Bild: "Street light at night", dbgg1979, Flickr (cropped); CC BY 2.0
Bild: "Street light at night", dbgg1979, Flickr (cropped); CC BY 2.0

Neulich hatte ich berichtet, dass einer Studie gemäß die Lichtverschmutzung ein wichtiger Faktor für das Insektensterben sein soll – und dass sie nicht nur ein von Hobbyastronomen aufgebauschtes Medienthema ist. Letzte Woche wurde ein weiterer Artikel zum Thema in den VDI-Nachrichten veröffentlicht, auf den ich gestern per Twitter aufmerksam wurde.

Im VDI-Artikel wird ein schon seit 2012 laufender Versuch des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin beschrieben (dieselbe Gruppe, die auch hinter der im ersten Blogartikel beschriebenen Studie steht), der im Naturpark Westhavelland in Brandenburg läuft. Das Gebiet, 70 km nordwestlich von Berlin, gilt als eines der dunkelsten in Deutschland.

Der Versuch besteht aus einem Testfeld mit einer 40×60 m großen Parzelle, auf der 12 LED-Straßenlaternen im Raster von 20  m aufgestellt wurden, die mit Insektenfallen bestückt sind und wie gewöhnliche Straßenlaternen in Wohngebieten über Dämmerungsschalter nachts aktiviert werden. Ein Kontrollfeld gleicher Größe ist ebenfalls mit Fallen und Laternen bestückt, die jedoch nicht eingeschaltet werden.

Die Ergebnisse waren eindeutig: in den Fallen unter den Laternen fanden sich im ersten Jahr 76-mal so viele Insekten wie in denen des Kontrollfelds, im zweiten Jahr waren es sogar 267-mal so viele. Im umliegenden Bereich der Laternen ging der Insektenbestand spürbar zurück. Die Lampen ziehen die Fluginsekten wie Staubsauger an und das ökologische Gleichgewicht zwischen Räubern und Gejagten wird empfindlich gestört – die Räuber schlagen sich die Bäuche voll, die Beute flattert sich um die Laternen zu Tode.

Die meisten Insekten wurden in den außen liegenden Fallen gefunden, d.h. die Insekten kommen kaum an den Laternen vorbei, sie wirken wie ein schwer zu überwindender Zaun. Beleuchtete Straßen können so als Lichtschneisen regelrecht die Lebensräume der Insekten zergliedern, deren Genpool dadurch ärmer wird und die Insekten somit weniger widerstandsfähig gegen Krankheiten. Auch das Verhalten der Tiere wird gestört. Manche Nachtfalter, die bei Ortungslauten von Fledermäusen Ausweichmanöver fliegen, unterlassen dies in der Nähe von Laternen. Und es kommt nachweisbar seltener zur Paarung der Insekten, z.B. weil die Weibchen weniger Lockstoffe produzieren.

In einem ähnlichen Versuch in den Schweizer Voralpen zeigte sich, dass nachtaktive Bestäuber ausblieben und Pflanzen 13% weniger Früchte trugen. Eine ganze Reihe von Pflanzen ist auf nächtliche Bestäubung angewiesen, so Nelken, Korbblüter und Orchideen. Fast 300 Pflanzenarten wurden bereits identifiziert.

Die IGB-Forscher schätzen, dass der Einfluss durch künstliche Beleuchtung von ähnlicher Größenordnung ist wie die Wirkung von Insektiziden. Der Einfluss des Lichts auf das Insektensterben ist somit keine Erfindung von Sternenguckern, sondern im Feldversuch eindeutig belegt.

Höchste Zeit, den Gebrauch von nächtlicher Beleuchtung strenger zu reglementieren. Ich hoffe, der eine oder andere Kommunalpolitiker hat die verlinkten Artikel gelesen. Die Leserschaft sei jedenfalls aufgefordert, die Kunde über die Artikel zu verbreiten.

 

Referenzen

 

Kommentare (37)

  1. #1 Alisier
    14. Juli 2018

    Danke für den Post!
    Ein wichtiges Thema, und ein in der Tat immer noch vernachlässigtes. Mit Vergleichen mit Insektiziden wäre ich aber vorsichtig. Diese wirken vor allem auf die Larven, wobei das Licht den Imagos den Garaus macht.
    Es ist also eher die Kombi, die so richtig reinhaut.

  2. #2 Alderamin
    14. Juli 2018

    Steht zumindest so im VDI-Artikel. Es geht einfach um die Größenordnung des Einflusses, der sicherlich ganz verschiedene Wirkungen entfaltet, und logischerweise ist die Kombination verschiedener Wirkungen umso schlimmer.

  3. #3 bruno
    14. Juli 2018

    Schöner Artikel. Da braucht es nicht mal belgische Autobahnen. Und angesichts klammer Kommunalkassen sollten sich viele Gemeinden dann doch mal für das Stromsparen entscheiden… Hülfe allen.

  4. #4 JW
    14. Juli 2018

    Leider kleiner Irrtum @bruno: Angesichts klammer Kassen wird die Beleuchtung aufgepimpt. Wenn die alten Leuchten erneuert werden und die neuen einen Mehrwert, sprich mehr Licht bieten, dann kann ein Beitrag von den Anwohnern verlangt werden. Und schon spart die Kommune Geld. die Stadt stellt sich dann hin und prahlt, dass man jetzt auf der Straße Zeitung lesen könne. So geschehn bei uns.

  5. #5 Alderamin
    14. Juli 2018

    Der Lampentausch kostet allerdings zuerst einmal Geld; das amortisiert sich später zwar über den Betrieb, aber Budgets werden ja normalerweise jährlich vergeben, und innerhalb eines Jahres holt man die Kosten nicht wieder rein. Ich denke, dass die meisten solcher Aktionen im besten Sinne gemeint sind, weil sie das Wohlgefühl und vermeintlich die Sicherheit (insbesondere die Verkehrssicherheit) erhöhen. Bösen Willen möchte ich den Kommunalpolitikern gar nicht unterstellen, nur Unwissenheit.

    Deswegen muss die maßgebliche Mitschuld der Lichtverschmutzung am Insektensterben ein Mem werden, das jeder kennt, so wie die Schädlichkeit des Rauchens, alkoholisierten Fahrens oder der Herbizide. Die Umweltverbände haben es geschafft, die Gentechnik mies zu machen, vielleicht tun sie mal was Gutes und helfen uns, die Nacht zurück zu bringen.

  6. #6 UMa
    14. Juli 2018

    Ich fürchte, da ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, und ob es nur Unwissenheit ist, bezweifle ich auch.

    Statt dessen liest man, dass man mal endlich richtig Geld (2 oder 3 stellige Millionenbeträge!, falls ich mich richtig erinnere) für mehr Beleuchtung (gemeint ist hier nicht die Straßenbeleuchtung, sondern das sinnfreie anstrahlen von Gebäuden) locker machen muss, damit man gegenüber anderen Städten nicht zurückfalle, und dass dank LEDs auch die letzten Umweltschützer doch nichts mehr gegen noch mehr Beleuchtung haben könnten, da diese ja Stromsparend und damit Umweltfreundlich seien. Und das man sich wegen des geringeren Stromverbrauchs endlich viel mehr Licht leisten kann.

    Letztlich geht es offenbar um eine Art Wettbewerb benachbarte Gemeinden oder Städte zu übertrumpfen, in dem die eigene Kirche oder das eigene Schloss heller strahlt als die anderen.
    Und wehe die anderen Rüsten auch auf. Dann muss nachgelegt werden.

    Ich fürchte dagegen anzukommen ist viel schwerer als Du Dir vorstellst.

  7. #7 Yeti
    14. Juli 2018

    @UMa:
    > Letztlich geht es offenbar um eine Art Wettbewerb benachbarte Gemeinden oder Städte zu übertrumpfen, in dem die eigene Kirche oder das eigene Schloss heller strahlt als die anderen.
    Und wehe die anderen Rüsten auch auf. Dann muss nachgelegt werden.

    So wie hier:

  8. #8 Geometrik
    14. Juli 2018

    Hmmm, die Zahlen sind unglaubwürdig. Von 67 % auf 267 %? Nein, das kann nicht sein, da biserigere Lampen ka verwendet wurden. Also Fantasie.

    Bitte Realität einschalten, dann relativiert sich das auch. Und die Frontscheibenscheibenideoligie ist auch daneben, wenn man mal denkt.

  9. #9 uwe hauptschueler
    14. Juli 2018

    die Räuber
    schlagen sich die Bäuche voll, die Beute flattert sich
    um die Laternen zu Tode.

    Das Insektensterben müsste sich auch bei den Räubern bemerkbar machen. Von einem Schwalben, Mauersegler, Fledermaus, Wespen, etc. -Sterben habe ich bisher nichts vernommen. Und es müssten Umsatzeinbußen bei Isenktiziden feststellbar sein.

  10. #11 uwe hauptschueler
    14. Juli 2018

    kiebitz-
    braunkehlchen-uferschnepfe-feldlerche

    Wenn ich Wikipedia richtig verstanden habe, dann sind in erster Linie Habitatsverluste für den Rückgang dieser Vogelarten ursächlich.

  11. #12 Alderamin
    15. Juli 2018

    Die gewöhnlichen Gartenvögel wie Meisen, Kleiber und Kernbeißer sind auch zurückgegangen. Es gibt keine einheitliche Ursache (ebensowenig wie für das Insektensterben), der Klimawandel ist z.B. auch ein Grund. Es reicht nicht, eine einzige Ursache zu bekämpfen, aber gerade bei der Beleuchtung wäre es relativ einfach, etwas zu tun. Z.B. Lampen mit weniger Blauanteil verwenden. Fast alle Insekten sind rotblind. Wenn ich als Jugendlicher nachts eine lästige Fliege im Zimmer hatte, brauchte ich nur den roten Spot anzumachen (hatte einen roten, grünen und blauen), dann setzte sich die Fliege irgendwo hin und war problemlos zu erledigen. Wenn man also Lampen mit mehr Rotanteil und ohne Blau im Spektrum verwenden würde, hätte man das Problem schon stark gemindert.

  12. #13 uwe hauptschueler
    15. Juli 2018

    Es wurden keine mit deiner Suchanfrage –
    “Insektensterben” site:http://www.scinexx.de/
    übereinstimmenden Dokumente gefunden

    Bei

    “Insektensterben” site:http://www.spektrum.de/

    findet sich hingegen einiges. Ist das Insektensterben eine Frage der Wahrnehmung?

    in den Fallen unter
    den Laternen fanden sich im ersten Jahr 67-mal so
    viele Insekten wie in denen des Kontrollfelds, im
    zweiten Jahr waren es sogar 267-mal so viele.

    Das kann man auch dahin interpretieren, dass es im zweiten Jahr viermal so viele Insekten gab als im ersten.

  13. #14 Alderamin
    15. Juli 2018
    Es wurden keine mit deiner Suchanfrage –
    “Insektensterben” site:http://www.scinexx.de/
    übereinstimmenden Dokumente gefunden

    […]

    Ist das Insektensterben eine Frage der Wahrnehmung?

    Anscheinend eher eine Frage der Suchstrategie:

    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22011-2017-10-19.html
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21727-2017-08-03.html
    http://www.scinexx.de/dossier-detail-704-7.html
    http://www.scinexx.de/dossier-detail-839-8.html
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17768-2014-07-10.html
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-15677-2013-03-01.html
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19439-2015-10-21.html
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-12212-2010-09-06.html

    Das kann man auch dahin interpretieren, dass es im zweiten Jahr viermal so viele Insekten gab als im ersten.

    Könnte auch einfach daran liegen, dass das Experiment unterjährig begonnen wurde. Oder an der Wetterlage in den jeweiligen Jahren. Da müsste man die Forscher konsultieren, das Experiment lief ja die Jahre danach weiter, die werden schon wissen und veröffentlicht haben, wie die Zählungen in den folgenden Jahren aussahen. Vielleicht schreibe ich die Leute mal an, ob sie mir die Arbeit zukommen lassen können, die nicht frei zugänglich ist.

    Über unsaubere Arbeit der Forscher zu spekulieren, ohne das peer-reviewte Papier gelesen zu haben, bringt keinen Erkenntnisgewinn. Im Allgemeinen sorgen die wissenschaftlichen Veröffentlichungsstandards dafür, dass die Qualität der Arbeiten gewährleistet ist und keine Trivialfehler gemacht werden.

  14. #15 roel
    16. Juli 2018

    @uwe hauptschueler

    Alderamin hat es schon gesagt: “Anscheinend eher eine Frage der Suchstrategie”

    Das ist so. Oftmals wird nach einem langen Begriff gesucht z.B. Insektensterben. Wenn es für diesen Begriff, pseudonym gebräuchliche andere Begriffe gibt, kann die Suche ins Leere laufen.

    Damit das nicht passiert, kann man im ersten Schritt nur nach Insekten suchen. Das würde auf scinexx.de zurzeit gleich beim ersten Treffer Insektenschwund liefern. Entweder man kommt jetzt mit der Trefferliste zurecht, oder man sucht gezielt weiter nach Insektenschwund.

    Wenn du mehrere Pseudonyme des Wortes, das du suchst kennst, kannst du auch gezielt nach mehreren Suchbegriffen gleichzeituig suchen. Z.B. um mal die Anzahl der Treffer aufzuzeigen, auf google:

    Insektensterben: 271,000 Treffer
    Insektenschwund: 44.500 Treffer
    Insektentod: 8.830 Treffer

    Gleichzeitige Suche nach diesen 3 Begriffen, das macht man indem man die Suchbegriffe mit einem | (senkrechten Strich oder auch Verkettungszeichen genannt) trennt:

    insektensterben|insektenschwund|insektentod: 290.000 Treffer

    Die Anzahl der Treffer variiert von mal zu mal etwas, aber die Trefferrangfolge bleibt. Diese kombinierte Suche funktioniert sehr oft, aber nicht auf allen Seiten, da kommt es auf das Suchmodul an.

    @Alderamin, um beim Thema zu bleiben: “Manche Nachtfalter, die bei Ortungslauten von Fledermäusen Ausweichmanöver fliegen, unterlassen dies in der Nähe von Laternen.”

    Das war mir neu. Danke! Hast du dafür einen weiterführenden Link, warum das so ist?

  15. #16 Alderamin
    16. Juli 2018

    Mir auch, stand im oben verlinkten Spektrum-Artikel. Hier die Originalarbeit, die wiederum im Spektrum-Artikel verlinkt ist.

    Warum das so ist? Aus der Arbeit:

    The underlying cause of this inhibition is unclear. The small china-mark moth Cataclysta lemnata alters its defence strategy between day and night. Reacting unnecessarily to anthropogenic and orthopteran ultrasounds during the day could be energetically disadvantageous compared to moths which ‘switch-off’ their ultrasound responses. If artificial lighting causes moths to behave as if they are flying during daylight, this could explain our results.

  16. #17 uwe hauptschueler
    16. Juli 2018

    auf der 12 LED-
    Straßenlaternen im Abstand von 4 m aufgestellt
    wurden

    so auch in den VDI-nachrichten
    Wäre dies ein Trivialfehler wenn Laternen im allgemeinen einen Abstand von 20 bis 50m haben? Nach dem Foto, in den VDI-nachrichten, würde ich die Abständen der Laternen eher auf 20m schätzen. Es könnte einfach auch ein Schreibfehler sein.

  17. #18 uwe hauptschueler
    16. Juli 2018

    @roel
    Danke für die Anleitung. Funktioniert bei mir nicht mit erweiterte Googlesuche. Haben Sie eine spezielle Suchmaschine?

  18. #19 roel
    16. Juli 2018

    @uwe hauptschüler bei Google in der einfachen Suche (nicht erweiterte Suche) so eingeben, wie ich oben geschrieben habe: insektensterben|insektenschwund|insektentod

    wenn Sie von Google aus direkt bei scinexx.de suchen möchten, dann (auch einfache Suche):
    site:scinexx.de insektensterben|insektenschwund|insektentod hintereinander eingeben.

    “Haben Sie eine spezielle Suchmaschine?” Google ist schon sehr mächtig und reicht in 99 % der Fälle.

    Ich bevorzuge immer Parameter, anstatt Einstellungen im erweiterten Modus. Viele Parameter sind hier beschrieben: https://www.onlinemarketing-praxis.de/uploads/pdf/suchparameter-google-uebersicht.pdf

  19. #20 SkeptikSkeptiker
    17. Juli 2018

    Nur mal so:
    Komme grade von der Ostsee nach Hause. 450km, die letzten 2 Stunden in der Abenddämmerung und dann im Dunkeln. Windschutzscheibe ist – von einigen wenigen Treffern abgesehen – perfekt sauber. Eine Besonderheit ist allerdings sicher die extreme Trockenheit in diesem Jahr im Osten Deutschlands.

  20. #21 uwe hauptschueler
    17. Juli 2018

    Skurril mutet eine Nachweismethode für
    ausgestorbene Insekten an, die man in nahezu jedem
    Artikel über das Thema las: Die Windschutzscheiben
    der Autos seien sauberer geworden. Früher ja, da
    erinnert sich jeder, früher klatschten die Insekten zu
    Dutzenden an die Windschutzscheibe. Heute nicht
    mehr. Eine solche Aussage als Beleg oder auch nur
    Hinweis für Insektensterben anzuführen, ist schon
    recht verwegen. Schließlich ist der Luftwiderstand,
    jener cW-Wert, mit dem der Luftwiderstand eines
    modernen Autos angegeben wird, deutlich besser
    geworden. Das bedeutet, die Autos sind so
    windschnittig geworden, dass selbst die blödeste
    Hummel noch von der laminaren Windströmung über
    das Auto hinweg gefegt wird, um sich torkelnd in den
    turbulenten Wirbeln am Heck des Wagens
    wiederzufinden.

    Auszug:
    https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/insektensterben-die-medien-gehen-in-jede-gruene-falle/
    Ob die These was taugt?

  21. #22 SkeptikSkeptiker
    17. Juli 2018

    Oh ja, mein 10 Jahre altes Auto ist natürlich die letzen Jahre bedeutend windschnittiger geworden. Wie konnte ich nur so eine abgedroschene Wahrnehmung hier äußern.

  22. #23 SkeptikSkeptiker
    17. Juli 2018

    Wahrscheinlich ist das Insektensterben auch eine Erfindung der Chinesen. [/Sarkasmus aus]

  23. #24 gedankenknick
    18. Juli 2018

    …aus einem Testfeld mit einer 40×60 m großen Parzelle, auf der 12 LED-Straßenlaternen im Abstand von 4 m aufgestellt wurden…

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber der Abstand der Lampen kam mir beim zufälligen vorbeifahren (mit dem Rad) vor einigen Jahren etwas größer vor. Ich hab übrigens recht lange gegrübelt, was das für zwei Testfelder sind, bevor ich mir den passenden Reim darauf gemacht habe.

    Vorausgesetzt, es sind die selben beiden Testfelder, die auf der verlinkten Seite unten als Bilderstrecke zu sehen sind. Gemäß des Satellitenbildes bei Gockel-Maps beträgt der Abstand der 12 Lampen in der Fläche jeweils ca. 20m, die Lampen sind in einem quadratischen Muster angeordet. Der Abstand der am Wassergraben stehenden (zusätzlichen) Lampenreihe mit weiteren 4 Lampen zur “dichtensten” auf Land stehenden Lampenreihe beträgt ca. 4m; die Lampen an dem Graben haben auch jeweisl ca 20m Abstand zueinander. (Diese Abstände würden auch mehr Sinn in Hinblick auf die Gesamtfläche der Testfelder ergeben.)

    Ich könnte hier die Koordinaten der beiden Testfelder reinschreiben – bin mir aber nicht sicher, ob der Betreiber das gestatten und positiv aufnehmen würde. (Oder ich gegebenenfalls dann vielleicht wegen Vandalismusproblemen dann für Schäden – moralisch wie finanziell – verantwortlich wäre).

  24. #25 Alderamin
    18. Juli 2018

    Der Abstand der am Wassergraben stehenden (zusätzlichen) Lampenreihe mit weiteren 4 Lampen zur “dichtensten” auf Land stehenden Lampenreihe beträgt ca. 4m; die Lampen an dem Graben haben auch jeweisl ca 20m Abstand zueinander.

    Würdest Du also der Formulierung zustimmen, dass die Lampen zueinander Abstände zwischen ca. 4 und 20 m haben? Kann ich entsprechend ändern. Dreckfehler passieren ja, und der zitierte Artikel kann ja auch welche enthalten.
    Kannst mir die Koordinaten auch gerne per E-Mail senden (siehe “über das Blog”), dann schaue ich mir das Feld selbst einmal an.

  25. #26 gedankenknick
    18. Juli 2018

    Hab gar nicht gesehen, dass @uwe hauptschueler in #17 das schon angemerkt hatte. Aber ich habs auf dem Luftbild Pi ma Daumen ausgemessen…

    Übrigens sind die Testparzellen nicht leicht auszumachen auf dem Luftbild, wenn man nicht genau weiß, wo und wonach man suchen muss. Hab beide selber ca. 4x übersehen und schon gedacht, die wären “ausgestempelt” worden…

  26. #27 Alderamin
    18. Juli 2018

    Danke, hab’s mir mal angeschaut. Macht ja auch mehr Sinn, in einem 40m x 60m großen Karree 12 Lampen (4×3) mit einem Abstand von 20 m aufzustellen (zwischen 4 Lampen ist dreimal 20 = 60 m Platz, zwischen 3 Lampen 2 x 20 = 40). Was da noch in 4m Abstand am Bach oder Straßengraben steht, sieht zwar auch aus wie Lampen, aber da es ja laut Quelle nur 12 sein sollen, ist es vielleicht etwas anderes, oder Lampen, die nicht aktiv werden.

  27. #28 gedankenknick
    18. Juli 2018

    Das am Meliorationsgraben sind AUCH Lampen, äußerlich – so ich mich korrekt ernnere – die selbe Bauart wie die weiter vom Wasser weg. Die Fallen waren direkt über der Wasseroberfläche positioniert, aber technisch scheinbar (teil)automatisch horizontal zu bewegen. Eventuell lassen sich die Leuchtflächen auch in Höhe und Winkel (teil)(automatisch) verstellen, das kann ich nicht sagen. Wie gesagt – Infos aus allererster Hand, denn ich habs mir vor Ort angeschaut. (Beobachtungsabstand: Weg gegenüber des Wassergrabens.)

    Vielleicht dienen die verschied-positionierten Lampen aber unterschiedlichen Experimenten und werden nicht alle für jedes Experiment gleich eingesetzt, so dass die “Wasser-Beleuchtung” bei obiger Arbeit nicht verwendet wurde?

  28. #29 zimtspinne
    18. Juli 2018

    @ roel

    ist jetzt nur ausm Gedächtnis, aber vermutet wird, dass die Insekten wegen ihrer temporären Nachtblindheit beim Wechsel vom Licht ins Dunkel lieber im Lichtkegel bleiben, weil Sicherheit für sie.
    Und dass sie gar nicht zum Mittelpunkt der Lichtquelle wollen, sondern zum Dunstkreis Übergang vom Licht zur Dunkelheit und deshalb diese Dauerspiralen um die Lichtquelle fliegen (das tun aber nicht alle, manche preschen ja direkt an die Lampe dran).

    Ich habe mich auch schon gefragt, warum die Affinität zur Attrappe bei den Viechern nicht einen gewaltigen Selektionsdruck vervorruft und dafür sorgt, dass Wildbienen nicht mehr diese lächerliche Orchideenattrappe anfliegen (und sich die Attrappe auch noch untereinander streitig machen!!) bzw Motten und andere lichtaffine/pos. phototaktische Insekten.

    Bei uns im Landschaftsschutzgebiet, wo ich oft mal abends laufe, sind übrigens gelbe Insektenschutzlampen aufgestellt. Wahre Funzeln, wie aus der Ripper-Zeit. Musste ich mich erst dran gewöhnen.
    Doch die sind nicht nur sehr angenehm für menschliche Augen, sondern scheinen auch insektenfreundlich zu sein…. ohne dieses hohe UVA Spektrum-Anteile mancher LEDs.

  29. #30 zimtspinne
    18. Juli 2018

    ach ja, Insektenschutzlampen sind nicht die Dinger gemeint, die Insekten durch Stromschlag vernichten.
    Warum die überhaupt Insektenschutzlampe heißen und nicht Insektenvernichter… naja.

  30. #31 Alderamin
    19. Juli 2018

    @Zimtspinne

    ist jetzt nur ausm Gedächtnis, aber vermutet wird, dass die Insekten wegen ihrer temporären Nachtblindheit beim Wechsel vom Licht ins Dunkel lieber im Lichtkegel bleiben, weil Sicherheit für sie.

    Warum sollten Insekten, die nachtaktiv sind, den Halbschatten suchen, die “wollen” doch eigentlich den Verfolgern (vor allem Vögel) entgehen, müssten also doch eigentlich die Dunkelheit suchen. Da scheint mir die Theorie mit der Orientierung am Mond nicht so verkehrt zu sein, weil es vor dem Menschen kein anderes helles Licht in der Nacht gab, an das sie sich hätten anpassen können.

  31. #32 Alderamin
    19. Juli 2018

    @Zimtspinne

    Warum die überhaupt Insektenschutzlampe heißen und nicht Insektenvernichter… naja.

    Weil “Vernichter” so grausam klingt. Man will den Kunden ja nicht verunsichern oder beunruhigen.

  32. #33 gedankenknick
    19. Juli 2018

    @zimtspinne #30
    Warum die überhaupt Insektenschutzlampe heißen und nicht Insektenvernichter…
    Weil Sie DICH als Betreiber vor den Insekten BESCHÜTZEN sollen. 😉
    Ist halt typisches Marketing-Neusprech samt Doppeldenk (bei den Managern – die glauben ihre eigenen Sprüche wirklich) in bester Orwell-1984-Manier.

    Mein Lieblingsbeispiel? “Befriedung”. Der Frieden wird gewöhnlicherweise “hergestellt”, in dem man martialisch alles aus dem zu befriedenden Gebiet eleminiert, was dem Frieden aus subjektiver Sicht im Wege steht. Dafür verwendet man übrigens gerne auch “PDW”s, also “Personal Defens Weapon”s oder “Persönliche VerteidigungsWaffe”n. Hört sich prima defensiv an, dabei liegen die zwischen Pistolen und Sturmgewehren.

    Auch “Pflanzenschutzmittel” klingen immer prima. Oder “Ökosteuer”. Oder “Erneuerbare-Energien-Umlage”. Aber es gibt sicher noch reichlich andere Beispiele aus Wirtschaft und Politik.

  33. #34 zimtspinne
    19. Juli 2018

    @ Alderamin

    ja, die Navigationssache hab ich eh vorausgesetzt, aber es könnte doch noch weitere Faktoren geben und nicht nur DEN Einzelfaktor.
    Außerdem würde ich auch einige der Laternen-Insekten als dämmerungsaktiv einordnen, da würde der Dunstkreis aus Licht und Schatten ja dann wieder passen.
    Insekten müssten auch zur grundsätzlichen Orientierung ohne Licht in der Lage sein, denn es gibt ja doch einige mondscheinlose Nächte, wenn nicht gar recht viele.

    Die Insektentöter verwundern mich generell, da doch damit auch geschützte Insekten erwischt werden…. oder beherrschen diese Lampen das Vorsortieren?
    Das wäre ja so, als ob man im Wald auch Riesenfallen aufstellen könnte, in das quasi jedes Säugetier reintappen würde — da möchte ich mal den Aufschrei erleben.
    (nicht, dass ich hier mit gedankenknick das brenzelige Thema Jagd wieder reaktivieren möchte^^)

    Mir ist klar, dass Insekten nicht den Schutzstellenwert von plüschigen Waldbewohnern haben, aber korrekt ist das doch so nicht, oder? mal auch rein juristisch betrachtet…. wäre man Insektenanwalt.

  34. #35 gedankenknick
    19. Juli 2018

    @zimtspinne #34
    Keine Sorge. Insekten jage ich maximal mit meiner Kamera. Und da bevorzuge ich Tagfalter. Und manchmal auch ne Wolfsspinne. (Und Mücken sowie Bremsen mit meiner Hand. 😉 )

  35. #36 zimtspinne
    20. Juli 2018

    Wolfsspinnen jagst du? Wofür? Kommen die in den Kochtopf?
    Also ich habe gerade meinen netten Tag und den Insekten neben meinen Blumen mal flache Schalen mit Wasser und Begehungssteinchen hingestellt.
    Dieses Jahr haben wir viele Hornissen und mal ausnahmsweise ein paar Schmetterlinge neben vielen Hummeln, Schwebefliegen usw.
    Da könnte ich natürlich jetzt auch gleich eine Insektenschutzlampe dazu stellen und die Ausbeute abends lecker braten. Insektenschutzlebendfanglampen wären dafür besser geeignet.

  36. #37 gedankenknick
    20. Juli 2018

    Wenn ich Insekten mit der Kamera jage, lasse ich die Kamera gewöhnlicher Weise nicht auf die Insekten niederkrachen, sonder nur den Lamellenverschluss vor dem Sensor springen. Und keine Angst, das Insekt wird nicht eingeklemmt, das Objektiv dichtet den Spiegelkasten gegen die Umwelt ab. 😉

    Wofür? Für den Spaß? Und/oder für das Fotoalbum?