In Jena gibt es Nazis. Drei davon sind momentan über all in den Medien. In Jena gibt es Nazis. In Ostdeutschland gibt es Nazis. In Westdeutschland gibt es Nazis. Leider findet man diese Idioten auf der ganzen Welt. Rechtsextremismus ist ein reales Problem. Trotzdem ist es absurd so zu tun, als wäre Jena eine Nazi-Hochburg, in die man sich nur unter Gefahr für Leib und Leben trauen kann. Genau diesen Eindruck erweckt aber eine Reportage des ZDF.

Die Kameras folgen dem Münchner Buchautor Steven Uhly, der sich in den wilden Osten wagt und nach seinem Besuch in Jena demonstrativ erleichert wieder in das “sichere” München zurück fährt. Der ganze Beitrag erweckt den Eindruck, als Ausländer, Linker, oder sonstwie Auffälliger sollte man sich besser aus Jena fernhalten, wenn man nicht Gefahr laufen will, von Nazis verprügelt zu werden.

Wie gesagt. In Jena gibt es Nazis. So wie auch in allen anderen deutschen Städten (sogar in München soll schon mal der eine oder andere Rechtsradikale gesehen worden sein). Und diese Nazis machen genau die gleichen Probleme wie im Rest der Welt auch. Jetzt aber den Eindruck zu erwecken, als wäre Jena die Nazihochburg, der man sich aus dem sicheren Westen nur mit Unbehagen nähern darf, ist vollkommen absurd. Ich (weder “Wessi” noch “Ossi”) lebe seit bald 7 Jahren in Jena. Die Aktivitäten der Rechtsradikalen hier unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderswo in Deutschland (oder Österreich). Jena ist eine Universitätsstadt mit knapp über 100000 Einwohnern von denen etwa ein Viertel Studenten sind. Immer mehr davon kommen von außerhalb Thüringens, von außerhalb Ostdeutschlands. Und ich vermute mal, dass sie nicht deswegen kommen, weil hier ständig die Nazis durch die Straßen marschieren. Jena ist eine normale deutsche Stadt, und man braucht keine Angst haben, hier zu wohnen oder zu Besuch zu kommen. Zumindest nicht mehr Angst, als man im Rest von Deutschland zu haben braucht. Nazis gibt es leider überall. Im Ergebnis der letzten Stadtratswahl in Jena taucht die NPD übrigens nicht mal auf. Bei der Bundestagswahl 2009 bekam die NPD in Jena 1,9% und lag damit nur wenig über dem Gesamtergebnis von 1,5%).

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Jena. (Hey, ich kann mein Haus sehen 😉 )

Ich habe keine Ahnung, warum das ZDF es für eine gute Idee gehalten hat, wieder einmal die alten Klischees von “Ossi” vs. “Wessi” zu bedienen (den Kram hab ich als Ausländer sowieso nie verstanden, jetzt ist das schon 20 Jahre her, da könnte man das ja langsam mal bleiben lassen), Vorurteile zu verbreiten und den Leuten Angst einzujagen. Das geht auch anderen so. Tommi Uhlemann hat einen offenen Brief an das ZDF geschrieben (lest ihn!), ScienceBlogs-Kollegin Anke (die so wie ich auch in Jena wohnt), fand den ZDF-Beitrag genauso absurd und bei Jenapolis kann man sogar eine Petition unterschreiben. Wie ein gut recherchierter Beitrag zum Thema Rechtsextremismus in Jena aussehen kann, zeigt übrigens die ZEIT.

Ihr könnt euch übrigens gerne mal selbst davon überzeugen, dass man in Jena nicht mehr Angst haben muss als anderswo. Am Freitag (25. Nov. 2011) findet hier die Lange Nacht der Wissenschaft statt. Ich habe schon das letzte Mal darüber berichtet und werde das auch diesmal wieder tun. Das Programm ist vielfältig und zahlreich – und ich freue mich besonders auf die Eröffnungsshow mit Ralph Caspers. Kommt nach Jena! Es lohnt sich.

Und um es noch einmal klar zustellen. Mir ist völlig klar, dass ich persönlich weniger Gefahr laufe, von Nazis belästigt zu werden als Menschen die z.B. eine andere Hautfarbe haben. Ich habe allerdings auch nirgends im Artikel behauptet, dass in Jena alles in Ordnung ist, nur weil mir nichts passiert ist. Ich habe gesagt, dass es in Jena ebenso Nazis gibt wie anderswo und das man hier ebenso Probleme kriegen wie anderswo. Daraus folgt aber nicht, dass Jena eine Nazi-Hochburg wäre. Ich habe außerdem nicht allgemein von Ostdeutschland gesprochen. Sondern von Jena. Das es Gegenden gibt, in denen es wesentlich mehr Nazis existieren als anderswo (und diese Gegenden tendentiell eher in Ostdeutschland liegen), habe ich nicht bestritten. Der Artikel ist auch nicht dazu gedacht gewesen, das Problem des Rechtsextremismus zu verharmlosen oder zu ignorieren. Ich habe mich nur über einen vorurteilsbehafteten und tendenziösen ZDF-Bericht aufgeregt, in dem der Eindruck erweckt wird, Jena wäre eine besonders gefährliche Nazi-Stadt. Das ist falsch. In Jena wird von Bürgern und Politikern wie in kaum einer anderen Stadt gegen Rechtsextremismus vorgegangen, der Oberbürgermeister wurde erst vor wenigen Tagen für sein Engagement gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet.

Nachtrag (24.11.2011): Es gibt eine Stellungnahme der für den Beitrag verantwortlichen Redaktion. Darin sagt man im wesentlichen, dass im Osten mehr rechtsextrem motivierte Übergriffe und Nazis existieren (was stimmt) und es deswegen legitim ist, Jena so darzustellen, wie man es getan hat (was nicht stimmt). Hier könnt ihr die Stellungnahme lesen, zusammen mit einer guten Antwort darauf (und einer Demonstration, warum man sich am besten lieber nicht in die “Westdeutsche Drogenzone” wagen soll). Die Leipziger Internetzeitung berichtet ebenfalls ausführlich. Und Anke fasst in ihrem Blog ebenfalls die Reaktionen zusammen.

Kommentare (163)

  1. #1 buntehaareundaufsmaul
    23. November 2011

    das ist in jena garnicht so schlimm auch im vergleich – sagt der unauffälliige weiße aus der gehobenen mittelschicht.
    mit anderer hautfarbe oder bunten haaren durch den osten reisen stellt sich dann etwas anders da. probiers doch mal aus, mach einen auf punk und guck wie du dich fühlst, im osten, und im westen.
    sorry, aber: schlaumeier

  2. #2 Marc
    23. November 2011

    Ich hab gestern meinen Fernseher mal eingestöpselt, Internet im Wohnheim war irgendwie kaputt. Sofort blubberte es mir entgegen, “Jena Nazi-Hochburg”.
    Aus irgendeinem Grund habe ich mich sofort gefragt, was du als einziger mir bekannter Jenaer und zudem nicht Ossi/Wessi geschädigter dazu wohl denken würdest.
    Ehrlichgesagt hätte ich nicht mit einer Antwort gerechnet.

    Und was beweist das? Telephatie ist real!

  3. #3 Jeeves
    23. November 2011

    o.T. (aber Jena wird erwähnt):

    Ich fand gerade in einem Kommentar im österr. “Standard.at” folgende kryptische Bemerkung:
    “Sasche Lobo redet zwar über seine Wissenschaftsplattform, die sicher eine gute Idee ist, tatsächlich stammen Inhalte großteils von den beiden renommierten Wissenschaftsbloggern Florian Freistetter (übrigens ein Österreicher, den es an die attraktivere Uni Jena verschlagen hat) & Lars Fischer. ”

    Freistetter schreibt Lobos Texte? Ominös. Oder nur doof formuliert?

  4. #4 Grüse
    23. November 2011

    Ja, die Mauer in den Köpfen muss wirklich langsam mal verschwinden. Aber ich sehe meine Vorurteile gegen Münchner mal wieder bestätigt – immerhin etwas :)

  5. #5 Antje
    23. November 2011

    Ärgerlich sind solche Reportagen allemal, aber sich darüber aufzuregen, ist Zeitverschwendung. Reporter und Zuschauer unterliegen hier einem einfachen Irrglauben: Über Städte wie Jena, Mittweida und diese ganzen “Nazihochburgen” liest und hört man in den Nachrichten so gut wie nie etwas. Wenn sie mal in den Nachrichten kommen, dreht es sich um die Nazi-Szene. Klar kommen da alle Zuschauer zu dem Schluss, dass im “Osten” nichts los ist außer Braunes Gesocks.

    Ich komme selber aus Mittweida und werde immer wieder gefragt, ob es bei uns wirklich so schlimm ist. Da hilft einfach nur aufregungsloses, ehrliches Antworten: Es gibt die Nazi-Szene aber sie ist nicht offenkundiger als anderswo.
    Jemand, der aus erster Hand solche ehrlichen Berichte bekommt, kann sich daraus dann sein eigenes Bild bauen. Leute, die sich nur an dem festhalten, was im Fernsehen läuft, die kann man vor einem falschen Weltbild sowieso nicht beschützen.

  6. #6 noch'n Flo
    23. November 2011

    @ buntehaareundaufsmaul:

    Und wer zwingt Dich dazu, Dir Deine Haare bunt zu färben?

  7. #7 klingo
    23. November 2011

    Natürlich musst DU in Jena ebensowenig Angst vor Nazis haben wie irgendwo sonst in Deutschland. Schon mal auf die Idee gekommen, dass das für Menschen, die in die Feindbildkategorien von Nazis passen, anders aussehen könnte? Dass z.B. “walking outside while black” (wobei das genauso für obdachlos/Punk/Nazis bekannter Linker/aus Nazi-Sicht “ausländisch” aussehnder Mensch gilt) in manchen Gegenden gefährlicher ist als in anderen? Dass z.B. regelmäßige Beleidigungen, Drohungen und körperliche Angriffe die Lebensqualität der Opfer beeinflussen könnte? Und ja, die Wahrscheinlichkeit Opfer rechter Gewalt zu werden ist in Jena höher als im Westen. Das hat nichts damit zu tun, dass “Ostler” per se Nazis wären, ist aber trotzdem so. Von größerer Wahrscheinlichkeit auf “sind alle so” zu schließen bedarf nicht nur einem eklatanten Mangel an Statistikkenntnissen. Soll jetzt über die Gefahr für Migranten, Obdachlose, Linke, Behinderte usw. geschwiegen werden, weil das den Lokalpatriotismus nicht betroffener Anwohner kränken könnte?

  8. #8 Syd Mounep
    23. November 2011

    Jena zur Nazihochburg zu stilisieren, ist tatsächlich etwas merkwürdig. Aber so zu tun, als seien rechtes Gedankengut und rechte Gewalttaten gleichmäßig über Deutschland verteilt, ist ebenso merkwürdig:

    http://aktuell.nationalatlas.de/Rechtsextremismus.6_07-2009.0.html

    (und dort besonders Karte 2).

  9. #9 ketam1n
    23. November 2011

    @ buntehaareundaufsmaul

    Ganz ehrlich, ich persönlich finde Jena zum kotzen, einfach weil die Stadt verdammt ranzig ist. Aber ich war am Wochenende mit meinem Kollegen dort, welcher gebürtiger Nigerianer ist und uns hat niemand auch nur Schief angeschaut. Kann es zwar nicht genau beurteilen da wir nur 3 Tage da waren, aber ich glaube so übertrieben wie es in dem Bericht dargestellt wird ist es höchstwahrscheinlich nicht.

  10. #10 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @buntehaareundaufsmaul “probiers doch mal aus, mach einen auf punk und guck wie du dich fühlst, im osten, und im westen. sorry, aber: schlaumeier “

    Ja, war klar das der Einwand kommt. Ich sage nirgends, dass man als “Auffälliger” (wie auch immer) nicht Probleme kriegen kann. Aber die Probleme kriegst du überall in Deutschland.

  11. #11 noch'n Flo
    23. November 2011

    Nota bene: Jena ist Sitz der sog. “Ur-Burschenschaft”, damit auch Ausgangspunkt des Burschenwesens in Deutschland und Österreich. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

  12. #12 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @Jeeves: “Freistetter schreibt Lobos Texte? Ominös. Oder nur doof formuliert? “

    Nein, Freistetter schreibt Texte für das Fraunhofer Forschungsblog. Daran ist nichts ominös. Das sind halt die Dinge, die Wissenschaftsautoren so machen, um ihr Geld zu verdienen. http://www.forschungs-blog.de/author/florianfreistetter/

  13. #13 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @klingo: “Schon mal auf die Idee gekommen, dass das für Menschen, die in die Feindbildkategorien von Nazis passen, anders aussehen könnte?”

    Du wirst überrascht sein, aber die Idee ist mir durchaus gekommen. Hat aber nichts mit dem Artikel zu tun.

    “Und ja, die Wahrscheinlichkeit Opfer rechter Gewalt zu werden ist in Jena höher als im Westen”

    Ist sie? Gibts da Belege?

    “Soll jetzt über die Gefahr für Migranten, Obdachlose, Linke, Behinderte usw. geschwiegen werden, weil das den Lokalpatriotismus nicht betroffener Anwohner kränken könnte? “

    WTF? Was hat das denn jetzt mit irgendwas zu tun? Das habe ich weder gefordert noch würde ich das tun. Ich habe nur erwähnt, dass der ZDF-Bericht tendenziös und vorurteilsbehaftet ist. Ich ganz speziell NICHT gesagt, dass es in Jena keine Nazis und keine Probleme gibt (sondern das explizit erwähnt).

  14. #14 cydonia
    23. November 2011

    Gehe ich falsch in der Annahme, dass man als Schwarzafrikaner abends allein unterwegs in Jena eher Schwierigkeiten riskiert als beispielsweise in Heidelberg?
    Und nein, ich möchte dem dämlichen Alarmismus und den Pauschalurteilen auch nicht das Wort reden, dennoch scheint es im Osten immer noch mehr Menschen zu geben, die mit Anderssein ein Problem haben, als im Westen. Das sollte meiner Meinung nach weder ignoriert noch aufgebauscht werden.

  15. #15 Thilo
    23. November 2011

    buntehaareundaufsmaul: “mit anderer hautfarbe oder bunten haaren durch den osten reisen stellt sich dann etwas anders da. probiers doch mal aus, mach einen auf punk und guck wie du dich fühlst, im osten, und im westen.”

    noch’n flo: “@ buntehaareundaufsmaul:
    Und wer zwingt Dich dazu, Dir Deine Haare bunt zu färben?”

    Da muß man wohl nichts mehr zu sagen … Die anderen sind doch selbst schuld, wenn sie eine aufs Maul kriegen …
    (Falls es denn so sein sollte, was ich von hier aus natürlich nicht beurteilen kann.)

  16. #16 cydonia
    23. November 2011

    Ja, das war kein Ruhmesblatt für Flo……..

  17. #17 Anke Bebber
    23. November 2011

    So ist es! Kommt nach Jena!

  18. #18 noch'n Flo
    23. November 2011

    @ Thilo:

    Selbstverständlich kann niemand etwas für seine Hautfarbe. Für seine Haarfarbe, sofern es nicht seine natürliche ist, schon. Und aus meiner Erfahrung wollen Punks mit ihren Frisuren vor allem eines: provozieren. Aber sich dann beschweren, wenn diese Provokation ein Ergebnis hat, das ihnen nicht gefällt… (womit ich in keinem Fall Nazi-Schläger in Schutz nehmen möchte!)

  19. #19 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @cydonia: “dennoch scheint es im Osten immer noch mehr Menschen zu geben, die mit Anderssein ein Problem haben, als im Westen”

    Dann ist es ja gut, dass mein Artikel nur von Jena handelt. Ich hab jetzt mal einen kurzen Nachtrag eingefügt.

  20. #20 Boron
    23. November 2011

    Eine ähnliche Diskussion gab es ja schon zur Fußball-WM 2010, als in einem Besucher-Guide bestimmte Regionen in Deutschland als “no-go-areas” (vgl. Karte unter dem von Syd Mounep geposteten Link) für Farbige ausgewiesen wurden.
    Ich denke, es ist nicht zu leugnen, dass in den 6 ostdeutschen Ländern tatsächlich ein erhöhtes Gefahrenpotenzial für Menschen besteht, deren äußeres dem Feindbild gewaltbereiter Nazis entspricht. Dies gilt insbesondere für die ländlichen Regionen. In den größeren Städten gilt dies meist für einzelne Stadtbezirke (i.d.R. Plattenbausiedlungen).

    Was ich an dem ZDF-Beitrag jedoch für problematisch erachte, ist die ziemlich deutliche Botschaft, dass man als Migrant oder Farbiger den Osten Deutschlands besser generell meiden sollte. Genau dies würde das Problem aber eher verstärken! (Interessanterweise ist die Frendenfeindlichkeit immer dort besonders hoch, wo der Migrantenanteil am geringsten ist.) Daher: Liebe Migranten und Ausländer, lasst uns nicht mit diesen Deutschen allein!

    @Noch’n Flo: Bitte überlass es doch jedem selbst, welche Haarfarbe oder Frisur er oder sie für sich als die passende empfindet. Was du persönlich davon hälst sei dahingestellt, aber ich hoffe, wir sind uns einig darin, dass ein roter Iro keine Rechtfertigung für verbale oder körperliche Angriffe ist.

  21. #21 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @noch’n flo: “@ buntehaareundaufsmaul: Und wer zwingt Dich dazu, Dir Deine Haare bunt zu färben?”

    Sorry, aber das war ein extrem bescheuerter Satz (sagt jemand, der früher auch gern mal mit bunten Haaren rumgelaufen ist. und bunten Fingernägeln…)

  22. #22 cydonia
    23. November 2011

    Nun, man könnte diese Art der Argumentation auch etwas ausdehnen, und sagen, dass alle, die ein bisschen anders aussehen wollen, doch nur provozieren wollen. Warum laufen wir nicht alle in Uniform und Kurzhaarschnitt rum.
    Ich möchte mit etwas längerem Bart und Haaren nicht provozieren, Flo, dennoch wurde ich letztens in Rostock ganz schön blöd angemacht. Sei ein bisschen vorsichtiger, bitte.

  23. #23 Thilo
    23. November 2011

    @ noch’n flo: das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder? Mal abgesehn davon, daß es auch ganz normale Jugendliche mit bunten Haaren gibt. Und auch die Punks wollen vielleicht, daß die Leute ihnen irritiert hinterherschauen, aber sie wollen bestimmt keine aufs Maul.

  24. #24 Georg Hoffmann
    23. November 2011

    Es gibt im Osten eindeutig mehr Auslaenderfeindlichkeit und mehr Anhaenger von rechtsradikalen Parteien und Gedankengut als in Westdeutschland. Noch deutlicher wird das eben dann, wenn in Umfragen nicht nur nach NPD Anhaenger gefragt wird sondern nach den entsprechenden “Ueberlegungen”‘. No-go-Area ist vielleicht uebertrieben. Ich wuerd trotzdem niemals in Ostdeutschland mit meiner Frau wohnen, solange sich das dort nicht gebessert hat.
    Statt Jena haette man aber sicher andere Orte nehmen koennen, die das ostdeutsche Problem deutlicher machen. Aber ansonsten …

  25. #25 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @cydonia: “Gehe ich falsch in der Annahme, dass man als Schwarzafrikaner abends allein unterwegs in Jena eher Schwierigkeiten riskiert als beispielsweise in Heidelberg?”

    Schwer zu sagen. Hast du absichtlich eine Stadt genommen, in der traditionell schon seit Jahrzehnten die Amerikaner stationiert sind? Natürlich wird es in Deutschland Orte geben, die gefährlicher sind und welche, die weniger gefährlich sind. Das habe ich nicht bestritten. Ich finde leider gerade keine Statistik über rechtsextrem orientierte Übergriffe. Aber diese Liste mit Todesopfern rechtsextremer Gewalt enthält 182 Einträge von denen 85 aus Ostdeutschland stammen (ich hab Berlin komplett mitgezählt). Was auch immer man daraus jetzt ablesen möchte…

  26. #26 cydonia
    23. November 2011

    @Florian Freistetter
    Nein, ich habe eine Stadt genommen, die ich wie meine Westentasche kenne, und die du auch kennst. Und ich kenne Jena (noch) nicht.Es war eine ernstgemeinte Frage. Es kann ja sein, dass Jena wirklich sehr sicher und weltoffen ist.

  27. #27 Boron
    23. November 2011

    Eine ähnliche Diskussion gab es ja schon zur Fußball-WM 2010, als […]

    Ähm, Sorry, muss natürlich “2006” heißen.

    @Florian

    Aber diese Liste mit Todesopfern rechtsextremer Gewalt enthält 182 Einträge von denen 85 aus Ostdeutschland stammen (ich hab Berlin komplett mitgezählt). Was auch immer man daraus jetzt ablesen möchte…

    Knapp die Hälfte der Toten in einem Landstrich, der ungefähr 1/3 der Fläche und 1/5 der Bevölkerung Deutschlands stellt. Spricht eigentlich ne klare Sprache…

  28. #28 Christian Reinboth
    23. November 2011

    @Florian:

    Aber diese Liste mit Todesopfern rechtsextremer Gewalt enthält 182 Einträge von denen 85 aus Ostdeutschland stammen (ich hab Berlin komplett mitgezählt). Was auch immer man daraus jetzt ablesen möchte…

    Also ich als Wahl-Sachsen-Anhalter lese daraus, dass das Problem im Osten leider immer noch deutlich größer ist als im Westen: 19% der Bevölkerung aber 46% aller Todesopfer rechter Gewalt. Und mindestens zehn Tote rechter Gewalt im Westen müsste man ja theoretisch noch den neuen Bundesländern zuschlagen, nachdem nun klar ist dass die Morde auf das Konto einer aus Zwickau operierenden Terrorzelle gehen – damit wären es schon über 50%. Dass es in Jena im Grunde nicht gefährlich ist glaube ich übrigens sofort – habe die Stadt auch schon öfter besucht und mich dort immer sehr wohl gefühlt. Die Frage ist hier wirklich, wie sicher man sich dort fühlen würde, würde man einer entsprechend gefährdeten Gruppe angehören. Das hier um die Ecke gelegene Halberstadt ist beispielsweise ein ebenso sicherer wie schöner Ort – als erkennbar “Linker” kann es dann aber eben doch passieren, dass man plötzlich auf offener Straße verdroschen wird…

  29. #29 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @Boron: “Spricht eigentlich ne klare Sprache… “

    Wie gesagt: Ich habe nie bestritten, dass es Gegenden gibt, die gefährlicher sind als andere. Mir ging es, so wie in dem ZDF-Beitrag, um Jena. (Thüringen taucht in der Liste übrigens nur mit 6 Einträgen auf)

  30. #30 Benny
    23. November 2011

    Irgendwie finde ich es peinlich, dass man für einige “Besucher” erst einen Nachtrag hinzufügen muss, damit man den Inhalt des Beitrags versteht. Vielleicht sollte man, bevor man sich “beschwert” oder allgemein erst kommentiert, den Beitrag KOMPLETT lesen (und nicht nach dem ersten Absatz abbrechen) und nachdenken, was der Autor uns hier überhaupt sagen will…

    Und nicht losrennen und schreien “Du bist weiß! Du siehst ‘normal’ aus! Renne mal als ‘Farbiger’ durch Ostdeutschland”. Besonders dieses Vorurteil, dass es besonders in Ostdeutschland ganz viele gewaltbereite Nazis gibt, geht mir dermaßen auf den Sack.

    Ich fand die Reportage des ZDF auch total absurd – ich meine Jena (Florian hat es ja erwähnt: Gut 1/4 Studenten)…

  31. #31 Klopfer
    23. November 2011

    Schon komisch, dass ausgerechnet die, die gar nicht in Ostdeutschland leben, angeblich am besten wissen, wie gefährlich es hier ist…

  32. #32 knorke
    23. November 2011

    Also Jena habe ich in Verbindung mit Nazis auch noch nicht gehört.
    Weimar hab ich mal läuten hören, und Halberstadt bzw. Wernigerode haben was das angeht auch nicht grade den besten Ruf, mir ist aber insbesondere in letzen beiden persönlich auch nie groß was aufgefallen, obwohl ich lange genug in der Gegend gelebt hab. Dass das ZDF sich grade Jena rauspickt hat ausser den aktuellen Anlass und den Mangel ernsthafter Recherche (ausser dem Wunsch, Aufreger zu produzieren und zu bedienen) wohl nicht viel zu sagen. Is wirklich schade, ich mag Jena, wenn ich auch nur 3 mal da war. Fragt man sich, wozu man für den Aktionismu ÖR braucht. Das ist doch Aufgabe der Privaten. Mal gucken, vll. komt dazu ja mal was in Fernsehkriktik TV.

  33. #33 par
    23. November 2011

    @ noch’n’flo
    was ist denn das für eine argumentation? Du schreibst Du willst die Rechten Schläger nicht in Schutz nehmen – tust es aber doch.
    Getreu dem Motto: selber schuld wenn man die braunen schläger mit seinem äußeren provoziert – da muss man sich nicht wundern wenn man verprügelt wird? Oder wird das Recht auf körperliche unversehrtheit nur denen zugestanden die sich den entsprechenden “örtlichen gepflogenheiten” anpassen?

    Zum Artikel: Natürlich hat FF recht wenn er schreibt, dass Jena keine Hochburg der Rechtsradikalen im Sinne einer national befreiten Zone ist. Und generell ist das Bild das in den Medien über Ost Deutschland verbreitet wird sehr, sagen wir mal, einseitig. (ich glaube Thomas Trappe hatte mal einen netten Artikel dazu geschrieben… glaube in der Zeit aber weiss es nicht mehr genau)
    Ansonsten stellt der Nachtrag einiges klar, der erste Eindruck war schon das hier die rechte problematik in Ostdeutschland verharmlost wird. Und das Ostdeutschland ein besonderes Problem hat will wohl keiner bestreiten. Aber darum ging es ja nicht…

  34. #34 Gunnar
    23. November 2011

    Gehe ich falsch in der Annahme, dass man als Schwarzafrikaner abends allein unterwegs in Jena eher Schwierigkeiten riskiert als beispielsweise in Heidelberg?

    Ich bin bei derartigen Vergleichen immer etwas vorsichtig. Aus meinem Erffahrungshorizont müssen Menschen mit schwarzer Hautfarbe leider selbst in Hamburg in bestimmten Stadtteilen wohl vorsichtig sein. Selbiges gilt auch für Schleswig, auch wenn dabei wohl die Gefahr nicht von den Schleswigern selber ausging. Und von einigen Orten in der Lüneburger Heide will ich erst garnicht sprechen…

  35. #35 Gunnar
    23. November 2011

    Hoppla, da wurde das @Cydonia wohl irgendwie verschluckt

  36. #36 noch'n Flo
    23. November 2011

    @ FF:

    und bunten Fingernägeln…

    Davon hätte ich gerne mal ein Foto gesehen!

    @ den Rest:

    Natürlich will ich keine Uniformität. Ich selber habe bis vor 8 Jahren meine Haare arschlang getragen. In dieser Zeit wurde ich übrigens auffallend oft bei Polizeikontrollen rausgewunken. Danach nie wieder!

    Aber Tatsache ist, dass Punks (und um die ging es im Kommentar von buntehaareundaufsmaul ganz oben) mit ihren Frisuren tatsächlich vor allem provozieren wollen. In erster Linie die sogenannten Spiesser. Und obwohl ich (wie schon gesagt) Gewalt in keiner Weise gutheissen will, muss doch wohl die Aussage erlaubt sein, dass ihnen das mit normaler Frisur mutmasslich weniger wahrscheinlich passieren wird.

    Tatsache ist, dass manche Zeitgenossen einfach nur auf Streit aus sind. Wen werden sie sich dann wohl als Opfer aussuchen – jemand der absoluter Durchschnitt ist, oder jemanden, der aus dem Rahmen fällt?

    Ist ganz archaisches Raubtierdenken. Den Durchschnittstypen kann man nicht gut verfolgen, der verschwindet recht schnell wieder in der Herde. Also sucht sich das Jagdrudel den Aussenseiter, den Paradiesvogel.
    Und dann kommt noch menschliche Denke hinzu: mit etwas Glück finden sich dann in der Herde sogar noch stille Gesinnungsgenossen, das macht die ganze Sache dann noch einfacher.

  37. #37 Karl
    23. November 2011

    Der Beitrag ist einfach nur PEINLICH…

    Und vor allem, alle springen darauf an und es geht wieder “Osten” gegen “Westen”. Fu.. und sch… drauf. Soll das ZDF erzaehlen, was es will. Nur weil es das ZDF erzaehlt, werden hier nicht regelmaessig Leute umgebracht und zusammengeschlagen. Aber das ist wohl leider der aktuelle Hype. Die eigentliche Probleme der Ermittlungsbehoerden und Politiker (warum werden den ploetzlich Entschaedigungen erwogen, wenn nicht aus Eigenwerbung) werden damit schoen kaschiert.

    Die ersten 1-2 Minuten des “Beitrags” sind ganz billige Werbung fuer DAS topaktuelle Buch und den Autor. “Ich hab da was geschrieben und das passt gerade so toll in die Situation.” Da kann ich den aktuellen Hype noch etwas aufbauschen, bestes Bild-Niveau.

    Seine eigene Einschaetzung “Ich sehe nicht deutsch aus…” ist doch schon eine Abgrenzung. Damit macht er sich vor dem Zuschauer selbst zum potentiellen Opfer. Wenn der Gute aber in ner Menschenmenge von 20 Leuten steht, wird Ihn doch keiner als “Auslaender” erkennen.

    Der Rest vom Beitrag sind einfach nur gestellte Interviews und Szenen. Alles aus der Innenstadt und nix, was ansatzweise abgelegen liegt. Wer schon in der Innenstadt auf dem Markt oder nach dem Aussteigen am Bahnhof von Angst redet, der will einfach nicht.

    Wer Angst vor Hoehe hat, wird sicher nicht Riesenrad fahren. Wer “Angst” vorm Osten hat, wird nicht “hingehen”. “Angst” oder Vorurteile kann man eben nur abbauen, wenn man es mal versucht.

    Und alle die hier von Klisches mit Punks, Rechten, Osten, Westen etc reden, die schueren die Angst und Vorurteile einfach weiter. Viel Spass dabei. Bleibt alle schoen hinter Eurem gedanklichen Schutzschirm. Damit man Euch mehr flachen Bloedsinn verkaufen kann.

  38. #38 Boron
    23. November 2011

    @Florian:
    Ja, aber in dem ZDF-Beitrag geht es ja auch um das allgemeine Klischee von der “ostdeutschen Angstzone” und irgendwo hat (wohl) jedes Klischee seinen wahren Kern. Aber was Jena betrifft, so denke ich, hast du recht. Das ZDF hat sich nunmal aufgrund aktueller Ereignisse diese Stadt rausgepickt.

  39. #39 Evil Dude
    23. November 2011

    @noch’n Flo

    Aber Tatsache ist, dass Punks (und um die ging es im Kommentar von buntehaareundaufsmaul ganz oben) mit ihren Frisuren tatsächlich vor allem provozieren wollen. In erster Linie die sogenannten Spiesser.

    Aber Tatsache ist, dass Spießer sich vor allem von den bunten Frisuren der Punks provozieren lassen wollen damit sie eine Ausrede haben ihnen eine auf’s Maul hauen zu können.

    Aber Tatsache ist, dass Spiesser mit ihrem “normalen” Aussehen die Punks vor allem provozieren wollen. Selbst schuld, wenn Sie von den Punks eine auf’s Maul bekommen, wenn Sie sich im “falschen” Stadtteil rumtreiben.

    Merkst Du jetzt was? Nach Deinem bisherigen Auftreten hier bin ich echt baff, dass man Dir noch erklären muss, wie falsch Du liegst und Du es anscheinend trotzdem nicht einsehen willst.

  40. #40 knorke
    23. November 2011

    Nach dem lesen der Kommentare:
    Leute, natürlich ist die Gefahr in vielen Ecken Thüringens, Sachsens, Brandenburgs oder MeckPoms gegeben, dass man als Punk, Dunkelhäutiger oder Asiate Gefahr laufen kann, bedroht, beschimpft oder körperlich angegriffen zu werden. Auch in der unverkrampften weltoffenen Stadt Leipzig hat mir ein Bekannt von sowas berichtet. Und regional kann einem das in den “alten” Bundesländern auch passieren. Es geht doch nicht primär darum, ob es in Jena gefährlich ist, und wie gefährlich es ist. Es geht darum, dass das ZDF sich als Paradebeispiel einer rechtsextremen Hochburg Jena raugepickt hat. Und dafür hat man nichts als den aktuellen Anlass, ein paar nicht völlig unberechtigte Dünkel einem Drittel der Republik gegenüber und die Aussicht auf die Nutzung eines Aufregers für Quote und Vorurteilsbefriedigung. Das tut der Debatte um Rechtsextremisums (die meiner Ansicht nach sowieso nicht aufrichtig, ernsthaft und entschieden genug geführt wird) nicht gut. Eure gegenseitigen Angiftelein der Art: “Selber Schuld, wenn Du bunte Haare hast” oder “Ja logisch, dass die Wessis den Osten schlecht machen” (ich überzieh es mal ein wenig) sind zudem alles andere als zielführend.

  41. #41 Florian Freistetter
    23. November 2011
  42. #42 noch'n Flo
    23. November 2011

    @ FF:

    *Grins!* Bist Du dann mit diesem Look auch am nächsten Tag zur Uni gegangen?

  43. #43 Adent
    23. November 2011

    Man könnte vielleicht mal einen Schritt zurücktreten und sich die Arbeitsplatzsituation im Osten anschauen. Ich denke das Problem mit Rechtsradikalen, die ja im Osten tatsächlich häufiger vorkommen (nicht explizit in Jena wie Florian Zahlen zeigen) stammt eindeutig daher, daß so viele “unbeschäftigt” sind. Da sucht man sich dann was, zum Beispiel andere, die auch nichts zu tun haben außer ihre braune Gülle über jeden Anders aussehenden auszukippen oder man geht zum Fußball und schlägt andere zu Krüppeln (z.B. Rostock/Dresden).
    Die Leute haben keine Perspektive, auch nach 20 Jahren nicht, sie werden von der Politik ignoriert (bis jetzt), bleiben sich selbst überlassen und rotten sich zu solch widerlichen Horden Rechtsradikaler zusammen.
    Das geschieht im Westen genauso, nur ist die Menge aus der sich solche Leute rekrutieren auf Grund der Arbeitssituation im Osten größer.
    Ich wette wenn in München ähnliche Verhältnisse wie im Osten wären, würde man als Andersfarbiger auch nicht gefahrlos rausgehen können.

  44. #44 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @noch’nFlo: Mit dem Look bin ich jahrelang überall hingegangen, u.a. zu meiner Diplomprüfung, meiner Defensio und den Vorlesungen, die ich gehalten habe…

  45. #45 MARC
    23. November 2011

    Eines vorweg: Ich habe 4 Jahre lang in Jena gelebt und studiert. Ich empfand die Stimmung in der ganzen Stadt immer als sehr entspannt (außer wenn RW Erfurt zu Gast war). Ich habe selten bis nie irgendwelche gewaltsamen Konflikte miterlebt, weder mit rechtem Hintergrund noch anderer Art. Auch konnte ich keine besonders große oder aktive rechtsradikale Szene feststellen. Natürlich sieht man ein paar Glatzen rumrennen, genau wie man auch eher linksgerichtete Mitmenschen (Punks) sieht. Aber nicht mehr oder weniger wie in anderen Städten.
    Natürlich darf man die akteullen Ereignisse und Erkenntnisse nicht herunter spielen und man muss gegen rechte (wie auch gegen jede andere) Gewalt vorgehen. Vor allem wenn diese Leute so gut organisiert sind. Aber jetzt vom Naziosten zu sprechen, oder von der Hochburg Jena ist totaler Quatsch.
    Das sind meine 2 cent.

  46. #46 noch'n Flo
    23. November 2011

    @ FF:

    Ich bezog mich vor allem auf die bunt lackierten Nägel (dass Du längere Zeit gefärbte lange Haare hattest, wusste ich ja bereits).

  47. #47 cydonia
    23. November 2011

    …und er hätte sich bei der Aufmachung nicht wundern dürfen, dass man ihn verdrischt, nicht wahr…..können wir vielleicht mit einer Distanzierung rechnen, die etwas weniger halbherzig ist?

  48. #48 Matthias
    23. November 2011

    @Marc
    Ich als alter RW Erfurt Fan habe das zur Genüge erleben dürfen! 😉

    @topic.
    Ich habe auch 4 Jahre in Jena gelebt und verstehe beim besten Willen nicht, wie man diesen Artikel falsch verstehen kann. Man sollte sich besagten aspekte-Beitrag aber eben auch mal angesehen haben. Dort wird ohne Rücksicht auf Verluste eine eigentlich liberale Stadt, welche durchaus offensiv gegen rechten Sumpf ankämpft, als braunes Nest und sinnbildlich für einen rechtsradikalen Osten missbraucht. Das wird Leuten die sich dort gegen Rechts einsetzen sicher sehr motivieren. Ich bin kein Jenaer (mehr). Aber ich habe in den 90er Jahren die Stadt mit seinen Problemecken ganz gut gekannt. Es muss eine Menge positives passiert sein, da mir im Freundeskreis versichert wird, dass auch ausländische Freunde in der Wagnergasse entspannt Wein trinken können. Und den Leuten die das erreicht haben, sagt man jetzt nach, dass sie im braunen Sumpf wohnen. Gehts noch?

  49. #49 Florian Freistetter
    23. November 2011

    Immerhin bin ich nicht der einzige, der sich aufregt. Auf der Facebookseite der Aspekte-Redaktion geht es auch hoch her: https://www.facebook.com/aspekte.kultur

  50. #50 noch'n Flo
    23. November 2011

    @ cydonia:

    Meinst Du mit Deinem Kommentar von 16:51 Uhr mich? Falls ja: wovon soll ich mich jetzt genau distanzieren?

  51. #51 Plastefisch
    23. November 2011

    Ich bin einige Jahre nach Jena gependelt, und hab
    dort auch ziemlich viel Freizeit verbracht. Speziell
    Jena hat auf mich immer einen total entspannten
    Eindruck gemacht. Ärger mit Faschos hatte ich bisher
    drei mal in meinem Leben. Einmal in einer Dorfdisse
    hier in Ostthüringen, einmal böse in Pforzheim, und
    in Mailand (der war allerdings Uniformiert). Ich bin
    nach wie vor gerne in Jena.

  52. #52 cydonia
    23. November 2011

    Du sollst und musst gar nichts.

  53. #53 Fränze
    23. November 2011

    Ich komme nicht umhin mich zu fragen, ob Herr Uhly jetzt ein gutes Beispiel für die Integration ist, oder nicht?
    Ich lebe gerne in einer multikulturellen Gesellschaft – meine Schüler, meine Kollegen, meine Mitstudenten und einige meiner engsten Freunde gehören dazu. Aber ganz ehrlich – jemand, der sich offensichtlich nicht in Deutschland integriert, ja sogar wegen seiner Herkunft bedroht fühlt, da ihm aufgrund von Vorurteilen keine Toleranz zu Teil wird, sollte doch vielleicht nicht den Spieß umdrehen, indem er dem Osten selbst irgendwelche Stempel aufdrückt und intolerant ist – das ist ja schon fast “west-radikal”!

  54. #54 noch'n Flo
    23. November 2011

    @ cydonia:

    Umso mehr ist mir Dein Kommentar dann ein Rätsel. Aber gut, heute scheinen mich wohl so einige Leute nicht recht verstehen zu wollen, warum sollte das dann umgekehrt anders sein…

  55. #55 a+
    23. November 2011

    Ja, war klar das der Einwand kommt. Ich sage nirgends, dass man als “Auffälliger” (wie auch immer) nicht Probleme kriegen kann. Aber die Probleme kriegst du überall in Deutschland.

    WTF???

    Sorry, aber seit wann trollst du denn so deliberat?

  56. #56 a+
    23. November 2011

    @ FF:

    Ich finde leider gerade keine Statistik über rechtsextrem orientierte Übergriffe. Aber diese Liste mit Todesopfern rechtsextremer Gewalt enthält 182 Einträge von denen 85 aus Ostdeutschland stammen (ich hab Berlin komplett mitgezählt).

    Try this.

    Huch, sorry falls das jetzt auch im spam rumdümpelt. Ergänzung: Einwohnerzahl pro Fläche beachten hilft.

  57. #57 Kritiker
    23. November 2011

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/rechtsextremist-karl-richter-in-muenchen-rechts-perfide-erfolglos-1.1196904

    Die ZEIT hat das schon gut auseinander genommen. Und in Ostdeutschland gibt es größere Probleme damit, aber das ist 1. wohl kaum auf Städte zu beziehen, sondern wenn dann auf StadtTEILE und 2. macht man es sich verflucht einfach abschätzig in den Osten zu schauen, wie es hier einige tun.

  58. #58 cydonia
    23. November 2011

    @noch’n Flo und vielleicht auch andere.
    “Wieso sollte man bei Herzinfarkten Mitleid haben oder helfen, wenn die Leute Übergewicht haben, und auch sonst nicht besonders gesund leben? Die sind doch selber Schuld!”
    Würdest du der Aussage auch zustimmen?

  59. #59 Muddi & theBlowfish
    23. November 2011

    @ cydonia *grummel* Schade das die alten Fotoalben immer noch in Umzugkartons sind, ich hätte ZU gerne ein Bild von nnFlo als “langhaariger Bombenleger” mal weitergeleitet…
    Also. stellt Euch einfach mal Bülent Ceylan vor, der versehentlich einen Fussball verschluckt hat- ja, das trifft es so ziemlich…

  60. #60 Thomas J
    23. November 2011

    @nochflo

    hm… heute spielst du irgndwie das Pendant zu gewissen Bären in Sexismusdebatten.
    Keine Ahnung, was mit wem jetzt hier los ist, hm!

    @FF
    Was mich wundert.
    Ist Jena, mit einem Viertel Studenten nicht zwangsläufig eine sehr liberale, frische, offene Stadt?
    Hab noch nie in einer Universitätsstadt gelebt… gibts da grosse Unterschiede?

  61. #61 cydonia
    23. November 2011

    Gut, es gibt bei dem Thema eine Menge Empfindlichkeiten. Ich kann in meiner Heimat(Ausland) auch schlecht auf den immer noch grassierenden Rassismus hinweisen, ohne dass ich der Nestbeschmutzung bezichtigt werde. Rechtsradikale sind ein Problem, sie sind zumindest für mich bis jetzt hauptsächlich in den neuen Bundesländern auf für mich unangenehme Weise richtig sichtbar geworden, obwohl ich weiß, dass es sie natürlich auch in der Stadt gibt, in der ich lebe.
    Das Problem muss aber dennoch angepackt werden, und es sollte dann auch egal sein, ob die Menschen sich in ihrem National- Stadt- oder Wasauchimmerstolz verletzt fühlen. Ein schlechter Bericht ist die eine Sache.
    Die fehlende Empörung über die Morde und das weiverbreitete Desinteresse stört mich inzwischen dann doch etwas mehr, als ich anfangs dachte. Wenn dann der erste von mir wahrgenommene Artikel bei den Blogs sich auf die falsche Darstellung Jenas bezieht(was ich verstehen kann), die Morde aber bis kein Thema waren, ist das eine leichte Schieflage, die an meiner Wahrnehmung liegen kann.
    Ich denke dennoch, dass es wichtiger ist, die rote Karte gegen diese ………. zu ziehen, als sich über Falschdarstellungen aufzuregen. Und es ist klar, dass das “Es gibt Schlimmeres”-Argument keins ist. Mord ist aber Mord und sollte sehr wohl ernstgenommen werden.
    Wenn sich jetzt hier über die Frage gestritten wird, wo sich jetzt mehr Nazis tummeln, scheint mir das nicht ganz so wichtig zu sein, wie das Rechtsradikalenproblem ganz allgemein zu diskutieren und effektiv anzugehen. Ich kann mich aber auch irren.

  62. #62 mathias
    23. November 2011

    Ich bin da mal so frei auf eine Petition zu dem Thema aufmerksam zu machen 😉

    http://www.jenapolis.de/petitionen/petition/show/48
    Ordentlich wut, was da dem Aspekte team entgegenschlägt.. zu recht!

  63. #63 cydonia
    23. November 2011

    @Muddi
    Die Tatsache, lange Haare gehabt zu haben, ist nicht notwendigerweise als korrektiv für eine dämliche Bemerkung geeignet.
    “Scheiß Hippies!” “Was soll denn das jetzt?” Ich darf das, ich hatte auch mal lange Haare”

  64. #64 mathias
    23. November 2011

    cydonia· 23.11.11 · 19:36 Uhr

    Du irrst dich..
    Jena hat 2005 aktiv wiederstand geleistet gegen das Fest der Völker
    http://www.aktionsbuendnis-brandenburg.de/von-der-zivilcourage-zum-zivilen-ungehorsam
    Hat seit jahren viele Aktivitäten grade gegen Rechts gemacht.
    Die zahlen sind seit Jahren rückläufig, und ist als Uni-Stadt ebenfalls sehr aktiv.
    Dennen nun zu sagen: Ihr seit eine Rechte Hochburg,ist jawohl der gipfel der Blödheit.

  65. #65 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @a+ “Sorry, aber seit wann trollst du denn so deliberat? “

    Was ist dein Problem? Meinst du, rechtsextreme Gewalt existiert ausschließlich in Ostdeutschland (die von dir verlinkte taz-Statistik zeigt, dass das nicht stimmt). Ich habe außerdem nirgendwo in meinem Beitrag behauptet, dass es nicht Orte gibt, die gefährlicher sind als andere. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass es eine absurde und schlecht recherchierte Entscheidung des ZDF war, gerade Jena als Illustration des gefährlichen, rechten Ossilandes auszusuchen. Denn wenn es eine Stadt in Ostdeutschland gibt, in der sich Bürger wie Politiker intensiv gegen Rechtsextremismus stellen, dann Jena…

  66. #66 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @Thomas J “Ist Jena, mit einem Viertel Studenten nicht zwangsläufig eine sehr liberale, frische, offene Stadt? Hab noch nie in einer Universitätsstadt gelebt… gibts da grosse Unterschiede? “

    Doch, natürlich ist Jena das. Ich hab schon in mehreren Unistädten gewohnt und Jena ist EXTREM von der Uni geprägt. Wie gesagt – ein Viertel der Einwohner sind Studenten. Leute, die von überall aus der Welt kommen und das macht sich auch in der Stimmung der Stadt bemerkbar. Gerade deswegen ist der ZDF-Beitrag ja so absurd.

  67. #67 Boron
    23. November 2011

    @cydonia
    Aber mal ehrlich, Hippies sind doch Sch… *Duck und weg*

  68. #68 cydonia
    23. November 2011

    @mathias
    Ja, dem stimme ich ja auch ausdrücklich zu! Dennoch scheint mir die Empörung im Vergleich zur Empörung über die Morde überzogen. Eine schlechte Sendung ist immer noch nur eine schlechte Sendung und mag in der Folge auch Menschen demoralisieren. Ich will auch keine primitiv pauschalisierenden Sendungen sehen(Deswegen lese ich Zeitung und habe den Fernseher längst abgeschafft).
    Mir hätte es trotzdem gefallen,wenn die Empörung über eine Falschdarstellung nicht höhere Wellen schlagen würde als die Morde.

  69. #69 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @cydonia: “Die fehlende Empörung über die Morde und das weiverbreitete Desinteresse stört mich inzwischen dann doch etwas mehr, als ich anfangs dachte”

    Mich empört auf dieser Welt vieles. Aber ich schreibe nicht über alles, was mich empört, einen Blogartikel. Ich krieg ja hier öfter Kommentare der Form “Reg dich doch nicht über Astrologie/Homöopathie/XYZ auf, sondern lieber über bla, das ist viel wichtiger”. Die Antwort darauf ist immer die gleiche: Ich blogge über das, was mir zum Zeitpunkt des bloggens bloggenswert erscheint. Mich zu einem Thema zu äußern, das a) sowieso ständig in ALLEN Medien präsent ist und bei dem ich b) keine besondere Expertise und keine Verbindung habe, habe ich für nicht notwendig gehalten (Nur weil die 3 Nazis zufällig aus Jena kommen und ich auch in Jena wohne muss ich deswegen noch lange nicht darüber bloggen. Ich hab auch nicht über die Polizisten gebloggt, die im Sommer in meiner österreichischen Heimatstadt Krems einen Jugendlichen erschossen haben). Mein Blog ist nicht die Tagesschau, die über ALLES berichtet, was interessant sein könnte.

    “Mord ist aber Mord und sollte sehr wohl ernstgenommen werden.”

    Ja, und Kinderschändung ist Kinderschändung. Aber nur weil ich in meinem Blog noch nie über Kinderschänder geschrieben habe, heisst das nicht, dass ich dieses Problem verharmlose oder unwichtig finde.

    Ich habe einen Artikel über einen schlecht recherchierten und tendenziösen ZDF-Beitrag geschrieben. Ich habe keinen Artikel über die Problematik des Rechtsextremismus in Ostdeutschland geschrieben. Tut mir leid, wenn du so einen Artikel gerne gelesen hättest.

  70. #70 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @mathias: “Jena hat 2005 aktiv wiederstand geleistet gegen das Fest der Völker”

    Und wie! Damals war ich gerade erst frisch nach Jena gezogen und war sehr – positiv – überrascht von der Zivilcourage der Bevölkerung. Eine Woche lang gab es jeden Tag eine große Demonstration an der sich ALLE Altersgruppen und Bevölkerungsschichten beteiligt haben. Es nahmen Tag für Tag immer mehr Leute teil. Am “Festtag” selbst waren hunderte Leute (ich war dabei) schon um 5 Uhr Morgens den Veranstaltungsort der Nazis blockiert so dass sie aus dem recht zentrumsnahen Gelände in die Peripherie auf einen Parkplatz eines Baumarktes ausweichen mussten. Die Nazis sind an den Rand der Stadt gedrängt worden, während der Rest der Stadt im Zentrum den ganzen Tag und die ganze Nacht ein wunderbares Multi-Kulti-Fest gefeiert haben 😉 Ich war sehr beeindruckt (und beim darauf folgenden Fest der Völker wars genau so).

  71. #71 cydonia
    23. November 2011

    Nicht aufregen Florian! Ich hatte bereits geschrieben, dass ich weiß, dass das Argument, “Es gibt Wichtigeres” keins ist, damit du das Ganze nicht schon wieder schreiben musst. Ich habe meine Wahrnehmung beschrieben, und daraus kein Sollen abgeleitet.

  72. #72 Beck`s
    23. November 2011

    also ich möchte auch noch einen kleinen erfahrungsbericht beisteuern – bewusst ohne auf die vielen vorigen kommentare einzugehen :)
    ich bin mitte der neunziger mit meiner familie aus london nach jena gezogen und habe meine gesamte gymnasialzeit dort verbracht. jena ist für mich eine der entspanntesten und freundlichsten städte die ich bisher bewohnt habe. der beste freund meines bruders ist halb kenianer, ist in jena geboren und lebt dort bis heute glücklich und zufrieden. es gibt in den NEUEN BUNDESLÄNDERN, um mal den politisch korrekten ausdruck einzuführen wie man ihn mir in der schule beigebracht hat ;), auf jeden fall probleme mit der rechten szene, aber jena ist was das angeht heute der allerletzte ort wo man danach suchen sollte.
    wusstet ihr dass in jena 26% der ARBEITENDEN bevölkerung akademiker sind? und da sind die gut 25000 studenten sind nicht mit eingerechnet, die ein viertel der bevölkerung ausmachen. ich lebe jetzt seit einiger zeit im westen, und ich muss persönlich sagen, dass ich bisher noch keine stadt gefunden habe, in der die atmosphäre so freundlich war. jena ist auf keinen fall eine stadt, die ich als nazihochburg bezeichnen würde.
    mfg aus baden-württemberg

  73. #73 noch'n Flo
    23. November 2011

    @ cydonia:

    Ich darf das, ich hatte auch mal lange Haare

    Hatte???

  74. #74 Epaxom
    23. November 2011

    Ich halte den verletzten Stolz von Lokalpatrioten für einen Teil des Problems im Umgang mit rechter Gewalt. Die Identifikation mit der Stadt (alternativ Region/Bundesland/Staat usw.) in der man wohnt, führt dazu, dass schon die Berichterstattung über kritische Teilaspekte als Beleidigung aufgefasst und aggressiv gekontert wird. In der krasseren und stärker verbreiteten Version läuft das über “das gibt‘s hier nicht!”. Und natürlich wird dann aufgezählt, warum die Entität, mit der man sich identifiziert, so wahnsinnig toll ist. Im Zusammenhang mit rechter Gewalt kennt man das von so ziemlich jedem Bürgermeister und Lokalpolitiker. Oder von örtlicher Polizei und Justiz, die immer wieder versuchen rechte Gewalt im Namen des Standorts unter den Teppich zu kehren oder wenigstens zu unpolitischen Kindereien umzudeklarieren. Das ganze hat natürlich immense negative Folgen für Nazigegner und Opfer. Erstere werden dann als “Nestbeschmutzer” gesehen, die außerhalb des Volkes stehen und zur Raison gebracht werden müssen. Für die Opfer bedeutet es häufig, dass sie gar nicht wahrgenommen, als Lügner diffamiert oder gar zu den wahren Tätern erklärt werden.

    Natürlich möchte ich keineswegs nahe legen, dass du, Florian, so drauf bist wie oben geschildert. Du sprichst ja selbst davon, dass Nazis in Jena existieren. Trotzdem sehe ich strukturelle Gemeinsamkeiten mit den “Argumenten”, die gerade in den Kommentarspalten von Welt, FAZ und PI-News kursieren. Immer wieder heißt es, die Medien sollten sich Berichte über die Naziterroristen sparen, weil das Deutschlands Ansehen beschmutzt, die Nazis doch so wenige wären und das Thema überhaupt nicht berichtenswert. Da wird halt statt dem schönen Jena das schöne Deutschland verteidigt – zugegeben viel radikaler als Jena von dir. Der Lokalpatriotismus, wie er hier durchscheint, kann aber der Einstieg in die Verleugnung realer Probleme und damit letztendlich ihrer Begünstigung sein. Wie wäre es stattdessen mit etwas mehr Gleichgültigkeit gegenüber dem Image einer Stadt? Oder ist es wirklich so wichtig, was irgendein unbekannter Schriftsteller vom Osten oder Jena hält? Selbst wenn jemand denkt, Jena sei eine Nazihochburg, warum stört dich das? Solange niemand behauptet, du wärst ein Nazi, kann dir das doch egal sein. Je mehr über Jenaer Nazis berichtet wird, um so mehr Mühe werden sich staatliche Stellen geben, rechte Gewalttaten in der Stadt zu verhindern und zu ahnden. Ist doch nicht schlecht, oder?

  75. #75 cydonia
    23. November 2011

    Weiß denn jemand,wieso ausgerechnet Jena ausgewählt wurde? Nur wegen der drei? Sonst keine Gründe? Und die wollen Journalisten sein?
    Nein, ich werde auch weiterhin Zeitung lesen. Der Zwang einen Aufreger nach dem nächsten rauszuhauen, scheint der Qualität gar nicht gut zu tun.

  76. #76 cydonia
    23. November 2011

    @noch’n Flo
    Ich war heute beim Frisör :-)

  77. #77 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @Epaxom“Je mehr über Jenaer Nazis berichtet wird, um so mehr Mühe werden sich staatliche Stellen geben, rechte Gewalttaten in der Stadt zu verhindern und zu ahnden. Ist doch nicht schlecht, oder? “

    Hmm – dann wärs doch am besten, wenn das Fernsehen einfach behaupten würde, dass jede Stadt in Deutschland voller Nazis ist. Scheiß auf Wahrheit und Recherche – Hauptsache die Leute haben Angst vor Nazis und machen was dagegen.

    “In der krasseren und stärker verbreiteten Version läuft das über “das gibt‘s hier nicht!”.”

    Vielleicht ist dir der erste Satz meines Artikels aufgefallen…

    “Oder ist es wirklich so wichtig, was irgendein unbekannter Schriftsteller vom Osten oder Jena hält?”

    Es ist – zumindest meiner Meinung nach – schon wichtig, ob ein öffentlich-rechtlicher Sender mal eben im Vorübergehen eine ganze Stadt als “Angstzone” bezeichnet und damit plumpe Vorurteile bedient.

  78. #78 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @cydonia: “Weiß denn jemand,wieso ausgerechnet Jena ausgewählt wurde? Nur wegen der drei? “

    Mir würde sonst kein anderer Grund einfallen.

  79. #79 Epaxom
    23. November 2011

    “In der krasseren und stärker verbreiteten Version läuft das über “das gibt‘s hier nicht!”.”

    Vielleicht ist dir der erste Satz meines Artikels aufgefallen…

    Vielleicht ist dir mein zweiter Absatz aufgefallen:

    Du sprichst ja selbst davon, dass Nazis in Jena existieren.

    Versuch doch wenigsten zu argumentieren anstatt dich mit misslungenen Trollversuchen selbst zu demontieren.

  80. #80 Florian Freistetter
    23. November 2011

    @Epaxom: “Versuch doch wenigsten zu argumentieren anstatt dich mit misslungenen Trollversuchen selbst zu demontieren. “

    Wenn du mir genau sagst, was dein Problem mit meinem Artikel ist, dann können wir gerne vernünftig reden. Wenn dein Problem allerdings ist, dass mein Artikel nicht von dem Thema handelt, das du gerne behandelt sehen würdest, dann kann ich dir nicht weiterhelfen.

    “Du sprichst ja selbst davon, dass Nazis in Jena existieren.”

    Tut mir leid, das habe ich tatsächlich übersehen. Ich sehe aber immer noch nicht, was denn jetzt das Problem sein soll. Niemand hat die Existenz von Nazis geleugnet. Aber es ist trotzdem legitim darauf hinzuweisen, wenn in einer Sendung des ÖR-Fernsehen so ein Unsinn gesagt wird, wie es beim ZDF der Fall war. Das bedeutet nicht, dass man dann gleich die Probleme mit dem Rechtsextremismus verharmlost.

  81. #81 Boron
    23. November 2011

    @cydonia: “Weiß denn jemand,wieso ausgerechnet Jena ausgewählt wurde? Nur wegen der drei? “

    Mir würde sonst kein anderer Grund einfallen.

    Naja, das Trio stammt zwar aus Jena, aber offenbar besteht eine bedeutend stärkere Beziehung zu Zwickau. Nur dass man von München nach Jena bequem mit dem ICE durchfahren kann und man nach Zwickau nochmal in ‘ne Regionalbahn umsteigen muss…

  82. #82 Noblinski
    23. November 2011

    Zum Thema denke ich, dass sich Rechte und auch andere Extremisten immer da am wohlsten fühlen, wo schon welche sind. (Wie in der Astrophysik!) Man könne jetzt mal die Frage stellen, wie das in Nachbarländern ist, wo es dreimal so viele andersfarbige Migranten gibt und dazu fünfmal soviele Mitglieder in nationalistischen Parteien? Trotzdem ist da kein Bürgerkrieg. Es muß also Methoden geben, das einigermaßen auszuhalten.

  83. #83 par
    23. November 2011

    @cydonia: “Weiß denn jemand,wieso ausgerechnet Jena ausgewählt wurde? Nur wegen der drei?”

    Naja deren Herkunft spielt schon eine Rolle, vor allem in Verbindung mit dem Thüringer Heimatschutz. Ansonsten ist es wohl auch wie immer bei (manchen) Medienberichten: Es muss halt irgendwie schockieren um Quote zu kriegen. Zudem ist es der Osten und da fallen meist gleich Differenzierungen weg, und bei Neonazi und Osten sowieso… (schön und amüsant illustriert in dem Artikel: http://thomastrappe.wordpress.com/2011/01/03/im-osten/ (ich hoffe der Link ist kein Problem?)
    Problematisch ist es auch deshalb, weil dadurch tatsächliche Probleme ausgeblendet werden bzw. nur Symbolhandlungen erfolgen die keine Lösungen bringen. Und man natürlich die erfolgreichen Ansätze und auch “Kämpfer” gegen Rechts ignoriert. Jena scheint wohl ein solches positiv Beispiel zu sein. Wodurch abwehrhaltungen entstehen können. Zu recht wie ich meine… Wie Florians Artikel ja auch gut darstellt.

    Und zu Ostdeutschland und Rechtsextremismus nochmal: Natürlich gibts das im Westen auch (bsp Kameradschaft Süd München, Dortmund Dorstfeld, usw.). Das gibts auch überall – regional unterschiedlich ausgeprägt halt…

    @Boron: “(…) Nur dass man von München nach Jena bequem mit dem ICE durchfahren kann und man nach Zwickau nochmal in ‘ne Regionalbahn umsteigen muss…”

    Das wirft natürlich den wild spekulierbaren Zusammenhang zwischen Kameradschaft Süd (Wiese) und THS usw. auf…

  84. #84 Boron
    23. November 2011

    @par
    Ähm, das meinte ich aber garnicht. Ich hatte da eher den (nicht weniger wild spekulierten) organisatorischen Vorteil des Drehorts Jena gegenüber Zwickau im Sinn…

    Zu deinem Link: Netter Artikel. Und ja, genau darum gehts – um Klischees. Und es scheint, als ob Jena eine der Städte im Osten ist, auf die das (mitunter absolut berechtigte) Klischee Ostdeutschland=fremdenfeindlich am wenigsten zutrifft. Von daher also ist die Entrüstrung der Jenenser absolut nachvollziehbar.

    Hier nachzulesen übrigens die Stellungnahme der aspekte-Redaktion. Man besteht offenbar darauf, dass der Osten generell ein Nazi-Problem hat und dass das deshalb auch zwangsläufig im selben Maße für Jena gelten muss.

  85. #85 mathias
    23. November 2011

    Die “Stellungnahme” des Aspekte Teams wurde gleich mal sauber auseinander genonnen 😉
    http://steve-r.de/2011/11/zdf-beitrag-extreme-gewaltbereitschaft-stellungnahme-der-aspekte-redaktion-mein-kommentar/
    Florian ich würde die Stellungnahme nicht lesen, sonst kriegste noch einen Blutsturz..
    Also vorsicht 😉

  86. #86 Lohengrin
    23. November 2011

    Im Ergebnis der letzten Stadtratswahl in Jena taucht die NPD übrigens nicht mal auf. Bei der Bundestagswahl 2009 bekam die NPD in Jena 1,9% und lag damit nur wenig über dem Gesamtergebnis von 1,5%).

    Etwas Ähnliches habe ich jemandem in Patagonien erzählt, als er mich fragte, ob in Deutschland wirklich die Hitler-Anhänger in Massen durch die Straßen marschieren.

    Ich habe keine Ahnung, warum das ZDF es für eine gute Idee gehalten hat, wieder einmal die alten Klischees von “Ossi” vs. “Wessi” zu bedienen (den Kram hab ich als Ausländer sowieso nie verstanden, jetzt ist das schon 20 Jahre her, da könnte man das ja langsam mal bleiben lassen), Vorurteile zu verbreiten und den Leuten Angst einzujagen.

    Wenn Österreicher Ausländer sind, dann waren es Ossis bis 1990 auch.

    @buntehaareundaufsmaul· 23.11.11 · 13:31 Uhr
    das ist in jena garnicht so schlimm auch im vergleich – sagt der unauffälliige weiße aus der gehobenen mittelschicht.

    Florian Freistetter gehört zur gehobenen Mittelschicht? Weißt du eigentlich wie Wissenschaftler in Deutschland bezahlt werden?

    Adent· 23.11.11 · 16:10 Uhr
    Man könnte vielleicht mal einen Schritt zurücktreten und sich die Arbeitsplatzsituation im Osten anschauen. Ich denke das Problem mit Rechtsradikalen, die ja im Osten tatsächlich häufiger vorkommen (nicht explizit in Jena wie Florian Zahlen zeigen) stammt eindeutig daher, daß so viele “unbeschäftigt” sind. Da sucht man sich dann was, zum Beispiel andere, die auch nichts zu tun haben außer ihre braune Gülle über jeden Anders aussehenden auszukippen oder man geht zum Fußball und schlägt andere zu Krüppeln (z.B. Rostock/Dresden).

    Ich war vor einem halben Jahr mit dem Fahrrad durch Ostdeutschland unterwegs. Dort habe ich bei Aken an der Elbe wild gezeltet. Ich habe aufgepasst, dass mich niemand dabei sieht, weil ich sonst befürchtete, dass jemand zum Randalieren kommt. Als ich vorher in einer Pizzeria war, empfahl mir die Frau hinter dem Tresen die schönen und vielen Pensionen. Als ich das mit Verweis auf meine Einstellung “Was du nicht brauchst, das benutz nicht!” abwies, wurde die Frau etwas pampig.
    Es geht nicht um Arbeitsplätze, sondern um die Erziehung zu verschwenderischem und rücksichtslosem Verhalten, insbesondere um die Erziehung durch die ARGEn.
    Unter Studenten und Akademikern ist diese Einstellung eher selten. Daher passt dieser Menschenschlag nicht zu Jena.

    Boron· 23.11.11 · 21:23 Uhr
    Nur dass man von München nach Jena bequem mit dem ICE durchfahren kann und man nach Zwickau nochmal in ‘ne Regionalbahn umsteigen muss…

    Das passt!

  87. #87 mathias
    23. November 2011

    Schwarzer Humor gefällig?
    http://www.l-iz.de/html/artikel/comics/schwarwel/zone.jpg
    Frisch aus dem Facebook storm 😀

  88. #88 Realist
    23. November 2011

    Wie haben eigentlich die Bewohner von Nazideutschland ihre Nazis wahrgenommen? War denen klar, dass sie ein Naziproblem hatten, oder fanden sie alles total entspannt, waren mit der Gesamtsituation zufrieden und fanden Berichte über die Gefährlichkeit ihrer Nazis übertrieben?

  89. #89 a+
    23. November 2011

    Oh jeh. Ist nicht dein Ernst, oder?

    @a+ “Sorry, aber seit wann trollst du denn so deliberat? ”

    Was ist dein Problem?

    Ist ja wirklich deine ernstgemeinte Frage, offensichtlich.
    Verflixt, das wird länger. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht hier:

    (1) Ja, war klar das der Einwand kommt. (2) Ich sage nirgends, dass man als “Auffälliger” (wie auch immer) nicht Probleme kriegen kann. (3) Aber die Probleme kriegst du überall in Deutschland.

    1) Sprachliche Herabsetzung: “War ja klar” benutzt man gern, um jemandem Dummheit zu unterstellen. Oft als Provokation eingesetzt, ad hominem zu verstehen.
    2) Verabsolutierung (hier der Aussage des Gegners), gepaart mit einer Finte (Zustimmungseristik).
    3) Ablenkung ins Allgemeine, scheinbar zustimmungsfähige.
    Und dabei bin ich nicht mal beim Inhalt angelangt. Zu trollig, und der furor des threads führt bei mir zu einer Bestätigung dieser Wahrnehmung. Dein “Was ist dein Problem” ist auch ganz schön gereizt (und holt sich bei Mitlesern zustimmung ab, ad auditores).

    Meinst du, rechtsextreme Gewalt existiert ausschließlich in Ostdeutschland (die von dir verlinkte taz-Statistik zeigt, dass das nicht stimmt).

    Unterstellung, sogar ohne Fragezeichen und mit gleichzeitig vorgebrachtem scheinbaren Gegenargument? Komm mal wieder runter, bitte.

    Mal zur Klarstellung:
    Ich will Jena nichts böses, hab den bekloppten Aspekte-Beitrag auch nicht gesehen und interessiere mich ehrlichgesagt weder für üble Nachrede über Jena noch über irgend eine andere Stadt. Ich hab auch keinen Groll gegen eines der östlichen Bundesländer. Aber einen gegen Gewalttäter. Und da fragt man sich dann doch, auf welchem Mist die braune Scheiße gedeiht, um zu verstehen, was man dagegen tun kann. Licherketten will ich jedenfalls keine mehr sehen, genausowenig wie Bratwurststände am Rande eines gerade abgefackelten Wohnblocks!

    Die Zahlen der Amadeo-Antonio-Stiftung stehen erstmal für sich. Nebenbei, die Bundesregierung spricht von 47 Fällen. Im Vergleich zu 182. Und die 182 hat ausgerechnet Springers WamS diese Woche abgedruckt (für mich ein majorWTF). Wenn man das dann mit der Einwohnerzahl und dem Anteil an Ausländern an der Gesamtbevölkerung vergleicht, kommt man darauf, dass überproportionale Gewalttatenrate mit rechtsextremem Hintergrund im Osten der Bundesrepublik existiert.

    Ich habe außerdem nirgendwo in meinem Beitrag behauptet, dass es nicht Orte gibt, die gefährlicher sind als andere.

    Schon wieder dieses Argument. Ich bezog mich mit dem “WTF???” nicht auf deinen blogpost, sondern dein Kommentarposting. Und das ist trollig und zudem eine Verkennung der Tatsachen. Du verallgemeinerst dabei und releativierst dadurch. Deine Aussage (ich paraphrasiere nur leicht): “Als “Auffälliger” bekommst du überall in Deutschland Probleme.”

    Das provoziert die (unterstellte!) Deutung “selber Schuld, wenn man auffällig ist.” Auf dem Niveau will ich gar nicht mit dir diskutieren. Aber ich gebe zu, ich war kurz davor. Danke, noch’n Flo, davor hast du mich bewahrt. m(

    Leider ist’s aber einfach eine falsche allgemeine Behauptung. Die Statistik geht vorn der Behauptung nicht weg: im Osten der Bundesrepublik bekommst Du als eindeutig erkennbarer Nichtdeutscher eben eher Probleme. Es gibt weniger Leute, die Solcherart auffallen
    (prozentualer Anteil der Opfer X) und mehr Leute, die Probleme machen (Prozentualer Anteil der potentiellen Täter oder Sympathisanten Y). Und hinterher bist du eine Karteileiche im Bundesnaziarchiv. Haltnein! Natürlich nicht, weil: das waren ja in der Vergangenheit auch nur 47, bundesweit!einself! Ist doch alles gar nicht so schlimm, bitte weitergehen, hier gibt’s nichts zu sehen, hier gibts keine Nazis. Probieren sie’s doch mal dahinten, bei den Biedermanns, die sind immer so komisch gekleidet und singen Volkslieder.

    So, deutlicher geht’s jetzt nicht. Trollsoll erfüllt.

    Ich habe nur darauf hingewiesen, dass es eine absurde und schlecht recherchierte Entscheidung des ZDF war, gerade Jena als Illustration des gefährlichen, rechten Ossilandes auszusuchen. Denn wenn es eine Stadt in Ostdeutschland gibt, in der sich Bürger wie Politiker intensiv gegen Rechtsextremismus stellen, dann Jena…

    Ich glaub’ dir das ja.
    Dein Zorn darüber in allen Ehren. Aber mal nicht die Perspektive verlieren, und vor allem nicht so schlecht trollen. Bitte.

    Ich geh’ jetzt jedenfalls zu keiner Lichterkette, sondern kehre vor der eigenen Tür. Vor dreieinhalb Wochen, Innenstadtnähe in Mitteldeutschland: betrunkener Klischee-Typ mit oben-ohne-Frisur samt Freundin und Kinderwagen auf dem Weg zum Späti, dessen Mobiltelefon Naziballaden aus dem Piezolautsprecher plärrt – und mehr Zivilcourage als einen verstörten Blick habe ich nicht aufgebracht. Mir ist hinterher erst aufgegangen, daß die Frau hinter der Theke es vielleicht geschätzt hätte, wenn ich einen Moment noch vor der Tür stehen geblieben wäre. Und, nein, das war nicht in Jena. Nichtmal im Osten.

    Soviel persönliches dazu.

  90. #90 Matt
    24. November 2011

    Ich denke auch, dass hier Ursache und Darstellung von Problemen komplett verkannt werden. Auch diese rechten Mörder als “Terrorzelle” zu beschreiben, das geht eigentlich zu weit, wenn man die ganzen V-Männer aus der rechten Szene abzieht, bleibt da wahrschienlich nicht mehr viel übrig – das ist ja eher ABM … Wie schon oben erwähnt ist eher das Umfeld, die Arbeitsplatzsituation der Grund für das Abrutschen in extreme Haltungen. Da wo es viele Menschen gibt, denen es ihrer Meinung nach schlecht geht, dort ist auch die Gefahr rechter UND linker Gewalt größer als andernorts. Und ich möchte hier mal als weißer Normalo in Jena klar stellen, dass ich dann eher Angst habe von den ständig besoffenen Punks und Hools angepöbelt zu werden. Links- UND Rechtsextremismus und damit verbundene Gewalt sind abzulehnen, aber leider wird mMn der Linksextremismus gesellschaftlich geduldet … ich finde das ist eher ein Ostdeutsches Problem, was aber auch auf die oben genannten Kriterien zurückzuführen ist.

    Aus meinen Erfahrungen beim Bund (im Westen) muss ich leider auch sagen, dass die “West”-bürger dort zu sehr viel mehr rechtem Gedankengut neigten … Sind nun alle “Wessis”, die beim Bund sind, Nazis? (analog den Verallgemeinerungen beim ZDF und auch hier in den Kommentaren)

    Jena ist sehr weltoffen und friedlich, aber es gibt hier wie auch anderswo einige Fehlgeleitete, Rechte, wie Linke, wie Hools, aber per se muss sich niemand im Osten fürchten. Und man muss auch sagen, dass solche Artikel, wie des ZDF eher dazu führen die Ost/West-Wahrnehmung wieder stark zu teilen und in den Köpfen der Menschen zu verankern und ich gehe sogar soweit, dass dann die Gründe für solche Art von Gewalt in Deutschland und anderswo verkannt werden, die Wurzel allen Übels muss ausgemerzt werden, keine Kur für Symptome. Es ist doch im Grunde total egal, wie sich die Gewaltbereitschaft einiger nach außen motiviert … Es sagt doch auch keiner, wenn Verblendete Antikapitalisten Autos in Brand stecken und Menschen gefährden, Steine schmeißen usw. dass es dann in diesen Orten ein “linkes” Problem gibt. Wenn eine Stadt eine hohe Ausländerquote hat, hat sie dann ein “Ausländer”-Problem?? Man dreht sichs immer wie man es braucht, vor allem, wenn man irgendwo in München, Hamburg oder sonst wo sitzt …

    Und noch abschließend aus persönlicher Erfahrung. Ich bin relativ tolerant – da wird man durch Studium und andere Dinge geprägt (es gibt Blinsen, die kommen aus D und auch aus dem Ausland … komisch aber wahr :) ) – aber als ich letztens in Mannheim war und ich als Deutscher scheinbar merkwürdig von den fast ausschließlich mit Migrationshintergrund aussehenden Passanten beäugt wurde … muss ich jetzt nachträglich angst haben vor Mannheim??

  91. #91 Stefan W.
    24. November 2011

    cydonia· 23.11.11 · 20:26 Uhr
    Weiß denn jemand,wieso ausgerechnet Jena ausgewählt wurde? Nur wegen der drei?

    Wieviele hätten es denn sein sollen?

    noch’n Flo· 23.11.11 · 14:05 Uhr
    @ buntehaareundaufsmaul: Und wer zwingt Dich dazu, Dir Deine Haare bunt zu färben?

    Es geht darum, dass ihn jemand zwingen will, nicht mit bunten Haaren rumzulaufen; vor diesem Hintergrund ist die Frage unerträglich.

    Ebenso ist es ein Bärendienst, den brutalen Rassismus zu einem regionalen Problem zu erklären. Natürlich erregt ein schlecht begründeter Beitrag Ärger und Widerspruch, und lenkt vom eigentlichen Thema ab.

    Als eigentliches Thema schlage ich vor: Sind die Täter eigentlich Christen, oder christlich geprägt? Die sehen doch sehr christlich aus, und kommen aus einer christlichen Kultur!

  92. #92 Lohengrin
    24. November 2011

    Kommentar-Direktlink Stefan W.· 24.11.11 · 00:30 Uhr

    cydonia· 23.11.11 · 20:26 Uhr Weiß denn jemand,wieso ausgerechnet Jena ausgewählt wurde? Nur wegen der drei?

    Wieviele hätten es denn sein sollen?

    So viele wie in Sebnitz. Der Medienrummel um Sebnitz ist übrigens genau 11 Jahre her.

    Ebenso ist es ein Bärendienst, den brutalen Rassismus zu einem regionalen Problem zu erklären. Natürlich erregt ein schlecht begründeter Beitrag Ärger und Widerspruch, und lenkt vom eigentlichen Thema ab.

    Das eigentliche Thema ist die Angstmacherei. Erst im Schatten dieser Angstmacherei und mit Hilfe der V-Leute zur angeblichen Bekämpfung der Gewalttäter, entstehen diese.

  93. #93 Wolf
    24. November 2011

    Ich will mich an dieser Diskussion so e gar nicht beteiligen, aber vielleicht sollte erst mal damit aufgehört werden von Wessis und Ossis zu sprechen.

    Über 20 Jahre und es hat sich immer noch nichts geändert :-(
    Immer noch ne Mauer im Kopf…(und nein, das in “” setzen ändert nichts, aber auch gar nichts daran, dass diese Bezeichnungen absolut idiotisches Bildzeitungwortwahl ist)
    Echt traurig…

  94. #94 Christian Berger
    24. November 2011

    Ich glaube in den Nachrichtenabteilungen des ZDFs arbeiten _längst_ keine motivierten Leute mehr. Die Zeiten sind längst vorbei.

  95. #95 Florian Freistetter
    24. November 2011

    @a+ “”Als “Auffälliger” bekommst du überall in Deutschland Probleme.” Das provoziert die (unterstellte!) Deutung “selber Schuld, wenn man auffällig ist.”

    Wenn du mir unbedingt diese Einstellung unterjubeln willst, dann werd ich dich nicht daran hindern können. Wenn dich Behauptungen, die du mir unterstellst, die ich aber nicht gemacht habe, provozieren, kann ich dir nicht helfen. Ich denke auch nicht, dass es sonderlich viel Sinn macht, mit dir weiter zu diskutieren.

    “Ist doch alles gar nicht so schlimm, bitte weitergehen, hier gibt’s nichts zu sehen, hier gibts keine Nazis”

    Ach so – du meinst, mein Artikel würde die Existenz der Nazis ignorieren, die Gefahr des Rechtsextremismus verharmlosen? Tja, nochmal: Ich kann nichts dafür, wenn du dich von Dingen gestört fühlst, die deiner Interpretation entspringen, aber nicht in meinem Text stehen.

  96. #96 Florian Freistetter
    24. November 2011

    Hab noch ein paar aktuelle Links an Ende des Artikels gestellt.

  97. #97 Ali Schwarzer
    24. November 2011

    Da schon fast alles gesagt wurde und ich wegen der schlechten Internetverbindung den Beitrag selbst zurzeit nicht anschauen kann, beziehe ich mich jetzt kurz nur auf die Kommentare bzw. auf das Thema allgemein.

    1. Ich kenne Jena selbst nicht, bin aber gebürtiger Leipziger. Hier tun auch immer alle ganz weltoffen und liberal. Dabei haben auch wir ein übles Problem mit Rechtsgesinnten. Zwar kann man sich darauf verlassen, dass sich viele Leute Nazidemos in den Weg stellen, aber gegen “undeutsch” Aussehende — und das Problem kann man nicht wegdiskutieren — ist die Stadt feindselig eingestellt. Ich weiß das, weil ich “nicht deutsch” aussehe.

    2. Im Zusammenleben mit “Ossis” und “Wessis” ist mir aufgefallen, dass ganz klar die Ressentiments gegen “Andersartige” im Osten deutlich größer sind als im Westen, ABER — und das ist ein wichtiger Punkt — diese Auffälligkeit ist besonders der Tatsache geschuldet, dass Ossis ganz oft mit dem Rausplatzen, was sie gerade denken, während im Westen gern drumherum geredet wird.

    3. Was bei der medialen Darstellung von Nazis nervt, sind die Bilder, die die immer gleichen ungepflegten, kahlrasierten, fies dreinblickenden Hohlbirnen zeigen. Damit wird der Eindruck erweckt, dass Rassismus etc. nur am ganz rechten Rand zu finden ist. Ist natürlich auch bequem, weil man sich so nicht mehr um den Rassismus in der Mitte der Gesellschaft kümmern muss. Dabei geht auch unter, dass Nazis heute normalerweise gesetzter sind.

    4. Nur weil jemand studiert, ist er nicht automatisch weltoffen. Das gleiche gilt für den Hochschulstandort. In Passau leben 50.000 Menschen, 10.000 Studenten verzeichnet die Hochschule. Scheiße, ist die Stadt verstockt.

  98. #98 a+
    24. November 2011

    @Florian :

    Auch wenn du meinst, dass diskutieren mit mir sinnlos ist
    -> pinn-to-wall for the casual glimpse.

    Ich habe versucht dir deutlich zu machen, dass durch deinen Aussage eine unterstellte Deutung beim Leser provoziert wird. Ich habe dir zu verstehen gegeben, dass ich mir über die Unterstellung der Aussage bewußt ist.

    Ich störe mich an deinem RE:, nicht am blogpost. Der Artikel ist nicht berührt, ich schreibe ausschließlich zu deinem Forenbeitrag.

    Ja, ich finde, deine Aussage “Als “Auffälliger” bekommst du überall in Deutschland Probleme.” falsch und verharmlosend. Ich glaube nicht, dass du die Einstellung hast, du hast ja auch mehrfach in anderen RE:s darauf hingewiesen, dass es Orte gibt, die gefährlicher sind als andere. Aber besagte Aussage bleibt davon unberührt falsch und verharmlosend. Getrennt von dir als Person. Ich bin ehrlich erstaunt, dass du so viel Angriffsfläche geboten hast.

    Mein zweiter post, der mit dem verlinkten etwas krude formulierten tazartikel, geht vom Speziellen ins Allgemeine. Bitte atme mal durch, bevor du mir jetzt wieder in die Tasten haust (falls du’s tust).

    Ich habe selber sehr deutlich übertrieben, vgl.”bitte weitergehen”. Deshalb nochmal etwas weniger aufgeladen: die Bundesregierung rechnet sich mit sehr viel weniger Todesopfern rechter Gewalt die Statistik schön. Sogar Springer hat das gemerkt und publiziert in einer bürgerlich-konservativen Zeitung Mehrseitig und als Schlagzeile die Basisinformationen zu 182 Opfern rechter Gewalt seit 1990. Die Statistik zeigt eine Häufung der Fälle im Osten der BRD.

    Ich meine, im *Allgemeinen* und nicht auf deinen Blogpost oder dein RE: oder deine Person bezogen, dass viel zu häufig verharmlost wird und viel zu häufig mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Meine rezenteste Erfahrung dazu habe ich da oben auch geschildert.

    Dein RE: Satz “Ich finde leider gerade keine Statistik” war der Auslöser zum zweiten Post. Wenn du meinst, dass dein RE: nicht verharmlosend ist, kann ich das nicht ändern. However, jepp, ich fühle mich davon gestört, und ich habe den Kontext versucht zu geben. Wenn du mich deswegen als Troll empfindest, ist das halt so. (Hoffe, das geht nicht allen so.)

  99. #99 cydonia
    24. November 2011

    @Ali Schwarzer
    Danke für diese Stellungnahme, die einige wirklich wichtige Punkte anspricht.

  100. #100 m.s
    24. November 2011

    @a+

    Ich bin Österreicher (und wohne auch in Österreich), daher lese ich diesen Beitrag relativ emotionslos.

    Daß aus der Aussage:

    “”Als “Auffälliger” bekommst du überall in Deutschland Probleme.”

    die Schlussfolgerung:

    “Das provoziert die (unterstellte!) Deutung “selber Schuld, wenn man auffällig ist.”

    gezogen wird, finde ich eher lächerlich.

  101. #101 Florian Freistetter
    24. November 2011

    @m.s. Vermutlich hat man sich an dem Wort “Auffälliger” gestoßen. Das hab ich aber nur als Abkürzung für “Ausländer (aber nur die Ausländer, die auch so aussehen wie man sich Ausländer vorstellt), Deutsche die wie Ausländer (so wie man sich Ausländer vorstellt) aussehen, Menschen anderer Hautfarbe, Menschen anderer Religion (solange man ihnen die Religionsangehörigkeit ansehen kann), bekannten Gegnern von Rechtsextremen Gruppen, Menschen, die wie “Linke” aussehen und alle anderen an denen Nazis aus irgendwelchen absurden Gründen Anstoß nehmen könnten” verwendet.

  102. #102 Boron
    24. November 2011

    @Matt

    War ja zu erwarten, dass hier noch jemand aufschlägt, der sich von besoffenen Punks und scheel guckenden Migranten belästigt fühlt und mit erhobenem Zeigefinger vor dem pöhsen Linksextremismus warnt.

    Ich denke auch, dass hier Ursache und Darstellung von Problemen komplett verkannt werden. Auch diese rechten Mörder als “Terrorzelle” zu beschreiben, das geht eigentlich zu weit, wenn man die ganzen V-Männer aus der rechten Szene abzieht, bleibt da wahrschienlich nicht mehr viel übrig – das ist ja eher ABM …

    Willst du hier ehrlich unterstellen, dass das Phänomen “Rechtsterrorismus” aus den V-Leuten des VS resultiert? Weißt du, was ein V-Mann ist? Weißt du, was Verharmlosung ist?

    Wie schon oben erwähnt ist eher das Umfeld, die Arbeitsplatzsituation der Grund für das Abrutschen in extreme Haltungen. Da wo es viele Menschen gibt, denen es ihrer Meinung nach schlecht geht, dort ist auch die Gefahr rechter UND linker Gewalt größer als andernorts.

    Ja, aber linke Gewalttäter prügeln keine Menschen tot, weil sie die “falsche” Hautfarbe haben oder die “falsche” sexuelle Orientierung – das sind Dinge, mit denen wird man geboren und man kann nichts dafür! Linke Gewalttäter greifen ausschließlich Menschen mit der “falschen” Ideologie an, meistens aber Sachwerte. Das reicht im Prinzip schon aus, das eine nicht mit dem anderen über einen Kamm scheren zu können.

    Und ich möchte hier mal als weißer Normalo in Jena klar stellen, dass ich dann eher Angst habe von den ständig besoffenen Punks und Hools angepöbelt zu werden. Links- UND Rechtsextremismus und damit verbundene Gewalt sind abzulehnen, aber leider wird mMn der Linksextremismus gesellschaftlich geduldet …

    Du weißt schon, dass Punks und Hools per sé nicht so einfach als “linksextrem” einzustufen sind sondern eher als unpolitisch? Weißt du, was ein “Linksextremist” eigentlich so tut?

    Aus meinen Erfahrungen beim Bund (im Westen) muss ich leider auch sagen, dass die “West”-bürger dort zu sehr viel mehr rechtem Gedankengut neigten … Sind nun alle “Wessis”, die beim Bund sind, Nazis? (analog den Verallgemeinerungen beim ZDF und auch hier in den Kommentaren)

    Naja, soooo ‘ne große Überraschung, dass beim Bund eher Rechte rumhängen ist das ja nun auch nicht. Linke sind generell weniger militäraffin und leiste(te)n daher eher Zivildienst. Aber beim ZDF hieß es ja auch nicht, dass alle Ossis Nazis sind, also was soll dieses falsche und überzogene Gleichnis?

    Jena ist sehr weltoffen und friedlich, aber es gibt hier wie auch anderswo einige Fehlgeleitete, Rechte, wie Linke, wie Hools, aber per se muss sich niemand im Osten fürchten.

    Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Hättest du mal die Kommentare alle gelesen, dann wüsstest du, dass es eine Statistik gibt, die klar erkennen lässt, dass es im Osten sehr wohl riskanter ist, durch rechte Gewalt zu Tode zu kommen, wenn man nicht gerade ein “weißer Normalo” ist. Nur weil das für Jena offenbar nicht zutrifft, kann das für Magdeburg-Olvenstedt sehr wohl zutreffen oder Berlin-Lichtenberg oder ein beliebiges Kaff im schönen Erzgebirge.

    Und man muss auch sagen, dass solche Artikel, wie des ZDF eher dazu führen die Ost/West-Wahrnehmung wieder stark zu teilen und in den Köpfen der Menschen zu verankern

    Zustimmung.

    und ich gehe sogar soweit, dass dann die Gründe für solche Art von Gewalt in Deutschland und anderswo verkannt werden,

    Die Ursachen sind im Prinzip weitrgehend bekannt und sind auch hier im Kommentarthread schon mehrfach angeklungen.

    die Wurzel allen Übels muss ausgemerzt werden, keine Kur für Symptome.

    Ja, da haperts dann meistens am politischen Willen der Regierenden. Hast du dir eigentlich schonmal überlegt, was es möglicherweise hieße, die Ursachen zu beseitigen? Kapitalismus abschaffen? 😉

    Es ist doch im Grunde total egal, wie sich die Gewaltbereitschaft einiger nach außen motiviert … Es sagt doch auch keiner, wenn Verblendete Antikapitalisten Autos in Brand stecken und Menschen gefährden, Steine schmeißen usw. dass es dann in diesen Orten ein “linkes” Problem gibt.

    Reicht das?

    Wenn eine Stadt eine hohe Ausländerquote hat, hat sie dann ein “Ausländer”-Problem??

    Alter, wie tickst du denn?! Einen Bevölkerungsanteil gleichzusetzen mit einer Verbrechensrate?! Geht’s noch?!

    Und noch abschließend aus persönlicher Erfahrung. Ich bin relativ tolerant – da wird man durch Studium und andere Dinge geprägt (es gibt Blinsen, die kommen aus D und auch aus dem Ausland … komisch aber wahr :) ) – aber als ich letztens in Mannheim war und ich als Deutscher scheinbar merkwürdig von den fast ausschließlich mit Migrationshintergrund aussehenden Passanten beäugt wurde … muss ich jetzt nachträglich angst haben vor Mannheim??

    Ja, ja, schon klar. Tolerant sein aber sich von Migranten schief angeguckt fühlen. Du bist lustig! Aber um ehrlich zu sein. Es gibt zweifelsohne Migranten, die Deutschen gegenüber Vorurteile pflegen oder intolerant gegenüber Homosexuellen sind oder frauenfeindlich sind. Diese Leute finde ich auch Sch**ße, aber nicht weil es sich um Migranten handelt, sondern wegen ihrer rassistischen, homophoben und sexistischen Weltsicht! Das ist ein Unterschied.

  103. #103 Lohengrin
    24. November 2011

    @Ali Schwarzer

    Zwar kann man sich darauf verlassen, dass sich viele Leute Nazidemos in den Weg stellen, aber gegen “undeutsch” Aussehende — und das Problem kann man nicht wegdiskutieren — ist die Stadt feindselig eingestellt. Ich weiß das, weil ich “nicht deutsch” aussehe.

    Was heißt das konkret? Wirst du verprügelt? Wirst du bestohlen? Lässt man dich nicht in Geschäfte? Oder kuckt man dich nur seltsam an?

    Ist natürlich auch bequem, weil man sich so nicht mehr um den Rassismus in der Mitte der Gesellschaft kümmern muss. Dabei geht auch unter, dass Nazis heute normalerweise gesetzter sind.

    Ist jemand, der einem Fremden gegenüber zugeknöpft ist, ein Nazi, der bekämpft werden muss?
    Es ist ein völlig gewöhnliches Verhalten, dass man Seinesgleichen gegenüber Fremden bevorzugt. Dabei meine ich nicht Hautfarbe, sondern vor allem Interessen, womit wir wieder bei den bunten Haaren sind. Der Fremde kann und soll Respekt verlangen, mehr nicht.
    Dass ein Fremder respektiert werden muss, gehört zur deutschen Kultur. Dass man ihn wie Seinesgleichen behandeln muss, nicht.

    In Passau leben 50.000 Menschen, 10.000 Studenten verzeichnet die Hochschule. Scheiße, ist die Stadt verstockt.

    Es ist schon ein Unterschied, ob man es hauptsächlich mit Physikern, Chemikern, Biologen und Medizinern zu tun hat oder hauptsächlich mit Geisterwissenschaftlern.

  104. #104 Sim
    24. November 2011

    Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Hättest du mal die Kommentare alle gelesen, dann wüsstest du, dass es eine Statistik gibt, die klar erkennen lässt, dass es im Osten sehr wohl riskanter ist, durch rechte Gewalt zu Tode zu kommen, wenn man nicht gerade ein “weißer Normalo” ist.

    Das ist doch eine bekannte Strategie. Wenn etwas nicht von sich aus schlimm genug ist, vergleiche es mit etwas wenigen schlimmen, dann kann man es schlimmer nennen. Und so wird hier ein “In Ort A ist es als angehöriger von Gruppe X riskanter, durch rechte Gewalt zu Tode zu kommen als in Ort B”. Das kann eine vollkommen richtige Aussage sein. Auch richtig ist, dass es im allgemeinen noch riskanter ist im Sommer im Schwimmbad zu ertrinken als von Nazis tot gehaun zu werden.

    Damit wird natürlich nicht gesagt das es nicht schlimm wäre wenn Jemand durch Nazis stirbt oder ertrinkt. Aber wenn man an einer realistischen Gefahrenabschätzung interessiert ist bietet es sich an etwas weiter zu denken als nicht nur seine Ängste zu zelebrieren.

  105. #105 Florian Freistetter
    24. November 2011

    @Lohengrin: “. Dass ein Fremder respektiert werden muss, gehört zur deutschen Kultur. Dass man ihn wie Seinesgleichen behandeln muss, nicht. “

    Ali Schwarzer sprach von einer “feindseligen Einstellung”. Das ist etwas ganz anders als “nicht wie seinesgleichen behandeln” (was immer das auch bedeuten soll). Es gibt keinen Grund, warum Leute in Deutschland Nicht-Deutsche (oder solche die nur so aussehen) anders behandeln sollten als Deutsche. Alles anderes ist per Definition Rassimus.

  106. #106 Boron
    24. November 2011

    @Sim

    Auch richtig ist, dass es im allgemeinen noch riskanter ist im Sommer im Schwimmbad zu ertrinken als von Nazis tot gehaun zu werden.

    Das ist zwar richtig, aber ein nichtssagender Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Verdict: fail!

  107. #107 Sim
    24. November 2011

    @ Boron

    Lass mir dir erklären, warum das gar kein fail ist.

    Weißt du, ich fand es schon immer seltsam, wieso man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen können sollte. Es sind immerhin beides Früchte die man bezüglich verschiedener Qualitäten durchaus vergleichen kann und in dem von mir angesprochenen Beispiel handelt es sich jeweils um Todesursachen, also Dinge an denen man unabhängig voneinander (außer wenn man von nem Nazi ertränkt wird) sterben kann, die ich bezüglich ihrer Häufigkeit verglichen habe.

    Die Frage ist doch nur: Wovor haben wir Angst?

    Wenn ich keine Angst vor dem ertrinken habe brauch ich auch keine Angst davor haben, dass mich Nazis abmurksen. Das ist natürlich keine Garantie, dass man nicht ertrinkt oder von Nazis abgemurkst wird, aber es lebt sich besser.

    Aber diese bildhafte und keineswegs vollständige Vergleich soll nur eines verdeutlichen: Wie groß ist die Gefahr wirklich? Wenn es legitim ist die Wahrscheinlichkeit eines wie auch immer gearteten Hazards in Stadt A mit Stadt B zu vergleichen wobei es sich nur um einen Teilhazard aus der Gesamtmenge aller Hazards handelt, dann kann ich auch verschiedene Hazards aus einer Stadt oder Gegend miteinander vergleichen. Wieso auch nicht?

    Und ist es gerechtfertigt mit unter sich aus diesen Vergleichen speißender Paranoia ganze Städte unter Generalverdacht zu stellen und als Nazihochburgen zu deklarieren? Nach meinem dafürhalten nicht. Ich bin für Objektivität.

  108. #108 Lohengrin
    24. November 2011

    @FF

    Ali Schwarzer sprach von einer “feindseligen Einstellung”. Das ist etwas ganz anders als “nicht wie seinesgleichen behandeln” (was immer das auch bedeuten soll).

    Ist jemand, der Seinesgleichen gegenüber Fremden bevorzugt, Fremden gegenüber feindselig?

    Es gibt keinen Grund, warum Leute in Deutschland Nicht-Deutsche (oder solche die nur so aussehen) anders behandeln sollten als Deutsche. Alles anderes ist per Definition Rassimus.

    Der Grund ist, dass sie Ihresgleichen besser einschätzen können. Bei Fremden müssen die Leute rätselraten und treffen oft die Fettnäpfchen. Um das zu vermeiden, sind sie zugeknöpft. Wenn das schon Rassismus ist, dann ist Rassismus gar nichts Schlimmes.
    Für mich ist es erst Rassismus (der Begriff ist Unsinn, aber egal), wenn jemand einen anderen zu irgend etwas zwingt, nur weil er nicht will, dass der andere anders ist. Ein Angriff auf jemanden mit bunten Haaren ist ein gutes Beispiel.

  109. #109 verwundert
    24. November 2011

    … ich kann den artikel gut nachvollziehen. wenn es um die gefährlichkeit bestimmter regionen, bestimmter bezirke oder städte geht, dann übertreiben unsere medien ganz gern mal. ich habe in berlin schon in der “straße der angst” (BZ) gewohnt und im gemeingefährlichen wedding sowieso – als ich an die uni kam, wurde ich allen ernstes gefragt, ob man im wedding denn wirklich abitur machen könne. natürlich nervt das… auch wenn ich auf der anderen seite nicht blind bin und sehr wohl weiß, dass die kriminalitätsstatistiken für wedding lange zeit nicht gerade rosig daherkamen. aber das ist ja eben nicht das problem: das problem ist, dass man sich gerade als betroffener ein wenig differenziertere berichterstattung wünscht. nicht mehr, aber bitte auch nicht weniger. dafür werden unsere qualitätsjournalisten schließlich öffentlich gefördert.

  110. #110 Boron
    24. November 2011

    @sim

    Weißt du, ich fand es schon immer seltsam, wieso man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen können sollte. Es sind immerhin beides Früchte die man bezüglich verschiedener Qualitäten durchaus vergleichen kann und in dem von mir angesprochenen Beispiel handelt es sich jeweils um Todesursachen, also Dinge an denen man unabhängig voneinander (außer wenn man von nem Nazi ertränkt wird) sterben kann, die ich bezüglich ihrer Häufigkeit verglichen habe.

    Und genau das ist Schwachsinn. Du vergleichst eine Verbrechensstatistik mit einer Unfallstatistik. Genausogut könnte ich sagen: Bei Verkehrsunfällen sind in der DDR ungleich mehr Menschen gestorben als beim Versuch die Mauer zu überwinden. Heißt das jetzt, die Mauer war ja garnicht schlimm? ->fail

    Die Frage ist doch nur: Wovor haben wir Angst?

    Wenn ich keine Angst vor dem ertrinken habe brauch ich auch keine Angst davor haben, dass mich Nazis abmurksen. Das ist natürlich keine Garantie, dass man nicht ertrinkt oder von Nazis abgemurkst wird, aber es lebt sich besser.

    OK, bleiben wir mal bei diesem Vergleich: Wenn ich Angst vor dem Ertrinken habe, geh ich garnicht erst ins Wasser. Und wenn ich (aufgrund meines Äußeren) Angst haben muss, durch eine rechtsextrem motivierten Gewalttat zu Tode zu kommen, werde ich Orte/Gegenden meiden, an denen es ein erhöhtes Risiko dafür gibt. Letzteres gibt es im Osten Deutschlands ganz augenscheinlich.
    Das soll jetzt aber keine Begründung dafür sein, dass entsprechend gefährdete Menschen doch gefälligst den Osten zu meiden haben, denn genau das ist es ja, was Nazis als Erfolg für sich verbuchen würden. Aber ebenso darf das Problem nicht a la “die Wahrscheinlichkeit im Osten von Nazis totgehaun zu werden ist aber immernoch doch totaaaal niedrig” verharmlost werden, wenn die Wahrscheinlichkeit auch weiterhin niedrig bleiben, oder besser noch, auf Null sinken soll.

    Und ist es gerechtfertigt mit unter sich aus diesen Vergleichen speißender Paranoia ganze Städte unter Generalverdacht zu stellen und als Nazihochburgen zu deklarieren? Nach meinem dafürhalten nicht. Ich bin für Objektivität.

    Ja, ich auch. Und im Spezialfall Jena scheint eine Stigmatisierung auch ungerechtfertigt. Bei anderen Städten kann das schon ganz anders aussehen.

    Übrigens scheint es – entgegen der von mir weiter oben getätigten Aussage – in größeren Städten tatsächlich keinen unmittelbaren Zusammenhang zu geben zwischen den in der Bevölkerung allgemein als solchen wahrgenommenen “Angstzonen” und Straftatstatistiken bzw. gibt es sogar eine Häufing entsprechender Straftaten in Stadtteilen, die als “Angstzone” gar nicht wahrgenommen werden. Dies muss aber nicht zwangsläufig darauf zurückgehen, dass es diese “Angstzonen” nicht gibt sondern dies kann genausogut daraus resultieren, dass einerseits die “Angstzonen” von der potenziellen Opferklientel schlicht gemieden werden bzw. die rechten Gewalttäter ihren Aktionsradius zunehmend auf Regionen außerhalb der ohnehin von ihnen dominierten Bereiche ausdehnen.

  111. #111 Boron
    24. November 2011

    Achso, hier mal die für den letzten Absatz meines letzten Postings herangezogene Quelle.

    @Lohengrin

    Der Grund ist, dass sie Ihresgleichen besser einschätzen können. Bei Fremden müssen die Leute rätselraten und treffen oft die Fettnäpfchen. Um das zu vermeiden, sind sie zugeknöpft. Wenn das schon Rassismus ist, dann ist Rassismus gar nichts Schlimmes.

    Gegenüber Fremden generell “zugeknöpft” sein und gegenüber einem Fremden “zugeknöpft” sein ausschließlich weil er aus einem anderen Kulturkreis kommt oder einer anderen Ethnie angehört, sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ersteres ist völlig normal und zweiteres ist klar rassistisch. Das “Fettnäpfchen”-Argument ist nur vorgeschützt um den inneren rassistischen Schweinehund zu rechtfertigen.

  112. #112 Pete
    24. November 2011

    @FF, Dein Name hat es nach Bildblog geschafft:
    http://www.bildblog.de

    Pete

  113. #113 Sim
    24. November 2011

    @ Boron

    Ich hab schon damit gerechnet, dass du jetzt näher auf die Unterschiede der verschiedenen Todesarten eingehen wirst. Das Spielchen kann man natürlich immer spielen. Selbst wenn ich Verkehrsunfälle, “gewöhnlicher” (nicht rassitisch) motiviert Mord, Blitzschlag, vom Sofa fallen usw. anführen würde. Das geht aber am Kern meiner Aussage vorbei. Es ging mir schlicht und ergreifend darum: http://en.wikipedia.org/wiki/Zero-risk_bias

    Wer Gefahren einfach nur korrekt einschätzen will muss immer damit rechnen, dass er es verharmlost oder aufbauscht, je nachdem an welche Seite man gerät. Lässtiger Zwei-Fronten-Krieg.

  114. #114 Lohengrin
    24. November 2011

    @Boron

    Gegenüber Fremden generell “zugeknöpft” sein und gegenüber einem Fremden “zugeknöpft” sein ausschließlich weil er aus einem anderen Kulturkreis kommt oder einer anderen Ethnie angehört, sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ersteres ist völlig normal und zweiteres ist klar rassistisch. Das “Fettnäpfchen”-Argument ist nur vorgeschützt um den inneren rassistischen Schweinehund zu rechtfertigen.

    Ein Beispiel aus meinen Erlebnissen:
    Ich war bei einem arabischen Freund auf einer Feier. Wir saßen mit fünf Leuten am Tisch, tranken Bier und Whisky und rauchten Hasch. Als ich den Joint zu dem an meiner Linken weitergab, sagte dieser mir, dass ich den nach rechts geben müsse, weil das sonst Unglück bringe. Was von rechts nach links geht, hätte etwas mit dem Teufel zu tun. Ich antwortet ihm “Jetzt verstehe ich, warum der Koran nur auf arabisch gelesen werden soll.”. Daraufhin wurde der zu meiner Linken wild. Da er Whilky trank, habe ich das nicht erwartet. Mein Freund konnte die Sache schlichten. Das war mir sehr peinlich. Seitdem bin ich im Umgang mit Arabern viel zugeknöpfter. Ist das Rassismus?

  115. #115 Boron
    24. November 2011

    @Sim
    Ich hab den Kern deiner Aussage schon verstanden: “Das Risiko, Opfer eines rassistisch motivierten Mordes zu werden ist in Ostdeutschland zwar höher als im Westen, aber im Vergleich zu anderen Möglichkeiten zu Tode zu kommen insgesamt so niedrig, dass es kaum der Rede wert ist.”
    Nochmal: Es ist völlig egal wie hoch das Risiko tatsächlich ist: Jeder Mord ist ein Mord zuviel, aber rassistische Morde sind von ihrer Wirkung her besonders schädlich für ein friedliches Miteinander in unserer zunehmend multiethnischer werdenden Gesellschaft. Da kannst du noch so sehr mit deinem zero-risk-bias winken!

  116. #116 Florian Freistetter
    24. November 2011

    @lohengrin: “Seitdem bin ich im Umgang mit Arabern viel zugeknöpfter. Ist das Rassismus? “

    Wenn du das Erlebnis, das du mit einem Individuum hattest, auf eine ganze Volksgruppe verallgemeinerst und dein Verhalten entsprechend pauschal gegenüber allen Angehörigen dieser Gruppe änderst: Ja.

  117. #117 Boron
    24. November 2011

    @Lohengrin
    Naja, der Typ scheint sowieso ein bigottes Ar***loch gewesen zu sein, wenn er Alk trinkt und sich dann angepisst fühlt, wenn du einen Witz über den Koran machst (soviel ich weiß, ist es aber bei weniger streng gläubigen Muslimen durchaus mit ihrem Glauben vereinbar Alkohol zu trinken, solange “Allah es nicht sieht” – sprich: entweder wird er mit nichtalkoholischen Getränken gemixt und/oder der Alkohol wird aus Gläsern getrunken und die Flasche immer unter den Tisch gestellt).

    Aber davon mal abgesehen ist Religion immer ein heikles Thema und da unter Arabern der Anteil an Gläubigen generell hoch ist, sollte man bei diesen Leuten, so man sie nicht gut kennt, in dieser Richtung eher Vorsicht walten lassen.

    Aber deswegen Arabern jetzt generell “zugeknöpfter” zu begegnen hielte ich für überzogen.

  118. #118 Lohengrin
    24. November 2011

    Vorurteile sind nicht generell abzulehnen. Sie sind im Zusammenleben von Menschen schlichtweg notwendig. Wie sonst könnte man sich jemandem Unbekannten gegenüber angemessen verhalten? Ich werde einen Moslem mit dem typischen Bart kein Bier anbieten. Grund dafür ist mein Vorurteil, dass so jemand kein Bier trinken will. Sollte ich aber feststellen, dass er doch Bier trinkt, werde ich mein Vorurteil über diesen Bartträger ändern. Und sollte das öfter vorkommen, dann werde ich mein Vorurteil über alle solche Bartträger ändern.
    Vorurteile sind erst dann ein Problem, wenn man sie nicht ändern will, insbesondere wenn man sie aufgrund von falschen oder zu wenigen Erfahrungen gefällt hat, und die Evidenz dieser Grundlage maßlos überschätzt. Das gilt sowohl für Ausländerhasser als auch für Leute, die Angst vor Jena haben.
    Ob mein Vorurteil über die Glatzköpfe aus Aken richtig war, weiß ich nicht. Ich wollte nicht riskieren, des Nachts überfallen zu werden, und habe deshalb erst mein Zelt an der Elbe bei Dunkelheit und ohne Licht aufgestellt, und bin schon bei Sonnenaufgang zur Fähre verschwunden.

  119. #119 Natalie
    24. November 2011

    Hallo zusammen!
    Ehrlich gesagt finde ich es beschämend, dass ihr alle noch durch die Ost/ West Brille seht und das Schlechte immer in die jeweilige andere Region packt. Eins muss uns doch allen klar sein: Rechtsextremismus gibt es überall und ist nichts was man einer Stadt zuschreiben kann. Das ist zu einfach! Ich lebe nun seit 2005 in Jena und kann keine der Anklagen des ZDFs bestätigen. Es ist ein sehr ruhiger Ort mit kaum existierender Kriminalität. Dieses Terrornetzwerk ist doch nicht die Schuld eines Ortes, wie kann man deren Idiotien und böses Handeln jetzt Jena zuweisen? Eine Milchmädchenrechnung. Glaubt ihr wirklich es ist so einfach?
    Ich hatte den ZDF um Erklärung gebeten. Und aus Testzwecken 2 E-Mails geschrieben: tja die Ernüchterung war: Standardantworten in denen einfach nur die Reportage zusammen gefasst wurde und mir verdeutlicht wurde, dass meine Sicht der Dinge oder anderer Jenaer nicht zählen. Traurig wenn ihr mich fragt. Ich kenne in Jena mittlerweile einige Einwohner mit Migrationshintergrund oder durch das Erasmus- Programm und sie schienen dich nicht zu fürchten. Sie genießen ihr Leben. Sie gehen abends aus, sie gehen ins Paradies oder den Friedensberg zu Grillen oder sie machen viele andere Aktivitäten.
    Ich frage mich auch in welchen Regionen von Ostdeutschland hier einige waren, dass sie solche Erlebnisse gesammelt haben. Bisher wurde ich erst einmal angefeindet und das war in Berlin. Mein kleiner Neffe ist zum Teil Vietnamese und wurde als Baby bereits beschimpft, so dass ich lieber die Bahn verließ. Berlin ist eine Großstadt- also mehr Platz für Idioten, aber hier im ländlichen Thüringen ist mir so etwas nie wieder passiert. Auch wenn ich mit Freunden unterwegs war, die Austauschstudenten waren oder sonst etwas, passierte mir oder meinen Freunden so etwas nie. Jena ist beschaulich und kein Hort des Rechtsextremismus. Ich bin der Meinung der ZDF hätte sich mehr Mühe geben müssen zu recherchieren. Und weiterhin sollten einige hier vielleicht erst einmal ihre Vorurteile gegenüber dem Osten abbauen, bevor sie hier versuchen objektiv zu argumentieren. Und das versuchen ist ernst gemeint. Ich bin zwar allein auf Grund der Tatsache nicht mehr objektiv, dass ich in Jena lebe, aber ich bin auch nicht so blind zu glauben, dass es den Rechtextremismus vorwiegend oder nur in Jena bzw. dem Osten gibt.

  120. #120 Natalie
    24. November 2011

    Eins muss ich noch anmerken: Seit Jahren wehrt sich Jena gegen den Auflauf der NPD. Die ganze Stadt demonstriert und weist die Idioten in die Schranken. Niemand in Jena will die Rechtsextremisten haben.

  121. #121 Matt
    24. November 2011

    Hi,

    um das nochmal klar zu stellen, ich habe hier keine Anti- oder Sympathie gegen Links- oder Rechtsextremismus. Aber Statistiken zu bemühen oder deren Grundlagen zu nutzen bzw. zu ermitteln und dann zu argumentieren, ist einfach Käse, vor allem vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Arbeiten, die viele, die hier auch schreiben durchführen oder durchgeführt haben.

    Zu den V-Männern – nein ich verharmlose nix, aber unsere Ordnungshüter sind ja seit Jahren zu blöd für ein Verbot von rechtsextremen Parteien zu sorgen, daher ABM … was leisten tun die nicht, außer eben Greueltaten nicht zu verhindern.

    Rechtsextremismus hat tatsächlich zu mehr Todesopfern geführt, korrekt, auch sogar mehr im Osten (acuh bezogen auf die Bevölkerung), aber auch hier denke ich, muss man einfach unterscheiden – Ursachenforschung, usw. abre das ist teilweise ja schon alles durchgekaut worden.

    Und ja ich fühle mich davon belästigt, wenn ich grölend von Punks ODER Hools (und da glaub ich eher, dass die dann doch eher Mitte Rechts bis ganz weit rechts stehen) angepöbelt werde. Das ist auch kein Rassismus, das ist einfach kein Benehmen und ASOZIAL. Und wenn man dann verharmlosend schreibt, dass die ja “nur” gegen Leute mit “falscher Ideologie” sind und “nur Sachwerte angreifen” … Also tut mir leid, wenn man in der Gesellschaft, in der man lebt verankert ist und dann andere Ideologien hat, muss man sich die Ausübung und Verbreitung derer auch verdienen, die meisten Punks … naja sind Punks, nicht aus Ideologie, sondern haben einfach keinen Bock auf Arbeit, muss man sich nur mal von zeit zu Zeit mit ihnen unterhalten … und das kann natürlich nur ein Ausschnitt meiner Erfahrungen sein – die sind nicht allumfassend. Aber aus Erfahrungen und Wissen, leitet der Mensch nun mal seine Meinungen usw. ab … Also verstehe ich auch nicht, warum hier sehr oft polemisiert wird.

    Wenn sich Mitbürger hier verfolgt fühlen, dann frage ich mich woher das kommt. Ich habe auch mit – für ostdeutsche Verhältniss – mit einigen Ausländern zu tun / zu tun gehabt. Ich habe bisher keine solchen Erfahrungsberichte mitbekommen.

    Ahja wo ich dabei bin – Rechts- und Linksextremismus in unserer Zeit als politisch zu bezeichnen bzw. entsprechend motiviert – da lach ich mich tot. Die meisten Anhänger dieser Richtungen können beherrschen nicht einmal Grundrechenarten, wo soll da die pol. Bildung herkommen? Die ist in unserem Lande eh abhanden gekommen. Da wird lieber stigmatisiert und verallgemeinert. Da gibt es rechte Gewalt, bösen Kapitalismus usw. alles Schwarz – Weiß, nur Aufklärung betreibt keiner. Geschweige denn informieren sich Leute bevor sie wählen. Es ist sehr schade, aber leider Realität. Und da erfreut sich natürlich jedes Medium auch seiner propagandistischen Panikmache – sei es irgendeine Krankheit, eine Umweltkatastrophe, pol. Affären oder eben Rassismus.

    Wir haben der Welt 2006 gezeigt, dass wir ein weltoffenes und tolerantes Volk sind. Nur scheinbar sind viele sogar immer noch rassistisch ihren eigenen Landsleuten gegebenüber, wie soll da nach Außen und Innen Toleranz gegenüber Ausländern oder “Fremden” geübt werden?

    Zu dem Punkt “Ausländerproblem – Ausländerquote” – Es ist nur eine überspitzte Darstellung dessen, was Medien veranstalten um Aufmerksamkeit zu erhalten. Es wird immer alles auf einfache Grundprinzipien – die nicht stimmen müssen – heruntergebrochen – ich stellte das ja auch provokativ in den Raum.

    Zu dem Thema Schräg angeguckt werden – wie schon geschrieben, pers. Erfahrung. Ich habe mich pers. in diesen Augenblicken angestarrt gefühlt – ich würde das gern überspitzt mit Stirb Langsam 3 vergleichen als Bruce Willis nach Harlem muss. Wir waren geschäftsmäßig unterwegs und wurden aufgrund unseres Auftretens schräg angeschaut – ob das nun an unserer Hautfarbe, Kleidung oder Nase lag, ist mir total egal. Ich erwarte von jedem Respekt und Grundtoleranz – von Deutschen, Migranten, Touristen. Wie gesagt, eine sehr merkwürdige Erfahrung, die ich bisher auch nur einmal gemacht habe. Aber darum gehe ich nicht in die Welt und sage, hey im Westen gibts bald keine Menschen mehr die Deutsch aussehen. Grob gesagt, diese Verallgemeinerungen sind einfach totaler Blödsinn. Ich war übrigens schon in vielen Ost- und Westdeutschen Städten … und wie gesagt, es gibt dieses eine Ausnahmeerlebnis, daher hoffe und denke ich immer noch, dass wir unser Bild von 2006 wirklich auch in uns tragen 😉

    Ahso wenn wir schon von Rassisten reden ^^ Dann glaub ich liegt das Problem schon viel tiefer bei den alten Generationen, was die so am Stammtisch oder im Privaten so alles von sich geben, ist doch richtig schlimm – aber vielleicht ist das auch nur im Osten so ^^

    Also nochmal ein Apell an alle, man muss überspitzte Äußerungen nicht immer toternst nehmen. Es ist ein ernstes Thema, aber über das sollte man mit Abstand sprechen und vor allem, Lösungen finden, Aufklärung, Bildung, Arbeitsmarkt, mit diesen schönen Propaganda-Schlagwörtern kann man viel bewirken, wenn man sie richtig einsetzt. (mMn)

    Wer allerdings doch nur Schwarz und Weiß malen kann, der wird sich bald vor lauter Rechten und Linken um sich herum gar nicht mehr retten können, denn ne Mitte scheint es bei einigen hier gar nicht zu geben ^^ Geschweige denn eigene Meinungen und Erfahrungen.

    Das ZDF hat übrigens zuckersüße Standardemails an Beschwerdeführer gesendet … auch mit tollen statistischen Einwürfen wie hier … Es ist sehr schön, von Leuten belehrt zu werden, die in ihrem Leben wahrscheinlich noch nie eine wissenschaftlich fundierte statistische Auswertung durchgeführt werden, sieht man sehr schön an dem inflationären Gebrauch des Wortes “signifikant” – was so alles signifikant ist, da hätte ich meine 1er in Statistik, Datenanalyse und Marktforschung wohl nicht bekommen mit solchem “Wissen” ^^

  122. #122 Matt
    25. November 2011

    Zum Rechtsextremismus im Osten –> das Gegenbeispiel … Bruno – der arme Bär wurde als Ausländer einfach kaltherzig von den Bayern erschossen … sind die Bayern jetzt alles Rechtsradikal und Mörder? (bitte diesmal den Sarkasmus bitte auch erkennen … man weiß ja nie ^^) Gegenbeispiel Sachsen – dort werden die ausl. Wölfe geduldet :)

    Man kann echt viel sagen, aber in Jena gibts Feste für die Völkerverständigung und mehr Demos gegen Rechts (lustig, wenn man die 10 mal mehr Gegendemonstranten sieht im Vergleich zu den Rechten bei rechten Demos oder Aufmärschen) – und … leider sind dann die radikalen Linken immer ein wenig zu aggressiv und lassen sich provozieren / bzw. provozieren selber … sonst wäre das noch besser als Stellung gegen Rechts. (allerdings war ich noch nie im Mai in Berlin ^^)

    http://www.fotografie.fabrik1design.de/wp-content/uploads/bruno.jpg

  123. #123 Lohengrin
    25. November 2011

    @Matt

    naja sind Punks, nicht aus Ideologie, sondern haben einfach keinen Bock auf Arbeit, muss man sich nur mal von zeit zu Zeit mit ihnen unterhalten

    Wer will denn Arbeit haben? Wer ist denn so bescheuert?
    Unterscheide zwischen Arbeit und Werk! Arbeit ist Mühsal und Plage. Es muss unser Ziel sein, die Arbeit zu überwinden. Dann hätten wir endlich Zeit für Werke.
    Die Bezeichnung Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Arbeitsmarkt ist korrekt. Arbeit wird verkauft. Der Preis ist negativ. Genauso wie bei Müll.
    Die Sprüche der NPD sind deutlich “Arbeit nur für Deutsche” und “Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg”. Wer die NPD unterstützt, gehört ins Arbeitslager. Jedem das Seine!

  124. #124 Boron
    25. November 2011

    @Lohengrin
    Naja, Vorurteile sind was anderes. Vorurteile sind Meinungen, die in der Regel nicht auf eigenen Erfahrungen oder nachprüfbaren Informationen beruhen, sondern auf Hörensagen. Wenn du jemanden siehst, der einen typisch vorderasiatische/nordafrikanische Physiognomie hat und einen Rauschebart, dann kannst du selbstverständlich vermuten, das es sich um einen relativ streng gläubigen Muslimen handelt und, wenn du bei ihm nicht anecken willst, dein Verhalten danach richten. Das ist dann eine ziemlich naheliegende Vermutung und kein Vorurteil. Vorurteilsbeladen wäre es jedoch, wenn du hinter diesem mutmaßlichen Muslimen einen potenziellen Selbstmordattentäter vermutetest und sofort den Raum/das Gebäude verließest.
    Genauso war es kein Vorurteil, dass du hinter den Kahlköpfigen in der nordsächsischen Provinz rechtsradikale Vermutet hast.

    @Natalie

    Ehrlich gesagt finde ich es beschämend, dass ihr alle noch durch die Ost/ West Brille seht und das Schlechte immer in die jeweilige andere Region packt.

    Wer sind denn bitteschön “ihr alle”? Ich sehe i.d.R. nicht durch die Ost/West-Brille aber es ist auch unlauter unterschiede zwischen Ost und West zu leugnen, die es nunmal gibt (z.B. auch im Lohnniveau, bei der Arbeitslosigkeit, etc.).

    Ich frage mich auch in welchen Regionen von Ostdeutschland hier einige waren, dass sie solche Erlebnisse gesammelt haben.

    So wie ich das mitbekommen habe, sind da teilweise klare Ortsbezeichnungen gefallen (Leipzig, z.B.)

    Bisher wurde ich erst einmal angefeindet und das war in Berlin. Mein kleiner Neffe ist zum Teil Vietnamese und wurde als Baby bereits beschimpft, so dass ich lieber die Bahn verließ. Berlin ist eine Großstadt- also mehr Platz für Idioten, aber hier im ländlichen Thüringen ist mir so etwas nie wieder passiert.

    Ja, in Berlin gibt’s viele Idioten. Das kann ich als Berliner bestätigen. Aber das wirkt nur, als wären es hier besonders viele (lese ich da etwa eine Anti-Berlin-Brille heraus, durch die du da siehst?) denn prozentual gesehen dürften es nicht mehr sein als anderswo. Auch nicht mehr als in deiner heimeligen Thüringischen Provinz. Aber mich würde mal interessieren, wo in Berlin das war mit deinem Neffen. In Spandau, Schöneberg oder Moabit? Oder vielleicht doch in Köpenick, Pankow oder Hellersdorf?

  125. #125 Boron
    25. November 2011

    @Matt

    Zu den V-Männern – nein ich verharmlose nix, aber unsere Ordnungshüter sind ja seit Jahren zu blöd für ein Verbot von rechtsextremen Parteien zu sorgen, daher ABM … was leisten tun die nicht, außer eben Greueltaten nicht zu verhindern.

    Mal davon abgesehen, dass ein NPD-Verbot zwar prinzipiell wünschenswert wäre, das Problem Rechtsextremismus aber nicht aus der Welt schaffen würde, hab ich nach wie vor das Gefühl, du wüsstest nicht wirklich, was ein V-Mann eigentlich ist.

    Und ja ich fühle mich davon belästigt, wenn ich grölend von Punks ODER Hools (und da glaub ich eher, dass die dann doch eher Mitte Rechts bis ganz weit rechts stehen) angepöbelt werde. Das ist auch kein Rassismus, das ist einfach kein Benehmen und ASOZIAL. Und wenn man dann verharmlosend schreibt, dass die ja “nur” gegen Leute mit “falscher Ideologie” sind und “nur Sachwerte angreifen” …

    Da hast du mich komplett falsch verstanden. Lies doch am besten nochmal nach, was ich da wirklich geschrieben hab.

    Wenn sich Mitbürger hier verfolgt fühlen, dann frage ich mich woher das kommt. Ich habe auch mit – für ostdeutsche Verhältniss – mit einigen Ausländern zu tun / zu tun gehabt. Ich habe bisher keine solchen Erfahrungsberichte mitbekommen.

    Tja, da hättest du wohl mal nachfragen sollen. Ich kenne so einige, die da andere Erfahrungen gemacht haben. Aber mich interessiert sowas eben auch.

    Ahja wo ich dabei bin – Rechts- und Linksextremismus in unserer Zeit als politisch zu bezeichnen bzw. entsprechend motiviert – da lach ich mich tot. Die meisten Anhänger dieser Richtungen können beherrschen nicht einmal Grundrechenarten, wo soll da die pol. Bildung herkommen?

    So, und nun hab ich keinen Bock mehr, mit dir weiter zu diskutieren. Mit diesen Sätzen zeigst du, dass du k-e-i-n-e Ahnung hast, wovon du redest. Du hältst dich für das Maß aller Dinge und meinst zu wissen was Sache ist. Aber das komplette Gegenteil ist der Fall. Mach dich erstmal schlau, bevor du hier einen auf “Ätsch, ich hab mal ‘ne 1 in Statistik und hab deshalb den totalen Durchblick”-Checker machst. Tschö mit “ö”!

    P.S. Dein Beispiel mit Bruno dem Problembär: Nicht sarkastisch sondern einfach nur platt, witzlos und unzutreffend. Außer Statistik hast du offenbar wirklich nix drauf.

  126. #126 Wolf
    25. November 2011

    “Florian Freistetter· 24.11.11 · 20:09 Uhr

    @lohengrin: “Seitdem bin ich im Umgang mit Arabern viel zugeknöpfter. Ist das Rassismus? ”

    Wenn du das Erlebnis, das du mit einem Individuum hattest, auf eine ganze Volksgruppe verallgemeinerst und dein Verhalten entsprechend pauschal gegenüber allen Angehörigen dieser Gruppe änderst: Ja.”

    Wie bitte?

    Wenn ich als Nullchecker jemandem mit Rauschebart, langen Locken an den Schläfen und nem “komischen” Hut auf dem Kopf beim Grillfest ein lecker Schweineschnitzel anbiete und der mich dann anpflaumt, so dass ich, selbst als Nullchecker, mir denke “Upss, das war wohl nicht so gut”, und ich dann mein Verhalten allen Leuten die so aussehen gegenüber ändere, und denen einfach kein lecker Schweineschnitzel mehr anbiete, dann bin ich was, so nach deiner Definition von “Rassismus”?

  127. #127 Florian Freistetter
    25. November 2011

    @Lohengrin: “Vorurteile sind nicht generell abzulehnen. Sie sind im Zusammenleben von Menschen schlichtweg notwendig”

    Doch sind sie. Und nein, sind sie nicht!

    “Ich werde einen Moslem mit dem typischen Bart kein Bier anbieten. Grund dafür ist mein Vorurteil, dass so jemand kein Bier trinken will. “

    Man könnte auch einfach fragen “Möchtest du gerne ein Bier trinken?”. Dann kann man die Vorurteile zu hause lassen.

  128. #128 Florian Freistetter
    25. November 2011

    @Wolf: “und ich dann mein Verhalten allen Leuten die so aussehen gegenüber ändere, und denen einfach kein lecker Schweineschnitzel mehr anbiete, dann bin ich was, so nach deiner Definition von “Rassismus”? “

    Dann bist du vermutlich kein Rassist und auch kein Antisemit. Dein Beispiel funktioniert aber nicht. Du sprichst hier von orthodoxen Juden, die mit ihrem Aussehen absichtlich darauf hinweisen, dass sie ihren Glauben ernst nehmen und u.a. kein Schweinefleisch essen wollen. Lohengrin sprach schlicht von “Arabern”. Wenn du nun deine Einstellung pauschal gegen ALLE Juden ändern würdest, dann wäre das was anderes. Wenn du einfach nur gelernt hast, wie die Aufmachung der orthodoxen Juden aussieht, ist das in etwa so, als hättest du gelernt, wie ein katholischer Pfarrer in “Uniform” aussieht und das es keinen Sinn macht, solche Leute zu fragen, wie es der Ehefrau geht…

  129. #129 Wolf
    25. November 2011

    @FF:”[…]ist das in etwa so, als hättest du gelernt, wie ein katholischer Pfarrer in “Uniform” aussieht und das es keinen Sinn macht, solche Leute zu fragen, wie es der Ehefrau geht[…]”

    Und selbst da kann man nicht mehr 100% sicher sein 😉

    http://www.derwesten.de/wp/verheiratet-zwei-soehne-heute-katholischer-priester-id4314212.html

  130. #130 Natalie
    25. November 2011

    @Boron
    Ich habe keine Anti- Berlin Einstellung. Ich habe in Berlin gewohnt und ich fahre auch heute noch liebend gern dorthin. Es sollte als Beispiel dienen. Zu dem Ost West Niveau: natürlich gibt es Unterschiede, die möchte ich auch nicht bestreiten. Das Lohnniveau ist dabei eines der Beispiele. Die gibt es aber auch zwischen Berlin und Jena oder Leipzig oder Dresden. Aber das hatte ich nicht gemeint. Mir ging es darum, dass man nicht versuchen sollte Deutschland von vornherein zu trennen. Ich mag einfach diese Trennung nicht. Bei manchen Einträgen bekam ich einfach den Eindruck, dass es für den Großteil noch immer relevant ist und das sollte es nicht sein. Es sollte keine Rolle spielen, woher ein Mensch kommt. Das beginnt bei Ost und West und geht weiter über andere Kulturen. Ich bin Kulturwissenschaftler und bin der Ansicht der respektvolle Umgang aller Menschen sollte im Vordergrund stehen. Man kann es sich nicht so einfach machen indem man alle über einen Kamm schert. Einzelne sind nicht alle und in diesem ZDF Bericht wurde eine Stadt des Rechtsextremismus angeklagt und das wurde schließlich auf den ganzen Osten übertragen. Und das ist der Fehler. Ich wohne in Jena und ich bin kein Rechtsextremist.

  131. #131 Natalie
    25. November 2011

    @ Boron: vergessen zu sagen: gewohnt habe ich Prenzlauer Berg und beschimpft wurde meine Neffe in Pankow. Aber für mich ist es uninteressant wo das war, denn ich habe Berlin danach nicht den Rücken gekehrt, weil ich glaubte alle Berliner seien so. Im Gegenteil.
    Zur “heimeligen Thüringischen Provinz”. Das klingt abwertend. Allein Provinz und dann auch noch heimelig. Klingt fasst so als hättest du ein Problem mit Thüringen.

  132. #132 Matt
    25. November 2011

    @Boron – ich glaube du projezierst hier dein Selbstbild auf mich – das ist auch ok, vielleicht hättest du bei deinem Namen das B mit dem M austauschen sollen … zumindest ist es ja schön zu sehen, dass Leute, die meinen, andere hätten keine Ahnung, immer sehr schnell aggressiv und persönlich werden.
    PS: ich hab sogar ncoh mehr drauf als Statistik, mag man kaum glauben ^^
    PPS: Wer keinen Sarkasmus von Witz und anderen Dingen unterscheiden kann – nunja der sollte auf solche Dinge auch nicht eingehen, selbst wenn sie einen anspringen. Genau das Gleiche mit bestimmten Details, nur weil ich Dinge nicht explizit ewig ausbreite, heißt das nicht, dass ich keine Ahnung habe, dass ist verallgemeinernd und vorurteilsbehaftet ^^

    zum lustigen Thema “Die Sprüche der NPD sind deutlich “Arbeit nur für Deutsche” und “Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg”. Wer die NPD unterstützt, gehört ins Arbeitslager. Jedem das Seine!”
    Was interessiert mich die NPD und Propagandasprüche? Die nehme ich von keiner Partei ernst, sollte auch niemand … . Ich persönlich wähle IMMER nach Wahlprogramm und nicht nach Sympathie, wie wahrscheinlich 50-70% der Wähler (also derjenigen, die auch tatsächlich wählen gehen – aber oft regen sich ja die Nichtwähler auf ^^).

    zum Thema thüringische Provinz und Berlin: Da kommt leider das Vorurteil der intoleranten und ignoranten Berliner leider wieder mal voll zur Geltung. Natürlich gibt es relativ gesehen nicht mehr oder weniger Idioten in Berlin als anderswo, auch wenn ich mich da nicht aus dem Fenster lehne, das müsste man theoretisch auch erst empirisch belegen, vielleicht ziehen ja Metropolen Idioten an oder eben weniger Idioten ^^ Es gibt im Westen wie Osten Städte um die 100.000 und mehr Einwohner, und die alle als heimelige Provinz einzustufen … naja … . Nur weil man Berliner ist und in einer Stadt mit sehr vielen kulturellen Gegebenheiten wohnt, macht einen das nicht zu einem toleranten oder verständnisvolleren Menschen. Berliner halten sich irgendwie für den Nabel der Welt und allwissend 😉 – auch aus persönlicher Erfahrung muss ich sagen, dass sich da schon bei mir einige Vorurteile gebildet haben und ich es schade finde, dass diese auch noch bestätigt werden. Erhielt die NPD in Berlin nicht mehr Stimmen als die FDP? Als FDP Wähler (der ich nicht bin) würde ich jetzt behaupten, von Berlin geht eine rechte Gefahr aus ^^, die haben ja mehr Stimmen als eine traditionelle Regierungspartei bekommen – man legt sich Dinge oft so aus, wie man sie gerade braucht. Und wenns grad keine Katastrophe oder keinen Skandal gibt, dann findet sich auch im Öffentlich Rechtlichen wohl immer ein Thema um in tausende Fettnäpfchen zu treten.

    Ich habe auch das Gefühl, dass einige gleich auspacken, dass sie die Mauer wegen der rechten Gefahr lieber wieder hochziehen würden … . Man sollte in Texten nicht versuchen Dinge hineinzulesen, die nicht da sind – und andere Meinungen respektieren.

    Was einige gar nicht sehen – das ist ein extremer Imageschaden für die Unternehmen im Osten und für ganz Deutschland in Bezug auf das Ausland, man sollte nichts klein reden aber auch nichts pauschalisieren.

    Btw. warum regt sich eigentlich keiner darüber auf, dass das ZDF auch mit dem Antwortvideo jetzt schon zweimal MASSIV Werbung für dieses Buch gemacht hat? Da muss ich mal gucken, ob ich meine GEZ zurückbuchen kann, zumindest den Anteil, den das ZDF davon bekommt … .

  133. #134 Sim
    25. November 2011

    @ Boron

    Nochmal: Es ist völlig egal wie hoch das Risiko tatsächlich ist: Jeder Mord ist ein Mord zuviel, aber rassistische Morde sind von ihrer Wirkung her besonders schädlich für ein friedliches Miteinander in unserer zunehmend multiethnischer werdenden Gesellschaft.

    Wir sollten hier nicht den Eindruck entstehen lassen, als ob es darüber irgend einen Zweifel gäbe, dass jeder Mord ein Mord zuviel ist. Die Frage die ich aber angesprochen habe ist: wie geht man mit dem Risiko nun konkret um? Ich kann wohl davon ausgehen, dass du nicht der Meinung bist, dass der Zweck alle Mittel heilige. Wir könnten immer etwas mehr Freiheit zugunsten von mehr Sicherheit aufgeben. Doch wer das tut wird am Ende beides verlieren, lautet ein schönes und wahres Zitat.

    Wenn sich also nicht alle Maßnahmen rechtfertigen lassen, dann ist es auch legitim bei jeder Maßnahme zu fragen ob sie gerechtfertigt ist. Ist die Maßnahme ein bestimmtes Gebiet zum Beispiel den Osten von Deutschland als besonders gefährlich hervorzuheben und dabei jede Differenzierung zu vernachlässigen? Du bist ja schließlich auch bereit schon innerhalb einer einzelnen Stadt zu differenzieren:

    Aber mich würde mal interessieren, wo in Berlin das war mit deinem Neffen. In Spandau, Schöneberg oder Moabit? Oder vielleicht doch in Köpenick, Pankow oder Hellersdorf?

    Und das ist auch gut so.

    Man macht es sich ja eh sehr bequem wenn man mit groben Faustformeln wie “Der Osten” oder der “Westen” operiert. Nur weils große geographisch zusammenhängende Gebilde sind. Ideal zum schubladisieren. Das dort dann Regionen die so gut wie gar nichts mit Nazis zu tun haben wie Jena mit reinfallen, geschenkt. Genau so gut könnte ich ein Potpourri an Bundesländern oder Landkreisen zusammenstellen z.B. Sachsen, NRW, Thüringen, Bayern, Brandenburg unter Ausschluß von Görlitz und Landshut und dann sagen. Ja in dieser Region ist die Rechtsradikalität im Durchschnitt x-mal höher als im Rest. Hier würde man natürlich der expliziten Nennung von Ländern und Städten eine besondere Bedeutung beimessen und eine Erklärung fordern wieso jetzt gerade dieses Land dabei ist und jene Stadt nicht? Aber es macht eben weniger Mühe vom “Osten” ohne Differenzierung zu fabulieren. Und das ist nicht in Ordnung und eben auch nicht mit rassistischen Morden zu rechtfertigen. Gerade da sollte man mehr Fingerspitzengefühl entwickeln. Das Problem besitzt eine konkrete Größe und sollte wie jedes Problem sachlich angegangen werden und eben nicht polemisiert und schubladisiert.

  134. #135 rolak
    25. November 2011

    hmm, hab jetzt den aspekte-Beitrag nochmals angesehen. Allein, er wird nicht besser. Ist der alte RStV, z.B. §11.2

    Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.

    von mir unbemerkt zwischenzeitlich eingestampft worden?
    Da werden -zugegebenermaßen höchst Publikumswirksam, {gräßlich} gutes Sound­Engineering- paranoide Phantasien, zumindest die durch die Scheuklappen Uhlys gelangen­den, kaltlächelnd und mit stets besorgtem Blick, völlig unberührt von der tatsächlich statt­findenden Entwicklung in eine 6′ Lobpreisung für ein Buch transformiert. Wie aufopferungs­voll der Autor doch agiert: Ich habe Angst in den Osten zu fahren [daß -von München aus- da zwar Braunau, keinesfalls aber Jena läge, geschenkt] aber wenn eine Kamera dabei ist und ein Buch zu bewerben…

    ‘Im Osten’ ist es so schlimm, weil die rechten Fettaugen auf der spießigen Suppe unge­hin­dert schwimmen können? Ja wo lebt der eigentlich?
    Hier in K, zweistelliger Imi-Anteil (die ausländischen, nicht die außerkölschen diesmal) agieren rechte Kreise seit Jahrzehnten mehr oder weniger unbehelligt, braucht es solche Weicheier wie die NPD dank Schlimmerem garnicht. Und Rouhs, gegen den seit einem Vierteljahrhundert immer wieder mal protestiert wird (und der mit seinen Publikationen den WebÄrschen Syntaxunterricht liefert) ist aus diesem Stoßtrupp der nationalen Stamm­tischfront auch schon wieder ausgetreten, weil die zu lasch sind.

    Wo lebt der Mann? Dumpfe Ängste bedienen und Scheiße labern, Hauptsache die Ver­kaufs­zahlen stimmen?

    Na immerhin hat aspekte reagiert und ein filmisches Statement zur Kritik abgegeben. Das hat zwei Teile:

    1. Wir wollen doch nur spielen
    2. Übrigens empfehlen wir folgendes Buch:

    Zum Kotzen.

  135. #136 Wolf
    25. November 2011

    Wie weiland DB…

  136. #137 Boron
    25. November 2011

    @Matt
    Ganz großes Kino! Anstatt mich eines Besseren zu belehren und mir zu zeigen, dass zu tatsächlich weißt, wovon du sprichst, machst du das genaue Gegenteil. Und klar, wenn mich einer nicht witzig findet, liegt das natürlich an ihm und nicht etwa daran, dass meine Witze dämlich sind.
    Damit du vielleicht mal schnallst, was für einen geistigen Dünnpfiff du hier stellenweise ablieferst, folgendes:

    nur weil ich Dinge nicht explizit ewig ausbreite, heißt das nicht, dass ich keine Ahnung habe, dass ist verallgemeinernd und vorurteilsbehaftet ^^

    Aha. Und das

    Ahja wo ich dabei bin – Rechts- und Linksextremismus in unserer Zeit als politisch zu bezeichnen bzw. entsprechend motiviert – da lach ich mich tot. Die meisten Anhänger dieser Richtungen können beherrschen nicht einmal Grundrechenarten, wo soll da die pol. Bildung herkommen?

    ist nicht nur vorurteilsbehaftet sondern schlicht falsch! Denn um ne politische Meinung zu haben, und politisch motiviert zu handeln, brauche ich keine großartige politische Bildung. Oder meinst du, die Soldaten, die im Novemeber 1917 das Winterpalais in Petrograd gestürmt haben, hätten alle Karl Marx gelesen? Oder um mal aktuell zu werden: Denkst du, die Leute, die auf ATTAC-Demos gehen, sind überwiegend Dummbratzen? Und auch das Klischee vom tumben Rechtsradikalen ist mehr als überholt, was man erkennen könnte, wenn man sich nur mal ab und an bequemen würde, über den eigenenTellerrand zu blicken. Aber das hast du, bei deinem überragenden Intellekt, ja nicht nötig, ich vergaß…

    Da kommt leider das Vorurteil der intoleranten und ignoranten Berliner leider wieder mal voll zur Geltung. […] Berliner halten sich irgendwie für den Nabel der Welt und allwissend 😉 – auch aus persönlicher Erfahrung muss ich sagen, dass sich da schon bei mir einige Vorurteile gebildet haben […]

    Soso. Du solltest dir mal eines merken: Wenn ich anderen Vorurteilsbeladenheit vorwerfe, sollte ich mich selbst mit vorurteilsbehafteten Thesen zurückhalten. Ansonsten ist meine gesamte Argumentation nämlich so glaubwürdig wie ‘ne B.Z. von letzter Woche. Aber wem sag ich das. Du hast ja eh voll den Durchblick. Vielleicht hättest du auch einfach mal dem Link in dem an Natalie gerichteten Posting folgen sollen. Dann hättest du nämlich gewusst, dass es in dem Artikel nicht um Jena (höchstens ganz am Rande) geht, sondern um beschauliche Städchen wie Zella-Mehlis und Bensheim. Und Natalie selbst sprach schließlich vom

    ländlichen Thüringen

    . Komisch, dass ich dir das alles aufzeigen muss, wo du doch die Weisheit mit Löffeln gefressen hast.

    Erhielt die NPD in Berlin nicht mehr Stimmen als die FDP? Als FDP Wähler (der ich nicht bin) würde ich jetzt behaupten, von Berlin geht eine rechte Gefahr aus ^^, die haben ja mehr Stimmen als eine traditionelle Regierungspartei bekommen – man legt sich Dinge oft so aus, wie man sie gerade braucht. Und wenns grad keine Katastrophe oder keinen Skandal gibt, dann findet sich auch im Öffentlich Rechtlichen wohl immer ein Thema um in tausende Fettnäpfchen zu treten.

    Naja, fragen wir mal überspitzt andersrum: “Wer hat denn nicht weniger Stimmen als die FDP bekommen?” Und davon abgesehen, dass selbst der allerdümmste aus dem Umstand, dass die NPD 2% erreicht hat, keine größere politische Bedeutung dieser Partei für Berlin ableiten würde, kann man sich ja mal die Wahlergebnisse der NPD nach Stadtbezirken aufgeteilt ansehen: Da kommen Ostberliner Stadtbezirke wie Mahrzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick auf satte 4% (Lichtenberg 3,5%) während in Spandau mit 2,2% das mit Abstand höchste Ergebnis in einem Westberliner Stadtbezirk eingefahren wurde. Fällt dir da was auf?

    Ich habe auch das Gefühl, dass einige gleich auspacken, dass sie die Mauer wegen der rechten Gefahr lieber wieder hochziehen würden … . Man sollte in Texten nicht versuchen Dinge hineinzulesen, die nicht da sind – und andere Meinungen respektieren.

    Den lass ich ma einfach so stehen. Spricht für sich, denke ich.

    Und was die Jenaer/Jenenser denken, lieber Matt, habe ich schon lange zur Kenntnis genommen. Und wenn du dir mal die Mühe gemacht hättest, vielleicht mal alle Kommentare in diesem Thread zu lesen, dann wüsstest du, dass ich die Ansicht, dass der aspekte-Beitrag eine Fehldarstellung Jenas ist teile, und dass auch ich durchaus in der Lage bin zwischen “dem Osten” und einzelnen Regionen bzw. urban und ländlich in Ostdeutschland zu unterscheiden. Im Grunde ging es in deinem ersten Posting auch garnicht darum, sondern um die pöhsen Linksextremisten, die ja bitteschon immer mit Nazis in einem Atemzug genannt werden müssen und um pöbelnde Punks und dergleichen.

    @Sim
    Ja, Differenzieren ist immer besser als Pauschalisieren. Da können wir uns einigen. Aber wie man oben an den Berliner Wahlergebnissen sieht ist es wieder der Osten, der negativ auffällt. Also irgendwas scheint ja doch dran zu sein, an dem “Vorurteil”.

    @Natalie
    Weitgehend Zustimmung.
    Aber

    […] und beschimpft wurde meine Neffe in Pankow.

    Warum wundert mich das jetzt nicht?

    Zur “heimeligen Thüringischen Provinz”. Das klingt abwertend. Allein Provinz und dann auch noch heimelig. Klingt fasst so als hättest du ein Problem mit Thüringen.

    Nein ich habe kein generelles Problem mit Thüringen. Auch keins mit Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt (wo ich geboren und aufgewachsen bin) oder Brandenburg. Das “heimelig” war lediglich als Kontrast zum Inhalt des in dieser Wortgruppe verlinkten Textes gedacht (den du anscheinend nicht gelesen hast).

  137. #138 Adler
    25. November 2011

    Also Jena ist definitiv keine Nazihochburg und der Osten erst recht nicht! Ich komm aus der Gegend und ja die rechte Szene ist da,auch relativ gut verankert. Aber Angst um sein Leben muss keiner haben. Nazis sind nicht gleich Monster und auch nur Menschen die an einem Vorbeilaufen… Und wenn jemand mit einen T-Shirt “NAZIS-Eure Eltern sind geschwister” rumläuft der brauch sich nicht wundern….

    Nazis sind out in Ost und West. Und im Osten ist es nicht schlimmer!

  138. #139 Boron
    25. November 2011

    @Adler

    Aber Angst um sein Leben muss keiner haben. Nazis sind nicht gleich Monster und auch nur Menschen die an einem Vorbeilaufen…

    Neee, die Jungs sind doch voll locker drauf. Die tun nix, die wollen nur spielen… Kennt man ja. Nur dass hier schon mehrfach angeklungen ist, dass man sich als nicht-Migrant oder sonstwie oberflächlich Nazi-Weltbild-Konformgeher nicht anmaßen sollte, das beurteilen zu können…

    Und wenn jemand mit einen T-Shirt “NAZIS-Eure Eltern sind geschwister” rumläuft der brauch sich nicht wundern….

    Genau! Wenn ich mich öffentlich gegen Anhänger einer der menschenverachtendsten Ideologien stelle, geschieht es mir nur recht, was auf die Fresse zu bekommen. Du bist mir total sympathisch (ich glaub ich muss kotzen).

  139. #140 Bullet
    25. November 2011

    @Boron: du läßt also keine anderen Meinungen zu, ja? SO einer bist du also …

    *muß ich hier jetzt ein turmhohes Ironie-Tag setzen oder ist der durchschnittliche Leser verständig genug, sodaß ich auf diese Maßnahme verzichten kann?

  140. #141 noch'n Flo
    25. November 2011

    @ Boron:

    Wenn ich mich öffentlich gegen Anhänger einer der menschenverachtendsten Ideologien stelle, geschieht es mir nur recht, was auf die Fresse zu bekommen.

    Nein. Aber man sollte sich trotzdem nicht wundern, wenn auf eine Provokation eine Reaktion kommt. Und seinen Protest gegen Rechte kann man ja auch etwas anders formulieren…

  141. #142 Adler
    25. November 2011

    Wie stellst du dich gegen eine menschenverachtende Ideologie in dem du solche Sprüche (mein Beispiel) befürwortest? Da bist du selber menschenverachtend,die Eltern können gewiss nix dafür. Wer meine Eltern so beleidigen würde,der würde auch was erleben. Das nehm ich niemand übel.

    Wer sich ordentlich politisch gegen oder für etwas einsetzt,ist vorbildlich. Wir sind alle menschen. Da gehöhrst du ich und auch die Nazis mal dazu. Da kann man nür Überzeugungsarbeit leisten,um diese von ihren Weltbild fernzubekomm.

  142. #143 Boron
    25. November 2011

    @Adler, noch’n Flo
    Ja, OK, der Spruch ist tatsächlich nicht politisch korrekt und in anderen Zusammenhängen würd ich ihn auch nicht gutheißen. Aber in obigem Kontext hält er den braunen Deppen schön einen Spiegel vor.

    @noch’n Flo
    Ich geh mal davon aus, dass die Provokation hier für dich vom reinen Wortlaut ausgeht. Der allgemeinen Erfahrung nach, stören sich Nazis aber weniger an der Form sondern schon am reinen Inhalt und da ist es dann egal ob dann auf dem T-Shirt/Patch/Badge steht “Nazis – Eure Eltern…” oder schlicht “Gegen Nazis”, “Good Night White Pride” o.ä. Meist reicht auch schon ein Roter Stern oder andere linke Symbolik. Von daher isses also schon fast wieder egal, wie die Ablehnung formuliert wird. Meine Meinung.

  143. #144 noch'n Flo
    25. November 2011

    @ Boron:

    Aus meiner Sicht kommt es nicht nur darauf an, wie der T-Shirt-Aufdruck bei den Nazis ankommt, sondern auch wie ihn Unbeteiligte wahrnehmen. Und da finde ich ein schlichtes “Nazis raus!” o.ä. stilechter.

  144. #145 s.s.t.
    25. November 2011

    @Matt

    …ODER Hools (und da glaub ich eher, dass die dann doch eher Mitte Rechts bis ganz weit rechts stehen) angepöbelt werde.

    Nicht alles ist so, wie es scheint; aus Wiki:

    Hooligans sind selten politisch motiviert. Die Gruppierungen können somit auch kaum einem politisch „rechten“ oder „linken“ Umfeld zugeordnet werden, da sich unter Hooligans Personen mit vielerlei Gesinnungen finden. Anhand der Namen der Hooligangruppierungen kann man in einigen Fällen erkennen, ob sie politisch motiviert sind oder nicht.
    Hooligans stammen aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Von Arbeitern über Angestellte bis hin zu Akademikern ist alles vertreten.

    Noch nicht einmal durch-die-Bank-Dumpfbacken wäre zutreffend.

    (Punks dürften allerdings überwiegend dem linken bzw. anarchischem zuzuordnen sein.)

  145. #146 Lohengrin
    26. November 2011

    @FF

    “Ich werde einen Moslem mit dem typischen Bart kein Bier anbieten. Grund dafür ist mein Vorurteil, dass so jemand kein Bier trinken will. ”

    Man könnte auch einfach fragen “Möchtest du gerne ein Bier trinken?”. Dann kann man die Vorurteile zu hause lassen.

    Mein Vorurteil sagt mir, dass er sich dadurch veräppelt fühlt. Schließlich hat er zur Kennzeichnung diesen Bart.
    Lustig wird es erst, wenn er diesen Bart zur Verwirrung trägt. Dann trinken wir öfter zusammen, und der Elektriker, der sich wie ein Amish kleidet und frisiert, wird auch eingeladen.
    Da das aber die Ausnahme ist, gehe ich erst einmal von der Regel aus. Ich bin damit bisher gut gefahren.

  146. #147 Lohengrin
    26. November 2011

    Formatierung verpfuscht, daher nochmal

    @FF

    “Ich werde einen Moslem mit dem typischen Bart kein Bier anbieten. Grund dafür ist mein Vorurteil, dass so jemand kein Bier trinken will. ”
    Man könnte auch einfach fragen “Möchtest du gerne ein Bier trinken?”. Dann kann man die Vorurteile zu hause lassen.

    Mein Vorurteil sagt mir, dass er sich dadurch veräppelt fühlt. Schließlich hat er zur Kennzeichnung diesen Bart.
    Lustig wird es erst, wenn er diesen Bart zur Verwirrung trägt. Dann trinken wir öfter zusammen, und der Elektriker, der sich wie ein Amish kleidet und frisiert, wird auch eingeladen.
    Da das aber die Ausnahme ist, gehe ich erst einmal von der Regel aus. Ich bin damit bisher gut gefahren.

  147. #148 HaDi
    26. November 2011

    Die Aspekte-Redaktion des ZDFs hat reagiert

    http://aspekte.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,8386329,00.html

    Gerade läuft auf ZDFinfo die Sendung “myinfo”, wo die meistgeschauten Online-Videos des ZDFs gezeigt werden. Diese Reaktion der Aspekte-Redaktion ist auf Platz 1 – war also heute das meistgeschaute Informationsvideo in der ZDF-Mediathek.

  148. #149 Lohengrin
    26. November 2011

    Bei fremden Kulturen denke ich immer an Brennaaaa.

  149. #150 Jule
    29. November 2011

    also so einen beitrag hätt ich vllt rtl oder prosieben zugetraut,aber nicht zdf…
    ich bin selber eine ausländerin,und ich liebe den osten!!!

  150. #151 Pinky
    29. November 2011

    Dieser Schreiberling Uhly ist echt unsympatisch. Soll er mit seiner Überheblichkeit lieber in München bei seinesgleichen bleiben. Dort kann er dann weiter so tun, als sei er ne riesen Nummer.

  151. #152 Farfalla
    30. November 2011

    Da bin ich froh das ich in Bayern lebe, hier darf man offen fremdenfeindlich sein und nennt sich nicht Nazi sondern “Konservativ” oder traditionsbewusst.

  152. #153 Boron
    30. November 2011

    Naja, Bayern ist nicht München. Allerdings liegt darin wohl auch der Denkfehler eines Herrn Uhly. Er unterscheidet einfach nicht zwischen den kulturell diverseren und damit (auch im Osten) toleranteren Städten und den eher konservativ geprägten und damit tendenziell xenophoberen ländlichen Regionen. (Wobei ich nach wie vor behaupten würde, dass die Xenophobie in der ostdeutschen Provinz stärker ausgeprägt ist. Was ich wiederum darauf zurückführen würde, dass der Westen – incl. der ländlichen Räume – auf eine längere Zuwanderungsgeschichte zurückblickt.)

  153. #154 Stoffel
    30. November 2011

    @Farfalla
    Wie sang schon so schön die Biermösl-Blosn über die staatstragende bayerische Partei:

    “Mir brauchen koane Republikaner, sogn der Tandler und der Stoiber,
    weil rechts und radikal war ma oiwail scho soiber.”

  154. #155 Farfalla
    30. November 2011

    In Thüringen ist das Problem in den ländlichen Regionen vor allem das man niemanden versteht weil anscheinend jedes kleine Dorf seine eigene Sprache pflegt, das erschwert natürlich massiv den kulturellen Austausch.
    Viele Fremde haben sich auch nicht in unsere Region verirrt, nur eine australische Familie, aber die waren halt weiß und optisch eher integriert, gesellschaftlich sowieso. Auch hatte ich das Glück in einer Gegend Thüringens aufzuwachsen in der den vereinzelten Rechten eine Übermacht leicht erregbarer Linker gegenüber stand.
    Heutzutage dürfte das etwas anders aussehen, da gerade aus meiner ehemaligen Heimat Menschen mit höherer Bildung in den Westen, zum Geld, abwandern. Das was hier zurückbleibt ist entweder familiär/ jobtechnisch gebunden oder kann einfach nicht um die nächste Ecke schauen.

  155. #156 Steffen ten Venne
    8. Dezember 2011

    Ich bin in der DDR aufgewachsen und habe bis 1999 in Thüringen gewohnt (im Kreis Lobenstein, heute Saale Orla Kreis).

    Ich wohne seit 2000 in Ingolstadt. Ich bin ein lebensfroher unkonventioneller und queerer Mensch. Das heisst unter anderem, daß ich pinke, neongrüne und ähnlich grelle chucks trage, meine Haare immer mal wieder anders grell gefärbt waren (mittlerweile habe ich dazu zu wenige Haare auf dem Kopf) und auch meine sonstige Kleiderwahl und mein Auftreten alles andere als straight Heteronormativ ist.

    Meine persönliche Erfahrung ist, daß ich in Thüringen (auch in Jena, wo ich ab und zu mal mit Bekannten am Wochenende durch Kneipen etc. gezogen bin) erheblich häufiger verbal angefeindet wurde (Es gab auch aussagen wie “Dich müsste man vergasen”) als es in Ingolstadt passiert. Auch in Ingolstadt gibt es Menschen, die Probleme damit haben, daß nicht alle genauso sind wie sie selbst, aber es sind deutlich weniger, und die Beschränken sich dann auch auf komische Blicke.

    Ich fühlte mich damals und auch heute noch erheblich gefährdeter im “Osten” als hier im “Westen”.

    Und so Fragen wie “Warum musst Du auch so rum laufen” beweisen die intolerante und xenophobische Einstellung des Fragestellers. Jeder Mensch hat das Recht so herumzulaufen wie mensch das möchte.

    Bürger einer Stadt, denen es offensichtlich egal ist, daß eine Terrororganisation aus ihrer Stadt kommt, die sich aber darüber aufregen, wenn ein politisches Magazin darüber berichtet, haben irgendwas von den Grundwerten, auf denen unser Land beruht nicht wirklich verstanden.

    Weiterhin sollte einem halbwegs gebildetem Mensch auch bewusst sein, daß der Unterschied zwischen 1,5 und 1,9 absolut betrachtet gering erscheint, es aber tatsächlich mehr als 25% Unterschied sind, und somit in Jena eben 25% mehr NPD Wähler leben als im Bundesdurchschnitt.

  156. #157 Florian Freistetter
    9. Dezember 2011

    @Steffen: “Bürger einer Stadt, denen es offensichtlich egal ist, daß eine Terrororganisation aus ihrer Stadt kommt, die sich aber darüber aufregen, wenn ein politisches Magazin darüber berichtet, haben irgendwas von den Grundwerten, auf denen unser Land beruht nicht wirklich verstanden”

    Woraus schließt du denn, das es den Leuten aus Jena “egal” ist, dass die drei Nazis von hier stammen? Die vielen Aktionen in und aus Jena gegen Rechtsextremismus zeigen eigentlich das Gegenteil.

  157. #158 Gregor Weidninger
    11. Dezember 2011

    Das NDR Medien-Magazin Zapp hat an dem aspekte-Beitrag (kein Politik- sondern ein Kulturmagazin übrigens)
    eine vernünftige Kritik geübt.

    Der Autor Steven Uhly (der “Kronzeuge” im aspekte-Beitrag) beschreibt dort, dass Jena nur Kulisse, sondern nur Thema gewesen sei und distanziert sich von dem Beitrag.
    Er selbst sei aus Anlass dieses Beitrages zum ersten Mal in Jena gewesen.
    Offenbar hat der Chefredakteur von aspekte aus seinen Fehlern gelernt. (“Aus Jena lernen”)
    Allerdings wird dort auch erwähnt, dass dort eben nicht alles gut ist.
    Alles in allem ein sehr differenzierter Bericht.
    Es ist eben nicht alles schwarz-weiß.

    Und natürlich schaut man bei Nazis genau hin.

    Mir persönlich ist es lieber, meine Stadt wird wegen Nazis in ein schlechtes Licht gerückt, als dass etwas verharmlost wird.
    Denn Menschen, die es nicht ertragen können, dass ihre Stadt, ihr Land oder ihr Staat, (womöglich gar ihre “Rasse”) schlecht dargestellt werden, sind mir allemal unsympathischer als diese “No monsters here”-Typen, die gerne alles herunterspielen.
    Aber das ist meine persönliche Meinung.

  158. #159 Florian Freistetter
    11. Dezember 2011

    @Gregor Weidninger: “Denn Menschen, die es nicht ertragen können, dass ihre Stadt, ihr Land oder ihr Staat, (womöglich gar ihre “Rasse”) schlecht dargestellt werden, sind mir allemal unsympathischer als diese “No monsters here”-Typen, die gerne alles herunterspielen. Aber das ist meine persönliche Meinung.”

    Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich nirgendwo behaupte, in Jena gäbe es keine Nazis (im Gegenteil). Was mich an dem ZDF-Bericht gestört hat, war nicht das “meine” Stadt in ein schlechtes Licht gerückt wurde. Sondern der primitive “Journalismus”, der sich auf das Bedienen überholter Klischees und dem Verbreiten von Vorurteilen beschränkt hat.

  159. #160 Radicchio
    11. Dezember 2011

    Aber das ist meine persönliche Meinung.

    ziemlich wohlfeil, selbstgerecht und rassistisch. menschen, die es nicht ertragen können, dass ihre “rasse” schlecht dargestellt wird, haben jedes recht der welt, das nicht zu ertragen.

  160. #161 Boron
    11. Dezember 2011

    @Gregor Weidninger:

    Mir persönlich ist es lieber, meine Stadt wird wegen Nazis in ein schlechtes Licht gerückt, als dass etwas verharmlost wird.

    Seh ich im Prinzip genauso. Ich kann aber auch absolut nachvollziehen, wenn jemand sagt, dass Jena da kein wirklich passendes Beispiel ist.

    Denn Menschen, die es nicht ertragen können, dass ihre Stadt, ihr Land oder ihr Staat, (womöglich gar ihre “Rasse”) schlecht dargestellt werden, […]

    Autsch, ja, das war nix: Stadt, Land, Staat, “Rasse”… Du hast wohl früher nie Sesamstraße geschaut?

  161. #162 Gregor Weidninger
    23. Februar 2012

    Da ich wohl falsch verstanden wurde, gehe ich mal davon aus, dass es mein Fehler war. Daher – wenn auch spät – noch ein paar Klarstellungen:

    a. @Florian Freistetter:

    Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich nirgendwo behaupte, in Jena gäbe es keine Nazis (im Gegenteil). Was mich an dem ZDF-Bericht gestört hat, war nicht das “meine” Stadt in ein schlechtes Licht gerückt wurde. Sondern der primitive “Journalismus”, der sich auf das Bedienen überholter Klischees und dem Verbreiten von Vorurteilen beschränkt hat.

    Ich habe doch gerade über einen sehr differenzierten Beitrag berichtet. Den hast Du Dir wahrscheinlich nicht angesehen. Das ist aber nicht mein Fehler.
    Deine Position findet sich in dem Zapp-Beitrag sogar besonders klar wieder wie ich finde. Und ich stimme zu.

    b.@Radiccio:

    ziemlich wohlfeil, selbstgerecht und rassistisch. menschen, die es nicht ertragen können, dass ihre “rasse” schlecht dargestellt wird, haben jedes recht der welt, das nicht zu ertragen.

    Interessant. Ich denke jedoch: Menschen die wegen ihrer “Rasse” diskriminiert werden würden es nicht wegen ihrer “Rasse” nicht ertragen, sondern weil es keinen Grund dafür gibt. Diese Menschen würden den Begriff “Rasse” gar nicht verwenden, weil ihn nur Rassisten für Menschen verwenden.
    Ich verwende den Begriff “Rasse” im Bezug auf Menschen nicht.
    Sie sind offenbar anderer Meinung.
    Dennoch würde ich Sie nicht einfach als Rassisten bezeichnen, obwohl dieser Schluss aufgrund ihrer Äußerung recht nahe liegt.

    c. @Boron:

    Autsch, ja, das war nix: Stadt, Land, Staat, “Rasse”… Du hast wohl früher nie Sesamstraße geschaut?

    Autsch, das war wirklich nix. Gerade weil Rassisten (unter anderem) unlogisch denken ist eine solche Reihung als Zitat korrekt. Vielleicht hätte ich es für Dich deutlicher als mit “oder gar ihrer ‘Rasse’ ” kennzeichnen sollen.

    Im

  162. #163 JR
    Überlingen
    16. April 2014

    Sorry für den späten Post:

    Ich habe selbst 6 Jahre in Jena studiert und hatte dort viele ausländische Freunde, die auch deutlich als solche erkennbar waren. Uns ist in den kompletten sechs Jahren lediglich ein einziges Mal eine Gruppe besoffener Neonazis blöd gekommen. Nachdem ich Ihnen gesagt habe sie sollen den Scheiß lassen, sind die abgezogen. Und ich hab jetzt nicht im Studentenviertel gewohnt sondern in Lobeda.

    Irgendwelche ‘warnenden’ Dokus zu machen, ist einfach unnötig. Solche Leute finden im Stadtbild so gut wie nicht statt und man kann meiner Erfahrung nach in Jena genauso überall und jederzeit hingehen wie in jeder beliebigen Stadt im ‘Westen’. Ich hab tatsächlich selber auch mal in Heidelberg gewohnt und konnte kaum einen Unterschied feststellen.

    Mich regt es auf, wenn Leute denken, dass wir im Osten alle mit ängstlich eingezogenen Köpfen zwischen lauter Neonazis herumleben. Das ist so einfach nicht.