Fragezeichen

Leser Stefan Hölzner hat eine Frage, die sehr theoretisch – im wörtlichen Sinn – ist:

Ich las letztlich von der für mich sehr erstaunlichen Forschung von Cohl Fury, dass RxCxHxO offenbar eine Algebra ist, die in der Lage ist, das Standardmodell der Teilchenphysik mathematisch zu „reproduzieren“. Also die aus den einzigen Divisionsalgebren, den reellen Zahlen, den komplexen Zahlen, den Quaternionen und den Oktonionen sowie den entsprechenden Verknüpfungen erzeugte (sagt man das so?) Algebra.

Das war mir irgendwie völlig neu und ich frage mich, ob das wohl für die Theoretiker auch neu und irgendwie spannend ist, oder ob es noch genügend andere Algebren gibt, die das Standardmodell auch generieren können oder könnten? Das klingt in den Ohren eines Laien so verlockend naheliegend, dass es mich wundert, erst jetzt davon zu hören. Könnte da tatsächlich etwas dran sein, oder ist das nächstes Jahr schon wieder verschwunden …?

Vielen lieben Dank für eure Einordnung!

Beste Grüße

Stefan Hölzner

Kommentare (20)

  1. #1 N.N.
    1. September 2018

    Siehe z.B.:
    https://golem.ph.utexas.edu/category/2011/04/the_threefold_way_part_7.html
    Letzter Teil der Serie mit Links zu den Vorgängern.

  2. #2 ajki
    1. September 2018

    Ich glaube, die Dame heißt “Cohl Furey” und scheint ein bisschen sowas wie ein “youtube-Star” zu sein – was schon mal prinzipiell nicht ganz so günstig ist…….

  3. #3 rolak
    1. September 2018

    prinzipiell nicht ganz so günstig

    Ich fürchte, Du mußt Deine Prinzipien ein wenig aufweichen, ajki: Guckst Du.

  4. #5 tomtoo
    1. September 2018

    @ajki
    Oder hier.
    https://www.quantamagazine.org/the-octonion-math-that-could-underpin-physics-20180720/

    Keine Ahnung was da drann ist. Aber aus irgenteiner Spinnereiecke ist es mal nicht.

  5. #6 ajki
    1. September 2018

    Den Quanta-Artikel habe ich durchaus gefunden (und die 2 Dutzend Abdrucke oder Übernahmen in anderen Netz-Bereichen daraus). Allerdings habe ich auch zwei oder drei höchst kritische Äußerungen von Physikern/Mathematikern gefunden bei der oberflächlichen Suche. Schön, einer davon – der “verdammendste” – ist von Motl und der ist ja wohl auch nur (noch?) ein “rechter” Netz-“Troll”, aber immerhin…

  6. #7 tomtoo
    1. September 2018

    @ajki
    Hättest ja verlinken
    können. Muss man motl kennen?

  7. #8 stone1
    1. September 2018

    Der Quanta-Artikel klingt spannend, vielleicht ist die Dame da tatsächlich etwas Großem auf der Spur.
    Lohnt sich bestimmt an dem Thema dranzubleiben, insbesondere wo die Suche nach Teilchen jenseits des Standardmodells bisher erfolglos geblieben ist.
    Aber das ist auch bloß meine Laienmeinung,
    vielleicht kann @MartinB das Thema ein wenig einordnen?

  8. #9 Braunschweiger
    1. September 2018

    Also, mal substanziell sortieren:
    Die Dame heißt offiziell Nichol(e) Furey und hat das “Cohl” offenbar als Nicknamen oder Künstlernamen etabliert. Hier ist ihre Doktorarbeit “Standard model physics from
    abstract mathematical objects?”
    , und dort ihre Homepage, momentan wohl an der Uni Cambridge. Dort sind auch die gleichen Arbeiten als PDF verlinkt wie auf der alternativen von @rolak angegebenen Seite.

    Es geht um Tensormathematik, und die Schreibweise RxCxHxO hat mich erst etwas irritiert (sieht nach Chemie aus mit -R als organischem Rest, ist es aber nicht). Man hätte das freundlicher schreiben können im Standardzeichensatz als   IR (x) IC (x) IH (x) IO   — oder in Unicode mit   ℝ ⨂ ℂ ⨂ ℍ ⨂ 𝕆 . Mit Latex sollte es so aussehen (was hier angeblich und hoffentlich funktioniert):   \mathbb{R} \otimes \mathbb{C} \otimes \mathbb{H} \otimes \mathbb{O} .

    Das Operatorsymbol beschreibt ein Tensorprodukt (hat mit Vektoren und Matrizen zu tun) über den Zahlenräumen, von links nach rechts, der Reellen Zahlen, Complexen Zahlen, Quaternionen (Hamilton-Schiefkörper) und der Oktonionen (wobei letztere durch eine 8*8-Matrix beschrieben werden). Aus diesen Räumen wird eine Divisionsalgebra gebildet, die es ermöglicht, mit Oktonionen zu rechnen, unter Einbeziehung von Objekten der kleineren “Subräume”.

    Wozu ist das gut? — Es wird vermutet, dass es mit Oktonionen möglich ist, Aspekte der Teilchenphysik zu beschreiben, und zwar speziell solche, bei denen die Raumzeit nicht einbezogen werden muss. Das beruht auch darauf, dass die gefundenen Elementarteilchen in ihrer mathematischen Beschreibung wahrscheinlich mit den Oktonionen in Einklang gebracht werden können. Zuvor sind schon viele andere nützliche Algebren (Lie-Gruppen) gefunden worden, die mit dieser möglicher zusammengebracht werden können. Da steckt die künftige Arbeit drin.

    Furey hat also nichts anderes vor, als Oktonionen als neues Werkzeug in die Teilchenphysik einzubringen. Ob das klappt hängt davon ab, ob es sich als nützlich erweist, und zunächst auch, ob sie daran erfolgreich weiterarbeitet. Und natürlich, ob es andere gibt, die den Wert ihrer Arbeit erkennen und unterstützen können.

  9. #10 stone1
    1. September 2018

    @tomtoo

    Muss man motl kennen?

    Muss man nicht, aber es handelt sich wohl um diesen Stringtheoretiker.
    Bin auch schon hin und wieder über seinen nicht gerade augenschonenden Blog gestolpert, hab mich aber eben deswegen nie länger dort aufgehalten.

  10. #11 tomtoo
    1. September 2018

    @stoni
    Danke!
    Na der Typ muss ja eine echte Koryphäe sein.
    Bei solchen Aussagen.
    “..Physicists don’t read them much, in the small number of followups, most of them are her own while Geoffrey Dixon, Lee Smolin, and a few other crackpots dominate the rest…”

    Da ist einer schon genial oder auch nicht.

  11. #12 Braunschweiger
    1. September 2018

    @stone1:
    Dein Stringtheoretiker-Link funktioniert nicht. Ersatzweise hier ein passender Link auf Motl in der WP.

  12. #13 tomtoo
    1. September 2018

    Da scheinen sich halt Experten nicht in allem einig zu sein. Ist es jetzt üblich andere Physiker auch als “chrackpots“ zu bezeichnen ?

  13. #14 stone1
    1. September 2018

    @Braunschweiger

    Thx, da ist beim c/p wohl was schiefgegangen, sollte bei mir auch ein Link zum Wikipediaeintrag sein.

  14. #15 tomtoo
    2. September 2018

    @stoni
    Nochmal danke für den Link!

    Der Typ könnte ein zweiter Newton werden. Ob er ein genialer Physiker ist/wird kann ich nicht beurteilen. Aber ein Arschloch ist er auf jeden Fall schon mal.

  15. #16 Thilo
    2. September 2018

    Lubos Motl wird sicher kein zweiter Newton, da er in der physikalischen Forschung schon lange nicht mehr aktiv ist.

  16. #17 rolak
    2. September 2018

    kein zweiter Newton

    Das war doch nur ein indirektes Runterputzen, Thilo. And maybe he invents that special, wishfully expected, no problem solving unit of mass: “new ton”.

  17. #18 Braunschweiger
    2. September 2018

    @Thilo:
    Vielen Dank für diese Einschätzung. Motl kommt mir so widerlich vor, dass man ihn einfach ignorieren und kaltstellen muss.

    Wäre dieses Tensorthema nicht etwas für einen erklärenden Mathematiker? Hier unter dem Dach in diesem Blog-Haus gibt es nur einen echt mathematisch orientierten Blog… Oder vielleicht etwas für den Physiker MartinB.

  18. #19 Braunschweiger
    2. September 2018

    @tomtoo:
    Ob ein Wissenschaftler noch aktiv ist, stellst du fest, indem du nach einer Liste seiner Veröffentlichungen suchst, zB. auf einer persönlichen Seite in seiner Vita. Gibt es die nicht, dann…

    Ein ernsthafter Wissenschaftler wird sich heute kaum an tiefgehende Beleidigungen wagen (anders als Staatspräsidenten mancherorts). Was Motl im Eintrag vom 1.Sept. 2018 auf seiner Seite schreibt, deklassiert ihn sofort:

    An Anil adds another anti-quantum book to the cesspool

    Anil Ananthaswamy (I copied and pasted the surname, I don’t expect anybody to memorize the whole meaningless sequence of letters, and I will shorten the name to Senil Debil Anil) has released […]

    Er schafft mindsestens 3 Beleidigungen in der Überschrift und dem ersten Satz:
    “Irgend ein Anil stellt ein weiteres Anti-Quanten-Buch in die Jauchegrube.”

    Missachtung und Bloßstellung eines ethnisch geprägten Namens ist schon schwerwiegend.
    Anil Ananthaswamy (ich kopierte den Nachnamen ein, niemand wird diese bedeutungslose Zeichenfolge erinnern können, […]”

    Aber Beleidigung durch Verunglimpfung des Namens (und das ist hier kein Humor mehr) ist dann das Allerletzte (Übers.v. mir):
    “… und ich werde den Namen auf Senil-Debil-Anil kürzen.”
    Widerlich! Ab in die Nichtbeachtungsecke!

  19. #20 tomtoo
    2. September 2018

    @Braunschweiger
    Diese Beleidigungen gehen ja durch all seine Artikel und Kommentare.
    Deswegen bin ich mir ja sicher das er ein Arschloch ist. Bei dem Newton konnte ich mir ja nicht sicher sein. Also ein zweiter Newton scheint er auch nicht zu sein, bleibt halt der Trost für ihn zumindest ein Arschloch zu sein. ; )