(Anmerkung: Das Forschungsblog des Fraunhoferinstituts stellt demnächst den Betrieb ein bzw. wird von anderen Leuten neu gestaltet. Ich habe ja auch ein paar Artikel für dieses Blog geschrieben und ein paar unveröffentlichte sind noch in meinem Fundus übrig geblieben. Sie passen thematisch zwar nicht unbedingt zu dem, was ich hier sonst so schreibe – aber bevor sie ganz verschwinden, veröffentliche ich sie einfach hier.)

Es wird ja alles immer intelligenter. Früher hatten wir ganz normale Telefone. Jetzt haben wir Smartphones. Der ordinäre Fernsehapparat ist heute ein “Smart TV,” der auch im Internet surfen kann. Alles wird smart und wenn es nach einer Studie von Schweizer Wissenschaftlern geht, soll auch der Stromzähler bald überall intelligent werden. Bis jetzt hat der ja meistens unbeachtet vor sich hin getickt.

So sieht die Zukunft aus (Bild: EVB Energie AG, CC-BY-SA 3.0)

So sieht die Zukunft aus (Bild: EVB Energie AG, CC-BY-SA 3.0)

Die neue Generation der Stromzähler ist aber nun “smart”. Das bedeutet, dass der Zähler nicht einfach nur zählt, sondern die gezählten Daten auch auswerten kann. Man kann sich den eigenen Stromverbrauch direkt am Computer anzeigen lassen und der Zählerstand kann direkt an den Stromlieferanten übermittelt werden. Der Zähler weiß genau, wann ein Haushalt wie viel Strom verbraucht hat und zeichnet diese Daten auf. Das bietet natürlich viele Möglichkeiten, um Strom und Geld zu sparen,

Der Stromlieferant könnte zum Beispiel spezielle Tarife anbieten, bei denen der Strom zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedlich viel Geld kostet. Die intelligenten Zähler wissen ja genau, wann man den Strom verbraucht und kann das entsprechend abgerechnen. Wenn ein Haushalt in einem Monat mehr Strom verbraucht als im Monat davor oder mehr Strom verbraucht, als im Durchschnitt, dann kann der Stromlieferant darauf hinweisen. Das könnte ein Anreiz sein, Strom zu sparen. Zusammen mit intelligenten Leitungsnetzwerken können die Daten der intelligenten Stromzähler dazu dienen, das Netz optimal auszulasten und auch hier Strom und Geld einzusparen. Inbesondere, wenn wir stärker Wind- und Sonnenenergien nutzen wollen, ist die optimale Netzauslastung ein Riesenthema.

Wie nützlich der Einsatz von intelligenten Zählern tatsächlich ist, haben Wissenschaftler aus der Schweiz untersucht. Ihre umfangreiche Studie hat verschiedene Szenarien für die Zukunft durchgespielt. Neben der Beibehaltung des Status Quo wurde untersucht, was passiert wenn in den nächsten Jahren 20 Prozent der Stromzähler intelligent sind und wie die Situation aussehen würde, wenn die smarten Zähler flächendeckend eingesetzt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass so ein flächendeckender Einsatz für die Schweiz rentabel wäre. Insgesamt würde man davon profitieren. Allerdings nicht alle. Die Netzbetreiber und Stromlieferanten würden keine neuen Gewinne machen; nur die Konsumenten profitieren. Sie können zwischen 1,5 und 2,5 Milliarden Franken einsparen während die Investitionskosten in das neue Netz 1 Milliarde kostet. Gesamtwirtschaftlich sei die flächendeckende Einführung als rentabel, meinen die Schweizer Forscher (Der prognostizierte Effekt auf die Schweizer Wirtschaft ist mit einer Steigerung von 0,02 Prozent und 650 neuen Arbeitsplätzen allerdings eher gering).

Solche Stromzähler gehören bald zur Vergangenheit (Bild: Quistnix at nl.wikipedia, CC-BY 2.5)

Solche Stromzähler gehören bald zur Vergangenheit (Bild: Quistnix at nl.wikipedia, CC-BY 2.5)

Nicht alle finden die intelligenten Stromzähler gut (inklusive mir, und das nicht nur, weil ich “Blackout” von Marcus Elsberg gelesen habe). Vor allem die Datenschützer sind nicht damit einverstanden, dass genau aufgezeichnet wird, wann wer wie viel Strom verbraucht. Man könnte so zum Beispiel herausfinden, wie viele Menschen sich in einem Haus aufhalten, wann sie das tun und welche Geräte sie betreiben. Solche sensiblen Daten können natürlich missbraucht werden und man möchte sie nicht unbedingt privaten Firmen zur Verfügung stellen. Wenn dank der intelligenten Zähler in Zukunft der Stromverbrauch nach Tageszeiten abgerechnet wird, dann diskriminiert das Verbraucher, die nicht flexibel darauf reagieren können. Wenn die Kinder morgens in die Schule müssen, dann brauchen sie morgens auch Strom für Bad und Küche. Egal ob er gerade teuer ist oder nicht. Und Nachts müssen sie schlafen und können nicht ihre Hausaufgaben am Computer machen, auch wenn es jetzt gerade billig wäre.

1 / 2 / Auf einer Seite lesen

Kommentare (32)

  1. #1 Manfred Hofemann
    Sibulan, Philippines
    8. August 2013

    Ich kennen auch Untersuchungen wonach der Smartmeter ein reines Null summen spiel ist.
    Fuer mich ist nicht so wichtig denn ich bin immer froh das wir Strom haben und nicht den Generator starten muessen.
    Im Dezember hatten wir bedingt durch den Taifun 2 Wochen keine Strom.

  2. #2 Lili
    8. August 2013

    Gruselig…jeder Einbrecherprofi schleckt sich die Finger wenn er an diese Daten kommt aus denen klar ersichtlich ist wer gerade auf Urlaub ist und wessen Wohnung gerade unbewacht ist. Na wenn das in die falschen Hände gerät…

  3. #3 Manfred Hofemann
    Sibulan, Philippines
    8. August 2013

    Fuer Stromsparen brauchen diese Smartmeter nicht. Ich weis welche Geraete angeschlossen sind und der Zaehlerstand wird jeden Tag aufgeschrieben und in eine Tabelle eingegeben . Ich bekommen immer die aktuelle Verbrauchskurve.

  4. #4 SYNTaX
    Mannheim
    8. August 2013

    Wahrscheinlich ist es schwieriger für Einbrecherprofis an diese Daten zu kommen, als mal auf dem Parkplatz zu gucken ob das Auto da steht…
    Zum Thema Stomnutzungsdaten: Großkonzerne wie die Stromlieferanten in DE haben wahrscheinlich eher nicht das Bedürfnis dem Verbraucher beim sparen zu helfen. Wenn diese Möglichkeiten zum sparen bestehen, wird eine Ausrede für die nächste Preiserhöhung gesucht. Also ziemlich nutzlos die dinger :-/

  5. #5 malaclypse
    8. August 2013

    Ich habe den Eindruck, dass Nachteile einer bestimmten (momentan vorherrschenden) Implementierung einer Technik aufgezählt werden, und dabei so getan wird, als seien dies Argumente gegen die Technik selbst. Viele der Anwendungsfälle von Smart Metern sind doch eigentlich nicht darauf angewiesen, dass die Daten direkt an den Stromversorger weitergeleitet werden:

    Auf einen erhöhten Stromverbrauch hinweisen kann das Gerät auch selbst, ohne den Umweg über den Versorger.

    Für eine genauere Steuerung der Netze muss der Verbrauch sicher nicht Haushaltsgenau bestimmt werden; da würde es doch ausreichen, solche Zähler mit Rückkanal stadtviertel-weise zu installieren. Dann würde über ausreichend viele Personen gemittelt, so dass es keine Probleme mit dem Datenschutz mehr gibt.

    Und für zeitabhängige Strompreise ist es eventuell möglich, dass der Stromversorger den Smart Metern den aktuellen Tarif übermittelt und diese dann nur die monatliche Abrechnung zurückschicken. Problem hier ist natürlich, dass die Geräte entsprechend abgesichert sein müssen, damit der Kunde nicht einfach einen Strompreis von 0 einstellt (oder immer den günstigsten Tarif). Aber ich denke es ist machbar, das auf ein ähnliches Sicherheitsniveau zu bringen wie die aktuellen (auch nicht 100% manipulationssicheren) Stromzähler.

  6. #6 anmasijo
    8. August 2013

    Mich beunruhigt bei diesen Geräten vor allem, dass diese ins Heimnetzwerk eingebunden werden und damit über solche Hintertüren nicht nur mein Stromverbrauchsprofil offenliegt.

  7. #7 Silly Human
    8. August 2013

    Wenn man sieht womit wir zur Zeit Strom erzeugen und was wir davon in Absehbarer Zukunft noch zur Verfügung haben, wird klar, das SmartMeter die Zukunft sind. Uns gehen die konstant-Strom-produzierenden Möglichkeiten aus. Erneuerbare sind großteilig sehr schwankender Natur. Also wird es die Zukunft sein, dass wir versuchen unseren Stromverbrauch nach der Erzeugung aus zu richten. Und gut geht das nun mal über die Preise. Da braucht man sich auch nicht zu beschweren, wenn man dann früh mehr bezahlt, weil die Kinder in die Schule müssen. Strom kommt nicht aus der Luft. Die Erzeugung kostet. Das muss endlich klar werden.

  8. #8 balu
    8. August 2013

    So wie ich die Wirtschaft einschätze wird das so wiebei den Tankstellen, dann wenn die wenigsten Zeit haben wird der Strom billig (Nachts oder am Vormittag) und wenn dann alle von Arbeit kommen und vor dem Fernseher den Abend verbringen wollen, wird der Strom teuer.

    Vielleicht fördert das dann das Lesen und eBook reader kann man ja aufladen wenn der Strom günstig ist und ein Buch liest sich so wie so am besten bei Kerzenlicht.

  9. #9 Florian Freistetter
    8. August 2013

    @Silly Human: “Da braucht man sich auch nicht zu beschweren, wenn man dann früh mehr bezahlt, weil die Kinder in die Schule müssen. Strom kommt nicht aus der Luft. Die Erzeugung kostet. Das muss endlich klar werden.”

    Ich glaube jedem ist klar, dass Strom Geld kostet. Hier geht es um soziale Ungerechtigkeit, die entsteht, wenn man die Preise von der Tageszeit abhängig macht, es aber gleichzeitig Menschen gibt, denen es die gesellschaftlichen Vorgaben nicht erlauben, diese Einsparungsmöglichkeiten auch wahrzunehmen.

  10. #10 stromdreher
    8. August 2013

    Das Problem bei diesen “smarten” Dingern ist das gleiche wie bei SCADA&Co., also jeder der nicht als Kleinkind mit dem klammerbeutel gepudert wurde kann das Ding auslesen und manipulieren.
    Denn Sicherheit mit Authentifizierung und Verschlüsselung ist nicht vorgesehen, ist ja “industriell” was kann da schon passieren ?
    Und es gibt nur einen der einen Vorteil hat das ist der Stromlieferant, denn er kann 1. feststellen welcher Film gerade über die Glotze gelaufen ist, 2. bei “Säumnis” automatisch den Saft abdrehen (nein es kann keinen Computer oder Bedienfahler geben !!11!!) und 3. jederzeit behaupten das die neuen teuren Tarife dem totalen Strommehrverbrauch geschuldet sind.
    Weil es ist ganz klar eine Kupferhütte oder Chemiekonzern der Salzsäure herstellt hat nur ein zentel des Verbrauchs von einem Dorf und bezahlt daher auch nur ein zentel für den verbrauchten Strom …
    Achja und die “sichersten” sind die die via 433MHz Band im Klartext rumschreien, könnte der Marktführer werden m(

  11. #11 Orci
    8. August 2013

    @Balu: Das ist heute schon nicht anders – wie sollte es auch anders gehen? Mit den Jahren haben sich Standard-Lastprofile für verschiedene “Typen” vpn Haushalten und Situationen (Jahreszeiten, Stadt oder Land, etc.) herauskristallisiert und ungefähr diesen Profilen folgt auch der Preis – in Zeiten hoher Nachfrage hoch, in Zeiten niedriger Nachfrage niedrig. Diese Schwankungen bekommt man als Verbraucher aber im Grunde nicht mit, weil sie durch den Versorger ausgeglichen werden – ist im Grunde ähnlich zu Produkten mit Tagespreisen wie z.B. Gemüse, das im Supermarkt ganzjähig (annähernd) dasselbe kostet.

  12. #12 Chris
    Keller
    8. August 2013

    Hallo,
    Für Einbrecher und derbe Spaßvögel ist die Kombination aus Smartmeter, zunehmender SPS-Haussteuerung und Stuxnet ein wahrer Traum.
    Da ergeben sich richtig viele dolle Möglichkeiten. 😀

  13. #13 hessi
    8. August 2013

    Deine Beispiele für Diskriminierung sind aber auch ein bisschen aus der Luft gegriffen… Die meisten Menschen mit “normalen” Jobs werden morgens und abends Strom verbrauchen und das kaum verhindern können – aber ich hätte definitiv Interesse an, wie es die Studie nennt, “Flächendeckender Einführung+”. Da geht es ja nicht darum, morgens zu Spitzenzeiten dem Sohn die Milch nicht mehr warm machen zu dürfen, sondern Lastmanagement von Haushaltsgeräten, sprich Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine etc.

    Und wenn jetzt noch ein Elektroauto mit ins Spiel kommt freue ich mich so richtig auf die Zukunft: “Hallo Auto, bitte sei morgen früh um 7:30 Uhr so weit aufgeladen, dass ich auf alle Fälle 2x 40km fahren kann. Zwischendurch darfst Du auch gerne Deine Ladung an Verbraucher im Haus abgeben, wenn der Strom aus der Steckdose gar zu teuer ist.”

    Klar, die Datenschutzkomponente muss beleuchtet und berücksichtigt werden, aber eine rigorose Ablehnung der Möglichkeiten scheint mir zu extrem.

  14. #14 Orci
    8. August 2013

    Um automatisch den Saft abzudrehen müsste der Zähler schalten können – ich wüsste nicht, dass das überhaupt ein Modell kann, noch, dass es überhaupt vorgesehen ist (Das Schaltglied müsste ja den Strom schalten können, mit dem die Zuleitung abgesichert ist – in der Regel also 35 A und darüber. Das ist schwierig auf so wenig Raum unterzubringen).
    Darüber hinaus hindert schon heute nichts daran, den Zähler für jede kWh zwei abrechnen zu lassen. Außer natürlich die Behörde, die über die Eichung von Messgeräten wacht und ja auch noch da ist…

    Ein kleines Wort allgemein zur Kommunikation in den Stromnetzen: Netzbetreiber sind sich der Gefahren bewusst. Sie verdienen Geld damit, dass ihre Netze funktionieren und übernehmen so schnell kein Kommunikationssystem, wenn sie der Meinung sind, es könnte ohne großen Aufwand angezapft werden. Viele Menschen wären verweundert, wie wenig Echtzeitdaten aus dem Netz in der Leitwarte einlaufen und wie viel noch von Menschen vor Ort in den Stationen geschaltet werden muss. Das liegt daran, dass man nur die Wahl hätte, ein eigenes Fernwirknetz aufzubauen, das bei entsprechender Dichte sehr teuer ist oder auf ein “offenes” System, wie das Internet umzusteigen (sogar Powerline-Kommunikation mit speziellen Protokollen und unter besonderen Vorkehrungen ist den meisten nicht sicher genug)
    Die Aufnahme großer Mengen Endgeräte ins firmeneigene Netzwerk – das wird ja de facto die Zukunft des Smart Metering bringen – wird mit Sicherheit nicht so blauäugig und so schnell passieren, wie das oft kolportiert wird.

  15. #15 jochen
    8. August 2013

    Leider wird es die Problem mit dem Datenschutz nicht geben, wenn auf den Smartmeter verzichtet wird. Je mehr die ganzen digitalen Dienste verschmelzen, desto mehr wissen andere über mich. Wenn ich mir manchmal überlege, was meine Bank, Google, Amazon und co so über mich wissen, wird mir ganz schumrig. So ein Smartmeter ist da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und wie hier schon genannt wird, ist es für einen Einbrecher wohl bedeutent einfacher, mal vor die Haustür zu schauen, ob da ein Auto steht.

    Man kann das ganze noch so kritisch sehen, man muss sich damit abfinden, dass der Smartmeter kommt. Ob man will oder nicht. Anstatt daher zu versuchen, den Smartmeter zu verdammen, muss die ganze Energie darauf verwendet werden, den allgemeinen Datenschutz und die Pflicht von verschlüsselten Verbindungen zu verbessern. Nur solange dies für unsere Regierung alles Neuland ist, sehe ich da schwarz.

  16. #16 Chris
    Keller
    8. August 2013

    Hallo,
    @Orci
    Das Smartmeter muss nicht selbst große Lasten schalten können, was nebenbei wegen der Ausfallsicherheit auch nicht intelligent wäre, es reicht wenn ein Logikausgang zur Kommunikation oder ein einfacher Ausgang dran ist der Schütze bedienen kann.
    Wenn das Smartmeter mit dem Versorger kommunizieren kann, ist es auch möglich mit einer hausinternen SPS zu kommunizieren und das geht auch über Ethernet, dazu reicht schon sowas kleines wie ne Siemens Logo.

  17. #17 Chrissi
    8. August 2013

    Hallo,
    guter Artikel und spannender Blog, ich bin über den Forschungsblog hierher gekommen und hätte hierzu noch Fragen. Stimmt es, dass der Forschungsblog eingestellt wird? Warum?
    Es gibt zu dem Artikel über die Venenklappen im Forschungsblog so viele unbeantwortete Fragen, auf die keiner mehr reagiert? Haben Sie Informationen hierüber oder könnten Sie vielleicht in Ihrem Blog die Fragen beantworten?

  18. #18 Florian Freistetter
    8. August 2013

    @Chrissi: “Stimmt es, dass der Forschungsblog eingestellt wird? Warum?”

    Ich hab mit der Organisation des Forschungsblogs nichts zu tun, ich hab da nur ein paar Artikel geschrieben. Aber das ganze war wohl ein gefördertes Projekt, dessen Laufzeit jetzt vorbei ist. Ob und wie das weitergeführt wird, weiß ich nicht. Aber vermutlich ohne externe Autoren wie mich.

    “Es gibt zu dem Artikel über die Venenklappen im Forschungsblog so viele unbeantwortete Fragen, auf die keiner mehr reagiert? Haben Sie Informationen hierüber oder könnten Sie vielleicht in Ihrem Blog die Fragen beantworten?”

    Das war leider einer der Artikel, die von anderen Autoren stammen und nicht von mir. Ich hab von dem Thema auch keine Ahnung und kann dazu nicht viel sagen. Ich weiß auch nicht, wer jetzt der neue Ansprechpartner ist. Also Kontaktadresse wird immer noch die von Solveig Wehking angegeben; diese Adresse existiert aber nicht mehr. Vielleicht hilft es, wenn sie sich an Prof. Dr. Martina Schraudner wenden, die als Fraunhofer-Ansprechpartner angegeben wird. Die kann man hier erreichen: http://www.fraunhofer.de/de/leistungsangebot/forschung/discover-markets/kontakt-fraunhofer-discover-markets.html
    Im Impressum des Blogs wird immer noch Sascha Lobo als verantwortlich geführt. Der ist sicher noch unter mail [at] saschalobo.com erreichbar; aber ich denke, auch der hat nichts mehr mit dem Blog zu tun…

  19. #19 Manfred Hofemann
    Sibulan, Philippines
    8. August 2013

    Der einzige Weg zum Stromsparen geht ueber den Preis,

  20. #20 Chinthu
    8. August 2013

    Man könnte ja auch einfach einen Proxy zwischen Smartmeter und den Stromlieferanten schalten, der den Verbrauch ganzer Stadtteile zusammenfasst (sofern das technisch möglich ist). Dies würde wahrscheinlich ausreichend anonymisieren und das Netz-Management könnte verbessert werden.

  21. #21 Orci
    8. August 2013

    @Chris: Ein Schütz müsste aber auch erst mal da sein – das ist zusätzliche Hardware, die richtig Geld kostet, das der Netzbetreiber erst mal in die Hand nehmen muss. Auch als Nachträgliche Sonderlösung, z.B. bei Verdacht auf Stromklau oder regelmäßig ausbleibende Zahlungen gibt’s das nirgendwo – obwohl es heute schon möglich wäre (Ansteuerung über Rundsteuerempfänger). Für die – im Verhältnis immer noch wenigen – Diebe, unzuverlässigen Kunden, etc. so viel Aufwand zu treiben würde sich nicht lohnen – fallsmal Personal hinzuschicken kommt immer noch günstiger.

    Die Kommunikation mit dem Netzbetreiber ist ja grade ein großer Brocken, der noch lange nicht geschluckt ist – und auch einer der Gründe, dass das was den Smart Meter eigentlich smart macht, zur Zeit gar nicht ausgenutzt wird. Eine funktionierende bidirektionale Verbindung unter allen Nebenbedingungen hinzubekommen ist eines der ganz großen Themen.

  22. #22 cleric
    Tübingen
    8. August 2013

    Hi

    Ich habe seit einigen Wochen ein Smartmeter.
    Eine Rückkopplung zu den Stadtwerken gibt es nicht,
    da muss manchmal ein Typ kommen um den Zählstand abzulesen wie beim alten Stromzähler auch.

    Es gibt nur 2 Unterschiede zum Alten:
    1.) Mehr Infos, z.B. aktueller Verbrauch, Verbrauch seit xyz, …
    ist interessant um Stromfresser zu identifizieren.

    2.) Der Smarte unterscheidet zwischen Tag-, Nacht- und Wochenend-Tarif.
    Z.B. bei meinem Tarif (Wasser-Kraftwerk-Strom):
    alt:
    24h, 7 Tage die Woche für 25,73 Cent pro KWh
    neu:
    Tagtarif: Mo-Fr 8-20Uhr 27,81 Cent pro KWh
    Nachttarif: Mo-Fr 20-8Uhr 22,51 Cent pro KWh
    Wochenendtarif: Sa, So 0-24Uhr 20,21 Cent pro KWh

    Sonst ist nichts neu. Ein Einbrecher kann mit dem Neuen genauso wie mit dem Alten sagen, ob jemand im Urlaub ist oder nicht.
    Strom abstellen kann ein Stromanbieter auch ohne klugem Stromzähler ( er darf es nur oft nicht ).
    Indem ich am Wochenende Wäsche wasche und den Geschirrspüler nur nach 20.oo Uhr anmache kann ich viel sparen, undzwar sowohl Geld als auch Kraftwerke, schließlich ist der Werktags-Stromverbrauch der, der so viele Kraftwerke nötig macht. Nachts und am WE sind einige Kraftwerke eher im Bereich der Überproduktion.
    Der Werktagsstrom wird kaum teurer als ohne Smartmeter (bei mir 2,08Cent/KWh = 8%).
    Für meine Nachbarin mit ihrem Kind wird der Strom nicht teurer, nur weil ich zu Spitzenzeiten weniger Strom verbrauche. Egal ob sie ein Smartmeter hat oder nicht, sie deckt mit ihrer Stromrechnung weiterhin die Produktionskosten für ihren verbrauchten Strom, genauso wie bisher (nur mit einer genaueren Rechnung statt eines Mittelwertes über die ganze Woche).

    Ausserdem ist es der denkbar schlechteste Weg, eine soziale Strompreispolitik zu betreiben, indem man Anreize zum klugen Umgang mit dem Strom nimmt.

  23. #23 Markus
    Münster
    8. August 2013

    Durch solche Smart Meter muss nicht unbedingt nur negativer sozialer Druck entstehen. Jeff Atwood hat in seinem Codinghorror-Blog mal beschrieben, dass sein Stromanbieter ihm Rechnungen schickt in denen sinngemäß steht “Im Vergleich zu Ihrer Nachbarschaft (ohne explizite Nennung von Personen natürlich) verbrauchen sie so und so viel. Sparen Sie das nächste Mal noch so viel ein um besser zu werden…”. Solche Gamification-artigen Elemente können sogar zum Sparen motivieren.
    (Ich glaube der Artikel hieß “For a bit of colored ribbon…”, kann ich gerade leider nicht nachprüfen.)

  24. #24 Chris
    Keller
    8. August 2013

    Hallo,
    @Orci
    Wie vom Netzbetreiber bezahlt? Schütz und SPS zahlt natürlich der Hauseigentümer bei Generalsanierung* oder Neubau.
    Wird da schon ein paar findige Poltiker und Lobbyisten geben die da ein fieses Päckchen schnüren, zudem müssen dann ja die Elektriker ihre Leute nachschulen und die SPS Hersteller müssen eventuell noch was anpassen da sollte doch ein nettes Konjunkturpäckchen zustande kommen, oder? 😉

    @Markus

    Solche Gamification-artigen Elemente können sogar zum Sparen motivieren.

    Ich bin mir nicht so sicher ob das überall als nettes Gimmick beim Stromsparen aufgefasst wird, vielleicht bei einer neueren Hipstersiedlung. In meinem überalterten Stadtteil ist das garantiert nur ein weiterer Punkt um über die Nachbarn zu spekulieren und das nicht auf die nette Art.

    *An der Definition von Generalsanierung kann man dann sicher auch noch was drehen. 😀

  25. #25 rudimens
    8. August 2013

    zu 8:9 Stromerzeugung kostet! Bei diesem Anbieter ( ews-schoenau) ca 25% der Gesamtkosten. Alle anderen Faktoren werden vom smarten Zählen nicht beeinflusst.
    (zyn) Ich fühle mich zunehmend sicher.

  26. #26 Frank Melle
    8. August 2013

    Ich finde die Digitalisierung bzw das Datensammeln eigentlich gar nicht so schlecht, sofern der Nutzer alleinige Kontrolle darüber erhält.
    Die Vernetzung dagegen verstehe ich nicht. So einen Stromzähler könnte man doch einfach mit einer Schnittstelle versehen, um Daten kopieren zu können.
    Um Missbrauch zu vermeiden, kann man das GErät so programmieren, dass bei einem Hardware/Software-Hack das Gerät deaktiviert wird und gleichzeitig die Stromzufuhr für den Haushalt abgeschaltet wird.

    Die Daten kann dann jeder einfach in Excel importieren oder sich mit einer speziellen Software auf einem beliebigen Medium anschauen.

    Die Hackbarkeit muss man sowieso irgendwie einschränken – egal ob Schnittstelle oder nicht.
    Aber die Vernetzung ist unnötig, zumal wie schon erwähnt zusätzliche Sicherheitslücken entstehen.

    Nicht mal die Router sind sicher, dann soll noch nen Stromzähler dran hängen?

  27. #27 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com/2013/08/08/makers-fair-akkuschrauberrenner/
    9. August 2013

    Laßt mich mal an einer radikal vereinfachten Beispielrechnung vorexercieren.

    Es gäbe 2 Tarife, Tags und Nachts, und Tags wär teurer, weil da mehr Produktions- und Konsumtionsanlagen laufen.

    Es gäbe 3 Kraftwerke die jeweils gleich viel und eine fixe Menge Strom produzieren könnten, aber zu unterschiedlichen Kosten. Eine Exawattstunde sei die Wattstundenmenge die im Example (hence: Exawatt) im Mittel 20 € kostet, ohne zumindest überschlagsmäßig eine sinnvolle Zahl nennen zu müssen.

    Also die billigste Anlage liefere eine Exawattstunde für 15€, die nächstbeste für 20€ und die teure für 25€.

    Eigentlich wollen alle tagsüber Strom verbrauchen nämlich 3 EWH, und nachts eine EWH. Tags kostet der Strom insgesamt 15+20+25=60 €. Und nachts 15 €. Macht 75€ in Summe.

    75 /4 wäre dann der Preis den alle für die EWH zahlen, wenn man nicht bestimmen kann, wer die teuren und wer die billigen Einheiten verheizt.

    Jetzt kommen die Schnüffelzähler zum Einsatz. Ein flexibler User merkt, dass er seine Einheit zu 20€ im Mittel (tags) auch nachts konsumieren könnte (15€). Allerdings bewirkt sein Wechsel eiine Preisverschiebung. Tags fällt jetzt nur noch Strom zu 15+20€ an, also im Mittel 17,50. Und nachts wird neben dem billigsten Kraftwerk auch das mittelteure benötigt, und der Preis steigt auf 17,50. Aber insgesamt wird nur ncoh Strom für 70€ verbraucht. Für beide – auch die Familie, die ihr Verhalten gar nicht ändert, wird der Strom billiger.

    Das ist natürlich alles plakativ einfach dargestellt, weil es ums Prinzip geht, aber ich denke das wird am ehesten deutlich, wenn etwas was leicht per Kopfrechnen nachvollziehbar ist gewählt wird. Zwischen Ein- und Verkaufspreis, Gewinn, Kraftwerken mit langer Vorlaufzeit und statistischen Prognosen wollte ich mich nicht verlieren.

    Die detaillierte Verbrauchsrechnung mit individueller Zuordnung einzelner Verbraucherprofile (Verbraucher im Sinne von Staubsauger Phillips V7200u+, Samsung LCD 17″ wx usw. – nicht Frau Müller und Hr. Meier) muss ja nicht an den Stromlieferanten weitermelden. Der benötigt die Daten nur in der Granularität seines Tarifs. Minuten- oder sekundengenaue Profile und Preise die den Kühlschrank einen Kühlimpuls vollziehen lassen, wenn auf dem Land gerade eine Boe durchs Windrad stößt – so will ja niemand Strom verbrauchen. Geräte die selbst wieder den Strompreis überwachen und die Wäsche auf morgen nacht 3:00 Uhr verschieben vielleicht auch nur bedingt.

    Am Ende hortet jeder zuhause Akkus, um billigen Strom aufzusaugen und tags teuer wieder einzuspeisen. :)

  28. #28 libre
    9. August 2013

    @Stefan W.

    Am Ende hortet jeder zuhause Akkus, um billigen Strom aufzusaugen und tags teuer wieder einzuspeisen.

    Warum so kompliziert. Bau ein Speicherkraftwerk und der ganze Unfug mit Smart Meter ist (weitestgehend) beendet!

  29. #29 rolak
    9. August 2013

    Um Missbrauch zu vermeiden, kann man das GErät so programmieren, dass bei einem Hardware/Software-Hack das Gerät deaktiviert wird und gleichzeitig die Stromzufuhr für den Haushalt abgeschaltet wird.

    Völlig sinnfreier Fehlschluß, Frank: Selbstverständlich könnte ein Gerät so programmiert werden – doch das würde Mißbrauch keinesfalls verhindern, allerbestenfalls erschweren.

  30. #30 Frank Melle
    10. August 2013

    @rolak

    Was ist daran bitte ein völlig sinnfreier Fehlschluss?
    Manchmal wünsche ich mir hier eine neutralere Bewertung von Aussagen und die richtige Verwendung von Begriffen.

    Ich stimme zu, dass es keine 100% Sicherheit gibt bzgl Hackbarkeit/Kompromittierung – ich hätte das differenzierter formulieren sollen.

    “[…] doch das würde Mißbrauch keinesfalls verhindern, allerbestenfalls erschweren”
    Ist das ein Argument gegen – was konkret? Ich vertrete den Standpunkt, dass das Verhindern, allerbestensfalls Erschweren (wahrscheinlichstes Szenario) immer noch besser ist, als keinerlei Schutz.

    Tut mir Leid, dass ich zu optimistisch bzw nicht 100% realistisch bin, aber ein völlig sinnfreier Fehlschluss ist etwas anderes.

    Man muss nicht immer Aussagen anderer bewerten. Man kann diese auch neutral korrigieren oder mit zusätzlichen Gedanken optimieren.

    Trotzdem Danke für deinen korrekten Einwand.

  31. #31 Solveig Wehking
    Hamburg
    13. August 2013

    @Chrissi Das Forschungs-Blog – ein Projektblog von der Fraunhofer-Gesellschaft 😉 – wird nicht eingestellt, sondern von Berlin aus weitergeführt. Bis auf Weiteres ist die Projektleiterin Prof. Martina Schraudner die Ansprechpartnerin.

    Es tut mir auch leid, dass die Fragen zu der interessanten Entwicklung künstlicher Venenklappen bis jetzt offen geblieben sind, allerdings bin ich (als Autorin des Artikels) auf die Angaben und Antworten des Instituts angewiesen. Da Forschungsprojekte einen langen Weg haben und bei der Entwicklung von Medizinprodukten besonders viele Dinge zu beachten sind – bei den Venenklappen z. B. auch ethische Fragestellungen – ist das alles nicht so Ruckzuck zu klären. Was mit den Ergebnissen jetzt gemacht wird und wie es weitergeht kann nur das Fraunhofer-Institut (IPA) beantworten. VG Solveig

  32. #32 Solveig Wehking
    Hamburg
    13. August 2013

    PS: @ Florian: Sascha Lobo ist schon lange nicht mehr redaktionell verantwortlich, völlig richtig. Das war auch geändert und ist wohl beim Relaunch untergegangen. Danke für den Hinweis!