Bei unseren amerikanischen Kollegen von ScienceBlogs.com geht es gerade rund. Die Blogger verlassen scharenweise die Plattform – Neuron Culture, Science after Sunclipse, Good Math, Bad Math, Neurotopia und Laelaps haben schon ihre Abschiedsbeiträge geschrieben (das sind zumindest die, die ich auf die Schnelle finden konnte; vielleicht sind es noch mehr) und Unmengen anderer Blogger haben wütende Blogposts verfasst (hier z.B. PZ Myers oder Orac oder überlegen ebenfalls, ScienceBlogs.com zu verlassen. Was ist passiert? Bei SB.com gibt es ein neues Blog – es heisst Food Frontiers und wird von PepsiCo betrieben (das sind die mit der Cola).

Ok – grundsätzlich kann ich verstehen, dass es seltsam erscheint, wenn eine Firma wie PepsiCo unter dem Label “ScienceBlogs” schreibt. Aber trotzdem kann ich die Aufregung und Hysterie der amerikanischen Kollegen nicht ganz nachvollziehen.

Denn rein prinzipiell könnte so ein Blog durchaus interessant sein und sicher auch viel über Wissenschaft erzählen. Denn Wissenschaftler arbeiten ja nicht nur an Universitäten sondern eben auch in der Industrie. Und auch in Firmen wie PepsiCo. Und PepsiCo füllt ja nicht nur Cola in Flaschen ab sondern erzeugt und entwickelt auch jede Menge andere Getränke/Lebensmittel. Da gäbe es sicher viele spannende Themen: Verfahrenstechnik; Lebensmittelchemie; Materialphysik, usw.

Natürlich wäre es was anderes, wenn nun die PR-Abteilung von PepsiCo das Blog nutzen würde um einen Beitrag nach dem anderen darüber zu verfassen wie super schmackhaft, gesund und wichtig die PepsiCo-Produkte sind. Das wäre reine Werbung die nichts im inhaltlichen Teil von ScienceBlogs zu sachen hat. Ob das tatsächlich der Fall sein wird? Keine Ahnung – bei Food Frontiers gibt es bis jetzt nur einen einzigen “Hallo, da sind wir”-Artikel. Ich verstehe also nicht wirklich, warum sich die amerikanischen Blogger-Kollegen nun so enorm aufregen. Zumindest könnte man damit abwarten, bis klar ist, dass PepsiCo das Blog wirklich nur für fiese Schleichwerbung unter dem Deckmantel der Wissenschaft nutzt…

Aber die eigentliche Frage ist ja eine grundsätzlichere. Wie ich oben schon gesagt habe, arbeiten Wissenschaftler nicht nur an Universitäten sondern auch überall in der Industrie und Wirtschaft. Sind die per se weniger glaubwürdig; weniger unabhängig; wenig verläßlich? Sind Blogs von Industrie-Wissenschaftler a priori mehr PR-Blogs anstatt Wissenschaftsblog? Ab wann gilt man als “Industrie-Blogger”? Ich bin sicher keiner; ich habe bis jetzt nur für Universitäten gearbeitet. Aber sollen wir zum Beispiel jetzt Christian von Frischer Wind rausschmeissen weil er auch ne GmbH gegründet hat in der Dinge verkauft werden die mit seiner Forschung zu tun haben? Das wäre doch völlig absurd.

Ohne zu wissen, was bei “Food Frontiers” nun genau gebloggt wird, kann ich kein abschließendes Urteil über die Sache bilden. Klar, PepsiCo ist ein “böser” Riesenkonzern – aber nicht die amerikanische Gesellschaft für Astrologie oder sonst irgendeine Organisation bei der man sofort davon ausgehen kann, dass Unsinn gebloggt werden wird. Ich denke, dass Wissenschaftler in der Industrie genauso interessante Forschung betreiben können wie die Wissenschaftler an den Universitäten. Und Industrie-Forscher sollten meiner Meinung auch bei ScienceBlogs die Möglichkeit haben, über ihre Forschung zu bloggen. Natürlich nur, solange in den Texten kein wissenschaftlicher PR-Unsinn verbreitet wird. Die Aufregung, die nun bei SB.com herrscht kann ich – noch – nicht nachvollziehen.

Nachtrag: Bei Dr. Isis gibt es einen lesenswerten Artikel zum Thema und einige interessante Erläuterungen über Forscher in der Industrie.

Nachtrag 2: Das Pepsi-Blog wurde mittlerweile zurückgezogen.

Nachtrag 3: Ok – nachdem ich diesen Beitrag gelesen habe, kann ich die Aufregung verstehen. Da scheint vor allem hinter den Kulissen einiges schief gelaufen zu sein.


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Kommentare

  1. #1 Christian Reinboth
    8. Juli 2010

    Ich kann die große Aufregung auch nicht so ganz nachvollziehen, zumal ja noch gar kein Posting erschienen ist. Komisch ist natürlich, dass ausgerechnet der “Zuckerdealer” Pepsi intelligente Beiträge zum Thema Ernährung beisteuern soll, aber davon abgesehen halte ich Blogs, in denen auch Wissenschaftler aus der Industrie zu Wort kommen, für keinen großen Sündenfall – oder glaubt jemand, bei Siemens, Bayer oder Enercon gäbe es keine Top-Leute, die auch peer reviewed veröffentlichen und einiges mehr drauf haben als ein “kauft unsere Produkte” PR-Blog? Und ja – natürlich werden die so eine Plattform nicht nutzen, um negativ über ihren Arbeitgeber zu berichten. Aber mal ehrlich – welcher SBler zieht denn im Blog über seine Uni oder sein Institut her…?

  2. #2 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @Christian: “Komisch ist natürlich, dass ausgerechnet der “Zuckerdealer” Pepsi intelligente Beiträge zum Thema Ernährung beisteuern soll”

    Richtig – das halte ich auch für grenzwertig. Aber wie gesagt – erstmal abwarten, was die tatsächlich schreiben.

    “Aber mal ehrlich – welcher SBler zieht denn im Blog über seine Uni oder sein Institut her…?”

    Guter Einwand ;)

  3. #3 Jörg
    8. Juli 2010

    Eben. Es gab auch schon Blogs dort von GE und Shell. Die Kommunikation war schlecht und die Kennzeichnung des Blogs auch, aber das ist ja etwas über das man sich auch öffentlich beschweren kann und für Nachbesserung sorgen. Aber dass vor dem ersten echten Post so viele gehen kann ich nicht nachvollziehen. Man kann impulsiv sein und die Faxen dick haben, hab ich auch manchmal, aber einfach so die Brocken hinschmeißen ohne auch nur mal 3 Tage nachzudenken drüber ist mir unverständlich. Die Erklärungen dazu finde ich auch nicht sehr gelungen.
    Ich weiß nicht was das grad ist. Ist es eine tiefsitzende Abgrenzungsneigung gegen Industrie, um die eher scheußlichen Jobs in der Wissenschaft zu rechtfertigen? Ist es das Platzen eines eh schwelenden Konfliktes bei SB.com? Gruppendynamik?
    Wir haben ja hier auch ab und zu, und grad wieder, Blogs die gesponsort sind. Im allgemeinen sind die oft sehr langweilig (leider, weil mich das Thema interessiert) oder auch gut, wie gerade. Ich hab kein Problem damit, und rein gefühlsmäßig finde ich es eher schockierend, wie die Blogger drüben grad auf den Anti-Industrie/Werbungszug aufspringen. Als ob das grundsätzlich schlecht wäre.
    Ich weiß auch nicht, warum gerade Pepsi jetzt so schlecht ist. Ja ich hätte auch starke Bedenken dagegen, sowas muss eigentlich nicht sein. Aber was war jetzt an ‘Shell bloggt über alternative Energien’ besser? Nur dass Greg Laden beteiligt war wie gesagt wurde?
    Ich bin echt ratlos.

  4. #4 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @Jörg: “Ist es das Platzen eines eh schwelenden Konfliktes bei SB.com? Gruppendynamik? “

    Ja, sowas hab ich mir auch schon gedacht. Wer weiß, was da hinter den Kulissen abläuft.

  5. #5 Tobias
    8. Juli 2010

    Ich kann die Autoren auf der amerikanischen Seite verstehen. Wir haben hier auf der deutschen Seite zwar keine PR-Blogs, Ich finds aber auch nicht toll, dass hier Blogs von L’Oréal (heute übrigens Tagesthema) oder anderen Organisationen gesponsert werden. Zumindest werden diese bei uns in der linken Spalte separat gelistet.

    Es ist klar, das eine Seite wie ScienceBlogs Kosten für die Redaktion, die Blogger, die Server und die technische Maintenance verursacht (auch wenn technisch wirklich gar nichts passiert obwohl wir ja regelmässig Wünsche äussern), und wenn die Einnahmen aus der Bannerwerbung nicht ausreichen diese zu decken, muss ScienceBlogs eben nach Alternativen schauen.

    Grossen Profit wird ScienceBlogs mit unserem Content trotz gesponserter Blogs nicht machen, ich weiss nicht mal, ob wir schwarze Zahlen schreiben. Schön wäre es zum Beispiel, wenn ScienceBlogs klar als non-profit Projekt ausgerichtet wäre.

  6. #6 Nils Cordes
    8. Juli 2010

    Na ja, aber da Pepsi scheinbar Geld dafür ausgegeben hat, dort bloggen zu können, kann man annehmen dass sie auch irgendwie davon profitieren wollen. Ich denke es wird sowas werden, wie McDonald’s es schon lange macht: Wir sind gesund, schaut her! Schaut euch unsere Wissenschaftler an! (Obwohl ich gespannt bin, wie eine Zuckergetränk-Firma das anstellen möchte.)
    Aber ich sehe das ähnlich wie du. Erst mal abwarten was passiert bevor man es verdammt. Ich bin allerdings schwer beeindruckt von der Solidarität da drüben. Wäre cool, wenn alle Blogs aufhören und so Pepsico wieder aus ScienceBlogs rausgeschmissen wird. Ich denke da an die französischen Bahnfahrer …

  7. #7 Renegat
    8. Juli 2010

    Ja, wie recht Sie da haben, Herr Freistetter! Sie sind in der Tat kein “Industrie”-Blogger im vorsätzlichen Sinne! Sie sind ganz im Gegenteil so ahnungslos und naiv, dass Sie nicht in die Kategorie ‘Täter’, sondern ‘Nützlicher Idiot’ einzuordnen wären. Letztere sind bei den Konzernen besonders gefragt, da sie ihre Geschäftsinteressen – ohne auch nur einen Cent zusätzlich ausgeben zu müssen – mit dem Nimbus der “Wissenschaftlichkeit” ausstatten und die Öffentlichkeit mit den “Wahrheiten” jener Fachjournale täuschen, die unter Kontrolle der Industriekartelle (etwa Medizin, Energie, etc.) stehen. Freilich funktioniert dieses “perception management” der Öffentlichkeit nur über einen guten Draht zu den Konzernmedien, die immer öfter nach ‘Nützlichen Idioten’ (und ‘Tätern’) suchen, um junge akademische Talente für ihren dreckigen Informationskrieg zu rekrutieren.

    Welcher Konzern finanziert noch gleich diesen Scienceblog?

  8. #8 Christian Reinboth
    8. Juli 2010

    Hat ja nicht lange gedauert bis zum ersten Crank-Posting…

  9. #9 Lars Fischer
    8. Juli 2010

    Naja, ich sehe das Problem schon. So’n corporate Blog ist völlig in Ordnung, wenn da jemand aus der FE glaubwürdig darüber schreibt was das Unternehmen so forscht. Wir haben ja auch unsere BASF-Kooperation (mit der ich mich inzwischen einigermaßen wohl fühle).

    Aber wenn ich in dem Pepsi-Eingangspost schon lese, dass man da von “verschiedenen Experten” hören werde, wie Pepsi “Produkte nach strengen Ernährungsstandards entwickelt um dem Konsumenten gesündere und bessere Lebensmittel etc…”

    Da ist ein bisschen Überreaktion bei, was die Scienceblogger da so treiben, aber grundsätzlich kann ich den Argwohn gut nachvollziehen.

  10. #10 RG
    8. Juli 2010

    “Sind die per se weniger glaubwürdig; weniger unabhängig; wenig verlässlich?”

    Die klare Antwort darauf heißt: Ja. Alles andere ist naiv. Es geht hier nicht um die wissenschaftliche Exaktheit im Labor, wohlgemerkt, sondern um die Kommunikation in einem Blog, um das, was man sagen darf, und das was man nicht sagen darf. Es geht um die Freiheit. Und die verteidigt man heute besser nicht gegen den Staat, sondern gegen die Interessen der Wirtschaft und deren Lobbyisten.

    Deswegen ist für mich die Aufregung durchaus verständlich.

  11. #11 Bullet
    8. Juli 2010

    Na ja, aber da Pepsi scheinbar Geld dafür ausgegeben hat, dort bloggen zu können, kann man annehmen dass sie auch irgendwie davon profitieren wollen.

    Ich wiederhole das zentrale Wort:

    wollen

    Sollen sie also Kohle rüberrücken, um dort zu bloggen. Eine Art Aufsicht, die Werbung verbietet, wäre dann natürlich nicht schlecht – aber fraglich, ob das so einfach geht, ohne den Schreibern dort quasi eine Schreibweise aufzuzwingen. Von euch will das auch keiner. So fair muß man dann auch sein.
    Schlußendlich denke ich, daß hier Leute viel intensiver lesen als in den Zeitungen, wo es “aus Versehen” passieren kann, daß ein als redaktioneller Beitrag getarnter Werbeblock bei den Lesern wirklich positiv hängenbleibt, weil sie nicht mitbekommen haben, daß dort geworben wird. Hier (in den SB, egal ob .de oder .com) wäre die Skeptizismus-Schwelle deutlich höher. Nicht jeder Versuch der Werbung bringt auch was. Es sind schon Werbekampagnen fehlgegangen – hallejulia.
    Aber schön, daß hier darüber geschrieben wird – ich hätts mal wieder verschlafen.

  12. #12 Hagen
    8. Juli 2010

    Die Pepsi-Wissenschaftler könnten ebenso in ihrer Freizeit einen Blog auf SB.com schreiben. Ist doch schön, wenn sie das während ihrer Arbeitszeit tun dürfen.

    Andererseits sind mir unkommerzielle Blogs viel lieber…

  13. #13 Christian
    8. Juli 2010

    @Renegat
    dem ist nichts hinzu zu fügen!

  14. #14 Bullet
    8. Juli 2010

    @Christian (nicht Reinboth):
    Oh doch. Aber wir wollen doch höflich bleiben.

  15. #15 Alexander
    8. Juli 2010

    Die Gefahr besteht, dass auf so einem Blog einseitig berichtet wird, ja. Aber dafür gibt es schließlich die Offenlegung von Interessenkonflikten. Wer das Blog liest, weiß dass es von Pepsi bezahlt wird. Und kann sich dann seine eigenen Gedanken machen, wie sehr er den Posts vertraut. Anders wird es von den Verlagen in peer-reviewten (!) Artikeln auch nicht gemacht, jeder Artikel hat da einen Abschnitt “conflict of interests”. (Lassen wir mal das Verschweigen dieser Interessenkonflikte außen vor, das ist natürlich schlecht.)

    Ich tippe da auch eher auf interne Probleme bei SB.com, und das Pepsiblog war der letzte kleine Funke für ein paar derjenigen, die jetzt gegangen sind. Vor einem Jahr oder so gab es auch schon mal eine kleine Welle von Abgängern – etwa Carl Zimmer und Ed Yong -, und da gab es recht deutliche Gerüchte über interne Streitereien.

  16. #16 optimus.prime
    8. Juli 2010

    Schön dass bei SB.de auch was dazu kommt, auch wenn es eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat.

    Dass das hier mehrheitlich so unkritisch gesehen wird, verschlägt mir jetzt allerdings glatt die Sprache!

    Sonst wird jede Ungereimtheit von Eso/Klima/Kreationisten/Impfgegnern etc pp massiv angegangen; wenn jedoch Pepsi! ein ScienceBlog! über Ernährung! macht heisst es: Mal abwarten, was soll die Aufregung?

    Und das ihr die Probleme der Blogger drüben nicht nachvollziehen könnt… die Leben zum Teil von Ihrem Wissenschaftsjournalismus, einige auch und gerade über Ernährung bzw verwandte Themen. Die sollen ihr Blog unter einem Dach mit Pepsi betreiben, und gleichzeitig glaubwürdig über zB die Probleme bei Fehlernährung schreiben/berichten; ihr seht da kein Problem???

    Pepsi und Wissenschaft gabs schonmal:
    http://www.badscience.net/2009/03/weve-come-across-a-sticky-patch-were-going-to-have-to-work-through-it-or-get-out-and-go-our-separate-ways/#more-1036

  17. #17 Nils Cordes
    8. Juli 2010

    Hm, hört sich für mich aber eher wie Werbung an.:

    As part of this partnership, we’ll hear from a wide range of experts on how the company is developing products rooted in rigorous, science-based nutrition standards to offer consumers more wholesome and enjoyable foods and beverages. The focus will be on innovations in science, nutrition and health policy. In addition to learning more about the transformation of PepsiCo’s product portfolio, we’ll be seeing some of the innovative ways it is planning to reduce its use of energy, water and packaging.
    (Evan Lerner, ScienceBlogs.com Editor, im Guardian)

  18. #18 cydonia
    8. Juli 2010

    Jetzt würde ich dann doch noch gerne wissen, wie viele der “Dem ist nichts hinzuzufügen”-Kommentatoren, die sich jetzt voller Freude auf die Schenkel schlagen und “Ich habs doch immer schon gewusst: Verschwörung!” brüllen, wie viele von denen denn völlig unabhängig von den finanziellen Zuwendungen der bösen Industrie sind.
    Man muss das System nicht lieben, aber drinstecken tun wir alle, und ich stimme der Vermutung zu, dass die Gelegenheit wahrscheinlich dazu genutzt wurde aufgestautem Ärger Ausdruck zu geben.
    Und ich würde auch noch gerne wissen, wer von den geschätzten Kommentatoren nicht manchmal eine Cola trinkt.
    Das Verhalten hat viel mit den verschämten Gesichter zu tun, die mir begegnen, wenn ich bei einer bekannten Burgerbräterei etwas verspeise, und dort anwesende Bekannte sich ertappt fühlen, weil sie sonst bei jeder Gelegenheit auf die bösen Läden schimpfen.
    Kein Ruhmesblatt für die amerikanischen Scienceblogs: Gerade sie sollten in der Lage sein, vernünftig darüber zu diskutieren.

  19. #19 Stefan Taube
    8. Juli 2010

    Also für mich ist Transparenz alles. Solange ich weiß, mit wem ich es zu tun habe, ist es mir egal, womit der Blogger seine Brötchen verdient. Es ist dann eine Frage der Medienkompetenz das richtig einzuordnen. Schlimm ist eher, wenn man als Leser immer erst aufwendig recherchieren muss, wie denn der Autor so verstrickt ist.

    Den Fall mit Pepsi kenne ich auch nicht. Die Vorstellung, dass ein Zuckerkonzern über Ernährungsfragen blogg ist schon komisch. Das sollte man aber nicht boykottieren, sondern entlarven mit entsprechenden Kommentaren. Dann geht so eine PR-Aktion nach hinten los.

    Ansonsten finde ich es auch nicht schlimm, wenn Unternehmen für ihre PR sich Blogs bedienen. Das kann inhaltlich durchaus interessant sein, wie Florian das ja auch schon dargelegt hat. Da wo Wissenschaftsjournalismus nicht viel mehr als Verlautbahrungsjournalismus ist, kann er getrost durch die Originalquelle ersetzt werden. Die Transparenz muss halt immer gegeben sein.

  20. #20 Marko
    8. Juli 2010

    Es ist doch müßig, zu diesem Zeitpunkt den Adrenalinspiegel hochzufahren. Pepsi wird die Macht von Web 2.0 wohl nicht unterschätzen, denn da sitzen sichern nicht nur intelligente Wissenschaftler. Und wenn das eine neue Plattform zur Selbstdarstellung werden sollte, wird die Abstrafung dafür garantiert unerfreulich ausfallen.

  21. #21 Christian
    8. Juli 2010

    Pepsi sind üble Gestalten! Wo gibts eigentlich den BP Blog?
    Und wer ist der Blogwart?

  22. #22 Thilo Kuessner
    8. Juli 2010

    Die interessante Frage wird sein, ob der Blog von den dort arbeitenden Wissenschaftlern oder von PR-Leuten geschrieben wird. Der erste Eintrag klingt für mich eher nach PR-Sprache. (Stammt allerdings von einem Seed-Mitarbeiter, wenn ich es richtig verstehe.) Jedenfalls sollte es m.E. weniger darum gehen, womit die Autoren ihr Geld verdienen als darum, wie unabhängig sie sind, in dem was sie schreiben.

  23. #23 cydonia
    8. Juli 2010

    “Pepsi sind üble Gestalten”
    Staunen, nachdenken und dann befreit lachen! Dieser Satz ist eine Perle!
    Und alle die, die jetzt so sehr über BP schimpfen, sind selbstverständlich noch nie Auto gefahren.
    Komm, hör mir bloß auf!

  24. #24 Arnd
    8. Juli 2010

    Das Selbstverständnis der Scienceblogger in den USA ist dass sie unabhängig und ehrlich aus ihrem Forschungsbereich berichten. Entsprechend gut ist der Ruf der Plattform. Die Blogger dort fürchten nun um diesen Ruf. Im Combined Feed gibt es nun auch eine Zuckerfirma die über gesunde Ernährung bloggt… dass da was nicht stimmen kann merkt man schnell.

    Pepsi benötigt dringend gute PR. In den USA gibt es derzeit eine Diskussion eine Steuer auf Zuckergetränke zu erheben, da diese ungesund sind (ähnlich einer Tabaksteuer). Dem will Pepsi mit solchen Aktionen entgegenwirken (vermute ich). Das ganze sieht sehr nach Lobbyismus aus.

  25. #25 Bullet
    8. Juli 2010

    Hm, ich beginne das Problem zu verstehen. Neuron culture schreibt:

    As PalMD and others have pointed out, PepsiCo hardly lacks platform. The only value they can gain from writing here is to draw on the credibility created by a bunch of independent voices engaged in earnest,= thoughtful (well, most of the time), and genuine conversation. Even if PepsiCo were not paying for the privilege — and I’d be quite surprised to find they aren’t, for why would ScienceBlogs risk its credibility otherwise? — this would be a problem. As it is, however, assuming PepsiCo is paying, then they’re buying credibility generated by others even as they damage same.

  26. #26 Christian
    8. Juli 2010

    Die bösen Onkelz von der Uni Bielefeld! Au Weia!

    http://www.asta-bielefeld.de/CMS/index.php?id=42

  27. #27 cydonia
    8. Juli 2010

    @bullet
    Grundsätzlich kann ich das Problem schon verstehen, aber was hindert die Betroffenen daran, erst eine heftige, lange, kontroverse Diskussion zum Thema anzuzetteln, und DANN zu gehen?
    Die Leberwurst-Attitüde kommt einfach nicht gut.
    Außerdem ist es billig, gegen Pepsi zu sein. Ich würde mir auch mal heftige Reaktionen und Diskussionen in ganz anderen Zusammenhängen wünschen.

  28. #28 Bullet
    8. Juli 2010

    @Cy:

    aber was hindert die Betroffenen daran, erst eine heftige, lange, kontroverse Diskussion zum Thema anzuzetteln, und DANN zu gehen?

    Hm. Nix, würdsch sagen.

  29. #29 Alexander
    8. Juli 2010

    @Bullet
    Das Argument “Wir haben mit unserer Ehrlichkeit Scienceblogs erst aufgebaut” ist meiner Meinung nach nur die halbe Wahrheit. Diese Blogs verdanken ihre vielen, vielen Leser auch zu einem nicht unerheblichen Grad dem Umstand, dass sie Teil einer großen Plattform sind, die selbstverständlich auch Geld in die Präsenz steckt. So viele Leser hat man in der Regel auf einem kleinen eigenen Blog bei WordPress und co. einfach nicht. Die Leser nehmen sie aber bestimmt bei ihrem Umzug jetzt mit…

  30. #30 Christoph
    8. Juli 2010

    Ich verstehe den Ärger gut. Hinter den “normalen” Blogs stehen Personen. Personen haben natürlich auch Meinungen, sind subjektiv etc. Personen machen vielleicht auch Werbung für ein Produkt das sie toll finden. Unethisch wäre es, wenn sie davon persönlich profitieren/bezahlt würden. Aber der Kernpunkt ist, es sind Personen.

    Firmen andererseits sind sozusagen nicht greifbare Entitäten. Ich bin sogar bereit erstmal anzunehmen, dass da jemand mit grundehrlichen Absichten hinter dem Blog steht. Der vorhat ehrlich und objektiv zu berichten und so dem Blog einen guten Ruf aufbaut.

    Aber was passiert wenn die Person dann die Firma verlässt und jemand anders übernimmt? Bleibt die Integrität erhalten? Bei einem Personenbezogenen Blog geht der Blog mit der Person mit. Bei diesem bleibt es bei der Firma. Vermutlich muss der Text auch von irgendjemand im Marketing abgesegnet werden. Was passiert, wenn Marketing der Text nicht passt?

    Vor allem öffnet das eine gefährliche Tür. Als nächstes blogged dann Exxon oder BP über die Ölindustrie und Lockhead Martin über Raketentechnik oder wie?

  31. #31 Ldu
    8. Juli 2010

    Ausserdem: Nun lasst den Däniken oder so doch erstmal ein paar Artikel in Nature schreiben und dann gucken wir mal ob das wirklich der erwartete Quatsch wird.
    Worst case nach Florian: Wir werfen den halt wieder raus.
    Worst case überall anders: ” … hat auch in Nature publiziert … “

  32. #32 cydonia
    8. Juli 2010

    Ja Christoph, warum denn nicht?
    Hälst Du die Kommentatoren für so schwach, dass sie Propaganda nicht von Argumenten unterscheiden können?
    Ich habe nichts dagegen. wenn sich alle möglichen Konzerne oder was auch immer der Öffentlichkeit stellen. Dass sie für sich Werbung machen wollen ist doch klar.
    Das ist mir lieber als wenn sie nur im Hintergrund agieren. Transparenz ist wichtig, aber warum sollte sich Lockhead Martin verstecken? Wenn die nach vorne kommen, werden sie doch für viele überhaupt erst sichtbar!

  33. #33 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @optimus prime: “Dass das hier mehrheitlich so unkritisch gesehen wird, verschlägt mir jetzt allerdings glatt die Sprache!”

    Wieso unkritsch? Ich wiederhole: noch gibt es keinen einzigen Beitrag im Blog von Pepsi. Wenn dann mal einer da ist, wird sich zeigen, ob ich mich aufrege oder nicht.

    @Thilo: “Die interessante Frage wird sein, ob der Blog von den dort arbeitenden Wissenschaftlern oder von PR-Leuten geschrieben wird.”

    Genau darum gehts. Ein PR-Blog bei ScienceBlogs passt nicht und darüber soll man sich auch aufregen. Wissenschaftler von Pepsico die über ihre Arbeit schreiben sind mMn kein Problem. Der Ankündigungstext ist da noch etwas unklar; auch wenns eher in die erste Richtung zu gehen scheint. Aber ich würde trotzdem erst abwarten bis mal was geschrieben wurde und dann kritisch darüber urteilen.

  34. #34 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @ldu: “Ausserdem: Nun lasst den Däniken oder so doch erstmal ein paar Artikel in Nature schreiben und dann gucken wir mal ob das wirklich der erwartete Quatsch wird.”

    Ja klar – soll er! Wenn seine Artikel die Qualitätsstandards von Nature erfüllen und den Peer-Review überstehen hab ich kein Problem damit. Wenn nicht, dann fliegen die Artikel raus. Genauso beim Pepsi-Blog. Wenn die Artikel dort den SB.Standards genügen, dann gibts kein Problem. Wenn nicht, dann muss das Blog wieder rausfliegen – oder die anderen Blogger müssen sich entsprechende Schritte überlegen. Ich seh ja durchaus ein, dass dies eine kritische, potentiell skandalöse Angelegenheit ist. Aber ich verstehe nicht diese Hysterie bei SB.com über etwas, das noch nichtmal passiert ist.

  35. #35 Ralf Muschall
    8. Juli 2010

    @Florian: Sehe ich erstmal analog. Optimistisch bezüglich der Inhalte bin ich erstmal nicht, siehe Kommentar 19[0] und die Antwort 37 (d.h. es ist wahrscheinlich ein PR-Mann). Allerdings ist es IMHO sauberer so wie es jetzt ist, als wenn SB einen Ableger mit weniger auffälligem Namen gründete und Pepsi dort landete, wo es nicht mal ordentlich was auf die Finger gibt. Abgesehen davon: Zuckerwasser dient der straffreien Selbstverstümmelung, als problematisch sehe ich eher die Umweltsauerei in Form von in Flaschen verpacktem Leitungswasser an. Baut Pepsi sowas (pepsico.com hat zwar eine Liste der Marken, aber ich weiß nicht, was das alles ist)?
    [0] Warum haben Deine Kommentare eigentlich keine Nummern?

  36. #36 Nörchen
    8. Juli 2010

    Schön, endlich mal eine Gelegenheit zu zeigen wo der Unterschied zwischen den Scienceblogs und einigen (vielen?) der DE_ Ableger besteht. Das ihr fast durch die Bank weg nicht verstehen knnt warum zeigt es ganz deutlich. Und auch dem “dem ist nichts hinzuzufügen” stimme ich bei.

    und bevor der nächste mit idiotischen Argumenten kommt: Wenn man Auto fährt muss man das Gebahren eines Energiekonzerns gut finden? Wenn man Cola trinkt das eines Lebensmittelkonzerns? usw….
    Ihr seid echt so einfach gestrickt? Wo ich doch alle ach so “skeptisch” sein wollt?
    Na Bravo…demontiert euch mal schön…

  37. #37 Markus Hirsch
    8. Juli 2010

    Aber die eigentliche Frage ist ja eine grundsätzlichere. [...] Sind Blogs von Industrie-Wissenschaftler a priori mehr PR-Blogs anstatt Wissenschaftsblog?

    Die Frage geht zumindest an meinen Bedenken vorbei. Ich habe überhaupt kein Problem mit Blogs von Industrie-Wissenschaftlern. Darunter fiele zum Beispiel nach meinem Verständnis auch Mark Chu-Carroll von “Good Math, Bad Math”, der bei Google arbeitet, und den ich sehr gerne lese. Im Gegenteil, zusätzlich zu der Mathematik/Wissenschaft, über die Mark geschrieben hat, fand ich seine Perspektive darauf, wie sich der Wissenschaftsbetrieb in Uni und Industrie unterscheiden, wahnsinnig spannend.

    Was ich bei Food Frontiers problematisch finde, ist, dass das eben nicht ein Blog von jemandem ist, der beruflich Industrie-Wissenschaftler ist, sondern von einem Konzern, der für das Vergnügen zweifellos gut zahlt. Und Konzern zahlen nicht dafür, dass ihre R&D-Leute über ihre persönlichen (wissenschaftlichen) Interessen bloggen. Ich erwarte von Dir, Florian, keinesfalls, dass Du über Deine Uni herziehst, genauso wenig wie ich von Mark erwarten würde, dass er Google in seinem Blog schlecht macht. Andererseits gehe ich bei Euch schon davon aus, dass Ihr Eure Posts nicht primär nach dem Kriterium aussucht, was Euren Arbeitgeber in einem guten Licht erscheinen lässt. Bei Food Frontiers sehe ich das so, insbesondere wenn der Editor zum “sustainability communications team” (sprich: der Marketing-Abteilung) gehört (Und auch wenn formal dort noch nicht viel steht, existiert Food Frontiers ja bereits hier. Vielleicht habe ich meine Stichproben nur extrem unglücklich getroffen, aber was ich da lese, sieht für mich alles eher nach PR-Gesülze aus).

    Aus den Richtlinien der American Society of Magazine Editors:

    Editorial-looking sections or pages that are not produced by a magazines editors are not editorial content. They should be labeled Advertisement, Special Advertising Section or Promotion at the top of every page in type as prominent as the magazines normal body type.

    Diese Richtlinien gibt es aus gutem Grund. Um mal bei dem Däniken/Nature-Beispiel zu bleiben: eine passendere Analogie wäre, wenn von Däniken für eine Anzeige in Nature zahlt (also so den Peer-Review umgeht) und diese Anzeige dann so gestaltet, dass sie aussieht wie ein normaler Artikel und nicht klar als Werbung erkennbar ist. Dagegen hat Food Frontiers verstoßen. Mittlerweile heißt es im sidebar wenigstens, jeder Artikel werde mit einem Disclaimer ausgestattet. Ursprünglich war nicht einmal das so. Das finde ich nicht nur potentiell, sondern tatsächlich ziemlich skandalös.

    Ich weiß nicht, ob man deswegen gleich alles hinschmeißen muss (wobei ich darauf hinweisen möchte, dass einige der Leute, die jetzt gehen – etwa Blake Stacey oder Scicurious – explizit gesagt haben, dass das Pepsi-Debakel nur der Tropfen war, der das Fass zum überlaufen brachte, und bei anderen, wie etwa Mark Chu-Carroll, sowieso Blogging-Ebbe herrschte). Andererseits sehe ich aber auch, wie das Shell-Blog als Beispiel herhalten muss, dass das alles ja halb so wild ist, weil man damals auch nicht alles hingeschmissen hat – da kriege ich den Eindruck, dass wenn die Leute nicht mit “Hysterie” reagieren, die Schwelle dessen, was als akzeptabel angesehen wird, Stück für Stück immer weiter verschoben wird.

  38. #38 Dr. E. Berndt
    8. Juli 2010

    Ich sehe die Sache so wie Florian Freistetter! Es ist offenbar so, daß gerne in “angestellten” Wissenschaftern geknechtete und/oder Bösewichte gesehen werden, die jedenfalls kein Gewissen haben haben.

  39. #39 Alexander Stirn
    8. Juli 2010

    Ich weiß ja nicht, was mich mehr entsetzt: dass Scienceblogs in den USA seine Reputation wegen solch einer Aktion aufs Spiel setzt oder dass hier so viele zunächst mal kein größeres Problem damit haben.

    @Florian: “Ein PR-Blog bei ScienceBlogs passt nicht und darüber soll man sich auch aufregen.”

    Aber genau das ist das Pepsi-Blog doch: PR. Pepsi bezahlt (das hat Seed mittlerweile eingeräumt) Geld dafür, um mit seinen Inhalten in der redaktionellen Spalte der amerikanischen Scienceblogs aufzutauchen. Das ist Werbung oder PR (die Grenzen sind da fließend), wäre es nicht deutlich gekennzeichnet, wäre es sogar Schleichwerbung. Pepsi bezahlt, um von der (nicht zuletzt durch andere Blogger aufgebauten) Glaubwürdigkeit und Reichweite der Plattform zu profitieren und will dabei möglichst so wie aller anderer redaktioneller Inhalt aussehen. Und Pepsi bezahlt natürlich, um durch dieses Blog sein Image zu verbessern und irgendeine Botschaft zu transportieren: Uns gibt es, wir machen Forschung, wir verbessern die Qualität von Lebensmitteln… Eigentlich egal, es bleibt PR. Wer dort letztlich schreibt, über welche Themen und in welcher Qualität, entscheidet lediglich über den Erfolg der Aktion; an der Tatsache, dass es PR ist, ändert das nicht. Und natürlich wird Pepsi nicht versuchen, in dem Blog plumpe PR zu machen. Je subtiler die Botschaft rübergebracht wird, desto besser.

    Dass Wissenschaftler aus der Industrie genauso interessante Forschung betreiben wie Forscher an den Universitäten, steht außer Frage. Wenn sie darüber in ihrer Freizeit und unabhängig von ihrem Arbeitgeber bloggen (dürfen), prima. Es ist aber illusorisch zu glauben, dass bei einem offiziellen Firmenblog vor der Veröffentlichungen nicht noch einmal die PR-Abteilung des Unternehmens ihr Plazet geben muss.

  40. #40 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @Nörchen: “Ihr seid echt so einfach gestrickt? Wo ich doch alle ach so “skeptisch” sein wollt? Na Bravo…demontiert euch mal schön…”

    Ja echt schlimm, nicht? Anstatt einfach mal blind auf die bösen Großkonzerne loszuprügeln habe ich es mir erlaubt, mit meiner Empörung zumindest so lange zu warten, bis PepsiCo bei SB tatsächlich irgendwas Verwerfliches angestellt hat. Aber so sind wir halt, wir dummen Skeptiker…

  41. #41 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @Alexander Stirn: “Wer dort letztlich schreibt, über welche Themen und in welcher Qualität, entscheidet lediglich über den Erfolg der Aktion; an der Tatsache, dass es PR ist, ändert das nicht. Und natürlich wird Pepsi nicht versuchen, in dem Blog plumpe PR zu machen. Je subtiler die Botschaft rübergebracht wird, desto besser.”

    Aber wenn das deutlich als “Advertorial” gekennzeichnet ist, so wie das nun der Fall zu sein scheint – ist das dann wirklich so ein großes Problem? Blogs, die von Firmen gesponsert werden haben wir ja hier auch. Wenn das PepsiCo-Blog so geführt werden würde wie z.B. das L’Oreal Blog bei uns, dann hätte ich damit wohl nicht wirklich ein Problem. (dazu passt auch der Artikel hier: http://scienceblogs.com/tomorrowstable/2010/07/sweet_success.php)

  42. #42 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    Ich hab den Artikel ja übrigens auch nicht geschrieben um PepsiCo zu verteidigen, Schleichwerbung zu verteidigen oder etwas in der Art. Irgendwie scheint in der Diskussion der Eindruck zu entstehen, ich hätte kein Problem mit als Wissenschaft getarnten Werbetexten. Das ist natürlich nicht so! Aber ich verstehe trotzdem nicht wirklich, warum bei SB.com jetzt anscheinend die Hölle losbricht über ein Blog das noch keinen einzigen Artikel verfasst hat (und vor allem, weil es ja auch nicht das erste Blog dieser Art war).

  43. #43 marsh
    8. Juli 2010

    Wenn ich mir vorstelle, dass die Seite 2 meiner Tageszeitung von z.B. Bitburger geschrieben würde, würde ich sie nicht mehr lesen wollen und würde hoffen, dass die Journalisten dann ebenfalls protestieren würden.

    Wissenschaft und Journalismus, erst recht Wissenschaftsjournalismus sollte unabhängig sein. Ich bekomme schon das Grausen, wenn ich euer Biotechnologie-TV sehe!

  44. #44 strappato
    8. Juli 2010

    Du verstehst die Aufregung nicht? Mal ein Beispiel:

    Using the Coronary Heart Disease (CHD) Policy Model, a well-established computer simulation model of the national population age 35 and older, researchers estimate that the increased consumption of sugar-sweetened beverages between 1990 and 2000 contributed to 130,000 new cases of diabetes, 14,000 new cases of coronary heart disease (CHD), and 50,000 additional life-years burdened by coronary heart disease over the past decade.

    Through the model, the researchers estimate the additional disease caused by the drinks has increased coronary heart disease healthcare costs by 300-550 million U.S. dollars between 2000-2010.
    http://www.sciencedaily.com/releases/2010/03/100305224430.htm

    Die Verantwortung der Brause- und Fastfoodhersteller für die ernährungsbedingten Erkrankungen in den USA sind wissenschaftlich schon lange gesichert. Jetzt, wo die Unternehmen von der Gesundheitspolitik unter Druck gesetzt werden, kommt PepsiCo zu der Öffentlichkeit und der Wissenschaft und meint: “Lasst uns mal drüber reden…”. Ich kann das verstehen.

  45. #45 Odysseus
    8. Juli 2010

    Den Blog Food Frontiers gab es übrigens schon vorher auf der Pepsico-Seite, man ist jetzt nur auf SB.com umgezogen. Wer sich also einen Eindruck von dem bisherigen Geblogge machen will:

    foodfrontiersblog.pepsico.com

  46. #46 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @strappato: Ich seh die Tatsache, dass Pepsi über Ernährung bloggt auch durchaus kritisch. Trotzdem hätte ich es vernünftiger gefunden, wenn man mit der Aufregung gewartet hätte, bis Pepsi tatsächlich irgendwas Schlimmes getan hat. Ich bin halt Optimist…

  47. #47 sceptic
    8. Juli 2010

    Ich kann die Aufregung vor allem deshalb nicht verstehen, weil auf dem Blog gut sichtbar und gleich mehrfach steht, dass es von Pepsico betrieben wird. Die möglichen Interessenkonflikte werden also für jeden ersichtlich dargelegt. Das ist bei vielen anderen Blogs im Internet nicht immer so klar. Im Übrigen muss ich das Blog ja nicht lesen – ich lese ja auch nicht alle anderen Science-Blogs, sondern nur die, die mich interessieren. Massgeblich für ein Scienceblog sollte sein, dass es dort auch Science zu lesen gibt. Und dazu muss es überhaupt erstmal was zu lesen geben.

  48. #48 Till
    8. Juli 2010

    Ich verstehe die Aufregung schon (so im Sinne der aktuellen Skandale um pharmafinanzierte Pharmagefälligkeitsstudien etc.). Zur Beurteilung der Inhalte ist evtl. http://foodfrontiers.pepsicoblogs.com/ hilfreich, da liegt das Blog/ein Blog von Pepsi bisher.

  49. #49 Advocatus Diaboli
    8. Juli 2010

    Auch Werbung kan interessant sein, wen sie gut gemacht wird. Und Werbung wird es sein, sonst würde Pepsi dafür kein Geld und/oder Arbeitszeit opfern.
    Die Frage wird nur sein: Werden ein paar Wissenschaftler die dort arbeiten einen mehr oder weniger brauchbaren Einblick in die Lebensmittelforschung bieten oder werden ein paar überbezahlte PR-Leute (oder wie ich sage: professionelle Lügner) ein selbstbeweiräucherung der ach so modernen Lebensmittelindustrie bei Pepsi inzinieren?
    Die Zeit wird es zeigen.

    PS: Pepsi schmeckt wiederlich, ich geh ne Coke trinken….

  50. #50 Kaukomieli
    8. Juli 2010

    Aber sollen wir zum Beispiel jetzt Christian von Frischer Wind rausschmeissen weil er auch ne GmbH gegründet hat in der Dinge verkauft werden die mit seiner Forschung zu tun haben?

    Der Unterschied ist, das der Wissenschaftler Christian Fischer bloggt – und noch eine Firma hat mit der er Brötchen verdient.
    Im anderen Fall bloggt “das Unternehmen”.

    Ein Wissenschaftler, auch einer der für eine Firma arbeitet, hat immer auch einen Ruf als Wissenschaftler, den er mit PR-Postings gefährdet. Die Firma dagegen hat vor allem das Interesse Geld zu verdienen – wie ist erstmal egal. Wenn da jetzt ein Forscher namentlich benannt wäre (oder die 5 Forscher aus dem R&D-Team) und die außerdem noch für Pespi arbeiten, dann wäre das für mich in Ordnung.

  51. #51 Forodrim
    8. Juli 2010

    Ich kann die Aufregung bei SB.com gut verstehen. Da haben die Blogger lange dran gearbeitet gute, neutrale und Lobby freie Beitraege zuverfassen und damit SB.com einen guten Ruf verschafft. Jetzt wird dieser Ruf schlicht verkauft an eine Firma die PR machen will.
    Ich waere da auch stinkig.

  52. #52 Alexander
    8. Juli 2010

    @Kaukomieli
    Aber genau das war (Vergangenheitsform, SB hat das Blog wieder geschlossen) bei dem Pepsiblog auch der Fall – bei Pepsi angestellte Wissenschaftler schreiben, nicht PR-Leute:

    Mehmood Khan Dr. Mehmood Khan is Senior Vice President and Chief Scientific Officer of PepsiCo, Inc., where he is responsible for guiding the company’s long-term research strategy and agenda for business opportunities. He provides global leadership and support to division research and development groups in the areas of enterprise research planning, R&D portfolio management, next generation technologies, nutritional standards, food safety and regulation, and quality assurance.
    George Mensah Dr. George Mensah is Director, Heart Health and Global Health Policy at PepsiCo. He graduated with honors in biology from Harvard University and has a doctorate in medicine from Washington University. He completed postgraduate training in internal medicine and fellowship in cardiology at the Cornell University Medical Center.
    Derek Yach Dr. Derek Yach is Senior Vice President of Global Health Policy at PepsiCo where he leads the internal Global Human Sustainability Task Force and engagement with major international policy, research and scientific groups.

  53. #53 Ldu
    8. Juli 2010

    Problem für mich sind Leute wie ich, die nicht wirklich Ahnung haben, aber neugierig sind. Ich gehe nach “seriöse Quelle”, freue mich wenn was allgemeinverständlich erklärt wird. Also wenn Florian schriebe, der Mond hat eine Orbitale Dysfunktion und wird in in 30 Jahren über die Erde schrammern, hätte das eine etwas andere Wirkung als wenns in der Bild stünde. Und wenn irgendjemand in dem Blog hier das schriebe, wo der Florian schreibt, eben auch. Weil sonst währ der Florian ja nicht hier. Und wenn nun jemand mit PR-interessen geschickt und auf hohem Nivea nur die halbe Wahrheit über die positive Wirkung von Zucker erzählt – nunja, wenn nur der Florian da schriebe währ ich skeptisch, weil der wohl auch keine Ahnung von Zucker hat. :p Aber wenn da auch Nahrungsexperten auf Floris schrieben und dann mixt jemand einen gut gelenkten Artikel über Zuckerschrammern darunter, bleibt für mich nur übrig: Zucker ist gesund, und die Kalorienzufuhr kann dadurch auf effiziente Art gesteigert werden. Kann ich so gut beurteilen wie irgendwelche Orbits, wo mir Florian erzählt weil der so schnell ist hat er die Masse, und wir sehen das weil da linst die Gravitation irgendwie. Klingt toll, aber glauben tu ich das nur wegen der Reputation. Die davon abhängt wer da noch schreibt (oder kontrolliert oder peerreviewt usw). Und ein klein bischen eigenem Wissen (Erde rund, Orbits, Sonne und so, Mond fällt einfach nich runter, noch ..).

    Folglich, wenn ein Lobbyist in so einer Gruppe schreiben darf, wird der viiel glaubwürdiger. Und ist ja nicht so, das Lobbyisten bloss reden können. Da verstehen welche viel mehr von Orbits (mit und ohne Zucker) als ich. Bloss die sehen sich eher als Anwalt, und was die alles weglassen erkenne ich nicht. Ob es da bloginterne Diskussionen gibt und Pepsirgendwer in ein paar Monaten nicht mehr schreiben darf, krieg ich auch nicht mit. Für mich hat einer meiner Helden gesagt, das Zucker toll ist, ich habs verstanden und beim nächsten Mal geh ich bei Florian wieder Sterne gucken. Und merk garnicht mehr das irgendwer wo nicht mehr bloggen darf, weil da son Artikel mit lauter falschen Zahlen war und noch ein paar danach.

    Sehen die Helden auch so und sind einfach weg, und wenn ich nun in dem Blog Zucker les glaub ichs nicht so leicht. Und das die das rechtzeitig machen ist gut so :)

    PS: Vielleicht gibts auch Firmen die kontroverse Produkte mit guten EInnahmen haben und trotzdem neutral und ehrlich sind, aber die sind normalerweise nicht blöd. Spin zu erwarten wird da zur zweiten Natur. Und wenns sich erstmal dreht (x Leute lasen erste Artikel), wird mans nicht so schnell wieder los. Und ne Menge Kleinvieh und so..

  54. #54 Tobias
    8. Juli 2010

    Food Frontiers ist nicht mehr auf ScienceBlogs:

    http://scienceblogs.com/seed/2010/07/food_frontiers.php

  55. #55 MisterX
    8. Juli 2010

    kein stress, blog wurde entfernt

    gruß

  56. #56 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @Kaukomieli: “Wenn da jetzt ein Forscher namentlich benannt wäre (oder die 5 Forscher aus dem R&D-Team) und die außerdem noch für Pespi arbeiten, dann wäre das für mich in Ordnung.”

    Also soweit ich das richtig in Erinnerung habe, stand dort, dass die jeweiligen Autoren auch immer namentlich genannt werden. Aber jetzt ist das Blog ja eh schon wieder weg: http://scienceblogs.com/seed/2010/07/food_frontiers.php

    Interessant sind auch die Fragen, die dort gestellt werden:

    How do we empower top scientists working in industry to lead science-minded positive change within their organizations? How can a large and diverse online community made up of scientists and the science-minded public help? How do companies who seek genuine dialogue with this community engage? We’ll open this challenge up to everyone on SB and beyond in the coming days so that we can all find the right solution.

  57. #57 cydonia
    8. Juli 2010

    Na endlich, die Fragen werden gestellt. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht.

  58. #58 Tobias
    8. Juli 2010

    Hier wohl der beste Text, den ich bisher zum Thema gelesen habe:
    http://johnrennie.net/2010/07/07/teetering-chinese-wall-falls-on-scienceblogs/

  59. #59 John
    8. Juli 2010

    Ich habe eben eine Email an service.pepsico@intl.pepsico.com geschickt mit der Anregung, aufgrund des wohlwollenden Verhaltens hier, doch mal zu prüfen ob es nicht möglich ist hier einen, rein wissenschaftlich verfahrenstechnischen versteht sich, Blog zu eröffnen. Ist ja nicht alles schlecht was die Amis sich einfallen lassen, gell.

  60. #60 Jörg
    8. Juli 2010

    Schade, ich finde da ist eine Chance zur echten Konfrontation durch Hysterie vergeben worden. Ich verstehe weiter nicht wo die herkommt. Wenn die SB.com-ler sich doch als so gefestigt und neutral sehen würden hätten sie doch gelassen die Konfrontation aufnehmen können. Wenn dort schlechte oder dubiose Artikel aufgetaucht wären, hätte man das beste Werkzeug zur Gegendarstellung und Zerlegung in der Hand gehabt. Wenn die Artikel gut gewesen wären hätte man einen Kontext dazu liefern können. Das hätte einen echten Wert haben können – aber vielleicht muss die jetzt folgende Diskussion dem vorangehen.
    In meinen Augen wirft das ein schlechtes Licht auf die beteiligten Wissenschaftler. Nur ganz persönlich, gefühlt. Ich denke, wer in seiner Position und Meinung als Blogger ausreichend gefestigt ist hätte dem locker entgegen sehen können – oder seine Entscheidung zum Rückzug überlegt und geordnet treffen können.

  61. #61 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @John: “Ich habe eben eine Email an service.pepsico@intl.pepsico.com geschickt mit der Anregung, aufgrund des wohlwollenden Verhaltens hier, doch mal zu prüfen ob es nicht möglich ist hier einen, rein wissenschaftlich verfahrenstechnischen versteht sich, Blog zu eröffnen. Ist ja nicht alles schlecht was die Amis sich einfallen lassen, gell. “

    Welche Blogs es bei SB.de gibt oder nicht gibt entscheidet die Redaktion. Was im Artikel hier steht ist meine persönliche Meinung und nicht die der Redaktion.

  62. #62 John
    8. Juli 2010

    Welche Konfrontation ?
    Pepsi hätte nicht einen einzigen Artikel schreiben müssen, damit der Coup gelungen wäre. “Besuchen sie unser Blog bei den Sciencebloggern”
    “Pepsi nun auch bei den Sciencebloggern” “Scienceblog in Zusammenarbeit mit Pepsi” usw, usw. Hier offenbart sich m.E. ein gerüttelt Maß an erschreckender Naivität.

  63. #63 John
    8. Juli 2010

    @Florian
    Umfrageergebnis unter den SBern “Pepsi ? Wieso , ist doch nicht schlecht, trink ich doch auch.” Redaktion:” Na, bei soviel Zustimmung wird der Blog eingerichtet.
    Es fällt mir schwer dieses “entscheidet die Readaktion” ernst zu nehmen. Wahrscheinlich zu warm hier drin.
    (Mein voriges Posting bezog sich natürlich auf den Beitrag von Jörg.)

  64. #64 Jörg
    8. Juli 2010

    “Pepsi nun auch bei den Sciencebloggern” “Scienceblog in Zusammenarbeit mit Pepsi” usw, usw. Hier offenbart sich m.E. ein gerüttelt Maß an erschreckender Naivität.

    Ach Gott ja, dann schreiben sie das hat. So what? Und was soll die billige Beleidigung am Ende?

  65. #65 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @John: “Na, bei soviel Zustimmung wird der Blog eingerichtet. Es fällt mir schwer dieses “entscheidet die Readaktion” ernst zu nehmen.”

    Schön das du soviel über die internen Vorgänge bei SB.de zu wissen scheinst. Das Pepsi-Blog ist ja jetzt eh weg also musst du dich nicht mehr künstlich echauffieren.

    @alle: Meint ihr, es spielt ne Rolle, dass es hier um Pepsi ging? Ich überleg mir schon die ganze Zeit wie ich bzw. die SB.de/SB.com Kollegen reagiert hätten, wenns z.B. ein Blog von IBM über Computer gewesen wäre…

  66. #66 Stefan Taube
    8. Juli 2010

    “@alle: Meint ihr, es spielt ne Rolle, dass es hier um Pepsi ging?”

    Das kann ich mir schon gut vorstellen. Zum einen, weil das Hauptprodukt dieser Firma eben wirklich nicht so gesund ist und zum anderen weil Pepsi kein Technologiekonzern ist, oder? Wenn IBM, BMW, BASF oder so einen Blog aufmacht, kann man schon mehr Naturwissenschaft und Technik erwarten, unabhängig davon, wie man zu den jeweiligen Unternehmen steht.

  67. #67 Florian Freistetter
    8. Juli 2010

    @Stefan: “Wenn IBM, BMW, BASF oder so einen Blog aufmacht, kann man schon mehr Naturwissenschaft und Technik erwarten, “

    Also ich stell mir vor, dass bei Lebensmittelkonzernen zumindest jede Menge Chemie gemacht wird… Aber klar, nicht so techniklastig wie bei IBM et al.

  68. #68 MartinS
    8. Juli 2010

    Ich habe mir jetzt alle Kommentare nacheinander durchgelesen, und denke dass zwei Kommentare das Dilemma am besten beschreiben:
    Ldu· 08.07.10 · 16:56 Uhr
    und
    Jörg· 08.07.10 · 20:40 Uhr
    Ldu thematisiert die Reputation und Glaubwürdigkeit der Blogger, die für ihn ausschlaggebend ist, da er eine Quelle sucht deren Informationen er ‘blindlings’ vertrauen kann. Im Falle von ‘Fremdbesitz’ sieht er die Gefahr von ‘Informationssteuerung’, deren Wahrheitsgehalt er nicht mehr beurteilen kann. (ich hoffe, dass Ldu mit meiner Zusammenfassung einverstanden ist?!)
    Jörg ist der Meinung, dass durch andere Blogger eine ausreichende Kontrolle gegeben wäre.
    Ich kann Ldu absolut verstehen, denn ich habe das gleiche Bedürfnis und Problem – mit der Einschränkung, dass ich Jörg’s Meinung teile. Durch die Tatsache, dass ein Blog gesponsort wird, villeicht sogar im Hinblick auf die Themenauswahl, wird der *Inhalt* der Beiträge nicht automatisch *falsch*! DAS wäre in Desaster für Pepsi ohnegleichen, denn gesteuerte Fehlinformationen auf SB zu verbreiten, wäre ein Fressen für die Presse und die Konkurrenz. Außerdem sind ja auch die Kommentatoren nicht zu vergessen, die teilweise auch ‘vom Fach’ sind und gegensteuern würden.
    Die Argumentation “SB muss unabhängig (von der Industrie) bleiben” greift mMn überhaupt nicht, weil auch Universitäten und andere Forschungseinrichtungen von der Industrie mitfinanziert werden.
    Abschließend: Pepsi, Henkel, Siemens, wer auch immer, soll durchaus die Möglichkeit haben, auf SB Blogs zu finanzieren – die peer review durch andere Blogger und Kommentatoren sollte alle Mal gegeben sein. Und wenn kritische Kommentatoren (nicht Laberköpfe) gebannt werden, dann würde auch das sehr schnell bekannt.
    Außerdem: was ist, wenn SeedMedia beschließt, dass sie ihren Laden verkaufen wollen und Pepsi kauft. Schmeißen alle Blogger dann auch die Brocken?
    Diese Diskussion ist vielleicht grundlegend wichtig, aber die Reaktion in den USA ist verfrüht, überzogen und nicht durchdacht.

  69. #69 strappato
    8. Juli 2010

    Genau, dann kann der bei scienceblogs.de chronisch verbesserungswürdige Medizinteil mit Blogs von Pharmakonzernen gefüllt werden. Es gibt sicher in anderen Themenkategorien noch weitere potentielle Sponsoren, die ihr zu Recht angekratztes Image aufpolieren wollen.

  70. #70 MartinS
    8. Juli 2010

    @strappato
    Was spricht gegen meine Argumentation – außer der Angst vor den, ach-so-bösen, Konzernen? Auch ein Pharmakonzern, oder gerade ein Pharmakonzern (sieht man ja an Deiner Reaktion), würde auf das kritischste beäugt. Glaubst Du wirklich, dass SIE uns überall und jederzeit manipulieren? Traust Du Dir (und anderen Menschen) so wenig?

  71. #71 Nörchen
    8. Juli 2010

    “Warum ausgerechnet Pepsi? Wo es doch nicht der erste PR_Blog dieser Art ist…” wurde hier so oftgefragt. Dareicht vielleicht ein Klick zu Wikipedia, denn schon da kann man sich informieren was PepsiCo grad in den dritte Welt-Ländern für ein Auftreten hat:
    http://en.wikipedia.org/wiki/PepsiCo#Criticisms

    Es ist nicht einfach “nur” ein Konzern-PR-Blog. Es ist auch noch von einer Firma die massiv Kritik einstecken müsste, wenn das nicht mit viel Geld versucht würde unter den Teppich zu kehren – wie so oft.

  72. #72 Nörchen
    8. Juli 2010

    *Insofern ist die Frage interessant ob Pepsi nicht eben doch indas Bild eines “Ach so böser Konzerns” fällt?

    Aber hauptsache erstmal darüber aufregen, dass es Menschen gibt, die (bestimmte) Konzerne als “ach so böse”einschätzen….
    Manchmal weiss ich nicht, in was für Welten manch einer lebt….

  73. #73 Jörg
    8. Juli 2010

    Aber hauptsache erstmal darüber aufregen, dass es Menschen gibt, die (bestimmte) Konzerne als “ach so böse”einschätzen….
    Manchmal weiss ich nicht, in was für Welten manch einer lebt….

    Also ich lebe in keiner, die so hochgradig simpel wäre, einen Konzern und gleich noch alle seine Mitarbeiter mit als “böse” zu klassifizieren. Mal abgesehen davon, dass sich die gleiche Menge Kritik zu quasi jedem Großkonzern finden lässt. Das kann also kein guter Maßstab sein, jedenfalls nicht für etwas außerhalb der einfachsten Weltbilder. Aber ich ICH bin erschreckend naiv. *handvordiestirn*

  74. #74 Nörchen
    9. Juli 2010

    “Mal abgesehen davon, dass sich die gleiche Menge Kritik zu quasi jedem Großkonzern finden lässt.”
    lol…..ach ne, vielleicht ahnst du jetzt warum manch einer fast grundsätzlich jeden großen Konzern als “ach so böse” abtut?
    Warum soll das kein guter Maßstab sein, nur weil so gut wie jeder große Konzern in ähnlicher Weise zu kritisieren wäre? versteh ich nicht.

    Und ich habe nicht gleich “jeden seiner Mitarbeiter” als böse klassifiziert. Genaugenommen habe ich nichtmal den Konzern selber als “böse” klassifiziert, sondern als zitiertes “ach so böse”.

    Und “erschreckend naiv” kam auch nicht von mir

    @Florian:
    Ebenso kam das “dummer Skeptiker” von dir, nicht von mir. Nicht mehr lesen als ich schreibe bitte und nicht die direkten Anreden durcheinander bringen…

  75. #75 MartinS
    9. Juli 2010

    @Nörchen
    Keine Ahnung, ob Du noch online bist, aber ich versuch es trotzdem:
    Es geht doch hier garnicht darum, ob ein Konzern, welcher auch immer, gut oder böse ist, sondern darum, ob Konzerne generell keine Blogs auf SB finanzieren sollen/dürfen, weil Sie möglicherweise als ‘Image-Platform’ zu mißbrauchen wären (von gesteuerten Fehlinformationen sehe ich jetz mal ab).
    Meine Argumentation (und auch Jörg’s) war, dass der Blog in dem Moment sterben würde, an dem eine Manipulation bekannt würde (durch Blogger anderer Threads, durch Komentatoren etc).
    Auch an Dich die Frage (wie an @strappato): Glaubst Du wirklich, dass SIE uns überall und jederzeit manipulieren? Traust Du Dir (und anderen Menschen) so wenig?

  76. #76 Jörg
    9. Juli 2010

    lol…..ach ne, vielleicht ahnst du jetzt warum manch einer fast grundsätzlich jeden großen Konzern als “ach so böse” abtut?

    Weils so schön einfach ist, man sich als toller Rebell vorkommen kann und der Tag mehr Struktur hat wenn man ein klares Feindbild hat? Seltsamerweise rennen diese “manch einen” trotzdem mit Klamotten rum und fahren Autos.

  77. #77 Nörchen
    9. Juli 2010

    @MartinS
    Ich weiss.Es wurde nur einige male die Frage in den Raum gestellt warum denn nun bei Pepsi so ein trara gemacht wird und bei anderen schon vorher nicht. Ich hab nur darauf hingewiesen das Pepsi eben neben der Tatsache, dass es ein grosser KOnzern ist, auch noch eine Menge Dreck am Stecken hat.

    Und zu deiner Frage: Nein, ich glaube nicht das SIE uns überall und jederzeit manipulieren. Wer soll SIE sein?
    Ich glaube allerdings das “viele SIEs” genau das versuchen – und bei einer gewissen “Masse” klappt das auch. Das hat nichts mit “SIE”, wie es so schön im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien benutzt wird, zu tun. Wurde ja hier selber von anderen gleich zu Beginn der Diskussion gesagt: SIE (in diesem Fall Pepsi) wollen uns evtl mit “wissenschafltichen Artikeln” weissmachen das Zucker gesund ist, usw….
    Das ist genau das: “SIE (Pepsi) die uns alle jederzeit manipulieren WOLLEN. Also versteh ich nicht wie man sich so darüber lustig machen kann und sowas immer als Verschwörungsquark abtun kann…

    Ich traue MIR sehr,und einigen anderen auch, aber ich kenne auch etliche, denen traue ich wenig bis nicht. Und ich gehe davon aus, das es ungefähr in dem Verhältnis auch mit unbekannte Menschen gibt, denen ich wenig bis nicht trauen kann. So ist das halt. Davon gehe ich aus, das halte ich für realistisch. Da kann ich herzlich wenig für, ausser man verlangt von mir bedingungslos jedem Menschen zu vertrauen – was ich nicht machen werde. Schau dich doch um. Traust du “anderen Menschen” so sehr? (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Klar, aber genauso bestätigen gegenteilige Ausnahmen die Negativregel.)

    @Jörg.
    Hatte ich schon vorher drauf hingewiesen, dass so ein Argument nicht zieht. Ich muss nicht aufs Autofahren verzichten um bestimmte Geschäftsgebahren von Energiekonzernen zu kritisieren oder zu verurteilen. Ich trage Turnschuhe obwohl ich weiss, dass die oft in Sweatshops hergestellt werden. Deswegen muss ich aber auch nicht auf Turnschuhe verzichten.
    Wenn das deine Sichtweise ist, bitteschön, aber dann erzähl mir nichts von einer “einfach gestrickten Welt”.
    Dein Argument ist erstaunlich leer, aber vielleicht liegts ja auch nur an der Uhrzeit.

  78. #78 michael
    9. Juli 2010

    Nun, dieser Artikel uind die angegebenen Links erklären das ‘pepsigate’ und die Reaktion einiger Bloger bei scienceblogs.com ziemlich gut.

    http://scienceblogs.com/classm/2010/0/failing_the_pepsi_challenge.php

    @ MartinS

    > Was spricht gegen meine Argumentation – außer der Angst vor den, ach-so-bösen, Konzernen? …. Glaubst Du wirklich, dass SIE uns überall und jederzeit manipulieren? Traust Du Dir (und anderen Menschen) so wenig?

    Ja, so ist es. Warum sonst können diese Konzerne ihre Produkte, die kein Mensch braucht, weltweit so gut vermarkten.

    @jörg
    > Seltsamerweise rennen diese “manch einen” trotzdem mit Klamotten rum und fahren Autos.

    ja, und trinkt möglicherweise sogar noch pepsi mit rum.

    für so ein argument: 10 Rops

  79. #79 Nörchen
    9. Juli 2010

    *@Jörg
    Und weil du von “schön einfach redest:

    ” Hier offenbart sich m.E. ein gerüttelt Maß an erschreckender Naivität.
    … Und was soll die billige Beleidigung am Ende?”

    Erklär doch mal warum grad DU das für eine billige Beleidungung nimmst? Du hast dich anscheinend persönlich von dem Kommentar (btw. nicht von mir) angesprochen gefühlt. Und selbst wenn es persönlich an dich gerichtet wäre, ist ein “m.E. blablabla Naivität” für dich eine Beleidigung. Das ist erstaunlich. Oder kümmerst du dich hier auch um dritte, die in deinen Augen beleidigt werden?
    Billige Beleidigungen kann man hier in manchen deutschen SBs schon reichlich finden, so ist das ja nicht, abre nicht zu selten gehen die von den Bloggern und Fankurven aus.

  80. #80 Jörg
    9. Juli 2010

    Erklär doch mal warum grad DU das für eine billige Beleidungung nimmst? Du hast dich anscheinend persönlich von dem Kommentar (btw. nicht von mir) angesprochen gefühlt. Und selbst wenn es persönlich an dich gerichtet wäre, ist ein “m.E. blablabla Naivität” für dich eine Beleidigung. Das ist erstaunlich. Oder kümmerst du dich hier auch um dritte, die in deinen Augen beleidigt werden?

    Es war persönlich an mich gerichtet, wie im Kommentar danach erklärt steht. Lesen sollte man können.

    Billige Beleidigungen kann man hier in manchen deutschen SBs schon reichlich finden, so ist das ja nicht, abre nicht zu selten gehen die von den Bloggern und Fankurven aus.

    Sorry, hatte übersehen dass du zu den Flachpfeifen gehörst die ihre große Mission darin sehen den Leuten ans Bein zu pissen die ein bißchen Spaß an unserer Bloggerei hier haben.

  81. #81 MartinS
    9. Juli 2010

    @Nörchen
    OK – ich bin etwas gewagt mit ‘SIE’ ungegangen. Immerhin weiß ich jetzt, das Du nicht aus DER Ecke kommst.
    Natürlich hast Du recht, wenn Du unterstellst, dass Konzerne ihren Kram ‘andrehen’ wollen, aber, Entschuldigung, dass ist deren Job/Ziel! Vom Eigeninteresse bis zum Shareholder Value ist das belegbar. So what? That’s business! Egal, für wen Du arbeitest (sofern es nicht Väterchen Staat ist), aber Dein Unternehmen (Arbeitgeber oder Eigenes), ist auch auf Gewinnmaximierung hin ausgerichtet. Wenn Du (oder Dein Unternehmen) der Meinung ist, dass SB-Blogs eine geeignete Werbeplattform ist, dann sollen sie das ruhig versuchen. Und wenn dann nur unhaltbarer ‘Werbemüll’ rüber kommt, dann ist der Imageschaden schon vorprogrammiert! Es braucht nur zwei, drei kompetente Blogger oder Kommentatoren, die die *richtigen* Fragen oder Kommentare abliefern, und der Blog ist der Lächerlichkeit preis gegeben (verdammt: ‘preis gegeben’: ein Wort, zwei Wörter, zusammen, groß+klein, – keine Ahnung!).
    Und wenn, speziell Pepsi, ‘Dreck-am-Stecken’ hat, dann muß das doch nicht bedeuten, dass Pepsi das ausbauen wird; selbst Großkonzerne sind Lernfähig!
    Und: Nein, ich bin kein Fan von Großkonzernen und bin auch nicht bei einem beschäftigt!
    Nochmals: Die Möglichkeit für einen Konzern (gut oder böse) SB als ‘Werbeplattform’ zu missbrauchen, ist auf Grund der Kommentatoren und der konkurrierenden Blogger, in meinen Augen verschwindend klein!

    @Michael
    Siehe oben.
    Außerdem: Wenn Du oder irgendwer auf die ‘Anreize’/'Werbeaussagen’ der Konzerne für ihr Produkt herein fällst, dann solltest Du Dir selbst den Vorwurf machen – aber nicht der erfolgreichen Marketingabteilung! Und wenn Du Dich als ‘Streiter für die dummen Massen’ siehst – dann ist das wohl nicht mehr diskutabel! Ich meine Robin-Hood-Komplex, Entmündigung, etc.

    Und jetzt: gute Nacht an Alle!

  82. #82 michael
    9. Juli 2010

    @martinS

    > Die Möglichkeit für einen Konzern (gut oder böse) SB als ‘Werbeplattform’ zu missbrauchen, ist auf Grund der Kommentatoren und der konkurrierenden Blogger, in meinen Augen verschwindend klein!

    Ein Konzern braucht nicht hier werben. Sondern er kann z.B. schon damit werben oder angeben, dass er bei Scienceblogs über seine wissenschaftlichen Forschungen bloggen läßt.

    >Wenn Du oder irgendwer auf die ‘Anreize’/'Werbeaussagen’ der Konzerne für ihr Produkt herein fällst, dann solltest Du Dir selbst den Vorwurf machen – aber nicht der erfolgreichen Marketingabteilung!

    Ein saudummes Argument. Früher im altern China machte man den Opfern von Verbrechern genau denselben Vorwurf . Einfach sich nicht mit den Verbrechern einlassen.

    Und was ist mit denen, die hungern? Die müßen einfach mehr essen.

    Das Manipulation funktioniert, indem die Vernunft aushebelt wird, ist wohl unbekannt. Aber natürlich nur bei den Blöden, ich vergaß.

    @Cydonia
    > Und alle die, die jetzt so sehr über BP schimpfen, sind selbstverständlich noch nie Auto gefahren.

    5 Rops

  83. #83 Florian Freistetter
    9. Juli 2010

    @strappato: “Genau, dann kann der bei scienceblogs.de chronisch verbesserungswürdige Medizinteil mit Blogs von Pharmakonzernen gefüllt werden.”

    Keiner bei SB.de – weder die Blogger noch die Redaktion – wollen hier Blogs haben, in denen die PR-Abteilungen von Konzernen einfach irgendwas schreiben können was sie für Wissenschaft halten. Das bedeutet aber nicht das Großkonzerne hier nicht werben sollen dürfen (solange das in adequater Form passiert) und das heisst vor allem nicht, dass es nicht auch interessiert wäre zu lesen, was ein Forscher aus der Pharmaindustrie so über sein Arbeit zu bloggen hätte.

    “Es gibt sicher in anderen Themenkategorien noch weitere potentielle Sponsoren, die ihr zu Recht angekratztes Image aufpolieren wollen.”

    Ist ja gut jetzt… Es sollte doch wohl langsam klar sein, wie ich zu der Sache stehe, oder?

  84. #84 S.S.T.
    9. Juli 2010

    @Jörg· 08.07.10 · 20:40 Uhr

    Sehe ich ganz genau so. Zu meinen Bekannten/Freunden zählen eine ganze Menge Leute, die als Wissenschaftler in der (pösen) Industrie tätig sind. Keiner von denen hat die Bodenhaftung verloren. Klar, die PR-Abteilung eines Konzerns wird aus falschem Verständnis manchen Riegel vor die Äußerungen schieben, die man in einem pers. Gespräch erhält, in der Unkenntnis, das (unbequeme) Wahrheiten i.d.R. in der Öffentlichkeit besser ankommen, als (süße) Lügen, die meist sehr schnell durchschaut werden.

    So wie ich das bisher verstanden habe, konzentriert sich die Kritik darauf, dass Pepsi Zuckerwasser verkauft. Oh Wunder, die Kunden lieben Süßes! Theoretisch könnte Pepsi auch ungesüßte Cola auf den Markt werfen. Was wäre die Folge? Viele würden zuckern, so wie bei Kaffee/Tee, Naturjoghurd, Grapefruits etc. Es ist nicht lange her, dass hier liebliche (= gezuckerte, gestopte) Weine der große Hit waren. Zucker-Schoki verkauft sich offensichtlich heute immer noch am besten, was nat. nichts mit den original Kakao-Traditionen zu tun hat (merkt man z.B. sehr deutlich bei einem Schokoladen-Menue.)

    Na ja, der Kern des Arguments, dass nämlich haltlose Behauptungen auf (irgendwelchen) Scienceblogs sehr schnell in ihre Quanten zerlegt werden, dass weiß auch Pepsi. Würde z.B. Pepsi eine Aussage tätigen wie, ‘Mit 3 l täglich von unserem Zuckerwasser wird man 100 Jahre alt.’ , würde das in einem PR-Desaster enden, da hilft dann auch die verklärte Negativ-Werbung nichts.

  85. #85 Basilius
    9. Juli 2010

    @michael
    Link geht nicht! Hier nochmal.

    Failing the Pepsi Challenge

    Ich tendiere von meinem Bauchgefühl her auch zu Florians Ansicht und halte die Reaktionen für verfrüht/überzogen. Aber wenn man sich den obigen Artikel durchliest, dann kann ich irgendwie schon verstehen, daß hier wohl eher ein: “Wehret den Anfängen!” vermischt mit: “Uns laufen die Stammleser davon, weil wir unsere Reputation verlieren!” die Ursache war.

  86. #86 Michael2
    9. Juli 2010

    Ich glaube genau das unterscheidet uns zu den Amerikanern, allein die Tatsache, dass etwas so oder so ist scheint Grund genug zu sein. Es werden vielleicht eher die weiten Möglichkeiten von Anfang an abgewogen und beurteilt.

    Das mit dem Auto fahren ist ein gutes Beispiel, das größte Problem sind wir selbst oder erst vor der eigenen Haustüre kehren. Denn, andere zu beurteilen und verurteilen ist etwas, das man schon ab dem Kindergarten kann.

  87. #87 Basilius
    9. Juli 2010

    @ MartinS
    > Was spricht gegen meine Argumentation – außer der Angst vor den, ach-so-bösen, Konzernen? …. Glaubst Du wirklich, dass SIE uns überall und jederzeit manipulieren? Traust Du Dir (und anderen Menschen) so wenig?
    Ja, so ist es. Warum sonst können diese Konzerne ihre Produkte, die kein Mensch braucht, weltweit so gut vermarkten.

    Das ist doch letzten Endes nur die alte Diskussion: “Was ist in der Werbung erlaubt?”
    “Manipulieren” klingt (entschuldige bitte) in diesem Zusammenhang für mich auch viel zu stark nach WeltVerschwörungTheorie. Das heizt die Diskussion unnötig an. Natürlich stimme ich Dir zu, wenn Du sagst, daß die Werbung ganz allgemein versucht auf die Menschen einen Einfluss(=manipulieren) zu nehmen. Es soll ein Bedarf erzeugt oder verstärkt werden irgendwelche Produkte zu kaufen, piepsegal ob die gut sind oder gebraucht werden. Hauptsache Du kaufst. Ja, das ist Werbung. Ich halte es aber für unredlich den Großkonzernen daraus schon einen Strick zu drehen. Das macht meine Gemüsefrau letztlich auch; wenn auch mit völlig anderen Mitteln ;-)
    Zugegeben, der Großkonzern verfügt natürlich auch über etwas potentere Mittel. Des weiteren steht auch für mich außer Frage, daß ganz allgemein die Gesellschaft ein Interesse daran haben sollte, daß in der Werbung eben nicht mit unlauteren Mitteln gearbeitet wird. Keine Frage, dagegen gilt es entschieden einzuschreiten und deshalb gibt es dafür ja auch entsprechende Stellen und Mittel (Gesetzgebung, Verbraucherschutz, usw…ja, sogar Blogs! ).
    Unter Betrachtung all diese Aspekte, bleibt im Falle der Werbung für mich dann nur die Frage: Wenn die Leute trotzdem Pupsi-Cola trinken wollen, warum sollte ich das denen übel nehmen dürfen? Giftig ist das Zeug nun mal NICHT! Es ist nur Limo. Fettfressen/saufen kann man sich mit vielem anderen auch. Also Ball flach halten bitte.

  88. #88 Nörchen
    9. Juli 2010

    @MartinS

    Ich hatte das erwähnt, um es als mögliche Erklärung für die spontante Reaktion bei den us-Scienceblogs anzubieten. Hab die wirklichen Erklärungen von einigen dort nicht gelesen, aber für mich wre es durchaus auch vo Bedeutung ob es ein großer Konzern ist, der “einfach nur” Zuckerwasser verkauft, oder ein großer Konzern der Zuckrewasser vrekauft und eine Firmengeschichte hat mit der man in der Öffentlichkeit nicht gerade als Wohltäter dasteht. Das kann zusätzlich zu der Vermutung, der Konzern würde die Plattform als PR missbrauchen wollen noch den Effekt haben, das die Plattform auf einmal mit evtl. Verbrechen des Konzerns (auch wenn sie 20 Jahre her sind) in Verbindung gebracht wird. (“Wie? Ihr unterstützt DIE noch? Und das wo DIE damals dies und das getan haben?”)

    @S.S.T.
    Ist “Das Süßen” denn etwas natürliches? Süßt der Mensch seine speisen weil er von natur aus lieber Süßes mag? Oder haben wir da nicht schon eine der Manipulationen die im großen Maßstab funktioniert hat? Klar süßen viele ihren Kaffee, aber erst als die Zuckerindustrie im großen Maßstab raffinierten Zucker auf den Markt gebracht hat war das überhaupt erst eine Option. Ich meine damit garnicht das eine “Sucht” auf süß entstanden sein muss, aber vielleicht ist das als Verhaltensweise “antrainiert” worden?

    @Jörg
    Ja genau, musstest jetzt aber nicht gleich so schnell ein Beispiel dafür bringen. Oder was ist “ans Bein pissen” und “Flachpfeife” für dich – wenn du schon beleidigte Leberwurst spielst, wenn man dir eine gewisse Naivität nahelegen will?
    Das ist genau die beleidigende Art die ich hier einigen Sciencebloggern unterstelle, sofern man sich als Leser eben nicht in die “Fankurve” stellt. Aber den Teil des Publikums kann man ja billig beleidigen, schliesslich will man hier ja nur ein bisschen spaß haben. Wobei mir ein Scienceblogger, der behauptet, nur um ein bisschen spaß haben zu wollen, manche Leser billig beleidigt, schonmerkwürdig deplaziert auf einer Plattform namens “ScienceBlogs” vorkommt. Aber dann wundert es mich wiederum auch garnicht das so ein Scienceblogger es nicht nachvollziehen kann wie bestimmte Blogger bei der Pepsi-Aktion so “überreagieren”…

  89. #89 Tobias
    9. Juli 2010

    Ich glaube, es ist immer noch nicht alles klar, dass es überhaupt nicht auf die Inhalte des jetzt ja abgesagten Pepsi-Blogs (oder des L’Oréal Blogs) ankommt. Die werden den Teufel tun, und da kontroverse Sachen posten.

    Es geht darum, dass ein Unternehmen damit werben kann, sich ernsthaft um Wissenschaft zu kümmern. So ernsthaft, dass sie sogar einen Blogs bei den ScienceBlogs haben. Für dieses Image bezahlen die Unternehmen mit Geld, dass ScienceBlogs braucht um weiter existieren zu können.

    Die Frage ist halt, wo ist die moralische Grenze: Wenn das Forschungsministerium ein Blog sponsort: OK. Wenn ein Forschungsinstitut ein Blog sponsort: OK. Wenn ein Kosmetikunternehmen ein Blog sponsort? Ein Pharmaunternehmen? Ein Unternehmen wie PepsiCo, das einige Produkte verkauft, die mit Sicherheit der Gesundheit nicht zuträglich sind?

    Bei PepsiCo war die Grenze offenbar überschritten, und ich bin mir sicher SB.de und SB.com werden in Zukunft sehr sehr vorsichtig sein was das Hosten von Gastblogs angeht und deutlicher deklarieren, was Werbung ist.

  90. #90 Basilius
    9. Juli 2010

    @Michael

    Ein saudummes Argument. Früher im altern China machte man den Opfern von Verbrechern genau denselben Vorwurf . Einfach sich nicht mit den Verbrechern einlassen.

    War das wirklich so? Davon habe ich noch nie gehört. Gut mit China kenne ich mich nicht so aus, eher mit Japan. Aber das ist ein Unterschied wie zwischen den alten Römern und den Irländern.
    Kannst Du mir hier einen Link posten?

    Das Manipulation funktioniert, indem die Vernunft aushebelt wird, ist wohl unbekannt. Aber natürlich nur bei den Blöden, ich vergaß.

    Ich glaube schon, daß das bei den Menschen, die sich prinzipiell Gedanken über diese Themen machen bekannt ist. Und natürlich ist eine gewisse Aufklärung bei den unwissenden/desinteressierten wünschenswert. Ich schrieb schon vorher, daß ich unlautere Werbung jederzeit bestraft sehen möchte. Aber all das mal vorausgesetzt, was bleibt dann noch übrig? Das klingt schon fast so, als wenn Du den Großkonzernen die Werbung ganz verbieten wollen würdest?

  91. #91 Florian Freistetter
    9. Juli 2010

    @Tobias: “Es geht darum, dass ein Unternehmen damit werben kann, sich ernsthaft um Wissenschaft zu kümmern. So ernsthaft, dass sie sogar einen Blogs bei den ScienceBlogs haben. “

    Du hast schon recht. Aber wenn sich ein Unternehmen tatsächlich ernsthaft um Wissenschaft kümmert; sollen sie dann auch bei SB bloggen dürfen oder nicht? Jetzt mal unabhängig davon ob das bei Pepsi der Fall gewesen ist…

    “Bei PepsiCo war die Grenze offenbar überschritten, und ich bin mir sicher SB.de und SB.com werden in Zukunft sehr sehr vorsichtig sein was das Hosten von Gastblogs angeht und deutlicher deklarieren, was Werbung ist. “

    Ja, das hoffe ich auf. Solange alles richtig deklariert ist, sollten schonmal die gröbsten Kontroversen abgewendet sein.

  92. #92 Bullet
    9. Juli 2010

    @Nörchen:

    Ist “Das Süßen” denn etwas natürliches? Süßt der Mensch seine speisen weil er von natur aus lieber Süßes mag? Oder haben wir da nicht schon eine der Manipulationen die im großen Maßstab funktioniert hat?

    Klare Antwort zur ersten Frage: Jawollstens!
    Selbst andere Tiere fahren auf Zucker ab. Warte mal … äääh …. Früchte sind meistens süß (man denke an Erdbeeren). Warum? Ach so, ja – weil sich süße Früchte schneller in irgendwelcher Tiere Verdauungstrakt wiederfinden als andere. Hm. sieht für mich schwer danach aus, als ob der Mensch mit seiner Gier nach Zucker nicht allein ist. Oder wie willst du einen menschlichen Säugling so manipulieren, daß er von sich aus glaubt, Zucker gut zu finden, obwohl es eigentlich nicht so der Suchtstoff ist? Ich wüßte jetzt gar nicht, wie ich ein Gegenbeispiel bekäme … Lebewesen, die von sich aus Zucker meiden? Nicht auf diesem Planeten.

  93. #93 Basilius
    9. Juli 2010

    @Nörchen

    Ist “Das Süßen” denn etwas natürliches?

    Ohne Dich enttäuschen zu wollen: Eindeutig JA!
    Der Hunger nach süßem (=Kohlehydrate=Treibstoff=Weiterleben) ist wohl wirklich allen Lebewesen zu eigen. Das muss man nicht erst hermanipulieren. Oder warum glaubst Du, daß man ja bei Winnie Puh (als BeispielParadeBär) seine fast schon sprichwörtliche Gier nach Honig immer wieder darstellt?
    Funktioniert übrigens mit dem Salzen ganz genau so. Stell mal einen Salzleckstein auf eine Kuhweide und wart ab was passiert…

    Das einzige, was ich hier als “unnatürlich” sehen könnte ist der (erfolgreiche) Versuch des Menschen die Konzentration des gewünschten Stoffes zu erhöhen, einfach damit die Aufnahme effektiver wird. Das ist ja auch der Grund, warum man schon in grauester Vorzeit aus Wein den Schnaps gebrannt hat, anstatt ihn einfach so zu saufen. Wenn Du also Deine Kritik auf die unnatürlich hohe Menge an Zucker in der Pupsi beziehst, so stimme ich mit Dir überein.
    btw.: Ich trinke am liebsten grünen Tee.
    Ungesüßt, wohlgemerkt.
    Allerdings bringe ich einen gelegentlichen schönen Espresso Dopio nicht ohne viel Zucker herunter. Vielleicht gleicht es das wieder aus.

  94. #94 Bullet
    9. Juli 2010

    Tja, und ich futter Zitronenteegranulat. :)

  95. #95 Basilius
    9. Juli 2010

    Drecksbullet war schon wieder schneller ^__^

    Sag’ mal: Lauerst Du die ganze Zeit am Monitor?

  96. #96 MartinS
    9. Juli 2010

    @Basilius 09.07.10 · 10:31 Uhr
    Basilius, Du hast Dein Zitat aus dem Kommentar von @michael· 09.07.10 · 01:49 Uhr entnommen, und seine Antwort (ab: Ja so ist es…) mir damit zugeschrieben. Nur zur Richtigstellung.
    Natürlich hast Du Recht mit der Bemerkung zu ‘SIE’. Habe ich aber in meiner Antwort an @Nörchen 09.07.10 · 02:38 Uhr auch schon relativiert. Deine übrigen Ausführungen zur Redlichkeit in der Werbung decken sich völlig mit meiner Meinung. Ich habe aber nur den Status Quo erwähnt (der häufig genug mehr als nur fraagwürdig ist) und bin nicht, wie Du auf notwendige Konsequenzen eingegangen.
    Was ich bei Deinem Kommentar nicht verstanden habe, war der Rat, den Ball flach zu halten. Wo habe ich zu hoch gespielt?
    @Nörchen
    Dein Argument, dass SB mit ‘alten Kamellen’ der Konzerne in Verbindung gebracht werde könnte, ist wirklich überdenkenswert. Mir fällt keine überzeugende Antwort dazu ein. Vielleicht später?! OK?

  97. #97 S.S.T.
    9. Juli 2010

    @Nörchen

    ‘Süß’ scheint tatsächlich recht universell zu sein. Auch Pferde und andere Tiere stehen auf Zucker. Viele Kinder lieben Zucker- und Marmeladenbrote (ich war da die Ausnahme, ich hatte Brote mit Salz lieber). ‘Süß’ bringt schließlich auch verbrauchte Energie sofort zurück. Zucker scheint auch ein Geschmacksverstärker zu sein: eine Prise davon ins Essen ist eine Verbesserung.

    Übrigens ist gerade ‘trockene Weine zu mögen’ eine Lernerfahrung. Auch nach mehr als 30 Jahren trockener Weine, ist bei Gelegenheit ein guter Süßer kein schlechtes Erlebnis.

  98. #98 Bullet
    9. Juli 2010

    Drecksbullet war schon wieder schneller ^__^
    Sag’ mal: Lauerst Du die ganze Zeit am Monitor?

    Muahahahahaha *evil laugh*

    Nö, ich habe einen Bilschirmarbeitsplatz. :) Und wenn die Skripte laufen, laufen sie.

  99. #99 Nörchen
    9. Juli 2010

    Ok, dass “süß” ein natürliches Bedürfnis ist, sehe ich ein. Dennoch würde ich Zucker, egal ob raffiniert oder brauner, nicht mit Honig gleichstellen wollen, und wenns nur des Geschmackes wegen sein soll. =)

    In jedes Essen würde ich btw. nicht unbedingt eine Prise Zucker machen, aber z.B. bei Speisen mit Tomaten immer. Es gibt bestimmte Speisen/Geschmcker, die durch Zucker nicht unbedingt intensiviert werden, die aber durch eine Prise davon erst “die richtige Note” bekommen – finde ich zumindest. Übrigens umgekehrt noch viel ausgeprägter: In Süßspeisen gehört immer eine Prise Salz (Pfannkuchen, Griesbrei, Kakao [richtiger]…)

    Aber wie ich schon sagte, mir persönlich ginge es in erster Linie garnicht um das Thema “Zucker” – ist ja nicht so als ob ausser dem Zucker in Pepsi, Coke, etc sonst nichts gesundheitlich-bedenkliches drinn wäre. Warum da immer der Zucker in den Vordergrund gestellt wird ist manchmal nicht klar. (Und Pepsi schmeckt wirklich übel, das war nie und wird nie einernsthafter Konkurent für Coke. =)

    @MartinS.
    Ok. Viele großen Konzerne, egal ob Lebensmittel, Energie oder Kleidung und sonstwas, führen sich teilweise dort wo die “westliche Welt” nicht so genau hinguckt, wo das Interesse fehlt oder wo es “einfach nicht so wichtig ist”, sprich in den Entwicklungsländern, so dermaßen schlimm auf, das man so eine Diskussion, hier bei Pepsi, nicht auf ein Thema wie Zucker oder ob Werbung nun “gut” oder “schlecht” ist, limitieren sollte. Ausbeutung von billigen Arbeitskräften, Zerstörung des Lebensraumes, Giftmüll, Einwirken in lokale Politik bis hin zu (para)militärischen Aktionen, etc pp….
    Da sollte man wenn man ein Image hat, welches einem von Wert ist, sehr darauf achten wer sich so alles unter seinem Dach aufhält. Dem Großteil der Betrachter wird das letztendlich egal sein, wenn es vorher schon nicht interessierte ob ein Unternehmen in Takatukaland die Einheimischen mit Giftmüll verseucht und kritische Stimmen auch schon mal mit physikalischer Gewalt verstummen lässt, dann wird es später auch nicht interessanter sein. Aber wenn soclhe Tatsachen numal bestehen, dann reicht es das es öffentlich in Verbindung gebracht wird. Denn so sind nunmal viele Menschen “gestrickt”:
    Es ist “egal” wenn es woanders passiert, aber wenn vor der Haustür dann ein Hinweis darauf zu finden ist, dann ist die Aufregung gross. Und skurilerweise ist dann (um bei diesem Fall zu bleiben) ScienceBlogs der Böse anstatt Pepsi, denn SB “unterstützt” die Handlungen von Pepsi damit indirekt. (Ja – Genauso wie jeder der Pepsi trinkt zu einem gewissen Maß)

  100. #100 Basilius
    9. Juli 2010

    @MartinS (& auch @Michael !)

    Ja, da hast Du Recht. Ich habe in meinem Zitat von Michaels Kommentar noch die Stelle, wo er Deinen Kommentar zitiert mit hinein verwurstet. Ich habe es drin gelassen, weil ich wollte daß der Kontext seiner Antwort noch erkennbar bleibt. Deshalb beginnt mein Zitat auch mit “@MartinS”.
    Entschuldige, das hätte ich vielleicht noch deutlicher auftrennen sollen.

    Äh… moment mal… jetzt sehe ich ja erst, daß mein Kommentar gar nicht ordentlich mit dem Adressaten beginnt. Das hätte eigentlich mit: @Michael beginnen sollen und dann erst das Doppelzitat. Nochmals bitte ich um Entschuldigung. Ich meinte mit “Ball flachhalten” eigentlich den Michael mit seiner Antwort auf Deinen Kommentar.

    Ja, fragwürdig ist der Status Quo in der Werbung sicherlich. Ich denke, daß man gar nicht umhin kommt hier beständig zu kontrollieren. Es wird leider immer wieder schwarze Schafe geben.

  101. #101 MartinS
    9. Juli 2010

    @Basilius
    OK! Nichts passiert.

  102. #102 Basilius
    9. Juli 2010

    @Nörchen
    Ja, die gegenteilige Prise ins Essen ist eine gute Idee. Das macht unglaublich leckeres Essen. Hast Du schon mal Palmzucker probiert? Wieder etwas anders im Geschmack. Und gar nicht mal soo süß.

    Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, warum so gerne auf dem Zucker in der Cola herumgehackt wird. Aber welche sonstigen gesundheitlich-bedenklichen Stoffe siehst Du noch in Cola?
    Du kannst mich übrigens altmodisch nennen, aber wenn schon Cola, dann Afri- :-)

    Die ganzen weiteren von Dir angesprochenen Zusammenhänge, was von wem an wem anderen hängenbleiben könnte sehe ich ungefähr auch so. Leider, aber das ist halt in der Politik und den öffentlichen Medien so, daß gehörte/gefühlte/gewesene Zusammenhänge gerne schlimmer kleben bleiben als der Teer den die Umweltsau einfach in den Bach gekippt hat. Manchmal hat es seine Berechtigung und manchmal eher nicht (oder nicht mehr). In dem Zusammenhang fällt mir eine ungesprochene Faustregel aus der Industrie ein (Vorsicht! Anekdote!). Um einen echten Imagewandel für einen Konzern zu erzielen rechnet “man” mit einem notwendigen Zeitraum von min. 10-15 Jahren. Ganz schön beständig, das öffentliche Gedächtnis. Wobei sich ein mühsam aufgebautes Image natürlich ganz problemlos mit ein oder zwei saudummen Aktionen ins Kloo spülen lässt.
    Ich hatte vorher schon geschrieben, daß ich es inzwischen auch so sehe, daß die SB.com wohl unter anderem auch die Angst hatten, daß an denen was kleben bleibt, was sie da verständlicherweise nicht haben wollten.

  103. #103 Nörchen
    9. Juli 2010

    @Basilius
    Ja Palmzucker (Gur) ist auch gut. Wir haben hier schäzungsweise jedes gefühlte Süßungsmittel was es gibt, von Stevia bis chemo…. Am Ende bleibt persönlich für mich der Honig in all seinen Arten das Süßungsmittel der Wahl. (Ausser zum Kochen)

    Andere Inhaltsstoffe bei Pepsi/Cola und anderen Getränken wären die ganzen Es, Konservierung, Farbe, Phosphorsäure (Gute Verdauungshilfe =)…etc, die Aromen, die auch nicht anders als “Aroma” gekennzeichnet werden müssen, hinter denen sich aber im Prinzip eine Mixtur aus endlos vielen INhaltsstoffen verstecken können, evtl Süßstoffe bei Lightprodukten. Kennzeichnungspflicht gilt ja auch hier, aber die Hersteller sind was das angeht nicht doof und so wird einerseits unter Schlagworten wie “Aroma” eine Menge verpackt, und dann gibt es noch, wenn ich mich nicht irre, “nicht-deklarationspflichtige Mengen” – aber da bin ich mir nciht sicher ob das bei Lebensmitteln auch so ist. Man kann das Spiel dann noch weiter betreiben, evtl. ausgeschwemmte Stoffe aus den Verpackungen(Flaschen – Deckeln) z.B.

    *Und dann natürlich der obligatorische Rührwerk-Mitarbeiter, der in den Colatank gefallen ist und sich bis auf die Knochen aufgelöst hat – während weiter in Flaschen abgefüllt wurde. =)

  104. #104 Tim
    9. Juli 2010

    Ich würde gern etwas anmerken (und auch erwarten, dass das Posting ein entsprechendes Update erhält):

    Niemand hat vor dem ersten Blog-Post über etwas geurteilt, das er nicht kennt. Es ging nicht um ein neues Blog, sondern um die Einbindung von Postings aus dem *bei Pepsico bereits existierenden Blog* “Food Frontiers”. Man schaue nach http://foodfrontiers.pepsicoblogs.com – und im letzten Eintrag vom 2. Juli wird das ganze Elend auch deutlich. Die bei Pepsi gemachte (und zu kommunizierende) Forschung wird durchgeführt im Hinblick auf die gesundheitlichen Commitments, die Pepsi sich selbst gesetzt hat ( http://www.pepsico.com/annual09/goalsandcommitments/ ). Und da sehe ich eigentlich nur Sachen, die es ziemlich schwierig machen, an freie Forschung oder wissenschaftliche Kriterien glauben zu können (“altering marketing to make healthy choices easier, improved labeling” – my ass). Oder der Überblick zum “Performance with Purpose”-Programm:

    “At PepsiCo, Performance with Purpose means delivering sustainable growth by investing in a healthier future for people and our planet. As a global food and beverage company with brands that stand for quality and are respected household names—Quaker Oats, Tropicana, Gatorade, Lay’s and Pepsi-Cola, to name a few—we will continue to build a portfolio of enjoyable and wholesome foods and beverages, find innovative ways to reduce the use of energy, water and packaging, and provide a great workplace for our associates.”

    Das ist doch bei aller Liebe astreines PR-Sustainability-Gefasel ohne *irgendeinen* extrahierbaren Gehalt. Wenn das die Vorstellung von irgendwem ist, was uns “nicht-böse” Wissenschaftler in Konzernen möglicherweise Interessantes mitzuteilen hätten…naja.

    Nun, inhaltlich mag man das anders sehen, natürlich gibt es für Wissenschaft im kommerziellen Umfeld eine Menge Restriktionen, die zu diskutieren auch sehr spannend sein könnte, aber für den konkreten Fall halten wir fest:

    1) Es sollte ein Pepsi Co-Blog eingebunden werden, das bereits länger existiert und keineswegs in einer Überreaktion schon vor dem ersten Posting kritisiert wurde.

    2) die Vorstellung, dass dort Pepsi-Wissenschaftler posten würden, die nicht vorher jeden Buchstaben mit der PR-Abteilung abstimmen müssen, ist einfach naiv. Jeder Konzern, der sich Blogs in seiner Social Media-Marketingstrategie hält, hängt die in der PR-abteilung auf. Wirklich, jeder. Außerdem liegt es einfach so nah, dass Pepsi hier nur ein Feigenblatt braucht, dass erstmal das Gegenteil bewiesen werden müsste – es gibt keinen “benefit of the doubt”. Wer davon lebt, Produkte zu verkaufen, die übermäßig genossen halt eben einfach mal fett machen (Gatorade, Tropicana-Saft, Cola) und seine Produktstrategie nicht anpasst, der wird AUF KEINEN FALL wollen, dass Leute das weniger oder verantwortungsbewusster kaufen. Und kann an echter Aufklärung auch nicht interessiert sind – da doch lieber “preaching to the converted” als Feigenblatt.

    Gut, es ist jetzt eh eingestellt, aber mir ist echt unklar, wie man das neutral sehen konnte. Natürlich wollte sich hier eine Firma einfach ein PR-Fähnchen kaufen. Dass da ein paar Blogger nicht wollen, dass das auf deren Kosten passiert, finde ich verständlich und wüsste auch nicht, wieso sie da erstmal ein Posting hätten abwarten sollen (abgesehen davon, dass es schon genug auf pepsicoblogs.com gab). Für mich total nachvollziehbar, dass da manche das Gefühl hatten, eine Grenze wäre überschritten worden.

  105. #105 Basilius
    9. Juli 2010

    @Nörchen
    Ui!
    Da ist vieles mit bei, bei dem ich Dir zustimmen möchte. Süßungsmittel zum Beispiel meide ich wie die Pest. Allerdings lediglich aus dem Grund, weil ich den Geschmack nicht ertrage, hat keinen tieferen gesundheitlichen.
    Die Phosphorsäure ist wirklich eine gute Verdauungshilfe, aber zum Auflösen des Rührwerk-Mitarbeiters taugt sie leider nicht. Ich habe meine Schwiegermutter völlig fertig gemacht, als ich das Experiment mit dem Stückchen Rindfleisch in ihrer Küche durchgezogen habe. Gelebte Wissenschaft durch Experiment! Wir waren schon lange wieder weg, aber der vermaledeite Fleischklops wollte sich auch nach einer Woche einfach nicht auflösen :-) Jetzt glaubt sie es auch.
    Die E-s sind eine schwierige Sache. Da ist alles mögliche dahinter, von völlig harmlos bis bedenklich. Das kann man leider nur im Einzelfall (mit Nachschlagen) entscheiden :-(
    Die Farbe E150 ist z. B. nur Zuckercouleur. Das ist (fast) sowas wie Karamell und eigentlich in jedem selber gemachten Kuchen quasi auch enthalten. Da hätte ich keine Bedenken. Man könnte sich natürlich fragen, wieso man die Cola überhaupt so dunkelbraun färben muss? Ich stehe ja (schäm) total auf einige total synthetisch schmeckende Erfrischungsgetränke wie z.B. Ramune, Pocari Sweat oder Calpis und deren Abarten. Da sind zwar auch einige denkwürdige Sachen drin, aber die färben die Limo nicht extra, was aber manchmal auch zu drolligen Farben führt. Das gibt es aber bei mir nicht täglich. Mehr so, wie bei anderen Leuten den Champagner.
    Leider muss ich Dir auch bei der Kennzeichnungspflicht zustimmen. Aromen kann ja wirklich fast alles mögliche sein, nur eben in recht geringen Mengen. Die Lebensmittelhersteller sind schon unverschämt kreativ, wenn es darum geht zu verschleiern, was sie alles reingetan haben. Da würde ich einiges mehr an Transparenz erwarten. Traurigstes Beispiel sind hier sicherlich die von Dir angesprochenen ominösen “Nichtzutaten”.

    Hoffentlich war das jetzt nicht zu Off-Topic?

  106. #106 Q.z.
    9. Juli 2010

    Mal an die Leser von SB.com: gibt es da eig. auch Bremers und Termins, die da ständig Müll absondern – wie hier?

  107. #107 Nörchen
    9. Juli 2010

    @Basilius
    ich kenn mich bei Lebensmittelkennzeichnugnspflicht nicht so gut aus, aber bei Kosmetik z.B., oder auch bei Tierfutter, gibt es einen sehr beliebten Trick der Hersteller. Wenn z.B. ein Hundefutterhersteller für sein Futter ein bereits fertig gemischtes Produkt (versch. Fleisch, Getreide, Zucker, etc) kauft und verwendet, dann braucht er nur dieses Produkt zu deklarieren und nicht die INhaltsstoffe des Produkts. Bei Kosmetik ist es ähnlich, da kannst du eine Parfüm-Mischung kaufen und verarbeiten und musst nur diese Mischung (“Frühlingstraum” z.b.) deklarieren. Das Gemisch kann aus 20 verschiedenen ätherischen Ölen und anderen Substanzen bestehen…. Bei äth. Ölen muss man allerdings, soweit vorhanden, die Allergene einzeln deklarieren.

    Aus dem Grund ist die Deklaration im Grunde ein riesengrosser Schmwarn. Es beruhigt die Verbraucher und die Hersteller können sich darauf berufen. Mehzr aber auch nicht. Darum kann man auch bei Coke z.b. garnicht genau darüber diskutieren was denn nun drinn ist, da das “Geheimrezept” eben sehr gut gehütet ist. Und da nützt die Aussage “nur natürliche Zutaten” odeer “Keine künstlichen Konservierungsmittel” recht wenig, denn nur weil etwas natürlich ist muss es nicht harmlos sein. Aber auch da denkt der Otto-verbraucher leider oft, dass es eben genau so ist. “ist doch natürlich – kann ja nicht schlecht sein”. Und da schliesst sich der Kreis dann auch oft wieder, denn die Firmen, die von so einem beruhigenden Fehlglauben profitieren, werden viel daran setzen diesen Glauben auch bei den Verbrauchern zu pflegen.

  108. #108 Basilius
    9. Juli 2010

    @Nörchen
    Ich kann Dich beunruhigen: Bei der Weiterverarbeitung von zugekauften Produkten ist es in der Lebensmittelverarbeitung genauso gestattet nur dieses zu deklarieren. Saublöde Regelung das! Eine echte Einladung zum Schummeln.

    Immerhin braucht man aber dank analytischer Chemie um das Geheimrezept von Cola oder ähnlichem kein großes Geheimnis mehr machen. Die wesentlichen Inhaltsstoffe kann man da schon recht gut ermitteln, wenn man nur will, oder ein Labor dafür bezahlt (ist auch schon öfter passiert). Das schafft man als Privatman/Frau natürlich nur selten. In der chemischen Analyse sind eigentlich die wirklich natürlichen Zusatzstoffe, also meist die aus Pflanzenextrakten, die kniffligsten. Das kann dann schon mal ein unglaublich großes Sammelsurium von Stoffen sein, welche auch noch in immer wieder sich ändernden Mengen auftreten. Zudem meist auch noch in immer kleinerer Konzentration vorhanden. Aber glücklicherweise funktioniert auch hier die homöpathische VerdünnungsPotenzierung nicht. Soll heißen: Irgendwann ist sowenig drin, daß es wirklich schon wurscht ist, was es mal war oder wie es gewirkt hätte. Zudem Cola ja auch schon im Langzeitversuch läuft kann man inzwischen denke ich sagen, daß die gesundheitlich bedenklichen Wirkungen sich auf 2-3 potentielle Gefahren benennen lassen:
    1. Fettsucht durch zuviel unnötige Zuckeraufnahme.
    2. Zahnschmelzangriff durch die Orthophosphorsäure
    3. Dünnpfiff, wenn man das in Light-Cola enthaltene Aspartam nicht verträgt.

    Wobei für alle drei auch wieder die Dosisfrage gilt. Ich trinke Cola wie gesagt höchst selten und mache mir deswegen überhaupt keinen Kopf darum. Jeden Tag drei Liter und ich glaube Du wirst ein Problem kriegen ^_^

    Da ist mir übrigens gerade noch aufgefallen, daß tatsächlich schon jemand auf die glorreiche Idee gekommen ist im Cola das E150 einfach mal wegzulassen:
    Crystal Cola
    Das ging irgendwie an mir völlig vorbei???
    Aber anscheinend wollte die Masse wohl doch eher eine “richtige” Cola mit der “richtigen” Farbe und so floss die Geschichte den Bach runter. So eine Sauerei! Ich würde das durchaus mal kaufen wollen.

  109. #109 S.S.T.
    9. Juli 2010

    @Basilius

    Farbe, Geruch und Image spielen bei einem Lebensmittel mindestens jeweils eine genau so große Rolle wie der tatsächliche Geschmack.

    Warum schneiden Billig-Biere in Blindversuchen so gut ab? Warum schmecken No-Name Produkte sehr viel besser, wenn man das Etikett nicht lesen kann? Warum schmeckt etwas besser (nicht immer, aber häufig), wenn der Preis hoch ist und ein ‘guter’ Name darauf prangt?

    Gibt es eigentlich vernüftige Daten zu einem Vergleich von Coke, Pepsi, inkl. der Zero-Varianten?

  110. #110 Basilius
    9. Juli 2010

    @S.S.T.
    Weiß ich alles. Kann ich alles auch ziemlich genau bestätigen. Die nicht geglaubte Selbsttäuschungsfähigkeit der Menschen ist (mich eingeschlossen) unfassbar.

    Trifft allerdings auch nicht pauschal immer zu. Ich erinnere mich an eine echte Einzelblindverkostung von 5 Biermarken im Familienkreis. Ich war Versuchsleiter. Das billigste Bier mit der schlechtesten Reputation hat tatsächlich auch am lausigsten abgeschnitten. Allerdings ist ein anderes Bier aus einem befreundeten Bundesland (weil da die Verwandschaft wohnt und das deren LeibBier ist!) für alle völlig unerwartet auf dem vorletzten Platz gelandet. Vorher hatten es alle immer noch gelobt…
    Man muss genau genommen immer wieder die verblindeten Versuche aufs Neue durchführen. Die eigene Erwartungshaltung ist einfach zu mächtig. Das kann aber kaum glauben, wer da nicht selber schon darauf reingefallen ist. Deshalb veranstalte ich immer wieder gerne so BlindVerkostungsPartys. Das ist lustig und lehrreich für alle. Habe ich mit Coke auch schon gemacht. Mein Liebling Afri steht auch blind auf Platz eins. Coke ist tatsächlich auf Platz 2, danach kommen irgendwelche No-Names und dazwischen dann die Pupsi. War bei anderen Blindschmeckern aber wieder anders. Coke mit Süßungsmittel fällt bei mir sofort durch. Da schmecke ich sehr empfindlich. Von Zero war ich deshalb auch sehr enttäuscht. Meinst Du das mit Vergleich?

    Ich behaupte ja auch nach wie vor, daß auch die Form einer Nudel *selbstverständlich* den Geschmack beeinflusst. Die Italiener wissen schon, warum die soviele verschiedene haben.

  111. #111 Anhaltiner
    10. Juli 2010

    Das Geheimrezept der Coke stand vor Jahren mal in der Bild.

    Mich würde mal interessieren was passiert wenn ein überzeugter nur-bio-ist-gut Käufer mit nem saftigem Bio-Apfel im Chemielabor vorbeischaut und die Liste bekommt was für chemische Stoffe da so alles drin ist. Im Wein sollen ja bis zu 200 verschiedene Stoffe drin sein – und aromatische Kohlenwasserstoffe klingen in nach der Nomenklatur selten lecker.

    Achja wenn man schon Cola trinkt einfach die Zitronenscheibe weglassen – zuviel E330 kann nicht gut sein! Prost!

  112. #112 Basilius
    10. Juli 2010

    Das hängt ganz davon ab, ob derjenige damals im Chemieuntericht aufgepasst hat oder nicht. Oder anders ausgedrückt, ob er eher der Fraktion Öko-Pragmatik-Realos zugehört (da würde ich mich wohl auch einsortieren), oder ob er wohl eher den Öko-Fundamentalisten oder Ökochondern angehört. Bei letzteren kommen leider wieder alle Konzepte und Verhaltensweisen zum Tragen, welche wir auch schon von Diskussionen mit religiösen Fundamentalisten kennen.
    - Verklärung einer so ausgedachten Idealwelt
    - Völlige Mißachtung jelicher Bebobachtungen der Realität, welche den Dogmen widersprechen.
    - Persönlich verletzte oder aggressive Reaktionen, wenn die eigene Weltsicht in Frage gestellt wird.
    - ….

  113. #113 Marcus Anhäuser
    10. Juli 2010

    @basilius
    “die nicht geglaubte Selbsttäuschungsfähigkeit”, das ist doch mal schön ausgedrückt, das muss ich mir merken.

  114. #114 Basilius
    10. Juli 2010

    Sehr vielen herzlichen Dank für die Blumen. Und dann auch noch vom Placeboalarm, den ich schon seit Urzeiten sehr gerne immer wieder lese. Das freut noch viel mehr ^__^

  115. #115 cydonia
    10. Juli 2010

    @Basilius
    “Ich erinnere mich an eine echte Einzelblindverkostung von 5 Briefmarken..” las ich zuerst, und wunderte mich ein wenig, war aber neugierig auf das Resultat. Mal wieder die Hitze.
    Das mit den Nudeln kann und muss ich Dir als Pasta-Freak bestätigen. Klassische Linguine beispielsweise besitzen eine porösere Oberflächenstruktur als andere Nudeln, was ihre Soßenaufsaugfähigkeit entscheidend steigert. Auch viele andere Nudelsorten verändern das Essen ganz erheblich durch ihre Struktur und ihre Form. Ausprobieren ist angesagt!
    Und danke für die Kommentare, haben mir gut gefallen.

  116. #116 S.S.T.
    10. Juli 2010

    @Basilius

    Stimmt, es gibt eine Menge von Getränken, die auch doppelblind scheußlich schmecken, amerik. Budweiser z.B. (wobei es auch dort sehr gute Biere gibt). Wenn man empfindlich auf Süßstoffe ist, fällt nat. ‘Zero’ raus.

    Ich behaupte ja auch nach wie vor, daß auch die Form einer Nudel *selbstverständlich* den Geschmack beeinflusst. Die Italiener wissen schon, warum die soviele verschiedene haben.

    Liegt nat. auch schon im unterschiedlichen Biss der einzelnen Formen, selbst die unterschiedlichen Spaghetti-Größen schmecken mir unterschiedlich. Den Unterschied finde ich allerdings nicht zwischen den Produkten der Großen (Bar…) und den der No-Names aus Italia, insbesondere unter einer würzigen Soße. (Aber vielleicht bin ich auch nur ein Gourmand und kein Gourmet.)

    @ Anhaltiner

    Bei Kaffee und Tee kann man gegenüber Wein noch mal so gut 500 weitere Verbindungen hinzufügen. Wie bei einer guten Wurst sollte man nicht allzu genau fragen, was da so drin ist. (Werden eigentlich Naturdärme wirklich zu 100% gereinigt? Stammt der Apfelsaft zu 100% von wurmfreien Äpfeln?)
    Wer viel fragt, kriegt halt viel Antwort. Auch hier ist der Name das Etikett: Kochsalz hört sich gut an, Natriumchlorid ist grenzwertig. Buttersäurepentylester ist zwar in Äpfeln enthalten (Aprikosenaroma), auf einer Lebenmittelpackung aufgedruckt dürfte es die Kaufentscheidung negativ beeinflussen.

  117. #117 cydonia
    10. Juli 2010

    Ein Apfel wehrt sich gegen den Wurm, genauso wie sich eine halbreife Erdbeere gegen die knabbernde Schnecke wehrt: mit Stoffkombinationen, die einem sehr interessante Geschmackserlebnisse bescheren können. Deswegen schmeckt der Apfelsaft von der Streuobstwiese ca 10 Mal aromatischer als der konventionelle. Er ist sozusagen Wurm(korrekter Raupen)gestählt.
    Die Angst vor bösen Namen kriegst Du nicht mehr raus, die Angst vor bösen Konzernen auch nicht, und ich habe mir heute zur Feier des Tages zum ersten Mal seit mindestens 10 Jahren eine Pepsi gegönnt. Eiskalt auf Zitrone! Prost!

  118. #118 S.S.T.
    10. Juli 2010

    @cydonia
    Es lebe die Realität, vor allem, wenn sie gut schmeckt!

  119. #119 Cindy
    11. Juli 2010

    Hm, mich würde interessieren, ob es die gleiche Aufregung gäbe, wenn jemand aus der Arznei Forschung hier bloggen würde, der sich Böhringer nennt oder Ratiopharm … ;)

  120. #120 Ldu
    11. Juli 2010

    Oder ne Hömöopathenfirma oder nen paar Astrologen mit Teleskop? :D
    Die zeigen wollen wie wissenschaftlich sie arbeiten? Wetten das die auch Profiwissenschaftler und Pressesprecher einstellen können?

  121. #121 Cindy
    11. Juli 2010

    @ldu
    Ist meine rhetorische Frage grad “so” bei dir angekommen? Zwischen den Zeilen hab ich etwas anderes gemeint, wobei ich auch grad nicht wirklich weiß, auf was du hinaus möchtest.

  122. #122 Thilo Kuessner
    11. Juli 2010

    @ Cindy: Ja, es gäbe die selbe Aufregung. Jedenfalls wenn der Betreffende hier nicht als Privatperson, sondern als Vertreter seiner Firma (mit von der PR-Abteilung abgesegneten Texten) bloggen würde.

  123. #123 Randifan
    12. Juli 2010

    Müssen wir damit rechnen, dass Wissenschaftler der Tabak,- und Alkohlindustrie in scienceblogs demnächst auch einen Blog führen?

  124. #124 Florian Freistetter
    12. Juli 2010

    @Randifan: “Müssen wir damit rechnen, dass Wissenschaftler der Tabak,- und Alkohlindustrie in scienceblogs demnächst auch einen Blog führen?”

    Nein – müssen wir nicht. Und muss ich jetzt noch ein paar dutzend Mal wiederholen dass ich NICHT dafür eintrete, Corporate- und PR-Blogger bei SB tun und machen zu lassen, was sie gerne wollen? Es sollte doch wohl auch so klar sein, worums mir ging und was ich ansprechen wollte…

  125. #125 Jeeves
    14. Juli 2010

    “…Das ist Werbung oder PR (die Grenzen sind da fließend), …”
    Man sollte all den Quatsch einfach ganz altmodisch REKLAME nennen; darüber ärgern sich diese überflüssigen Reklamemacher-Fuzzies sicher am meisten: dass ihre eigenen ach-so-schicken Wortschöpfungen nicht mehr ankommen.

  126. #126 Engywuck
    15. Juli 2010

    wir haben im Studentenwohnheim auch mal in der Gruppe diverse Colas blindverkostet. Coca Cola kam am besten weg (und war eindeutig erkennbar vom Geschmack her), Pepsi lag irgendwo recht weit unten (wenn ich mich noch recht erinnere) und die ganzen Billigmarken (“Cola American Style” etc) ebenso — mit glaub einer Ausnahme, die ich aber nicht mehr kenne.
    War leider nicht doppelblind, da der Abfüller die Gläser auch in den Raum brachte, aber er war dann beim eigentlichen Verkosten wenigstens abwesend…

    Eigentlich wollte der “Veranstalter” ja beweisen, dass man Coca Cola nicht am Geschmack erkennen kann. Tja ;-)

  127. #127 knorke
    15. Juli 2010

    ich habe mal ne doppelt unverblindete und nicht randomisierte Studie mit Scharzbier (n=1) gemacht. Das war schöööön. óò

    (sorry. OT)