Am 7. Mai 2011 finden in Frankfurt die Römerberggespräche statt. Es geht um den “Optimismus der Ingenieure”, und niemand wird sich wundern, daß von Risiko und Verantwortung die Rede sein wird. Und wer darf etwas sagen? Eine Philosophin, ein Historiker, ein Schriftsteller, ein Redakteur, ein Soziologe, ein Politikwissenschaftler, ein Kulturwissenschaftler, und immer so weiter. Zielsicher hat man es vermieden, Ingenieure einzuladen. Sie könnten ja das allgemeine Feindbild stören. Es ist viel besser, über einen gemeinsamen Feind zu sprechen als mit ihm. Viel Vergnügen am Römerberg. Auf daß den Intellektuellen die Luft nicht ausgeht.

Kommentare (13)

  1. #1 Hergen
    April 19, 2011

    Auch wenn meine Erfahrung auf dem Gebiet der Gesprächskultur altersbedingt eher begrenzt sind, stellt sich mir doch die Frage was an dieser Kultur so neu sein soll. Ist es nicht ein allgemein anerkanntes Prinzip, die Menschen über die man lästern will nicht einzuladen? Was würde denn auch geschehen, ließe man die Betroffenen zu Wort kommen, sich zu erklären.

  2. #2 pippen
    April 19, 2011

    In dem Zusammenhang möchte ich die Gesprächskultur in diesem Blog mal aufgreifen. Es wird oft der Ernst Peter in den Kommentaren zum Feind gemacht.
    Und er vermeidet es zielsicher das allgemeine Feindbild zu stören.
    Auf daß den intelligenten Kommentatoren die Luft nicht ausgeht.

  3. #3 Ariane
    April 20, 2011

    Auf meine Anfrage bei den Römerberggesprächemachern kam als Antwort, man habe “bewußt keinen Ingenieur eingeladen”, da man “ein anderes Konzept im Sinn” gehabt habe. So wenig dazu.

  4. #4 Jörg Friedrich
    April 22, 2011

    Andererseits: Was für einen Ingenieur hätte man wohl einladen sollen wenn es darum geht, über den Optimismus der Ingenieure zu reden? Einen, der den Optimismus der Ingenieure verteidigt? Einen der die Existenz dieses Optimismus betstreitet? Einen pessimistischen Ingenieur? Oder einen Ingenieurs-Funktionär?

  5. #5 Dr. Webbaer
    April 22, 2011

    Einen der die Existenz dieses Optimismus bestreitet?

    Offensichtlich so einen. Ingenieure sind von Natur aus nicht optimistisch. – Aber es liegt auf der Hand, dass bei einem so blöden Thema kein Ingenieur erwünscht sein kann; doitsche Debattenkukltur halt.

  6. #6 michael
    April 22, 2011

    Ich würd mal auf tippen, dass keiner sich das Programm angeschaut hat. Aber schön, wenn man ne Meinung dazu hat.

  7. #7 Hergen
    April 22, 2011

    Ob richtig oder falsch getippt, spielt eine Rolle! Es wird bemängelt, dass man zu einer Diskussion über Technik und deren mögliche Folgen und die gesellschaftliche Relevanz dieser Frage niemanden einläd der für die Menschen spricht, die offensichtlich der festen Überzeugung sind, dass ihr Tun richtig und fehlerlos sei. Und selbst wenn dem nicht so sei, dann wäre es doch zumindest angebracht diese Gruppe diese Annahme selbst entkräften zu lassen, anstatt in Abwesenheit darüber zu spekulieren, wie Ingenieure handeln könnten, wenn sie mit Risikotechnologie arbeiten.

  8. #8 michael
    April 22, 2011

    > anstatt in Abwesenheit darüber zu spekulieren, wie Ingenieure handeln könnten, wenn sie mit Risikotechnologie arbeiten.

    Also auch nicht das Programm gelesen. Na ja: Hier ein Link zum Programm http://www.roemerberggespraeche-ffm.de/aktuell.html

  9. #9 Dr. Webbaer
    April 22, 2011

    @michael
    Jomei, ist halt ein Inhaltsangebot mit Feedbackmöglichkeit, da macht dann halt der eine oder andere Gebrauch davon einen Meinungsbeitrag einzustellen.

    Hmm, “Gier der Banker”, “Singen der Vögel”, …, “Lachen des Mullah”, “Optimismus der Ingenieure”, fällt Ihnen etwas auf? A: Korrekt!, die ersten beiden erinnerten an Neoplasmen, die anderen beiden an Oxymora. – So wie der Mullah nicht lacht, so ist der Ingenieur, jedenfalls wenn er in Produktionsnähe asngesiedelt ist, Murphy’s Law folgend defensiv und pessimistisch.

    Aber Dr. W ist sicher, dass Patrick Bahners und andere Koryphäen dieses Thema ganz wundervoll bearbeiten werden…

    MFG
    Dr. Webbaer

  10. #10 Hergen
    April 23, 2011

    @michael
    Ich gratuliere Ihnen dazu, dass Sie wunderbar Links setzen können. Doch frage ich mich ob Sie, lieber Michael, das verlinkte Programm selbst auch gelesen haben?
    Falls sie sich die Mühe gemacht haben und den Flyer als PDF heruntergeladen haben, so sollten Sie auf folgenden Satz gestoßen sein:
    “Anlass für die Römerberggespräche zu fragen, ob unser Fortschritt am Ende ist. Sind wir Geiseln der Technik geworden? Welches Risiko können wir verantworten, und wer trifft die Entscheidung?” (http://www.roemerberggespraeche-ffm.de/pdfs/rbg_April2011.pdf)
    Wie kann man mit einer solchen Fragestellung beginnen und niemanden, der diese Technik, deren Geisel wir sein könnten, versteht oder zumindest den Fachbereich überblickt, einladen?
    Das sind nach meiner Auffasung die Fragen, die im Raum stehen. Und das ist vermutlich auch die Frage, die sich Herr Fischer stellte, als er den Artikel, der auch nichts anderes als eine Meinung ist, einstellte. Und falls Sie auch einen konstruktiven Beitrag dazu zu leisten haben, so bitte ich Sie an dieser Stelle herzlichst: Erklären Sie ihren Einwand und hören Sie auf den anderen Desinformiertheit oder eine Meinung vorzuwerfen.

  11. #11 Dr. Webbaer
    April 23, 2011

    “Geiselnehmer der Technik” können eigentlich nicht erwünscht sein, wenn ein Bahners und ein Cohn-Bendit Erhabenes aussprechen; der Schreiber dieser Zeilen dachte auf den Einwurf des kleinen Michael hin, dass doch eine Fachkraft eingeladen worden ist, die zur Sache Stellung beziehen kann. – Ist dem so? Kann das jemand positiv bestätigen?

  12. #12 michael
    April 23, 2011

    @wb
    > Aber Dr. W ist sicher, dass Patrick Bahners und andere Koryphäen dieses Thema ganz wundervoll bearbeiten werden…

    Ja, es ist ein reines Abkochen des AKW-Unglücks, und hat nichts mit den angeblich überoptimistischen Ingenieuren zu tun. Vor allem auch deswegen nicht, weil die Realiserung solcher Kraftwerke oder anderen Technologien von anderen entschieden wird.

    Zu dem nachfolgenden Bärendreck äußer ich mich mal nicht.

  13. #13 Dr. Webbaer
    Mai 9, 2011

    Es kam denn wohl in der Tat zum befürchteten Geseiere und der “Tod des Optimismus” konnt von einem Kulturfritzen festgestellt werden:
    http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E03261F3F69C84A568BEFEA86053CAFBF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    MFG
    Dr. Webbaer