Wer in Jena und Umgebung lebt und heute Abend noch nichts vor hat, kann heute um 18 Uhr in der Johannisstraße 13 (im Haus für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Friedrich-Schiller-Universität) vorbei kommen. Da veranstaltet die Graduierten-Akademie eine Podiumsdiskussion zu einem sehr interessanten Thema: “Publish or Perish? Wissenschaftliches Publizieren im Umbruch”. Netterweise bin ich auch dazu eingeladen und darf gemeinsam mit drei anderen interessanten Menschen diskutieren. Ich kopiere die Teilnehmerliste einfach mal aus der Ankündigung:

Auf dem Podium sitzen:

Alexander Schmitz, der als Lektor des Verlags Konstanz University Press die Umbruchprozesse beim Publizieren unmittelbar zu spüren bekommt;

Patricia Gwozdz, die als Doktorandin an der Universität Potsdam zum Thema Popular Science Writing forscht und ihre Dissertation zum Thema “Homo academicus goes Pop” schreibt;

der Astronom Dr. Florian Freistetter, der in der Postdoc-Phase die klassische wissenschaftliche Laufbahn verlassen hat und nun Forschungsergebnisse für die breitere Öffentlichkeit publiziert;

Prof. Dr. Marcus Maurer, für den als Kommunikationswissenschaftler an der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Veröffentlichen von Forschungsergebnissen einerseits zum “Job” gehört und andererseits Forschungsfeld im eigenen Fachgebiet ist.

Moderiert wird die Diskussion von Dr. Peter Braun, dem Leiter des Schreibzentrums der Universität Jena.

Anfahrtsskizze: Der rote Pfeil zeigt den Veranstaltungsort

Anfahrtsskizze: Der rote Pfeil zeigt den Veranstaltungsort

Ich bin sehr gespannt, über was wir dort diskutieren werden und welche Fragen aus dem Publikum kommen. Themen gibt es auf jeden Fall genug. Ist es noch angebracht, Wissenschaftler nur anhand der Publikationsliste zu bewerten oder gibt es auch noch andere Kritieren? Wohin führt der Zwang zu immer mehr Publikationen? Wohin führt der Nature-Fetischismus und der Drang, nur in den “guten” Zeitschriften zu publizieren? Brauchen wir verpflichtende Open-Access-Publikationen? Müssen Wissenschaftler auch fähig sein, für die breite Öffentlichkeit zu schreiben oder kann man das den Wissenschaftsjournalisten überlassen?

Ich freue mich auf eine interessante Veranstaltung!

Kommentare (5)

  1. #1 Norbert
    Berlin
    16. Januar 2014

    Vielleicht auch interessant der Artikel vom diesjährigen Nobelpreisträger MEdizin http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/dec/09/how-journals-nature-science-cell-damage-science

  2. #2 cassandra
    WIEN
    16. Januar 2014

    In Österreich zählen Patentanmeldungen (egal wie schlecht- nicht mal erteilte Patente oder erteilbare) zu den Veröffentlichungen- was exzessiv dafür genutzt wird, eine ausreichend lange Liste zu generieren. So wäre jede Anmeldung eines Perpetuum mobile auch eine Veröffentlichung- (nach 18 Monaten wird veröffentlicht wie angemeldet) – unabhängig davon, dass die Anmeldung nicht erteilt wird. Dies wird auch exzessiv genutzt.
    DasSystem führt sich ad absurdum.

  3. #3 rolak
    16. Januar 2014

    Da mein Fahrrad einen Platten hat, werde ich es heute abend leider nicht schaffen – abder trotzdem vielen Dank für die höchst ausführliche Wegbeschreibung…

    Gutes Gelingen!

  4. #4 Hans
    18. Januar 2014

    Wie war denn diese Diskussion jetzt eigentlich?

  5. #5 Florian Freistetter
    18. Januar 2014

    @Hans: Ja, war ganz nett und interessant. Meine Sicht auf die Dinge hab ich hier im Blog ja schon oft bekannt gegeben. Und die anderen Leute hatten eher einen geisteswissenschaftlichen Blick auf die Lage; insofern lässt sich das nicht mit dem vergleichen, was ich fordere.