Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag zum ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2015. Hinweise zum Ablauf des Bewerbs und wie ihr dabei Abstimmen könnt findet ihr hier. Informationen über die Autoren der Wettbewerbsbeiträge findet ihr jeweils am Ende der Artikel.
sb-wettbewerb
——————————————
Mondwech

“Mama, Mond ist tot!” kam unser Kind eines Winterabends schreiend mit Tränchen in den Augen angerannt.
Katastrophe, Dilemma und Weltuntergangsstimmung beim Kind.
Unser Kind liebt nämlich Licht aller Art, es waren sogar seine ersten Worte: ” ..ich a!” Was “Licht an” bedeutete.
Was wir erst nicht kapierten.
Wir kamen darauf, als es wütend diese Worte brüllend versuchte, den Lichtschalter zu erreichen.
Wir Eltern hatten nämlich auf minutenlanges wiederholen dieser “Laute” nicht reagiert und nicht das Licht angemacht.
Aber nach dieser doch ziemlich eindrucksvollen Demonstration haben wir das dann schnell begriffen.
( Gut, daß unser Kind den Mut hatte, die Angelegenheit selbst zu lösen und das es folgerichtig aus unserer Handlung: Schalter drücken das Ergebnis: Licht an erkannt hatte.
Im Winter ist es bekanntlich früher dunkel , was auch dem Kinde aufgefallen war und wir schon geklärt hatten: die Sonne steht nun etwas anders, die Erde ist ein Planet und das alles “schwebt” im Weltall rum.
Da Kind uns nämlich trotz noch eingeschränktem Wortschatz Löcher zu einfachen Alltagsphänomenen in den Bauch fragte. Und nicht locker lies, bis es das, was es grade verstehen wollte, verstand.
Nun hatte das Kind also den Mond für sich entdeckt, der nun auch oft tagsüber gut zu sehen war.
Nur heute nicht.
Unser Kind stand nun also sterbensunglücklich vor mir.
Dachte, der Mond sei tot.
Was ” tot “war, das hatte ich ihm vor kurzem erklären müssen, als es eine tote Fliege auf der Fensterbank entdeckte.
Und es fragte, warum Sie sich nicht mehr bewegte.
Ich sagte: ” Die lebt nicht mehr, ist tot.”
Was zu weiteren Fragen des Kindes führten, bis ich erklärte: ” Diese Fliege kann nichts mehr hören, fühlen, sehen, riechen, nichts mehr bewegen oder denken, die hat keine Lebensenergie mehr, da ist nur der Körper noch von da.”
Damit konnte es was anfangen und sich ein Bild machen.
In den letzten Tagen hatte es also gerne den Mond beobachtet.
Wenn wir daußen unterwegs waren, abends zu Hause vom Fenster aus.
Dem Kind war schon aufgefallen, daß der Mond sich veränderte.
Wir sagten ihm, er sei nicht immer gleich, das schien ihm zu genügen.
Vor ein paar Tagen noch.
Aber heute, heute sorgte das totale nicht-Da-Sein des Mondes für Tränen.
Ich schaute auf mein aufgelöstes Kind und nahm es erst mal in den Arm.
” Schatz, der Mond kann nicht sterben. Nicht so, wie Lebewesen. Der Mond ist aus Gestein.
Und ich weiß, daß der nicht tot ist. Der ist nur gerade nicht zu sehen,” sagte ich tröstend.
Das weinen ebbte langsam ab.
Das Kind schneuzte in meine Halsbeuge.
Ich war froh, daß ich ein dickes Halstuch trug.
Das Kind fragte mit belegter Stimme in mein linkes Ohr : ” Sicha? Wer sagt das?”
Ich schmunzele innerlich, fand es gut, daß mein Kind nicht einfach so meine These schluckt, sondern hinterfragt und sagte: ” Das haben Menschen herausgefunden. Sollen wir Dir mal zeigen, warum das für uns so aussieht, als wenn der nicht da ist? ”
“KannSu?” fragte das Kind mit großen Augen. ” Gans wikklich?”
“Ja, kann ich. Ganz wirklich. Warte mal, wir holen den Papa, dafür brauch ich mehr Hände. Wir machen mal ein Modell. Damit können wir nachspielen, was da gerade am Himmel passiert mit dem Mond. So in etwa, ” sagte ich ruhig.
“Papaaaaaaaaaaaaa!” schrie das Kind mit Leibeskräften.
Der Gerufene hörte, ich erklärte ihm das Problem und wir suchten geeignete Lampe, Bälle und Obst, um dem Kind einen kleinen Teil unseres Sonnensystemes nachzubauen.
Das Kind saß gespannt da und wartete.
Wir hatten bald alles zusammen und fingen an, ihm zu zeigen, so stehen die Sonne, Erde, Mond, so bewegen die sich und so passiert das mit den Mondphasen.
Zusätzlich lasen wir noch die relevantesten Sätze aus seinem KinderSachbuch zum Thema vor.
Nach unserer Demonstration und den wenigen Worten war das Kind beruhigt , spielte mit Licht und Schatten und ich, ich saß da, schaute unserem Kind zu und muße an die Leute denken, die oft sagen:
” Wissenschaft? Wann brauch man die denn mal im Alltag?! ” oder : ” So Sachen lernt man in der Schule und dann brauch man die nie wieder.” oder: “Sowas kann ein kleines Kind doch nicht verstehen.”
Und dann, dann frage ich mich: ” Wie erklären die ihren Kindern bloß die Welt?”

————————————————-
Hinweis zur Autorin: Dieser Artikel wurde von Emmygunde Spatzeküken geschrieben.

Kommentare (31)

  1. […] Heute bitte hier lesen.  Mein Artikelchen nimmt nämlich beim ScienceBlogsSchreibwettbewerb teil. […]

  2. #2 jochen
    23. September 2015

    ” Wie erklären die ihren Kindern bloß die Welt?” Garnicht. Da wird Nachfragen mit sei nicht so verlaut oder dumm geantwortet. Solange, bis das Kind nicht mehr fragt und man seine Ruhe hat.

  3. #3 gaius
    23. September 2015

    Tolle Geschichte.

    Ich hab meiner Tochter auch alles erklärt, was mir gerade so in den Sinn kam. Fast alles davon hat sie verstanden.

    Was sie nicht verstehen können oder sie nicht interessiert, scheinen Kinder einfach zu vergessen. Aber wenn ein bisschen Action dabei ist (und man selbst begeistert ist), interessiert Kinder eigentlich alles.

    Jetzt hat meine Tochter Abitur (ein sehr gutes). Wer weiss, wieviel solche Erklärungen dazu beigetragen haben … geschadet haben sie sicher nicht.

  4. #4 Lercherl
    23. September 2015

    “Katastrophe, Dilemma und Weltuntergangsstimmung beim Kind.”

    Wieso Dilemma?

  5. #5 Emmygunde
    23. September 2015

    @Jochen: Genau. Und das, das find ich echt schlimm. Denn, sind die Kinder dann mal “groß genug”, dann wird erwartet, daß Sie auf einmal Interesse zeigen und lernen.
    @gaius: Danke 🙂
    @Lercherl: Dilemma war zu dieser Zeit das Lieblingswort. Und es steckte in dem Dilemma: Was jetzt? Sehe ich doch jeden Abend dem Mond zu.

  6. #6 Uli
    23. September 2015

    “Erst bringen wir ihnen Laufen und Sprechen bei, und dann sollen sie still sitzen und den Mund halten…”

  7. #7 Nordlicht_70
    23. September 2015

    Tolle Geschichte. Ich denke auch, dass das Elternhaus viel dafür tun kann, bei Kindern Interesse für die verschiedensten Dinge zu wecken – sei es nun Wissenschaft, Musik / Kultur, Sport usw. In dieser Hinsicht haben Kinder gebildeter Eltern wohl tatsächlich Vorteile.

    Ich kann mich gut erinnern, dass ich mit meiner Nichte so einige “doofe” Physikprotokolle erstellt hatten – und zwar, indem wir nicht nur bei Wikipedia abschrieben sondern die Versuche tatsächlich durchführten und auch varierten. Nur ein positiver Nebeneffekt – sie merkte ganz von allein, dass die Messergebnisse (Daten) nie ganz fehlerfrei sind.

    In Mathe hatte sie mit mir ihr Aha-Erlebnis bei den Raummaßen. Sie verwechselte immer die Maße. Dann habe ich mich mit ihr mal einen halben Nachmittag hingesetzt und aus Knete einen Literwürfel (10x10x10cm) geformt, d.h. 12 dünne 10cm lange Knetestäbchen zu einem Würfel zusammengesetzt. Dann haben wir viele kleine Würfel mit 1 ccm gebastelt. Natürlich passte nicht alles haargenau, aber dass 1000 kleine Würfel zu 1ccm in den großen Würfel passen, war ihr nun klar. Wir spielten alle möglichen Varianten mit allen gängigen Einheiten durch und durch das visuelle Erleben saß das Wissen nun fest.

  8. #8 Crazee
    23. September 2015

    Wie schön! Ich bin auch gerade in dieser glücklichen Situation, dass ich meinem Nachwuchs alle möglichen Fragen beantworten darf. Ich bekomme dann immer böse Blicke, wenn ich als Techniker versuche, ehrlich und richtig zu antworten.

  9. #9 Orci
    23. September 2015

    Ich hab meinen 7-10 Jahre alten Neffen erklärt, warum im Film die Speichen eines sich schnell drehenden Rades manchmal rückwärts zu laufen scheinen.

    Mit der Gummidichtung von einem Einweckglas hab ich ihnengezeigt, was Bindungsenergie ist.

    Mit einem Kühlschrankmagneten und einer Schraube hab ich sie in Staunen versetzt indem ich sagte: “Dieser kleine Magnet hält eine Schraube fest, an der die ganze Erde zieht” (Übrigens erstaunt mich das auch immer wieder).

    Das waren immer tolle Erlebnisse.

    Wir haben selbst das Experiment gemacht, wie schnell heißes und kaltes Wasser in offenen Gefäßen frieren, haben die Temperaturen aufgeschrieben, eine kleine Auswertung gemacht und am Ende was über Verdunstungskühlung gelernt.

    Ich glaube nicht, dass man zu Kindern je sagen sollte: “das verstehst Du nicht.” – wenn sie klug genug sind, die Frage zu stellen, sind sie auch klug genug, zumindest vereinfachte Antworten verstehen zu können. Ich finde die Geschichte toll, auch wenn ich etwas ähnlich dramatisches bisher noch nicht selbst erlebt habe!

  10. #10 Theres
    23. September 2015

    Ein schnuckeliger Beitrag, und ja, schnuckelig sagt man lange nicht mehr, na und? Gefällt mir sehr gut.
    Sehr hübsch … und die junge Dame, die einst Gott spielte (mit zwei Jahren den Lichtschalter für sich entdeckte) und die folgenden Jahre bei jedem, der lange genug stillhielt, das gesamte Wissen der Menschheit abfragte, macht inzwischen Abitur. Wie geht Licht, war ihre erste Frage an mich … Äh, … erinner …

    Ich wurde auch immer seltsam betrachtet, weil ich einfach antwortete. Es gibt aber zwei Sorten Löcher in Bauch fragende Kinder – welche, die es wirklich wissen wollen, und welche, die gar nicht hinhören und einfach nur fragen wollen, finde ich. Vielleicht weil es erwartet wird?

  11. #11 Emmygunde
    23. September 2015

    @Uli: Genau so läuft das oft…
    @Nordlicht:Danke.:)
    Ich finde, die Eltern müssen nicht unbedingt “gebildet” sein, es reicht ja schon, Fragen ernst zu nehmen und mit dem Kind zusammen die Antwort herauszufinden. So lernt man als Elter auch noch dazu.
    @Crazee: Danke:) Diese Blicke kenne ich auch.

  12. #12 Emmygunde
    23. September 2015

    @Orci: So einen Onkel hätte ich auch gerne gehabt.
    Wir Alltagsexperimentieren ja oft und ich habe die Erfahrung gemacht, das solche Sachen auch sehr motivieren und es verknüpft sich eh besser, wenn alle Sinne angesprochen werden. Der Satz: ” Das verstehst Du nicht/Bist Du zu klein für” , den hab ich schon als Kind nicht leiden können.

  13. #13 Emmygunde
    23. September 2015

    @Theres: Schnuckelig find ich gut.

    Vielleicht warten manche Kinder die Antwort nicht ab oder hören nicht zu, weil Sie die Erfahrung gemacht haben, das ihnen entweder “Müll” erzählt wird oder ihnen öfter dieses Nicht-ernst-genommen-Gefühl vermittelt wird und Sie so einfach versuchen, Aufmerksamkeit zu bekommen, die Sie gefühlt nicht genug haben? Fällt mir dazu ein, wenn ich so an “Nervkinder” in meinem Umfeld denke.

  14. #14 Dietmar
    23. September 2015

    Schön!

  15. #15 Theres
    23. September 2015

    @Emmygunde
    Aufmerksamkeitsmangel – das klingt recht einleuchtend und ich werde mal darauf achten und mich entsprechend ganz aufs Kind konzentrieren, wenn es mir wieder auffällt. Guter Tipp, danke.

  16. #16 Orci
    23. September 2015

    @Emmygunde:
    Absolut! Ich hab solche Sätze auch immer gehasst und bewundere die Leute heute noch, die versucht haben, mir was beizubringen. Ich hab (noch) keine eigenen Kinder, aber ich hab lange Kinder- und Jugendarbeit gemacht und geh mit meinen Neffen gerne in technische Museen oder zu Vorträgen. Ja – Kinder machen so was gerne, wenn man ihnen zeigen kann, das es in Technikmuseen was zu entdecken gibt. Ja – Kinder lassen sich dafür begeistern, dass es cool ist, etwas zu wissen und etwas zu können (Obwohl ich die Serie nicht besonders mag, war Macgyver für mich immer ein sehr starker Held). Wie Florian an anderer Stelle schon mehrmals geschrieben hat: Kinder sind kleine Forscher. Wenn man Ihre Neugier fördert, dann wächst sie mit ihnen. Kappt man sie aber gleich an der Wurzel (“Du verstehst das noch nicht”, “Das ist zu kompliziert”)…tja, was dann…zumindest werden sie sich später mit vielen Dingen schwerer tun…

  17. #17 Florian Freistetter
    23. September 2015

    Es ist ja auch keine Schande als Erwachsener zu einem Kind zu sagen, das man keine Antwort auf eine Frage hat. Aber anstatt zu sagen “Das weiß ich nicht, frag nicht so blöd” sollte man lieber sagen “Hmm. Das weiß ich nicht. Aber vielleicht können wir es gemeinsam rausfinden. Lass uns doch mal in die Bücherei gehen/ins Museum gehen/im Internet recherchieren”. Oder wenns tatsächlich schwierig ist: “Diese Antwort weiß ich leider nicht – aber es weiß sie auch kein anderer Mensch weil bis jetzt noch niemand die Antwort herausgefunden hat. Aber vielleicht wirst du ja später selbst mal Wissenschaftler und bist dann der erste, der die Antwort findet”.

  18. #18 Emmygunde
    23. September 2015

    @Florian:Stimme ich voll zu.
    Nur, da müssen die Kinder aber auch schon ein bestimmtes Alter erreicht haben. Das Sie da manche Fragen überhaupt stellen. Wenn ich an so manche Alltagssituation denke, wo ich so “Smartphone-Eltern” beobachte, da denke ich, die Kinder kommen gar nicht so weit. Weil Sie gerade in den ersten Monaten und Jahren schon so frustriert werden, daß Sie “dicht” machen.

  19. #19 Dietmar
    23. September 2015

    @Emmygunde: Die paradoxe Wahrheit ist: “Smartphone-Eltern” gab es schon vor dem Smartphone.

  20. #20 Aginor
    23. September 2015

    Toller Artikel!
    Mich hat auch schon als Kind aufgeregt, wenn man nichts erklärt bekam, schlließlich war ich ja jung, und nicht minderbemittelt. Lange dachte ich die Erwachsenen wüssten vieles nicht. Das stimmte nur teilweise, viel häufiger wollten sie es einem Kind einfach nicht erklären, aus welchen Gründen auch immer.

    Ich finde daher diesen Ansatz toll, es gibt so vieles von dem ich in der Schule dann dachte “hätte ich das nur eher gewusst!”

    Hier noch ein Comic zum Thema, den ich sehr inspirierend finde:
    https://www.smbc-comics.com/?id=3106#comic

  21. #21 BreitSide
    Beim Deich
    23. September 2015

    Sehr schöner Artikel!

    Ich hatte zum Glück auch so einen Vater 🙂

    Wobei ich schon denke, dass erklärungsfremde Schichten eben auch die bildungsfernen Schichten sind.

  22. #22 rolak
    23. September 2015

    Wunderhübsch – liest sich wie eine Kreuzung aus KinderErzählung und Märchen und ist doch eine Anleitung an alle Eltern für einen sinnvollen Umgang mit Kindern.

    Zur Antwort der Abschlußfrage: Mu. Schon wg dem ‘Wie?’, denn wer sich nicht einmal ansatzweise Mühe gibt, die Welt zu verstehen, der kann sie auch nicht erklären; insofern ist es sinnfrei, sich über das ‘wie’ Gedanken zu machen.
    Es sei denn, das schon gelesene ‘gar nicht’ ginge als Nebenlösungs-Antwort durch, so in etwa wie ‘grau und diverse geflickte Schlaglöcher’ als Wegbeschreibung.

  23. #23 klauszwingenberger
    23. September 2015

    Als Astro-Amateur kann man in solchen Situationen ohnehin glänzen, das kenn’ ich. Erstaunlich ist nur, dass Kinder bei Erklärungsversuchen oft konzentrierter bei der Sache bleiben als Erwachsene.

    Ein Tipp am Rande: schaut Euch einmal an, wie oft in Bilderbüchern für die Kleinen unmögliche Mondphasen dargestellt werden. Es ist ganz erstaunlich. Übergreifende Hörner, als wär’s die Venus; erleuchtete Seiten von der Dämmerung abgewandt; abnehmende Halbmonde zur Abendstunde. Kein Unfug, den sich ein Illustrator nich ausdenken könnte.

  24. #24 Emmygunde
    23. September 2015

    @alle: Danke. Für´s lesen und für´s Gedankenteilen. Es hat mich sehr gefreut, daß ich hier mitmachen durfte.
    und..@Rolak: Ich meinte die Abschlußfrage eher rhetorisch, aber das “Mu” ist ein tolles Wortkleid mit vielen Gedankenansätzen..ich werd mich da mal näher einlesen, das hört sich interessant an.

  25. #25 Dampier
    23. September 2015

    Ein sehr schöner Artikel. Länge oder Orthografie sind eben doch kein Kriterium :))

    Ich tu mich oft schwer, zu Kindern einen Draht zu finden (habe selbst nur Nichten und Neffen). Die schönsten Momente waren immer, wenn ich denen etwas Wissenschaft nahebringen konnte/kann. Das macht unheimlich Spaß.

  26. #26 gorg
    23. September 2015

    Genau so eine Frage hatte ich vor kurzem bei meiner 2,5 jährigen Tochter: “Papa wo ist der Mond?” Ich also – als großer Erklärbar habe ausgeholt und mit Händen und füßen veruch zu erklären.. der Blick meiner Tochter sprach Bände: Bahnhof.
    Also den Drehsessel aus dem arbeitszimmer hervorgeholt, Lichter aus, eine Taschenlampe geholt und eine Mandarine als Mond. Wir hatten mächtig Spaß mit unseren Minisonennsystem, der auf- udn untergehenden Sonne, der Mondphasen usw. Irgendwann fragte ich:
    “Was machen wir jetzt?”
    Meine Tochter überlegt kurz, und sprach (zur Erinnerung, der Mond war eine Mandarine):
    “Jetzt essen wir den Mond.”
    🙂

  27. #27 Dietmar
    23. September 2015

    @gorg: Das ist entzückend! 🙂

  28. #28 noch'n Flo
    Schoggiland
    24. September 2015

    Manchmal kann Aufklärung die Kinder aber auch ganz schön in die Bredouille bringen: unser Sohn (5) hatte uns vor ein paar Monaten mal ausgiebig Fragen zu Sterben und Tod gestellt, was nach dem Tod kommt und wohin die Menschen dann gehen. Wir haben ihm gemäss unserer atheistischen Überzeugungen streng naturwissenschaftlich geantwortet.

    Vor kurzem starb nun der Grossvater eines Mädchens aus seiner Kindergartengruppe. Die Familie kommt aus Italien und ist streng katholisch. Als das Meidli nun unserem Sohn erklärte, ihr Opa sei jetzt im Himmel, wies unser Sohn sie zurecht, es gebe ja gar keinen Himmel, das hätten sich nur Menschen ausgedacht, ihr Grossvater sei einfach und unwiederbringlich weg. Woraufhin das Mädchen in Tränen ausbrach und wir ein paar Tage später einen wütenden Anruf seiner Mutter bekamen, warum wir unserem Sohn solchen Unsinn beibringen würden.

    Wir werden trotzdem nicht damit aufhören.

  29. #29 drüben (10) | eldersign.de
    27. September 2015

    […] weiterer Betrag im Blogschreibwettbewerb drüben bei den ScienceBlogs geht der Frage nach, wozu man Wissenschaft im Alltag denn gebrauchen könnte […]

  30. #30 Kathi Keinstein
    28. September 2015

    Die ungehemmte Begeisterung, die Kinder an den Tag legen können, begeistert mich selbst immer wieder aufs neue (und wenn sich diese Begeisterung auf Naturwissenschaftliches bezieht um so mehr 😉 ). So lösen gerade solche Geschichten ein wahres Feuerwerk von Ideen und Motivation in mir aus, solchen Wissensdurst (sowohl kleiner als auch grosser Kinder) zu stillen (gerade geistert mir die Frage durch den Sinn: Hat dieses Kind heute früh auch (wie ich) ab vier Uhr am Fenster/auf dem Balkon gestanden und die aussergewöhnlichen Umtriebe des Mondes begutachtet?)

  31. #31 Emmygunde
    28. September 2015

    Wie gut, daß ich nochmal geschaut habe. Allen nochmal Danke.
    @Klauszwingenberger: “Künstlerische Freiheit” 😉
    @Dampier: 😉 .
    @gorg : Zucker!
    @noch n´Flo: Spannendes Thema, der Tod. Und wie damit umgegangen wird. Lustigerweise sagte das Kind die Tage noch: Mama, wenn man tot ist, dann hat man keine Zeit mehr, also, dann hört die Zeit für den Gestorbenen auf. Fand ich super.
    @eldersign: Danke 🙂
    @Kathi: Das Kind hat in der Tat gestern Abend mit seinem Piratenfernrohr immer mal wieder und lange den Mond angeschaut. Videos und Erklärungen gab es dann auf diverse Fragen auch und heute hatten wir einen Motzanfall und Geschimpfe, weil es krankheitsbedingt zwar mehrmals wach war in der Nacht und ich auch, jedoch nie zur passenden Zeit.