“The Library at Mount Char” – Götter in Ausbildung
“The Library at Mount Char” von Scott Hawkins ist jetzt schon eines meiner Lieblingsbücher des Jahres. Wenn ihr aus meiner Liste nur ein Buch lest, dann lest dieses hier!
Dabei ist es gar nicht so einfach zu beschreiben, worum es geht. Oder schon, aber dann besteht die Gefahr, einen falschen Eindruck zu bekommen. Wenn ich zum Beispiel sage, dass es um die Ausbildung von und den Kampf zwischen Göttern geht, dann könnte man denke, es wäre klassische Fantasy mit Helden, Heeren, Magie, und so weiter. Das ist aber definitiv nicht der Fall. Würde ich erklären, dass das Buch die Geschichte von ein paar Kindern beschreibt, die von einem mysteriösen Mann aufgenommen und in ebenso mysteriösen und magischen Fähigkeiten ausgebildet werden, klingt das wie eine Variation von “Harry Potter”. Und auch das ist definitiv nicht der Fall.
In “The Library at Mount Char” geht es um “Vater”. Der hat 12 Kinder adoptiert, die alle in einer “Bibliothek” ausgebildet werden. Und das mit einer Strenge, die altestamentarische Grausamkeit weit übertrifft. Wer nicht folgt, wird da schon mal bestialisch umgebracht – und danach wieder zum Leben erweckt. Was klar macht, dass die Ausbildung in der “Bibliothek” nichts mit normaler Bildung zu tun hat. Die Kinder lernen, so etwas ähnliches wie Götter zu werden: Götter des Krieges, der Heilkunst oder der Weisheit. Neben dem (echten?) Gott “Vater” treiben sich auf der Welt aber auch noch andere (gott)ähnliche Figuren herum, die zwar immer wieder erwähnt aber (und das steigert die Spannung genau so wie die Frustration) nie erklärt werden. Was es zum Beispiel mit dem “Fürst” oder “Liesel” auf sich hat, erfährt man nicht, genau so wenig wie mit “Q33-North”. Hawkings beschränkt sich darauf zu erklären, dass es eine Art Eisberg mit Beinen ist und dass die Welt untergehen würde, käme er an die Macht…
Und um die Machtübernahme geht es: “Vater” ist verschwunden. Und die 12 Bibliothekare müssen herausfinden, was mit ihm passiert ist. Dabei haben sie sowohl mit der göttlich-magischen Welt der Bibliothek zu tun als auch mit den USA der Gegenwart. Wie gesagt: Ich weiß nicht, wie ich am besten beschreiben kann, worum es eigentlich geht. Ein klein wenig hat mich das Buch an “American Gods” von Neil Gaiman erinnert.
Ach, lest das Buch einfach! Es ist wirklich gut! (Oder lest zumindest die Rezension von Josefson beim Standard, der solche Bücher viel besser beschreiben kann als ich).
Was ich sonst noch gelesen habe
Zwei Bücher habe ich außerdem noch gelesen:
- “Alpenüberquerung – 2000 km Freiheit: Zu Fuß über die Alpen von Wien nach Nizza” von Hans Thurner. Ich wandere gerne; aber nicht unbedingt im Hochgebirge. Trotzdem ist diese Beschreibung einer Fernwanderung über die Alpen sehr nett zu lesen. Das liegt nicht unbedingt am Text selbst; aus literarischer Sicht ist das Buch nichts besonderes. Aber die Bilder (und davon gibts viele) sind wirklich schön und man kann nicht anders als Fernweh zu bekommen.
- “Isaac Newton” von James Gleick (auf deutsch: “Isaac Newton. Die Geburt des modernen Denkens”). Newton gehört zu den Wissenschaftlern, über die es wirklich viele Bücher gibt. Es ist gar nicht so einfach, hier etwas brauchbares zu finden. Aber die Biografie von Gleick gehört zu den besten, die ich gelesen habe. Sie ist kurz, aber dennoch enorm klar und verständlich geschrieben. Sie beinhaltet alle relevanten Momente, beschreibt Newton selbst genau so wie seine Zeit, sein Umfeld und seine Wissenschaft. Und das alles, ohne akademisch-langweilig zu sein; ganz im Gegenteil!
Das war der Februar. Bald kommt der März. Und mit Sicherheit wieder neue Bücher! Bis bald!
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