Über das Fermi-Paradoxon nachzudenken ist immer wieder interessant. Der Physiker Enrico Fermi hat sich vor mehr als einem halben Jahrhundert gefragt, wieso denn nirgendwo irgendwelche Anzeichen von außerirdischen Lebewesen zu sehen sind. Wenn man davon ausgeht, dass lebensfreundliche Planeten im Universum häufig sind (etwas von dem wir mittlerweile wissen, dass es vermutlich stimmt), dann sollte es ja eigentlich auch überall intelligente Lebewesen geben, deren Existenz sich bemerkbar macht. Aber obwohl wir schon einige Zeit nach Botschaften von Aliens suchen, haben wir nichts gefunden. Wo sind also die Außerirdischen? Verstecken sie sich? Oder ist intelligentes Leben im Universum vielleicht doch nicht so häufig, wie wir uns das wünschen?

Lösungsversuche für dieses Paradoxon gab es im Laufe der Zeit schon viele. Manche waren ernst gemeint, manche weniger. Aber so richtig überzeugend war bis jetzt keiner der Ansätze. Wir wissen eben noch zu wenig über die Entstehung von Leben; über die verschiedenen Möglichkeiten von Leben und vor allem haben wir nicht die geringste Ahnung, wie intelligentes Leben anderswo tatsächlich aussehen könnte, wenn es denn existiert. Wir gehen davon aus, dass auch die Aliens auf der Suche nach Leben im All sind und sich bemerkbar machen. Aber wer sagt, dass das so sein muss?

Trotzdem ist das Fermi-Paradoxon ein interessantes Gedankenspiel. Kürzlich hat sich Bill Nye in einem Video seine eigenen Gedanken zu dem Thema gemacht:

Seine Lösung läuft auf die Zeitskalen hinaus. Wir können nicht davon ausgehen, sofort erfolgreich zu sein, wenn wir nach Aliens lauschen:

“And the answer I think is not that complicated. We’ve only been listening for other civilizations for 50 years, 70 years, it depends on how you count. And you have to acknowledge that civilizations have to emerge and be able to communicate at the same time. When you have something that’s been going on for 13.6 billion years there’s a lot of opportunities to miss each other. So the Fermi paradox, for me, is not a reason to give up and take the black capsule and have no hope for humankind because we are just this unique thing in the middle of nowhere and will never amount to anything. No. For me the Fermi paradox drives us forward. Why haven’t we heard from anybody? Because we’re not listening hard enough.”

Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit absolut einverstanden bin. WENN man davon ausgeht, dass intelligentes außerirdisches Leben häufig ist und WENN man davon ausgeht, dass es auch auf sich aufmerksam macht, dann funktioniert diese Lösung des Paradoxons nur, wenn die entsprechenden Zivilisationen nur sehr kurz (nach kosmischen Maßstäben) existieren. Dann aber spricht die Wahrscheinlichkeit dagegen, das wir irgendwas entdecken, egal wie intensiv wir zuhören. Daran ändert sich auch nichts, wenn wir andere Suchmethoden wie das optical SETI nutzen.

Auf jeden Fall stimme ich Bill Nye aber bei dem zu, was er danach gesagt hat:

“So this to me is an obligation of a civilization, of a civilized society is to prevent – is to present or to allocate just a little of our intellect and treasure to the search for extraterrestrial life.”

Auch wenn es eine Suche mit wenig Aussicht auf Erfolg ist: Allein die Tatsache, dass wir überhaupt in der Lage sind, diese Suche durchzuführen, sollte Grund genug sein, das auch zu tun! Verglichen mit anderen Ausgaben kostet SETI so gut wie kein Geld und der Erkenntnisgewinn wäre im Erfolgsfall so enorm und revolutionär, dass wir als Zivilisation auf so ein Projekt nicht verzichten sollten!

Kommentare (101)

  1. #1 karlos
    4. Januar 2015

    Hey BBC, den Mann möchte ich als “The Doctor”

  2. #2 Spritkopf
    4. Januar 2015

    Auch wenn es eine Suche mit wenig Aussicht auf Erfolg ist: Allein die Tatsache, dass wir überhaupt in der Lage sind, diese Suche durchzuführen, sollte Grund genug sein, das auch zu tun!

    Es läuft immer wieder auf eines hinaus: Für belebte Himmelskörper im All (und solche mit intelligentem Leben) haben wir genau einen Datenpunkt, somit fehlt uns schlicht das Wissen, wie aussichtsreich eine solche Suche wirklich ist. Umso mehr ein Grund, sie durchzuführen.

  3. #3 Jakob
    4. Januar 2015

    Dann aber spricht die Wahrscheinlichkeit dagegen, das wir irgendwas entdecken, egal wie intensiv wir zuhören.

    Mit einer Intensivierung der Suche kann man zumindest die Reichweite steigern. Es kann durchaus sein, dass Aliens existieren und Signale aussenden aber wir die Signale mit der aktuellen Empfangstechnik nicht empfangen können, weil die Aliens zu weit weg sind.

    Daran ändert sich auch nichts, wenn wir andere Suchmethoden wie das optical SETI nutzen.

    Wir wissen nicht, welche Verfahren/Wellenlängen die Aliens zur Kommunikation verwenden und daher wäre eine gewisse Diversifikation der Suche ebenfalls hilfreich.

  4. #4 Bjoern
    4. Januar 2015

    Nyes Argument greift meiner Ansicht nach zu kurz – es erklärt nur, warum wir bisher nichts von Ausserirdischen gehört haben (per Funk o.ä.).

    Aber das Fermi-Paradoxon beinhaltet ja (auch), dass die Milchstraße prinzipiell innerhalb einiger Millionen Jahre kolonisierbar wäre – also ist die Frage eher “Warum sind die Ausserirdischen nicht schon längst hier, wenn denn welche existieren?”, nicht “Warum haben wir noch nichts von ihnen gehört?”

    Den Ansatz (soweit ich mich erinnere, hattest du den auch schon mal hier diskutiert), dass durch GRBs (u.ä.) alle paar 100 Millionen Jahre jedes “höhere” Leben praktisch ausgelöscht wird, finde ich zur Erklärung immer noch am besten.

  5. #5 Kuno
    4. Januar 2015

    Gerade wiedergelesen: Stanislaw Lem, Das absolute Vakuum, Berlin 1984 (Ein Band mit Rezensionen nicht geschriebener Bücher)

    Im letzten Essay über ein Buch mit dem Titel “Die neue Kosmogenie” behandelt Lem grob gesagt die Möglichkeit, der Kosmos sei im Laufe seiner Entwicklung das Produkt des Wirkens alter Zivilisationen geworden. Der Weg von Zivilisationen führe “von der Stufe, auf der man Naturgesetze entdeckt, auf die Ebene, wo man solche Gesetze aufstellen kann.” (S. 199)
    Also könnten wir von Anzeichen für die Existenz von intelligentem Leben umgeben sein, ohne diese als solche zu erkennen.

  6. #6 Rene Thomas
    Jöhstadt
    4. Januar 2015

    Es gibt Leben im Universum. Aber wie alt ist das Universum und wie alt ist die Erde. Und seit wann sind wir in der Lage nach intelligentem Leben Ausschau zu halten. Und wie schauen wir. Buschtrommel und Handy passen schlecht zusammen. Wer hat welche Kommunikation. Wieviele Lichtjahre liegen dazwischen.Mal rechnen Andromeda und Milchstrasse als Beispiel.

  7. #7 Cakir
    4. Januar 2015

    Harald Lesch erklärte mal dass das Wow!-Signal alle Kennzeichen eines interstellaren Kommunikationsversuchs zeigte, es aber auch ein gigantischer Ausbruch eines Pulsars gewesen sein könnte. Vielleicht stammt das Signal von Außerirdischen vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall ist die Ursache des Signals bis heute nicht eindeutig geklärt.

  8. #8 TSK
    4. Januar 2015

    Die Lösung des Paradox ist für mich relativ einfach:
    Da wir inzwischen sehr vielgestaltige Planetensysteme kennengelernt haben, ist die Entstehung von Leben (jetzt nicht intelligentes !) in der Milchstraße praktisch sicher. Außerdem könnte sich durch Panspermie (Meteoriteneinschläge bringen biologisches Material zu fremden Systemen) das Leben hier ausbreiten.
    Also halte ich die Hypothese, dass intelligentes Leben außer auf der Erde hier in der Milchstraße existiert hat, für fast sicher und dass es zu diesem Zeitpunkt noch existiert, für wahrscheinlich richtig

    Nehmen wir also an, es existiere intelligentes Leben. Warum sollte diese Kommunikationsversuche mit einer äußerst aggressiven und grausamen Spezies unternehmen, die ihren Lebensraum nachhaltig zerstört ?
    Außerdem wissen wir inzwischen, dass die Annahme, Zivilisationen würden Kontaktversuche mit Radiowellen unternehmen, in Zweifel gezogen werden kann. Die Erde hat ihre wahrnehmbaren Radioemissionen immer mehr eingeschränkt (Satellit, terrestisch), weil es schlicht Energieverschwendung ist, Radiosendungen ins Weltall hinauszuhauen. Und das ist ein einem winzigen Zeitraum von weniger als 100 Jahren passiert.

    Und die andere Frage: Angenommen, Zivilisationen wären tatsächlich *hier* und sie wollen Ihre Anwesenheit *nicht* kund tun, unter welchen Umständen würden wir denn erkennen, dass sie *hier* sind ? Schließlich gibt es extrem viele wahrscheinlich klingendere Ersatzerklärungen.

  9. #9 Florian Freistetter
    4. Januar 2015

    @TSK: “Da wir inzwischen sehr vielgestaltige Planetensysteme kennengelernt haben, ist die Entstehung von Leben (jetzt nicht intelligentes !) in der Milchstraße praktisch sicher.”

    Aus der Existenz vieler Planeten folgt allerdings nicht, dass überall dort Leben entstehen muss, wo Leben entstehen kann. Solange wir nicht mehr als einen Datenpunkt machen können, ist diese Aussage zwar verlockend, aber durch keinerlei Daten gestützt…

    “Warum sollte diese Kommunikationsversuche mit einer äußerst aggressiven und grausamen Spezies unternehmen, die ihren Lebensraum nachhaltig zerstört ?”

    Diesem Argument liegt wieder das alte Dilemma zugrunde: Wir können zwangsläufig nur in unseren eigenen menschlichen Maßstäben über Aliens nachdenken. Aber wer sagt, dass sie – wenn es sie gibt – auch nur irgendwie menschenähnlich sind; geschweige denn eine der unseren ähnliche Ethik oder Moral haben? Nur weil TV und Kino voll mit Aliens sind, die sich von Menschen nur durch die Form von Ohren und Nasen unterscheiden, muss das in der Realität noch lange nicht so sein.

  10. #10 Hossa
    4. Januar 2015

    Ich denke mal man ist zu ungeduldig bei der Suche.
    SETI gibt es seit 1960, wenn mich nicht alles täuscht, das sind nur ein paar Jahrzehnte.
    Ein Lidschlag gemessen am Alter der kosmischen Umgebung.

    Es gibt Leben im Universum und auch sicher Intelligentes.
    Wir müssen mehr suchen und mehr lauschen, das Problem wie bei fast allem, sind die finanziellen Mittel.

  11. #11 Cakir
    4. Januar 2015

    @Hossa
    “Es gibt Leben im Universum und auch sicher Intelligentes.”

    Laut deiner Aussage hast du Beweise dafür.
    Die Wahrscheinlichkeit ist zwar hoch das es Leben im Universum existiert , aber ohne Beweise sollte man nicht mit
    “Es gibt Leben im Universum” kommen.

  12. #12 Michael J. Hußmann
    Hamburg
    4. Januar 2015

    @Rene Thomas: „Und wie schauen wir. Buschtrommel und Handy passen schlecht zusammen. Wer hat welche Kommunikation.“

    Über das geeignete Medium würde sich ja jede Zivilisation Gedanken machen. Die Buschtrommel reicht nicht weit und das Handy braucht eine gemeinsame Infrastruktur; dass beides ungeeignet ist, wäre jedem klar. Man würde auch generell nicht die allerneuesten und komplexesten Technologien verwenden, weil man den Empfängerkreis nur unnötig einschränken würde, sondern eher die einfachste Lösung, die den Zweck erfüllen kann. Damit schließt man nur solche Zivilisationen aus, die man sowieso nicht erreichen kann, wie etwa all jene, die nur Buschtrommeln kennen. Elektromagnetische Wellen mit einer simplen Modulation sind insofern eine gute Wahl und es bleibt eigentlich nur, sich über die am besten geeigneten Wellenlängen Gedanken zu machen.

    Das betrifft wohlgemerkt Versuche, ausdrücklich mit Außerirdischen Kontakt aufzunehmen. Wenn wir hingegen nur die zufälligen Abstrahlungen wie etwa unsere Radio- und Fernsehprogramme entdecken wollten, gäbe es vielleicht ein Problem: Die Zeit, in der die Menschheit elektromagnetische Wellen mit relativ hoher Energie ’rausgehauen hat, um weit entfernte Empfänger (auf der Erde) zu erreichen, nähert sich ja ihrem Ende; wir arbeiten mit immer geringeren Feldstärken und dafür engmaschigeren Netzen. Wenn Radio und Fernsehen irgendwann nur noch per Internet verbreitet wird, wird die Erde sehr viel „leiser“ und schwerer zu entdecken sein, und die Technologien anderer Zivilisationen könnten eine ähnliche Entwicklung genommen haben.

  13. #13 maunz
    4. Januar 2015

    Es gibt Leben im Universum !

    ( Guckt euch doch mal um 🙂 )

  14. #14 maunz
    4. Januar 2015

    Mit Universum meine ich das ganze Universum
    ( incl. Erde 🙂 )

  15. #15 jh.
    4. Januar 2015

    Egal wie hoch auch der Entwicklungsstand einer ausserirdischen Spezies sein könnte, würde sich dieser doch immer den Gültig- und Wertigkeiten des Universums unterordnen müssen.

  16. #16 sverebom
    Wilhelmshaven
    4. Januar 2015

    Lösungen gibt es viele. Die wahrscheinlichste ist wohl, dass die Distanzen zwischen den Zivilisationen zu groß sind, eine Kontaktaufnahme daher zu schwierig ist, Zivilisationen nicht lange genug existieren und interstellare Raumfahrt nicht statt findet, zumindest nicht in der Form, die wir uns im Kino vorstellen.

    Ich möchte mich jetzt auch gar nicht so viel über mögliche Lösungen reden. Mir geht es um die Art und Weise, wie wir nach anderen Zivilisationen suchen. SETI ist in meinen Augen eine fürchterliche Zeitverschwendung. Mal abgesehen von der astronomischen Unwahrscheinlichkeit, das genau jetzt (also in den letzten 70 und meinetwegen noch in den nächsten 700 oder 7000 Jahren) eine Nachricht bei uns ankommen sollte, glaube ich einfach nicht, dass eine Zivilisation mittels Radio-Transmissionen auf sich aufmerksam würde. Um noch über nennenswerte Distanzen gehört werden zu können, sind ungeheure Energiemengen erforderlich (in der Größenordnung der Gesamtenergie, die die Erde jedes Jahr von der Sonne erhält), und um auch nur die leiseste Hoffnung zu haben, von irgendjemanden gehört zu werden, müsste eine Zivilisation über Jahrhundert oder Jahrtausende diese gewaltigen Energiemengen aufwenden. Und am Ende wird eine solche Zivilisation höchstwahrscheinlich niemals erfahren, ob sie gehört worden ist.

    Ich glaube nicht, dass andere Zivilisationen so dumm sind, eine solche Unternehmung auf sich zu nehmen, und ich denke, wir hätten bessere Chancen, andere Zivilisationen zu finden, wenn wir uns stattdessen bemühen würde, diese ganz unmittelbar zu beobachten.

  17. #17 sverebom
    4. Januar 2015

    @TSK “Nehmen wir also an, es existiere intelligentes Leben. Warum sollte diese Kommunikationsversuche mit einer äußerst aggressiven und grausamen Spezies unternehmen, die ihren Lebensraum nachhaltig zerstört ?”

    Warum sollten die anderen weniger aggressiv sein? Warum sollten gerade wir – ausgerechnet wir – die bösen und zerstörerischen Morloks in einem Universum voller friedlicher und weiser Eloi sein?

    Gerade weil wir keine anderen Vergleichswerte haben, ist es vernünftig anzunehmen, dass der einzige Vergleichswert, den wir haben, ein Durchschnittswert ist. Mit anderen Worten: Wir sollten vernünftigerweise annehmen, dass wir der kosmische Durchschnitt sind und dass die anderen die gleichen Probleme haben wie wir.

    Und die andere Frage: Angenommen, Zivilisationen wären tatsächlich *hier* und sie wollen Ihre Anwesenheit *nicht* kund tun, unter welchen Umständen würden wir denn erkennen, dass sie *hier* sind ?

    Und zwischen meinem Ski-Anzug und meinem Wintermantel versteckt sich eine unsichtbare Dimension in meinem Kleiderschrank, in dem rosa Einhörner leben. Jetzt beweise bitte mal, dass ich gerade nur Unsinn von mir gegeben habe!

    Warum sich mit etwas befassen, über dass wir von Grund auf keine Aussage machen können?

  18. #18 jh.
    4. Januar 2015

    SETI hat wohl mehr psychologischen Wert.
    Damals 1960, als es gegründet wurde, um der Ufo-Hysterie in den USA entgegen zu wirken. Dann mit dem Starwars-Hype 1977, die Begeisterten bei der Stange zu halten und damit Absatzmarkt unterstützend zu wirken. Zum Beispiel das Wow-Signal 1977. Sozusagen das erste Signal rechtzeitig zum Film-Event
    😉

  19. #19 Steffmann
    4. Januar 2015

    @Florian:

    etwas von dem wir mittlerweile wissen, dass es vermutlich stimmt

    Solche Formulierungen sollte man tunlichst in diesem Zusammenhang vermeiden. Wasser auf die Mühlen von manchen Leuten.

  20. #20 Darth Ewok
    4. Januar 2015

    Gibt es irgentwo eine Abschätzung, seit wann es prinzipiell intelligentes Leben geben kann? Wir gehen ja davon aus, dass für intelligentes Leben “schwere” Elemente notwendig sind (nicht nur Kohlenstoff und Sauerstoff sondern noch anderes Zeugs). Damit die entstehen können, muss zumindest eine Supernova gewesen sein. Ganz abgesehen davon, dass wir auch einen Planeten brauchen, auf dem das Leben entsteht.

    Vielleicht haben wir nur desshalb noch keinen Kontakt mit anderen, weil wir die ersten sind, die sich soweit entwickelt haben, dass sie zu interstellarer Kommunikation prinzipiell fähig sind. Ist schon klar – ist nicht sehr wahrscheinlich – aber einer muss ja der erste sein.

    Oder wir sind “so spät drann”, dass wir die Kommunikation der anderen gar nicht mehr wahrnehmen (der Vergleich zwischen Buschtrommel und Handy ist ja schon gefallen…) und umgekehrt.

  21. #21 Florian Freistetter
    4. Januar 2015

    @Darth Ewok: “Gibt es irgentwo eine Abschätzung, seit wann es prinzipiell intelligentes Leben geben kann?”

    Kann ich mir nicht vorstellen. Schau dir nur die Erde an. Leben gibt es hier seit ~3,5 Milliarden Jahren. Intelligentes Leben (je nach Definition) gerade mal in den letzten ~100.000 Jahren. Die überwiegende Zeit ist das Leben hier wunderbar ohne Intelligenz ausgekommen. Und zu denken, Leben müsste prinzipiell irgendwann mal intelligent werden, ist wieder eine typisch anthrpozentrische Denkweise.

  22. #22 sverebom
    5. Januar 2015

    @Darth Ewok
    Derzeit geht man davon aus, dass komplexes planetares Leben seit etwa 5 Milliarden Jahren im Universum existieren kann und dass noch für weitere zehn Milliarden Jahren habitable Planeten entstehen können. Das nennt man das “Kosmische habitable Alter”. Vor diesem Zeitraum waren gängigen Theorien zur Folge diverse Faktoren nicht geeignet, um dauerhaft habitable Planeten hervor zu bringen, und in zehn Milliarden wird die Konzentration verschiedener radioaktiver Elemente so weit gesunken sein, dass neu gebildete Planeten nicht mehr in Lage sein, Plattentektonik in Gang zu halten.

    Diesen Zahlen zur Folge ist das irdische Leben also weder das erste Leben im Universum, noch das letzte. Wie weit oben ausgeführt ist angesichts der nicht zur Verfügung stehenden Vergleichswerte auch vernünftig anzunehmen, dass die Erde und das Leben auf ihr keine extreme Position im Kosmos einnimmt. Sprich, bis die Datenlage etwas anderes impliziert, sollten wir annehmen, dass wir weder die ersten noch die letzten noch die besonders weisen oder die besonders dummen Bewohner des Universums sind.

  23. #23 adam christ
    hamburg
    5. Januar 2015

    … ihr zitat:
    ist schon mal logisch falsch…
    .. auch der rest dieser ausfuehrungen beruht auf vermutungen…
    … im karneval sind solche spekulationen besser aufgehoben…
    wtf LOL

  24. #24 adam christ
    hamburg
    5. Januar 2015

    … ihr zitat:
    >etwas von dem wir mittlerweile wissen, dass es vermutlich stimmt<
    ist schon mal logisch falsch…
    .. auch der rest dieser ausfuehrungen beruht auf vermutungen…
    und der titel:
    bill …. und seine loesung fuer das fermi paradoxum…
    ist natuerlich nicht nur irrefuehrend, denn es ist einfach keine loesung…
    … im karneval sind solche spekulationen besser aufgehoben…
    wtf LOL

  25. #25 Dietmar
    5. Januar 2015

    @adam christ: Ich weiß nicht, wie der Hausherr das sieht. Ich jedenfalls nehme “wtfLOL”-Kommentare nicht ernst, zumal der Autor des Kommentars sich nicht in der Lage sieht, einen geordneten Text abzusetzen.

    Zum Thema: Auch auf die Gefahr hin, dass es anthropozentrisch argumentiert erscheint, halte ich es für sehr außergewöhnlich, wenn höhere Intelligenz entsteht, die versucht in den Weltraum zu greifen. Keine unserer Anlagen war dafür “vorgesehen” und Lebewesen mit ähnlichem Potenzial werden unsere heutigen Möglichkeiten nie entwickeln. Augen, die zufällig auch Sterne sehen können, ein Lebensraum, der den Blick dafür freigibt, Extremitäten, die “frei” sind etwas zu bauen, Sozialstruktur etc. sind alles Umstände, die schon sehr glücklich zusammengetroffen aber wohl auch notwendig sind.

    Was nutzt beispielsweise dem Octopus seine Intelligenz, wenn er nur wenige Monate lebt, sein Erlerntes aufgrund fehlender Brutpflege nicht weitergeben kann und die Sterne nicht sehen?

    Dazu kommt, dass die Entfernung und der Zeitrahmen der zivilisatorischen Entwicklung zusammen passen müssen.

    Ich bin für die Suche, bin aber sicher, dass sie erfolglos sein wird. Wir sind allein. Vielleicht war jemand irgendwo vor uns oder wird nach uns sein, und in der gewaltigen Zahl von Sternen und Galaxien und damit möglicher Welten auch ganz sicher, aber Kontakt werden wir nicht bekommen.

  26. #26 jh.
    5. Januar 2015

    Das was alle intelligenten Spezies gemeinsam haben würden, wäre der Selbsterhaltungstrieb des Individuums.

  27. #27 Florian Freistetter
    5. Januar 2015

    @adamchrist: “ist schon mal logisch falsch…”

    Wir wissen, dass es sehr viele Planeten gibt. Und wir wissen, dass da sehr viele mit erdähnlichen Eigenschaften dabei sind. Das ist keine Logik, das ist Wissen.

    “wtf LOL”

    Ok. Gegen solche Argumente kann ich natürlich nichts einwenden. Das beweist eindeutig, dass überall intelligente Aliens existieren müssen.

  28. #28 krypto
    5. Januar 2015

    Als Erstes müssen wir uns die kritische Frage stellen, ob der Mensch eine ausreichend intelligente Lebensform ist, um auch ein Erfolgsmodell zu sein:
    Es gibt den modernen Menschen im Vergleich zu anderen dominanten Lebensformen noch nicht allzu lange und trotzdem zerstört er seine Daseinsgrundlage im Rekordtempo.
    Insofern bin ich ein wenig skeptisch, ob wir lange genug in´s Weltall lauschen und senden können, um außerirdisches, mindestens so intelligentes Leben zu finden.

  29. #29 Andriool
    5. Januar 2015

    Lieber Florian. Vielen Dank für Deinen Artikel. Ich hoffe, dass Du meine Erinnerung an die von-Neumann-Sonden hier jetzt nicht allzu abwegig empfindest.

    Ich stelle mir nämlich vor, dass intelligente Zivilisationen sich über ihre begrenzte Bleibedauer im Klaren sind. (vieleicht wegen MRSA, wegen sozialen Konfikten, ökologischen Veränderungen).

    Und eine denkbare Antwort für jemanden, der sich fragt, warum die Natur entgegen der Entropie Intelligenz hervorbringt, könnte die sein, nebenbei völlig autonom aus den Naturvorkommen in der kosmischen Nachbarschaft Container mit Rohstoffen für zufällig vorbeikommende potenzielle Nutzer herstellen zu lassen, wähend die eigene Zivilsation bereits längst erloschen ist. Denn nur Materie vermag die Zeitmauer zwischen den Zivilisationen zu überbrücken.

    Ich spekuliere deshalb, weil der Evolution selbst keine Absicht innewohnt – sie besteht nur über Emergenz (Fulguration K. Lorenz) aus den vorhandenen Gegebenheiten immerfort auf das Neue fort. Und nun liegt es an uns und unsere Nachkommen, einen Sinn dafür zu finden, warum diese Vorgänge überhaupt dem Zerfall entgegengesetzt sind (Lit.Sammlung Klaus D Sedlacek .

    Und so ganz abstrus ist der om vorletzten Absatz angeführte Gedanke nicht, weil die Amazon-Reszentin Lulu zum Buch “Emergenz: Zur Analyse und Erklärung komplexer Strukturen” von Jens Greve schreibt “Gleichzeitig befindet sich darin eine Anmerkung, die im Grunde als eine restlose Widerlegung der Theorie der egoistischen Gene gewertet werden muss (382): “Letztendlich gibt es Situationen in einem Bienenstaat, in denen die Verwandtschaft zwischen den Arbeiterinnen und der nächsten Generation dauerhaft auf null reduziert wird. Wenn ein Stock eine neue Königin bekommt und diese schließlich ausfliegt, um sich mit diversen Drohnen zu paaren, dann existieren keine Verwandtschaftsbeziehungen zwischen der neuesten Generation und den Arbeiterinnen, auf deren Hilfe sie zwingend angewiesen ist. Dennoch verrichten diese Tiere ihren Dienst, ohne zu zögern oder die neue fremde Generation weniger gut zu versorgen als die vorherigen.”

    Von dieser Beobachtung ausgehend frage ich: Warum sollen im All räumlich und darum auch zeitlich weit auseinander liegende Zivilisationen sich nicht entsprechend verhalten?

    Übrigens wo Dein Bill Nye den Laser als ideales Kommunikationsmittel anführt … … diese in der Zwischenzeit nützlich machenden von-Neumann-Sonden würden ja in ihrer Eigenschaft als Relaiskette für Informationen bezgl. Hinweise auf einstige Lebensformen das bloße in-das-All-hinaushören bei weitem übertrumpfen. bzw. selber als Botschafter der Information “Ja, es gibt überall intelligentes Leben, wenn auch sie durch über kosmische Entfernungen basierenden Zeitmauern getrennt sind.”

    An die Wie-soll-das-gehen-Skeptiker: Ich sitze auf einem System, bin aber derzeit wegen Ermangelung von Beziehungen (Soft-Skills) und wegen Wettbewerb außen vor, arbeite aber nach wie vor an der Akzeptanz. Wenn jemand diese für unser Land praktische Studie in seiner Eigenschaft als Anlagenbauer praktisch und finanziell unterstützen möchte, wäre ich für eine Nachricht dankbar, Ich biete anders als z.B. Rossi völlige Transparenz. Und bei Einigkeit wäre dann allerdings noch wegen Erlaubnis zur Nutzung mit meiner Fachschaft Chemie zu sprechen – dabei sollten allerdings die Elitäresten außen vor bleiben, da sie nicht kooperieren und somit auch kein Bestandteil unseres Gemeinwesens sind (was sie ja mit ihren Patenten im Ausland belegen). Erst dies sähe ich als völlig sinnvoll an – – sowohl im Alltag (Bodenschätze, Kllimaschutz) als auch auf unserer aller Bewußtseinsebene.

    Andriool@gmx.de

  30. #30 bikerdet
    5. Januar 2015

    Wir sollten uns zuerst einmal darüber klar werden, das uns das gesamte Universum außerhalb unserer Galaxie egal sein kann. Eine theoretische Zivilisation aus der Andromeda-Galaxie, die liegt mit 2,5 Mio. LJ uns am nächsten, müßte nicht nur gigantische Energiemengen aufwenden um uns überhaupt zu erreichen. Außerdem rund 5 Mio. Jahre auf die Antwort warten und wozu ? Was soll ein Kontakt bringen, der für jede Antwort 5 Mio. Jahre braucht ??

    Es könnte demnach in jeder Galaxie eine hochtechnisierte Zivilisation geben, also hunderte von Milliarden im Universum, ohne das wir auch nur die geringste Chance hätten davon zu erfahren.

    Also bleibt uns nur unsere Milchstraße um nach Kontakten zu suchen. Aber auch diese ist riesengroß und ziemlich leer. Und auch dem Alien wird nichts geschenkt. Wir wollen nach nur wenigen Jahren der Suche aus Kostengründen einstellen. Aber wir machen uns nicht aktiv bemerkbar, wohin sollen wir auch senden ? Die Sendeenergie unserer Kommunikation wird reduziert, wir werden stiller. Aber gleichzeitig erwarten wir, das ‘der Alien’ riesige Energiemengen verpulvert um planlos ins All zu senden.

    Sinnvoll wäre es ja nur, wenn wir z.B. einen sehr erdähnlichen Planeten ‘ in der Nähe ‘ fänden und den mit Signalen anfunken würden. In der Hoffnung, in 50 – 100 Jahren eine Antwort zu bekommen. FALLS es intelligentes Leben dort gibt, das sich auf dem richtigen Entwicklungsstand befindet und genau beim eintreffen der Sendungen die Antennen auf uns gerichtet hat.

    Solange aber alle nur passiv in’s All horchen, könnte es hunderte Zivilisationen in unserer Galaxie geben ohne das sie von einander erfahren.

    Seti sollte also keineswegs eingestellt werden. Wir schalten ja auch nicht unser Telefon ab, wenn wir keinen Anruf erwarten. Aber zusätzlich sollten wir gezielt Systeme mit Exo-Planeten anfunken. Auch hier ist die Wahrscheinlichkeit gering eine Antwort zu erhalten. Aber mMn immerhin größer als wenn wir gar nichts tun.

  31. #31 bikerdet
    5. Januar 2015

    @ Adriool :
    Die von-Neumann-Sonden ?
    Zitat : ‘ Auch wenn sich eine Von-Neumann-Sonde nur alle 100 Jahre verdoppeln könnte, könnten in 10.000 Jahren = 2^100 = 1,268·10^30 Von-Neumann-Sonden entstehen.’

    Selbst WENN wir technisch in der Lage wären, eine solche Sonde zu bauen, WARUM sollten wir mehrere Bilionen Euro sinnlos verschleudern ? Welchen Nutzen bringt eine solche Sonde ? Wir erlangen keinerlei Wissen, was ja er Antrieb unserer Forschungen ist.

    Nein Danke, darauf können wir gut verzichten.

  32. #32 Andriool
    5. Januar 2015

    @bikerdet ” … Mit einer Sendeleistung von einer halben Million Watt, die sich in einem Strahl mit einer effektiven Leistung von zirka 20 Trillionen Watt konzentrierte, verabschiedete sich das Bildtelegramm vom Arecibo-Reflektor. … Dank des neuen Reflektors, der nebenher bemerkt nach seiner Überholung das erste Mal in Betrieb ging, konnte der energiereiche Strahl derart stark und kompakt gebündelt werden, dass sein Durchmesser auf nur zwei Bogenminuten schrumpfte. Hätte jemand den Puls beispielsweise zum Mond gelenkt, hätte dieser nur die Fläche einer der größeren Krater beleuchtet.

    Und würde die Flaschenpost dereinst den kugelförmigen Sternhaufen M13 und eine dort lebende Zivilisation erreichen, wäre die Radiostrahlung des Signals 10 Millionen Mal stärker als jene, die sie von unserer Sonne empfangen würden. …” Der Arecibo-Party-Gag von Harald Zaun am 16.11.2009 unter http://www.heise.de/tp/artikel/31/31465/1.html

    Grüße von Andriool

  33. #33 Andriool
    5. Januar 2015

    @bikerdet. Erstens bleibt das Geld immer hier und zweitens sollen sich die Fabriken ohne unser Zutun verme
    ren können. Wann es diese geben wird, das dauert vielleicht von der Konzeption und Erprobungsphase mindestens 100 Jahre. Dafür aber hätte der Nachwuchs ein Generationenprojekt, an denen sie ihre eigenen Fähigkeiten wachsen lassen könnten. Grüße. A.

  34. #34 Alderamin
    5. Januar 2015

    Ich denke auch, dass die Lösung des Fermi-Paradoxons einfach darin liegt, dass intelligentes Leben hinreichend dünn gesät ist im Universum. Wir könnten auf dem Mars schon die nächsten Mikroben finden, im Umkreis von ein paar Lichtjahren gibt es vielleicht höheres Leben, aber den Schritt zur Intelligenz, die es bis zur Technik gebracht hat, hat das Leben vielleicht nur extrem selten gemacht. Vielleicht nur einmal in unserer Galaxis, oder selten genug, dass kein Kandidat es bis zur interstellaren Ausbreitung (die schwierig genug ist) in unsere Nähe gebracht hat. Damit wäre die potentiell nächste Zivilisation weit genug weg, dass wir ihre Signale nicht empfangen können (und sie unsere ohnehin nicht, die sind ja bisher kaum 1 Promille des Durchmessers der Galaxis weit gekommen).

    Es gibt eine Menge Tiere, die wir als halbwegs “intelligent” bezeichnen. Hunde, die Wörter verstehen. Affen, die einfache Gebärdensprache lernen können, Stöcke und Steine als Werkzeuge einsetzen oder im Versuch eine in einem schmalen Glasrohr mit wenig Wasser tief unten schwimmende Erdnuss durch Nachgießen von Wasser erreichbar zu machen. Das ist aber weit weg von den Leistungen den menschlichen Gehirns, das im Vergleich zu anderen Organen ziemlich viel Energie verbraucht, ein Mehrverbrauch, der sich ökonomisch rechnen muss, um evolutionär erfolgreich zu sein.

    Was nützte es etwa einem Delfin, sehr viel schlauer zu werden? Er jagt schon im Team und zingelt seine Beute mit Luftblasen ein, was sollte er an besserer Jagdtatktik entwickeln, wenn er noch schlauer würde? Er könnte mangels Händen keine Werkzeuge (etwa Netze) formen können. Oder einem Gorilla, der von Grünzeug lebt? Er würde auch nicht zu mehr Nahrung kommen, wenn er intelligenter würde, denn die Pflanzen laufen ihm nicht fort.

    Beim Menschen kam ein Klimawandel ins Spiel, als Ostafrika zur Savanne wurde, und unsere baumbewohnenden Vorfahren in relativ kurzer Zeit ihre Lebensgrundlage verloren und vom Vegetarier zum Allesfresser umsatteln mussten (Schimpansen fressen auch gelegentlich Fleisch). Statt zu versuchen, Antilopen oder Kleintieren hinterherzulaufen, mit denen sie an Schnelligkeit nicht mithalten konnten, oder Gras zu fressen (diese Entwicklung gab es ja sogar bei Paranthropus bosei, der ausstarb), haben sie stattdessen (vielleicht über eine Phase als Aasfresser) Waffen und Werkzeuge entwickelt (vielleicht haben sie anfangs die Hyänen durch Steine werfen vertrieben?), und konnten durch Verzehr von Fleisch und den Gebrauch von Feuer, welches Fleisch leichter verdaulich machte, ihr wachsendes Gehirn versorgen und weiter entwickeln, und so ihre körperlichen Defizite mehr und mehr kompensieren.

    Dazu brauchte es aber die grundsätzlichen Voraussetzungen, Hände zu haben, mit denen man greifen und bearbeiten kann (das haben typischerweise Kletterer, aber keine Steppentiere), den evolutionären Druck, diese Hände auch zum Werkzeug herstellen zu gebrauchen, eine Nahrungsquelle, die das wachsende Gehirn versorgen kann (Fleisch, zu dessen Erbeutung man normalerweise Klauen und Krallen hat, keine Greifhände) und eine gewisse Basisintelligenz, die ausbaufähig ist (typischerweise eine Eigenschaft von Tieren, die in hierarchisch organisierten sozialen Gruppen leben). Das kam beim Menschen zufällig alles zusammen, bei anderen Tieren vorher offenbar nie (zumindest haben sie uns keine Werkzeuge hinterlassen, die auf Intelligenz schließen lassen). Das Leben auf der Erde hat mehrfach das Fliegen entwickelt, aber nur einmal die Intelligenz auf unserem Niveau.

    Es könnte also theoretisch sein, dass die Milchstraße von einfachem oder sogar höherem Leben nur so wimmelt, aber nur ganz selten ein Lebewesen so intelligent wird, dass es eine Technologie und Wissenschaft entwickelt. Und dann müsste es ja auch noch zur ungefähr selben Zeit mit uns leben, damit wir mit ihm in Kontakt treten könnten.

    Und falls Leben an sich schon selten sein sollte, dann wird die Existenz intelligenten Lebens umso unwahrscheinlicher und wir sind ganz bestimmt alleine in der Milchstraße.

  35. #35 Zhar
    5. Januar 2015

    @Andriool
    “Damals visierte Drake [auf Vorschlag seiner Sekretärin Jane Allen] [..] Messier 13 an, berücksichtigte dabei aber nicht die Rotationsbewegung der Milchstraße. Dass jemand oder etwas in ferner Zukunft auf die Arecibo-Botschaft antwortet, ist höchst unwahrscheinlich, kann aber, obwohl das [..] dreiminütige Radiosignal an M13 vorbei ziehen wird [..] nicht ausgeschlossen werden.”
    “wir [dürfen] frühestens erst in 50.000 Jahren mit einer Antwort rechnen “(heise-artikel)

    also ein Schuss ins blaue (an M13 vorbei). Der nur gehört wird, wenn jemand zufällig zur exakten Zeit die exakte Frequenz mit der exakten Absicht abhört und in unserem Sinne veratbeitet. Und dann womöglich in Universalen Kommunikationswellen (UKW) im Gamma-Bereich antwortet, dass er dann mal in ner millionen Jahren vorbeischneit um Hau den Lukas aus dem Orbit zu spielen.

    ach, das ist alles so schwammig. Wer sagt denn dass das intelligente leben, sofern vorhanden, überhaupt in die sterne schaut und nicht seiner natur folgt und sich immer weiter ins planeten innere vergräbt, wie es seine evolution vorgegeben hat? Man geht immer davon aus, dass ET die gleiche Motivation hat wie wir, und mMn dürfte dass das Hauptproblem sein. (Ist sowieso nur Meinungsaustausch immerhin fehlen ja Daten) Vielleicht gibt es ja sogar einen intelligenten Wurm in 20LJ der fröhlich Fusion betreibt um seinen Lebensraum zu den Polen hin zu vergrößern und eine Blütezeit von Technik, Kultur und Wohlstand (in seinem Sinne) erlebt und einfach nicht auf die Idee kommt in den Sternen nach anderem Leben zu suchen weil es einfach nicht seinem Denken entspricht, sondern richtung Planetenkern und spekuliert ob dort in der Magma vielleicht kühlere Blasen geben könnte mit einer ganz eigenen art von Lebewesen, die uU sogar mit Schallwellen auf sich aufmerksam machen. Ein Hund zB scheitert ja auch vor der Aufgabe einen Deckel von einem Eimer zu nehmen(stoßen/ziehen) um ans Leckerli zu kommen, weil seine art zu denken sowas nicht vorsieht und trotzdem kann er Wörter verstehen, sogar einfache Sätze.
    mMn gehen wir viel zu sehr von unserer Art zu Denken/Handeln aus, was ja auch nicht verwunderlich ist, haben wir ja kein anderes Beispiel, kein weiteres Wissen. Und das finden wir hoffentlich noch zu meiner Lebzeit 😉

  36. #36 Alderamin
    5. Januar 2015

    @Zhar

    Wer sagt denn dass das intelligente leben, sofern vorhanden, überhaupt in die sterne schaut und nicht seiner natur folgt und sich immer weiter ins planeten innere vergräbt, wie es seine evolution vorgegeben hat?

    Die Entwicklung einer Technologie wird nicht ohne eine gewisse Neugier möglich sein, und wenn die vorhanden ist, wird man sich auch für die Lichtpunkte am Himmel über der Planetenoberfläche interessieren. Schon Tiere sind neugierig, denn zum Lernen braucht es Neugier, und lernen müssen Tiere, weil ihnen nicht alles nötige Wissen und Erfahrung angeboren sein kann. Insbesondere kein Technologiewissen.

  37. #37 Alderamin
    5. Januar 2015

    @Zhar, Andriool

    M13 ist übrigens der letzte Ort, wo man Leben und Intelligenz vermuten würde. Das ist ein Kugelsternhaufen, der wie die anderen mit der Milchstraße zusammen entstanden und sehr alt ist. Damit hatten die Sterne dort keine Metalle, aus denen Planeten hätten gebaut werden können. Außerdem stehen die Sterne dort so dicht, dass hypothetische Planetensysteme sicher nicht lange stabil bleiben würden, wenn sich die Sterne dort eng genug begegnen.

  38. #38 Zhar
    5. Januar 2015

    @Alderamin
    Ja, an die Neugirde habe ich auch schon gedacht, wollte das sogar als mögliches Gegenargument aufgreifen. Ich bin mir nicht ganz sicher ob dieser Schluss von Technologie zur Neugier auf Fremde Welten wirklich zwingend ist, ich bin mir nicht sicher, denke ich doch zu sehr menshclich, ob es nicht doch möglich ist eine neugirde auf die Zusammensetzung und Physik der eingenen Welt die zu einer Technologie führt wirklich auch ein echtes Interesse an fremden Welten in den Sternen einschließt, bzw einschließen muss. Ich habe mir dazu noch keine tiefgreifende Gedanken – hm – ausgereift, drum hab ich das dann doch nicht angesprochen. Ich stocher da etwas unbeholfen noch herum, wie man merkt, bislang klingt Technologie>Neugierde>Mich interessiert obs da auch noch Würmer gibt, durchweg plausibel, allerdings von unserem Standpunkt. Ok, man könnte noch sagen, das Technologie nur in Sozialen Systemen geben kann, wegen Wissenvermittlung und Lernverhalten, und soziale Wesen sich nach Gesellschaften sehnen und somit zwangsläufig andere Gesellschaften suchen, eben weil es ihre Natur ist, so wie unser bestreben nach ‘Wir sind nicht allein’ ein Motivator ist. Dies allerdings wäre über eine andere Art der Wissensvermittlung, zB über eine Art chemische Spur/Datenträger, die von jedem Mitglied einer Art genutzt und erweitert wird ohne ein wirkliches Verständnis von Sozialgemeinschaft, umgehbar. Zugegeben alles recht konstruiert und spekulativ. Aber ‘ET muss doch auch an uns interessiert sein’ finde ich etwas zu schnell und zu leicht gesagt.
    Bin aber, wie gesagt, in der feineren Ausarbeitung dieser Gedanken noch recht unvertieft und damit noch etwas ungelenk..

  39. #39 Zhar
    5. Januar 2015

    @M13

    das war mir auch schon durch den Kopf gegangen, wird aber auch im heise-Artikel angesprochen, der recht gut geschrieben scheint, allerdings in Ton und Argumentation nicht wirklich für eine Kontaktaufnahme steht. Mich hats gewundert diesen als Argument eben für eine Kontaktaufnahme zu nehmen, aber immerhin zeigt er eine technische Möglichkeit auf, wenn auch eine sehr unpraktische.

  40. #40 jh.
    5. Januar 2015

    Würde eine intelligente Spezies bemannte Raumfahrt bzw. Radio-Kommunikation betreiben, würde sie sich auf das eigene Bezugssystem beschränken.

  41. #41 Daniel Koch
    5. Januar 2015

    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, dass man nach intelligentem außerirdischen Leben sucht.
    Gibt es überhaupt komplexe philosophische Abhandlungen darüber, welche sich – im Falle des Auffindens – mit den Konsequenzen auseinander setzen?
    Es gibt ja mehrere klassische Theorien… entweder die die Indianer-Story (höher entwickelte Spezies beutet niedere Spezies aus),
    die Theorie, dass anderes intelligentes Leben das Uniwersum auch nur nach Rohstoffen durchforstet –> wo wir wieder bei Ausbeute sind,
    oder die Idee, dass eine Zivilsation, die so hoch entwickelt ist, Krieg und Ausbeute überwunden haben.

    So interessant ich das Thema selber finde, aber ganz ehrlich? Die Menschen schaffen es nicht mal, auf dem eigenen Planten friedlich und vernünftig zu kommunizieren. Da will man eine andere Spezies dazu holen?

    Zudem stellt sich mir die Frage, wie denn die Kommunikation aussehen soll? Jegliche Kommunikation in eine Richtung würde schon Jahrtausende, wenn nicht Jahrmillionen dauern. Selbst wenn wir etwas “sehen” oder “hören” würden, wissen wir nicht, ob deren Quelle überhaupt noch existiert.

  42. #42 Dietmar
    5. Januar 2015

    @Daniel Koch: Aufgrund der Entfernungen wird daraus wohl kein Gespräch werden. Aber zu wissen, ob es technologisierte Welten außerhalb der unseren gibt, ist wertvoll.

  43. #43 Alderamin
    5. Januar 2015

    @Daniel Koch

    Es wäre bereits enorm aufschlussreich, nur zu wissen, dass es überhaupt in der Nähe andere intelligente Wesen gibt. Unsere Nachweismöglichkeiten für Leben außerhalb des Sonnensystems beschränken sich in absehbarer Zeit darauf, Biomarker im Spektrum von Planetenatmosphären zu suchen. Dabei kann man nach Sauerstoff und Methan suchen, die in Kombination selten auftreten sollten. Wenn sie auftreten, hat man wahrscheinlich eine Welt mit Leben gefunden, aber das kann ausschließlich einzelliges Leben sein. Intelligentes Leben würde man so nicht erkennen können (allenfalls an außerirdischer Luftverschmutzung, wenn man so feine Spurengase nachweisen könnte).

    Ansonsten bleibt nur das Horchen auf Signale als Nachweis für intelligentes Leben. Darauf antworten und eine Kommunikation beginnen ist ein ganz anderes Thema. Erstmal was finden.

  44. #44 Daniel Koch
    5. Januar 2015

    @Dietmar
    Mal abgesehen von der Erleuchtung “wir sind nicht allein”
    Was bringt uns diese Einsicht (abgesehen von religiösen und spirituellen Änderungen verschiedener Gruppen)?
    Die Tatsache, dass da wer ist, dessen Antwort-Dauer unsere Zivilisation überleben WIRD – was haben wir von dieser Erkenntnis?

  45. #45 krypto
    5. Januar 2015

    @Daniel#44:
    Deine “Tatsache” ist reine Spekulation.
    Und was uns wissenschaftliche Erkenntnisse alles bringen, zeigt meistens die Zukunft.

  46. #46 sverebom
    5. Januar 2015

    @Daniel Koch
    Eine Spezies, die den Kosmos so selbstverständlich bereist wie wir unsere kleine Welt bereisen, hat Zugriff auf quasi unerschöpfliche Rohstoffquellen voller hochgradig reiner Rohstoffe, die sich einfach abbauen lassen. Wenn also irgendwann Aliens bei uns anklopfen sollten, dann werden sie mit Sicherheit nicht unsere Rohstoffe haben wollen. Die können sie sich ganz einfach aus deutlich kleineres Himmelskörpern holen, ohne in den “Schwerkraftrog Erde” hinab steigen zu müssen.

    Was sonst könnten sie also von uns wollen? Die Erde natürlich! Aber wenn sie die Erde erreichen können, dann sind sie entweder in Lage, auf unbegrenzte Zeit zwischen den Sternen zu leben – in dem Fall wären sie gar nicht mehr auf Planeten angewiesen – oder sie können nahe oder jenseits der Lichtgeschwindigkeit durch den Kosmos reisen, und in dem Fall können sie einfach zur nächsten habitablen aber unbewohnten Welt reisen, anstatt mit uns Krieg um eine ausgebeutete und verseuchte Welt zu führen.

  47. #47 Andriool
    5. Januar 2015

    @Zhar#35 @Alderamin#37 Ihr habt schon recht, was die Erfolgswahrscheinlichkeit des Arecibo-Party-Gags angeht. Mir ging es eher um das, von H.Zaun angeführte S/N-Verhältnis der Signalintensität im Verhältnis zum Radiowellenspektrum unserer Sonne.

    @Alderamin#37 Aus Population III-Sternen …

    https://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/02/11/wie-primitiv-der-bisher-aelteste-bekannte-stern-wurde-gefunden/

    https://www.heise.de/tp/foren/S-Anmerkung-des-Autors/forum-274549/msg-24766072/read/)

    … hervorgegangenen Population-II-Sonnensystemen wird die Substanz-Vielfalt rund um die unterseeischen schwarzen Raucher in der Tat stark vermindert sein. Wenn ich an die wegfallende Vielfalt an Puffern, Komplexbildnern, Redoxpartnern, Polymerisaten und Cluster denke, hm, da fallen zwar die toxischen Verbindungen wie Kupfer und der Syntheseaufwand zu deren Nautralisation fort. Dafür sind viele Redoxhalbzell-Systeme nur bei ausreichender Akkumulierung der schweren Elemente möglich. Das bedeutet auch in einer einer, über Mg-gestützte Photosynthese dennoch entstandenen Suaerstoffwelt, dass die bei uns vorhandenen eisenhaltigen Quartärporteine (Hämerythrin, Hämoglobin wie Myoglobin oder das Cu-haltige Hämocyanin) zum Sauerstoff-Transport einmal von der Evolution zu ersetzen sind.

    Auch leitet Aluminium zwar Strom, doch ist der Mangel bzw. das Fehlen von magnetisierbaren Materialien doch recht unpraktisch bzw. dürfte das Entwickeln einer Theorie zum Elektromagnetismus stark behindern. Denn zum Senden und Empfangen von Signalen gingen immer noch Antennen aus Aluminium, das sich allerdings nicht einfach mal so löten lässt. Dazu ist ein Aufwand nötig, wie Audi dies an den Fahrgastzellen des A2 und des A8 demonstriert.

    Die Verhältnisse in Population III oder Population II Systemen sind also aus der Sicht der Notwendigkeiten für die Entwicklung einer komplexen Biochemie mitbestenfalls Spurengehalten an schweren Elementen – von der Schlagzahl an Experimenten in Sachen chemischer Evolution her gesehen – doch recht benachteiligt; einfach wegen der geringeren Anzahl an Redoxhalbzellen, was für die dortige Chemie die Bildung von Verbindungen mit hohem Energiegehalt bedeutete.

    Außerdem fehlt bei Planeten in solchen Systemen auch die Plattentektonik wegen dem Fehlen von radioaktiven Zerfallsprozessen im Planeteninneren. Dies bedeutet für möglicherweise entstandene Lagerstätten von Mineralien deren dauerhaften Abschluß von der Oberfläche.

    Grüße. A.

  48. #48 jh.
    5. Januar 2015

    Auch eine ausserirdische Zivilisation würde ihrem Naturell unterliegen und Interessen bezogen handeln.

  49. #49 Alderamin
    5. Januar 2015

    @Andriool

    Mir ging es eher um das, von H.Zaun angeführte S/N-Verhältnis der Signalintensität im Verhältnis zum Radiowellenspektrum unserer Sonne.

    Das ist eine Frage der Bandbreite. Je schmalbandiger das Signal, desto weniger Rauschen. Und desto weniger Bitrate. 10 Bits pro Sekunde sind natürlich sehr schmalbandig, daher der große Signal-Rausch-Abstand in Bezug auf die Interferenz der Sonne.

    … hervorgegangenen Population-II-Sonnensystemen wird die Substanz-Vielfalt rund um die unterseeischen schwarzen Raucher in der Tat stark vermindert sein.

    Die Frage ist, ob es da überhaupt Planeten mit festem Boden gibt, oder nur Gasriesen. Oder überhaupt Planeten (wenn Gasriesen, wie es aussieht, zur Entstehung zuerst mal einen festen Kern brauchen). Die Kugelsternhaufen sind 13 Milliarden Jahre alt und haben ihr gesamtes Gas verbraucht. Da gibt’s keine jüngeren Sterne mit mehr Metallen (bis auf ein paar Blue Stragglers).

    Und wie gesagt, die Sterne in einem Kugelhaufen stehen so dicht, dass nahe Begegnungen wahrscheinlich sind, die die Planeten aus dem System werfen können.

    Ich halte die Arecibo-Botschaft für einen PR-Gag. Zumal man ein Ziel ausgesucht hat, von dem man für lange keine Antwort bekommen würde, selbst wenn es da jemanden gäbe, der antworten würde.

  50. #50 Andriool
    5. Januar 2015

    @jh#48 Ob unter ihnen ein Geist sein würde, der ebenfalls das Äquivalent zu Luhmanns Lebenswerk “Theorie der Sozialen Systeme” erforscht und veröffentlicht hat?

    Da der geistige Impetus von Niklas Luhmann als auch Karl-Heinz von Foerster auf George Spencer Brown zurückzuführen ist, besteht über die Mathelogik berechtigte Hoffnung.

    https://catjects.wordpress.com/2013/04/02/george-spencer-brown-wird-90/

    Andererseits glaube ich, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Galaxie zwei raumfahrende Zivilisationen hervorbringt recht gering ist. Zumindestens sollte man nicht daran arbeiten, sondern eher erneuerbaren Energien, um zur Typ-II Zivilisation nach Kardaschow aufzusteigen.

  51. #51 Dietmar
    5. Januar 2015

    @Daniel Koch:

    was haben wir von dieser Erkenntnis?

    Das ist bereits die Erkenntnis. Reicht Dir das nicht? Warum? Warum muss alles einen “Zweck” haben und wer definiert ihn bzw. was ein zulässiger Zweck ist?

  52. #52 swage
    5. Januar 2015

    Hmm… da wir dieses Thema schon an anderen Stellen mehrfach totgedroschen haben, so möchte ich mich recht kurz fassen:

    Es wird dieser Tage eine menge über postbiologische Zivilisationen spekuliert. Es gibt allerdings noch eine andere Möglichkeit. Was wenn es sich um posttechnologische Zivilisationen handelt? Je ausgefeilter und kleiner Technologie wird, desto mehr verschwimmen die Unterscheidungspunkte zur Biologie. Man versuche abzuschätzen wie Technologie aussehen mag, die unserer Milliarden Jahre voraus ist. Ich wage zu behaupten wir wären nicht, bzw nur mit sehr großem Aufwand in der Lage diese als solche zu erkennen. Und achja… es ist sehr viel einfacher sehr viel kleiner Objekte zu bewegen…

  53. #53 jh.
    5. Januar 2015

    @Andriool#50
    Je höher die Lebenserwartung des Individums, desto größer der Fortschritt der Gemeinschaft. Je schwächer das Individuum, desto größer die Gemeinschaft und desto ausgeprägter der Sozialsinn. Raumfahrt nur als Erfordernis. Ob nun wirtschaftlich oder militärisch.

  54. #54 jh.
    5. Januar 2015

    @Andriool#50 Je höher die Lebenserwartung des Individums, desto größer der Fortschritt der Gemeinschaft. Je schwächer das Individuum, desto größer die Gemeinschaft und desto ausgeprägter der Sozialsinn. Raumfahrt nur als Erfordernis. Ob nun wirtschaftlich oder militärisch.

  55. #55 Andriool
    6. Januar 2015

    @jh.#53 Mit Individuum und Gemeinschaft sprichst Du das allerwichtigste Thema an.

    Was das Verhältnis von schwächere Individuuen und dem Sozialsinn angeht, musste ich leider erfahren, dass der Impetus im Geist sehr stark von den Umständen und von der Nettigkeit,, von Erwartungen und Gewohnheiten (Traditionen) der Menschen abhängt.

    In einer Wettbewerbs- und Leistungsgesellschaft werden Ältere, Geschwächte, Traumatisierte, Autisten oder Menschen mit Behindeungen, Erkrankungen, Phobien, Irritationen, Summtöne und so weiter enttäuscht und frustriert und verlieren den Anschluß. Der Wert der Zivilisation bemißt sich dann schließlich bei dem Umgang mit den Schwächsten. Von daher halte ich es von grundlegender Bedeutung, neben der Gründung von Sonderwirtschaftszonen für den Kopf ernsthaft gemeinte Projekte zu schaffen, denen sich die Menschen in ihrer Freizeit widmen können. Wer David Graeber “Schulden – die ersten 5000 Jahre” liest, wird der hohen Bedeutung der persönlichen Integrität zustimmen.

    Zum anderen Punkt von Dir: Was den Fortschritt der Gemeinschaft angeht, gibt es dazu ein unveröffentlichtes Essay von Asimov. https://www.technologyreview.com/view/531911/isaac-asimov-asks-how-do-people-get-new-ideas/

    Anfang Zitat “… In dem Essay geht Asimov der Frage nach, wie sich Kreativität am besten anregen lässt. Um neue Ideen zu generieren, brauche es in erster Linie Menschen, die Querverbindungen zwischen scheinbar unzusammenhängenden Informationen erkennen können. Dafür brauche es eine gewisse Verwegenheit und Exzentrik. „Einfach ein Spinner zu sein reicht allerdings nicht aus“, so Asimov.

    Solche Menschen entwickeln nach Ansicht von Asimov die besten Ideen, wenn man sie alleine lässt. „Die Anwesenheit anderer kann diesen Prozess nur stören, denn Kreativität ist auch peinlich“, schreibt er. „Auf jede gute Idee kommen 100 oder 10.000 blöde, die man lieber für sich behalten möchte.. …“ Ende Zitat Quelle https://www.heise.de/newsticker/meldung/Unveroeffentlichter-Asimov-Essay-entdeckt-2507769.html

    Deiner Meinung am Schluss stimme ich zu. Bemannte Raumfahrt aus dem Sonnensystem heraus ist völliger Nonsens und würde nur dann wichtig, wenn die Menschheit es schaffte, Tausende von Generationen stabil zu bleiben. Viel wichtiger ist die Regeneration der Erde nach der industriellen Revolution zum Aufstieg zur Typ-II-Zivilisation und im Rahmen dessen die Einbeziehung des Mondes und vielleicht auch noch der Asteroiden (sozusagen als Sport).

    Denn nach dem Abbau von Rohstoffen für PVA-Installationen und Radiowellenstationen im Orbit müsste das verbliebene taube Mondmaterial in ferner Zukunft dazu dienen, die Erde in einer Sphäre vor der immer aktiver werdenden Sonne abzuschirmen. Vielleicht hat dann bis dahin der Mars durch spontane (wie auch immer ) Schmelze des erstarrten inneren Materials sein Magnetfeld wieder zurückerhalten.

    Der Aufbruch von höheren Lebewesen mit Bewußtsein über die Grenzen des Sonnensystems wird auf jeden Fall Nonsens bleiben, da auf den interstellaren Strecken die Energieflüsse – von einem dreiwöchigen Supernova-Ausbruch von Beiteigeuze abgesehen – nicht ausreichen, um die lebenserhaltenden Systeme zu versorgen. Das bleibt nur zeitunempfindlichen Robotern vorbehalten, in denen die hochentwickelten Zivilisationen schlußendlich ihre Bestimmung finden werden. Ob diese Maschinen den Geist in irgendeiner Form konservieren können werden, wird sich zeigen müssen. Auf jeden Fall ist das Entstehen des Bewußtseins in der Natur ein Vorgang, der bei der Fragenach dem Sinn des Lebens schließlich über die Selbstreferentialität zu diesen oben skizzierten Zielvorstellungen gelangen müsste.

    Ich hoffe, es hat gefallen … ich werde mich von nun an wieder mit Posts zurückhalten, da vorläufig nun alles gesagt ist. Gruß. A.

  56. #56 emreee
    6. Januar 2015

    In meinen Augen spielt der Zeitfaktor eine erhebliche rolle . Nicht nur im Bezug auf schon vergangene Außerirdischen Kulturen -sofern es natürlich je gegeben hat – sondern im Bezug darauf wie lange eine Intelligente Spezies braucht um bewusst wie wir Signale auszusenden .Es gibt so viele theoretische Möglichkeiten die es zu erdenken gibt, die eine rolle spielen oder gespielt haben . Wie verläuft zb der verlauf einer Entwicklung, wenn es nicht eine intelligente Spezies gibt auf einem Planeten, sondern mehrere ? Hätte den unser verlauf den weg eingenommen, wenn neben uns auch die Neandertaler und die Denisova menschen co existiert hätten ?

  57. #57 emreee
    6. Januar 2015

    Klasse text Alderamin .
    Ein Einspruch hätte ich allerdings .
    Die Untersuchungen in den letzen Jahren im Bezug auf die Neanderthaler deuten darauf hin, dass die Neanderthaler doch klüger waren, als man es annahm . Neanderthalern waren wohl die ersten Lebewesen die bewusst Kleidung hergestellt haben , desweiteren deuten Grabbeilagen und Schmuckstücke auf eine hohe Intelligenz hin .

  58. #58 Hoffmann
    6. Januar 2015

    @ Daniel Koch:

    Gibt es überhaupt komplexe philosophische Abhandlungen darüber, welche sich – im Falle des Auffindens – mit den Konsequenzen auseinander setzen?

    Ja, gibt es:

    https://www.igpp.de/german/eks/Presseinformation-Menschen-und-Aliens.pdf

    https://www.heise.de/tp/artikel/15/15651/1.html

    Aber ob es stimmt?

  59. #59 Alderamin
    6. Januar 2015

    @emree

    Ich hab’ doch gar nichts über Neandertaler geschrieben. Ich hatte eher die Linie Ardi – Australopithecus afarensis – Homo erectus – Homo sapiens im Sinn, und da ging’s mit der Intelligenz stetig bergauf.

    Wie verläuft zb der verlauf einer Entwicklung, wenn es nicht eine intelligente Spezies gibt auf einem Planeten, sondern mehrere ?

    So einen ähnlichen Fall hatten wir ja auf der Erde dadurch, dass verschiedene Kulturen lange geografisch getrennt waren, etwa die amerikanischen Ureinwohner von den Europäern. Die fortgeschrittene Kultur hat die weniger fortgeschrittene hinweggefegt und die Menschen, so sie nicht getötet wurden, assimiliert (Südamerika) oder in Reservate gesteckt. Im Kampf um Ressourcen setzt sich die fortgeschrittenere Art durch. War vielleicht beim Aussterben des Neandertalers ähnlich. Ich glaube, in der Altsteinzeit gab’s sogar mal eine Phase mit 4 parallel lebenden Menschenarten, die auch noch alle in Afrika lebten. Da gab es sicherlich auch Konkurrenz und Verdrängung.

    Wir haben unter Menschen weit verbreitet Rassismus. Wenn es mehrere intelligente Arten gäbe, wäre die Abgrenzung zwischen diesen vermutlich noch größer. Die eine Art würde die andere vermutlich unterwerfen und ihre Rechte stark einschränken. Mehr oder weniger würden sie wie eine Mischung aus Sklaven und Tieren behandelt, denke ich.

  60. #60 Spritkopf
    6. Januar 2015

    @Hoffmann
    Den Artikel von Schetsche finde ich schon ziemlich grenzwertig. SETI als High-Risk-Forschung zu bezeichnen, also zu implizieren, dass ihre Ergebnisse ein hohes Gefährdungspotential beinhalten würden, ist nach meinem Dafürhalten logisch äußerst schwach.

    Wann tritt denn diese Gefährdung ein, von der Schetsche schreibt? In dem Moment, wo die Menschheit unausweichlich mit einem direkten Kontakt zu einer außerirdischen (und möglicherweise technisch weit überlegenen) Zivilisation konfrontiert wird. Dies ist aber nicht, was SETI ausmacht. SETI ist erstmal nur die Suche nach Signalen nicht-natürlichen Ursprungs und nicht die Kontaktaufnahme selbst.

    Ganz im Gegenteil. Gäbe es einen Planeten mit einer technisch fortgeschrittenen Zivilisation in unmittelbarer Nähe – wobei “unmittelbare Nähe” relativ zu verstehen ist (500 LJ sind zwar nach kosmischen Maßstäben nah, aber immer noch eine Entfernung, die sich für unsere Kommunikations- und Transportmittel höchst sperrig gestaltet) – dann verschafft uns SETI ein Bedenkzeitpolster. Wir könnten die Implikationen einer Kontaktaufnahme ausgiebig diskutieren und uns Strategien überlegen, anstatt dass Aliens plötzlich und unvorbereitet bei uns auf der Matte stehen.

    Schetsche hält schon das Wissen darum, dass es außerirdische Zivilisationen in unserer Nähe geben könnte, für gefährlich. Dies begründet er indes mit Szenarien, in denen er von einem direkten Kontakt auf der Erde oder im Erdorbit ausgeht, also genau dem Fall, dass die Aliens schon vor unserer Haustür stehen, was meiner Ansicht nach eine unzulässige Vermischung von zwei unterschiedlichen Ebenen darstellt.

    Am meisten aber stößt mir bei seinem Artikel auf, dass er befürwortet, etwaige Entdeckungen im Rahmen von SETI geheimzuhalten. Eine solche Vorgehensweise würde die gerade in diesem Falle dringend notwendige Debatte schwerstens behindern, sie würde das öffentliche Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen steigern und Verschwörungstheorien befeuern und sie hätte auch nichts mehr mit wissenschaftlicher Freiheit und Methodik zu tun.

    Dass solcher Humbug auf dem Mist eines Politologen und Soziologen gedeiht, der selber in der Forschung tätig ist, macht mir ehrlich gestanden Angst.

  61. #61 Hoffmann
    6. Januar 2015

    @ Spritkopf:

    Na ja, also Angst macht mir das nicht. Es ist ein schönes Beispiel dafür, dass auch gestandene Akademiker in der Lage sind, einen kapitalen Bock zu schießen, wenn sie sich ein wenig weit aus dem Rahmen ihres sonst üblichen Forschungsgebietes herauslehnen. Deshalb hatte ich ja gefragt, ob das wohl auch so stimmen mag, was der Herr Schetsche so geschrieben hatte … 😉

  62. #62 emreee
    6. Januar 2015

    Mein Einwand war nicht präzise genug, sorry .Du hast in diesem einem text hervorragend die Evolution erklärt gehabt, ich wollte dahingehend den Neanderthaler in deinem text ergänzen, weil es aus meiner Sicht relevant ist . Die beiden Spezies haben ja tatsächlich nebeneinander existiert und es gibt sogar belege dafür, das sie sich vermehrt haben . In meinen Gedankenexpriment stelle ich mir dir durchaus die berechtigte frage, inwieweit ein fortlaufendes co existieren die jeweilige Entwicklung beeinflusst hätte.Ich gehe davon aus, dass es in einigen Versionen dazu geführt, dass die intelligenten wesen sich gegenseitig matt gesetzt hätten und aus unsere Sicht deren Entwicklung stagnierend wirken würde bzw sehr langsam voranschreiten würde. Vielleicht so langsam, dass die jeweiligen Spezies durch “Naturereignisse” ausgestorben sind.

  63. #63 tina
    6. Januar 2015

    Der Artikel ist meiner Meinung nach nicht nur schlecht. Er arbeitet eigentlich ziemlich gut die massenpsychologischen Folgen eines Erstkontaktes auf der Erde oder in unmittelbarer Nähe der Erde heraus. Der Argumentation kann man soweit gut folgen.

    Die Schlussfolgerungen im letzten Teil kann ich allerdings auch nicht teilen. Gerade weil ein so großer Unterschied zwischen dem Entdecken eines Signals aus großer Ferne und einem Alienauftritt auf der Erde besteht – den er ja zuvor auch herausgearbeitet hatte – sollte man diese beiden Ereignisse und ihre möglichen Folgen in der Analyse auch weiterhin schön sauber voneinander trennen. Warum dann am Ende des Artikel doch alles in einen Topf geworfen wird?
    Vielleicht ist das im Buch sauberer dargestellt als in dem Artikel – weiss ich aber nicht, da ich das Buch nicht gelesen habe.

  64. #64 Alderamin
    6. Januar 2015

    @emree

    Wenn beide Arten um die gleichen Ressourcen konkurrieren, wird die eine die andere über kurz oder lang verdrängen. Wahrscheinlich war das bei den Neandertalern schon so. Die müssen nicht durch direkte Konfrontation ausgerottet worden sein (dafür existierten sie zu lange parallel), sondern eher dadurch, dass Homo sapiens mehr Nachkommen hatte und dieverfügbaren Ressourcen stärker beanspruchte, wodurch sich der Lebensraum der Neandertaler verkleinerte. Trotz gelegentlicher Vermischung scheinen die beiden Arten ja nicht komplett ineinander aufgegangen zu sein, also haben sie sich wohl meistens gemieden. Dann verdrängt natürlich eine wachsende Sapiens-Population die Neandertaler allmählich.

    Koexistenz ist eigentlich nur denkbar, wenn kein Ressourcenwettbewerb besteht. Bei uns im Wald gibt es Rehe und Hirsche, Kaninchen und Eichhörnchen. Aber ganz wenige Wölfe, Luchse und Bären. Aus eben jenem Grund. Vegetarische Intelligenzen halte ich mit obengenannten Argumenten allerdings für eher unwahrscheinlich.

  65. #65 Gerrit
    6. Januar 2015

    @emreee: Unter welchen Umständen würdest du erwarten, dass die Koexistenz von zwei intelligenten Spezies dazu führt, dass ihre Entwicklung zu einer technologischen Zivilisation stagniert?

  66. #66 sverebom
    6. Januar 2015

    @Aldemarin
    Und ein Ressourcen-Wettbewerb wird zwischen interstellaren Zivilisationen auch nicht statt finden. Warum auch? Eine Zivilisation, die es bis in den stellaren oder interstellaren Raum geschafft hat, lebt im Schlaraffenland und hat einfachen Zugriff auf unerschöpfliche Ressourcen höchster Güte. Keine interstellare Zivilisation wird sich noch mit Rohstoffen aufhalten, die erst aus dem Schwerefeld eines Planeten heraus geholt werden müssen.

  67. #67 tina
    6. Januar 2015

    Ich vergaß: Mein letzter Post bezog sich auf den Artikel von Schetsche und war an:
    @Hoffmann
    @Spritkopf
    gerichtet. Schusselig heute 🙂

  68. #68 jh.
    6. Januar 2015

    Der Fortschritt setzt Zeit für Kreativität voraus. Der Neandertaler z.B. hatte auf Grund der ständigen Nahrungssuche, einfach keine Zeit für Kreativität. Es ging nur um das blanke Überleben. Die Lebenserwartung war bei ihm dementsprechend gering. Bei ihm gab über einem Zeitraum von ca. 250.000 Jahre kein Fortschritt.

  69. #69 jh.
    6. Januar 2015

    @Andrioll Unterwirft sich eine Gesellschaft ihrem Wirtschaftssystem ist auch der Sozialsinn dementsprechend ausgerichtet. Eine Beurteilung des Individuums nach Qualität und Ausschuss. Dementsprechend Auslese.

  70. #70 Alderamin
    6. Januar 2015

    @sverebom

    Bei emree #56 ging es um die Frage der Koexistenz zweier intelligenter Arten auf dem gleichen Planeten.

    Interstellar köme es zur Konkurrenz, wenn eine andere Zivilisation auf einem bereits bewohnten Planeten ankommt und sich dort niederlassen will. Weil der Aufwand für interstellare Raumfahrt so groß ist, dass man wohl nicht unverrrichteter Dinge einfach weiter flöge.

    Die Möglichkeit, dass die andere Welt bereits bewohnt ist, würde sicherlich in Betracht gezogen werden. Entweder findet man das vorher heraus und fliegt gleich woanders hin. Oder man löst das Problem auf andere Weise.

  71. #71 swage
    6. Januar 2015

    Zwei Von Neumann Maschinen gehen in eine Bar. Das eine meint: “in Abwesenheit jedwedes Beweises für Von Neumann Maschinen in der Galaxis ist es sicher das es keine technologisch hochentwickelten Zivilisationen außer uns uns gibt”. Fragt das andere: “Was ist eine Von Neumann Maschine?”

  72. #72 Rubeus Schmidt
    https://twitter.com/rubeusschmidt
    6. Januar 2015

    @TSK: “Da wir inzwischen sehr vielgestaltige Planetensysteme kennengelernt haben, ist die Entstehung von Leben (jetzt nicht intelligentes !) in der Milchstraße praktisch sicher.”

    Aus der Existenz vieler Planeten folgt allerdings nicht, dass überall dort Leben entstehen muss, wo Leben entstehen kann. Solange wir nicht mehr als einen Datenpunkt machen können, ist diese Aussage zwar verlockend, aber durch keinerlei Daten gestützt…

    @Florian Freistetter
    Meinst Du mit einem Datenpunkt unsere Erde?
    Ich finde wenn man sich anschaut das es einige Massenaussterben (siehe WP) in der Geschichte dieses Planeten gegeben hat, und das Leben sich immer wieder ausgebreitet hat und (Nahrungs-)Nischen besetzt hat, dann kann man nur schwer davon ausgehen das das auf einem “Schwesterplanten” nicht der Fall sein soll.
    Wenn die Bedingungen ähnlich denen dieses Planeten sind (habitable Zone, flüssiges Wasser, Achsneigung, Mond(e), etc.) ist die Entstehung von (nicht intelligentem) Leben für mein dafürhalten unausweichlich.

  73. #73 Hoffmann
    6. Januar 2015

    Dein Einwand besagt lediglich, dass Leben – wenn es einmal entstanden und sich als Biosphäre etabliert hat – schwer wieder auszurotten ist. Der Punkt ist jedoch, dass Leben zunächst einmal entstehen muss. Und da haben wir keinerlei Daten, wie, unter welchen Bedingungen und wie oft das geschieht.

  74. #74 Rubeus Schmidt
    6. Januar 2015

    @Hoffmann Okay, point taken.

  75. #75 Gerrit
    6. Januar 2015

    Wenn die Bedingungen ähnlich denen dieses Planeten sind (habitable Zone, flüssiges Wasser, Achsneigung, Mond(e), etc.) ist die Entstehung von (nicht intelligentem) Leben für mein dafürhalten unausweichlich.
    Genau dieses “et cetera” ist doch das Problem. Wir kennen diese extra Bedingungen nicht und wissen daher auch nicht wie Wahrscheinlich sie sind.

  76. #76 Michael J. Hußmann
    Hamburg
    6. Januar 2015

    Warum sollten zwei intelligente Populationen eine Tendenz haben, sich gegenseitig auszurotten oder zu verdrängen?

    Generell finden wir in der Natur doch vielfältige Beispiele für friedliche Koexistenz verschiedener Arten. Wir haben eine Vielzahl von Fleisch- wie Pflanzenfresser, die sich derselben Ressourcen bedienen, aber seit langer Zeit parallel bestehen. In der Savanne grasen nicht nur Elefanten unmittelbar neben Giraffen, weil die einen Gras, die anderen dagegen Blätter bevorzugen, sondern wir finden auch gemeinsame Herden von Gazellen, Antilopen und Zebras, die mehr oder weniger die gleiche Nahrung bevorzugen. Der springende Punkt ist: Es ist genug für alle da, und dafür, dass sich dies nicht ändert, sorgen Löwen etc., die die Populationen der Pflanzenfresser begrenzen.

    Den Neandertaler haben wir vermutlich nicht ausgerottet, zumal wir manche seiner Gene in uns tragen; als eigenständige Art dürfte er allerdings tatsächlich in der Konkurrenz um die gleichen Ressourcen unterlegen. So wie sich ja auch in Europa die laktose-toleranten Populationen durchgesetzt haben – sicherlich ohne die Laktose-Intoleranten gezielt auszurotten; es genügte, dass mehr der laktose-toleranten Nachkommen überlebten.

    Ausrottung gab und gibt es natürlich auch; so wurde ja ansatzweise versucht, die amerikanischen und australischen Ureinwohner auszurotten, mit denen Siedler um das Land konkurrierten.

    Mir fällt es allerdings schwer, mir Wesen mit einer so hochentwickelten Technologie vorzustellen, dass ihnen das Weltall (sagen wir mal: nennenswerte Teile einer Galaxie) offen stehen, und die dann just die Konfrontation mit einer anderen Zivilisation suchen. Das Weltall ist voller Ressourcen, und wenn man so billig Raumfahrt treiben kann, dass man nicht mehr auf den Heimatplaneten angewiesen ist, dürfte es keinen Mangel mehr geben. Wobei eigentlich zu erwarten wäre, dass weiter entwickelte Technologien eher mit weniger (neuen) Ressourcen auskommen. Es wäre ja beispielsweise weit billiger, Seltene Erden aus Elektronikschrott zu gewinnen, als solche Mineralien auf anderen Himmelskörpern abzubauen. Wir müssen auch nicht damit rechnen, dass sich eine intelligente Spezies in der Abwesenheit von Fressfeinden ungebremst immer weiter vermehrt und schon deshalb immer neue Welten besiedeln muss; die Erfahrungen, die wir hier auf der Erde machen, sprechen eher dafür, dass mit dem zivilisatorischen und technologischen Fortschritt eine Verringerung der Geburtenrate einher geht.

    Und dann ist da noch ein Punkt: Verschiedene Arten, die um dieselben Ressourcen konkurrieren, können sich zwar in begrenztem Maße gegenseitig nutzen (eben deshalb bilden die Pflanzenfresser der afrikanischen Savanne quasi gemeinsame Herden), aber wenn es sich um intelligente Wesen mit der Fähigkeit zur Kommunikation handelt, gäbe es dazu noch viel reichhaltigere Möglichkeiten, die zwischen einer Kooperation bis zu einem fruchtbaren Wettbewerb reichen können.

  77. #77 Alderamin
    6. Januar 2015

    @Michael J. Hußmann

    In der Savanne grasen nicht nur Elefanten unmittelbar neben Giraffen, weil die einen Gras, die anderen dagegen Blätter bevorzugen, sondern wir finden auch gemeinsame Herden von Gazellen, Antilopen und Zebras, die mehr oder weniger die gleiche Nahrung bevorzugen.

    Da gibt’s Raubtiere, die die Populationen klein halten. Ansonsten würden sie sich vermehren und die Ressourcen maximalst ausnutzen, und die darin erfolgreichste Art würde die anderen verdrängen.

    Bei intelligenten Spezies wird es irgendwann keine Fressfeinde mehr geben, die die Populationen beeinflussen können. Solange diese wachsen, werden sie dann in Konkurrenz sein.

    Den Neandertaler haben wir vermutlich nicht ausgerottet, zumal wir manche seiner Gene in uns tragen;

    Wenn ein Gen einmal eingekreuzt ist und einen Überlebensvorteil bringt (z.b. helle Haut im dunklen Europa), dann vermehrt es sich auch ohne permanente Vermischung weiter in der neuen Population. Wie gesagt dürften die Neandertaler nicht in den heutigen Menschen aufgegangen sein, dafür haben wir auch zu wenig Neandertaler-Gene in uns. Da sie nach langem erfolgreichen Überleben in Europa (länger als es Sapiens gibt) relativ schnell nach unserer Ankunft in Europa verschwanden, dürfte ein Zusammenhang bestehen. Wie gesagt, das muss nicht kämpfenderweise gewesen sein, aber bei der Konkurrenz um Jagdwild oder einfach in der Vermehrungsrate waren wir ihnen vielleicht überlegen, und die Ressourcen waren damals knapp bemessen, es konnten nur ein paar hunderttausend Menschen in ganz Europa als Jäger und Sammler existieren.

    Mir fällt es allerdings schwer, mir Wesen mit einer so hochentwickelten Technologie vorzustellen, dass ihnen das Weltall (sagen wir mal: nennenswerte Teile einer Galaxie) offen stehen, und die dann just die Konfrontation mit einer anderen Zivilisation suchen.

    Sag’ das Putin… 🙁 Im Ernst, oben sagte ich “wenn eine andere Zivilisation auf einem bereits bewohnten Planeten ankommt und sich dort niederlassen will”. Das würde natürlich nur auf expansive Zivilisationen zutreffen, die eine knappe Ressource von bewohnbaren Planeten “konsumiert” (was beim Fermi-Paradox ja angenommen wird). Solange genug Raum für alle da ist oder man sich nur auf die Ferne “hallo” zuruft, ist die Situation natürlich eine andere.

    Wobei eigentlich zu erwarten wäre, dass weiter entwickelte Technologien eher mit weniger (neuen) Ressourcen auskommen.

    Nur, solange die Zivilisationen nicht weiter wachsen. Energie wird indes immer verbraucht werden (nun gut, davon gibt’s im All genug).

    Wir müssen auch nicht damit rechnen, dass sich eine intelligente Spezies in der Abwesenheit von Fressfeinden ungebremst immer weiter vermehrt und schon deshalb immer neue Welten besiedeln muss; die Erfahrungen, die wir hier auf der Erde machen, sprechen eher dafür, dass mit dem zivilisatorischen und technologischen Fortschritt eine Verringerung der Geburtenrate einher geht.

    Na ja, das ist bei den Menschen so, weil sie den Kinderwunsch hinter die Karriere und andere persönliche Beweggründe zurückstellen. Muss aber nicht überall so sein (dieser Fall dürfte im irdischen Tierreich jedenfalls ziemlich einmalig sein).

  78. #78 emreee
    6. Januar 2015

    @Gerrit
    Aus unserer Sicht gesehen stagnierend, meinte ich .
    Ich sollte mich besser ausdrücken, dann kommt es nicht zu den Missverständnissen . Ich meine damit nicht die Intelligenz als solches, sondern die Rahmenbedingungen für eine Hochtechnologische Zivilisation . Wenn wir unsere technologische Entwicklung als Maßstab nehmen- die wir natürlich nicht außerhalb von verschiedensten sich wechselwirkenden Faktoren ausmachen können – stellen wir fest, dass die Menschheit in den letzen 200 Jahren technologisch schneller vorangekommen sind, als die 2000 Jahre davor. Die frage ist, ob durch das Koexistieren von verschiedensten Intelligenten wesen auf einem Planeten – was ja auf verschiedenster art und Intensität beruhen kann – diesen punkt verhindert wurde oder wird . In meinen Vorstellungen ist es im übrigen genauso möglich, dass die jeweiligen Intelligenten wesen aufgrund ihrer friedfertigen Koexistenz gar nicht das Bedürfnis haben sich technologisch zu entwickeln . In die verkehrte Richtung musst man nämlich die frage ebenfalls erlaubt sein und zwar inwieweit kriegerische Handlungen technologische Bestrebungen vorangetrieben haben und ob Zivilisationen, die diese Ader nicht haben überhaupt einen sinn darin sehen besonders den Fokus auf Technologie zu richten und wenn sie ihn richten ob dieser Technologíscher Fokus auf bestimmte bereiche begrenzt ist . Aus meiner bescheidenen Sicht heraus, sage ich, dass es einfach zu viele Faktoren gibt, deren Wahrscheinlichkeit wir nicht messen können und so viele Interaktionsmöglichkeiten die wir wahrscheinlich nicht mal erahnen können . @Alderamin als eines deiner größten Fans hier, muss ich dir zt widersprechen . Unsere Kulturelle/Zivilisatorische Entwicklung ist ja nicht linear verlaufen, sondern war gebunden an Rahmenbedingungen und Entdeckungen. Wenn wir uns unsere Historie genauer anschauen, dann sind viele unsere Völker, die der jeweiligen zeit voraus waren untergegangen, OHNE ihr wissen an andere vermitteln zu können Es bedurfte eine menge an völkern damit ein teil dieses wissen weitervermittelt werden konnte, wenn hier eine zweite Spezies am Werk ist, kann dieses Gebilde zerbrechen unter bestimmten Bedingungen . Stell dir als Gedankenexperiment die zeit vor, wo die ersten menschen anfingen Tiere zu domestizieren und pflanzen nutzbar gemacht haben . Stell dir vor beide oder mehrere (noch schlimmer ) Spezies hätten genau dieses Stadium erreicht, dann würde dein Argument im Bezug auf Verdrängung so nicht funktionieren, vor allem dann nicht, wenn zwar in der Schnittmenge beide um gleiche Ressourcen konkurrieren, dennoch vielleicht einer der beiden Spezies zusätzlich Nischen in Anspruch nehmen kann , die es dieser Spezies erlaubt dort einen Rückzug anzutreten .

  79. #79 Darth Ewok
    6. Januar 2015

    @Florian / #21
    … ein rein chronologisch sortiertes forum ist nicht gut zur diskussion geeignet, wenn man mal längere zeit nicht am computer hängt 🙁

    selbstverständlich denke ich anthropozentriert. ich kann mir eine alien-denkweise nicht im entferntesten vorstellen, weil ich nichts anderes kenne. glücklicherweise bin ich mir aber zumindest darüber bewusst, dass es auch was anderes geben kann.

    aber zum eigentlichen thema: bereits der nachweis eines sehr primitiven bakteriums, das nicht von der erde stammt, wäre eine absolute sensation. trotzdem sind “intelligente” spezies interessanter, weil man mit denen eher über weite strecken kommunizieren kann als mit bakterien. das universum kann natürlich mit planeten übersäht sein, auf denen rein vegetatives leben existiert – nur haben wir da halt wenig chancen, dieses leben anders als durch einen direkten besuch zu entdecken. klar – es gibt auch indirekte nachweise von leben, aber ein eindeutiges signal z.b. per funk ist für uns einfacher zu entdecken. daher eben die frage nach intelligentem leben.

  80. #80 Darth Ewok
    6. Januar 2015

    @sverebom / # 22

    gibt es da nähere hintergrundinfos zu der abschätzung, dass intelligentes leben erst seit 5 mrd jahren entstehen kann? würde mich interessieren.

    dass mit den 10 mrd jahren, die nur noch leben existieren kann, kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. schwere elemente müssten doch ständig in supernovae nachproduziert werden. damit auch planeten mit “heissem” kern. oder geht man davon aus, dass in 10 mrd jahren keine ausreichend grossen sterne mehr entstehen können, die schwere elemente produzieren können?

    das mit der plattentektonik ist mir auch nicht ganz klar – v.a. warum das eine voraussetzung für leben sein soll. auch da – gibt es da hintergrundinfos? immerhin lernt man ja nie aus…

  81. #81 Frantischek
    7. Januar 2015

    Plattentektonik war/ist nach den momentan wahrscheinlichsten Theorien nötig um 1. frische Nährstoffe nachzuliefern und 2. hat sie eine große Wirkung auf das Klima.
    Auch der Carbonat Silicat Zyklus läuft nicht ohne Plattentektonik.

    In der Entstehungszeit der Atmosphäre würden Planeten ohne Plattentektonik mit sehr großer Wahrscheinlichkeit entweder ein Schneeball oder ein höllisch heißes Treibhaus werden. Zumindest soweit ich das verstanden habe.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Carbonat-Silicat-Zyklus
    In diesem Blog wird darauf näher eingegangen:
    https://totewelten.wordpress.com/
    Gleich im obersten Artikel “Kann es Leben auf Europa geben?” Findest du einiges dazu.

    Zum habitablen Alter des Universums kannst du z.B. da schauen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Habitable_Zone#Kosmisches_habitables_Alter
    Eingehender:
    https://adsabs.harvard.edu/abs/2005OLEB…35..555G

  82. #82 Frantischek
    7. Januar 2015

    Oha. Link versemmelt.
    Hier noch einmal, der sollte funzen:
    https://arxiv.org/abs/astro-ph/0503298

  83. #83 Alderamin
    7. Januar 2015

    @emreee

    Stell dir als Gedankenexperiment die zeit vor, wo die ersten menschen anfingen Tiere zu domestizieren und pflanzen nutzbar gemacht haben . Stell dir vor beide oder mehrere (noch schlimmer ) Spezies hätten genau dieses Stadium erreicht, dann würde dein Argument im Bezug auf Verdrängung so nicht funktionieren, vor allem dann nicht, wenn zwar in der Schnittmenge beide um gleiche Ressourcen konkurrieren, dennoch vielleicht einer der beiden Spezies zusätzlich Nischen in Anspruch nehmen kann , die es dieser Spezies erlaubt dort einen Rückzug anzutreten .

    Meine Beschreibung zur Verdrängung bezieht sich eher auf die Entwicklungsgeschichte, wenn sich beide Arten nebeneinander entwickelten; angenommen, die beiden Arten lebten auf weit getrennten Kontinenten und hätten zufällig die Technologiestufe erreicht, die ihnen erstmals ein Zusammentreffen ermöglicht. Dann hätte man eine Situation wie bei Dir beschrieben.

    Technologische Zivilisation konkurrieren um
    – Rohstoffe
    – Nahrungsquellen
    – Lebensraum
    – die Vorherrschaft

    Im Prinzip tun wir das ja schon als Nationen untereinander. Gut, Nationen koexistieren, aber nicht konfliktfrei, und wir sind alle von der gleichen biologischen Art. Versuche, andere Völker in das eigene Herrschaftsgebiet einzugliedern und zu unterwerfen, gab es immer schon und gibt es heute noch. Wenn es eine Artengrenze und eine kleine Differenz in der militärischen Fähigkeit, dann ist die Chance groß, dass die eine Art die andere unterwirft, weil das Mitgefühl mit einer anderen Art nunmal nicht so ausgeprägt ist, wie mit der eigenen (Du darfst Tiere nicht grundlos töten, bekommst aber auch keine 15 Jahre und mehr Haft, wenn Du’s doch tust). Die Angst, von den anderen dominiert zu werden, wäre vermutlich groß genug, um diese dann lieber selbst zu dominieren. Zumindest, wenn eine der Arten eine ähnliche Mentalität hat wie der Mensch. Inwieweit dies eine Voraussetzung zur Erreichung der Technologiestufe ist, ist wieder ein anderes Thema.

  84. #84 Michael J. Hußmann
    Hamburg
    7. Januar 2015

    @Alderamin: „Gut, Nationen koexistieren, aber nicht konfliktfrei, und wir sind alle von der gleichen biologischen Art. Versuche, andere Völker in das eigene Herrschaftsgebiet einzugliedern und zu unterwerfen, gab es immer schon und gibt es heute noch.“

    Die historische Entwicklung geht aber durchaus in die Richtung eines friedlicheren Umgangs, auch weil sich die Einsicht langsam durchsetzt, dass Kooperation selbst dann, wenn man wirtschaftlich konkurriert, mehr bringt als die Auslöschung oder auch nur Unterwerfung des Anderen. Und das passiert auf allen Ebenen der gesellschaftlichen Organisation: Gewalt ist auf dem Rückzug, auch wenn die Schlagzeilen der Tagespresse oft etwas anderes suggerieren (für diese Theorie argumentiert Steven Pinker in „Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit“, und ich finde seine Darstellung überzeugend).

  85. #85 Darth Ewok
    8. Januar 2015

    @frantischek
    danke schon mal für die links. da werd’ ich dann mal reinlesen…

  86. #86 emreee
    11. Januar 2015

    😀 …. Eure Argumente wirken auf mich fundierter, als meine eigenen . Somit revidiere ich meine Ansicht und muss meine Überlegungen neu konstruieren .

  87. #88 Ralf Katj
    Deutschland
    21. Juni 2015

    Meine Frage wäre: Sind wir denn selber in der Lage fremde Sonnensystem zu kolonisieren? Bei Reisezeiten von tausenden oder zehntausenden Jahren? Und gibt es wirklich so viele bewohnbare Planeten, sind sie nicht extrem rar? Also weit entfernt? Und wird unsere “Zivilisation” nicht Genauso schnell untergehen wie sie entstanden ist. Ist unsere Zivilisation nicht nur ein kurzes Aufblitzen in einer unendlichen Dunkelheit? Wir verbrauchen unsere Ressourcen schneller als sie sich regenerieren können, also sind wir automatisch dem Untergang geweiht.

  88. #89 T
    21. Juni 2015

    @ Ralf
    Zu deiner ersten Frage: Nein, sind wir nicht und wir werden es aller Wahrscheinlichkeit nach auch nie sein. Zu deiner zweiten Frage: Ja, sie sind extrem rar, jedenfalls in unserer näheren Umgebung. Das macht es noch unwahrscheinlicher, dass wir jemals mit Aliens in Kontakt treten können. Bereitet dir das Sorge? Wohl eher nicht.
    Aber dies hier offenbar schon: “Und wird unsere ‘Zivilisation’ nicht Genauso schnell untergehen wie sie entstanden ist.” – Wie kommst du darauf? Ja, wir verbrauchen unsere Ressourcen zu schnell, daraus aber abzuleiten, die Menschheit sei ‘automatisch’ dem ‘Untergang’ geweiht, das ist, mit Verlaub, eine sehr unreife und hysterische Sicht, die ausschließlich religiösen Fanatikern und Pubertierenden gut steht.
    Schau dir doch bitte mal diese Seite an: https://www.spiegel.de/quiztool/quiztool-62775.html
    Probiere es aus und du wirst feststellen, dass deine Ängste mit der Realität nicht übereinstimmen. Es ist eine Tatsache, dass nicht alles immer schlechter wird. Manche Menschen wollen das aber nicht hören, weil sie einen Vorteil daraus ziehen, Angst zu verbreiten. Und besonders Kinder und Jugendliche neigen zu sog. ‘Angstlust’, also dem Spaß am Gruseln. Was bei dir der Fall ist, weiß ich nicht, aber ich rate dir, dich richtigen Problemen zuzuwenden. Wenn du dir tatsächlich Sorgen um die Menschheit machst, dann informiere dich über den Klimawandel und werde politisch aktiv!

  89. #90 bikerdet
    21. Juni 2015

    @ Ralf Katj :
    Nun, aktuell sind wir noch nicht in der Lage andere Planeten zu besiedeln. Aber wie lange das so bleibt hängt u.A. davon ab wie man die Besiedelung versteht.
    Es gibt ja zwei große Möglichkeiten. Zum einen das ‘Terraforming’ eines Planeten oder die Anpassung des (menschlichen) Genoms an die Umwelt eines Planeten.

    Aktuell versuchen wir uns ja am unbewohnbarmachen unseres Planeten, aber zumindest theoretisch könnten wir mit der CO2-Verseuchung den Mars ‘bewohnbarer’ machen. Am Ende fehlt immer noch das Magnetfeld um die Siedler vor der kosmischen bzw. Sonnenstrahlung zu schützen. Aber darüber kann man sich ja noch Gedanken machen. Am Mars würden wir mind. 150 Jahre brauchen um die Bedingungen für pflanzliches Wachstum zu schaffen. Sauerstoff (und damit Ozon) würde danach von alleine entstehen.

    Schneller ginge es mit der Genomanpassung. Die ist am Menschen z.Zt. verboten. Dafür gibt es auch gute Gründe. Die müssen aber nicht für immer und überall gelten. Aber man könnte ja z.B. damit anfangen die Strahlungsresistens einiger Insekten auf Pfanzen und andere Tiere zu übertragen.

    Wenn man sich die extremophilen Lebewesen auf der Erde ansieht, würde das gute Chancen bieten andere Planeten zu besiedeln. Warum nicht später einmal auch Planeten an fremden Sonnen. Planeten findet man ja fast überall, auch wenn ich die Besiedelung eines ‘Hot-Jupiters’ für extrem optimistisch halte .

    Der Weg dahin ist natürlich ein Problem. Mit der heutigen Technik wird die für en Menschen zulässige Strahlenbelastung bereits beim Flug zum Mars und zurück erreicht. Somit ist an längere Flüge mit Menschen erst einmal nicht zu denken. Aber wenn ich hier immer lese, was sich Menschen ausdenken um aus den Photonen auch noch die undenkbarste Information herauszuquetschen, so sehe ich gute Chancen das ‘die Menschheit’ auch dafür eine Lösung findet.

    Zum Aussterben der Menschheit :
    Im Schnitt überlebt eine Art etwa 4 Mio. Jahre auf der Erde. Danach entwickelt sie sich weiter oder stirbt aus. Von dieser Spanne haben wir ca. 250.000 Jahre verbraucht. Es verbleibt uns also noch viel Zeit.

  90. #91 Jens
    9. Juli 2015

    Hier scheint man was Interessantes entdeckt zu haben was auf außerirdische Inteligenz hinweist
    https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/astronomie/intelligentes-muster-in-schnellen-radioblitzen-gefunden-13372206

  91. #92 Alderamin
    9. Juli 2015

    @Jens

    Na, hoffentlich ist es nicht wieder nur der Mikrowellenherd

  92. #93 Alderamin
    9. Juli 2015

    @Jens

    Hmm, scheint nicht immer die Mikrowelle zu sein, aber siehe die Tabelle unten:

    Fast Radio Bursts:
    “caused by Aliens?” “Almost certainly not”
    “caused by alien microwave ovens?” “dude no”

  93. #94 Spritkopf
    10. Juli 2015

    Die dortigen Astronomen haben den Ausbruch des Blitzes tatsächlich real mitverfolgen können und beschreiben ihn als „extrem kurzer, scharfer Blitz aus Radiowellen mit unbekanntem Ursprung im Universum, möglicherweise weit außerhalb unserer Galaxie gelegen“.

    “Wir wissen nicht, wie diese FRBs erzeugt wurden, also müssen sie von Außerirdischen stammen.”

    Neil DeGrasse Tyson erklärt das Argument der Ignoranz.

  94. #95 Florian Freistetter
    10. Juli 2015

    Und wieder mal ist ein Journalist unfähig, in seinem Artikel auf die Forschungsarbeit zu verlinken, von der er spricht. So kann man natürlich auch nichts dazu sagen. Ich nehme an, es geht um diese Arbeit vom März (und hab keine Ahnung, wieso die jetzt im Juli wieder rausgekramt wird: https://arxiv.org/abs/1503.05245). Der zitieret New Scientist Artikel ist ebenfalls schon alt: https://www.newscientist.com/article/mg22630153.600-is-this-et-mystery-of-strange-radio-bursts-from-space.html?full=true#.VZ9rM_nXSpA
    (Und mir wär so, als hätte ich irgendwo gelesen, dass die Sache mittlerweile schon anderweitig aufgeklärt ist…)

  95. #96 Alderamin
    10. Juli 2015

    @Florian

    Und mir wär so, als hätte ich irgendwo gelesen, dass die Sache mittlerweile schon anderweitig aufgeklärt ist…

    Na ja, die in #92 erwähnte Mikrowelle, aber die erklärt nicht alle Bursts (nur die “Perytons”)
    Hier gibt’s eine Menge Links dazu (mit Update).

  96. #97 Florian Freistetter
    10. Juli 2015

    @Alderamin: Ne, ich meinte schon speziell die Arbeit von Hippke (der zweite Autor ist ein ehemaliger Kollege von der Uni Wien, deswegen hab ich das damals ein wenig aufmerksamer verfolgt).

  97. #98 Alderamin
    10. Juli 2015
  98. #99 Florian Freistetter
    10. Juli 2015

    @Alderamin: Vielen Dank!

  99. #100 Norbert
    Kaiserslautern
    27. Juli 2016

    Wenn sich die menschheit im sonnensystem ausgebreitet hat dann könnte auf dem Mars ein Hitler die herrschaft haben und auf dem Mond regiert der Dalai Lahma und auf der Erde haben irgendwelche Hippies von Silicon Valley die herrschaft. Dann hat man schon 3 intelligente Zivilisationen in unserer Milchstrasse von der jede ihr eigenes Ding macht. Die einen sind lieb, die anderen sind böse, die einen betreiben Raumfahrt, die anderen machen lieber nur Radioastronomie.

  100. #101 Martinus
    13. November 2016

    Da wir nur von uns selber auf andere Zivilisationen schließen können, müssen wir uns überlegen wie sichtbar wir für andere Zivilisationen waren, sind und sein werden.

    Ich würde sagen bis vor 100 Jahren waren wir über eine Distanz von Lichtjahren nicht nachweisbar. In den letzten Jahren bis jetzt mag es eine gewisse Sichtbarkeit gegeben haben. Messtechnisch müsste man den Sichtbarkeitsradius abschätzen können.

    Wie sieht die Zukunft aus? Gängige Annahmen für das Fermi ‘Paradoxon’ gehen davon aus, dass eine Zivilisation mit zunehmender technologischer Entwicklung immer ‘sichtbarer’ wird. Ich denke das muss nicht der Fall sein.

    In geschätzt <50 Jahren erreichen wir die technologische Singularität. Danach werden die Karten sehr schnell neu gemischt. Wie und ob unsere Zivilisation danach weiterlebt ist nicht vorhersagbar.
    Ob die Sichtbarkeit einer nach post-singulären Zivilisation/Intelligenz gegeben ist…keiner weiss es.

    Aber man kann sich selber mal hypothetisch dow Fragen stellen:
    Wäre ich unendlich intelligent und unedlich wissend/simulationsfähig, würde ich mich noch für anderes Leben interessieren?
    Würde ich mich noch für mein eigenes Leben interessieren?
    Was mache ich mit meiner Intelligenz in einem Universum, dessen Rätsel ich alle gelöst habe und dass ich nicht verlassen kann?