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Here comes the sun(screen)

von Sarah Reim

Ich studiere Chemie, interessiere mich aber auch für eine Vielzahl anderer Dinge und freue mich über kleine und große Aha-Momente. Ich mag Seifenstücke, vieles, was grün ist, Holzfußböden und Wasser in allen Variationen.

Jeden Sommer hören wir Warnungen vor Hautkrebs und werden erinnert, uns doch bitte ausreichend mit Sonnencreme einzucremen. Aber wie funktioniert das eigentlich mit dem Lichtschutzfaktor, welche Strahlen führen zu Sonnenbrand und was haben diese Nanopartikel da schon wieder zu suchen?

Die Sonnencremes auf dem Bild gibt es natürlich nicht. Sie sind, wie alle Bilder in diesem Artikel, von mir skizziert.

Die Sonnencremes auf dem Bild gibt es natürlich nicht. Sie sind, wie alle Bilder in diesem Artikel, von mir skizziert.

Sonnencreme gibt es in unzähligen Varianten: von Lichtschutzfaktor 6 bis 50+, von 99 Cent bis 30 Euro, von extra wasserfest bis exotisch parfümiert ist für jeden etwas dabei. Grundsätzlich sind die meisten Inhaltstoffe identisch mit denen von Haut- und Körpercremes; die Zusammensetzung von Wasser- und Fettphase, Emulgatoren und Zusatzstoffen bestimmt unter anderem, wie schnell eine Creme einzieht und ob die Haut beispielsweise mit zusätzlicher Feuchtigkeit versorgt wird. Ausschlaggebend für eine Sonnencreme ist aber die meist groß aufgedruckte Zahl, die die Höhe des Sonnenschutzes angibt, die UVB/UVA-Bilanz und welche Stoffe enthalten sind, um das zu erreichen. Aber der Reihe nach…

Lichtschutzfaktor – viel hilft viel

Der Lichtschutzfaktor (LSF) ist wohl für die meisten Menschen das erste Kriterium beim Kauf einer Sonnencreme. Je höher die Zahl, desto höher der Schutz – logisch. Etwas genauer: der LSF gibt den Faktor an, mit dem die Eigenschutzzeit multipliziert werden kann, wenn ausreichend Sonnencreme aufgetragen wird. Wenn jemand also ziemlich sonnenempfindliche Haut hat und nach nur 10 Minuten einen Sonnenbrand bekommt, sich aber dick mit einer Creme mit LSF 30 eincremt, werden daraus schon 300 Minuten, also ganze 5 Stunden. Dabei gibt es allerdings ein paar Probleme: konstante Strahlung wie die im Labor wird man draußen über mehrere Stunden nirgends finden, nach 5 Stunden wird, wenn man sich auch nur ein bisschen bewegt oder schwitzt, nicht mehr allzu viel der Creme auf der Haut sein. Zudem wird bei den Tests zur Bestimmung des LSF die Sonnencreme meist deutlich dicker aufgetragen als wir es im Alltag tun.

Um auf den angegebenen Faktor zu kommen, müsste man nämlich 2 mg Creme pro Quadratzentimeter Haut verteilen, das entspricht allein für das Gesicht durchschnittlich etwa der Menge, die auf einen Teelöffel passt. Studien haben ergeben, dass die meisten Menschen jedoch gerade mal die Hälfte dessen benutzen und somit ihre Haut deutlich mehr Strahlung aussetzen als beabsichtigt. Bei Studien mit realistischeren Mengen an Creme hatte die Hautbeschaffenheit der Teilnehmer_innen einen so großen Einfluss, dass die Ergebnisse nicht mehr aussagekräftig waren. Ab Lichtschutzfaktor 30 können die Testergebnisse aufgrund der langen Expositionszeiten prinzipiell nur noch angenähert werden (wer möchte schon 10 h am Stück in einem Labor mit künstlichem Sonnenlicht bestrahlt werden…).

Also: viel Creme oder entsprechend höhere Lichtschutzfaktoren benutzen, häufig nachcremen und nicht zu sehr darauf verlassen, was auf der Packung steht. „Wasserdicht“ bedeutet übrigens auch nur, dass nach 40 Minuten im Wasser noch 50% der aufgetragenen Menge auf der Haut sein müssen.

Alles lila oder was?

Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie gut die Haut vor Sonnenbrand geschützt wird. Immer häufiger findet man aber zusätzlich noch weitere Angaben wie „Breitbandfilter“ oder entsprechende Symbole.

Dieses verbreitete Symbol darf auf eine Sonnencremepackung gedruckt werden, wenn der UVA-Schutz mindestens eine Drittel des UVB-Schutzes beträgt.

Dieses verbreitete Symbol darf auf eine Sonnencremepackung gedruckt werden, wenn der UVA-Schutz mindestens eine Drittel des UVB-Schutzes beträgt.

Die von der Sonne abgegebenen Strahlen lassen sich je nach Wellenlänge in verschiedene Kategorien einteilen; wichtig für uns sind im Kontext von Sonnenbrand und -creme die sogenannten UV-Strahlen. UV steht für ultraviolett, also Licht, welches sich am Rand des für uns lila wirkenden Lichts befindet:

Mittags an einem sonnigen Sommertag sieht die Wellenlängenverteilung in einem Sonnenstrahl in etwa so aus. Es gibt ziemlich viel energiereiche UV-Strahlung - wenn die Sonne tiefer steht, ist die Verteilung entsprechend anders.

Mittags an einem sonnigen Sommertag sieht die Wellenlängenverteilung in einem Sonnenstrahl in etwa so aus. Es gibt ziemlich viel energiereiche UV-Strahlung – wenn die Sonne tiefer steht, ist die Verteilung entsprechend anders.

Diese Strahlung lässt sich wiederum in drei Unterkategorien aufteilen: UVA, UVB und UVC-Strahlung. Die UVC-Strahlung wird weitestgehend von der Ozonschicht gefiltert, sodass sie für uns keine Gefahr darstellt. Auch die anderen beiden Strahlungsarten werden zu einem Teil bereits dort abgeschwächt (unter anderem deshalb ist es wichtig der Vergrößerung des Ozonlochs entgegenzuwirken!), kommen aber auch bei uns und damit auf unserer Haut an.

Bis vor ein paar Jahren war die UVB-Strahlung die einzige, die für wirklich schädlich gehalten wurde. Die Mehrzahl der Sonnencremes hatte lediglich einen UVB-Filter und tatsächlich macht sie den Teil der Strahlung aus, der zu Sonnenbrand führt. Sie ist aber auch für den Anstoß der Vitamin-D3-Synthese zuständig und spielt damit eine wichtige Rolle für unsere Knochenstabilität.

Die UVA-Strahlung kann dank ihrer längeren Wellenlänge in tiefere Hautschichten vordringen. Dort regt sie die Melaninproduktion an, was zur Bräunung der Haut führt. Dieses Prinzip nutzen übrigens Solarien: die Kund_innen werden mit UV-Licht bestrahlt, welches im Vergleich zum Sonnenlicht mehr UVA-Strahlung enthält und werden so schneller braun als das bei gleicher Strahlungsleistung und einer der Sonne entsprechenden Verteilung der Fall wäre.

Die so entstandene „Sofortbräune“ hält allerdings nur wenige Tage und führt auch nicht zu der durch UVB-Strahlung erreichbaren „Lichtschwiele“, einer Verdickung der Oberhaut, die zu einem zusätzlichen Sonnenschutz der Haut führt. „Vorbräunen“ im Solarium, um Sonnenbrand im Urlaub entgegen zu wirken, funktioniert also nicht.

UVA-Strahlung ist außerdem für die mit viel Sonneneinwirkung verbundene vorzeitige Hautalterung verantwortlich und kann Sonnenallergien (z.B. Mallorca-Akne) hervorrufen. Auch ohne Sonnenbrandrisiko ist sie also nicht zu vernachlässigen.

Unterschiedliche Wellenlängen führen zu unterschiedlicher Materialdurchlässigkeit der Strahlen: während UVA-Strahlung bis in tiefe Hautschichten vordringt, wird UVC-Strahlung schon in der Atmosphäre gefiltert

Unterschiedliche Wellenlängen führen zu unterschiedlicher Materialdurchlässigkeit der Strahlen: während UVA-Strahlung bis in tiefe Hautschichten vordringt, wird UVC-Strahlung schon in der Atmosphäre gefiltert

Das Hautkrebsrisiko wird übrigens durch beide Strahlungsarten erhöht. Die Annahme, das sei lediglich bei UVB-Strahlung der Fall, ist überholt. Es wirken jedoch unterschiedliche Mechanismen, welche zu unterschiedlichen Mutationen und Krebsarten führen können.

Chemisch vs. physikalisch // organisch vs. anorganisch

Im Allgemeinen kann man Sonnencreme in zwei Kategorien einteilen: solche mit chemisch lichtschützenden Komponenten und solche mit physikalischem Lichtschutz.
Diese Einteilung beruht auf den Mechanismen, mit denen die ultravioletten Strahlen unschädlich gemacht werden.

Bei der chemischen Variante wird die Strahlung in Wärmeenergie umgewandelt. Die dabei zum Einsatz kommenden Moleküle besitzen einen ein sogenanntes „aromatisches System“. Diese Art von Verbindungskombinationen absorbiert Strahlen im UV-Bereich und zwar verschiedener Wellenlängenbereiche, je nachdem, wie der Rest des Moleküls aussieht.

Drei Beispiele für organische Moleküle, die als UV-Filter fungieren. Wenn man das mittlere Molekül ein klein bisschen verändert, riecht es nach Zimt! Das wäre doch auch mal ein schöner Cremegeruch.

Drei Beispiele für organische Moleküle, die als UV-Filter fungieren. Wenn man das mittlere Molekül ein klein bisschen verändert, riecht es nach Zimt! Das wäre doch auch mal ein schöner Cremegeruch.

Der Vorteil daran ist, dass es sowohl Moleküle gibt, die UVA-Strahlen abfangen als auch solche, die von UVB-Strahlen angeregt werden, und sogar ein paar, die das gesamte UV-Spektrum abdecken. Mit der richtigen Auswahl oder Mischung kann also ein sehr umfassender Sonnenschutz erzielt werden.

Die UV-Strahlen der Sonne werden von den Molekülen in der Creme aufgenommen und als längerwellige Strahlung wieder abgegeben. Die dabei entstehende Wärmeenergie ist so gering, dass man davon nichts merkt, schon gar nicht, wenn man eh in der Sonne sitzt.

Die UV-Strahlen der Sonne werden von den Molekülen in der Creme aufgenommen und als längerwellige Strahlung wieder abgegeben. Die dabei entstehende Wärmeenergie ist so gering, dass man davon nichts merkt, schon gar nicht, wenn man eh in der Sonne sitzt.

Ein weiterer Vorteil liegt in der guten Handhabbarkeit. Cremes mit chemischen Filtern hinterlassen im Allgemeinen keinen weißen Film auf der Haut, ziehen schnell ein und lassen sich als Lotion, Creme oder Spray herstellen.
Ein paar gravierende Nachteile gibt es aber auch: die Moleküle können durch die Haut vom Körper aufgenommen werden und stehen im Verdacht hormonelle Änderungen hervorzurufen. Insbesondere Octocrilen wird von vielen Wissenschaftler_innen inzwischen kritisch gesehen, da es durch die Haut aufgenommen und sogar in Muttermilch nachgewiesen werden kann. Dennoch ist gerade dieser Stoff noch in sehr vielen Sonnencremes enthalten, da er einen guten Breitbandschutz liefert. Sonnencremes ohne Octocrilen sind oft extra gekennzeichnet und finden sich vor allem unter Naturkosmetika.

Auf chemische Sonnenschutzfilter reagiert empfindliche Haut zudem manchmal mit allergieartigen Reaktionen. Besonders bei Kindersonnencreme wird deshalb zunehmend versucht, auf chemische Filter zu verzichten.

Bei den beachtlichen Mengen Sonnencreme, die täglich im Meer landen, ist auch die nachgewiesene Schädlichkeit für Wasserorganismen ein Problem, welches immer mehr Aufmerksamkeit erfordert. Die Effekte sind so stark, dass Hawaii 2017 bestimmte organische Sonnenschutzmittel verboten hat.

Physikalische Filter arbeiten nach einem anderen Prinzip: die UV-Strahlen werden nicht aufgenommen, sondern von Partikeln in der Sonnencreme reflektiert und gelangen gar nicht erst in die Haut. Dabei werden mineralische Pigmente eingesetzt, die wie kleine Spiegel wirken – soweit die Theorie. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass auch diese Stoffe einen Großteil der Energie aufnehmen und in Wärme umwandeln. Deshalb wäre es eigentlich korrekt, von anorganischen/mineralischen Filtern zu sprechen und die anderen entsprechend als organisch zu bezeichnen – denn chemisch sind sie im Grunde alle und die Schutzmechanismen überschneiden sich.

Anorganische Filter arbeiten nicht, wie lange gedacht wurde, nur über Spiegelung der Strahlen (links). Lediglich ein ziemlich kleiner Teil der Strahlung wird zurückgeworfen, der Rest wie bei den organischen Filtern in Wärme umgewandelt.

Anorganische Filter arbeiten nicht, wie lange gedacht wurde, nur über Spiegelung der Strahlen (links). Lediglich ein ziemlich kleiner Teil der Strahlung wird zurückgeworfen, der Rest wie bei den organischen Filtern in Wärme umgewandelt.

Die am mit Abstand häufigsten eingesetzten Mineralien sind kleine Partikel Titandioxid und Zinkoxid. Beide sind weiß, werden unter anderem in Wandfarbe eingesetzt und sind auch für die weiße Farbe von Sonnencreme verantwortlich. Um den weißen Film und eine pastenartige Konsistenz zu verhindern, werden immer kleinere Partikel verwendet, denn dadurch erhöht sich die relative Oberfläche und es werden insgesamt weniger Mineralien gebraucht, sodass die Schicht für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar ist.

Wenn die einzelnen Teilchen kleiner als 100 Nanometer sind, spricht man von Nanomaterialien. Diese Materialien haben aufgrund ihrer geringen Größe physikalische und chemische Eigenschaften, die sich von größeren Partikeln desselben Materials unterscheiden. Hier sind das vor allem Löslichkeit (wobei sie sich strenggenommen nicht auflösen, sondern nur dispergieren) und die größere Oberfläche, die zu höheren Lichtschutzfaktoren führen.

Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen können weder Zinkoxid- noch Titaniumdioxid-Nanopartikel durch die Haut aufgenommen werden. Es besteht deshalb für uns als Verbraucher erstmal keine Gefahr durch den Zusatz von Nanopartikeln. Die Studien, die immer wieder herangezogen werden, um das Gegenteil zu beweisen, beziehen sich auf direkt in die Blutbahn injiziertes Titandioxid, bzw. solches, das als Staub eingeatmet werden kann. Beide Szenarien sind recht weit von der Anwendung in Sonnencreme entfernt. Trotzdem sollte man darauf achten, dass man die Creme nicht unbedingt auf offene Wunden aufträgt…

Take-away messages für die, die schnell an den Strand wollen

  • Sowohl UVA- als auch UVB- Strahlen sind schädlich. Weder Solarien, noch Sonnencremes, die keinen ausreichenden UVA-Schutz (UVB/UVA sollte mindestens 3 sein) besitzen, sind eine gute Idee
  • Um einen hohen Breitbandschutz zu bekommen, ist im Moment noch eine Mischung aus organischen und anorganischen Filtern die Methode der Wahl. Bestimmte organische Filter bergen Risiken, eventuell für den menschlichen Körper, sicher aber für die Umwelt. Octocrilen im Speziellen sollte vielleicht besser vermieden werden.
  • Die umweltfreundlichere Variante sind mineralische Filter (vor allem Titandioxid als UVB – und Zinkoxid als UVA-Filter), die jedoch, wenn sie nicht in Nanoform vorliegen, oft nicht so praktisch sind. Als Nanopartikel bringen sie das Risiko mit, was im Moment noch auf die meisten Nanopartikel zutrifft: die Technologie steckt noch in ihren Kinderschuhen und Langzeiteffekte auf verschiedene Systeme sind schlicht noch nicht ausreichend untersucht. Nach aktueller Studienlage stellen sie aber als Cremezusatz kein Risiko dar.
  • Der risikoärmste Sonnenschutz ist immer noch Kleidung. Auch wenn die meisten T-Shirts (abgesehen von speziell mit UV-Schutz ausgestatteten) gerade mal LSF 15 haben, bleibt dieser doch zumindest bestehen und schadet nicht. Wer es vermeiden möchte, sich ständig mit Sonnencreme einzuschmieren und sich Gedanken darüber zu machen, was da gerade eigentlich alles passiert, könnte also auch einfach die sonnenbestrahlte Fläche ein wenig minimieren.

Here comes the sun, and I say “It’s all right!”

Studien und sonstige Links, für alle, die noch mehr lesen wollen, oder einfach gern wissenschaftliche Quellen für Aussagen haben

Kommentare (27)

  1. […] am 18.10.2018: Link zum Artikel […]

  2. #2 Mars
    18. Oktober 2018

    super gemacht, lang und ausführlich
    – und alles in BUNT – das gibt einen extrapunk für das kreative malen

    ich fand auch deine vorstellung mit deiner vorstellung von dingen sehr interessant.
    da ist alles drin, was zu einem spannenden blog gehört – klasse, ach was, extraklasse

  3. #3 Jolly
    18. Oktober 2018

    Der Beitrag erinnert mich an einen alten, vermutlich verschwendeten Ratschlag:

    Ladies and gentlemen of the class of ’97

    Wear sunscreen.

    If I could offer you only one tip for the future,
    Sunscreen would be it.
    The long-term benefits of sunscreen have been proved by scientists

    […]

    Be careful whose advice you buy

    […]

    But trust me on the sunscreen.

    (Text von Mary Schmich; vertont von Baz Luhrmann: Youtube)

  4. #4 Leser
    18. Oktober 2018

    Ein wunderschöner Beitrag ! Danke. Und auch so schön illustriert. Nur das dritte Bild mit dem Sonnenspektrum stimmt nicht ganz: Die Sonne ist näherungsweise ein schwarzer Strahler mit einer Temperatur von knapp 6000 Grad. Das Strahlungsmaximum liegt im gelbgrünen Bereich und nimmt nach Blau nicht weiter zu, sondern erheblich ab. Die Strahlung wird nach Blau und UV erheblich weniger, ist aber trotzdem für uns Menschen schädlich. Man sieht, daß wir in der Nähe eines Sterns mit 20 000 Grad Oberflächentemperatur gar nicht (in der freien Natur) leben könnten.

  5. #5 Mars
    18. Oktober 2018

    da gab es übrigens von Martin B. ein tollen beitrag

    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2013/06/16/das-marchen-vom-sonnenspektrum-2/

    der anpassung durch evolution und warum das nicht immer sooo genau passt
    …. nur so nebenbei, wen das interessiert.

  6. #6 Mars
    18. Oktober 2018

    @Leser

    das stimmt so nicht ganz
    über den tag verändert sich das doch erheblich
    (wie @Sarah auch schreibt)

    schau mal hier, da gibts darstellung der spektren zu den tageszeiten
    https://www.lichtmikroskop.net/optik/lichtspektrum.php
    lg

  7. #7 Ernst der Lage
    18. Oktober 2018

    Also, ich finde, das ist einer der besten und rundesten Blog-Artikel, die ich je gelesen habe. Stets am Thema dran, ausführlich, aber nicht ausufernd, mit vielen weiterführenden Links und sehr sympathischem Schreibstil (und den knuffigen Zeichnungen, die dem ganzen noch das Sahnehäubchen aufsetzen). Danke!

  8. #8 Leser
    18. Oktober 2018

    @ Mars

    Ich weiß nicht, was diese Korinthenkackerei soll. Der Beitrag von Sarah ist toll. Ich hatte nur auf eine kleine Ungenauigkeit hingewiesen und wollte das auch nur prinzipiell klarstellen. Selbstverständlich ist die Sonne nicht exakt ein schwarzer Strahler. Selbstverständlich zerfällt das Sonnenspektrum durch die Absorbtion in der Atmosphäre in viele kleinere lichtdurchlässige Banden. Das ist im übrigen auch bei Martin Bäker so dagestellt. Und selbstverständlich verändert sich auch das Sonnenspektrum abhängig von der Tageszeit (dem Sonnenstand) und der Bewölkungssituation. Aber das tut hier doch alles nichts zur Sache. Hier ist die Wirkung bei maximaler Sonneneinstrahlung gefragt.

    Noch einmal Sarah : dein Artikel ist toll !

  9. #9 Wizzy
    18. Oktober 2018

    @Mars

    Leser hat meines Erachtens recht. Lichtmikroskop.net ist keine glaubwürdige Quelle. Die Spektren, die dort vorgestellt werden, stimmen meiner Ansicht nach nur ungefähr, aber nicht im Detail bezüglich der x-Achse / Wellenlänge. Vergleiche einfach mit veröffentlichten Spektren referenzierter Quellen!

  10. #10 Mars
    18. Oktober 2018

    @leser

    hab ich dir ans bein gepinkelt – oder war das heute schon mal jemand anderes, dass du gleich so reagiertst?

    ich habe über den bericht von @sarah nur bestes geschrieben, du warst der erste, der die rosinen ähh … korinthen aus dem kuchen puhlen wollte

    also mach mal halblang – ich wollte nur nebenbei noch ne info dazu legen – muss ja keiner lesen.
    “” …. Aber das tut hier doch alles nichts zur Sache”” schön wärs, wenn’s dabei bliebe.

  11. #11 Mars
    18. Oktober 2018

    @Wizzy

    dann bin ich mal wieder einer seite aufgelegen, deren inhalt nicht das verspricht, was es sollte
    keiner ist perfekt – danke für den hinweis

  12. #12 tomtoo
    18. Oktober 2018

    Viel Information flüssig(sozusagen locker und leicht) dargestellt. Vielen Dank für den Artikel. Bei mir ganz vorne.

  13. #13 Leser
    18. Oktober 2018

    @ Mars

    Ich hatte den Eindruck, du hast die Links gar nicht gelesen, bevor du die Links in den Beiträgen #5 und #6 angegeben hast. Bei Leuten, die in dieser Art und Weise vorgehen, werde ich tatsächlich manchmal etwas ärgerlich. Diese Beiträge können manchmal mehr verwirren als nützen. Bei Martin Bäker (#5) ist das Spektrum ganz korrekt angegeben. Die Abbildung stammt aus Wikipedia. Ein Nachschauen dort hätte also auch genügt. Und wenn du es gelesen hättest, dann müßte dir der Unterschied zu deinem Link im Beitrag #6 auffallen.

    Also bitte, einfach vorher lesen, was man da verlinkt. Dann gibt es weniger Mißverständnisse.

  14. #14 Mars
    18. Oktober 2018

    @Leser

    hab ich getan -vorallem den artikel von @MB fand ich ja sehr gut, wenn auch nicht direkt im zusammenhang mit sonneschutz … trotzdem erwähnenswert, auch weil hier aus dem forum

    auf der anderen seite fand ich eben mehrere tagesspektren, die sich dahingehend unterscheiden
    wie im artikel beschrieben – das schien für mich logisch- gerade weil der UV anteil erhöht war

    … und natürlich lese ich das vorher, wenn ich aber fehlern aufliege bitte ich das zu entschuldigen – ich wusste es in dem fall nicht besser.
    und wiki – nun, da ist auch nicht immer gold was glänzt
    alles gut.

  15. #15 Leser
    18. Oktober 2018

    @ Mars

    Du hast die Spektren auf lichtmikroskop.net nicht verstanden. Bei Martin Bäker steht die korrekte Maßeinheit dran : W/m^2/nm . Auf Lichtmikroskop.net steht nur “relative Intensität” in % dran. Ohne Erklärung. Die Kurven sehen aber so aus, als wären es die Kurven der realen Sonnenintesität multpliziert mit der spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Auges. Es scheint also die “relative Intensität” der meschlichen Empfindung des Lichtes gemeint zu sein. Das hat nichts mit der physikalischen Angabe : Watt / Quadratmeter Empfangsfläche / Nanometer Spektrum zu tun. Du siehst, wie wichtig physikalisch Einheiten sind. Und wie wichtig eindeutige Beschriftungen von Diagrammen sind.

  16. #16 rolak
    18. Oktober 2018

    ^^schick daherlasierte Illustrationen zu einem flotten Text.

  17. #17 Dennis
    18. Oktober 2018

    Alles was ich schon immer über Sonnencremes wissen wollte und nie zu fragen wagte (weil ich nicht wusste, wen)!
    Sehr schön aufgebaut, bei den wichtigsten Punkten für den Verbraucher angefangen und dann aufs Technische eingegangen. Endlich finde ich hier auch mal eine etwas konkretere Angabe zur Frage der Wasserfestigkeit. Denn das hat mich schon immer erheblich irritiert: da steht dick “wasserfest” oben drauf und drunter steht dann klein gedruckt, dass man sich nach jedem Bad sofort wieder eincremen soll – also was denn jetzt bitte?
    Sehr guter Artikel.

  18. #18 Stephan
    19. Oktober 2018

    Jetzt kommt sie wirklich, die Sonne, ganz ohne Banden:

  19. #19 Werner Roepke
    19. Oktober 2018

    sehr schön geschrieben, aber ein Hinweis fehlt: in den Schatten gehen ist der beste Sonnenschutz.

  20. #20 Alderamin
    19. Oktober 2018

    @Werner Roepke

    Habe ich auch mal gedacht. Hatte am Ende einer Dienstreise nur den Vormittag vor dem Flug, um an den Strand zu gehen, und keine Duschen, war ja auch schon ausgecheckt. Also nicht eingecremt, nur in den Schatten gelegt und zwei, dreimal im Wasser gewesen. War im Frühjahr, ich war noch keine Sonne gewöhnt.

    Im Flieger hatte ich schon so was wie fiebrige Anfälle und furchtbar gefroren. Zu Hause hatte ich dann den Sonnenbrand meines Lebens. Konnte nicht zur Arbeit, weil ich keine Klamotten am Leib vertrug. Erst nach zwei Wochen waren die Verbrennungen ausgeheilt.

    Nix mit Schatten….

  21. #21 Dampier
    19. Oktober 2018

    Sehr guter Artikel & tolle Zeichnungen!

  22. #22 ImNetz
    20. Oktober 2018

    Eine Art „Bio-„ Sonnenschutzcreme wird in den tropischen Gebieten als https://de.m.wikipedia.org/wiki/Thanaka oder auf Madagaskar als „Maronjoany“ verwendet.

  23. #23 Ute
    890231 Ulm
    21. Oktober 2018

    Sehr gut,auch für Laien, verständlicher und informativer
    Artikel mit schönen Illustrationen.
    Klasse!

  24. #24 Micha Schmierflink
    Berlin
    22. Oktober 2018

    Also bei Wikipedia hätte ich mir diesen Text nicht durchgelesen. Durch die geniale Idee, trockene wissenschaftliche Kost mit eigene Zeichnungen und Skizzen aufzulockern, wurde meine Aufmerksamkeit geweckt. Dann nahm mich der herzerfrischende Stil gefangen. Und ich habe inhaltlich mitgenommen, dass es auch in dieser Branche eine Art „Dieselskandal“ gibt, da die Laborbedingungen weit von den Lebenssituationen abweichen. Danke, Sarah.

  25. #25 Judith Silbermann
    Falkensee
    22. Oktober 2018

    Kurz vor meinem Trip in die Kanaren hat mich der Artikel davon überzeugt, dass es doch besser ist, mehr Sonnenschutzcreme mitzunehmen und auch mal nach T-shirts mit Sonnenschutzfaktor > 15 zu suchen.
    Der Text ist ein Beweis, dass Wissenschaft nicht immer trocken daherkommen muss.

  26. #26 Lars
    Staufen
    22. Oktober 2018

    Da soll mal einer sagen Chemie wäre langweilig. Guter Artikeö!

  27. #27 Dr. Michael Roth
    Berlin
    27. Oktober 2018

    eine didaktisch gut aufgebaute Arbeit, die auf die Wichtigkeit des UV Schutzes eindringlich hinweist. Beim Sonnenbad gilt nun mal: weniger ist mehr oder ganz salopp gesagt: nur Esel und Europäer gehen zuviel in die Sonne.