sb-wettbewerb_kleinDieser Artikel ist Teil des ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2018. Informationen zum Ablauf gibt es hier. Leserinnen und Leser können die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen – Details dazu gibt es hier. Eine Übersicht über alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es hier. Informationen zu den Autoren der Wettbewerbsartikel finden sich in den jeweiligen Texten.
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Die vierte Kraft

von Timon Dörnfeld

Ich bin Physik-Masterstudent, schreibe neben dem Studium Kurzgeschichten, fotografiere und mache Kung Fu.

Warum ist es so kompliziert Gravitation und Quantenmechanik in einer übergeordneten Theorie zusammenzufassen?
Warum ist Gravitation so speziell? Diese Kurzgeschichte wird diese Fragen nicht beantworten und auch der
Protagonist wird am Ende merken, dass es in der Forschung nicht immer um die Wissenserkenntnis an sich geht.
Forschung kann nie losgelöst von den Menschen und deren Sicht auf die Dinge betrieben werden, die von ihr beeinflusst werden.
Führt ein theoretisches Modell nicht zur Lösung eines Problems, dann muss das Modell überholt werden, das gilt nicht nur für die
Wissenschaft.

Bishop saß auf der Terrasse seiner Zweizimmerwohnung im späten Nachmittagslicht eines sonnigen Tages im April. Sein Blick
wanderte von seinem Block, von dem jede Seite überfüllt war mit Gleichungen, durchgestrichenen oder korrigierte Passagen
und Post-its an Stellen, wo ihm im Nachhinein etwas Weiteres in den Sinn gekommen war, zum Laptopbildschirm, auf dem Tabellen
und Graphen geplottet waren. Bishop kritzelte eine Zusammenfassung der letzten vier Stunden auf ein Blatt das er irgendwo an
die geeignete Stelle der Chronologie seiner Ausarbeitung, die ihm Kopfzerbrechen darüber bereitet wohin sie führen würde,
einsortieren wollte.

Die Tintenspur des Stiftes verblasste über die nächsten Worte. Bishop betrachtete die Miene und malte wirre Schlangenlinien
am Blattrand, doch die Mienenspitze hinterließ nur eine eingedrückte Furche auf dem Papier. Bishop sah sich nach einem anderen
Stift auf dem Tisch um, vergebens. Er ließ den Kugelschreiber auf den Unterlagen liegen und ging in die Wohnung, um nach Ersatz
zu suchen. In der Küche würde bestimmt irgendwo ein Stift herumliegen. Als er sie betrat fiel sein Blick auf die Kaffeemaschine,
unter der noch immer eine halb volle Tasse stand. Bishop erinnerte sich, wie er am Morgen bereits von der Arbeit ergriffen nur
knapp gefrühstückt hatte. Er sah genauer in die Tasse, zog eine Augenbraue skeptisch hoch und verwarf den Gedanken, wenigstens
einmal zu probieren‘ gleich wieder. Er stellte die Tasse einfach nur zur Seite und nahm sich eine neue aus dem Schrank, stellte
sie unter die Maschine und drückte auf den Knopf für einen großen Kaffee. Während das Programm startete, hing Bishop weiter
seinen Gedanken nach, die sich um seine Arbeit an dieser Theorie drehten. Er kam nicht weit, als er von der Maschine vor ihm
unterbrochen wurde, als diese ihm durch die Digitalschrift auf dem kleinen Bildschirm mitteilte, dass der Bohnenbehälter leer
sei. Er öffnete mit etwas Unmut den Deckel des Behälters und bemerkte, dass dem wirklich so war. Bishop musste drei Schränke
durchstöbern, bis er die goldene Verpackung fand und die Maschine auffüllen konnte. Er begutachtete die noch übrig gebliebene
Menge an Bohnen, die sich noch in der Packung befand und stellte sie einfach auf die Fensterbank über der Kaffeemaschine.
Würde wohl nicht lange dauern, bis er den Rest einfach auffüllen würde. Er starrte aus dem Fenster ins Leere und lauschte dem
Klacken und Rauschen der Maschine.

Bishops Wohnung lag am Fuß des Tafelbergs über Kapstadt. Vereinzelt griff ein Auto oder eine Straßenbahn weiter unten in der
Stadt nach seiner Aufmerksamkeit, auch wenn es eher ein Reflex war, die plötzlich Bewegung zu beobachten, die in sein Sichtfeld
einfiel. Das monotone Geräusch des Aufbrühens des Kaffees lenkte Bishop von seinen Unterlagen ab und ließ seine Gedanken in
einem größeren Radius um die Thematik seiner Ausarbeitung kreisen.

Die Arbeit der letzten Wochen begann mit dem Projekt seiner Kollegen und ihm am CERN in Genf. Nach einigen schwerwiegenden
Problemen am Large Hadron Collider war die Anlage vor drei Monaten wieder für experimentelle Teilchenkollisionen brauchbar
gewesen. Durch Bishops Arbeit über das Higgs-Feld, war er in die internationale Arbeitsgruppe um das Higgs-Boson am LHC
gekommen. Monate lang waren hochenergetische Teilchen-Events im Teilchendetektor verursacht worden sowie Messdaten gesammelt
und ausgewertet worden. Um einen experimentellen Beweis auf das Higgs-Boson zu finden musste eine ganz bestimmte Zerfallskette
von bekannten Teilchen gefunden werden, die die Theorie bestätigen sollte, dass am Anfang dieser Kette das Higgs-Boson gestanden
hatte. Durch bereits zuvorige Teilchenkollisionen und per Ausschlußprinzip der Theorie selbst, konnte ein wenig MeV großer
Energiebereich eingegrenzt werden, in dem sich das god-damned-particle befinden müsste, falls es denn existierte. Nun wurde
es möglich diesen sehr schwer einsehbaren Energiebereich noch genauer zu betrachten, und so waren die Versuche weitergeführt
worden, mit der Hoffnung endlich ein eindeutiges Ergebnis zu herhalten. Egal wie dieses Ergebnis aussehen würde, also ob das
Higgs-Boson in diesem Bereich gefunden wird oder nicht, würde dies enorme Auswirkungen auf das Standardmodell der Teilchenphysik
haben. Entweder wird das Modell um ein weiteres Teilchen bereichert und vervollständigt, oder das Standardmodell muss verworfen
und eine bessere Theorie entwickelt werden.

Bishop persönlich fand die Vorstellung das Modell zumindest vorläufig zu vervollständigen – wer wisse schon, was sich
möglicherweise noch aus der Existenz des Bosons ergeben würde? – recht attraktiv. Es würde eine abgeschlossene Schönheit zeigen,
dass es bei diesem Modell um eine reelle Beschreibung der Natur handeln würde. Diese Symbolkraft beeindruckte Bishop seit jeher.

Nach Millionen von Teilchenkollisionen und deren Auswertung hatte man letztlich das Higgs-Boson gefunden und als reales
Elementarteilchen dem Standardmodell hinzugefügt. Die Euphorie der Wissenschaftsgemeinschaft näherte sich damals beinahe
der Hysterie, wie er fand. Die Weltöffentlichkeit wurde mehrere Wochen über den historischen Fund unterrichtet und die Medien
umrissen und diskutierten die Neuigkeit mitsamt einem umfassenden Resumes der Entstehung des LHC bis zum Fund des Higgs-Bosons.

Unbeachtet der medialen Öffentlichkeit und der meisten Wissenschaftler der Arbeitsgruppen dieses Projekts fiel Bishop in einigen
Event-Daten eine geringfügige Anomalie auf, die außerhalb der Energiebereiche lag, aber dennoch scheinbar systematisch in den
Messungen vorzufinden war. Im kleinen Kreis sprach er diesen minimalen Ausschlag an. Es gab jedoch keine Erklärung für diese
Fluktuationen der Messwerte. Da diese sich aber nachgewiesener Maßen nicht auf den Fund des Teilchens auswirkte, wurden Bishops
Fragen lediglich mit einem müden Lächeln auf die Zukunft verwiesen, man würde schon noch zeigen können, was sie waren und wo sie
herkamen, aber nicht mehr heute. Als Bishop eine Woche später nach Kapstadt zurückflog, hatten ihn die Fluktuationen noch immer
nicht losgelassen. Das Bestreben zu wissen, was diese regelmäßigen, nahezu unsichtbaren Erhebungen bei der Betrachtung dieser
speziellen Energiewerte an anderer Stelle hervorrief, ließ ihm keine Ruhe.

Bishops nächste Wochen waren geprägt von stundenlangen Studieren der Event-Messwerte und dem Versuch diese in
Einklang mit den gegebenen Bedingungen zu bringen. Über die Zeit des Arbeitens entwickelte sich in Bishop langsam eine Theorie
um diese Abweichungen erklären zu können. Je näher er dem aktuellen Punkt seiner Theorie kam, verschwammen die Gleichungen und
sein Verständnis von dem Folgenden wurde unschärfer je weiter er sich vorantastete. Bishop fand Widersprüche, verfolgte diese,
geriet dabei in Sackgassen, verwarf jene Ansätze, verfolgte dann andere Wege, die nicht vielversprechender waren und musste auch
diese wieder verwerfen. Bishop entwickelte ein Labyrinth, dessen Bauplan ihm immer weiter zu entgleiten begann, je weiter er
sich fortbewegte. Er war im Begriff seine eigenen Gedankengänge nicht mehr verstehen zu können. Die Auswirkungen, die sich aus
den Fluktuationen heraus ergaben und die unabstreitbar aus den Messwerten hervorgingen, schienen jedoch fundamentalen Sätzen
der modernen Physik zu widersprechen.

So wie Bishop nun am Fenster stand und seinen Blick über die Stadt schweifen ließ, wusste er nicht was er mit diesem Scheitern
anfangen sollte, welches sich so offensichtlich seiner Arbeit aufdrängte.

Als er zwei Vögel, sich umkreisend steil in den Himmel empor stiegen sah, ergriff ihn plötzlich eine Enttäuschung, wie er sie
noch nie seit seiner wissenschaftlichen Karriere, angefangen als Student an der Universität, erlebt hatte. Sein erstes großes
Scheitern. Aber was sollte er schon ändern können, die Natur ist so wie sie ist.

„Einstein hatte wohl recht, als er meinte, dass falls Gott die Welt geschaffen haben sollte, seine Sorge nicht war sie so zu
gestalten, dass wir sie verstehen können“, flüsterte Bishop seinem Spiegelbild in der Fensterscheibe zu.

Er sah hinab auf seinen Kaffee, wie die letzten Tropfen aus der Maschine in die Tasse tropften und griff nach der heißen Tasse.
Auch wenn er jeden Morgen mindestens zwei Tassen trank, bemerkte er an dieser Tasse Kaffee wie sehr er die letzten Wochen nicht
auf den Geschmack, sondern auf seine Wirkung geachtet hatte. Er behielt den Schluck einen Moment im Mund und genoss das Aroma
der gerösteten Bohnen. Schade eigentlich, dass er es so ausgeblendet hatte, weil er seinen gesamten Alltag diesem Problem
gewidmet hatte. In diesem Moment schloss ein Teil von Bishop mit der Sache, die draußen auf der Terrasse auf seinem Tisch lag
ab und blickte auf die Bergkette im Osten, an der noch die Strahlen der untergehenden Sonne hingen. Nachher könnte er das gute
Wetter nutzen und wieder einmal seinen Zehnkilometerkurs laufen oder sich auf sein Rennrad setzen. Beim Sport würde er den Kopf
frei genug bekommen, dass er die Nacht mal wieder durchschlafen könnte. Das Problem, schlecht zu Schlafen, würde sich vermutlich
spätestens morgen aufgelöst haben.
Trotz seiner Enttäuschung würde Bishop seine Arbeit für den restlichen Tag ruhen lassen. „Probleme kann man niemals durch
dieselbe Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind…“ Bei dem Gedanken hielt Bishop im Trinken inne. „Was also, wenn ich
alles andere außer acht lasse und einmal anfange zu spinnen?“ Bishop konstruierte seine Theorie im Kopf noch einmal von Anfang
bis zum Punkt an dem er stand. Während er von einer Formel zur anderen sprang und seine Ansätze aneinanderfügte, formte sich in
ihm eine widerspruchsfrei Idee. Die Messdaten und Gedanken von mehreren Wochen konzentrierten sich zu der Idee, dass Masse,
welche aus Higgs folgen sollte, letztlich ebensowenig in der Natur zu finden sei. Dass das was wir als alltäglich halten gar
nicht existiert, und das Gravitation als fundamentale Kraft eine Illusion sei.

„Lustig, für sich selbst gesehen passt da alles zusammen,“ dachte Bishop als er den Bleistift aus einem Kochbuch zog und aus
der Küche ging. Er wollte abschließend wenigstens dieses Ergebnis unter alle Unterlagen und Notizen schreiben, um einen
Schlussstrich zu ziehen.

Auf die Terrasse tretend leerte er mit in den Nacken gelegten Kopf seine Tasse. Als er den Kopf senkte um die Tasse auf die
Tischplatte zu stellen, stach ihn etwas ins Auge. Bishop zuckte erschrocken zusammen, ließ die Tasse fallen und wischte sich
hektisch mit der Hand durchs Auge um die Wespe wegzufegen.

Doch da war keine Wespe. Ein Wespenstich fühlte sich auch gänzlich anders an als das eben. Er blinzelte prüfend, doch sein
Auge schmerzte bereits gar nicht mehr. Sich aufrichtend sah er was ihn da eben gestochen hatte, doch konnte er nicht verstehen,
wie es zu dem Stich gekommen war, jetzt wo er seine Ursache direkt vor sich sah.

Auf Kopfhöhe vor ihm rotierte der leere Kugelschreiber, den Bishop vorhin auf den Tisch gelegt hatte, schwerelos von ihm weg.
Um sich selbst drehend trudelte der Stift über das Geländer hinweg, überquerte die unter ihm liegende Straße auf Höhe des
Zweiten Stocks und stieß auf der anderen Straßenseite gegen das Hausdach und wurde gen Himmel abgelenkt. Bishop stand wie
angewurzelt auf der Stelle und starrte dem Stift hinterher, als seine Tasse in sein Blickfeld schwebte. Er sah ihr nach,
kurz bevor sie seiner Reichweite entglitt, griff er nach ihr. In Bishops Kopf überschlugen sich die Gedanken, wiederholten
sich und versuchten dieses Geschehen einzuordnen. Er stellte die Tasse auf dem Tisch ab und beugte sich über seine Unterlagen.
Die letzte noch unvollständige Niederschrift beendete er mit einem Strich. Seine Gedanken kreuzten sich und überschlugen sich,
als seine Hände anfingen zu zittern. Mit schwachem Griff um den Stift schaffte er nur noch das Wort Gravitation zu schreiben
und es symbolisch durchzustreichen. Bishop trat eine Schritt vom Tisch zurück. Er blickte auf das Blatt in seiner Hand und ließ,
wie als wollte er einen weiteren Beweis fordern, los. Das Papier hing vor ihm in der Luft und neigte sich langsam auf ihn zu,
als wollte es ihm entgegenrufen, wie richtig er lag.

Eine Straße weiter spielten sich zwei Schulfreundinnen einen Federball zu, der einen hohen Bogen nahm eher er mit dem nächsten
Schlag empor stieg, bis ihn die Mädchen aus den Augen verloren. Bishop spürte das Kribbeln eines nach oben abbremsenden Aufzugs
im Bauch. Seine Fersen lösten sich vom Boden seiner Terrasse. Er blickte zum Himmel, wo die wenigen Wolken, die zu sehen waren,
sich verschmierend in höhere Atmosphäre empor erhoben. Als Bishop sich schwerelos über dem Dach des Hauses befand, konnte er
über die gesamte Stadt sehen und wie die Sonne in Zeitraffergeschwindigkeit durch die schnell wabernden Wolkenstrukturen über
dem Meer dramatisch auf sie fiel. Schreie waren von überallher zu hören. In all dem Auflösen musste Bishop plötzlich lächeln
und empfand eine unbekannte Ruhe.

Zur gleichen Zeit begannen überall auf dem Planeten Seismometer auszuschlagen und sich aufzuschaukeln. Bäume richteten ihre
Äste gen Himmel, als würden sie tief Luft holen. Die Niederschläge in Tiefdruckgebieten, über den Globus verteilt, versiegten,
sodass die Menschen, nicht begreifend, zwischen den schwerelosen Regentropfen standen und empor schauten. Eine palästinenische
Kurzstreckenrakete stieg in den Himmel empor und sollte nie wieder auf dem Planeten einschlagen.

Alle Satellitenfunkstationen meldeten abnehmende Übertragungsraten und schlechter werdende Verbindungen zu ihren Trabanten im
Orbit. Kurze Zeit später blickte ein Astronaut an Bord der Internationalen Raumstation wegen schweren Kommunikationsstörungen
mit dem Boden durch ein Fenster auf die unter ihm liegende Erde. Die Raumstation war bereits so weit von dem Planeten entfernt,
dass dieser vollständig in den Fensterausschnitt passte. Entlang der Kontinentalplatten riss die Oberfläche des Planeten
rotglühend auf, bis er schließlich, als er nur noch die Größe einer Geldmünze hatte, zerbrach und die Sonne durch die
Bruchstücke des heißen Erdkerns die Szene überblendete.

Birgt Wissenschaft das Potential die Welt untergehen zu lassen?
Viele Menschen würden diese Frage mit „Ja” beantworten. Und man kann es ihnen nicht anrechnen, die Geschichte liefert Beweise
genug. Schwarzpulver, Nervengas, die Atombombe.

Richard Feynman schrieb einmal, „Is science of any value? I think the power to do something is of value. Whether the result is
a good thing or a bad thing depends on how it is used, but the power is a value. (…) To every man is given the key to the gates
of heaven. The same key opens the gates of hell. And so it is with science.“

Wissenschaft, die Erforschung der Natur anhand von Gesetzmäßigkeiten und deren Einkleiden in mathematische Formeln birgt das
Potential, die Welt zu verändern, nicht mehr nicht weniger. Ob und wie dieses Potential umgesetzt wird, liegt nicht einmal
allein in den Händen des Forschers, sondern wird erst durch das Erkennen Zweiter und Dritter in deren Charakter manifestiert.

Trotz allem sollte der Forscher in seiner Erkenntnis die Weitsicht besitzen jenes Potential abwägen zu können. Zu erkennen,
ob die Menschheit für seine Entdeckung bereit ist, ob sie reif genug dafür ist. In Folge dessen verheimlichte Da Vinci seine
Pläne eines Unterseebootes, weil er es als Waffe missbraucht, Menschenleben beenden sah. Er sollte Recht behalten.

Denn eines birgt Wissenschaft, unabhängig von positiven oder negativen Auswirkungen, immer, und das ist Wahrheit. So wie wir
die Realität heute wahrnehmen ist ein Resultat wissenschaftlichen Fortschrittes. Mit jeder bewiesenen oder widerlegten Theorie
erhascht der Mensch ein weiteres kleines Puzzleteil vom großen Entwurf, von dem wir die Gesamtteilchenzahl nicht kennen.

So führt jedes kleine Puzzleteil unausweichlich zu einer Anpassung des bisherigen Verständnisses über die Welt, zu etwas Neuem,
zu einer Veränderung.

Dabei dachten die Menschen immer die Welt sei unveränderlich. Sie dachten, dass Strukturen, die sie einmal etabliert haben,
nicht mehr umzuwerfen möglich sei. Seit jeher wehren sie sich gegen Veränderung oder Personen, die diese zu realisieren
versuchen. Es liegt in der menschlichen Natur Veränderung zu vermeiden, Neuem skeptisch gegenüber zu stehen, Bestehendes
beizubehalten und so mögliche Gefahren und Risiken des eigenen Lebens zu minimieren. Es ist die Angst vor dem eigenen
Existenzverlust, die unsere Gesellschaft mit Hilfe der Freiheit des Kapitalismus zur Perfektion getrieben hat. So weit,
dass die Mächtigen der Welt ein System geschaffen haben, dass es ihnen ermöglicht unbeobachtet und ungestraft ihren Willen
und ihre Perversitäten auszuleben und gleichzeitig dem Rest zu suggerieren, dass jene, als Volk, durch Wahlen und Gesetze
die Fäden der Staaten in den Händen halten würden. Dass mit der Zeit das Erstrebenswerteste geworden ist, über anderen zu
stehen und zu wissen, dass es anderen schlechter geht als einem selbst. Der Mensch ist mehr denn je im Begriff seine mit
Blut erkämpfte Mündigkeit, zum Wohl eines bequemen Lebens wieder fallen zu lassen. Es macht mehr denn je den Eindruck, als
wären wir müde geworden nach der Wahrheit hinter den Dingen zu fragen, sie in Frage zu stellen und deren Sinn zu ergründen.

Auf der anderen Seite gibt es immer auch eine Minderheit derer, die diesen Drang nach Veränderung in sich tragen und ihn
durchzusetzen versuchen. Personen, die sich einem Ideal verschreiben und darauf aufmerksam machen, dass der Mensch bei allem
was er meint zu wissen noch lange nicht wissend ist. In den meisten Fällen lässt die Gesellschaft solche Personen untergehen.
Sie werden zensiert, verfolgt, festgenommen und verschwinden.

Doch hin und wieder gibt es ein stilles Aufbegehren unter den Menschen, welches nur den Stoß einzelner Personen bedarf, um
alte Verhältnisse umzuordnen.

Die Art von Personen, die immer wieder in der Geschichte das Wagnis eingingen ihre Überzeugungen offen zu vertreten und für
ihre Ideale einzustehen.

Hätte man einem Galileo Galilei die Millennium-Simulation des Universums gezeigt, er hätte die Auswirkungen seiner Entdeckung
nicht für möglich gehalten.

Hätte man einem Leonardo Da Vinci erzählt, dass der Mensch sich nicht nur durch die Luft wird bewegen können, sondern auf dem
Mond spazieren wird, er hätte den Kopf geschüttelt.

Hätte man einem George Orwell gezeigt, wie unsere Regierungen ihre Bevölkerung systematisch durchleuchten, er hätte sich
gefragt, wozu er seine Anstrengungen aufwendete eine radikale Darstellung der Zukunft als Warnung niederzuschreiben.

Hätte man einem Martin Luther King gesagt, dass im Jahr 2009 ein Farbiger Präsident des Landes wird, dessen Gesellschaft ihn
so verachtet und unterdrückt, er hätte es nicht für möglich gehalten.

Und wie ich dies schreibe, brenne ich darauf zu erfahren, was Schulkinder des nächsten halben Jahrhunderts einem Stephen
Hawking erzählt hätten.

Blickt man auf den Lauf der Geschichte, so wie sich der Mensch in den letzten Jahrhunderten entwickelt hat, so kommt man
nicht umhin zu erkennen, dass ein Wagnis einzugehen, dass gegen die breite Meinung zu schwimmen oder dass selbstständiges
Reflektieren, anstatt sich stillschweigend in den Fluss der Widerstandslosigkeit einzugliedern, die Welt verändern kann.
Und die wirklich entscheidende Frage ist: Was werden Sie jetzt tun?

Kommentare (20)

  1. #1 Mars
    20. Oktober 2018

    schade,
    hätte sich der autor die mühe gemacht, den textfluss zu verbessern, nachdem er mit ‘copy&paste’ das ganze eingestellt hatte, wäre es vermutlich gut geworden

    ich bin kein freund von punkten, umsomehr von absätzen, aber die sollen da sein,
    wo ein inhalt zusammen passt oder getrennt wird.

    evt nehm’ ich einen erneuten anlauf,
    aber so komme ich nicht in einen lese- und gedankenfluss hinein – wirklich schade.

  2. #2 Gustav
    20. Oktober 2018

    Mühsamst zu lesen und nicht nur wegen dem Layout. Lieblose Aneinanderreihung von Sätzen. Wenig Inhalt und der ohne Bedeutung, die über einen Artikel über die Gefahren des LHC in der Zeitschrift P.M. hinausgehen.

  3. #3 Funkionalistiker
    20. Oktober 2018

    Da wird am Anfang des Beitrages gefragt:
    „Warum ist es so kompliziert Gravitation und Quantenmechanik in einer übergeordneten Theorie zusammenzufassen? Warum ist Gravitation so speziell?“
    Falls du es selbst mal versuchen möchtest mit der Quantenphysik der Gravitation, folgende Hinweise dazu:
    Gravitation funktioniert quantenphysikalisch. Das Typische, was die Quantenphysik gegenwärtig eigentlich ausmacht, ist hier allerdings nicht brauchbar. Die Ansätze für die Lösung findet man unter primärer Beachtung und exakter Würdigung des materiellen Befundes in der Relativitätstheorie. Sie verstecken sich so zu sagen darin.
    Der Weg zur Erkenntnis beginnt am Ursprung, zu dem man zwingend zurück muss.
    Am Ende wird die Quantenphysik durch die Ergebnisse erweitert.

  4. #4 Naya
    20. Oktober 2018

    Leider überaus mühsam zu lesen und wirkt daher sehr lieblos, vor allem, wenn ich es damit vergleiche, wie viel Mühe sich manch andere gegeben haben, wie zum Beispiel bei den liebevollen Zeichnungen in diesem Artikel hier: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2018/10/18/here-comes-the-sunscreen/

    Was den Inhalt angeht:
    Die Kurzgeschichte ist eine nette Gedankenspielerei, stilistisch hat sie mich aber nicht umgehauen (wobei das aber auch am schlechten Lesefluss durch das Layout gelegen haben kann).
    Die Gedanken am Ende finde ich aber sehr eindimensional. Der Mensch an sich würde das Risiko und das Neue scheuen, und Leute, die ungewöhnliche Gedanken haben, werden in den meisten Fällen zensiert, verfolgt, festgenommen und verschwinden? Meiner Ansicht nach ein sehr auf negative Beispiele fokussierter Blick auf die Geschichte. Die Menschheitsgeschichte besteht schließlich auch aus unglaublich vielen Wagnissen, Entdeckungen, Expeditionen ins Ungewisse, Forschungen, … und vieles davon wurde nicht nur nicht unterdrückt, sondern auch von anderen gefördert.

  5. #5 Captain E.
    22. Oktober 2018

    Mich erinnert die Kurzgeschichte im Artikel an Douglas Adams These, dass das Universum in dem Augenblick, in dem irgendjemand es komplett verstehen sollte, augenblicklich durch etwas wesentlich bizarreres ersetzt würde. Und dass dies womöglich bereits geschehen sei.

    Was sollte aber dieses eigenartige “Wort zum Sonntag” zum Schluss des Artikels?

  6. #6 Aginor
    22. Oktober 2018

    Erst hat mich die Formatierung abgeschreckt, aber dann wollte ich der Geschichte eine Chance geben, und habe einfach alles in einen Texteditor kopiert, um es besser lesen zu können.

    Bin jetzt durch, und mein Fazit lautet:
    Ähhh…. was? Nicht so mein Ding.

    Sorry wenn ich etwas schroff klinge, aber ich finde die Geschichte für Scienceblogs einfach unpassend.

    Hat die Geschichte _irgendeine_ wissenschaftliche Grundlage?
    Warum ist die Abfolge der Ereignisse so eigentümlich? (bei “Ausfall der Gravitation” wäre das erste Anzeichen nicht gerade dass man einen Stift schweben sieht, sondern das plötzliche Gefühl zu fallen. Auch das Niederschreiben einer Notiz ist bei plötzlich ausfallender Gravitation schwer vorstellbar.)
    Hat der LHC das ganze verursacht? Wenn ja:
    Warum sollte der LHC mit seiner lächerlich kleinen Energiemenge solchen Schaden anrichten?
    Betrifft das Antigravitations-Phänomen nur die Erde? Das Sonnensystem? Das Universum?

    Spielt es eine Rolle?

    Was hat die Geschichte mit der Message des Artikels zu tun?
    Der Anfang und das Ende passen einigermaßen zusammen, der restliche Zusammenhang (insbesondere der mit der Geschichte) erschließt sich mir nicht.

    Mag sein dass ich das ganze nur nicht verstehe, ich stehe ja auch mal gerne auf dem Schlauch, aber für mich fehlt da irgendetwas essentielles.

    Gruß
    Aginor

  7. #7 Captain E.
    22. Oktober 2018

    @Aginor:

    Soweit ich den “Witz” verstanden habe, entdeckt da ein Physiker, dass die Gravitation nur eine Illusion ist. Und schwupps, schon wirkt sie nicht mehr.

  8. #8 unlesbar Arthur
    22. Oktober 2018

    Der Text ist unlesbar.

    Vielleicht vor dm Einfügen in die Systemmaske, im Textverarbeitungsprogramm den Zeilenumbruch ausschalten. Dann wird die Gliederung auch wieder lesbar.

  9. #9 unlesbar Arthur
    22. Oktober 2018

    @ Captain E. #7
    22. Oktober 2018

    -> Klingt ja, wie Einsteins Mond-Hypothese, der nicht da sei, wenn niemand hinsieht.

    Ich glaube aber, dass die Quantenphysik mehr an fundamentale Bedürfnissen, als an kognitiven Prozessen orientiert ist.
    Was letztlich aber nicht wirklich was ändern würde, denn auch Bedürfnisse sind ja kognitiv zugänglich und ausformulierbar. Das kann man dann irgendwie “konditionieren”, sodass es auch umgekehrt funktioniert.

    ….

  10. #10 unlesbar Arthur
    22. Oktober 2018

    Ausserdem klingen manche Texte jüngst hier per Übersetzungssoftware übersetzt, sodass man die Echtheit im Sinne eines wirklichen “Schreibwettbewerbs” anzweifeln kann, weil die Beiträge nicht mehr “authentisch” sind.

    Irgendwie seltdsam das hier.

  11. #11 unlesbar Arthur
    22. Oktober 2018

    Sowas schlägt sich natürlich auf die mangelnde Kommentarresonanz aus…wie man sieht.

  12. #12 PDP10
    23. Oktober 2018

    @unlesbar Arthur:

    Ausserdem klingen manche Texte jüngst hier per Übersetzungssoftware übersetzt, sodass man die Echtheit im Sinne eines wirklichen “Schreibwettbewerbs” anzweifeln kann,

    Hast du für diese steile Behauptung auch Belege?

    Das solltest du besser, wenn du hier Leuten vorwirfst zu plagiieren.

    Wenn nicht, entschuldigst du dich dann auch, wenn sich deine Behauptung als falsch heraus gestellt hat?

  13. #13 unlesbar Arthur
    23. Oktober 2018

    @ PDP10

    Ja hab ich:

    Etwa hier:
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2018/10/21/das-hobby-englischer-ladies-und-andere-mathematische-raetsel/

    im Zweiten Absatz Zitat:
    Es war ein kleines Magazin, etwa 10 cm weit und 16 cm hoch. Bis 1744 war es etwa 40 Seiten lang.

    -> “Weit” ist hier die wörtliche Übersetzung von Breit.
    ich könnte mir vorstellen, das dies ein typischer Übersetzungsfehler einer “Maschine” ist, die terministisch Programmiert wurde.

    In diesem Text Oben wird erstens ein Name (Bishop) verwendet, der in Deutschland nicht besonders verbreitet ist, und zweitens kann man an der Positionierung der Zeitinformation erkennen, aus welcher Sprache/Sprachfamilie der Text ursprünglich stammt. Im Englischen steht die Zeitinformation tendenziel am Anfang oder am Ende des Satzes.

    Was auch ein Indiz sein kann:
    Die Zeichensetzung beherrschen Übersetzer-Algorithmen nicht so, wie sie in Deutschland üblich ist.
    Und im Text oben ist die Zeichensetzung eine Katastrophe. Es gibt faktisch fast keine, ausser Satzabschlußzeichen (aka Punkt).

    Was aber andererseits keine Besonderheit dieses Beitrages in diesem Blog ist….(stichel)…

  14. #14 unlesbar Arthur
    23. Oktober 2018

    @ PDP10
    Zitat:
    Wenn nicht, entschuldigst du dich dann auch, wenn sich deine Behauptung als falsch heraus gestellt hat?

    -> Also, wir sind ja hier nicht in einem bis ins Detail prüfbaren Raum. Und hoffentlich auch nicht vor dem “letzten Gericht” allem Irdischen.

    Wie sollten wir hier mal eben “beweisen” können, was jeweils irgendwer hier zum Besten gibt?
    wenn hier irgendwer darauf besteht, es sei ein autentischer, weil sein, Beitrag, dann soll das eben “Wahrheit” sein.

    Zweifel an “Gebotenem” bleibt aber trotzdem.

  15. #15 PDP10
    23. Oktober 2018

    @unlesbar Arthur:

    Wie sollten wir hier mal eben “beweisen” können, was jeweils irgendwer hier zum Besten gibt?

    Je steiler die Behauptung, desto besser sollten die Belege sein. Ganz einfach. Satzstellung und Interpunktion sind keine Belege. Da müsstest du schon mit dem Original aufwarten, wenn du unterstellst, dass hier jemand abgeschrieben hat. Und du unterstellst ja nicht nur, dass jemand abgeschrieben hat, sonder viele.

    Also?

    Kleiner Tipp: Das einfach so zu behaupten wäre eventuell Verleumdung und nach §187 StGB strafbar.

  16. #16 unlesbar Arthur
    23. Oktober 2018

    “Weit” ist hier die wörtliche Übersetzung von width aus dem Englischen. Und soll eigentlich im Deutschen “Breite” heissen.

    Der geneigte Anglophone wird irritiert sein, weil das eben die wörtliche Übersetzung ist.

    Nun kann es ja sein, ein englisch Muttersprachlicher hätte hier am Schreibwettbewerb teilgenommen.

    Dann frage ich mich aber, wie es mit der Resonanz bei Deutschen Lesern steht? Oder auch wieso überhaupt “Literatur” in einem betont wissenschaftlichen Wettbewerb vorkommt? Ausgewählt wird?

    Oder ob überhaupt jemend die Beiträge nach den nachlesbaren kriterien für den Schreibwettbewerb auswählt.

  17. #17 unlesbar Arthur
    23. Oktober 2018

    @ PDP10
    23. Oktober 2018 #15

    Nene, ich unterstelle hier nicht, das “plagiiert”/abgeschrieben wird, sondern nur, das die Autenzität wegen schlechter Übersetzung leidet.

    Und dann auch noch der unglaublich simple Fehler, einen automatischen Zeilenumbruch einfach mit zu kopieren in ein System, das den text noch mal auf eine Textmaske formatiert. So gar nicht professionel.

    Auch das ist schon sozusagen ein Mangel an Autentizität. Womöglich sogar gewollt. damit hier eine Stimmung der Ablehnung aufkommt oder sonst war an den Reaktionen geschlossen werden soll/kann.

  18. #18 unlesbar Arthur
    23. Oktober 2018

    Ach Verleumdung. Welches Gericht wird sich damit befassen, unter einer solch brüchigen Faktenlage, was den wirklichen Hergang des Zustandekommens dieser Beiträge angeht?

    Das ist doch auch in anderen “öffentlichkeits-Darbietungen” Alltag, das man künstliche Inhalte Produziert, damit man überhaupt was produziert.

    Oder strategisch Aufmerksamkeit bindet.

    Und wie wichtig ist es, das ich uneingeschränkt von einer “Echtheit” dieser Beiträge ausgehe?

    Sind wir hier doch vor dem jüngsten Gericht?

    Wie wichtig muß man (sich) nehmen, um hier Paragrafen anzuführen?

    Wessen Wahrheit verteidigst du hier?

  19. #19 hto
    23. Oktober 2018

    “So führt jedes kleine Puzzleteil unausweichlich zu …”

    zu neuer Konfusion / zu Kommunikationsmüll, denn Mensch soll ja nicht die Welt verändern, sondern VOR ALLEM sich verstehen, erkennen und zur Kraft des Geistes / des Ursprungs “wie im Himmel all so auf Erden” fusionieren und so geistig-heilendes Selbst- und Massenbewusstsein …!? :)

  20. #20 Florian Freistetter
    23. Oktober 2018

    @unlesbarer Arthur: “Vielleicht vor dm Einfügen in die Systemmaske, im Textverarbeitungsprogramm den Zeilenumbruch ausschalten. Dann wird die Gliederung auch wieder lesbar.”

    Es gibt Richtlinien für die Artikelautoren bezüglich der Formatierung. Wenn die eingehalten werden, sieht alles gut aus. Wenn nicht, dann nicht. Wenn jemand harte Zeilenumbrüche verwendet, muss ich die händisch entfernen. Dazu habe ich nicht immer die Zeit. Das ist dann Pech für den Autor (der aber die Formatierungsrichtlinien ja auch einhalten hätte können…)