α Ori, Beteigeuze, ist so riesig, dass er als flächiges Objekt aufgelöst werden kann. Derzeit schwächelt die Helligkeit des Sterns. Bild: https://www.spacetelescope.org/images/opo9604b/, Andrea Dupree (Harvard-Smithsonian CfA), Ronald Gilliland (STScI), NASA and ESA, CC BY 4.0

Beteigeuze, der linke Schulterstern des Orion, ist bekannt dafür, dass er der zur Zeit heißeste Kandidat für die nächste Supernova in Sonnennähe ist, der grundsätzlich jederzeit zwischen heute Nacht und in einer Million Jahren explodieren könnte. Nun hat der Stern seit dem vergangenen März 60% seiner Helligkeit eingebüßt – seine V-Helligkeit ist in einer mehr als 50 Jahre zurückreichenden Datenbank auf einem Allzeit-Tief und die Helligkeit stürzt derzeit weiterhin rapide ab. Fliegt uns der Stern demnächst um die Ohren?

 

Der rastlose Stern

Alpha Orionis, wie der Stern im Katalog von Johann Bayer heißt, ist ein roter Überriese, der ins Sonnensystem versetzt etwa bis zur Bahn des Jupiters reichen würde, aber in diesem riesigen Volumen von 1,5 Milliarden Sonnen nur 20 Sonnenmassen aufbringt – seine äußere Atmosphäre ist entsprechend dünn und der Stern, der groß genug ist, mit moderner Aufnahmetechnik flächig zu erscheinen, gleicht eher einer kosmischen Amöbe als einer Kugel. Er ist mit 3650 Kelvin vergleichsweise kühl und verdankt seine trotz einer Entfernung von rund 700 Lichtjahren immense Helligkeit alleine seiner Ausdehnung.

Gewöhnlich ist er der zweithellste Stern im Orion, mit rund 0,5m (zur Bedeutung dieser Schreibweise siehe hier) ein wenig dunkler als der mit 860 Lichtjahren ähnlich weit entfernte Rigel, rechts unten gegenüber im Orion, der es auf 0,1m bringt. Beide Sterne sind jedoch in der Helligkeit variabel, wobei Rigels Variation nur mit messtechnischen Hilfsmitteln beobachtet werden kann und erst 1930 entdeckt wurde.

Beteigeuzes Variabilität ist jedoch schon den australischen Ureinwohnern aufgefallen und sie haben diese in ihre mündlichen Überlieferungen beschrieben. Sir John Herschel war der erste westliche Astronom, der die Variabilität des Sterns 1836 beschrieb. Der Stern kann bis zu 0,0m erreichen und damit Rigel übertreffen – möglicherweise der Grund, warum Johann Bayer ihm und nicht Rigel den griechischen Buchstaben Alpha zuordnete, der normalerweise dem hellsten Stern eines Sternbilds gebührt. Er kann aber auch bis auf 1,5m herunter dimmen – eine Helligkeitsspanne von 1,5 Größenklassen entspricht einem Faktor 4 in der Strahlungsleistung! Die American Association of Variable Observers (AAVSO) zeichnet seit 1910 systematisch die Helligkeit von veränderlichen Sternen auf und verzeichnet für Beteigeuze ein Allzeit-Maximum von 0,2m in den Jahren 1933 und 1942 und ein Allzeit-Minimum von 1,2m in den Jahren 1927 und 1941. Vorgestern (17.12.2019) wurden mit einem V-Filter, der ungefähr die spektrale Empfindlichkeitskurve des Auges nachbildet, wieder 1,2m gemessen und ein AAVSO-Mitglied hat gestern Morgen mit bloßem Auge 1,5m geschätzt. Ich war gestern Abend kurz draußen und schätzte ihn einen Ticken heller als den rechten Schulterstern Bellatrix (1,6m) aber schwächer als Pollux in den Zwillingen (1,2m), die gegen 20:00 Uhr etwa gleich hoch am östlich-südöstlichen Himmel standen – somit also in der Gegend von 1,4m. Hier eine Lichtkurve der AAVSO für die letzten 300 Tage, wobei die schwarzen Kreise von menschlichen Beobachtern stammen und die grünen Quadrate Messungen im V-Band sind:

Lichtkurve von Beteigeuze über die letzten 300 Tage. Schwarze Kreise sind visuelle Schätzungen menschlicher Beobachter, grüne Quadrate sind photometrische Messungen mit einem V-Filter, der die spektrale Empfindlichkeit des Auges nachbilden soll. Bild: AAVSO, gemeinfrei.

Und dies sind die bis 1965 zurückgehenden V-Band-Messungen in der AAVSO-Datenbank:

V-Helligkeit von Beteigeuze für mehr als 50 Jahre – weiter zurück sind keine V-Daten gespeichert, sondern nur stärker variierende visuelle Beobachtungen. So dunkel wie jetzt war Beteigeuze in mehr als 50 Jahren nicht gewesen. Bild: AAVSO, gemeinfrei.

Rätselhafte Schwingungen

Die Variationen von Beteigeuze sind halbregelmäßig. Es gibt mehrere Perioden: eine dominante von ca. 420 Tagen, eine schwächere von 5-6 Jahren (ca. 2100 Tage) und eine kurzperiodische von 180 Tagen. Regelmäßige Pulsationen, wie sie etwa in noch größerem Maße vom berühmten Roten Riesen Mira bekannt sind,  können dadurch entstehen, dass in der Sternatmosphäre bei steigender Temperatur und Druck durch Ionisation die Opazität κ (griechisch Kappa) des Wasserstoffs schlagartig zunimmt. Opazität ist das Gegenteil von Transparenz: opakes Gas absorbiert mehr Strahlung als transparentes, was zu einer Erhöhung von Temperatur und Druck führt, was dann wiederum die Atmosphäre expandieren lässt. Dabei kühlt sie ab und der Druck fällt, so dass das Gas wieder transparenter wird, der Strahlungsdruck abnimmt, das Gas unter seinem Gewicht wieder zurück auf den Stern fällt und dabei wieder opaker wird und der Zyklus von neuem beginnt (der sogenannte κ-Mechanismus). Solche Pulsationen sind mit einer radialen (nach innen oder außen gerichteten) Bewegung des Gases verbunden, der Stern pulsiert also im Radius. Der Stern ist dann am hellsten, wenn die Temperatur am höchsten ist, was kurz nach dem kleinsten Radius der Fall ist, da die Leuchtkraft mit der vierten Potenz der Temperatur steigt, die abstrahlende Fläche aber nur mit dem Quadrat des Radius.

Bei Beteigeuze beobachtet man ebenfalls radiale Pulsationen, die jedoch mit den langen Perioden nicht gut korrelieren. Möglicherweise spielen hier andere Schwingungen eine Rolle, die wellenförmig den Stern umlaufen (sogenannte g-Moden). Eine Theorie besagt, dass im Zusammenspiel mit der Rotation des Sterns regelmäßig aufsteigende Konvektionszellen Hotspots auf der Sternoberfläche erzeugen, die einen signifikanten Teil des Sterndurchmessers ausmachen können und ihn somit heller erscheinen lassen.

Eine Verdunklung kann wiederum durch geringere Temperaturen in der äußeren Atmosphäre verursacht werden, wenn im Gas Titanoxid entsteht. Titan und Sauerstoff sind relativ häufige Elemente in Roten Riesen, die sich erst bei hinreichend niedrigen Temperaturen zu Molekülen zusammenfinden können, welche sehr effizient Licht absorbieren – Titanoxid wird beispielsweise in Sonnenschutzcreme verwendet. Tatsächlich wurde am 8. Dezember in einem astronomischen Telegramm vermeldet, dass man eine Abkühlung von Beteigeuze auf 3580 K mit verbreiterten Titanoxid-Banden im Spektrum beobachtet habe. Beteigeuze hat also anscheinend zur Zeit Sonnencreme aufgetragen.

Ganz genau weiß niemand, was die Variabilität von Beteigeuze verursacht, aber man kann davon ausgehen, dass sie ihre Ursache nicht tief im Inneren des Sterns hat, sondern in der dünnen Atmosphäre. Deswegen beobachten wir hier auch nicht etwa den nahenden Supernova-Ausbruch des Sterns – Michelle Dolan und Grant Mathews geben ihm in ihrer Arbeit aus dem Jahr 2016 noch 100.000 Jahre – sondern eher eine vorübergehende Störung in seiner Atmosphäre, die sicherlich die Aufmerksamkeit der Astronomen auf sich ziehen und zu weiteren Beobachtungen des Sterns führen wird.

 

Beteigeuze in flagranti erwischen

Dass sich am scheinbar unveränderlichen Fixsternhimmel etwas tut, kann man nicht alle Tage beobachten. Wer selbst einmal schauen will, findet den markanten Orion gegen 20 Uhr im Südosten – der aus drei ähnlich hellen Sternen bestehende Gürtel ist leicht zu finden. Besser wartet man bis gegen Mitternacht, wenn das Sternbild hoch im Süden steht. Man suche sich Sterne ähnlicher Helligkeit und schätze ab, zwischen welchen Sternen die Helligkeit von Beteigeuze liegt. Als Vergleichssterne bieten sich die Zwillinge Castor (1,6m) und Pollux (1,2m) an; Pollux ist von den beiden Sternen für uns Nordhalbkugler der untere, Castor der obere Stern, was man sich gut anhand des “U”s bzw. “O”s in der jeweils letzten Silbe ihrer Namen merken kann. Außerdem Bellatrix (rechte Schulter des Orion, 1,6m), Alnilam (mittlerer Gürtelstern, 1,7m) und Elnath, der zwar eigentlich Beta im Sternbild Stier ist, aber im 5-Eck des Fuhrmann gegenüber von der hellen Capella in etwa auf halber Strecke zu Beteigeuze steht (1,65m). Leider gibt es nicht allzu viele Vergleichssterne mit der Helligkeit von Beteigeuze. Aldebaran im Stier ist mit 0,75m-0,95m normalerweise gleich hell oder schwächer als Beteigeuze, jetzt jedoch deutlich heller.

Ansicht des Himmels Blickrichtung Süden gegen ca. 1h30. Die im Text genannten Vergleichssterne finden sich alle auf der Karte mit Namensmarken verzeichnet. Mit gelben Linien ist das Winter-Sechseck markiert. Bild: Autor, Stellarium.

Wer die Helligkeitsentwicklung des Sterns lieber am PC beobachtet, kann sich vom AAVSO hier die Lichtkurve ausgeben lassen. Als Sternname kann man “Betelgeuse” oder “ALF ORI” eingeben, dann bei “Select Bands” “vis” für visuelle Beobachtungen von AAVSO-Mitgliedern und/oder V für photometrische Messungen im V-Band anhaken. Als Zeitintervall wählt man einen Bereich des Julianischen Datums aus, wobei das “To Date” schon auf dem aktuellen Datum steht – man braucht nur beim “From Date” eine entsprechende Zahl von Tagen zurück zu rechnen, wobei das letzte Jahr als Vergleichszeitraum einen schönen Überblick bietet. Mit dem Button “Preferences” kann man sich die Kalenderdaten an der Zeitachse ausgeben lassen und die y-Achse skalieren.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Helligkeit des derzeit für Beobachtungen hervorragend am Abendhimmel platzierten Sterns weiter entwickeln wird und welchen Minusrekorden sie entgegen strebt.

 

Referenzen

 

Kommentare (59)

  1. #1 Solarius
    19. Dezember 2019

    …, der grundsätzlich jederzeit zwischen heute Nacht und in einer Million Jahren explodieren könnte….

    Das wäre zu schön, wenn diese Wahrscheinlichkeit bestünde. Dafür müsste man aber annehmen können, das womöglich schon das Siliziumbrennen begonnen haben könnte. Das dauert laut der Tabelle in diesem Artikel nur eine Woche:

    de.wikipedia.org/wiki/Stern#Letzte_Brennphasen

    Der Stern müsste tatsächlich schon am Ende des Kohlenstoffbrennens sein, damit wir alle noch eine Chanche hätten, dies zu erleben.

    Ich hatte dies schon einmal gefragt. In diesem Thread hier:

    http://www.astronews.com/forum/archive/index.php/t-4979.html

    Da hat man mir geantwortet, dass dieser Stern sich noch im Heliumbrennen befindet. Und das bedeutet halt, das Beteigeuze noch mindestens ein paar tausend Jahre leuchten wird.

    Schade eigentlich. Wir werden die Explosion wohl nicht mehr erleben.

    Oder wäre es tatsächlich denkbar, das der Stern sich womöglich schon im Neonbrennen befindet? Dann wäre es ja bald soweit…

  2. #2 schlappohr
    19. Dezember 2019

    Ich dachte, das V-Band liegt im Mikrowellenbereich? Vermutlich ist hier etwas anderes gemeint?

  3. #3 rolak
    19. Dezember 2019

    Mikrowellenbereich?

    Ja, das der Funker, jedoch nicht das der Astronomen. Schlappe 4 Größenordnungen…

    noch mindestens ein paar tausend Jahre

    Und das liegt jetzt aus welchem Grund nicht im vorgegebenen Bereich 0..1e6y, Solarius?

  4. #4 schlappohr
    19. Dezember 2019

    Oh… wusste ich gar nicht, dass die Astronomen die ganzen Bänder nochmal unter dem gleichen Namen haben.
    Danke.

  5. #5 Solarius
    19. Dezember 2019

    Wenn der Stern sich noch im Heliumbrennen befindet, dann steht das Kohlenstoffbrennen noch bevor. Und das dauert eben mindestens ein paar tausend Jahre. Der Stern kann also nicht schon heute nacht explodieren. Auch nicht theoretisch. Wenn man annimmt, das der Stern schon heute nacht explodieren kann, dann geht das nur, wenn man es für möglich hält, das der Stern sich womöglich schon im Siliziumbrennen befindet. Das dauert nur eine Woche. Und der Stern könnte ja tatsächlich schon letzte Woche mit dem Siliziumbrennen begonnen haben! Dann würde heute nacht eine Supernova am Himmel erscheinen.

    Nur wenn der Stern schon am Ende des Kohlenstoffbrennens angelangt ist, haben wir alle noch eine Chance, dieses Ereignis selbst zu erleben. Wenn er aber noch im Heliumbrennen ist, dann nicht.

  6. #6 Wizzy
    19. Dezember 2019

    @rolak
    aus dem Grund “jederzeit”

  7. #7 Stefan
    19. Dezember 2019

    @Solarius ????

    In dem verlinken Forum steht aber auch (Bernhard, 02.02.2011, 10:28), das es Anzeichen für Kohlenstoffbrennen gibt. Wenn auch nur vage Hinweise und wenn dann eher nicht am Ende, aber im Forum steht sowohl Helium- als auch Kohlenstoffbrennen.

    Aber in Wirklichkeit frag ich mich, wie man das herausfinden soll? Solche Sterne zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie sich nicht mischen und wir nicht wissen, was sich im Kern abspielt.

    Somit wird immer gesagt, er könnte heute oder in einer Million Jahre zur Supernova werden.

  8. #8 Solarius
    19. Dezember 2019

    In dem verlinken Forum steht aber auch (Bernhard, 02.02.2011, 10:28), das es Anzeichen für Kohlenstoffbrennen gibt.

    Ja, genau. Ich erinnere mich. Darüber wurde auch noch in anderen Foren spekuliert. Das hat mich damals ja so heiß gemacht. Denn wenn der Stern im Kohlenstoffbrennen ist, dann hätten wir eine theoretische Chance, das Ende des Kohlenstoffbrennens zu erleben. Und damit auch die Supernova. Und überhaupt: Ich meine damals in der Wikipedia gelesen zu haben, das das Kohlenstoffbrennen bei Beteigeuze nur 400 Jahre dauern würde. Jetzt steht das da nicht mehr. (Oder ich hatte mich verlesen.) Bei 400 Jahren wäre die Wahrscheinlichkeit, das wir in den letzten 50 Jahren des Kohlenstoffbrennens wären immerhin 12.5 Prozent.

    Aber in Wirklichkeit frag ich mich, wie man das herausfinden soll? Solche Sterne zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie sich nicht mischen und wir nicht wissen, was sich im Kern abspielt.

    Würde man es vielleicht merken, wenn der Stern die Brennphase wechselt? Wenn der Stern vom Kohlenstoffbrennen auf das Neonbrennen wechselt? Naja, mir ist klar, das es die Astronomie noch nicht so lange gibt. Um ein so seltenes Ereignis zu beobachten, muß man etwas länger warten.

    Somit wird immer gesagt, er könnte heute oder in einer Million Jahre zur Supernova werden.

    Vermutlich ist hier das Wort “heute” missverständlich. Ich vermute, “heute” verstehen manche in der Astronomie als “in den nächsten paar tausend Jahren”. Ja gut. Aber hier im Artikel von Aldemarin stand “heute Nacht”. Und das verstehe ich so, das es tatsächlich innerhalb der nächsten 24 Stunden passieren könnte. Und das setzt voraus, das der Stern schon im Siliziumbrennen ist. Das heißt, das der Stern vor ein paar Tagen das Sauerstoffbrennen beendet hat und auf das Siliziumbrennen umgeschaltet hat. Und das müsste man doch beobachtet haben. Oder passiert da äußerlich rein gar nichts? Gibt es da nicht vielleicht abrupte Helligkeitsschwankungen?

    Das ist doch spannend.

  9. #9 Solarius
    19. Dezember 2019

    Nein, ich habe mich mit den 400 Jahren offenbar nicht verlesen. Ich verlinke noch einmal den Thread aus dem Astronews Forum:

    http://www.astronews.com/forum/archive/index.php/t-4979.html

    Aus dem Beitrag von Bynaus vom 02.02.2011, 11:28 zitiere ich:

    Zitat: …”Ich würde mich nicht auf “vage” Anzeichen verlassen, um eine so deutliche Aussage zu machen. Und selbst, wenn das Kohlenstoffbrennen schon begonnen hätte – es wäre zu erwarten, dass wir irgendwo mitten drin sind, also wird es sicher nochmals ein, zwei Jahrhunderte dauern, bis Beteigeuze hochgeht.” Ende Zitat

    Offenbar weiß man es jetzt besser.

  10. #10 Alderamin
    19. Dezember 2019

    Sorry für die verspätete Antwort, war heute den ganzen Tag unterwegs.

    @Solarius

    Das wäre zu schön, wenn diese Wahrscheinlichkeit bestünde. Dafür müsste man aber annehmen können, das womöglich schon das Siliziumbrennen begonnen haben könnte

    Na ja, 1. liest man alle Nase lang, dass Beteigeuze jederzeit zur Supernova werden kann, was ich 2. nur aufgegriffen habe, um den Artikel etwas spannender zu machen, wobei ich 3. später im Text ja eine Arbeit zitiere, der gemäß Beteigeuze in ca. 100.000 Jahren mit dem Kohlenstoffbrennen beginnen soll, um kurz darauf zu explodieren, was 4. aber ganz schwierig einzuschätzen ist, weil man dem Stern von außen nicht ansieht, was in seinem Inneren gerade vor sich geht und 5. eine Altersabschätzung auf 100.000 Jahre genau bei einem Stern beinahe ein Ding der Unmöglichkeit ist. Im Rahmen der Unsicherheiten ist es also nicht völlig auszuschließen, dass Beteigeuze morgen Nacht hochgeht – was sind schon 100.000 oder gar 400 Jahre in einem Sternenleben?

    Die Wahrscheinlichkeit spricht allerdings dagegen. Und die derzeitige Verdunklung hat mit Sicherheit nichts mit einer in Menschenmaßstäben kurzfristig bevor stehenden Supernova zu tun – das sage ich am Ende des Textes ja ganz klar.

  11. #11 Alderamin
    20. Dezember 2019

    @Schlappohr

    Oh… wusste ich gar nicht, dass die Astronomen die ganzen Bänder nochmal unter dem gleichen Namen haben.

    Die optischen Bänder der Astronomen haben mit denen der Funktechniker nichts zu tun und Namensgleichheiten sind rein zufällig, Das V-Band steht im Johnson-Farbsystem für “visuell”, weil des in etwa die gleichen Helligkeiten liefert, wie eine menschliche Schätzung. Daneben sind U und B gebräuchlich für “Ultraviolett” und “Blau”, wobei für alle die spektrale Durchlasskurve streng festgelegt ist. Man spricht beim Johnson-System auch vom UBV-System.

    In meinem Artikel Von wahrer und scheinbarer Größe bin ich schon auf das Johnson-System eingegangen. Es ist sehr wichtig zum Vergleich von Helligkeitsmessungen und man kann durch Messungen des Sterns mit verschiedenen Filtern sogar die Sterntemperatur oder den Anteil von Staub auf der Sichtlinie zum Stern bestimmen.

  12. #12 Dominik Elsässer
    TU Dortmund
    3. Januar 2020

    Hi!

    Der Kommentar mit den “vagen Anzeichen” war damals glaube ich ursprünglich von mir.

    Ich würde hier aber nochmal bekräftigen, dass das neuere “Evolutionary Tracks For Betelgeuse” – Paper das ja hier im Artikel zitiert wird wirklich umfangreich und lesenswert ist:
    https://iopscience.iop.org/article/10.3847/0004-637X/819/1/7/meta

    Dem nach wäre im Kern noch einiges Helium übrig. Aber, das sagen die Autoren und dieser Blogartikel ja auch, und ich würde das nochmal betonen: Da wir sehr wenig über die letzten Jahre massereicher Sterne wissen, und da die Kernkollaps-Progenitoren die wir kennen ziemlich divers waren, ist man vor Überraschungen absolut nicht sicher.

    Sehr schöner Blogbeitrag! Ein ganz kleiner nebensächlicher Hinweis: In der Sonnencreme ist Titan_dioxid_, oder?

    Viele Grüsse!
    Dominik

  13. #13 jou
    5. Januar 2020

    Fest steht das wenn das Dingen hochgeht werden wir es erst 600 Jahre später sehen, also theorethisch könnte es sogar schon passiert sein.

  14. #14 rolak
    5. Januar 2020

    Titan_dioxid_, oder?

    In ua der (anti)Sonnencreme ja, Dominik, doch -oxid ist nur allgemeiner und somit nicht falsch. Unterschlägt also nicht das weiße Titan(IV)oxid – und ein gewisses Absorptionsspektrum ist allen Titanoxiden eigen, sodaß das mit der Sternencreme schon hinkommt.

  15. #15 Alderamin
    5. Januar 2020

    @Dominik Elsässer

    Aber, das sagen die Autoren und dieser Blogartikel ja auch, und ich würde das nochmal betonen: Da wir sehr wenig über die letzten Jahre massereicher Sterne wissen, und da die Kernkollaps-Progenitoren die wir kennen ziemlich divers waren, ist man vor Überraschungen absolut nicht sicher.

    Richtig. Worum es mir in dem Artikel im wesentlichen ging, war jedoch darzulegen, dass die Variabilität nicht auf einen unmittelbar bevorstehenden Kernkollaps hindeutet, sondern atmosphärische Effekte als Ursache hat. Wenn der Kern kollabiert, wird es als erstes einen kräftigen Neutrinoschauer bei den diversen Detektoren geben, die als Astro-Telegramm die Runde machen werden, noch bevor nach einigen Stunden die Explosion sichtbar wird. Der Stern wird sich vorher äußerlich nicht anders verhalten als zuvor. Die letzten Fusionsphasen sind kürzer, als die Energie braucht, um durch den Stern an die Oberfläche zu dringen – bei der Sonne dauert das rund 300.000 Jahre!

    Ganz allgemein sind das Überriesenstadium und die Variabilität natürlich die letzten sichtbaren Phasen vor einer Supernova, aber die kosmischen Mühlen mahlen langsam im Vergleich zu unseren menschlichen Zeitmaßstäben.

    in ganz kleiner nebensächlicher Hinweis: In der Sonnencreme ist Titan_dioxid_, oder?

    Ja, ist richtig. In Sternen entsteht bei höheren Temperaturen zuerst TiO, das dann beim Abkühlen weiter außen zu TiO2 kombiniert. Ich glaube, die Astronomen verallgemeinern den Begriff, so wie sie alle Elemente schwerer als Helium als “Metalle” bezeichnen. Nehmen es mit der Chemie nicht so genau.

  16. #16 Alderamin
    5. Januar 2020

    Krass – Google-Suchen katapultieren diesen Artikel an die absolute Spitze der Seitenaufrufe aller meiner jemals geschriebenen Artikel – was ist passiert?

  17. #17 orinoco
    5. Januar 2020

    @Alderamin
    Wundert mich nicht. Beteigeuze hat es vor einigen Tagen mit der vermeintlich bevorstehenden Explosion in die Mainstreammedien geschafft. So ziemlich alle der üblichen Verdächtigen haben was dazu geschrieben. Aber eben erst vor ein paar Tagen und dein Artikel war schon deutlich früher und wird jetzt im Windschatten der MSM-Berichterstattung von Google hochgesaugt.

  18. #18 Alderamin
    6. Januar 2020

    @orinoco

    Die Aufrufrate ging halt sehr überraschend von Samstag auf Sonntag um den Faktor 10 nach oben – die Medien schreiben schon ein paar Tage darüber. Gestern mehr Leser als am Tag der Veröffentlichung (normalerweise immer der stärkste Tag, dann geht es mit einer e-Funktion nach unten). Dachte, dass vielleicht irgendwer den Artikel an prominenter Stelle verlinkt habe. Oder Google hat ihn am Sonntag höher gestuft.

  19. #19 RNx6
    Ostseeküste
    6. Januar 2020

    Bei dem vermutlich besten deutschsprachigen Artikel zu diesem Thema absolut gerechtfertigt!
    Vielen Dank für diesen wunderbaren, auch für Laien gut verständlichen (und nicht zu oberflächlichen) Beitrag zum heißesten SN-Kandidaten unserer Milchstraße.
    Eine Supernova in unmittelbarer Nachbarschaft zu erleben, wäre für mich die Erfüllung eines Lebenstraumes. Trotzdem sollte man auf dem Teppich bleiben und die Wahrscheinlichkeiten berücksichtigen. Es ist wesentlich plausibler, die aktuellen Schwankungen als atmosphärischen Effekt zu erklären als eine unmittelbar bevorstehende Explosion zu erwarten. Trotzdem schade 🙂

  20. #20 Nik
    Svealand
    7. Januar 2020

    Hallo, danke für den lesenswerten, informativen Artikel. Als Auslandsösterreicher in Schweden habe ich um die Winterzeit guten Blick auf den Orion und damit Beteigeuze.
    Auf einige Website habe ich gelesen, dass vielleicht mehr Information über Helligkeitseigenschaften bei der Sternbedeckung durch einen Asteroiden im Jahr 2023 geben wird. Wird dadurch die Spekulation über das Wann der Supernova genauer? (Ich gehöre zu denen der unter –astronomischen- „heute“ zum Thema bis zu einem Menschheitszeitalter versteht, trotzdem bin ich interessiert, ob die Wissenschaft schon so weit ist) Ein Artikel hier als Beispiel.
    (Ich konnte leider nicht viel über die 2023-Ankundigung finden, geschweige ähnliche Ereignisse bisher. Beteigeuze ist verhältnismäßig „sehr nahe“ und riesig, der Asteroid Leona ist ein sehr großes Objekt mit ca. 50km Durchmesser, könnte ein sehr interessantes Ereignis werden.)

    Grüßt aus dem Norden
    Nik

  21. #21 bronsteintrivial
    7. Januar 2020

    Kleines Update @Alderamin:
    “Updates on the ‘Fainting’ of Betelgeuse”
    https://www.astronomerstelegram.org/?read=13365
    (follow-up to #13341)

    Excerpts:

    “The most recent measurements made on 2019 December 19.3 UT, 20.2 UT and 22.25 UT are V = +1.273, +1.294 and +1.286 mag, respectively. This appears to be the faintest the star has been measured since photoelectric observations have been carried out of the star. ”

    Wobei aber
    “However, photoelectric photometry carried out during late-1926 / early-1927 by Joel Stebbins (1931: Pub. Washburn Obs., 15, 177) indicates that Betelgeuse declined to V[undecipherable glyph] ~+1.25 mag.”
    zu beachten ist.

    Sonst noch:
    “about 150 K cooler than measured near maximum light.”

  22. #22 bronsteintrivial
    7. Januar 2020
  23. #23 Alderamin
    8. Januar 2020

    @Nik

    Auf einige Website habe ich gelesen, dass vielleicht mehr Information über Helligkeitseigenschaften bei der Sternbedeckung durch einen Asteroiden im Jahr 2023 geben wird. Wird dadurch die Spekulation über das Wann der Supernova genauer?

    Denke ich nicht und die Bedeckung verrät uns wahrscheinlich mehr Neues über den Asteroiden (nämlich seine Form und Größe) als über Beteigeuze. Anders als bei den meisten Sternen ist der Winkeldurchmesser von Beteigeuze so groß, dass man ihn mit Interferometrie (also dem Zusammenschalten von Teleskopen) flächig auflösen kann – insofern kennen wir den Winkeldurchmesser des Sterns schon sehr genau. Lediglich bei der Entfernung schwanken die Werte noch im 10-Prozent-Bereich – der Stern ist für das hochgenaue Astrometrie-Weltraumteleskop Gaia einfach viel zu hell.

    (Ob die Astronomen der Explosion wirklich so entgegen fiebern, wie es uns manche Medien weiß machen wollen, wage ich ohnehin zu bezweifeln – ich erinnere mich noch an Supernova 1987A in der 200.000 Lichtjahre entfernten großen Magellanschen Wolke – die war den Astronomen damals schon zu nahe und damit zu hell für ihre Riesenteleskope mit den tollen Sensoren; immerhin konnte man den Vorläufer auf alten Aufnahmen sehr gut identifizieren).

    Den genauen Zeitpunkt der Explosion werden wir im voraus nie bestimmen können, weil die letzten Schritte im Kern schneller aufeinander folgen, als die Strahlung ihren Weg nach außen findet (siehe #15). Man kann ihn nur mit ähnlichen Sternen, die explodiert sind (und damit zwangsläufig in anderen Galaxien, also sehr weit weg und vor der Explosion kaum im Detail beobachtbar) vergleichen und Simulationen durchführen. Viel genauer als auf ein paar hunderttausend Jahre (immerhin im Prozentbereich des Sternenalters) wird man die Explosion nicht datieren können. Wenn sie kommt, kommt sie.

    Aber Orion wäre auch nur halb so schön ohne den Rubin oben links, finde ich.

  24. #24 Alderamin
    8. Januar 2020

    @bronsteintrivial

    Danke. Die neuesten AAVSO-Werte im V-Band vom 1. Januar haben ihn bei 1,4-1,5. Ich meine auch, dass er jetzt nahe an der Helligkeit von Bellatrix ist. Dürfte bald wieder aufwärts gehen.

  25. #25 bronsteintrivial
    8. Januar 2020

    “Die neuesten AAVSO-Werte vom 1. Januar”
    … geben im blauen Johnson-Passband überprotional stark nach. Was qualitativ für weitere Abkühlung spricht.

    “Dürfte bald wieder aufwärts gehen.”
    So definit würde ich das, ohne das selbst gefittet zu haben, nicht ausdrücken, wenn mich aus dem Plot erstmal ein all-time low anspringt.

    Man macht sich zwar vlt eher zum Horst, wenn man hier eine SN orakelt und sie bleibt dann aus, als wenn man mit business-as-usual verkündet und alf Ori dann doch SNed – dann gucken sowieso alle nur noch die Pics und Vids.

    Aber soviel Angst vor Spott, dass ich da nicht doch erst mal selbst würde nachrechnen wollen, hätte ich dann da auch wieder nicht.

    Frage ist nur, woher man die Rohdatenreihen kriegt. Auf AAVSO finde ich da nix hinterlegt.

  26. #26 bronsteintrivial
    8. Januar 2020

    “Lediglich bei der Entfernung schwanken die Werte noch im 10-Prozent-Bereich – der Stern ist für das hochgenaue Astrometrie-Weltraumteleskop Gaia einfach viel zu hell.”

    So lediglich ist das gar nicht.

    Die Oberflächentemperatur T_eff kriegt man mittels B-V etc ziemlich genau¹ bestimmt, weil das Logarithmen der Intensitäten sind und jene Subtraktion somit einer Division der Intensitäten entspricht, bei der sich die Kopplung an die Distanz D herauskürzt. Den Rest leistet dann Planck.

    Aber mit 10% Fehler bei D kriegt man den Sternradius R auch nur mit einem Fehlerintervall von jener Größenordnung bestimmt, weil D an die Observable scheinbare Helligkeit antiproportional zu R (nämlich mit O(1/r²)) koppelt.

    Die EoS von Sternen nun sind dr abhängig (Schalenmodell) und r tritt da meist in zweiter Potenz auf, sodass man bei Abintegration schon mal bei 20% Fehler aufwärts liegt.

    Zu allem Überfluss hat alf Ori nun hat nicht einmal einen bekannten Begleiter, so dass man für die Masse M auch wieder auf R-abhängige DGl resp Extrapolationen angewiesen ist.

    Letztlich kennt man von alf Ori nur T_eff und Metallizität mit hinreichender Genauigkeit.

    Weshalb mich aktuell zu findende explizite Aussagen zu alf Oris weiterer Evolution nicht wenig verblüffen.

    ¹ Nämlich bis auf optische λ-Abhängigkeiten der Molekülsuppe im Strahlengang

  27. #27 Alderamin
    9. Januar 2020

    @bronsteintrivial

    “Dürfte bald wieder aufwärts gehen.”
    So definit würde ich das, ohne das selbst gefittet zu haben, nicht ausdrücken, wenn mich aus dem Plot erstmal ein all-time low anspringt.

    Das bezog sich darauf, dass der Stern am unteren Ende seiner bekannten Skala ist und wenn die Verdunklung durch die Überlagerung von mehreren Zyklen zustande gekommen ist, dann sollte bald die untere Grenze in Sicht sein. der 425-Tage-Zyklus geht ja auch allmählich wieder nach oben.

    Der letzte AAVSO-V-Punkt liegt übrigens bei 2m – was Unsinn sein muss, ich habe α Ori vorgestern noch heller als Bellatrix (1,6m) gesehen, wenn auch nicht viel.

    Weshalb mich aktuell zu findende explizite Aussagen zu alf Oris weiterer Evolution nicht wenig verblüffen.

    Wohl wahr! In der Astronomie ist man ja oft schon zufrieden, wenn man die Größenordnung richtig hat. Gilt dann natürlich auch für das Lebensalter. Das evolutionary-tracks-Paper habe ich im Detail allerdings nicht gelesen, keine Ahnung, wie die auf die 100.000 Jahre kommen.

    Bist Du eigentlich Profi?

  28. #28 bronsteintrivial
    10. Januar 2020

    “wenn die Verdunklung durch die Überlagerung von mehreren Zyklen zustande gekommen ist, dann sollte bald die untere Grenze in Sicht sein. der 425-Tage-Zyklus […]”

    Eben. “Wenn”. 🙂

    Die UBV(RI)-Datenreihen habe ich übrigens mittlerweile gefunden:
    https://www.aavso.org/data-download ,
    Leider sind die aber in der AAVSO-DB so sparse und breit gestreut, dass ich für das Fitten schwarz sehe. Ich werde es am WE aber trotzdem mal versuchen.

    “Der letzte AAVSO-V-Punkt liegt übrigens bei 2m – was Unsinn sein muss, ich habe α Ori vorgestern noch heller als Bellatrix (1,6m) gesehen, wenn auch nicht viel.”

    Leider kann ich aktuell selbst weder zu Vis noch zu UBV & Co. etwas sagen – seit Jahresbeginn hat sich über meinem Standort eine dicke Wolkendecke festgesetzt. Ceteris paribus halte ich jene 2.133 V erst einmal für einen Ausreißer. Im Johnson-R Band gibt es übrigens vom 8.1. auch eine Messung, die nicht wirklich einleuchtet: +4.914 mag :).

    Spannend wird es, wenn “CTOA” mal wieder B und V misst. Dessen Datenreihen sehen sehr sauber aus.

    “Bist Du eigentlich Profi?”
    Leider nicht – dann könnte ich nämlich HST-Zeit für alf Ori beantragen. 🙂

  29. #29 Alderamin
    12. Januar 2020

    Jetzt hat Beteigeuze es sogar bis ins heute Journal geschafft:

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heute-journal-vom-12-januar-2020-100.html
    (ab 21:10 Minuten).

  30. #30 orinoco
    13. Januar 2020

    > Jetzt hat Beteigeuze es sogar bis ins
    > heute Journal geschafft:

    Wäre nicht das schlechteste wenn er dort explodieren würde … den Wunsch wird er uns nur wohl kaum erfüllen …

  31. #31 bronsteintrivial
    13. Januar 2020

    @Alderamin
    Ty! Nett gemachter Report vom ZDF; gute Wissenschaftskommunikation – grafisch attraktiv animiert, down-to-the-point. À la bonne heure!

    Was ich mich nur frage ist, wie eine Aussage wie (sinngem.) “Es *könnte* eine Überlagerung von Zyklen […] sein.”
    zustande kommt.

    A.) Wenn man dort mit Fourier et al. Zyklen gefunden hat, hat man auch Amplituden – die komplexen c_n in der Frequenzdastellung dekomponieren trivial in reelle Amplitude + Phase.
    B) Selbst wenn man keinen stabilen Fit hat, kann man immer noch simpelst jener Amplitudenbeträge addieren und hat damit das maximale Δmag_app.

    Wie bereits befürchtet, lässt sich das (Johnson-V) Gelump (zumindest von mir) nicht wirklich fitten und extrapolieren.

    1) Wenn man halbwegs gute Fits kriegt, streut die (f_hat)-Phasendarstellung ohne Ende und die Projektion ist damit wertlos.
    2) Mit halbwegs scharfen Phasen weicht die Bandbreite des Kanals um > 2 vom emprischen Soll ab.

    Daran hab ich sowohl mit brute force (conjugate gradient), als auch mit NUFFT – i.e. (discrete) Non-Uniform Fast Fourier Transform – laboriert. Und zwar mit Datenfenstern von t_i in [1920, 1990] bis t_f in [1980, 2020].

    Es mag ja durchaus sein, das ich schlicht zu blöd zum Fitten bin.

    Aber *wenn* jemand da Harmonien sauber heraus analysiert hat, dann möge er/sie doch bitte den Code resp die Methode dazu offenlegen!

    Ceteris paribus gehe ich ex nunc davon aus., dass alf Ori auf dem Weg zur SN ist.

  32. #32 bronsteintrivial
    13. Januar 2020

    “Frequenzdarstellung” nicht “Phasendarstellung”

    Da hat sich übler (und komplett falscher) Slang aus meiner Mathe III Lerngruppe offenbar perpetuiert.

  33. #33 Uwe Linzbauer
    Nähe Limburg/Lahn
    14. Januar 2020

    (Erster Beitrag eines interessierten Laien):
    Gibt es ein “Zeitraffer”-Video vom nächtlichen Himmel um Orion, zusammengestellt aus normalen Fotos im sichtbaren Licht, z.B. jede Nacht ein Bild, über einen durchgehenden, längeren Zeitraum? Das “Flackern” wäre doch bestimmt spannend anzusehen?

  34. #34 Alderamin
    14. Januar 2020

    @Uwe Linzbauer

    Nicht direkt einen Film, aber Vergleiche zwischen Maximum und Minimum habe ich gefunden.


    (von © timwetherell Stargazers Lounge)

  35. #35 Uwe Linzbauer
    Nähe Limburg / Lahn
    14. Januar 2020

    Vielen Dank an Alderamin!
    Habe mich sehr gefreut, so schnell eine Reaktion zu bekommen, der Helligkeitsunterschied von Beteigeuze zwischen den beiden Bildern ist sehr beeindruckend, finde ich.
    Freundliche Grüße!

  36. #36 Captain E.
    14. Januar 2020

    Aber die Schockfront der Supernovaexplosion ist immer noch nicht hier angekommen. Und womöglich wird sie das auch in den nächsten hundert, tausend oder hunderttausend Jahren nicht tun.

  37. #37 Alderamin
    21. Januar 2020

    Also, gestern Abend erschien mir Beteigeuze deutlich heller als Bellatrix; letzte Woche hatte ich noch Schwierigkeiten, zu entscheiden, wer von beiden heller war (ich fand’s auch schwierig, weil die Farbe verschieden ist).

    Auch die Kurve der V-Beobachtungen bei der AAVSO geht wieder nach oben. Für die Supernova-Erhoffer dürfte die Show damit vorbei sein, für alle anderen geht sie jetzt erst los: schaut Euch die nächsten Wochen über an, wie der Stern seinem Maximum zustrebt und Aldebaran wieder in den Schatten stellt!

  38. #38 Peter
    23. Januar 2020

    Im Artikel steht, dass die äußere Hülle von Beteigeuze Titan enthält. Ab welcher Phase des Sternenlebens wird Titan gebildet?
    Titan hat die Ordnungszahl 22. Wird Titan schon während des Kohlenstoffbrennens gebildet, oder erst während des Neonbrennens oder noch später erst während des Sauerstoffbrennens oder sogar erst während des Siliciumbrennens?

    Während der Phase des Wasserstoffbrennens werden in schwereren Sternen ja auch schon schwerere Elemente als Helium (z. B. Sauerstoff) im Bethe-Weizsäcker-Zyklus gebildet.

    Beim Sauerstoffbrennen ist laut https://en.wikipedia.org/wiki/Oxygen-burning_process Schwefel (Ordnungszahl 16) eines der schwersten entstehenden Elemente.

    Beim Siliciumbrennen entstehen laut https://en.wikipedia.org/wiki/Silicon-burning_process Titan und Elemente mit ähnlichen Ordnungszahlen wie z. B. Calcium (Ordnungszahl 20) und Chrom (Ordnungszahl 24).

    Müsste ein Stern kurz (Jahrhunderte bis Jahre) vor einer Supernova nicht eher immer heller werden, weil im Laufe des Schalenbrennens die Zonen der Kernfusion im Inneren des Sterns nach außen wandern?

  39. #39 Alderamin
    23. Januar 2020

    @Peter

    Im Artikel steht, dass die äußere Hülle von Beteigeuze Titan enthält. Ab welcher Phase des Sternenlebens wird Titan gebildet?

    Wie man diesem wunderbaren Diagramm entnehmen kann, entsteht Titan bei der Explosion von Supernovae – Beteigeuze bildet also selbst noch keines. Das Titan entstammt vielmehr den Vorläufersternen, aus deren Gas Beteigeuze einst entstand. Titan alleine macht den Stern auch noch nicht dunkel – erst wenn dieses sich mit Sauerstoff verbindet, was bei hineichend abgekühlter Atmosphäre geschieht, geht der Lichtschutzfaktor in die Höhe.

    Müsste ein Stern kurz (Jahrhunderte bis Jahre) vor einer Supernova nicht eher immer heller werden, weil im Laufe des Schalenbrennens die Zonen der Kernfusion im Inneren des Sterns nach außen wandern?

    Ja, das ist er ja auch geworden – Beteigeuze ist ja extrem hell mit einer absoluten Helligkeit von -5m. Hier sieht man die Entwicklung der Leuchtkraft (log L in Sonnenleuchtkräften) und des Spektrums (log Temperatur in K) für Sterne verschiedener Massen. 20 Sonnenmassen fehlen zwar, aber die 15 ganz oben zeigen die Tendenz.

    Beteigeuze ist oben rechts auf der Spitze.

    Die derzeitigen Helligkeitsschwankungen haben aber nichts mit dem Hellerwerden zu tun – das sind, wie gesagt, Pulsationen der Atmosphäre (Sternwetter, gewissermaßen). Oben rechts im Hertzsprung-Russell-Diagramm gibt es eine Instabilitätszone, da müssen alle Sterne (außer den Roten Zwergen) irgendwann durch. Und da pulsieren sie.

    Und wie gesagt halte ich das derzeitige Dunklerwerden für nichts als eine normale Pulsation, lediglich der Überlagerung zweier Perioden geschuldet – die Explosion erleben wir ganz bestimmt nicht mehr, die liegt nach menschlichen Maßstäben in ferner Zukunft.

  40. #40 Peter
    23. Januar 2020

    Zitat Alderamin: „Wie man diesem wunderbaren Diagramm entnehmen kann, entsteht Titan bei der Explosion von Supernovae“

    Entsteht Titan wirklich erst dann, wenn ein Stern in einer Supernova explodiert und dabei sehr viel Energie frei wird, so dass auch schwerere Atomkerne entstehen?

    Oder wird Titan schon vorher während der „normalen“ Kernfusion in mindestens einer Brennphase des Schalenbrennens gebildet und dann später durch die Supernova verteilt?

    Das verlinkte Diagramm ist wirklich interessant.
    Dann ist es fasch, dass in vielen Lehrbüchern und anderen Medien steht, dass z. B. Gold und Uran bei Supernovae gebildet würden.
    In der 1. verlinkten Abbildung ist Technetium grau hinterlegt. Technetium kommt doch aber in Roten Riesen vor:
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2017/08/04/das-astrodicticum-simplex-sommerraetsel-2017-aufloesung-und-preisverleihung/
    Zitat: „Besonders interessant (zumindest für mich als Astronom) war der Nachweis Anfang der 1950er Jahre, dass Technetium auch in Roten Riesensternen vorkommt. Es kann dort wie gesagt nicht von Anfang an gewesen sein; ein Stern ist viel älter als 4 Millionen Jahre. Also muss in den äußeren Schichten der roten Riesen Kernfusion stattfinden, bei der unter anderem Technetium erzeugt wird. Heute ist Technetium ein wichtiger Indikator wenn man rote Riesen verstehen will; man kann daraus zum Beispiel die Rate bestimmen mit der sie Masse verlieren und jede Menge andere ihrer Entwicklungsphasen besser verstehen.“

  41. #41 Captain E.
    24. Januar 2020

    Ich schätze, da stellt sich die Frage nach der Menge. So ein bisschen was exotisches kann vermutlich immer mal passieren.

    Gold und Uran entstehen aber tatsächlich wohl mehr in binären Systemen mit zwei Neutronensternen bei deren Zusammenstoß.

  42. #42 Alderamin
    24. Januar 2020

    @Peter

    Entsteht Titan wirklich erst dann, wenn ein Stern in einer Supernova explodiert und dabei sehr viel Energie frei wird, so dass auch schwerere Atomkerne entstehen?

    Jedenfalls relevante Mengen, sonst sähe das Diagramm anders aus. Findet sich übrigens auch hier.

    Dann ist es fasch, dass in vielen Lehrbüchern und anderen Medien steht, dass z. B. Gold und Uran bei Supernovae gebildet würden.

    Früher dachte man, dass alle Elemente schwerer als Eisen bei Supernovae entstehen, aber in den letzten paar Jahren hat man eine Menge Neues gelernt, insbesondere dass sehr viele Elemente bei der Kollision von binären Neutronensternen entstehen – nur diese bieten genug Neutronen an, um die schwersten Kerne zusammen zu bauen. Das weiß man aber erst seit dem Gravitationswellenereignis GW170817 (die Ziffern stehen für den Entdeckungstag, 17. August 2017), bei dem man optisch (bzw. elektromagnetisch) beobachten konnte, wie die Elemente dort entstanden waren. Die meisten Bücher zum Thema sind älter. Was man früher für ein seltenes Ereignis hielt, darüber kann man mittlerweile statistische Schätzungen machen, daher gibt es jetzt dieses Periodensystem der Nukleosynthese.

    In der 1. verlinkten Abbildung ist Technetium grau hinterlegt. Technetium kommt doch aber in Roten Riesen vor:

    Ja, ist richtig, aber Technetium ist radioaktiv, deswegen kommt es natürlich auf der Erde nicht vor und ist stets synthetisiert. In Sternen lebt es nur vorübergehend, was damit der Beweis war, dass es im Stern entstanden sein muss.

    Jedenfalls bleibt es dabei: Titan entsteht überwiegend bei Supernovae, deswegen war das Titan in Roten (Über)Riesen zum weitaus größten Teil schon bei ihrer Entstehung vorhanden. Selbst wenn ein Roter Riese kleine Mengen selbst synthetisieren kann, würde das keine Rolle spielen.

  43. #43 Uwe Linzbauer
    5. Februar 2020

    Hallo Alderamin,
    habe heute abend (05.02.2020) seit längerem endlich hier mal wolkenlosen Himmel, und bin kurz raus gegangen, nach Beteigeuze schauen. Habe (muß hinweisen: als ungeübter Helligkeitsbeobachter) den Eindruck bekommen, daß Beteigeuze heute ziemlich gleich hell wie Bellatrix ist, eventuell einen kleinen Tick heller. Habe auch mit meinem Handy ein Foto von Orion gemacht und wollte es hier einstellen, weiß aber nicht wie man das machen kann.
    Gruß Uwe

  44. #44 Alderamin
    5. Februar 2020

    @Uwe Linzbauer

    Ja, Beteigeuze ist mittlerweile bei 1,6m angekommen. Bilder kannst Du nur einbinden, wenn Du sie auf einer Webseite abgelegt hast und darauf verlinkst. Oder Du schickst mir das Bild per mail und ich lege es hier auf dem Server ab, oder verwende es in dem besagten Artikel, wenn Du zustimmst.

    Wobei Kameraaufnahmen beim Helligkeitsvergleich mit Vorsicht zu genießen sind – die spektrale Empfindlichkeit kann von der des Auges abweichen und weil Beteigeuze eine ganz andere Farbe als Bellatrix hat, kann er heller oder dunkler im Vergleich erscheinen, als er es im V-Band ist. Die meisten Kameras haben ein IR-Sperrfilter, das wenig Licht von über 600 nm durchlässt, und das kann man noch sehen – Beteigeuze ist im Roten und IR definitiv heller als Bellatrix.

  45. #45 Uwe Linzbauer
    6. Februar 2020

    Hallo Alderamin,
    ich würde Dir das Bild als Dateianhang mit einer E-Mail zuschicken, wenn Du möchtest. Habe aber nirgends Deine Mailadresse gefunden, nur Kontaktformulare, wo man nichts anhängen kann.
    – Es ist allerdings sowieso nur ein freihändig gemachter Schnappschuß, hier in der Straße, zwischen Häusern, Straßenlaternen und allerlei Streulicht, für präzise Aussagen untauglich, nur ein kleiner dokumentarischer Anhaltspunkt, eben wenigstens mit Datum im Dateinamen.
    Gruß Uwe

  46. #46 Alderamin
    6. Februar 2020

    @Uwe Linzbauer

    Die Adresse findest Du unter dem Link in “Über das Blog” oben rechts in der Webversion oder unten in der Mobile-Version.

  47. #47 Alderamin
    7. Februar 2020

    @Uwe Linzbauer

    Und hier ist Dein Bild:

  48. #48 Uwe Linzbauer
    7. Februar 2020

    Danke, Alderamin!

  49. #50 Alderamin
    17. Februar 2020
  50. #51 Stefan
    17. Februar 2020

    Laut https://www.spektrum.de/news/was-am-hype-um-beteigeuze-wirklich-dran-ist/1700066 befindet er sich am Anfang des Heliumbrennens. Wenn das stimmt, dann gibt es (wenn wir so weitermachen mit dem Klimawandel und den Konflikten) keine Menschheit mehr, wenn er explodiert. 😉

    Einige 100.000e Jahre wird es dann noch dauern. Aber die Autoren der Studie mit den Computermodell sagen auch, dass die Berechnungen mit großer Unsicherheit behaftet sind.

  51. #52 Alderamin
    17. Februar 2020

    @Stefan

    Das ist die selbe Studie, die oben in den Referenzen als letztes aufgelistet ist. Sag’ ich ja – 100.000 Jahre. Bis dahin haben wir eine Menge anderer Supernovae in der Milchstraße gesehen. Wäre mal wieder eine fällig.

  52. #53 Uwe Linzbauer
    9. März 2020

    Habe in den letzten Tagen, wann immer möglich, mal Ausschau gehalten und den Eindruck bekommen, daß Beteigeuze wieder etwas heller geworden ist? Habe ihn auch in der Abenddämmerung jeweils vor Bellatrix – also leichter – finden können.

  53. #54 Alderamin
    13. März 2020

    @Uwe Linzbauer

    Habe gestern mal wieder einen kurzen Blick auf den Stern werfen können, und er ist jetzt definitiv deutlich heller als Bellatrix. Die AAVSO-Daten haben ihn laut @betelbot (Twitter) bei 1,30m.

  54. #55 Uwe Linzbauer
    15. März 2020

    Hallo allerseits!
    Habe heute abend in der einsetzenden Dämmerung versucht, die Zeitpunkte (MEZ) zu protokollieren, wann (in welcher Reihenfolge) ich welchen Stern mit bloßem Auge finden und erkennen kann.
    Datum 15.03.2020, leichte Schleierwolken,
    Koord. 50°22´N / 08°10´O, innerorts zw. Häusern,
    Sonnenuntergang 18:30
    17:45 Venus
    18:38 Sirius
    18:45 Capella
    (18:53) Straßenlaternen gehen an (Natriumdampf)
    18:56 Aldebaran
    18:57 Beteigeuze, Pollux
    18:59 Rigel, Castor
    19:00 Bellatrix
    19:02 “Gürtel” 1.+2.
    19:04 “Gürtel” 3.
    19:05 Polaris
    19:08 Saiph

    Habe mich bemüht, aber aufgrund div. vorliegender Erschwernisse und fehlender Routine dennoch keine völlige Gewähr auf richtige Erfassung.
    – Kann es sein, daß die Helligkeitszunahme viel schneller vonstatten ging als die vorangegangene Abnahme?
    – Habe bei Wikipedia gelesen, daß Beteigeuzes “Rotationsachse nicht Richtung Erde” zeigt. Heißt das, daß es gelungen ist, die Lage der Rotationsachse sowie Richtung und Geschwindigkeit der Rotation zu bestimmen?
    – Die Videos, die zu finden sind, wenn man “Beteigeuze” bei bing sucht, fand ich auch sehr interessant, besonders den Vortrag von Peter Kroll von der Sternwarte Sonneberg, wenn ich das hier sagen darf, hoffe der Referent hat nichts dagegen.

  55. #56 Uwe Linzbauer
    6. April 2020

    Heute abend kam Beteigeuze mir sogar heller vor als Rigel und als Aldebaran – kann das sein, oder habe ich mich getäuscht?

  56. #57 Alderamin
    7. April 2020

    @Uwe Linzbauer

    Betelbot hat gestern 0,8m gemeldet, das ist deutlich dunkler als Rigel (0,1m). Es ist aber auch nicht leicht, so helle Sterne, die auch noch verschiedene Farben haben, miteinander zu vergleichen. Ich fand etwas Lichtverschmutzung hilfreich, das macht die Sterne scheinbar lichtschwächer.

  57. #58 Uwe Linzbauer
    7. April 2020

    Hallo, Alderamin, danke für Deine Rückmeldung. Ich habe da wieder in die Abenddämmerung hinein den Himmel “systematisch” abgegrast nach den hellen Sternen, wann ich sie mit unbewaffnetem Auge vor dem sich allmählich verdunkelnden Himmel auftauchen sehe – so gut ich es eben vermag. Diesmal sogar in einem Garten außerhalb des Ortsrandes. Aber ich bin noch immer etwas ungeübt, wo etwa welcher Stern zu erwarten ist, also wie weit und in welcher Richtung ich z.B. von Sirius aus den Blick wenden muß. Daß ich schon über 50 bin und die Gleitsichtbrille machen es nicht einfacher. Daß ich Prokyon erst später wahrgenommen habe, hat vielleicht damit zu tun, daß ich vorher in Richtung helleren Westen zu Venus geschaut habe und die Pupillen auf hell adaptiert waren. Daß ich den in geringerer Horizontdistanz stehenden Rigel dunkler eingeschätzt habe, kommt vermutlich von einer relativ hohen atmosphärischen Extinktion (Staub / Dunst / längerer Weg der Lichtstrahlen durch mehr und dichtere Luft). – Mein Verfahren ist also mit mehreren Schwächen behaftet. – Werden eigentlich von der AAVSO die Helligkeiten oberhalb der Erdatmosphäre mit “unbestechlichen” elektronischen Sensoren bestimmt? Satellit, Atacama hoch über dem Meeresspiegel, SOFIA Flugzeug – Observatorium, um die atmosphärischen und subjektivitätsbedingten Einflüsse gering zu halten?
    Gruß Uwe

  58. #59 Alderamin
    7. April 2020

    @Uwe Linzbauer

    Werden eigentlich von der AAVSO die Helligkeiten oberhalb der Erdatmosphäre mit “unbestechlichen” elektronischen Sensoren bestimmt?

    Nein, nein, AAVSO (American Association of Variable Star Observers) ist ein Verein von Amateurastronomen, die haben keine Satelliten. Die meisten Beobachtungen werden mit dem bloßen Auge gemacht. Die Masse der Beobachter und somit die Statistik sorgt für die gute Qualität.

    Einige Leute arbeiten mit elektronischen Kameras und genormten Filtern, aber das sind nur sehr wenige.