Warum dreht sich alles? Nein, ich bin nicht betrunken. Es geht um die Dinge, die sich ständig im Kreis drehen. Hoch- und Tiefdruckgebiete zum Beispiel. Oder die Erde. Oder der Mond. Alles im Universum dreht sich. Und das nicht ohne Grund. Der Grund ist oft sogar identisch. Die Drehung von Erde, Mond und Tiefdruckgebieten lassen sich alle auf die gleiche Ursache zurückführen: Die Art und Weise, wie das Sonnensystem entstanden ist. Das erklärt dieses Video sehr schön:

Übrigens: Wer mehr zu dem Thema wissen will: Die Herkunft des Windes und den Zusammenhang mit der Entstehung des Sonnensystems habe ich auch in meinem aktuellen Buch in aller Ausführlichkeit erklärt.

Kommentare (22)

  1. #1 eumenes
    5. Juni 2013

    95% im Video, wie wirkt das vorhandene Drehmoment, leider nur 5% woher kommt das Drehmoment? Einzige Hinweis: Kollabieren “friert” Drehbewegung ein. Aber ist die Drehung notwendig für den Kollaps? Benötigt es eines äußeren Einflusses?

  2. #2 schlotte
    5. Juni 2013

    Warum wurde in der Schule das Ganze nicht so kurz und anschaulich erklärt…ich wär heut Naturwissenschaftler…

  3. #3 Florian Freistetter
    5. Juni 2013

    @eumenes: “Aber ist die Drehung notwendig für den Kollaps? Benötigt es eines äußeren Einflusses?”

    Wenn etwas kollabiert, gibts automatisch ne Drehung. Und ja, einen äußeren Einfluss braucht es. Kann alles sein, von ner nahen Supernova bis hin zu nem vorbeiziehenden Stern.

  4. #4 Turi
    5. Juni 2013

    Und sofort stellt sich eine neue Frage: Woher kommt der “erste” Spin? Im Video heißt es, das die Staubwolke, aus der sich das Sonnensystem gebildet hat, einen sehr kleinen Spin hatte. Ich gehe mal davon aus das es daran liegt das die Staubwolke, aus der sich die Galaxie gebildet hat ebenfalls einen Spin hatte. Das kann man sicher fortsetzen, doch warum hat sich überhaupt irgendwann mal was angefangen zu drehen?

  5. #5 Turi
    5. Juni 2013

    Ah, da kam meine Frage nach der Antwort. ^^

  6. #6 eumenes
    5. Juni 2013

    Gedankenexperiment: 3 identische Körper an den Ecken eines gleichseitigen Dreiecks, im Schwerpunkt des Dreiecks eine vergleichsweise große Masse. Dann “kollabiert” das System ohne Drehmoment. Heißt das, dass Drehung nur durch Inhomogenität zu Stande kommt?

  7. #7 Florian Freistetter
    5. Juni 2013

    @eumenes: Naja, im Gedankenexperiment kannst du alles mögliche machen. In deinem Experiment dreht sich nichts. Aber in der Realität gibts immer irgendwo ne kleine Bewegung. Im All steht nichts still, auch in der Gaswolke bewegen sich die Moleküle. Und wenn die kollabiert, dann wird diese Bewegung verstärkt und durch die Kollisionen in der Wolke bewegt sich dann irgendwann alles in die gleiche Richtung und das ganze Ding dreht sich…

  8. #8 Rainer Zueni-Smous
    5. Juni 2013

    Ist eigentlich bekannt, ob sich das Universum als Ganzes dreht? (Wie könnte man das feststellen? Über das Auftreten von Trägheitskräften wie die Fliehkraft?) Da das Universum expandiert müssten sich Drehungen ja verlangsamen, wenn sie vorher vorhanden waren.
    Ist die Expansion das Resultat einer Fliehkraft die aus einer “Urrotation” beim (oder vor dem) Urknall resultiert? (Drehimpulserhaltung)

    Fragen über Fragen…

  9. #9 Florian Freistetter
    5. Juni 2013

    @Rainer: “Ist eigentlich bekannt, ob sich das Universum als Ganzes dreht? “

    Ne. Da gabs Hypothesen von Gödel und Gamow. Aber noch kaum brauchbare Belege. Ich hab hier was geschrieben: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/30/links-oder-rechts-dreht-sich-das-universum/

  10. #10 PDP10
    5. Juni 2013

    “Ich hab hier was geschrieben:

    Uiii …. Abgefahren!

    Das war mir neu …

  11. #11 Rainer Zueni-Smous
    6. Juni 2013

    Florian: “Ich hab hier was geschrieben:”

    Danke, das ist sehr interessant.

  12. #12 Carl
    6. Juni 2013

    Turi sagt zwar seine Frage wurde schon beantwortet, aber ich verstehs immernoch nicht, woher kam der initiale Spin, also welches war das erste Objekt was sich drehte, so dass die Staubwolke aus der unser Sonnensystem entstand diesen Spin erben konnte?

  13. #13 Florian Freistetter
    6. Juni 2013

    @Carl: Es geht um Bewegung. Eine Staubwolke steht nicht still. Die Moleküle dort bewegen sich. Einfach deshalb, weil sich nur dann nichts mehr bewegen würde, wenn das Universum auf den absoluten Nullpunkt abgekühlt würde. Das ist es aber nicht und deswegen bewegt sich alles (und die Energie dazu stammt im Prinzip noch vom Urknall selbst). Wenn jetzt das Gas kollabiert, wird die Bewegung verstärkt. Alles stürzt auf das dichte Zentrum zu, aber nicht einfach auf geraden Linien (weil die Dinger sich ja vorher selbst bewegt haben), sondern auf spiralförmigen Bahnen. Und die Wolke fängt an sich zu drehen…

  14. #14 G.K.
    6. Juni 2013

    … Deswegen geht der Mensch im Nebel im Kreis herum, die Veranlagung zum Spin steckt tief in ihm drinnen…

  15. #15 eumenes
    6. Juni 2013

    Translation und Gravitation –> Rotation

  16. #16 Jeeves
    6. Juni 2013

    Brian Jones?
    …wohl ein anderer.

  17. #17 Skeptikus
    9. August 2013

    … stimmt! Doch halt; welche Variabeln im Standardmodell der Physik beachten eben besagte Torsion und Corioliskraft? Nicht etwa, dass da etwas Grundlegendes einfach weggelassen wurde, nicht? Sonst könnte es noch passieren, dass wir plötzlich 23% Materie und 73% Energie einfach nicht finden können 😀

  18. #18 Skeptikus
    9. August 2013

    Wenn etwas kollabiert gibts automatisch ne Drehung? Ja, aber woher kommt diese Drehung, woher die Gegenreaktion?

  19. #19 PDP10
    9. August 2013

    @Skeptikus:

    “Doch halt; welche Variabeln im Standardmodell der Physik beachten eben besagte Torsion und Corioliskraft? Nicht etwa, dass da etwas Grundlegendes einfach weggelassen wurde, nicht? “

    Kauf dir bitte ein vernünftiges Physikbuch – und lies es! – bevor du dich hier noch mehr blamierst.

    Ich empfehle den Feynman Band 1 – 3 . Antiquarisch gut zu bekommen und preiswert.

  20. #20 Dietmar
    9. August 2013

    Corioliskraft

    ist eine Scheinkraft, die eine Bewegungsrichtung vorgibt, weil sich etwas von Nord nach Süd oder umgekehrt bewegt, wo sich jeweils die Drehgeschwindigkeiten aufgrund des entweder größer oder kleiner werdenden Umfanges verringern bzw. erhöhen. Wo ist das Rätsel?

  21. #21 Florian Freistetter
    9. August 2013

    @Skeptikus: “Ja, aber woher kommt diese Drehung, woher die Gegenreaktion?”

    Welche “Gegenreaktion”?

  22. #22 Alderamin
    9. August 2013

    @Skeptikus

    Wenn etwas kollabiert gibts automatisch ne Drehung? Ja, aber woher kommt diese Drehung, woher die Gegenreaktion?

    Wenn Du einen Bleistift auf die Spitze stellst, fällt er um. Warum? Theoretisch sollte er doch exakt auf der Spitze stehen bleiben können, weil sich die Kräfte auf allen Seiten ausgleichen. Theoretisch ja, nur ist die Toleranz für diesen kräftefreien Ort, den der Bleistift einnehmen müsste, verschwindend gering, und die kleinste Erschütterung, ein Hauch von Luftbewegung oder gar die thermische Bewegung der Moleküle reicht, um ihn da rauszukicken.

    So ähnlich ist das mit dem Kollaps und der Drehung von Gaswolken im All. Damit eine Gaswolke sich beim Kollaps nicht in eine immer schneller drehende Scheibe verwandelt, müsste sie zu Beginn einen Drehimpuls von exakt 0 haben, was beliebig unwahrscheinlich ist. Die Milchstraße selbst rotiert ja schon, d.h. innerhalb der Milchstraße gibt es Scherkräfte, die eine Gaswolke verwirbeln (innen muss sie schneller um die Galaxis kreisen als außen, aber die Eigengravitation möchte sie zusammen halten).

    Und größere Strukturen wie Galaxien oder Galaxienhaufen entstanden halt auch nicht aus perfekt gleichförmig verteilter Materie, es gab Dichteunterschiede, die den Kollaps zu solchen Strukturen überhaupt erst ermöglichten. Der figurative Bleistift stand also gewissermaßen von Beginn an auf welligem Boden.

    Und zur “Gegenreaktion”: Die einzige Gegenreaktion gegen Drehung ist die Massenträgheit, die eine Masse in gleichförmiger Bewegung halten will. Ein Auto möchte in der Kurve geradeaus, wenn es der Lenkeinschlag nicht daran hindert, und diese Kraft wirkt auf die Räder ein, bzw. müssen die Räder eine Kraft aufbringen, das Auto in die Kurve zu zwingen. Ist der Boden zu glatt und haften die Räder nicht, dann reicht die Reibungskraft nicht und das Auto rutscht geradeaus. Weil die Kräfte am Innen- und Außenrad verschieden sind, gibt’s dazu eine Drehung, das Auto schleudert. Das ist eigentlich alles.