Ein Gastbeitrag von Stefan Uttenthaler

 

Den Wissenschafter, über den ich hier schreiben möchte, kennen wahrscheinlich viele Menschen in Österreich: Hans-Peter Hutter. Er ist Assoc.Prof. und stellvertretender Leiter der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin am Zentrum für Public Health an der Medizinischen Universität Wien. Hutter ist bekannt aus dem Fernsehen und anderen Medien und ich möchte hier festhalten, dass ich ihn, so wie vermutlich viele andere, als Mensch sympathisch finde. Er ist ein lockerer Typ, der selbst im Fernsehen gerne mit buntem Hawaii-Hemd auftritt und mit bald 60 Jahren sogar noch Skateboard fährt. Dass ich ihn als Mensch sympathisch finde, betone ich, da ich im folgenden einige kritische Zeilen über seine Tätigkeit als Wissenschafter schreibe: Es geht mir ausdrücklich darum, seine wissenschaftliche Tätigkeit bzw. die Aussagen, die er als Wissenschafter in der Öffentlichkeit tätigt, zu kritisieren, und nicht ihn als Mensch. Leider gibt es so einige Positionen, mit denen er schon auf Abwege geraten ist, bzw. die ich für bedenklich, falsch und irreführend halte. Es ist seiner Bekanntheit geschuldet, dass ich mich näher mit ihm befassen möchte.

Zweifelhafte Aussagen über Mobilfunk/5G

Beginnen wir mit dem Thema, mit dem auch ich mich in letzter Zeit ein wenig auseinandergesetzt habe (nämlich hier, hier und hier), also mit Hutters Äußerungen über Mobilfunk. Zu diesem Thema vertritt er offenbar einen Standpunkt, der im klaren Widerspruch zum wissenschaftlichen Konsens und den publizierten Ergebnissen von vielen Behörden und Institutionen weltweit steht, die nämlich bei Einhaltung der empfohlenen Grenzwerte kein gesundheitliches Risiko durch die Nutzung von Mobilfunk finden. Im Jahr 2021 hat Hutter zu diesem Thema zumindest zwei Publikationen herausgebracht: Einen Artikel mit dem Titel “Umwelthygiene” in der Österreichischen Ärztezeitung (ÖÄZ) gemeinsam mit zwei weiteren Autoren (für den Ärzte sogar zwei Diplomfortbildungspunkte erwerben können), sowie einen kurzen Artikel mit dem Titel “5G und Senderbau unter der Lupe” in “Gesunde Arbeit” (02/2021), einer Zeitschrift von Arbeiterkammer (AK) und Österreichischem Gewerkschaftsbund (ÖGB). Ich möchte mich hier nur auf die meiner Meinung nach wichtigsten Aussagen konzentrieren.

In beiden Artikeln wird eine angeblich “unklare wissenschaftliche Forschungslage” bzw. ein “Hinterherhinken der Forschung” hinter der technologischen Entwicklung beklagt. U. a. schreibt Hutter in “Gesunde Arbeit”: “Gegenwärtig finden sich zu den bereits für 5G freigegebenen Frequenzen (3,4 – 3,5 GHz) und dem speziellen Übertragungsprotokoll dieser Funktechnik noch keine gesundheitsrelevanten Studien. Zu diesem Satz sind drei Dinge zu sagen: 1) Es stimmt zwar, dass die genannten Frequenzen für 5G frei gegeben wurde, allerdings waren sie schon lange für andere Funkanwendungen in Verwendung. Neu ist also nur die Nutzung für Mobilfunk im Rahmen von 5G. 2) Meine Recherchen haben ergeben, dass die Aussage, es gäbe keine gesundheitsrelevanten Studien für den Frequenzbereich um 3,5 GHz, nicht korrekt ist. Eine Arbeitsgruppe der französischen ANSES (Agency for Food, Environmental and Occupational Health & Safety) hat einen Bericht herausgegeben, in dem immerhin fünf solcher Studien aufgezählt werden (S. 142f). Zugegeben, das ist nicht viel, aber eben nicht nichts. Für diesen Bericht wurden deshalb auch Studien herangezogen, die den Frequenzbereich bei 2,4 GHz und darunter untersucht haben. In der Zusammenschau stellt die Arbeitsgruppe in einer englischsprachigen Zusammenfassung fest: “… it is unlikely, at this stage, for the deployment of 5G in the frequency band around 3.5 GHz to constitute a new health risk.” Das steht im Einklang mit der bisherigen Erkenntnis (z. B. der WHO), dass Mobilfunkwellen bei Einhaltung der Grenzwerte der Intensität keine gesundheitlich relevante Wirkung haben. 3) Ein Übertragungsprotokoll ist nichts anderes als eine Menge von logischen Regeln, die Syntax, Semantik und Synchronisation der Kommunikation zwischen den beteiligten Geräten festlegen. Das verbesserte 5G-Protokoll erlaubt es u. a. sogar, dass Handys weniger stark senden müssen, um eine stabile Verbindung mit der Basisstation aufzubauen. Dass diese Menge von logischen Regeln für 5G zusätzlich zur verwendeten Trägerfrequenz ebenfalls in irgendeiner Weise gesundheitlich relevant sein könnte, wie es dieser Satz suggeriert, entbehrt jeglicher rationaler Grundlage.

In weiterer Folge stützt sich Hutter in diesem Artikel auf den Bericht über 5G und Gesundheit, den das Institut für Technikfolgenabschätzung (ITA) und das Austrian Institute of Technology (AIT) im Auftrag des Parlaments erstellt haben. Weshalb dieser Bericht nicht als Argument gegen 5G taugt und was seine eklatanten Schwachpunkte sind, habe ich in diesem Blog schon an anderer Stelle ausgeführt.

In beiden Publikationen wird Hutter nicht müde, auf die Einstufung von Mobilfunkwellen durch die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) als “möglicherweise krebserregend” (Kategorie 2B) hinzuweisen. Diese Einstufung wurde im Jahr 2011 vorgenommen und stützt sich u. a. auf die von der IARC selbst beauftragte INTERPHONE-Studie. Im ÖÄZ-Artikel fällt insbesondere folgender Satz auf: Die Forschung der letzten Jahre hat diese Beurteilung nicht nur unterstützt, sondern weitere Evidenz erbracht, die eine höhere Einstufung rechtfertigen könnte.Leider geben die Autoren keine Quellen an, es ist jedoch zu vermuten, dass hier die Studie des U.S. National Toxicology Program (NTP) sowie die sog. Ramazzini-Studie (Falcioni et al., 2018) gemeint sind. Bei beiden handelt es sich um groß angelegte, ernstzunehmende Studien an Ratten und Mäusen. Dennoch haben etliche Behörden und Institutionen kritische Stellungnahmen zu den Studien und ihren Schlussfolgerungen herausgegeben und sehen keinerlei Veranlassung, weder die empfohlenen Grenzwerte zu revidieren noch die Einstufung hinsichtlich Kanzerogenität zu erhöhen. Stellungnahmen gibt es u.a. von der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP), dem deutschen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und der schweizerischen Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation (FSM). Selbst die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA), die die NTP-Studie in Auftrag gegeben hat, distanziert sich von der Darstellung im Endbericht der Studie, dass sie “klare Belege” für die Kanzerogenität von Mobilfunkwellen finden würde. Die genannten Gründe sind u.a.: generell mangelnde Übertragbarkeit auf den Mensch (die bei den Tieren gefundenen Herz-Schwannome sind beim Menschen extrem selten); bis zu einem Faktor 75 höhere Feldstärken als der empfohlene Ganzkörpergrenzwert beim Menschen in der NTP-Studie; inkonsistente Ergebnisse zwischen beiden Studien und bzw. zu historischen Ergebnissen; Inkonsistenzen in der Zellhistologie; nur teilweise Verblindung in der NTP-Studie; fehlende Registrierung von erkrankten Kontrolltieren; enorm hohe Zahl von Endpunkten (wo zu erwarten ist, dass schon aufgrund von purem Zufall etliche statistisch signifikant ausfallen); und – zu allem Überdruss – erhöhte (!) Lebensdauer der am stärksten bestrahlten Versuchstiere in der NTP-Studie. Auch der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF), ein beim österreichischen BMK angesiedeltes Expertengremium, ist in seinem Bericht 2020 zum Schluss gekommen, dass [e]ine Gefährdung der Gesundheit durch Mobilfunk […] nicht wahrscheinlich“ sei. Hutters Aussage, dass eine höhere Einstufung gerechtfertigt sein könnte, könnte man also als randständig betrachten.

Ganz im Gegenteil sollte man die Frage stellen, wie lange die IARC denn diese 2B-Einstufung überhaupt noch aufrecht halten will. Die Zahl der Mobiltelefone, WLAN-Router, Tablets und sonstiger Mobilfunkanwendungen ist seit der IARC-Einstufung nochmals stark gestiegen, und man könnte davon ausgehen, dass die Krebsraten ebenfalls irgendwann zu steigen beginnen sollten, selbst wenn Mobilfunk nur einen winzig kleinen Effekt auf das Auftreten von Krebs hätte. Ein solcher Anstieg ist bislang jedoch ausgeblieben, wie sich auch an Zahlen aus Österreich ablesen lässt, die in eine aktuelle Studie des European Commission Joint Research Centre eingeflossen sind und die keinen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Hirntumoren findet. Die Frage, wie lange die IARC noch zuwarten will, bevor sie diese Fakten anerkennt, darf wohl berechtigterweise gestellt werden.

Hutter und Kollegen stellen auch Überlegungen zur Methodik an, mit denen in Studien versucht wird, das Krebsrisiko durch Mobilfunk abzuschätzen. Konkret geht es dabei um eine Abwägung zwischen Fall-Kontroll- und Kohorten-Studien. Die schon erwähnte INTERPHONE-Studie ist eine solche Fall-Kontroll-Studie – eine Methodik, die allerdings aufgrund potentiell verzerrter Erinnerungen von Krebskranken in der Fachwelt als methodisch schwach angesehen wird, wie selbst Hutter in einer seiner Studien z. T. zugeben muss. Kohorten-Studien wiederum geben keine Hinweise auf eine Kanzerogenität von Mobilfunkwellen. Würde Mobilfunk tatsächlich das Krebsrisiko erhöhen, wären konsistente Ergebnisse zwischen unterschiedlichen Methoden zu erwarten. Interessanterweise lassen sich die Autoren des ÖÄZ-Artikels zur bemerkenswerten Feststellung hinreißen, dass Kohorten-Studien “nichts zur Risikoermittlung beitragen können”. Studien, die keine Kanzerogenität feststellen und den Autoren daher offenbar nicht in den Kram passen, werden also ausselektiert und vom Tisch gewischt.

Erwähnenswert finde ich auch noch die angebliche Metaanalyse, die im ÖÄZ-Artikel präsentiert wird und ein signifikant erhöhtes Risiko für Gliome bei Nutzung von Mobilfunk nahelegt. Allerdings wird im Artikel nicht erklärt, ob es sich dabei um eine publizierte Metaanalyse oder um eine eigene Arbeit der Autoren handelt. Ohne diese Angaben lässt sich überhaupt nicht nachvollziehen, wie sie auf eine solche Aussage kommen.

Hans-Peter Hutter ist auch Vorstand des Vereins “Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt” (ÄGU) und hat für diesen mit anderen einen “Leitfaden Senderbaugeschrieben, der i. W. einen Planungszielwert von einem Milliwatt pro Quadratmeter (entspricht gerundet einer Feldstärke von 0,6 V/m) für alle Hochfrequenz-Immissionen empfiehlt. In der Schweiz hat eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation eine Machbarkeitsstudie verschiedener Optionen des 5G-Ausbaus erarbeitet, in der auch diese Option der Senkung des Anlagegrenzwertes auf 0,6 V/m erwähnt wird. Allerdings geht die Arbeitsgruppe auf diesen Vorschlag erst gar nicht näher ein, denn bei dieser Variante erachten die Mobilfunkbetreiber eine leistungsfähige Mobilkommunikation als nicht mehr möglich. Mit anderen Worten, der von Hutter geforderte Grenzwert läuft in der Praxis auf die Abschaffung von Mobilfunk hinaus.

Wenn es laut Hutter und Kollegen nicht ausreichend (gute) Forschung über gesundheitliche Folgen von Mobilfunk gibt, weshalb betreibt er dann nicht selbst diese Forschung? Immerhin diagnostiziert auch der WBF, dass die Anzahl der wissenschaftlich hochwertigen Studien rückläufig ist. Wenn Hutters Bedenken so groß und seine wissenschaftlichen Ideen exzellent sind, dann kann er sie ja der internationalen Community vorstellen und z. B. über den Wissenschaftsfonds FWF Projektmittel einwerben. Dass er das bislang nicht erfolgreich gemacht hat, lässt sich im FWF Projectfinder leicht nachprüfen. Eine Hürde beim Einwerben von Projektmitteln könnte sein, dass er in den letzten ca. zehn Jahren praktisch keine referierten Publikation über dieses Thema vorzuweisen hat, wie ein Blick in PubMed zeigt. Die Öffentlichkeit lässt sich aber eben auch mit nicht-referierten Publikationen ganz gut erreichen, ganz ohne lästiges Peer Review.

Die von Hutter und Kollegen getätigten Äußerungen sind meiner Meinung nach dazu geeignet, bei besorgten Bürgern Angst zu verbreiten. Dies wird dadurch verstärkt, dass man ihnen aufgrund ihrer Profession als Wissenschafter erhöhte Glaubwürdigkeit zumisst. Nicht ganz verwunderlich ist es daher, dass verängstigte Bürger auch schon mal zur Tat schreiten; Anschläge auf (vermeintliche) 5G-Mobilfunkmasten sind mittlerweile rund um den Globus dokumentiert. Ein Brandanschlag auf einen Mobilfunkmasten wurde kürzlich auch im Weinviertel geplant, konnte durch Ermittler des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Niederösterreich jedoch vereitelt werden. Der in diesem Fall Verdächtige bezeichnete sich selbst als Gegner des 5G-Mobilfunknetzes (sowie der Corona-Maßnahmen) und rechtfertigte seine Anschlagsfantasien explizit mit Gesundheitsschäden, die von 5G ausgingen. Pikantes Detail am Rande: Chats, Bild- und Videodateien der Vorbereitungen wurden von den Behörden ausgerechnet auf seinem Handy gesichert …

Ich möchte hier deutliche Worte finden: Meiner Meinung nach muss sich Hans-Peter Hutter durch seine irreführenden Aussagen über Mobilfunk und 5G die Frage gefallen lassen, ob er sich nicht für solche Taten moralisch mitverantwortlich fühlt. Als Astrophysiker möchte ich mir noch folgenden Kommentar erlauben: Ein Umweltmediziner, der unentwegt vor den gesundheitlichen Gefahren von Mobilfunk warnt, ist so verantwortungsvoll wie ein Astrophysiker, der ständig auf den Einfluss des Mondes auf unser Leben hinweist.

Hutter und das Mikroplastik

Eine Anekdote, die Hutters zumindest schlampigen Kommunikationsstil mit der Öffentlichkeit illustriert, lässt sich auch zum Thema Mikroplastik erzählen. Im Oktober 2018 wurden die Ergebnisse einer Pilotstudie von österreichischen Wissenschaftern präsentiert, die Mikroplastik in der Größe zwischen 50 und 500 Mikrometern im Stuhl von acht internationalen Probanden nachweisen konnten. Der Gedanke an Mikroplastik in unseren Körpern verbreitet sicherlich kein Wohlbehagen. Allerdings gibt es über potentiell negative gesundheitliche Auswirkungen von Mikroplastik bislang kein belastbares Material. Der Wikipedia-Eintrag dazu stützt sich auf eine Arbeit des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung; ich zitiere aus der Wikipedia: “Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung kann eine abschließende gesundheitliche Risikobewertung der Wirkung von Mikroplastik aktuell noch nicht erfolgen. Konkrete Studien, die schädliche Wirkungen von Mikroplastik für den Menschen nachweisen, gibt es bisher nicht. Da die meisten Polymere (Hauptbestandteile von Kunststoffen) unter physikochemischen Bedingungen des Körpers als unreaktiv (inert) gelten, erscheint das Risiko voraussichtlich gering zu sein, es gibt jedoch noch viele offene Fragen.Zu einer ganz ähnlichen Einschätzung kommt das Projekt Science Advice for Policy by European Academies, das die Europäische Kommission in wissenschaftlichen Fragen unabhängig berät. Aus Anlass der Veröffentlichung der genannten Pilotstudie wurde Hutter ins ORF-Studio eingeladen und interviewt. Der ORF-Journalist stellte an einer Stelle des Gesprächs die naheliegende Frage, ob nicht der nächste Schritt sein müsse, zu untersuchen, welche gesundheitlichen Auswirkungen Mikroplastik auf den Menschen hat. Hutters Antwort darauf war in etwa: “Nein, jetzt muss man als nächstes untersuchen, ob nicht noch viel kleineres Mikroplastik in unseren Körpern vorhanden ist!Es ist nicht falsch, das zu fordern. Ich finde die Antwort allerdings bedenklich, weil sie dem Zuseher die eigentlich wichtige Botschaft, nämlich dass nach aktuellem Erkenntnisstand von Mikroplastik keine gesundheitsschädliche Gefahr ausgeht, vorenthalten wird. Beim Zuseher, der das nicht weiß, bleibt Unbehagen zurück. Interessant in diesem Zusammenhang ist vielleicht auch noch, dass Hutter zum Thema Mikroplastik nur eine einzelne Publikation aus dem Jahr 2021 (!) vorweisen kann, in der es jedoch um eine Nachweismethode und nicht um gesundheitliche Auswirkungen von Mikroplastik geht.

Werbung für fragwürdige Wandcreme

Gänzlich auf Glatteis hat sich Hutter schon vor rund zehn Jahren begeben, als er Werbung für die Wandcreme IONIT machte. Der IONIT-Hersteller behauptet abenteuerlich, dieser Wandanstrich steigere den Ionengehalt der Raumluft ganz von selbst und entfalte damit positive Wirkungen auf das vegetative Nervensystem, erhöhe die geistige Leistungsfähigkeit, verringere Feinstaub und Pollenbelastungen in der Raumluft, stärke das Immunsystem und steigere das allgemeine Wohlgefühl. Selbst Psiram, das Wiki der irrationalen Glaubenssysteme, widmet diesem Produkt einen eigenen Artikel. Nicht nur hat sich Hutter für die IONIT-Werbung hergegeben, unter seiner Leitung wurde sogar eine Studie über die angeblichen positiven gesundheitlichen Auswirkungen des besonderen Wandanstrichs durchgeführt, die er auch auf seiner Instituts-Homepage auflistet. Psiram diskutiert einige kritikwürdige Schwachpunkte der 2015 erschienenen Studie: lediglich 20 Probanden; Dauer des Experiments pro Proband nur zwei Stunden; es ist unklar, durch welche Mechanismen die angeblich statistisch signifikanten positiven Wirkungen zustande gekommen sein sollen, etc. Weiters weiß Psiram: “In der wissenschaftlichen Literatur findet sich ein Zusammenhang von dauerhafter Sympathikusaktivierung, die zur Freisetzung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol führt, mit erhöhtem Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose. Weshalb die Autoren daraus eine gesundheitsförderliche Wirkung ableiten, ist nicht nachzuvollziehen.” Der vom Hersteller angegebene Mechanismus zur Erzeugung von Luftionen klingt nach einem Perpetuum mobile, wie auch im Standard schon kritisch reflektiert wurde. Ich denke, dass sich dieses Produkt daher treffend als Bauernfängerei bezeichnen lässt, der Hutter mit seiner Arbeit und seinem Namen Vorschub leistet.

Abschließende Betrachtung

Die Analyse der Arbeitsweise von Hans-Peter Hutter offenbart Methoden wie selektives Zitieren, fehlende Quellenangabe für Behauptung, irreführende Darstellung, vorwiegend nicht-referierte Publikationen, etc. Dies sind wohlbekannte und typische Warnzeichen für Pseudowissenschaft. Seine Aussagen sind daher mit entsprechender Vorsicht zu genießen. Gerade bei einem Wissenschafter, der so wie er in der Öffentlichkeit steht, ist dies besonders heikel.

Mein Dank geht an Manfred Ruttner und Ulrich Berger für die Unterstützung bei der Erstellung des Artikels in vielerlei Hinsicht.

Kommentare (38)

  1. #1 hwied
    20. August 2021

    Worum geht es hier, um Herrn Hutter oder um die Gefahren der Strahlung bezüglich 5 G ?
    Ich wünsche mir, dass man dann mit Grenzwerten aufwartet, denn die Aussage: Wenn die Grenzwerte eingehalten werden ist die Strahlung unbedenklich,
    das ist ja eine Binsenweisheit. Also, nochmal , wie hoch ist der Grenzwert der Strahlung und wie kann der Leser, das mit einem Multimeter überprüfen. behauptet wird ja viel in der Werbung.
    Also jetzt mal mit Fakten aufwarten !

  2. #2 Echt?
    20. August 2021

    Google?

  3. #3 RPGNo1
    20. August 2021

    Worum geht es hier

    Ja ja, lesen und verstehen ist für manche Personen eine ganz schwierige Sache.

  4. #4 hwied
    20. August 2021

    RPGNo1
    Auf Leerantworten kann man verzichten.
    Für die Intelligenteren unter uns, das war eine rhetorische Frage, die auf eine Antwort zielt.
    Echt
    google , genau wie hier, viele Worte um Nichts.
    Es werden als Grezwert der elektrischen Feldstärke 61 V pro m angegeben. Das ist ein hoher Wert. Bei Amateurfunkern sieht man 27 V schon als bedenklich.
    Wer ein Oszilloskop sein eigen nennt, der kann das Signal auch sichtbar machen.

    Mal abwarten, ob noch was Brauchbares kommt.

    Herr Berger, das ist ein wissenschaftlicher blog mit wissenschaftlich gebildeten Menschen. Bitte etwas mehr Substanz.

  5. #5 Walli
    1080 Wien
    20. August 2021

    Ich verstehe nicht, wie man Prof. Hutter vorwerfen kann, zu wenig über Mobilfunk u. Gesundheit geforscht zu haben, kaum jemand in Österreich hat dazu mehr geforscht, siehe auch den Pubmed-Link.
    Weiters verstehe ich nicht, wieso man ungeprüft die Argumente der Mobilfunkindustrie (Herrn Ruttner wird ja auch gedankt) übernimmt. Wissen Sie, wie niedrig die Immissionen durch Basisstationen zuletzt waren?
    Ich denke auch nicht, dass die IARC in der nächsten Zeit ihre Radiofrequency-Einstufung ändern wird (höchstens auf “wahrscheinlich krebserzeugend”), schließlich dürfen dort nur Wissenschafter ohne Naheverhältnis zur Industrie mitstimmen.
    Absurd finde ich es auch, Hutter Mitverantwortung für Anschläge zu geben. Ich habe selbst eine Radiosendung gehört, wo ein 5G-Gegner geglaubt hat, Hutter wird von der Mobilfunkindustrie bezahlt.
    Dass Ionit und vergleichbare Anstriche die Luftionenkonzentration erhöhen, kann jeder mit einem entsprechenden Messgerät überprüfen, wurde auch vom Fraunhofer-Institut (nach meiner Erinnerung) oder Innenraumanalytik Wien bestätigt.
    Der Pubmed-Link verweist doch auf zahlreiche Top-Journal-Publikationen von Hutter, wieso wird dann argumentiert, er weise v.a. Publikationen ohne Peer Review auf?

  6. #6 Robert aus Wien
    Wien
    20. August 2021

    @Walli:
    Ad Ionit: Ja, stimmt, der Hersteller behauptet auf seiner Webseite, es gäbe da Studien. Allerdings werden die nicht verlinkt. Und laut Psiram sind auch keine zu finden.
    Wenn Sie da welche kennen, dann verlinken Sie die doch bitte mal.
    Und Innenraumanalytik ist eine Firma, keine wissenschaftliche Einrichtung. Und Firmen wollen üblicherweise Produkte verkaufen, deswegen sind Aussagen von denen auch mit entsprechender Vorsicht zu genießen.

  7. #7 schlappohr
    20. August 2021

    Eine Anmerkung zum Thema Protokoll. Man muss hier unterscheiden zwschen dem eigentlichen Datenprotokoll (also dem Packaging der Daten und dem Handshake, wie im Artikel oben beschrieben) und der Art und Weise, wie die Information über die Trägerfrequenz übertragen wird. Man spricht hier vom Physical Layer.

    Für Letzteres verwendet 5G ein OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) genanntes Verfahren (das nebenbei bemerkt nicht wirklich neu ist). Dabei wird die im Funkkanal zur Verfügung stehende Bandbreite in einzelne Subbänder unterteilt, die im Idelafall unahängig voneineinder genutzt werden können, um Daten parallel und damit schneller übertragen zu können. Das ist in etwa so, als hätte man für eine kabelgebundene Datenübertragung meherere Kabel zur Verfügung. (Wenn sich jemand für die technischen Detail interessiert: https://www.rfwireless-world.com/Articles/OFDMA_Physical_layer.html)

    Welche und wieviele Subbänder wie oft benutzt werden, hat dabei durchaus Auswirkungen auf die Energiemenge, die beim Datentransport im Mittel emmittiert wird.
    Allerdings dürfte die Energiedifferenz zwischen der höchsten und niedrigsten Nutzung der Subbänder so gering sein, dass sie keinen entscheidenden Einfluss auf die gesundheitlichen Auswirkungen hat. Insofern läuft Hutters “Protokollargument” auf jeden Fall ins Leere.

  8. #8 schlappohr
    20. August 2021

    Offtopic, aber falls jemand ein tragfähiges Argument gegen 5G sucht, könnte er hier eins finden:
    https://hackaday.com/2019/04/16/5g-buildout-likely-to-put-weather-forecasting-at-risk/

    Tl;dr: Eine Oberwelle der 5G-Trägerfrequenz reicht in den Bereich von 23.8GHz hinein, das ist eine Mikrowellenfrequenz, die z.B. athmosphärischer Wasserdampf emmitiert, und die daher von vielen Wettersatelliten gescreent wird. Ein weltumspannendes 5G-Netz wird daher die Qualität von Wettervorhersagen massiv verschlechtern, weil die Satelliten dann im 23.8 GHz-Band blind sind.

  9. #9 RPGNo1
    20. August 2021

    Herr Berger, das ist ein wissenschaftlicher blog mit wissenschaftlich gebildeten Menschen. Bitte etwas mehr Substanz.

    Ja ja, lesen und verstehen ist für manche Personen eine ganz schwierige Sache. 😛

    Denn der Artikel ist “Ein Gastbeitrag von Stefan Uttenthaler”, wie es groß unter der Überschrift steht.

  10. #10 Stefan Uttenthaler
    20. August 2021

    @hwied: Die Grenzwerte variieren geographisch, je nach zuständiger Behörde. Soweit ich weiß, gelten in Europa die Grenzwerte der ICNIRP, die hier zu finden sind:
    https://www.icnirp.org/cms/upload/publications/ICNIRPemfgdl.pdf
    In der verlinkten ICNIRP-Stellungnahme zu den beiden Studien sind z.B. zwei Werte für den SAR genannt:
    “For the general public, local exposure is limited to 2 W/kg, averaged over any 10-g mass, and whole-body exposure is limited to 0.08 W/kg, averaged over the entire body.”
    Die Absicht des Artikels ist es nicht, eine Auflistung von Grenzwerten sein. Und falls Sie es übersehen haben, der Artikel ist nicht von Herrn Berger sondern ein Gastbeitrag von mir.

  11. #11 Stefan Uttenthaler
    20. August 2021

    @Walli, wer lesen kann ist klar im Vorteil:
    – Der Vorwurf lautet nicht, dass Hutter “zu wenig” über Mobilfunk und Gesundheit publiziert hätte, sondern dass er keine aktuellen referierten Publikationen dazu vorweisen kann.
    – Die “Argumente der Mobilfunkindustrie” kann man in jeder Menge referierten Journal-Artikeln nachlesen (manche davon im Artikel verlinkt), wenn man sie nicht, so wie Herr Hutter, einfach ignoriert. Das ist Cherry Picking.
    – Wenn Leute, die solche Anschläge planen, diese Pläne explizit mit einer vermeintlichen Gesundheitsgefahr begründen, und Hutter und Co. genau solche Gesundheitsgefahren predigen, dann ist eine Mitverantwortung nicht weit her geholt.
    – Die Arbeiten des Fraunhofer-Instituts oder der (Firma!) Innenraumanalytik Wien sind wahrscheinlich genauso belastbar wie die Studie von Hutter selbst – nämlich nicht. Ein photokatalythischer Effekt ist durchaus denkbar, aber erstens suggeriert die Werbung für Ionit eine Art Perpetuum Mobile, und zweitens gibt es keinen belastbaren Nachweis, dass die Ionen überhaupt einen positiven gesundheitlichen Effekt haben. Das weist auch Hutter mit seiner Studie nicht nach.
    – Die beiden diskutierten Artikel in der ÖÄZ und in “Gesunde Arbeit” haben sicher kein Peer Review durchlaufen. Oder haben Sie da andere Informationen??

  12. #12 Stefan Uttenthaler
    20. August 2021

    @schlappohr: Volle Zustimmung! Ich wollte nicht allzu sehr in die technischen Details gehen. Jedenfalls könnte man bei der Sache mit den Subbändern soweit gehen, dass man für jedes davon umfangreiche Studien zur Gesundheitsrelevanz fordert – quasi für jedes einzelne Hertz! Das ist physikalisch allerdings völlig unsinnig, weil es erstens ausgiebige Studien im Bereich 900 MHz – 2,4 GHz und auch um 25 GHz gibt und es nicht plausibel ist, dass es irgendwo dazwischen irgendwie anders ist, und zweitens biologisches Material keine scharfen Absorptionsbanden oder ähnliche scharf begrenzte physikalische Eigenschaften hat.
    Zur Beeinflussung von Wettersatelliten: Ja, das ist ein echtes Problem, und ich weiß noch nicht, wie es gelöst werden wird. Allerdings arbeitet 5G ja nicht nur bei ~25 GHz, sondern v.a. bei 3,5 GHz.

  13. #13 Stefan Uttenthaler
    20. August 2021

    @Walli: Bei der Firma Innenraumanalytik Wien arbeitet auch Peter Tappler, der gemeinsam mit Hutter Autor der besagten Ionen-Studie (oder eher “Studie”) war: https://www.innenraumanalytik.at/kontakt/ansprechpersonen/ Das klingt jetzt aber total unabhängig von der Industrie …

  14. #14 Bernd Nowotnick
    20. August 2021

    # 12
    5G und Subbänder könnten in Resonanz zum Unterbewußtsein treten. Es ist nicht mehr lustig über jeden Atehemzug nachzudenken.

  15. #15 Stefan Uttenthaler
    20. August 2021

    @Bernd Nowotnick: Es ist nicht mehr lustig, über jeden pseudowissenschaftlichen Unfug nachzudenken …
    Aber im Ernst, falls Ihnen das wirklich Sorgen bereitet, dann lesen Sie am besten einen meiner vorigen Artikel in diesem Blog:
    https://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2020/12/06/warum-mobilfunk-und-5g-sehr-wahrscheinlich-ungefaehrlich-sind/

  16. #16 rolak
    20. August 2021

    Google?

    Sowas macht man echt nicht, echt?, und wenn, dann gefälligst mit ‘!’.
    Besser wäre aber ‘Lesen!’ gewesen, steht doch die Antwort auf des Trolls einzige artikelbezogene Frage genau dort, also im Artikel.

    in Resonanz zum Unterbewußtsein treten

    ..ist eine sinnleere Formulierung, es kann bestenfalls etwas in Resonanz mit etwas anderem sein bzw schwingen.
    Auch technisch blödsinnig: das elektrochemische 30Hz-Hirn soll durch eine Oberwelle einer elektromagnetischen >1GHz-Schwingung zu Resonanz angeregt erden? Da schmerzt der Brägen ja schon beim Formulieren dieser rhetorischen Frage…

  17. #17 schlappohr
    20. August 2021

    Nein rolak, das Unterbewusstsein schwingt immer auf der Frequenz des lokal stärksten Mobilfunksignals. Wie willst du denn bei esoterischen Themen mitdiskutieren, wenn du nicht mal die Grundlagen beherrschst! Aber anderen ein 30Hz-Hirn vorwerfen. Das sind mir die Richtigen.

  18. #18 Joseph Kuhn
    20. August 2021

    @ rolak:

    “Subbänder” und “Unterbewusstsein”: Die Resonanz auf der unter-sprachlichen Ebene ist doch unübersehbar. Nächster Schritt: Was wir sagen, haben wir gedacht. So springt das Untergesagte auf das Untergedachte über. Den Rest kriegst du selber hin.

    Noch Fragen?

  19. #19 schlappohr
    20. August 2021

    Oder anders formuliert: Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich gehört habe, was ich sage.

  20. #20 rolak
    20. August 2021

    Resonanz auf der unter-sprachlichen Ebene ist doch unübersehbar

    Ok, ok, da habe ich wohl etwas daneben gegriffen, wie eine tiefergehende Recherche ergab. Denn ‘Doch, doch, genau so ist es, Recht hat dieser Joseph’, sagte unmißverständlich das Einhorn neben mir.

    anderen ein 30Hz-Hirn vorwerfen

    Nicht nur, sondern auch mir. Und konstatieren.

  21. #21 Bernd Nowotnick
    20. August 2021

    #20
    Wenn das Herz mit 50Hz trainiert wird kann es nach erneuter Anregung zu Herzkammerflimmern kommen. So etwas giebt es auch auf anderen Ebenen, wie etwa beim Lernen.

  22. #22 schlappohr
    20. August 2021

    #20
    Du musst deine Satire als solche kennzeichnen. Wir sind noch nicht in der Lage, sie alleine zu erkennen.

  23. #23 Stefan Uttenthaler
    20. August 2021

    @Bernd Nowotnick: Also ich trainiere mein Herz bei ungefähr 150 Schlägen pro Minute, also 2,5 Hertz. Bei 50 Hertz gibt’s wohl nicht einmal mehr noch Herzkammerflimmern. Auch Sie sollten Satire als solche kennzeichnen.

  24. #24 Wolfgang M
    Wien
    20. August 2021

    Wenn über mögliche Gefahren des Mobilfunks, sollte man doch auch den Benefit dieser Technologie erwähnen. Gerade in einem Gebirgsland aber auch im Seengebiet ist eine Notfallmeldung im Regelfall in ein paar Sekunden abgesetzt, und Hilfe rasch vor Ort.
    Nur nebenbei finden viele Menschen mit Mobilfunk eine Erleichterung des täglichen Lebens.
    Risk/Benefiz Abwägung. Warum wird immer nur auf minimalen (Wenn überhaupt) diskutiert, also alles was hinter dem Komma steht und nicht um Dinge, die vor dem Komma stehen?

  25. #25 Schlappohr
    20. August 2021

    Sorry, in #22 wollte ich #21 schreiben, nicht #20. Versteht ihr? Entschuldigung Rolak.

  26. #26 Walli
    20. August 2021

    bez. Innenraumanalytik u. Luftionen:
    Peter Tappler ist der renommierteste Innenraumanalytiker Österreichs: https://mitglieder.gerichts-sv.at/Tappler/
    Einige aktuelle Publikationen zu Luftionen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31240386/
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32203810/
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29866122/ (über Tierversuche mit der Feststellung “The highest quality studies consistently reported no effects of exposure on any of the endpoints examined” (was ich nicht so unterschreiben würde).

  27. #27 hwied
    auf dem Schleudersitz
    21. August 2021

    Eine Leserschelte,
    Was sich hier abspielt, das ist schlechtes Kino.

    Der eine verweist darauf, dass es es Gastbeitrag ist, als ob das relevant für das Thema wäre, der nächste bemängelt die Leseleistung, der dritte übt sich in Satire.
    Leute kommt mal zur Sache. Worum geht es hier. Nochmal ,soll über 5 G geredet werden, soll über Hutter geredet werden, was den Leser interessiert, das ist , macht 5 G mehr Elektrosmog als 4 G. ?

  28. #28 Stefan Uttenthaler
    21. August 2021

    @hwied: Es scheint nach wie vor ein emotionales Thema zu sein … (Und ehrlich, was will man machen, wenn Leute hier Dinge kritisieren, die gar nicht gesagt wurden oder nicht den Tatsachen entsprechen??)

    Der Begriff “Elektrosmog” ist kein wissenschaftlicher, sondern eher ein umgangssprachlicher:
    https://www.psiram.com/de/index.php/Elektrosmog
    Meines Wissens nach beklagt Hutter nicht, dass 5G zu einer höheren Immission führen würde, deshalb habe ich diese Frage auch nicht diskutiert.
    In der Tat ist es so, dass das 5G-Protokoll dem Handy erlaubt, bei niedrigerer Leistung Kontakt mit der Basisstation aufzunehmen als das in 4G der Fall ist. Und die Hauptstrahlen”belastung” kommt immer vom eigenen Handy, nicht vom Mobilfunkmast. Beides habe ich in einem der vorigen Artikel beschrieben:
    https://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2020/12/06/warum-mobilfunk-und-5g-sehr-wahrscheinlich-ungefaehrlich-sind/
    Ob sich für Nichtelefonierer die Immission von 4G auf 5G erhöht, hängt sicherlich von der individuellen Situation ab, wie viele Geräte gleichzeitig eingewählt und aktiv sind, etc. Da sich das aber im Normalfall immer alles weit unter den vorgeschriebenen Grenzwerten abspielt und in diesem Bereich keine gesundheitlich relevanten Effekte nachgewiesen sind, ist das eine eher akademische Diskussion.

  29. #29 hwied
    in seinem Lieblingssessel
    21. August 2021

    Stefan Uttenthaler,
    sehr gut, ergänzend dazu, da man mit 5G später auf höhere Frequenzen ausweichen kann, deren Reichweite geringer ist, werden die Funkmasten kleiner werden aber auch enger beieinander.
    Das Wort Elektrosmog beschreibt die Situation, die Leute, die in der Nähe solcher Masten wohnen haben Ängste. Ob berechtigt oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Der, der telefoniert ist weniger betroffen, Trotzdem sollte man die elektrische Feldstärke oder die elektrische Leistung direkt beim Gerät. messen, das wird ja an den Kopf gehalten und bei den technischen Daten angegeben werden.
    Danke für Ihre Mühe. Ach ja, was wirft man Herrn Hutter vor ? Dass er nicht kompetent ist, dass er mit alten Daten argumentiert, oder ?

  30. #30 Stefan Uttenthaler
    23. August 2021

    @Walli (#26): Ich habe mich bereits davon überzeugen können, dass die Firma Innenraumanalytik im Allgemeinen und Herr Tappler im Besonderen höchst sinnvolle Dinge tun, ohne Zweifel. Die nämliche Studie gehört leider nicht dazu.
    Danke für die Links zu den Studien. Was bewegt Sie dazu, diese Aussage nicht zu unterschreiben? Die beiden Einzelstudien finden Effekte, die systematische Übersichtsarbeit nicht, und genau die möchten Sie verwerfen?

    Medizin-transparent hat sich die Studienlage ebenfalls angesehen und findet, dass trotz existenter Studien wissenschaftliche Nachweise fehlen:
    https://www.medizin-transparent.at/anti-allergie-luftionen-mehr-als-nur-heise-luft/
    und
    https://www.medizin-transparent.at/asthma-wasserfall-und-hohenluft/
    Diese Übersichten berücksichtigen allerdings die neueren Studien nicht.

  31. #31 Stefan Uttenthaler
    23. August 2021

    @hwied (#29): “was wirft man Herrn Hutter vor?” – Ist die Frage ernst gemeint? Jetzt wird es aber kabarettreif! Sind Sie etwa nur hier, um die Kommentare zu kommentieren, aber den eigentlich Artikel haben Sie noch gar nicht gelesen? Soll ich Ihnen den Artikel hier in die Kommentare posten? Mann oh Mann! Noch so einen Kommentar und es spielt hier keine Leserschelte sondern eine Publikumsbeschimpfung.

  32. #32 hwied
    23. August 2021

    Stefan Uttenthaler,
    meinen Sie ich mache mich zum Spaß zum Affen ?
    Wenn Sie diese Erklärung meinen: ” Zu diesem Thema vertritt er offenbar einen Standpunkt, der im klaren Widerspruch zum wissenschaftlichen Konsens und den publizierten Ergebnissen von vielen Behörden und Institutionen weltweit steht, die nämlich bei Einhaltung der empfohlenen Grenzwerte kein gesundheitliches Risiko durch die Nutzung von Mobilfunk finden. ”
    Zufälligerweise verstehe ich auch etwas von Funktechnik und weiß um die Gefahren von Hochfrequenztechnik.
    Den Konsens, den sie ansprechen, den teilen nicht alle Leute. Und die Bewertung der Gefahr basiert auf der Annahme, das die Grenzwerte eingehalten werden. Vor etwa 20 Jahren hat einmal die Stiftung Warentest, oder eine andere Prüfstelle, ich weiß es nicht mehr genau, die Strahlung von Mobilfunkgeräten überprüft. Wenn ich mich richtig erinnere hatten nur 2 Geräte von 8 die angegebene Strahlung in Watt pro m² eingehalten.
    Was Herr Hutter macht ist mutig und lobenswert.

  33. #33 Stefan Uttenthaler
    23. August 2021

    Es teilen auch nicht alle Leute den wissenschaftlichen Konsens zur Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen, der Kugelgestalt der Erde und den menschgemachten Klimawandel. Solche Ansichten sind unwissenschaftlich und letztlich gefährlich, wie ja aktuell besonders deutlich zu sehen ist. Deshalb setzen wir von der GWUP uns dagegen ein. Unwissenschaftlichen Unsinn zu verbreiten ist nicht mutig und schon gar nicht lobenswert.

  34. #34 hwied
    23. August 2021

    Stefan Uttenthaler,
    nicht ausweichen ! Der Dieselskandal hat gezeigt, dass es die Industrie nicht genau nimmt mit Grenzwerten.
    Das gleiche ist in der Nahrungsmittelindustrie zu beklagen,

    Und es scheint auch nicht klar zu sein, was denn 2,4 Ghz bedeutet. Oder 3,5 Ghz.
    Wir sind von UKW her gewohnt, dass Funksignale ungefährlich sind. Das sind sie auch.

    Bei der Gigahertz Technologie handelt es sich aber um „Radartechnik“. Die Radarstrahlen können Wasser erwärmen. Wenn ein Radarstrahl ihr Auge trifft, können Sie erblinden.
    In der Anfangszeit der Bundeswehr sind einige Sodaten an Krebs erkrankt, weil ihnen die Gefahr der Radarstrahlen nicht erklärt worden ist .

    Von den Funkmasten werden also hochfrequente elektrische Wellen als Trägerwelle ausgestrahlt.
    Die Reichweite ist gering, jedes kleine Hindernis hält sie auf. Der Nachteil, weil die Reichweite so kurz ist, müssen viele kleine Masten erstellt werden. Bewiesen ist, dass diese Strahlung das menschliche Gewebe erwärmt. Wie sie sich sonst auswirkt ist nicht bekannt.

    Ich will jetzt nicht unken, aber eine Unbedenklichkeitsbescheinigung würde ich ihr nicht ausstellen.

    • #35 noch'n Flo
      23. August 2021

      @ hwied:

      Der Dieselskandal hat gezeigt, dass es die Industrie nicht genau nimmt mit Grenzwerten.
      Das gleiche ist in der Nahrungsmittelindustrie zu beklagen,

      Und was genau hat das nun mit 5G zu tun?

      Wenn ein Radarstrahl ihr Auge trifft, können Sie erblinden.

      Auf welche Entfernung und mit welcher Leistung noch gleich? Und wo wir gerade dabei sind: bitte auch die Einwirkdauer der Strahlung nicht vergessen.

      In der Anfangszeit der Bundeswehr sind einige Sodaten an Krebs erkrankt, weil ihnen die Gefahr der Radarstrahlen nicht erklärt worden ist .

      Das sollte doch eigentlich mit dem Physik-Wissen der gymnasialen Oberstufe zu berechnen sein. Also – Klausuraufgabe:

      Vergleichen Sie die physiologischen Schäden einer durchschnittlichen militärischen Radaranlage in 5m Entfernung auf das menschliche Gewebe (bei jeweils 1, 5, 10 und 25 cm Eindringtiefe) mit jenen eines durchschnittlichen 5G-Mobilfunkmastes in jeweils 5, 10, 25 und 100m Entfernung. Erklären Sie die Unterschiede. Berücksichtigen Sie dabei insbesondere, dass eine Abstrahlung in der Fläche bei steigender Entfernung umgekehrt zum Quadrat abnimmt.

      Schöler hwied, örklören Söö!

      (Mei, das ist ja nicht mal Oberstufenstoff, den Schiet kann ja bereits ein Achtklässler problemlos wiederlegen…)

      Bewiesen ist, dass diese Strahlung das menschliche Gewebe erwärmt.

      Nochmal: auf welche Entfernung und bei welcher Leistung?

      Ich will jetzt nicht unken, aber eine Unbedenklichkeitsbescheinigung würde ich ihr nicht ausstellen.

      Hmmm, dafür hätte ich jetzt wirklich gerne eine wissenschaftlich haltbare und belegte Erklärung. Inklusive medizinischen Fallbeispielen.

  35. #36 hwied
    in seinem Frühstückssessel
    24. August 2021

    Der Boss himself, gut.
    Der Hinweis mit dem Dieselskandal soll nur den Leser stimulieren um weiterzulesen. Das ist auf dem gleichen Niveau als wenn man einem Umweltmediziner Abwege vorwirft.
    Was jetzt die Strahlenbelasstung angeht, die hängt natürlich akut von der Entfernung ab.
    Herr Dr. wussten Sie dass die Röntgenstrahlung auch nur eine elektromagnetische Strahlung ist . Die ist auch von der Entfernung abhängig und , das muss man betonen auch von der Zeit der Einwirkung. Hier bei uns in S. ist vor einigen Jahren ein Unfallchirurg an strahlenkrebs gestorben. Der hat Knochenbrüche direkt bei laufendem Röntgen eingerichtet.
    Die Leute, die bei Funkmasten wohnen, die werden auch ständig bestrahlt, sehr schwach natürlich aber ständig.
    eine wissenschaftlich haltbare belegte Erklärung kann man bei einer Gefahrenbeurteilung gar nicht abgeben, der Grenzwert ist ein Kompromiss aus Wirksamkeit und und Gefährlichkeit. Das ist genauso wie bei Coronaimpfung, den Strahlenschutzbestimmungen bei Schwangeren, Der Lautstärke am Arbeitsplatz, der Lagerung von Heizöl in einem Naturschutzgebiet. Das sind zum Teil Ermessensfragen, wie auch bei den Grenzwerten bei Mobilfunkgeräten.
    Darüber sich zu streiten, das hat wenig Sinn. Ich wollte Herrn Uttenthaler in seinem Glauben an die Wahrheit nur etwas zu be/denken geben. Den Mitlesern natürlich auch.
    bleiben Sie gesund !

  36. #37 Adent
    30. August 2021

    @hwied
    Nicht ausweichen, vorrechnen, nur Anekdoten und Gelaber kommen von Ihnen wie überall. Meine Güte einmal, ein einziges Mal wünsche ich mir von Ihnen irgendwas ausser Gelaber.
    Aber immer schön fordern nicht wahr, so einfach ist es hier leider nicht, das ist wie sie richtig anmerkten ein Wissenschaftsblog, da erkennt man solche Laberer wie sie ziemlich schnell.
    Also nochmal, erst lesen, dann versuchen zu verstehen, dann nachfragen, das wäre eine Reigenfolge. Was Sie liefern ist wieder mal nur: Überschrift lesen dann wie eine Ente rumquaken, armseelig.

  37. #38 Stefan Gbogboade
    Absam
    10. März 2022

    [Unqualifiziertes und unverschämtes Gebrüll gelöscht. Bravo, so schnell hat sich bei mir noch nie jemand eine Sperre verdient. /nnF]