sicherheit weiter atmet und das Herz weiter schlägt und man noch jede Menge Pflegeleistung aufbringen muß. Beim “weiteratmenden” AKW heißt das, kühlen, kühlen und das bis zum Sanktnimmerleinstag. Instandhalten natürlich auch. Das kostet Geld und nicht zu knapp. Also ist es doch besser, man verlängert die Laufzeit, so verdient das AKW wenigstens noch welches, zumindestens für die Eigentümer.

  11. #11 Ariane
    März 19, 2011

    Aber man kann sie doch offenbar durchaus abschalten? Man hat es doch gerade getan, und zwar schnurstracks, quasi über Nacht. Natürlich kann man nicht alle auf einmal abschalten, aber so langsam, nach und nach, einen fließenden Übergang zum Neuen (= erneuerbare Energien, Sparmaßnahmen, effizientere Geräte, …) schaffen?

  12. #12 Stefan W.
    März 19, 2011

    @miesepeter3: Da haben Sie was falsch verstanden. Gekühlt werden müssen die Brennstäbe. Wenn man also die Brennstäbe abgebrannt hat, und keine neuen nachlegt, kommt nicht permanent neuer Atommüll dazu, und muss man nicht bis zum St. Nimmerleinstag weiterkühlen, sondern nur ein paar Jahrzehnte.

    Stur weiterbetreiben, den veralteten Klump, weil dann die Aktionäre weiter Geld verdienen – so blöd muss man ja nicht sein. Irgendwann ist das Kraftwerk so oder so zu alt, und muss abgeschaltet werden.

  13. #13 BreitSide
    März 19, 2011

    8 AKWs – knapp die Hälfte der in D betriebenen 17(?) – kann man problemlos abschalten.

    Sagen jedenfalls die betreffenden Ministerpräsidenten. Und haben es mW auch schon getan.

    Bei den Restlichen geht es nicht ganz so schnell, aber 23 % unseres Strombedarfs werden wir doch noch konventionell hinbekommen? Schon jetzt werden viele Windräder abgeschaltet trotz guter Erträge, weil die fetten Atommeiler die Netze mit Grundlast verstopfen.

    Und wie wäre es mit Sparen? Jede 4. Birne ausschalten, kein TV mit 300 oder 500 W Flätskrien etc. Muss es ein amerikanischer Kühlschrank sein mit automatischem Eisbereiter?

    Nicht “die Technik” ist das Problem, sondern unsere Gier nach Luxus.

  14. #14 Enrico Weigelt, metux IT service
    März 19, 2011

    @michael + laberabarber:

    Es war Asse. Und damals war der wandelnde Hosenanzug “Umwelt”-Ministerin.
    Sie hat dafür gesorgt, daß das Projekt gegen jeden gesunden Menschenverstand
    durchgezogen wurde und der Steuerzahler (fast) vollständig die zweistelligen
    Milliardenbeträge zu blechen hat.

    Nuklearenergie ist hierzulande eine der mit Abstand am höchsten subventionierten
    Industriezweige.

  15. #15 miesepeter3
    März 19, 2011

    @Stefan W.

    “Da haben Sie was falsch verstanden. Gekühlt werden müssen die Brennstäbe. Wenn man also die Brennstäbe abgebrannt hat, und keine neuen nachlegt, kommt nicht permanent neuer Atommüll dazu, und muss man nicht bis zum St. Nimmerleinstag weiterkühlen, sondern nur ein paar Jahrzehnte. ”

    Da hast Du natürlich völlig recht, aber ich glaube nicht, dass ich da was mißverstanden habe. Die Dikussion ums Abschalten dreht sich doch im Moment nicht um Kraftwerke, denen der Brennstof quasi ausgegangen ist und man nur noch die Tür abschließen muß. Soweit ich weiß, sind alle unsere AKW`s noch mit reichlich Brennstoff versort. Wenn man die nun abschaltet, muß man halt die Dinger weiter kühlen, ob im AKW oder sonstwo. Und “irgendwann” ist für mich keine akzeptable Lösung.

  16. #16 Stiesel
    März 21, 2011

    Technik ist keine zweite Natur oder übergeordnete Entität, die wir bestenfalls nur in ihrer Gesamtheit ganz und gar beeinflussen können.

    Technik ist die Gesamtheit unserer technischen Errungenschaften und wir können davon ganz nach Belieben Teile entfernen oder neue hinzu fügen. Je nachdem, ob wir etwas davon für sinnvoll halten oder nicht. Schließlich haben wir sie zu unserem Wohl erschaffen und sind ihre Meister. So muss es sein. Wäre es anders, müssten wir uns große Sorgen machen.

    Deshalb ist das Abschalten der Atomkraftwerke eine mögliche und denkbare und diskussionswürdige Option und nicht gleich zu setzen mit dem Ausstieg aus Technik und Fortschritt. Diese Überspitzung dient nur denen, die keine echte Diskussion führen wollen.

    Es (das Abschalten) ist möglicherweise sogar “Energie sparen” und “Nachhaltige Energiequellen erschließen”. Denn nicht “erzeugte” Energie kann auch nicht “verbraucht” werden. Und will man trotzdem mehr Energie haben (Will man das?), dann muss man nach anderen Quellen suchen.

    Viele Grüße,

  17. #17 zwonimir H.
    März 22, 2011

    Zurückfahren wäre angesagt. Die Technik einer genauen Prüfung unterziehen.
    Was ist brauchbar, was macht zuviele Probleme. Die Wissenschaftler nicht mehr als Priesterersatz ansehen. Sie sind Menschen und damit fehlbar wie alle anderen auch.
    Weniger Geld für Wissenschaft ausgeben.
    Warum muss man zum Mars fahren. Wenn Einer unbedingt will, muss er sich das selber zahlen. Milliarden könnten gespart werden. Mindestens die Hälfte der medizinischen Auswendungen könnten gespart werden ohne Verlust der Gesundheit, im Gegenteil.

  18. #18 David
    März 24, 2011

    Naja, Energiesparen kann man als Unterpunkt von Technik sehen, insofern würden wir die Probleme unserer Technik mit Technik lösen. Man denke nur an die Idee der muskelbetriebenen Pullover, die ein Gerät mit Energie versorgen sollen.
    Kurzweilig zum Thema haben auch Sixtus und Lobo dazu sinniert:
    http://www.sixtus-vs-lobo.de/svl/video/121/

  19. #19 Dr. Webbaer
    März 31, 2011

    Hierzu etwas:

    Energiesparen wäre eine [Lösung|Option], nachhaltig wirtschaften eine andere, unsere Geschichte als Geschichte von Wissenschaft und Technik (und nicht von philosophischen Exerzitien und soziologischen Ergüssen) zu lehren und zu begreifen, wäre eine weitere. Aber davon ist nichts zu hören.

    “Nachhaltigkeit” (in seiner ökologistischen Bedeutung) ist ein merkwürdiges Konzept.

    An und für sich würde man abnehmerseits erwarten, dass Risk-Reward-Überlegungen und der gute alte ROI hier der Ratgeber wären, aber im ängstlichen Deutschland überwiegen mittlerweile die Gefühle. Angst als Ratgeber sozusagen…

    Und was machen die anderen? A: Korrekt!, die schalten nicht ab, die werden den Strom bald verstärkt nach D exportieren.

    Energie zu sparen ist ohnehin undefiniert, die Nachhaltigkeit einer solchen Maßnahme wird ohnehin von der Allgemeinheit bestimmt, vom Markt also.

    “Energiesparen” um Energie zu sparen ist eine postreligiöse Esoterik, “nachhaltiges Wirtschaften” ist undefiniert bzw. wird fortlaufend unscharf vom Markt definiert.
    Zum Glück ist davon nichts zu hören!

    HTH
    Dr. Webbaer

  20. #20 BreitSide
    März 31, 2011

    Dr.Eister WeBBArsch: wieder ein Durchfallanfall?

  21. #21 Fossilium
    April 2, 2011

    Hi, Dr. Webbaer, warum so pessimistisch mit der “Nachhaltigkeit” ?
    Nachhaltigkeit bedeutet, daß Systeme zum Einsatz kommen, die aus ihrem inneren Wesen und Struktur heraus nicht (oder nur wenig) gegen das Ganze, von dem wir ein Teil sind (z.B. die Natur im weitesten Sinne) gerichtet sind. Könnten Sie sich mit diesem (ersten Versuch einer) Definition anfreunden ?
    Na ja, ich gebe zu, es ist ein Versuch. Ich hoffe, Sie verstehen mich.
    Photovoltaische Systeme und Systeme mit hohem Energienutzungsgrad könnten dazu zählen, aber auch wirtschaftl. Anreize oder gar Wirtschaftssysteme, die begrenzte Ressourcen schonen, ohne daß wir auf die Bäume zurückmüssen.
    Auf die Definition kommt es ja auch garnicht an. Manche Dinge wissen wir auch ohne begriffliche Definition.
    Grüße Fossilium

  22. #22 Dr. Webbaer
    April 2, 2011

    @Fossilium
    Pessimismus setzte eine Teilhabe voraus, selbstverständlich ist Dr. Webbaer im Land der Atomkraftgegner weder präsent noch investiert; nicht einmal im EURO investiert.
    Es gab von Dr. W demzufolge weiter oben nur eine kleine Außenbetrachtung zu lesen…

    Nun, die Nachhaltigkeit bedeutete einst die absehbare Folgerichtigkeit von Entscheidungen. Bspw. im Wirtschaftsleben waren Entscheidungen dann nachhaltig, wenn Sie im Erfolgsfall (!) nicht am Erfolg selbst scheitern – also bspw. an unzureichenden oder fehlenden Strukuren.

    Nun sind da welche vor vielleicht 20 Jahren gekommen, haben sich das damals noch recht neue Konzept der Sustainability aus dem englischen Raum geschnappt, dieses willkürlich in “Nachhaltigkeit” übersetzt und machen nun damit Politik.

    Gemeint ist natürlich “Ökologismus”, aber das klingt nicht cool. Und was ist nun grüne “Nachhaltigkeit”? A: Ist undefiniert, im Einzelfall ist der Mufti zu fragen.

    Sie selbst stellen bspw. eine melodische klingenden Definitionsvorschlag in den Raum, andere folgen ihnen oder gingen Ihnen voran, aber letztlich bleibt nur “Emo” und verkappter Ökologismus.
    Im Extremfall kann “Nachhaltigkeit” das Anstreben einer Welt ohne Menschen bedeuten, alles schon gehört, ohne Humankapital (vs. Bärenkapital) ginge es dem Planeten besser, gähn, nicht unser Niveau…
    Der doitsche Energiebedarf wird auf lange Sicht durch die regenerativen Energieformen nicht zu decken sein; man wird zynischerweise Atomstrom importieren. Pathetisch!

    MFG
    Dr. Webbaer

  23. #23 Fossilium
    April 2, 2011

    Hi Dr.

    stimmt alles, aber wem ist mit der Formalismuskritik gedient ?

    Die Frage ist doch, wie kommen wir aus dem Schlamassel heraus, in den wir uns alle,
    Rechte wie linke, Grüne Gelbe Rote, mit unser aller Überheblichkeit, unserer menschlichen Hybris, global hineinmanövriert haben ? Als ob die Parteien daran schuld seien, oder die Kraftwerskbetreiber. Wir alle haben den Pakt mit dem Teufel geschlossen, mit unserer Naturwissenschaftsgläubigkeit.

    Leider verleitet uns unser Verstand immer wieder dazu, Grenzen zu testen und zu überschreiten. Das Fummeln an den Kernkräften war eine Grenzüberschreitung,
    bei der wir zu weit gegangen sind. Die Energie die in den Kernkräfen schlummert ist von ganz anderer Qualität, als das bisschen Wirkung, das von den Elektrönchen in den Atomhüllen ausgeht- mal pysikalisch gesehen.

    Ich finde es daher richtig, wenn eine Etikkommission eingesetzt wird, die sich ein paar Gedanken über den Menschen als Energieausbeuter und sein Verhältnis zur Welt machen wird.

    Wie sehen Sie das ?

    Grüße Fossilum

  24. #24 Dr. Webbaer
    April 2, 2011

    wenn eine Etikkommission eingesetzt wird, die sich ein paar Gedanken über den Menschen als Energieausbeuter und sein Verhältnis zur Welt machen wird.
    Wie sehen Sie das ?

    Das hier ist Feuilleton! – Zu niedrigen Fragen des doitschen politischen Alltagsgeschäfts wollte sich Dr. W eigentlich nicht äußern. – Klar, Kommissionen sind immer gut, Doitschland sollte mehr seiner Herausforderungen mit Ethikkommissionen bearbeiten, gerade auch was die allgemeine Energieversorgung betrifft. Ist gut für die anderen!

    MFG
    Dr. Webbaer

  25. #25 Fossilium
    April 2, 2011

    Hi, Dr.,

    uns allen täte eine etisch-philosophische Beratung gut. Würde ich sofort machen – wenn es nicht so teuer wäre.

    Könnte aber für alle in Führungspositionen Befindlichen einschl. Journalisten gesetzlich zur Pflicht gemacht werden (mit Punkte-Sammelsystem).

    Würde den geistigen Wettbewerb beleben. Man bräuchte sich dann auch in den Blogs weniger abmühen.
    Gruß Fossilium