Philae ist nach einigen hübschen Hopsern auf dem winzigen Kometen mit dem witzigen Namen gelandet und schaut sich funkend um und in Darmstadt füllen sich die Datenspeicher mit Informationen über einen kalten Stein in ziemlich weiter Entfernung. Eine große Leistung und ungeheure Hartnäckigkeit, die man beide den beteiligten Männern und Frauen – sind da welche? – zubilligen darf und möchte, um dann um Auskunft zu bitten, was sich da auf dem Kometen 67P zeigen soll, den Rosetta seit August 2014 umrundet und vielfach fotografiert hat. Zu den häufigsten Antworten auf dieses Erkunden ist zu hören, dass es um das Leben auf der Erde – also hier bei uns in Hunderten von Millionen Kilometern – geht, von dem man annimmt, dass es nicht ohne Wasser und ein paar organische Chemikalien aus den Startlöchern kommen konnte. Und diese Zutaten nun sollen unserem Heimatplaneten von Kometen, also von außen, geliefert worden sein. Mit anderen Worten, man will zeigen, dass Leben durch das entstanden ist, was der große Francis Crick einmal “rocket directed panspermia” genannt hat und mit deren Hilfe das Leben eben aus dem All auf die Welt gekommen ist, die wir Menschen heute bewohnen. So sehr ich Crick schätze und so sehr mir die Rosetta Mission gefällt und es freut, dass Philae gelandet ist – wenn man zu dem Schluss kommt, dass das Leben von außen zu uns gekommen ist, hat man nicht nur nichts verstanden. Man hat weniger Möglichkeiten zu verstehen als vorher. Solange man davon ausgeht, dass das Leben auf der Erde entstanden ist, kann man unter den gegebenen Bedingungen untersuchen, was passiert sein könnte. Wenn man den Ursprung in die Tiefen des Raumes verlegt, muss man warten, bis jemand aus ihnen zu uns kommt. Er wird sich Zeit lassen.  Wenn Kinder früher etwas gesucht haben, wurden sie von den Eltern mit “heiß” oder “kalt” geleitet. Den Darmstädter Suchern nach dem Leben möchte man zurufen, “sehr kalt”. Genau wie der Komet ist.

Kommentare (16)

  1. #1 MartinB
    November 14, 2014

    1. “sind da welche?”
    Ja, sind sie: http://www.bbc.com/news/science-environment-30022765

    2. ” man will zeigen, dass Leben durch das entstanden ist, was der große Francis Crick einmal “rocket directed panspermia” genannt hat”
    Nein. Es ist ein Unterschied, ob das Leben im All entstanden ist oder ob organische Verbindungen, die als Vorstufe notwendig sind, dort entstanden sind.

  2. #2 wahrheitsliebender
    November 14, 2014

    @ Martin B.

    Welche organischen Vorstufen -Verbindungen konnten/mußten/sollten den im All bzw. auf einem “schmutzigen Kometen” bessere Bedingungen vorgefunden haben, so daß sie dort entstehen mußten, als auf dem Planeten Erde?

    Lt. moderner Kosmologie “stammen wir ja nicht nur vom “Affen” ab sondern sind auch alle Sternenkinder” – wieso aber ist dann die Erde kein ausreichendes “Sternenkind”, die alle Zutaten für das “leckere Endgericht des Lebens” bereits in sich trug?

    Mal ganz abgesehen davon, daß sich in meinen Augen eh kein Leben entwickelt hätte, wenn der im nachfolgenden Text beschriebene Geist, nicht über den Wassern zu “brüten” angefangen hätte….

    “Im Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde. Die Erde aber wurde tohu-wa-bohu, und Finsternis lag über der Urflut, und der Geist Gottes brütete/schwebte über den Wassern.
    Gen. 1:1-2

    Gruß!

  3. #3 wahrheitsliebender
    November 14, 2014

    Ansonsten wiedermal Zustimmung zum Fischer Ernst Peter, der Mann gefällt mir hier weiterhin sehr gut….

    Gruß!

  4. #4 wahrheitsliebender
    November 14, 2014

    Doch noch was – kleine Anekdote:

    Ich bin ja hier als der “Bibel-Toni” bekannt und mich erinnert die Annahme/Vermutung gewißer Kreise, daß das Leben nicht auf der Erde entstanden sein soll, wo es heute im Überfluß davon wimmelt, sondern aus dem kalten, fernen, lebensfeindlichen All zu uns “gereist” wäre, immer an den Umgang einiger Atheisten/Materialisten mit den Geschichten der Bibel.

    Nichts an ihr sei besonders, nichts an ihr sei orginell, nichts in ihr sei exlkusives Wissen, nichts darin sei wahr, sie sei ein Märchenbuch, völlig a-historisch und daher völlig unglaubwürdig/wertlos.

    Ihre Berichte/Geschichten/historischen Überlieferungen finden daher in diesen Kreisen keine Beachtung bis sich Sekundärquellen / archäologische Ausgrabungen auftun, welche die Berichte der Bibel zweifelsfrei (als historische Überlieferung) bestätigen (was natürlich schon in unzähligen Fällen der Fall war).

    Dies führt dann aber nicht dazu, daß diese Leute ihre Einstellung / extreme, unangebrachte Skepsis ggü. der Bibel als historische Quelle ändern bzw. überdenken würden sondern dann wird ganz einfach der Spieß umgedreht und behauptet, die Bibel hätte dieses Wissen nur von diesen neu entdeckten Sekundärquellen abgekupfert – egal wie unsinnig diese These im Einzelfall auch immer ist – das Motto heißt offensichtlich: “Der Bibel werden wir (aus ideologischen/weltanschaulichen Gründen) nie Recht geben.”

    Ist dieser weltanschauliche Konflikt auch der Grund, warum die doch recht an den Haaren herbeigezogen wirkende Panspermie-Hypothese von vielen als so reale Optin/Ausflucht erhofft / überhaupt diskutiert wird – steht dahinter das immer gleiche Spiel/Leier?

    Die Bibel ist nichts besonderes, die Schöpfung ist nichts besonderes, das Leben ist nichts besonderes, der Mensch und sein Geist ist nichts besonderes und natürlich kann und darf entsprechend dieser mat. Ideologie dann auch die Erde nichts besonderes sein, weshalb für einige Leuten jede noch so unsinnige These, wie daß das Leben nicht auf dem blauen Planeten entstanden sein soll sondern durch Panspermie ert zu uns gekommen wäre, wahrscheinlicher ist bzw. zur willkommenen/herbeigesehnten Ausflucht wird….

    Gruß!

  5. #5 Alexander Leibitz
    November 14, 2014

    Ich glaube, in dieser Debatte ist sowieso schon der Wurm drin:

    Sogar allein “irdisch” generiertes Leben, wäre kosmisch generiertes Leben, denn ich geh doch wohl recht in der Annahme, dass ich mich hier nicht schon außerhalb des Alls befinde?!!

    Selbstverständlich entstand das Leben IM All – wo denn sonnst??? Und selbst wenn es in anderem Sinne auch “janns weit draußen” entstanden sein sollte … was sollte dort anders sein, als hier?

    Vielleicht die “Bedingungen” / Voraussetzungen?

    Auch mit dem Argument wäre das Ganze recht blöd eingefädelt, denn deren Synonym lautet schon “Naturgesetzt”, und bitteschön WO sollte das nicht irdisch oder “erzartig” sein, wenn’s doch schon ebenso “physisch” wie “physikalisch” ist? Etwa “außerphysikalisch”?

    Grüße, Alexander

  6. #6 Alexander Leibitz
    November 14, 2014

    So nebenbeibemerkt kehrt bereits der Leitartikel ein recht unwissenschaftliches Argument in den Vordergrund, wenn das Leben nur deshalb auf der Erde entstanden sein soll, damit die Entstehung leichter zu verstehen ist.

    Verklickern Sie das mal einem Astrophysiker – vielleicht entstanden die anderen Sterne dann auch nicht soooo weit draußen, sondern eher “hier” und daher leicht verstehbar.

  7. #7 Alexander Leibitz
    November 15, 2014

    Außerdem ignoriert derselbe Einwand schon das per Evolutionstheorie präjustierte Verursachungsprinzip, denn gleich die allernächste Frage wäre, wo denn die Erde entstanden ist.

    Etwa “hier” oder nicht doch eher JWD (janns weit draußen)?

    Grüße, Alexander

  8. #8 MartinB
    November 15, 2014

    @Alexander
    “So nebenbeibemerkt kehrt bereits der Leitartikel ein recht unwissenschaftliches Argument in den Vordergrund”
    Klar, aber unwissenschaftliche Argumente sind im “Wissenschaftsfeuilleton” ja Programm, keine Ausrutscher.

  9. #9 Angelika Wittig
    November 17, 2014

    Der Artikel hat wieder einmal eine eigenartige Eigendynamik entwickelt, die stark vom Kern der Sache ablenkt.
    Der Dichter Hermann Hesse empfiehlt, Kritik zu unterlassen, wenn sie nicht konstruktiv ist.
    Wie schwer das fällt, erkenne ich oft an meinen eigenen Äußerungen und will es hier nun mal versuchen, Hesse umzusetzen:
    Irgenwie suchen wohl alle Forscher den Topf mit Gold am Ende des Regenbogens.
    Der sichtbare Bogen ist nur der Ausschnitt eines Kreises und solange wir uns nicht vorstellen können, wie der ganze Regenbogen aussieht, ist unser Wissen über ihn unvollständig.
    Der Regenbogen ist eine Kreisbahn, die sich zu einem Kegel ausdehnen kann, wenn durch die Kreisbewegung die Energiemenge anwächst.
    Seine Energiequelle (Der Goldtopf) leigt im Zentrum der Kreisbahn.
    Wenn ein Mensch das erkennt, begreift er auch, dass es keine falschen Wege gibt um etwas herauszufinden.
    Es könnte interessant und sinnvoll sein, zu entdecken, wo Leben entsteht. Auch wie es entsteht und wie es erhalten bleibt ist sehr interessant.
    Sollten die beschrittenen Wege nicht zum Ziel führen, werden sie, exakt wie es Feynman in seinem Buch zur Quantenelektrodynamik erklärt, zu einem Wust kleiner Pfeile. Dieser “Wust” ist nichts anderes als potenzielle, d.h. noch nicht zielgerichtet eingesetzte, Energie.

    Nimmt man nun noch die Hinweise Feynmans zur Symmetrie und wie die Physiker sie definieren hinzu, besitzt man eine sehr gute Wegbeschreibung.

    Feynman selbst hat es einmal hervorragend ausgedrückt:
    “…Und schließlich stoßen wir auf unserem Weg auf Begriffe wie das Böse, Schönheit und Hoffnung.
    Welches Ende ist nun näher bei Gott, wenn ich mich einer religiösen Metapher bedienen darf?
    Schönheit und Hoffnung oder die fundamentalenn Gesetze?
    Die richtige Antwort muss meines Erachtens natürlich lauten, dass wir die ganze Struktur mit sämtlichen verbindenden Teilen betrachten müssen; dass alle Wissenschaften und nicht nur sie, sondern intellektuelle Anstrengungen aller Art, danach trachten müssen, die Verbindungen zwischen den Hierarchien oder Ebenen herauszufinden.
    Schönheit mit Geschichte verbinden, Geschichte mit der menschlichen Psychologie, die Psychologie wieder mit der Arbeitsweise des Gehirns, das Gehirn mit den Nervenimpulsen, die Nervenimpulse mit der Chemie und so weiter und sofort, von oben nach unten und umgekehrt.
    Bis jetzt sind wir außerstande – und es wäre witzlos, etwas anderes behaupten zu wollen -, vom einen Ende zum anderen eine durchgehende Linie zu ziehen…..
    Ich für meinen Teil glaube nicht, dass eines der Enden näher bei Gott ist.
    Egal von welchem Ende aus allein von einem Ende des Piers loszurennen in der Hoffnung, weiter draussen in dieser Richtung den Stein der Weisen zu finden, ist ein Irrtum.
    Es ist ebenso irrig, sich nur mit dem Bösen, der Schönheit und der Hoffnung abzugeben, wie sich auf die fundamentalen Gesetze zu beschränken in der Hoffnung, die Welt allein von einer Seite her tiefer begreifen zu lernen.
    Es ist kurzsichtig von den Spezialisten am einen wie am anderen Ende, einander zu verachten (was sie im übrigen bloß nach Meinung der anderen tun).
    Die große Masse derer, die die sich zwischen den Lagern mühen, einen Schritt mit dem anderen zu verbinden, die an den Enden und in der Mitte ansetzen, um solcherart dieses gewaltige Geflecht ineinenander verwobener Hierarchien durchleuchten zu helfen, tragen unermüdlich zum besseren Verständnis der Welt bei.”
    R.Feynman “Vom Wesen physikalischer Gesetze”, 1965

  10. #10 Dr. Webbaer
    November 17, 2014

    Aja, Herr PD Dr. Bäker hat bereits geschrieben, was der Schreiber dieser Zeilen schreiben wollte, hierauf Bezug nehmend:

    Man hat weniger Möglichkeiten zu verstehen als vorher. Solange man davon ausgeht, dass das Leben auf der Erde entstanden ist, kann man unter den gegebenen Bedingungen untersuchen, was passiert sein könnte. Wenn man den Ursprung in die Tiefen des Raumes verlegt, muss man warten, bis jemand aus ihnen zu uns kommt. (Artikeltext, Hervorhebungen: Dr. W)

    MFG + einen schönen tschechischen Nationalfeiertag noch,
    Dr. W

  11. #11 Halec
    November 19, 2014

    @ #2. Was ist das für eine komische Bibel aus der hier (angeblich) zitiert wird?

  12. #12 Markus Termin
    November 24, 2014

    Bislang sind die Voraussetzungen der konkurrierenden und wieder nicht konkurrierenden Theorien verborgen: “Leben sei entstanden”, gehört zu den stillen Grundannahmen – die bereits ein ganzen Verständnis von Allem implizieren: – der Anfang – die Abfolge – das Ende.

    Daß es sich mit “dem Leben” als “Summe” aller lebendigen Prozesse so verhalte, ist eine völlig unbegründete Annahme, die auf einer anderen unbegründeten Annahme ruht: das All sei entstanden und werde vergehen.

    Weil in der Sache aber nichts entschieden ist, wird die zweite stille Grundannahme selbst vom skeptischen Geist durchgewunken, nämlich; – daß es gar nicht statthaft ist, sich über den Ursprung von etwas Gedanken zu machen, von dem man nicht weiß, was es ist?!

    Denn beschrieben finden wir ja nur Mechanismen – Leben sei, wenn diese und jene Bedingung … Bewegung, Ernährung, Fortpflanzung … gegeben ist, oder so ähnlich.

    Das Eigentliche, den Kern, kennen wir nicht. Zwar beobachten wir die Erscheinung des Lebendigen, aber aus unseren unbegründeten und möglicherweise falschen Grundannahmen – die zu einer inneren Haltung wurden, die sich gar nichts anderes vorstellen kann – erwächst eine weitere – stille Annahme, die ebenso falsch ist:

    – das macht Dr. Bäker – obwohl ständig mit Dinos beschäftigt – hier im Kommentar exemplarisch –

    “Es ist ein Unterschied, ob das Leben im All entstanden ist oder ob organische Verbindungen, die als Vorstufe notwendig sind, dort entstanden sind.”

    Unterstellung 1: Leben müsse – aus unbelebter Materie entstanden sein.

    Unterstellung 2: Leben habe “Vorstufen”.

    Die einfache Beobachtung der Natur entlarvt diese weit verbreitete Haltung: immer findet die Transformation auch physisch vom Selbigen zum Selbigen statt: aus Hitze entsteht Feuer.

    Warum und wie sollte Leben aus Unbelebtem hervorgehen?

    Die Annhame ist ähnlichen, wie der Glaube, daß Frösche aus dem Schlamm geboren werden und Mäuse aus dem Korn.

    Woher sollte das Unvermögende das Vermögen gewinnen, Vermögendes hervorzubringen?

    Mit freundlichen Grüßen!

  13. #13 Dr. Webbaer
    November 24, 2014

    @ Herr Termin :
    Von nix kommt nix, korrekt, so ist es jedenfalls definiert, das Nichts. Ansonsten könnte das nicht biologisch Lebende schon auf eine Art und Weise funktionieren, dass es etwas hervorbringt, das “auf einmal” biologisch betrachtbar wird.
    Finden Sie nicht?
    MFG
    Dr. W

  14. #14 Markus Termin
    November 24, 2014

    @ Dr. Bär: muss ich widersprechen, denn so ist das “Nichts” eben nicht definiert. Das “Nichts” wird – im aktuellen Glaubensbekenntnis der NW und damit der Metaphysik – als Photon in Lichtgeschwindigkeit postuliert …

    – eine Lüge, vor der uns – Gott sei Dank – Parmenides gerade rechtzeitig gewarnt hat. …

    Mit freundlichen Grüßen,

    Markus

  15. #15 Markus Termin
    November 24, 2014

    … muss vielleicht erklären, warum: weil dem Photon in Lichtgeschwindigkeit – nach dem gegenwärtigen Glaubenssystem – keine Zeit vergeht; …

  16. #16 Markus Termin
    November 24, 2014

    … aber das ist halt eben jene Verwirrung, auf die Alexander sowieso schon mehr als deutlich hingewiesen hat …