Statt einfach wie gewohnt Donnerstags und Freitags morgens in den Hörsaal zu spazieren, den Laptop aufzuklappen, und meine Vorlesung abzuspulen (o.k., ist nicht ganz richtig, ich bereite mich auch nach 20 Jahren immer noch auf die Vorlesungen vor…), ist dieses Semester ja alles anders. Online-Lehre heißt das Zauberwort.

Dass die Vorlesungen an der TU Braunschweig erst am 20.4. losgehen und dann online stattfinden sollen, hat man uns zum Glück schon vor etwa vier Wochen mitgeteilt (die TU Braunschweig ist anscheinend besser organisiert als ein typisches Kultusministerium…). Es gab sogar einige Tipps, wie man das machen soll, und dank unseres Online-Lehrsystems (wir verwenden StudIP) gibt es auch einen Rahmen, wie die Studis einfach an die Online-Vorlesung herankommen.

Naiv könnte man jetzt denken (heißt übersetzt: Naiv habe ich gedacht), dass man einfach seine üblichen 90 Minuten Vorlesung in den Rechner spricht, dazu die Folien aufnimmt, und fertig. Statt 90 Minuten Hörsaal 90 Minuten am Rechner, sollte eher weniger Arbeit sein zumal ich ja nicht mal ans Institut fahren muss, also alles ganz stressfrei.

Naja, so ähnlich ist es dann auch. Nur dass man natürlich die Videos dann auch nochmal anguckt, und wenn man das schon macht, kann man sie vielleicht auch noch schneiden und editieren, dann lädt man das ganze hoch, und plötzlich merkt man, dass man für 1 Stunde Vorlesung etwa 3-4 Stunden Arbeit investiert.

Für alle, die selbst vor ähnlichen Problemen stehen, folgt jetzt hier meine kurze Sammlung an Tipps und Tricks, wie das Ganze bei mir (hoffentlich, ob die Studis dann auch was lernen, weiß ich ja noch nicht) funktioniert.

Vorneweg: Ich mache Screencasts meiner Vorlesung, das heißt, ich nehme die Folien, die ich sonst an die Wand werfe, auf dem Rechner auf, spreche dazu, mache aber kein Video von mir und meinem Gesicht, so hübsch bin ich nicht anzusehen, außerdem ginge das auch nicht so gut, weil ich den Rechner in den Tablet-Modus klappe und dann quasi über dem Bildschirm schweben müsste, damit man nicht bloß meine (dünnen) Haare sieht.

Voraussetzungen

Was braucht ihr, wenn ihr das genauso machen wollt?

– Euren Vorlesungsrechner. Bei mir mein (uralter) Instituts-Laptop mit Tablet-Funktion, bei dem ich in die Folien reinschreiben kann. (Meine Handschrift ist zwar nicht so schön, aber gerade bei Herleitungen etc. mögen Studis es ganz gern, wenn die Sachen langsam mit der Hand geschrieben werden. Wenn ich echte Vorlesungen halte, kann ich so auch Rückmeldungen der Studis aufschreiben, wenn ich Frage ins Publikum stelle.)

– Die Software zur Vorlesung. Bei mir ist das PDF Annotator, das einzige kommerzielle Produkt in meiner Vorlesungsproduktion. (Folien mache ich mit LaTeX Beamer und dem zugehörigen TU-Layout [das ich vor langer Zeit mal für mich gebaut habe, als die TU ihr neues Design bekam und das dann die Grundlage für die TU-BS-LaTeX-Klasse wurde]). Man soll hier auf den Scienceblogs ja keine Werbung machen, aber PDF Annotator ist schon ziemlich gut, wenn ihr stressfrei in euren pdfs rummalen wollt. (Nein, ich bekomme keine Tantiemen für das Programm, wir nutzen es am Institut mit drei ganz normalen Lizenzen.)

– Ein Headset. Empfehle ich sehr, der Ton vom Mikro auf dem Laptop ist nicht so gut und wenn ihr mit dem Stift auf dem Tablet schreibt, gibt es auch ein komisches kratziges Nebengeräusch.

– Ein Programm zu Screencasten. Unter Windows 10 geht das wohl mit der Gamebar-App auch, aber ich nutze OBS Studio, ein frei verfügbares Programm, das es für alle gängigen Betriebssysteme gibt. (Läuft auch, entgegen der Info auf der Seite, stressfrei unter Windows 7 – mein Laptop ist noch nicht auf Win 10 upgegradet, aber da er hier zuhause auch nicht am Netz ist, ist das egal.)

– Ein Programm zu Videobearbeiten. Ich nutze kdenlive unter Linux (Aufnehmen tue ich auf dem Win-7-Laptop, aber bearbeiten und alles weitere dann auf meinem stationären Rechner zuhause.)

– Die Software, mit der ihr das ganze den Studis zur Verfügung stellt, bei mir StudIP mit der Courseware-Erweiterung.

Und hier ein paar Tipps und Kniffe, die ich in den letzten Wochen gelernt habe.

Screencasts aufnehmen

In OBS Studio müsst ihr die richtigen Audio- und Video-Quellen aufnehmen. Für Audio das Headset-Mikrofon (bei den Einstellungen unter Audio könnt ihr das auswählen). Ich empfehle, vor jeder Aufnahme einmal kurz eine 10-Sekunden-Testaufnahme zu machen, um zu sehen, dass ihr auch das richtige Mikro aausgewählt habt; bei einer meiner ersten Aufnahmen hatte ich falsch mit der Maus geklickt und hatte plötzlich das olle Laptop-Mikro. Wichtig auch: Wenn ihr mehrere USB-Eingänge habt, dann immer denselben für das Headset nehmen – steckt ihr es woanders rein, müsst ihr die Quelle neu auswählen.

Bei den Audio-Einstellungen (das Zahnrad unter der Lautstärke-Anzeige unten in der Mitte) könnt ihr zusätzliche Filter auswählen. Ich habe ganz gute Erfahrungen mit dem Noise-Filter auf der Standard-Einstellung -30dB gemacht, das nimmt ein paar Geräusche heraus.

Bei den Video-Einstellungen wähle ich den ganzen Bildschirm als Quelle aus (man kann auch nur einzelne Fenster nehmen, habe ich aber nicht probiert, ich arbeite eh im Vollbild-Modus). Wichtig, dass ihr bei den Video-Einstellungen (Zahnrad rechts unten bei den globalen Einstellungen) die selbe Video-Größe einstellt wie bei der Quelle selbst – manchmal passen die anscheinend nicht zusammen, und dann fehlt etwas.

Wichtig auch: OBS Studio zeigt euch im Hauptfenster an, was ihr gerade aufnehmt. Wenn ihr da reinklickt und dann die Maus bewegt, dann verschiebt ihr das Aufnahme-Fenster. Das kann dann dazu führen, dass ihr plötzlich Dinge außerhalb eures Bildschirms aufzunehmen versucht, dafür fehlt dann irgendwo was. (Ihr seht das am roten Rahmen im Fenster.) Ist mir auch schon passiert – ein weiterer Grund, warum es sinnvoll ist, vor der eigentlichen Aufnahme 10 Sekunden Testlauf zu machen und den dann einmal anzugucken.

Der Screencasts selbst

So, Aufnahmeknopf gedrückt, los geht’s.

Lasst euch ruhig Zeit beim Umschalten auf euren Präsentationsbildschirm und Starten des Vollbild-Modus, das ganze Gedöns schneiden wir nachher eh weg, damit die Studis ein total schickes Endprodukt bekommen.

Denkt ans Atmen – gerade wenn ihr im Sitzen redet, ist eure Atmung stärker behindert als im Stehen. Dank meiner Logopädin, die mich vor 14 Jahren von chronischer Halsentzündung kuriert hat (Logopädinnen sind in ihren Fähigkeiten quasi magisch), habe ich zur Not immer ein paar Sprechübungen auf Lager, wenn der Hals mal kratzt, aber es schadet auf keinen Fall, vor der eigentlichen Aufnahme ein bisschen was laut zu sagen und zu gucken, ob es irgendwo klemmt. Trotz aller Übungen kratzt es bei mir im Moment doch manchmal, weil Reden im Sitzen einfach anders ist. (ich werde nächste Woche mal versuchen, ob ich mir mit Hausmitteln eine Art Stehpult basteln oder den Rechner auf ein Regal stellen kann, dann kann ich im Stehen reden.)

Wenn ihr dann loslegt, dann am besten einmal relativ laut “START” oder so sagen, den Punkt findet ihr dann beim Schneiden leicht wieder.

Jetzt redet ihr los, wie in der Vorlesung auch. Achtet darauf, öfter mal kurze Pausen zu machen, nicht nur wegen der Atmung, sondern auch, weil das das spätere Schneiden erleichtert.

Wenn ihr euch mal verhaspelt – kein Problem. Setzt einfach da wieder an, wo es noch gestimmt hat, den Fehler schneiden wir nachher einfach raus, das merkt keiner. (Ein großer Vorteil, wenn ihr nur die Folien aufnehmt und nicht euch selbst, weil dann das Schneiden wirklich nicht zu bemerken ist.)

Falls ihr – wie ich – in eure Folien reinschreibt und etwas ergänzt oder zusätzlich zeichnet, werdet ihr natürlich etwas langsamer. In einer Real-Vorlesung redet man dann eben langsam, während man schreibt – aber beim Video könnt ihr es schicker machen. Nehmt an, ihr wollt “Strukturtasterkompensatorpeilerabsorber” schreiben (ein wichtiges Gerät, das Perry Rhodan früher verwendet hat), dann sagt ihr in ganz normalem Tempo das Wort während ihr anfangt zu schreiben. Klar, mit dem Reden seid ihr durch, wenn ihr gerade erst “Struktur” geschrieben habt, macht aber nichts. Schreibt einfach schweigend weiter, das bearbeiten wir nachher.

In der Real-Vorlesung ist es oft nett, wenn man zwischen den Folien überleitet und schon am Ende einer Folie etwas sagt, was dann zur nächsten gehört, dann wirkt alles wie aus einem Guss. Könnt ihr auch jetzt so machen, ich empfehle aber, zumindest bei einigen Folien und insbesondere dann, wenn mit der nächsten Folie etwas neues beginnt, lieber eine Pause zu machen, bevor ihr umschaltet – das ist dann nämlich ein guter Punkt, um das Video in Abschnitte zu schneiden.

In realen Vorlesungen stelle ich ab und zu auch Aufgaben (die klassische Trennung Vorlesung – Übung habe ich in den meisten Vorlesungen abgeschafft, ich stelle die Übungsaufgaben da, wo es passt, dann lasse ich die Leute ein wenig selbst arbeiten, dann geht die Vorlesung weiter. Macht das Ganze lockerer und die Aufgaben sind in der Vorlesung auch genau da, wo sie hingehören.) Das könnt ihr jetzt auch machen – wenn ihr die StudIP-Courseware oder ein ähnliches System habt, in dem ihr nachträglich noch am Video drehen könnt, könnt ihr dann später hier Haltepunkte einfügen, sonst sagt den Leuten einfach, dass sie jetzt das Video anhalten und selbst denken sollen.

Denkt auch dran, beim Reden ein bisschen dynamisch zu bleiben – in den Vorlesungen ist es ja immer wie bei Indiana Jones

und das Publikum animiert einen, lebendig zu reden, das fällt am heimischen Rechner natürlich weg.

Wenn ihr mit dem jeweiligen Abschnitt am Ende seid (ich mache maximal Blöcke von 45 Minuten, dann gibt’s erstmal nen Schluck Tee usw, ist auch sicherer, falls bei der Aufnahme doch was schiefgeht), sagt ihr laut “ENDE”, dann beendet ihr in aller Ruhe euer Programm, stoppt die Aufnahme bei OBS Studio und habt nach wenigen Sekunden ein Roh-Video. (Wenn ihr während der Vorlesung was Trinken wollt, mal husten müsst oder sonst was – kein Problem, macht eine bewusste Pause dafür, dann schneidet ihr das hinterher raus.)

Zuschneiden mit kdenlive

Den fertigen Clip übertrage ich auf meinen eigenen Linux-Rechner (ich arbeite nie länger unter Windows als ich muss), dann starte ich kdenlive. Wenn ihr mehrere Videos bearbeiten wollt, lohnt es sich, in den Einstellungen die Arbeitsverzeichnisse zu ändern, bei mir sind das direkt die gemounteten Verzeichnisse auf meinen Rechner an der Uni (sshfs sei Dank), dann habe ich später direkt alles dort und außerdem kann ich mich dann auf unser Backup-System am Institut verlassen. Ansonsten funktionieren die Default-Einstellungen bei kdenlive eigentlich ganz gut. (Zum Starten mit kdenlive empfehle ich euch eins der vielen tutorials im Internet anzuschauen, ich erkläre hier nur das, was für meine Arbeit wichtig ist.)

Öffnet ein neues Projekt, dann öffnet ihr den Clip (links oben im Fenster auf das kleine Video-Clip-Symbol klicken oder oben über das Menü gehen) und zieht, wenn der Clip geöffnet ist, den Clip unten in die erste Video-Leiste.

Klickt ihr in dieser Leiste oberhalb des farbigen Bereichs, dann springt der Zeitpunkt zum Klick-Bereich, damit könnt ihr im Video hin- und herklicken. Rechts oben seht ihr das Video selbst.

Lasst es einfach laufen, wartet den Moment ab, wo ihr START gesagt habt, und klickt auf Pause. (Manchmal hat kdenlive einen seltsamen Hänger und das Video lässt sich nicht pausieren. Dafür habe ich bisher keine Lösung gefunden, ich beende dann und starte neu.) Um den Schnittzeitpunkt genau zu sehen, könnt ihr ganz unten im Fenster mit dem kleinen Schieberegler einstellen, wie die Zeitskala in eurer Videoleiste skaliert. Schiebt ihr den regler nach rechts, wird die Leiste sehr stark gedehnt, anhand der Audio-Kurve könnt ihr dann sehen, wo ihr redet.

Jetzt brauchen wir das Schneidwerkzeug. Klickt entweder auf die Schere unten oder tippt “x”. Wenn ihr jetzt in die Leiste klickt, wird euer Video geteilt. Teilt also hinter dem “START”, wählt das Auswahl-Werkzeug (neben der Schere, oder tippt “s”), rechtsklickt auf den Anfang eures Videos, den ihr schneiden wollt, und löscht ihn. (Alternativ könnt ihr auf draufklicken und mit der Entf-Taste den Abschnitt löschen). Dann schiebt ihr den Rest des Videos ganz nach links, damit das Video auch bei Null losgeht.

So lasst ihr jetzt das Video laufen. Da, wo ihr euch verhaspelt habt, schneidet ihr (Schnittpunkt vor der kritischen Stelle, zweiten Schnittpunkt danach, Fehlerbereich auswählen, löschen, rechten Teil des Videos an den linken heranschieben, dann noch einmal überprüfen, dass der Übergang passt). Wenn ihr immer schön Pausen gemacht habt, dann sollte das einfach sein, aber wenn es mal sein muss, kann man mit etwas Übung auch mitten im Satz ein Wort rausschneiden. (Falls ihr zuviel geschnitten habt, hilft die Rückgängig-Funktion wie bei allen Computerprogrammen.) Speichert das Projekt zwischendurch ab und zu ab (dabei werden nur eure Bearbeitungsschritte gespeichert, nicht das ganze Video, das kommt später.)

Falls ihr in euer Video reingeschreiben habt und da jetzt diese laaaaaaaange Schreibpause ist, das klären wir jetzt. Setzt einen Schnittpunkt hinter den Moment, wo ihr gerade mit “absorber” fertig wart und die stille Schreiberei beginnt, setzt einen zweiten Schnittpunkt kurz vor den Moment, wo ihr wieder losredet. Dann wählt ihr den Schreib-Abschnitt aus, fügt (mit rechter Maustaste oder oben unter Effekte) als Effekt Motion-Speed hinzu und setzt den Speedwert auf zum Beispiel 500 Prozent. Dieser Teil des Clips wird jetzt mir fünffacher Geschwindigkeit abgespielt. Dabei entsteht natürlich eine Lücke – schiebt wieder den rechten teil des Videos ran, damit alles lückenlos ist. Im Ergebnis sehr ihr wie die Schrift jetzt blitzartig geschrieben wird. (Theoretisch könnt ihr natürlich auch einfach den Block komplett rausschneiden, dann erscheint die Schrift einfach, das ist aber nicht so hübsch.)

Falls ihr ganz böse Fehler entdeckt (ich habe neulich z.B. F statt sigma geschrieben), merkt euch den Zeitstempel. Wenn ihr die StudIP-Courseware nutzt, dann könnt ihr da noch was tun.

Wenn alles fertig ist, dann klickt ihr oben auf Rendern, gebt einen Namen für das neue Video an (Achtung: Der muss sich von dem alten unterscheiden, sonst stürzt das Programm ab), und startet das Ganze, Je nach Länge des Videos dauert das jetzt einige Minuten.

Falls ihr euer Video lieber in Stücke teilen wollt, könnt ihr das mit dem Auswahlbereich machen – den findet ihr ganz vorn in der Video-Leiste, da sind zwei winzige rechtecke, wenn ihr an denen zieht, bekommt ihr einen blauen Auswahlbereich.Ihr müsst dann beim Rendern entsprechend “Render Selection” auswählen.

Ich schneide meine Videos typischerweise in Häppchen von 15-20 Minuten, die lassen sich im System besser hochladen und es ist für die Studis vermutlich später auch einfacher, die Struktur der Vorlesung zu verstehen.

Hochladen in der Courseware

Ich lade die Videos einfach als Datei im Dateibereich der Vorlesung hoch.

Dann geht es in den Courseware-Abschnitt (den man im StudIP bei uns erst aktivieren muss, das ist aber nur ein Klick im System). Die StudIP-Courseware hat eine relativ starre Organisation – es gibt Kapitel, Unterkapitel und Abschnitte. Ist mir manchmal etwas zu kleinteilig, dann hat das Unterkapitel halt nur einen Abschnitt.

Ansonsten bin ich mit der Software aber recht zufrieden – man kann sehr viele unterschiedliche Objekte auf einer Seite zusammenfassen – Freitextabschnitte, Videos, Internetlinks, sogar pdf-Dokumente, alles in einem Rahmen, das ist schon ziemlich nett.

Meine Videos führe ich meist mit einem kurzen Freitextfeld ein, in dem ich sage, was jetzt kommt, dann folgt das Video. Ich nutze das “Interactive-Video”-Tool im StudIP, da kann ich direkt Dateien als Video einbinden. (Es gibt auch das Tool “Vorlesungsaufzeichnung, das finde ich aber irgendwie unübersichtlicher).

Falls ich mich im Screencast irgendwo verhaspelt oder Mist erzählt habe, kann ich jetzt ein Feature nutzen, das Einblendung heißt – damit kann ich einen Text im Video anzeigen lassen, in dem dann steht “Hier habe ich mich vertan, richtig müsste es … heißen”. Das finde ich ziemlich praktisch, denn sonst müsste ich ja den jeweiligen Abschnitt des Videos neu aufnehmen und dann die Teile zusammenschneiden. (Ginge sicher auch, wäre aber mehr Aufwand).

Und falls ich irgendwo Fragen oder Aufgaben stelle, nutze ich das Haltepunkt-Feature, dann hält das Video zum gewünschten Zeitpunkt an und man muss explizit auf “weiter” klicken. So sieht das dann in der Studi-Ansicht aus (Man kann das Video auch auf Vollbild schalten):

Feedback und anderes.

So weit die Aufzeichnung. Noch nicht so ganz klar ist mir, wie es mit dem Feedback der Studis laufen soll. Meine Vorlesungen sind ja meist mittelgroß (20-40 Leute), ein Video-Chat endet vermutlich damit, dass niemand eine Frage hat. Ich werde es erstmal mit dem Chat-System versuchen, bei dem man Texte austauschen kann und einfach während der regulären Vorlesungszeit dort präsent sein und mal gucken, ob es da Fragen oder so gibt.

Noch etwas kniffliger werden die Rechnerübungen (besonders bei meiner sogenannten “Praxisvorlesung”, bei der die Studis eigentlich den ganzen Tag im rechnerraum sitzen und ich rumgehe und gucke, ob sie mit den Arbeitsblättern klarkomme). Da wird es wohl drauf hinauslaufen, die Studis zuhause an den Rechner zu setzen, ihnen Videos zu machen, wie man alles klickt, und dann irgendwie online zur Verfügung zu stehen, wenn etwas gar nicht klappt.

Falls jemand von euch da Ideen oder Erfahrungen hat, wie man so etwas am besten löst, hinterlasst gern einen Kommentar.

Fazit

Tja, so weit meine aktuellen Erfahrungen. Ob das dann alles so klappt, wird sich erst im Semester zeigen, ich bin mal sehr gespannt. Das Vorbereiten macht schon Spaß, aber es ist auch wirklich ziemlich zeitaufwändig, ich habe diese Woche nahezu gar nicht an meiner Forschung gearbeitet, und bin momentan wie schon gesagt bei einem Zeitverhältnis von 4h Vorbereitung für 1h Vorlesung (und das bei Themen, die eigentlich fertig ausgearbeitet sind).

Falls ihr noch Erfahrungen, Tipps und Kniffe habt, hinterlasst gern einen Kommentar.

Kommentare (20)

  1. #1 Christian Meesters
    18. April 2020

    Hallo Martin,

    vielen Dank für Deinen Beitrag. Er wird mir sicher weiterhelfen. Wir testen an unserem Rechenzentrum zwar gerade andere Lehrplattformen (wer weiß, vielleicht kommt von mir auch so ein Artikel), aber das ist ein ungelegtes Ei, über das es noch nicht zu gackern gilt.

    Ich möchte noch beisteuern: pdfpc als eine mögliche freie Alternative zu PDF-Annotator – jedenfalls, wenn es um Live-Präsentationen geht, auch online.

    Gruß,
    Christian

  2. #2 MartinB
    18. April 2020

    @Christian
    Kann man denn damit auch in die pdfs reinschreiben und dann das Ergebnis abspeichern? Das ist die große Stärke vom Annotator.

    Unser Rechenzentrum wird für ähnliche Zwecke wohl demnächst eine Camtasia-Lizenz anschaffen, aber das gucke ich mir im Moment nicht an, erst wenn ich mal wieder Zeit habe, noch ein neues Tool zu lernen.

  3. #3 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2020/03/25/coronabauch/
    18. April 2020

    Hi Martin,

    Ich arbeite seit einiger Zeit häufiger als Dozent, aber noch nicht sehr lange, mit wiederkehrenden Themen, gemischter Unterricht, mal Live, mal über Videokonferenz (schon vor Corona) und teils vorleseartig, teils demonstrierend und teils mit Aufgaben. Themen sind Linuxeinführung und Programmieren.

    Softwarevorgabe der Einrichtung ist Zoom, das von der Bedienung prima ist – die heiklen Probleme zu Sicherheit und Datenschutz kann man bei heise.de nachlesen, darauf habe ich keinen Einfluss.

    Im physischen Liveunterricht benutze ich auch ein Tafelbild, aber im Onlinekurs habe ich inzwischen zu verschiedenen Themen vorbereitete Texte im Markdownformat, die im Editor geöffnet sind, während ich referiere. Mit einem Klick sind sie in 1-2s in PDF umgewandelt und zum parallel geöffneten PDF-Viewer gewechselt, was vorteilhaft ist, wenn Grafiken gezeigt werden müssen. Das Markdown und das PDF gebe ich am Ende des Tages in den Downloadbereich, so dass die Schüler keine eigene Mitschrift brauchen. Leider sind die Schüler sind ziemlich feedbackfaul, so dass ich nicht recht weiß, wie gut das bei ihnen ankommt.
    Ein ungelöstes Problem sind die Übungen. Die Aufgaben sind ja vorbereitet wie auch Musterlösungen, aber sollen vor dem Unterricht natürlich nicht zum Abschreiben parat liegen, also muss ich sie aus dem Skript löschen. Später ist es aber wünschenswert die Lösungen wieder im Skript an der richtigen Stelle zu haben. Dann kann man sich im späteren Text darauf beziehen.

    Im Unterricht kommen dann Korrekturen und Ergänzungen dazu, die sofort ins Markdownscript aufgenommen werden können, aber es entsteht ein Wildwuchs an Versionen und man muss aufpassen, dass alles zusammenbleibt inkl. Musterlösungen, das ist ein wenig Gehudel, müsste aber, je häufiger man die Vorlesung gehalten hat, mit der Zeit besser werden – weniger Korrekturen nötig.

    Wo es auch noch hapert ist bei den unterschiedlichen Markdownformaten. Ich habe zwei unterschiedliche Tools und Formate ausprobiert die beide ihre Vor- und Nachteile haben.

    Für die, die es gar nicht kennen: Markdown zeichnet sich dadurch aus, dass man den Quellcode sehr gut lesen kann. Das Kommentarfeld hier benutzt auch eine Art Markdown. Aber es gibt 100 Dialekte. Je nach dem ist die Toolchain unterschiedlich, durch die man den Code jagt.

    Pandoc und Asciidoctor habe ich ausprobiert aber noch keine abschließende Entscheidung gefällt.

    Inwieweit es zur Einbindung in Videoaufzeichnungen taugt kann ich nicht sagen. Das Resultat ist jedenfalls sehr viel sauberer als alles Handschriftliche.
    Wenn man den Sourcecode mit rausgibt können die Studenten das selbst noch weiter anreichern, wo sie es für nötig halten. Man hat klickbare Links zu Internetressourcen im fertigen PDF und das Format ist offen.
    Einige gängige andere Textformate kann man auch gut in den Quelltext einbinden wie .dot-Files.

    Zur Not kann man es auch um eigene Plugins ergänzen, dann gibt es 101 Dialekte. 🙂

    Auf Wunsch könnte ich 1-2 Beispieldokumente samt zugehörigem Umwandelbefehl zuschicken.

  4. #4 MartinB
    18. April 2020

    @user unknown
    Wie du weißt, lese ich deine Kommentare nicht…

  5. #5 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2020/03/14/coronaprophylaxe/
    18. April 2020

    Nein, hatte ich vergessen. Ich dachte J. Kuhn wäre der, der meine Kommentare nicht liest und das Embargo dann doch wieder gelockert hat.

    Hatte ich Dich beleidigt?

  6. #6 Spritkopf
    18. April 2020

    @MartinB

    Kann man denn damit auch in die pdfs reinschreiben und dann das Ergebnis abspeichern? Das ist die große Stärke vom Annotator.

    Das geht auch mit dem Foxit-Reader, sprich Malen, Text markieren, neuen Text reinschreiben und abspeichern.

    Was nicht geht, den Text des Originaldokuments zu ändern

  7. #7 Aveneer
    18. April 2020

    Ich verfolge ja gerne die YouTube Beiträge von “weitz hamburg” Mathematik/Informatik – da Frage ich mich nun, ob es eine Chance gibt deine Vorlesungen zu sehen?

  8. #8 Christian Meesters
    18. April 2020

    bzgl. pdfpc: Nein, das ist ein live-tool. Für Linux gibt es alternativ xournal.

    Aber wenn Du, Martin, ohnehin beamer nutzt, kannst Du mittels TikZ auch Graphiken animieren, annotieren von Gleichung, Graphiken oder Code geht sowieso. Weißt Du bestimmt, aber wenn ich mal Werbung für LaTeX machen darf … 😉 — andererseits wird es uns allen, die wir für klassische Kurse entworfen haben nicht möglich sein innerhalb kürzester Zeit alles neu (in LaTeX) zu setzen. So toll beamer und LaTeX sind, gerade auch mit Blick von Massenübertragbarkeit von Folien von einer Veranstaltung / Vortrag zu einer anderen — komplettes Neudesign mit extra-Annotationen ist ein verfluchtes Stück Arbeit.

  9. #9 Jan E
    18. April 2020

    Hi, danke für den Bericht! Eine Frage habe ich dazu: Bei uns im Industrieumfeld haben sich Webinare eingebürgert, also Live-Vorträge über Webtools (Zoom, Webex, Bluejeans, Circuit, Skype, …). Dabei wird vom Vortragenden der Ton sowie der Bildschirminhalt übertragen, die Zuhörer können per Chat und teilweise auch per Audio Fragen stellen. Warum nicht dieses Fornat statt einer Aufzeichnung?

  10. #10 Vorlesender
    19. April 2020

    Ich verwende einen surface-Rechner und Xodo. Großen Ehrgeiz beim rausschneiden von Böcken habe ich nicht, in der Vorlesung kann man ja auch nicht zurückspulen.

    Ich habe auch erst 10 Minuten-Blöcke gemacht, blase jetzt aber auch mal 90 Minuten raus. Die Studies können ja selber unterbrechen. Das Ergebnis lade ich bei Youtube (Frettchen Statik) hoch. Das läuft noch weiter, wenn de Welt schon unter gegangen ist. Unsere Hochschulplattform verwende ich nicht. Da muss man gender-gerechte Sprache verwenden – wogegen ich bei der Schriftform nichts habe – und außerdem darf man nicht fluchen. Ansonsten wird das ein Krümelkacker ganz schnell löschen.

    Prinzipiell ist unsere Hochschule völlig unvorbereitet. Es gibt in meinem Fach auch keine Notkonserven für kranke oder alleinerziehende Studies, nicht mal in den Standardfächern. Das sollte sich nach Corona ändern, wird sich aber nicht.

  11. #11 MartinB
    19. April 2020

    @user unknown
    Du kannst gern die ganzen alten Debatten zu Geschlechtergerehctigkeit und Sexismus angucken, wenn du einen Auffrischer brauchst, warum ich dich nicht als Diskussionspartner akzeptiere.

    @Spritkopf
    Den fand ich aber wenig komfortabel, xournal ist da besser, finde ich.

    @Aveneer
    Nein, weil cih die Sachen nur intern auf unserer Plattform hochlade, aus Copyright-Gründen. (BIlder von Fremdquellen sind in Vorlesungen erlaibt, in öffentlich zugänglichen Videos aber nicht ohne weiteres).

    @Christian
    Animieren usw. muss ich aber ja im Vorfeld planen, das kann ich doch nicht live in der Vorlesung machen. Das brauche ich aber, wenn ich auf Studi-Kommentare flexibel reagieren will.

    @JanE
    Wie gesagt, ich nutze den Rechner im Tablet-Modus, dann zeigt die Kamera senkrecht nach oben, da müsste ich also schweben… Oder ich müsste ne zweite Webcam nutzen, aber ich habe hier keine.
    Hinzu kommt, dass dann das Schneiden schwieriger wäre. Bisher sehe ich nicht, dass das Zeigen meines nur mittel-attraktiven Gesichts das aufwiegt.

    @Vorlesender
    Xodo kannte ich noch nicht, sieht ja nett aus, habe aber auf die schnelle gerade nicht gefunden, ob man die fertigen pdfs auch wieder abspeichern kann.

    Youtube nutze ich nicht, siehe die Antwort an Aveneer oben.
    Unsere Hochschulplattform macht auch keine Vorgaben – wobei ich bekanntlich gegen geschlechtergerechte Sprache nichts habe (auch wenn ich es in der Vorlesung nicht immer schaffe, z.B. Ingenieurinnen und Ingenieure zu sagen) und in Vorlesungen fluche ich auch nicht. Wobei ich nicht sehe, dass das irgendwer anguckt…

    Notkonserven hatte ich bisher auch noch nie – allerdings gibt es zu allen meinen Vorlesungen vollständig ausformulierte Skripte, mit denen man den Stoff auch erarbeiten kann (haben in der Vergangenheit auch immer mal wieder Leute erfolgreich gemacht, wenn sie z.B. Praktikum, Auslandsaufenthalt oder so hatten und die Prüfung trotzdem schreiben wollten). Insofern sind meine Videos auch eigentlich ein Luxus, ich könnte auch einfach sagen “Lest die Skripte…”

  12. #12 Vorlesender
    19. April 2020

    Bei Xodo kann man das pdf hinterher mit oder ohne handschriftliche Eintragungen speicher. Unter die Filmchen stelle ich die “unbeschrifteten” Folien mit ein.

    Ich sehe die Filme auch als Außenwirkungen. Die Abiturienten können sich dann schon ein Bild machen, ob sie bei so jemanden studieren wollen.

    Übrigens habe ich auch Filme für Berufskollegen, d. h. Ingenieure eingestellt. Wir machen viel Fortbildung und die kann man danach so frei zugänglich machen.

    Ich finde schon, dass sich die Fakultäten- und Fachbereichstage ein Konzept machen könnten und dann die Arbeit für die Filme aufteilen. Allein “Mathe für Ingenieure” gibt es bestimmt an mindestens 80 Institutionen.

    Copyright ist natürlich ein Problem. Allein aus DIN Normen darf man schon keine Auszüge nehmen. Das nehmen die Lehrenden selten ernst genug und bei Youtube muss dann eben genauer überlegen, was man verwenden darf.

    Gruß Frettchen (Michael)

  13. #13 Beobachter
    19. April 2020

    @ MartinB:

    Würden Sie es auch nach Corona-Zeiten beibehalten wollen, ausschließlich oder hauptsächlich online zu lehren?
    Als (vermeintlich?) bequemerer Regel- und Normalfall?
    Arbeiten Sie derzeit von Ihrem Uni-Büro (ohne “Publikumsverkehr”) oder von zuhause aus?

    Manche Leute in Homeoffice beklagen derzeit sehr den fehlenden persönlichen Kontakt zu ihren Klienten/Kunden, gerade dann, wenn sie viel wichtige persönliche Beratungsarbeit machen und auch viel im Team arbeiten.

    Wie sehen das lehrende Wissenschaftler?
    Die werden wohl auch “ihre Studies”, so von Angesicht zu Angesicht, mit all ihren direkten Reaktionen (von Lob bis Meckerei) vermissen – oder nicht ? 🙂

    Von zuhause arbeiten zu müssen/können, finden auch viele Leute gar nicht so toll, weil sie da weniger ihre Ruhe haben (wg. störenden Kindern, Schwiegermüttern, Haustieren, … 🙂 ) und ihren (Arbeits-)Tag nicht so gut strukturieren können und gar nicht mehr aus der verbeulten Jogginghose rauskommen …

  14. #14 Christian Meesters
    19. April 2020

    @JanE
    Ich halte Deine Frage für sehr wesentlich und versuche mich mal in einer Antwort – zwar arbeite ich in einem universitären Rechenzentrum, aber nicht im e-Learning / Web-Bereich; zwar habe ich didaktische Fortbildung genossen, bin aber kein Didaktikexperte (insofern würde ich mich freuen, wenn jemand die aufgeworfenen Fragen mit Belegen füttert – oder widerspricht):

    1. braucht es individuelle Ausstattung (oder Ausstattung am Arbeitsplatz). Das ist nicht immer gegeben, wie Martin auch schreibt.
    2. ist manche digital-Classroom-Software überhaupt nicht gut skalierbar. Man kann sie gut für einige Klassen einrichten. Aber ganze Bundesländer in allen Lehrer-Klassenkombinationen und Dozent-Studentenkombinationen, die zeitgleich auftreten können, würde mehrere Supercomputer in der Anschaffung bedeuten (Beispiel), da haben wir noch nicht über Bandbreitenproblematik gesprochen. Videodownloads entschärfen das Problem beträchtlich.
    3. die Dynamik einer Veranstaltung hängt auch(!) von der Technologie ab. Ein Live-Stream mit Interaktion geht nicht mit beliebig vielen Teilnehmern. Bei welcher Zahl die Grenze zu ziehen ist, hängt von Teilnehmern, Art der Veranstaltung, Dozent und mehr Kriterien ab. Ist sie erreicht, ist ein Video mit anschließender (online)-Diskussion vorzuziehen.
    4. Sehr viel Software für Video-Konferenzen oder digitale-Klassenzimmer ist wild zusammen gezimmerter, schlecht gewarteter Müll mit tollen Webseiten und Versprechungen. Inzwischen fangen auch staatliche Stellen mit der Evaluation dieser Software an (ein Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist und wo noch lange selbst-ernannte Experten widerlegt werden müssen). M.a.W. nicht immer werden Live-Übertragungen/-Chats oder digitale Klassenzimmer erlaubt sein. Das ist großteils abhängig von Inhalten, aber auch die Sicherheitslücken für Endnutzer (also Schüler, Studenten und Dozenten) werden eine Rolle spielen.

  15. #15 MartinB
    19. April 2020

    @Beobachter
    Im Moment mache ich alles von zuhause aus und fahre so etwa einmal die Woche zum Institut, hauptsächlich für irgendwelchen Papierkram (weil ichbei uns die Personalsachen manage).
    Komplett drauf umsteigen würde ich nicht – Vorlesung ist schon besser, besonders, wenn man zwischendurch die Studis auch mal aktiviert, sie Sachen fragt oder in kleinen Gruppen Aufgaben bearbeiten lässt.

    Ansonsten stört mich das zuhause-Arbeiten nicht sehr – auch wenn der soziale Kontakt zu den KollegInnen etwas fehlt. Ich habe hier ein Arbeitszimmer, das ich im Moment auch allein nutzen kann, und habe manchmal das Gefühl, dass ich manche Sachen hier eher konzentrierter mache als am Institut.

    @janE und Christian
    Ja, wir haben an der Uni auch Konferenz- und Live-Schalt-Tools. Mir war es jetzt aber zu kurzfristig, mich da auch noch reinzuarbeiten und dann eine Live-Vorlesung zu halten, bei der möglicherweise alles schief geht. Zusätzlich hat das Ganze so auch den Vorteil, dass die Studis unabhängig von offizielle Vorlesungszeiten sind, das mag im Moment für einige (z.B. Studis mit Kindern oder solche, die jetzt tagsüber arbeiten, weil sie nicht abends Kellnern können oder so) auch ein echter Vorteil sein.

    @JanE
    Danke für deine Einschätzung, ich bin jedenfalls mal sehr gespannt, wie es dann läuft und ob ich dann Feedback von den Studis bekomme, wie das alles ankommt.

  16. #16 Solarius
    20. April 2020

    Ist nicht Kritik ein wesentliches Element der Wissenschaft?

    Ich möche hier an dieser Stelle noch einmal Herrn Professor Harald Lesch verlinken. Ich hoffe, er wird als Diskussionspartner allgemein akzeptiert.

    http://www.youtube.com/watch?v=ue0AwvWetdE

    Vielleicht sollte jeder, der sich in einer Diskussion einmal fürchterlich aufregt, sich diese Dinge, die Herr Lesch hier anspricht, bewußt machen.

    Was bedeutet es für die Wissenschaft, wenn man andere Meinungen nicht lesen will?

    Was bedeutet es für die Wissenschaft, wenn man Menschen nicht mehr lesen will, die eine andere Meinung haben?

    Ich bitte um Entschuldigung, das ich hier den gleichen Link in einem Beitrag ein zweites Mal verlinke:

    http://www.youtube.com/watch?v=ue0AwvWetdE

    Lasst uns bitte alle unsere Entscheidungen selber durch nachdenken treffen. Vorne in unserem Gehirn. Und nicht durch das Wächterorgan. Das sitzt weiter hinten. Und sollte nicht dazwischen reden. Von Dingen, von denen es keine Ahnung hat.

    Moooment! Du bist still dahinten!

    Kann nicht Wissenschaft unsere innerste Identität stiften?

    Unser Gehirn ist sehr wählerisch bei der Auswahl seiner Informationen. Und es wählt offenbar auch die Diskussionspartner aus.

    Achten wir also darauf, das nicht die Amygdala darüber bestimmt, welche Informationen wir auswählen.

    Weil es so gut ist, noch ein drittes Mal:

    Harald Lesch:
    http://www.youtube.com/watch?v=ue0AwvWetdE

  17. #17 MartinB
    20. April 2020

    @Solarius
    Ich habe keine Ahnung, was das hier soll, wie das zum Thema passt etc.
    Und nein, auch Harld Lesch diskutiert (hoffentlich) nicht mit jedem Kreationisten, Flache-Erde-Anhänger und sonstigen Leuten, die ihre faktenfreie Privattheorie in die Welt posaunen.
    Merke: Du hast ein recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten.

  18. #18 7eggert
    23. April 2020

    Im Sitzen atmen: Da gibt es einen Trick.
    Man setze sich wie ein Kutscher auf den Kutschbock, Ellenbogen auf die Knie und die virtuelle Reitgerte in beide Hände nehmen.

  19. #19 7eggert
    23. April 2020

    Ich arbeite mit kdenlive wie folgt: Ich habe ein Verzeichnis, in dem ich die Dateien habe (standardmäßig im Dialog), und lokal ein Verzeichnis für das Ergebnis (standardmäßig ~/kdenlive IIRC). Da werden auch alle temporären Dateien von kdenlive drin erzeugt, deswegen liegt das nicht im Netzwerk.

    Um Dateien zu bearbeiten, mache ich Verknüpfungen (Symlinks) in das Verzeichnis, wo kdenlive die Dateien erwartet. Damit erspare ich mir den Verzeichniswechsel in den immer schlechter werdenden Öffnen-Dialogen.

    (Generell mache ich es gerne, daß ich mit ln -sfn “$PWD” ~/cwd mir einen Link erzeuge und dann aus ~/cwd heraus auf die Dateien zugreife.)

    Meist mache ich mehrere Projekte nacheinander, wobei die Zieldatei in immer andere Verzeichnisse gehören. In dem ich die nicht sofort am Ziel erzeuge, sondern lokal, bin ich mir sicher, daß keine halbfertigen Dateien hochgeladen sind und ich das nicht mitbekomme.

    Bei sshfs würde ich keine Verknüpfung machen, sondern z.B. per rsync die Dateien vorher kopieren, sonst kommt vielleicht auch mal die Zwangstrennung vom DSL dazwischen. (Eventuell hängen die Aussetzer auch mit der Netzverbindung zusammen?)

  20. #20 MartinB
    23. April 2020

    @7eggert
    ” in den immer schlechter werdenden Öffnen-Dialogen.”
    Aha, noch jemand, der es hasst, wenn Programme, die man in der Konsole in einem Ordner öffnet, nicht automatisch in diesem Ordner sind?

    Mit dem sshfs hatte ich bisher keine Probleme, das läuft hier sehr stabil. Man braucht aber ein paar Optionen, bei mir funktioniert
    sshfs xxx@yyy /home/martin/connect -o reconnect -C -o workaround=all -o idmap=user -o uid=$(id -u) -o gid=$(id -g)

    Ohne das reconnect und workaround hatte ich auch sehr oft gestörte Verbindungen