Kommentare (21)

  1. #1 Seniler Raubaffe
    24. März 2014

    Die neuen Erkenntnisse können vielleicht zur Erklärung der jungen Oberfläche der Venus beitragen.

    Bin gespannt, wann du dir in der Podcastreihe die einzelnen Planeten vornimmst.
    Die sind ja kein Thema gewesen bisher und es gäbe darüber doch so viel zu erzählen.

  2. #2 Alderamin
    24. März 2014

    @Seniler Raubaffe

    Im JRO-Atlas der Astronomie (auch schon über 20 Jahre alt) hieß es noch, die Venus würde ca. alle 500 Millionen Jahre ihre komplette Oberfläch aufschmelzen und umkrempeln. Durch den Verlust der Wärme kühlt die Oberfläche dann wieder ab und erstarrt. Das läge daran, dass die Venus keine Plattentektonik habe. Vulkanismus würde dem natürlich widersprechen.

    Außer auf der Erde war bisher nur (und auch diese Erkenntnis ist ganz frisch) auf dem Jupitermond Europa eine aktive Plattentektonik bekannt (oder vielleicht vorsichtiger formuliert: wird dort vermutet).

  3. #3 Seniler Raubaffe
    24. März 2014

    @Alderamin
    Mehr Geld für Raumfahrt!
    Es ist wirklich eine Schande, wie wenig Forschungssonden wir im Sonnensystem positioniert haben, obwohl wir technisch dazu in der Lage wären.
    Seit 30 Jahren keine mehr auf unserem Nachbarplaneten…:-(

  4. #4 Myscibco
    24. März 2014

    War ein aktiver Vulkanismus nicht zu erwarten gewesen?
    Die Venus hat kein nennenswertes Magnetfeld.
    Ohne Link jetzt: war es nicht so, dass ohne Magnetfeld
    der Sonnenwind nach und nach die Atmosphäre wegbläst?
    Abgesehen davon, dass aufgrund der Temperatur auch ein Teil der Atmosphäre sich ins All verabschieden sollte
    (auch das nicht nachgerechnet, nur aus der thermodynamischen Erinnerung; bitte Widersprechen wenn das falsch ist)?
    In dem Fall muss irgendetwas Nachschub für die dichte Atmosphäre liefern.
    Abgesehen davon ist es natürlich immer gut, das dann auch wirklich zu sehen.

  5. #5 Myscibco
    24. März 2014

    Hat man eigentlich schon den Bereich der Aktivität
    genauer zu Oberflächenbildern zugeprdnet?
    Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht und die Maßstäbe verglichen,
    aber vielleicht sieht man auf den bisherigen Bildern was interessantes an der Stelle.

  6. #6 Alderamin
    24. März 2014

    @Myscibco

    War ein aktiver Vulkanismus nicht zu erwarten gewesen?
    Die Venus hat kein nennenswertes Magnetfeld.
    Ohne Link jetzt: war es nicht so, dass ohne Magnetfeld
    der Sonnenwind nach und nach die Atmosphäre wegbläst?

    Ja, aber die Venus hat erstens mehr Schwerkraft als etwa Mars (etwa dreimal so viel an der Oberfläche) und zweitens viel mehr Gas in der Atmosphäre. Während auf der Erde das meiste CO2 über die Wechselwirkung mit Wasser im Gestein gebunden wurde, hat die Venus ihr Wasser früh verloren und das ganz CO2 wurde wieder in die Atmosphäre geblasen, so dass dort der 90-fache Atmosphärendruck der Erde herrscht. Dieses Gas will erst mal wegerodiert werden. CO2 ist außerdem schwerer als Luft.

    Irgendwo gab’s mal einen Artikel bei Florian zu dem Thema, wenn ich mich recht entsinne, finde ihn aber gerade nicht. Da gab’s auch einen Link auf ein Papier, in dem eine Grafik die Verlustrate bei Venus, Erde und Mars zeigte. Vielleicht findet jemand die Seite.

    @Seniler Raubaffe

    Soweit ich gelesen habe, planen die Russen wieder eine Landemission auf der Venus. Hoffentlich performt die dann besser als Phobos-Grunt (Grunz!).

  7. #7 Myscibco
    24. März 2014

    Danke für den Tip.
    Jetzt habe ich auch mal gesucht.
    Ein lesenswerter link ist auf jeden Fall hier. Fazit: es ist nicht so einfach
    (ok, das hätte ich erwarten müssen).
    Hier steht dass noch einige Fragen offen sind (gemessen leider nur H und O).

  8. #8 Captain E.
    24. März 2014

    @Seniler Raubaffe:

    Seit 30 Jahren keine Mission mehr auf der Venus – waren damit ausschließlich Lander und Ballons gemeint? Bei beiden Missionsarten besteht aber leider das Problem darin, dass sie nur einige wenige Tage dauern, bevor die Technik schlapp macht.

    Seit einigen Jahren kreist aber die ESA-Sonde Venus Express um den Planeten. Da der Treibstoff zur Neige geht, wäre ein Ersatz dringend angeraten. Die Japaner haben ja leider bei ihrer Sonde das Bremsmanöver vermasselt und die Venus verfehlt.

  9. #9 Chemiker
    24. März 2014

    @ Alderamin

    Im JRO-Atlas der Astronomie (auch schon über 20 Jahre alt) hieß es noch, die Venus würde ca. alle 500 Millionen Jahre ihre komplette Oberfläch aufschmelzen und umkrempeln. Durch den Verlust der Wärme kühlt die Oberfläche dann wieder ab und erstarrt. Das läge daran, dass die Venus keine Plattentektonik habe. Vulkanismus würde dem natürlich widersprechen.

    Hmm, das ist auch mein Wissensstand. Mir fällt aber diese Häufung von Konjunktiv­formen auf. Heißt das, daß es an diesem Modell inzwischen Zweifel gibt?

  10. #10 Alderamin
    24. März 2014

    @Chemiker

    Mir fällt aber diese Häufung von Konjunktiv­formen auf.

    Sollte eigentlich nur indirekte Rede sein….

  11. #11 WinzenFlyer
    24. März 2014

    @Captain E.: Eigentlich wollte Russland mit Venera-D einen neuen Lander zur Venus schicken, aber leider hapert es anscheinend grad an der Finanzierung :(.

  12. #12 Captain E.
    24. März 2014

    @WinzenFlyer:

    Sicher, und die JAXA wollte mit Akatsuki schon längst im Orbit sein. Venera D könnte, nach derzeitigem Kenntnisstand, 2016 auf der Venus landen. Nach einem Monat wäre aber schon wieder alles vorbei. Ein neuer Orbiter würde länger vor Ort forschen können. Vielleicht schafft es ja Akatsuki im zweiten Anlauf (2016), aber trotzdem sollte so langsam die Planung für die nächste Mission anlaufen.

  13. #13 Torben
    24. März 2014

    Wieso hat kann die Venus eigentlich eine so viel dichtere Atmosphäre haben als die Erde wenn die Anziehungskraft doch ungefähr die gleiche ist?

  14. #14 Torben
    24. März 2014

    Ups, das “hat” bitte Ignorieren, Danke

  15. #15 Alderamin
    24. März 2014

    @Torben

    Weil, wie ich oben schrieb, auf der Erde fast das gesamte CO2 im Gestein gebunden wurde, auf der Venus jedoch nicht.

  16. #16 Franz
    24. März 2014

    Gibts auch eine Theorie warum die Venus ganz langsam verkehrtrum rotiert ? Die langsame Rotation war sicher auch nicht förderlich für eine ‘vernünftige’ Atmosphäre.

  17. #17 nautilu
    24. März 2014

    @Franz

    “Der Astronom Jacques Laskar zeigte die Instabilität der Rotationsachsen der inneren Planeten.”
    https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Laskar

    Wegen dem chaotischen Verhalten der Achsneigungen muss die verkehrte Rotation keinen besonderen Grund haben.

  18. #18 Florian Freistetter
    24. März 2014

    @Myscibco: “War ein aktiver Vulkanismus nicht zu erwarten gewesen?”

    Ja – aber deswegen muss man das trotzdem erstmal nachweisen…

    “In dem Fall muss irgendetwas Nachschub für die dichte Atmosphäre liefern.”

    Naja, es ist ja nicht so, als würde die Atmo der Venus in großen Wolken ins All entschwinden. Das passiert nicht – das gilt für die leichten Moleküle. Nachschub brauchts also nicht so wirklich.

  19. #19 Silvia
    24. März 2014

    @ Franz:

    da gibt es sogar mehrere. Eine langsame Kollision mit einem weiteren Planeten in der Frühgeschichte unseres Sonnensystems wäre eine Möglichkeit sowol die langsame, retrograde Eigenrotation als auch das fehlende Magnetfeld zu erklären, Gezeitenreibung zwischen Planetenkruste, ehemaligem Meer und engem Mond (der irgendwann abgestürzt ist) eine weitere und (etwas sehr weit hergeholt) ein Fingerzeig von “ET”, daß sie hier waren …

    Die Venusatmosphäre rotiert übrigends superschnell. Die braucht grad mal 4 Tage, um einmal um die Venus zu fegen…

    Kannste mit Amateurmitteln nachprüfen, indem Du während der Dichotomie 5 Tage lang die Venus mit UV-Filtern fotografierst. Am 5. Tag siehst dann wieder die selben Wolkenstrukturen wie Du am ersten Tag fotografiert hast…

    Hab ich 2008 gemacht, als es die Zusammenarbeit zwischen den Amateuren und der ESA gab…

    Du kannst als Amateur sogar die thermischen Unterschiede zwischen Hochland (kühl) und Tiefland (heiß) nachweisen. Dazu brauchst einen relativ großen Spiegel (16″ aufwärts), nen IR-Filter für 1050 nm und ne entsprechend empfindliche Kamera. Hab ich auch schon gemacht… Leider hab ich dabei aber keinen Vulkanausbruch detektieren können…

  20. #20 Tobalt
    24. März 2014

    man sollte ein aerostat einrichten und von da aus forschung betreiben. große belastungen hat das dann auch nicht auszuhalten. man müsste nur eine gut zusammenfaltbare konstruktion ersinnen damit man die hülle bequem in einer rakete nach oben bekommt. über die hüllengröße könnte man auch schön die schwebehöhe variieren. Das kann doch technisch nicht sooo viel anspruchsvoller sein als ein satellit. Im gegenteil finde ich dass sich viele aspekte einer orbiter- oder rover-mission gar vereinfachen.

  21. #21 Myscibco
    25. März 2014

    @Florian Freiatetter
    Naja, es ist ja nicht so, als würde die Atmo der Venus in großen Wolken ins All entschwinden. Das passiert nicht – das gilt für die leichten Moleküle.
    In großen Wolken sicherlich nicht. Aber es ist ja genug Zeit.
    Also: auch ein kleiner Verlust in vier Milliarden Jahren
    kann die Atmosphäre kosten. Siehe den Link oben in #7: es könnte um 10 Millionen Jahre gehen, damit der Wasserstoff weg ist.

    Und wegen der leichten Moleküle: es scheint Untersuchungen zu geben, dass
    auch Xenon vom hydrodynamischen Verlust (die Hochatmosphäre erwärmt sich, dehnt sich aus und drückt Luftmassen ins All) betroffen sein könnte (Hier (Nach Angaben Spektrum der Wissenschaft 1/10 – Januar 2010)). Es sieht so aus als könnte es in der Zukunft noch Neuiogkeiten geben.

    Außerdem: UV Strahlung zerlegt Kohlendioxid, und der Sauerstoff entweicht.
    Aber Kohlendioxid scheint dahingehend Stabiler zu sein als Wasser. Habe keine Bemerkung zur Zerlegung in den Links gefunden, die ich nachgesehen habe.
    Aber vielleicht hat jemand ein en interessanten Link.