Ernst Peter Fischer

Ernst Peter Fischer ist diplomierter Physiker, promovierter Biologe,
habilitierter Wissenschaftshistoriker, ausgezeichneter Buchautor und Vermittler.

Professor (apl.) für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Heidelberg; freie Tätigkeiten als Wissenschaftsvermittler und Berater, unter anderem für die Stiftung Forum für Verantwortung; Autor zahlreicher Bücher – zuletzt: Die Charité – Ein Krankenhaus in Berlin (2009), Die kosmische Hintertreppe (2010), Laser (2010), Das große Buch der Elektrizität (2011), Die andere Leich-tigkeit der Seins (2012), Wie der Mensch seine Welt neu erschaf-fen hat (2013), Gott und die anderen Großen (2013), Unzerstörbar – Die Geschichte der Energie (2014), Die Verzauberung der Welt (2015), Durch die Nacht (2015)

Zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem die Lorenz-Oken-Medaille (2002), den Eduard-Rhein-Kulturpreis (2003), die Tre-viranus-Medaille des Verbandes Deutscher Biologen (2003) und den Sartorius-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (2004).

“Si tacuisses philosophus mansisses.” Dieser Satz, der sich als Restkenntnis aus meinem Lateinunterricht in meinem Gehirn festgesetzt hat – “Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben – fällt mir oft ein, wenn man hochgeschätzten Gelehrten bei ihren öffentlichen Auftritten zuhört. Gestern sprach zum Beispiel der Armutsforscher Christoph Butterwegge in der Tagesschau, nachdem die Linke ihn als…

PS: Der Maler Josef Albers hat unterschieden zwischen “actual facts” und “factual facts”. Postfaktisch kann lustig werden.

Ich danke allen Kommentatoren und Metakommentatoren und denke weiter über die Fakten und ihre Herstellung nach. Ich versuche stets aus der Wissenschaftsgeschichte zu lernen, und dabei hat eben der berühmte Francis Crick im Vorfeld der DNA Präsentation von 1953 als Doppelhelix darum gebeten, nicht mehr von Daten (also Fakten) belästigt zu werden, um sich mehr…

Ein neues Modewort macht die Runde, seit in den USA jemand zum Präsidenten gewählt worden ist, der sich nicht wirklich um Fakten kümmert und so redet, wie es ihm gerade passt und was das Maul hergibt. Postfaktisch – das klingt auch wie ein Hohn auf die Werbetrommel, die der Chefredakteur von Focus einst trommelte, als…

Die Spannung steigt, es ist bald Oktober, und das heißt nicht nur, dass die amerikanischen Baseballsaison ihrem Höhepunkt entgegen geht und nach dem Meister sucht. Auch die wissenschaftliche Preisverleihungssaison strebt ihrem Höhepunkt entgegen, und die Welt wartet auf die Bekanntgabe der diesjährigen Nobelpreisträger, wobei es – wie in jeden Jahr – nicht lange dauern wird, bis…

Ich habe am letzten Tag im August etwas über einen Riss im Standardmodell geschrieben und mich über die Erklärung der Asymmetrie von Materie und Antimaterie durch eine Eigenschaft von Neutrinos gewurmt und eine Menge Reaktionen bekommen, für die ich danken und auf die ich ganz allgemein etwas erwidern möchte. Ich werde im Januar 2017 70 Jahre alt, was…

Physiker kennen ein großes Standardmodell und viele große Geheimnisse. Eines davon steckt in der ungleichen Verteilung von Materie und Antimaterie, was genaue die Frage meint, warum das den Menschen zugängliche Universum vor allem mit Materie und kaum mit Antimaterie gefüllt ist, wobei man offenbar voraussetzt, dass die  Genese der Welt sich symmetrisch vollziehen konnte, was ich mir auch…

Als das neue Jahrtausend begann, verkündete die Gemeinde der Genetiker mit präsidialer Schützenhilfe, sie hätten das oder ein menschliches Genom sequenziert und könnten nun den Plan Gottes lesen, der in den Genen steckt. Das war beides gelogen, aber wenigstens die Sequenz eines Humangenoms lag um 2003 vor, allerdings zeigten sich da mehr Rätsel als Einsichten. Heute…

Es gibt Standardrituale der allgemeinen Politik und der Wissenschaftsförderung, von denen eines das Rufen nach mehr Bildung und ein zweites das Betonen der Notwendigkeit von interdisziplinärer Forschung ist. Es hat sich schon länger herumgesprochen, dass Probleme sich selten den Disziplinen beugen und es sich lohnt, die Grenzen der Disziplinen nach den Problemen zu strecken, und es…

“Ein großer Aufwand, schmählich ist vertan”. So jammert Goethes Faust am Ende des zweiten Teils des Dramas, und er soll in seinem Schmerz allein bleiben. Die Leser der jüngsten Ausgabe von Nature – Ausgabe vom 26. Mai 2016. Seite 539 und folgende – müssen auch mit ihrem Jammer alleine bleiben, der sie im Anblick des…