Ich muss mich gerade mal wieder aufregen. Von meiner Krankenkasse bekomme ich ja immer das schöne Heft TK aktuell. Die aktuelle Ausgabe befasst sich unter anderem mit Schwerelosigkeit und verzapft dabei absoluten Blödsinn.

TK logo nennt sich der Kinderteil der Zeitschrift. Und dort geht es diesmal eben um Schwerelosigkeit. Es fängt noch ganz harmlos an, mit einer Beschreibung, was Schwerkraft eigentlich ist. Die ist ganz o.k. Um so größer der Kontrast, denn danach las ich Folgendes:

Wer die Schwerkraft der Erde überwinden will, muss sich weit von ihr entfernen. Wie die Internationale Raumstation ISS, die im Abstand von mehr als 300 Kilometern um die Erde kreist.

Ja, das leuchtet ein. Während ich auf der Erdoberfläche (im Abstand von mehr als 6300 Kilometern vom Erdmittelpunkt) noch schwer bin, dann ist 300 Kilometer weiter die Schwerkraft natürlich verschwunden. Ist ja logisch, da muss man nicht weiter nachdenken. Sonst würde man sich womöglich fragen, warum die Raumstation dann auf einer Umlaufbahn bleibt (angezogen wird sie dort ja nicht mehr). Oder warum der Mond eigentlich um die Erde kreist. Aber das ist ja viiieeel zu kompliziert. Und nachdenken wird doch eh überschätzt, oder?

Wenn man keine Lust zum Nachdenken hat, könnte man natürlich erst mal recherchieren, bevor man so einen Artikel schreibt, aber das kostet ja auch wieder Zeit. Ich brauchte etwa 20 Sekunden, um die ersten beiden Sätze des Artikels über Schwerelosigkeit auf Wikipedia zu lesen, das ist schon ganz schön lange.

Und warum sollte man sich die Mühe überhaupt machen? Man kann sich doch auch einfach eine Erklärung ausdenken – machen andere ja auch so, wir erinnern uns an die Eisenberge. Hauptsache, die Kinder lernen was…

Kommentare (50)

  1. #1 Thomas J
    15. Januar 2011

    @MaritnB

    Die Astronauten in der ISS schweben doch umher, das Bild ist in allen Köpfen drin. Die sind also schwerelos.
    Der unbedarfte leitet für sich her: ISS weg von der Erde, im All draussen –> schwerelos

    Das ist doch logisch? Wieso sollte man da recherchieren? (ganz ohne Ironie)

    Und sich vorzuestellen, dass die ja ständig im freien Fall ist… für Laien nicht ganz ohne, oder?

  2. #2 Phero
    15. Januar 2011

    Naja, aber man könnte schon davon ausgehen, dass ein Journalist nicht einfach sein eigenes Halbwissen reinschreibt, sondern ein wenig recherchiert… und vielleicht ein bisschen über wikipedia hinausgehend. Aber das ist wahrscheinlich zuviel verlangt.

  3. #3 Thomas J
    15. Januar 2011

    @Phero

    Wenn man von seinem Halbwissen so überzeugt ist? Wenn ich meine, etwas zu wissen, dann ist das doch nicht nötig?

  4. #4 threepoints...
    15. Januar 2011

    Habe ich noch gar nicht gelesen…. wenn die auch immer auf der Titelseite mit Krebs anfangen, dann vergeht mir die Lust auf den Inhalt.

    Zur Schwerelosigkeit auf der ISS fällt mir nur schnell ein, dass doch alle Astronauten immer umherschweben….

    In etwa wird der Auto sich dass dann gedaht haben. Denn diese bilder wird er wohl schon mal gesehen haben. und vielmehr erklärt man einem Kind dann auch nicht – das nämlich wird er für zeitverschwendung gehalten haben…

  5. #5 Bullet
    15. Januar 2011

    das nämlich wird er für zeitverschwendung gehalten haben…

    Das ist mM die eigentliche Schweinerei daran: wer es für Zeitverschwendung hält, Bildung zu verbreiten (speziell wenns um Kinder geht), hat in der Branche nicht verloren.

  6. #6 derari
    15. Januar 2011

    Bin fast erleichtert, dass es “nur” um Physik geht. Nach der Überschrift hätte ich mit Schlimmeren gerechnet.

  7. #7 Hadmut
    15. Januar 2011

    Die Aufregung ist unangemessen, denn die Schwerelosigkeit setzt ja nicht erst in 300 Kilometern Höhe ein, sondern schon viel niedriger. Schon daß die großen schweren Wolken nicht herunterfallen liegt an der Schwerelosigkeit:

    http://www.danisch.de/blog/2008/01/30/warum-die-wolken-oben-bleiben-und-nicht-herunterfallen/

    Ist doch auch klar, denkt doch mal nach: Was glaubt Ihr, warum sich Bergsteiger anseilen müssen? Und Flugzeuge könnten ohne Schwerelosigkeit ja auch nicht fliegen, Metall fällt ja herunter, wie jeder weiß.

  8. #8 Hadmut
    15. Januar 2011

    Die Aufregung ist unangemessen, denn die Schwerelosigkeit setzt ja nicht erst in 300 Kilometern Höhe ein, sondern schon viel niedriger. Schon daß die großen schweren Wolken nicht herunterfallen liegt an der Schwerelosigkeit:

    http://www.danisch.de/blog/2008/01/30/warum-die-wolken-oben-bleiben-und-nicht-herunterfallen/

    Ist doch auch klar, denkt doch mal nach: Was glaubt Ihr, warum sich Bergsteiger anseilen müssen? Und Flugzeuge könnten ohne Schwerelosigkeit ja auch nicht fliegen, Metall fällt ja herunter, wie jeder weiß. 😉

  9. #9 Heino
    15. Januar 2011

    “…wird diese für die
    Astronauten nicht spürbar, da außer
    der Schwerkraft, die alle
    Massepunkte gleich beschleunigt,
    keine weiteren Kräfte wirken.”

    D.h. auf die Astronauten in der ISS wirkt nur die eine Kraft, die Gravitationskraft zum Erdmittelpunkt hin? Ist das richtig? Das trifft ja auch auf das Raumschiff zu, oder? Aber wenn es nur diese eine Kraft gibt, die auf diese wirkt, wieso fallen sie dann nicht herunter? Ja, ich weiß, es ist im einer Umlaufbahn, aber wie ist das mit den Kräften? Das ist mir nicht ganz klar.

  10. #10 threepoints...
    15. Januar 2011

    Nach der Theorie ist die ISS (und somit die Astronauten) auf eine Geschwindigkeit x beschleunigt und auf einer Umlaufbahn in besagter Entferung gebracht. durch die beschleunigung entsteht eine Impulsenergie, die eigendlich nur in eine Richtung wirkt, was bedeutet, dass sie eigendlich nur geradeaus auf grader Linie fliegen würde wollen. Das verhindert dann die gravitation…in dem sie die Masse (die ISS) anzieht.

  11. #11 TheBug
    15. Januar 2011

    Habe auch schon mal von einem erwachsenen Menschen die Begründung gehört, dass im Weltraum Schwerelosigkeit herrscht, weil da keine Luft ist…

  12. #12 NK
    16. Januar 2011

    Stimme Thomas J zu. Mir ist dieser Denkfehler auch erst vor ein paar Wochen klar geworden. Der scheinbare Zusammenhang Weltall=>Schwerelosigkeit=>keine Gravitation ist seit der Kindheit derart tief ins Hirn gebrannt, dass man nicht daran denkt, dass es falsch sein könnte – und daher auch nicht dran denkt, es nachzurecherchieren. Dazu kommt, dass man diese Aussage auch immer wieder überall liest.
    Insofern mache ich den Leuten von diesem Magazin auch keinen Vorwurf.

  13. #13 threepoints...
    16. Januar 2011

    Angesichts dieser Fehlleistung des Artkels … gibt es überhaupt einen Ort im Raum”, auf den keine Gravitation wirkt?

    Ich denke nicht.

  14. #14 Dr. Webbaer
    16. Januar 2011

    Es folgt der Dr. Webbaer-Faktentest – Moment, gleich wieder da, …, …, aha:
    “Wer die Schwerkraft der Erde überwinden will, muss sich weit von ihr entfernen. Wie die Internationale Raumstation ISS, die im Abstand von mehr als 300 Kilometern um die Erde kreist.” (Quelle: http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/269996/Datei/48142/Unikosmos.tv (beginnend Seite 12)

    Auch bemerkenswert Seite 13: “Für den britischen Astrophysiker Stephen Hawking steht fest: Unsere Tage auf der Erde sind gezählt. Maximal tausend Jahre würde es noch dauern, bis eine Katastrophe das Leben auf der Erde vernichtet, gab Hawking 2001 in einem Interview zu Protokoll.” (Hat Hawking das wirklich gesagt?)

    Ansonsten, ja gut, Test bestanden, die TK Logo-Leute haben’s mit der Schwerelosigkeit und der Schwerkraft nicht gebacken bekommen, LOL.

    MFG
    Dr. Webbaer

  15. #15 MartinB
    16. Januar 2011

    @ThomasJ, NJ
    Ja, natürlich ist das ein naheliegender Denkfehler. Wenn mir einer sowas auf ner Party erzählen würde,würde ich mich auch nicht aufregen, sondern allenfalls kurz den Irrtum erklären. Wenn sowas aber ein Journalist schreibt, der offensichtlich für dieses Gebiet kein Experte ist, aber trotzdem nicht recherchiert, dann ist das etwas anderes.
    Ich finde es zum Beispiel eigentlich total plausibel, dass der Bundespräsident der Regierungschef ist und die Politik bestimmt, in anderen Ländern ist es ja auch meist der Präsident, der entscheidet. Wenn das in der TK-Zeitung stehen würde, wäre der Aufschrei groß. Ähnlich wäre es, wenn jemand totalen Blödsinn über Sport schreiben würde: Ich hab zum Beispiel wenig Ahnung von Fußball, wenn ich noch weniger hätte, würde ich es vielleicht total plausibel finden, dass man bei einem Foul die Uhr anhält, so wie das bei anderen Sportarten auch ist.

    Letztlich sehe ich drei Möglichkeiten:
    1. Journalisten schreiben immer viel Mist, aber in anderen Bereichen merke ich das nicht, weil ich davon nicht genug verstehe.
    2. Journalisten schreiben vor allem viel Mist, wenn es um Wissenschaft geht. (Weil Wissenschaft nicht so wichtig ist und merkt ja eh keiner…?)
    3. Journalisten schreiben vor allem viel Mist, wenn sie für Kinder schreiben. (Weil man das ja alles selbst schon weiß und es kommt ja nicht so drauf an…?)

    Keine der drei Varianten behagt mir sonderlich.

    @Wb
    Halten Sie es echt für nötig, zu überprüfen, ob ich mir das hier nur ausgedacht habe, und dieses Misstrauen dann hier auch noch öffentlich zu machen? Seltsames Verhalten.

    @Heino
    Es gibt zwei Möglichkeiten, die Schwerelosigkeit der Astronauten anschaulich zu machen. Zum einen kann man Kräfte (bzw. “Scheinkräfte”) angucken: Die Schwerkraft wirkt zum Erdmittelpunkt hin, durch die Rotation um die Erde wirkt aber die “Zentrifugalkraft” nach außen. (Ja, liebe Physiker, ich weiß, dass die ein problematisches Konzept ist, in vielen Fällen ist sie aber sehr anschaulich, so wie hier.) Diese beiden Kräfte heben sich auf.

    Die genauere Erklärung ist, dass sich die Astronauten im freien Fall befinden – so wie man beim bergabsausen in der Achterbahn plötzlich ein kitzliges Gefühl in der Magengrube bekommt, weil man die Schwerkraft nur noch reduziert spürt (manchmal auch in schnell abwärts beschleunigenden Fahrstühlen zu beobachten), weil die Beschleunigung und die Schwerkraft entgegengesetzt wirken. Das ist das Äquivalenzprinzip von Einstein, der angeblich die Idee dazu hatte, als er hörte, dass ein vom Dach gefallener Mann sich während des Fallens schwerelos gefühlt hatte.
    Die ISS ist in freiem Fall um die Erde, sie fällt auf die Erde zu, fliegt dabei aber so schnell vorwärts, dass sie immer an der Erde “vorbeisaust”.
    Hier ist das auch ganz gut erklärt:
    http://www.gutefrage.net/frage/ab-welcher-hoehe-beginnt-der-weltraum-schwerelosigkeit

  16. #16 Jörg Friedrich
    16. Januar 2011

    MartinB, es ist Möglichkeit 1.

  17. #17 Jörg Friedrich
    16. Januar 2011

    MartinB, es ist Möglichkeit 1.

  18. #18 Jörg Friedrich
    16. Januar 2011

    Oh, TheBug hatte die Lösung schon verraten während ich noch den Original-Link las. Besonders schlimm hier, dass der Artikel auch noch behauptet, Schwerelosigkeit zu “erklären”. Relativierend sollte man vielleicht anmerken, dass Schreiber von Kundenzeitschriften im Allgemeinen wohl nicht als Journalisten zu bezeichnen wären.

  19. #19 Jörg Friedrich
    16. Januar 2011

    Oh, TheBug hatte die Lösung schon verraten während ich noch den Original-Link las. Besonders schlimm hier, dass der Artikel auch noch behauptet, Schwerelosigkeit zu “erklären”. Relativierend sollte man vielleicht anmerken, dass Schreiber von Kundenzeitschriften im Allgemeinen wohl nicht als Journalisten zu bezeichnen wären.

  20. #20 cydonia
    16. Januar 2011

    Das Beispiel mit dem Bundespräsidenten ist gut, werde ich bei Gelegenheit einsetzen.
    Zu Einstein: das hört sich dann doch sehr nach Newton und dem Apfel an..und ich könnte mir vorstellen, dass ein vom Dach Fallender andere Sorgen hat, als zu denken: “Hey, ich bin gerade schwerelos!” Das nur am Rande.
    Aber vielen Dank für die Kritik! Mir stieg letzte Woche bei der Lektüre des besagten Artikels die Zornesröte ins Gesicht, auch weil ich damit rechnete, dass das eh niemand merkt, und es in Zukunft noch mehr nachplappern.

  21. #21 threepoints...
    16. Januar 2011

    “Die ISS ist in freiem Fall um die Erde, sie fällt auf die Erde zu, fliegt dabei aber so schnell vorwärts, dass sie immer an der Erde “vorbeisaust”.”

    -> Natürlich, weil die ISS ja nach der Positionierung keinen eigenen Antrieb mehr nutzt, ist dass so besser erklärt.


    Die Frage nach der journalistischen Genauigkeit ( vor allem bei an Kindern gerichtete Inhalte) kann man aber auch so sehen.
    würde man den Kleinen die detailierteste beschreibung der Abläufe erklären, dann würden die nämlich auf die Unterstützung der Eltern wohl verzihcten müssen. Denn die würden dem nicht mehr folgen können und eine Auseinanderstzung gemeinsam mit ihrem kind aus dem wege gehen. Das fürt dann dazu, dass das kind nichts mehr von dem Artikel hat … keinen zugewinn an Wissen … oder auch nur einen halbwegs anreizbietenden Eindruck.

    Andersrum ist die naive Darstellung von komplexen Zusammenhängen aber auch nicht befriedigend. Die Tendenz zur Vereinfachung, damit alle es verstehen können, fürt eben zum Missverstehen.
    Wo fängt man an, … wo hört man auf mit der Erklärung von Wissen für Kinder, wenn die Erwachsenen nicht mal eine Ahnung von den bedingungen haben?

  22. #22 TheBug
    16. Januar 2011

    @MartinB: Möglichkeit 1 ist leider viel zu oft Realität. Journalisten stehen immer unter dem Druck mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel verschiedenes Material zu produzieren. Damit bewegen sie sich häufig auf unvertrautem Boden und haben den Zeitdruck, der wenig Recherche zulässt.

  23. #23 Jörg Friedrich
    16. Januar 2011

    MartinB, es ist Möglichkeit 1.

  24. #24 Jörg Friedrich
    16. Januar 2011

    Oh, TheBug hatte die Lösung schon verraten während ich noch den Original-Link las. Besonders schlimm hier, dass der Artikel auch noch behauptet, Schwerelosigkeit zu “erklären”. Relativierend sollte man vielleicht anmerken, dass Schreiber von Kundenzeitschriften im Allgemeinen wohl nicht als Journalisten zu bezeichnen wären.

  25. #25 MartinB
    16. Januar 2011

    @JF, TheBug
    Na, toll 🙁
    Aber vielleicht kann ich ja wenigstens hoffen, dass renommierte zeitungen etwas sorgfältiger recherchieren…

    @threepoints
    Aber man kann ja Dinge auch kindgerecht und trotzdem korrekt erklären – siehe Sendung mit der Maus oder auf dem KiKa “Wissen macht Ah”, da passiert es sehr selten, dass Dinge echt falsch sind, auch wenn oft vereinfacht wird. Kostet natürlich Mühe.

  26. #26 Joerg Schiermeier
    16. Januar 2011

    Dieser Blödsinn, der in solchen Kundenzeitschriften verzapft wird, ist genau der Grund, warum ich mir mal vor langer, langer Zeit ein Standardschreiben erstellt habe, mit der ich alle Kundenzeitschriften ‘abbestelle’, will sagen, denen untersage, mir das zukünftig zuzusenden.

    Ausserdem sind das (Mitgileds-/Kunden-)Beiträge: solche Zeitschriften einzustampfen ist also ein Beitrag zur Kostensenkung, aber das nur am Rande…

  27. #27 Dr. Webbaer
    16. Januar 2011

    @Inhaltemeister

    @Wb
    Halten Sie es echt für nötig, zu überprüfen, ob ich mir das hier nur ausgedacht habe, und dieses Misstrauen dann hier auch noch öffentlich zu machen? Seltsames Verhalten.

    – als Reaktion auf diesen Kommentar

    Nein, natürlich nicht, lieber Herr Bäker! Nehmen Sie bitte nicht das Mindeste an und lesen Sie bitte zwischen den Zeilen.

    Gemeint war der Vorschlag den Webverweis im Artikel unterzubringen, damit der Leser Direktzugriff hat Zudem wurde eine zweite Frage zum Artikel gestellt bzgl. Herr Hawking, die lautet: Hat der Kollege wirklich wie behauptet prophezeit?
    Außerdem lässt sich die kleine Nachricht des Webbaeren auch als Lob lesen.

    MFG
    Dr. Webbaer

    PS: Bewerten Sie doch nicht immer Ihre kleinen Kommentatoren. Webkompetenz!

  28. #28 MartinB
    16. Januar 2011

    @Wb
    Keine Ahnung, ob Hawking das behauptet hat.
    Dass ansonsten das, was Sie anscheinend sagen wollen, nur selten das ist, was beim Leser der Kommentare ankommt, hat ja System…

  29. #29 Andrea N.D.
    16. Januar 2011

    “Wenn sowas aber ein Journalist schreibt, der offensichtlich für dieses Gebiet kein Experte ist, aber trotzdem nicht recherchiert, dann ist das etwas anderes.”

    Das ist der Punkt – die Methode. Da diese offensichtlich nicht viele beherrschen, denke ich, dass sowohl Punkt 1 + 2 zutreffen. Eigentlich hilft da nur nach den eigenen (wissenschaftlichen) Kriterien den Lesestoff auszuwählen. Ich bin beispielsweise noch nie auf die Idee gekommen, das TK-Heft meinen Kindern als Lektüre anzubieten, dafür habe ich das Drachenei untergeschoben. Wir können ja nicht die ganze Welt “bilden” oder uns dafür verantwortlich fühlen, sondern nur unsere eigene kleine Welt. Und dass es an dem, was allenorts geschrieben und veröffentlicht wird spätestens seit dem Web enorm an journalistischen oder Methoden Texte zu verfassen fehlt, das wird niemand verhindern können. Auch nicht, dass die Informationen zum großen Teil falsch sind.

  30. #30 Rahn
    16. Januar 2011

    Ich brauchte etwa 20 Sekunden, um die ersten beiden Sätze des Artikels über Schwerelosigkeit auf Wikipedia zu lesen…

    =>

    Das Gefühl der Schwerelosigkeit kann man beispielsweise auf der Internationalen Raumstation ISS erfahren, die im Abstand von mehr als 300 Kilometern um die Erde kreist. Was nicht niet- und nagelfest ist, schwebt in der Gegend herum. Deshalb schnallen sich die Astronauten dort auch an ihrem Bett fest, wenn sie schlafen gehen. Zwar wirken in dieser Höhe noch etwa 90 % der Erdschwerkraft, da aber außer der Schwerkraft, die hier alle Dinge gleich beschleunigt, keine weiteren Kräfte wirken, ist sie nicht spürbar.

    Naja, für welches Alter ist diese TK-Seite gedacht?

  31. #31 MartinB
    16. Januar 2011

    @AndreaND
    Das ist aber sehr pessimistisch. Und gerade bei der Zeitschrift einer Krankenkasse finde ich das auch besonders bedenklich – immerhin schreiben die oft über Gesundheitsthemen. Da das Vertrauen der Leserschaft zu verlieren, ist sicher gefährlich.

    @alle
    Ich habe übrigens der TK einen Kommentar mit Link hierher auf ihrer Internetseite hinterlassen, mal sehen, ob da etwas kommt.

  32. #32 roel
    16. Januar 2011

    @Martin Bäker “Ich habe übrigens der TK einen Kommentar mit Link hierher auf ihrer Internetseite hinterlassen, mal sehen, ob da etwas kommt.”!!! Finde ich gut, es gibt genug Blogger, die immer nur kritisieren vielleicht auch diskutieren aber die relevanten Stellen einfach nur aussen vor lassen.

  33. #33 perk
    16. Januar 2011

    naja so lange da “Zwar wirken in dieser Höhe noch etwa 90 % der Erdschwerkraft, da aber außer der Schwerkraft, die hier alle Dinge gleich beschleunigt, keine weiteren Kräfte wirken, ist sie nicht spürbar.” steht ist es doch vollkommen in ordnung?

  34. #34 perk
    16. Januar 2011

    ok vermutlich sollte man noch etwas mehr kontext anbieten damit man es unbedarft als äquivalenzprinzip versteht..

  35. #35 BreitSide
    16. Januar 2011

    Dr.eister WeBBArsch, musst Du hier wieder Deinen Bärendreck verspritzen?

    Wird echt Zeit, dass der Problembär auch hier abgeschossen wird.

  36. #36 Dr. Webbaer
    16. Januar 2011

    @perk
    Steht das irgendwo auf der Kinder-Seite 12?
    http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/269996/Datei/48142/Unikosmos.tv

    Pädagogisch ist die Seite 12 ein Desaster, das Kinderhirn wird hier geradezu fehlprogrammiert. – Die schlaueren Kinder werden sich wohl fragen, was die Raumstation denn im Orbit hält, wenn nicht die Schwerkraft, aber dennoch…
    Zudem kommt vielleicht noch der fatale Gedankengang hinzu, dass die Abwesenheit der Atmosphäre Schwerelosigkeit bedingt. Der erste Kommentar hier hat’s “pschikologisch” erklärt, die Autoren haben’s selbst nicht kapiert.

    Am Rande:
    Deshalb besser immer die Quelle in den Artikel packen, falls verfügbar. Kollege EPF ist deshalb auch schon kritisiert worden, andere zitieren sogar Sekundär- und Tertiärquellen um eine (Ur-)Aussage zu kritisieren. – Da kann es schon mal vorkommen, dass die Aussage so gar nicht vorlag. Diese Probleme kann man meiden.

    MFG
    Dr. Webbaer

  37. #37 BreitSide
    16. Januar 2011

    Diesen journalistischen Unsinn kenne ich aus unserer eigenen Firma.

    Da rollen sich wirklich die Zehnägel auf, wenn man lesen muss, was die “Öffentlichkeitsarbeiter” oft aus Fakten machen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass etliche TK-Mitarbeiter da auch Bauchschmerzen kriegen, wenn sie lesen, was ihre Hauspostille von sich gibt. Es können ja nicht alle so ungebildet sein.

    Aber jedesmal ist es eine Syphilisarbeit, vielleicht noch vor Drucklegung Einblick in die Druckfahnen zu bekommen. Das frustriert, und so ziehen sich viele gute Hirne schließlich zurück.

    Das Schlimmste ist dann, wenn sogar eigene eingereichte Artikel im Namen der “journalistischen Verbesserung” verstümmelt werden. Es könnte durchaus sein, dass der eigentliche Autor des Textes korrekt geschrieben hatte, die Öffentlichkeitsarbeiter den Text aber verschlimmbösert haben.

  38. #38 MartinB
    16. Januar 2011

    @perk
    In meiner Printausgabe steht das jedenfalls nicht, da geht es nach dem Zitat oben im Artikel weiter mit “Dort herrscht absolute Schwerelosigkeit…”

    Woher Rahn seinen Text hat, weiß ich nicht, der ist irgendwie ein Mischmasch aus der TK-Seite und dem Wikipedia-Eintrag. (Rahn, kannst du uns aufklären??)

    @Wb
    “Deshalb besser immer die Quelle in den Artikel packen”
    Lieber Wb, das TK-Heft lag mir als Druckerzeugnis vor. Auch Druckerzeugnisse kann man kritisieren. Dass andere schlampig zitieren, ist ja zum Glück nicht mein Problem.

  39. #39 perk
    16. Januar 2011

    oh hab in halb abgelenktem zustand geschrieben und das im blockquote für ein zitat gehalten und nicht für einen verbesserungsvorschlag

  40. #40 threepoints...
    16. Januar 2011

    die “Öffentlichkeitsarbeiter” … mal als Redakteure dieses Magazins (?) gesehen, werden doch eher einen solchen Artikel irgendwo angekauft haben, den sie dann nach Platzbedarf zugerichtet haben.

    Also wird an der Praxis der Fehler liegen. Aber ist es zu erwarten, dass sich Krankenkassen für ihre öffentlichkeitsarbeit Physiker “halten” …? Damit die dann den Artikel entweder selbst schreiben oder “Fachgerecht” stutzen…?

    In welcher Frequenz erscheint denn diese Zeitung? Wohl doch quartalsweise….

    Zeit genug wäre jedenfalls gewesen, einen gescheiten Artikel herzustellen.

  41. #41 Rahn
    17. Januar 2011

    der ist irgendwie ein Mischmasch aus der TK-Seite und dem Wikipedia-Eintrag. (Rahn, kannst du uns aufklären??)

    Sorry, ich wollte nicht für Verwirrung sorgen. Ja es ist in der Tat nur ein einfacher Mischmasch von beidem. Und durch perk’s Kommentar bin ich mir jetzt auch bewusst, dass der, wie ich finde, selbsterklärende Abschnitt an dieser Stelle alles andere als eben dies ist. Ich denke, hier ist man einfach (zu) sehr mit der Materien verwoben.

    Um es deutlich auszudrücken, es gibt Umstände, die, obschon eigentlich ganz einfach, logisch und klar nachzuvollziehen, eine gewisse Art des “Querdenkens” verlangen, also eine Art des Denkens, das in der “normalen Welt”, im Alltag der meisten Menschen nicht gebraucht wird. Das Verständnis hierfür ist beispielsweise zu vergleichen mit dem Lesen von Gesetzestexten oder bestimmter philosophischer Schriften. Stehen dem “Normalverbraucher” nicht selten die Haare zu Berge, fragen sich Personen mit einer gewissen Routine, was denn daran eigentlich so schwer zu verstehen sein soll.

    Wenn nun Erwachsene schon Probleme mit bestimmten Umständen haben, wie soll es dann erst Kindern gehen? Da helfen nämlich Erklärungsversuche nur sehr bedingt. In dem Zusammenhang zum Thema, Gegenstände schweben frei im Raum obwohl sie fallen. Oder eben umgekehrt, etwas fällt herunter und soll dabei schwerelos sein.

    Ich habe oben einfach den von dir verlinkten Satz angefügt und mich gefragt, ab welchem Alter Kinder (normalerweise) überhaupt in der Lage sind solche “Widersprüche” zu verarbeiten, geschweige denn den beigefügten Satz zu verstehen.

    Der von dir Zitierte Abschnitt ist falsch bzw. unzureichend formuliert, falls man lediglich auf die Schwerelosigkeit auf der ISS einleiten wollte. Das sollte selbstverständlich nicht passieren. Zwar gibt es Dinge die den Rahmen eines kurzen Infotextes sprengen und daher mMn auch ruhig mal deutlich vereinfacht werden können, aber gerade bei Kindern sollte man tunlichst darauf achten, dass keine falschen Vorstellungen hängen bleiben oder gar verfestigt werden.

  42. #42 threepoints...
    17. Januar 2011

    Man hätte den Kindern die Flugbahn und seine Grundlagen auch anhand der Balistik erklären können. Wo doch alle so gerne Ballerspiele spielen…! Und wo doch “Geschosse” eine Halbwegs greifbare Angelegenheit sind…

    “Die ISS hat ihre Flugbahn so hoch über der Erdoberfläche eingenommen, dass sie zwar immernoch fällt (durch die Gravitation), aber immer an der Erde vorbei….”

  43. #43 threepoints...
    17. Januar 2011

    Bei Nachfragen der Kinder müsste man sie denn auch mal auffordern einen Stein zu schmeissen …(obwohl man ja eigendlich nicht wollte)…

    Und dann soll der/die kleine schauen, wie die Flugbahn verläuft.

  44. #44 georg
    17. Januar 2011

    @Martin

    Die TK wirbt damit, dass sie auch für Homöopathie bezahlt. Was kann man denn da schon zum Thema Wissenschaft erwarten?

    Florian hat dazu übrigens auch schon mal einen Beitrag gepostet.

    mfg georg

  45. #45 TheBug
    17. Januar 2011

    Douglas Adams hat ja mal sehr schön beschrieben wie man fliegen könne: Einfach beim Fallen den Boden verfehlen.

  46. #46 Andrea N.D.
    17. Januar 2011

    @Martin B.
    @AndreaND
    Das ist aber sehr pessimistisch. Und gerade bei der Zeitschrift einer Krankenkasse finde ich das auch besonders bedenklich – immerhin schreiben die oft über Gesundheitsthemen. Da das Vertrauen der Leserschaft zu verlieren, ist sicher gefährlich.

    Es war eigentlich nicht pessimistisch gemeint. Für gefährlich halte ich es auch nicht, da – wie ja hier auch festgestellt wurde – die Nichtfachgebietler den Unsinn gar nicht herausfiltern können. Zudem kann ich mir vorstellen, dass der Großteil der Mitglieder die “Zeitschrift” überhaupt nicht liest.

  47. #47 georg
    17. Januar 2011

    Wie man hier erfahren kann, lässt die Techiker ihr Homöopathieangebot auch “wissenschaftlich” begleiten.

    mfg georg

  48. #48 MartinB
    17. Januar 2011

    @georg
    Na, super.
    Ich denke, die TK versucht hier einen Spagat: Einerseits möchte sie der nachfrage entsprechend Homöopathie anbieten (sonst würde sie wahrscheinlich viele gut verdienende Versichterte verlieren), auf der anderen Seite muss das natürlich irgendwie “wissenschaftlich” gerechtfertigt werden.

    PS: Aber jetzt keine Homöopathiediskussion, bitte…
    (Obwohl: Klickzahlen! $$$ !!! Millioneneinnahmen bei Hier Wohnen Drachen!!!!!!) 😉

  49. #49 threepoints...
    17. Januar 2011

    Hier Wohnen Drachen hat scheinbar eh ein gutes “Händchen” bei der Auswahl seiner Themen. …

    Und dass die Krankenkasse ihr Homöopathieangebot wissenschaftlich begleiten lässt, dass wird uns dann doch sicher sehr beruhigen … oder? Denn dagegen kann auch der Wissenschaftler nichts mehr sagen…

    Also alles im grünen bereich.

  50. #50 Andrea
    5. Juni 2011

    Das TK Heft liegt auch bei uns rum. Habe allerdings noch nie so richtig reingelesen. Aber ich finde es schon erstaunlich, wenn für viel Geld Halbwissen produziert und verteilt wird. Aber in anderen Heften ist es manchmal noch schlimmer. IT-Zeitschriften publizieren zum Teil abenteuerliches….Aber Danke für die Entdeckung des Fehler, ich hoffe, die TK Redaktion hat einen Brief mit dem Hinweis erhalten….